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Sonntag, 7. Juni 2020

Der Technokratische Staat: von der Alternativ- zur Würdelosigkeit

Gerald Hüther | Würde – was uns stark macht | Neue Stadt Feldbach | vulkantv.at {5:53}

Vulkan TV
Am 09.10.2019 veröffentlicht 
Im Rahmen ihres Bildungsprogramms lud die Stadt Feldbach zu zwei Vorträgen des Hirnforschers Gerald Hüther. Der Neurobiologe und Autor weiß mit seinen Themen die Besucher stets zu begeistern.
Das Thema „Würde – was uns stark macht, als Einzelne und als Gesellschaft“ stand im zweiten Vortrag im Mittelpunkt - eine Ermutigung, das eigene Leben und das Zusammenleben mit anderen Menschen künftig stärker an den neurobiologisch verankerten inneren Kompass, der Würde als Mensch, auszurichten. 3.10.2019
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Hirnforscher: Wie Masken Verhalten verändern. Prof. Hüther, das ganze Interview zum Coronakomplex. {40:56}

Langemann Medien
Am 06.06.2020 veröffentlicht 
Hallo und willkommen im Clubderklarenworte.de zu einem Interview mit Professor Gerald Hüther, er ist Jahrgang 1951, Neurobiologe, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und sehr erfolgreicher Sachbuchautor, der bekannteste Hirnforscher im Land.
Wenn Sie möchten das mehr Menschen dieses Video sehen, kommentieren Sie bitte kurz unter dem Video. Der YouTube-Algorithmus rankt dann das Video etwas höher in der Sichtbarkeit.
*** Wir verfolgen keine ideologischen oder parteipolitischen Interessen. Wir sind unabhängig und überparteilich und stellen diese Informationen aus staatsbürgerlicher Verantwortung zur Verfügung, können Irrtümer nicht ausschließen.***
Wir werden für unsere Arbeit nicht honoriert, von keiner Institution finanziert, auch nicht verdeckt finanziert. Das ist uns wichtig zu betonen, weil es unsere Unabhängigkeit garantiert. Wir investieren dennoch viel Zeit und Geld, auch in IT-Technik. Unser Betriebsstoff ist stets Kaffee oder eine gute Flasche Wein. Wenn Sie uns mit etwas Treibstoff unterstützen möchten, dann folgen Sie gerne diesem PayPal Link:
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Fühlen Sie sich geliebt? | Corona Aktuell (Gunnar Kaiser) {11:52}

RPP Institut
Am 07.06.2020 veröffentlicht 

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Samstag, 26. Oktober 2019

Gefühle sind nur Gefühle

Die Meditation hat zwei Aspekte: Der erste ist das Innehalten und zur Ruhe kommen, der zweite das tiefe, transformierende Schauen. Wenn Sie genügend Achtsamkeitsenergie besitzen, können Sie tief in jedes Gefühl hineinschauen und seine wahre Natur erkennen. Dann werden Sie in der Lage sein, es zu verwandeln.
Natürlich sind die Gefühle tief in uns verwurzelt.
Sie sind so stark, dass wir glauben, es nicht zu überleben, wenn wir sie einfach zuließen. Wir verleugnen und unterdrücken sie, bis sie schließlich explodieren und uns und andere verletzen. Aber ein Gefühl ist nur ein Gefühl. Es kommt, bleibt eine Weile und geht dann wieder. Warum sollten wir uns oder andere nur wegen eines Gefühls verletzen? Wir sind so viel mehr als unsere Gefühle.
Wenn wir tief schauen können, können wir die Ursachen unserer schmerzlichen Gefühle erkennen und mit der Wurzel ausreißen. Es kann bereits sehr hilfreich sein, uns lediglich darin zu üben, unsere Gefühle zu umarmen. Wenn wir in dem kritischen Augenblick, in dem wir das Gefühl empfinden, wissen, wo wir Zuflucht nehmen können, wenn wir ein- und ausatmen und unsere Aufmerksamkeit fünfzehn oder zwanzig oder gar fünfundzwanzig Minuten auf das Heben und Senken unserer Bauchdecke richten können, wird der Sturm vorüberziehen, und wir werden wissen, dass wir überleben werden. Gelingt es uns, starke Gefühle zu überwinden, erleben wir einen unerschütterlicheren Geistesfrieden. Sobald wir diese Praxis beherrschen, legt sich die Angst. Beim nächsten starken Gefühl wird es leichter. Wir wissen bereits, dass wir es überleben können.
Können wir entspannen, wenn starke Gefühle aufkommen, geben wir sie nicht an unsere Kinder und künftige Generationen weiter. Bleiben wir bei unserer Angst und unterdrücken sie, um sie dann explodieren zu lassen, geben wir sie an die jungen Menschen in unserer Umgebung weiter, die sie aufnehmen und ebenfalls weitergeben werden. Wissen wir dagegen mit ihr umzugehen, werden wir auch den geliebten und den jungen Menschen eher helfen können, ihre Angst zu bewältigen. Wir können ihnen zur Seite stehen und sagen: »Mein Liebling, atme mit mir ein und aus. Achte auf das Heben und Senken deiner Bauchdecke.« Weil sie Sie dabei beobachten können, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie Ihnen zuhören werden. Weil Sie da sind und Achtsamkeitsenergie und Festigkeit bieten, wird auch Ihre Tochter oder Ihr Partner die emotionalen Stromschnellen durchqueren können. Sie werden wissen, mit dem geliebten Menschen an ihrer Seite können sie das starke Gefühl überstehen – genau wie Sie. Sie leben vor, wie man im Angesicht der Angst ruhig bleibt, und lehren junge Menschen, ihre eigenen Stürme zu überstehen. Dadurch vermitteln Sie ihnen eine wertvolle Fähigkeit, die ihnen irgendwann vielleicht sogar das Leben retten wird.

[Thich Nhat Hanh, Der furchtlose Buddha, Arkana 2013, 3. Aufl. S. 116ff.] 

Sonntag, 11. August 2019

Die 4 Phasen nach einer Trennung und was am Ende am meisten hilft

Eine Trennung und die drauf folgende Achterbahnfahrt an Gefühlen von Wut, Trauer, Enttäuschung, Angst bis hin zur Erleichterung ist eine Herausforderung. Wie wir eine Trennung erleben und damit umgehen hängt dabei von vielen Faktoren ab: Habe ich mich getrennt oder sich der Partner von mir? Ist es die Trennung der ersten großen Liebe oder habe ich mehrere durchlebt? Was für eine Rolle spielten Trennungen in meiner Kindheit und wie stabil ist mein Selbstwert.
In der Trennungszeit ist es hilfreich zu wissen, welche Phasen es gibt – und vor allem die Sicherheit: Nach einer gewissen Zeit geht es immer wieder Bergauf, garantiert! In diesem Beitrag beschreibe ich die vier Trennungsphasen, welche wir durchlaufen werden. Die Reihenfolge kann variieren, wie auch die Dauer und Intensität der einzelnen Abschnitte bei jedem Menschen unterschiedlich sein können.
mehr:
- Die 4 Phasen nach einer Trennung und was am Ende am meisten hilft (Wieland Stolzenburg, auf seiner Seite, undatiert)
siehe auch:
Trennung verarbeiten: Die 5 Phasen einer Trennung + 8 Heilmittel (Lernen.net)
Die fünf Phasen einer Trennung (welt.de)
Aus und vorbei – Diese 6 Phasen macht jeder nach einer Trennung durch (Sarah Peters, Express.de, 15.02.2017)
- Die 7 Phasen der Trennung (Vera Matt, Praxis für Paartherapie Berlin, 05.05.2019)
- Trennungsschmerz: "Man muss seine Leidenspower nutzen" (Karin Spitra, Stern)
Nach der Trennung: Wie werde ich mit meinen Gefühlen fertig? (Doris Wolf, Familien-Handbuch)
- Der Schmerz nach der Trennung (Interview: Tilmann Botzenhart und Bertram Weiss, Geo.de)
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Sonntag, 14. Oktober 2018

Die Bedeutung der exekutiven Funktionen

Die Fähigkeit sich selbst zu regulieren stellt eine wichtige Basiskompetenz für das Leben in der Gesellschaft und das Erreichen der eigenen Ziele dar. Besonders kleineren Kindern fällt es jedoch schwer, an einer Sache dran zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen, sich Regeln zu merken, mit ihren Gefühlen angemessen umzugehen oder sich in andere hineinzuversetzen. Exekutive Funktionen liegen diesen Dingen zugrunde. Mit ihnen steuern wir unsere Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen. Sie entwickeln sich vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter.

Zahlreiche Studien zeigen, dass die exekutiven Fähigkeiten bereits frühzeitig gefördert werden können und einen weitreichenden Einfluss auf die sozial-emotionalen Kompetenzen des Kindes sowie seinen schulischen Erfolg haben (Rhoades et al. 2009). Es zeigt sich, dass dem pädagogischen Setting im Kindergarten und dem Handeln der Fachkräfte im Hinblick auf die Entwicklung der exekutiven Fähigkeiten eine besondere Bedeutung zukommt.

Im folgenden Beitrag wird zunächst die Begrifflichkeit der exekutiven Funktionen, ihre Entwicklung sowie ihre lebenslange Bedeutung beschrieben und abschließend mit dem Blick in die Praxis die alltagsintegrierte Förderung des exekutiven Systems betrachtet.

mehr:
- Die Bedeutung der exekutiven Funktionen und ihre alltagsintegrierte Förderung im Kindergarten (Carmen Deffner, Sabrina Braunert, Katrin Hille in: Martin R. Textor, Antje Bostelmann [Hrsg.], Das Kita-Handbuch, gefunden auf Kindergartenpaedagogik.de, undatiert)

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Zu den exekutiven Funktionen zählen unter anderem:
  • das Setzen von Zielen,
  • strategische Handlungsplanung zur Erreichung dieser Ziele,
  • Einkalkulieren von Hindernissen auf dem Weg dahin,
  • bewusste Aufmerksamkeitssteuerung,
  • zielgerichtetes Beginnen, Koordinieren und Sequenzieren von Handlungen,
  • motorische Umsetzung, Beobachtung der Handlungsergebnisse und Selbstkorrektur.
Es handelt sich also um die höheren mentalen und kognitiven Prozesse, die der Selbstregulation und zielgerichteten Handlungssteuerung des Individuums in seiner Umwelt dienen. Die EF können zusammenfassend als diejenigen psychischen Fähigkeiten verstanden werden, „die der Ausführung von Handlungen unmittelbar vorangehen oder sie begleiten.[3] Auch Selbstmotivation, die Willensbildung (Volition) und der Anstoß zum Beginnen einer Handlung (Initiative) werden den exekutiven Funktionen zugerechnet.
Die exekutiven Funktionen sind überall im Alltag von zentraler Bedeutung: Sie sind unverzichtbar für eine eigenständige Lebensführung und machen Selbstdisziplin, gutes ZeitmanagementUmsetzungsstärke und Belohnungsaufschub erst möglich.
[Exekutive Funktionen, Beschreibung, Wikipedia, abgerufen am 14.10.2018
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siehe auch:
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ADHS und Partnerschaft – was ADHS’ler sich von ihren Partnern wünschen

Vor einigen Tagen war ich auf einer sehr interessanten Veranstaltung, von der ich die heutigen Gedanken zum Thema ADHS und Partnerschaft mitgebracht habe.

Die Schön Klinik in Bad Bramstedt hat einen ADHS-Schwerpunkt für Erwachsene und veranstaltet mehrmals im Jahr eine offene Austauschrunde ADHS-Trialog zu Themen rund um ADHS, zu der sich ADHS’ler, Angehörige und Facheute treffen. Das Thema des letzten Trialogs hieß „Leitfaden für Angehörige/Partner zum Umgang mit ADHS’lern“. Schwerpunkt des Abends war das Thema ADHS und Partnerschaft. Es war eine sehr interessante und große Runde mit ca. 60 Teilnehmern und regen Diskussionen.

Der leitende Psychologe der Klinik, Roy Murphy, leitete und moderierte die Gesprächsrunde und eine seiner Fragen war: „Welche Erwartungen haben ADHS’ler an ihre Partner?“ Die gesammelten Erwartungen habe ich Ihnen hier mitgebracht.

mehr:
- ADHS und Partnerschaft – was ADHS’ler sich von ihren Partnern wünschen (Birgit Boekhoff, adhs-Trainerin.de, September 2016, beachte auch die Kommentare!)

siehe auch:
- ADHS & Partnerschaft (ADHS-Ratgeber)
- adhspedia
- Wie eine Beziehung funktioniert, wenn dein Partner ADHS hat (Fiona Rohde, Gofeminin, 12.07.2017)
- Die Bedeutung der exekutiven Funktionen (Post, 06.10.2018)
- 30 Jahre Aufmerksamkeitsstörung ADHS (03.08.2017)
- Informationsbroschüre ADHS und Partnerschaft (ADHS Deutschland e.V., November 2015, PDF)
- 20 Dinge, die du wissen musst, wenn du einen Menschen mit ADHS liebst (Lisa Meyerhofer, Huffington Post, 03.06.2015)
- ADHS-Coach oder Super Nanny? (Martin Winkler, ADHS-Spektrum, 30.03.2012)
- DD zur Borderline-Persönlichkeitsstörung (Andreas Gschwind, Klinik Sonnhalde, 12.03.2015, PDF einer PP-Präsentation, S. 7+8)
- ADHS – Psychodynamik (Post, 09.08.2008)

Montag, 13. August 2018

Warum Beziehungen scheitern

Ich las kürzlich eine Studie des Paar-Forschers John Gottman über die Stabilität in Beziehungen. Er richtete eine Art kleiner Pension als Labor ein. Dort brachte er Paare für ein Wochenende unter, verkabelte sie für die Gewinnung physiologischer Messdaten und beobachtete ihre Reaktionen aufeinander. Mit 94-prozentiger Sicherheit kann er vorhersagen, ob Paare sich scheiden lassen werden. Eine eindrucksvolle Quote.

Gottman identifizierte zwei Phänomene, die hochinteressant sind. Das erste: Paare, die sich in Zukunft scheiden lassen werden, kommen in die Pension und sprechen ganz ruhig miteinander. Aber es ist eine angespannte Ruhe, wie ein Gehen auf Eierschalen. Obwohl sie ruhig miteinander reden, zeigen die physiologischen Messdaten, dass sie sehr erregt sind, so stark, als stünden sie einem Raubtier gegenüber.

In einer unglücklichen Beziehung betrachten sich die Partner sozusagen gegenseitig als Raubtiere. Ihre Worte dienen nicht der Kommunikation, sondern sollen vielmehr Angriffe verhindern und die Oberfläche ruhig halten. Was aber liegt unter der Oberfläche? Nach Freuds Auffassung liegt das Unbewusste darunter. Man kann auch sagen, dass das Kaputte und Verworrene darunter liegt, das, was sich nicht in eine vernünftige Form bringen ließ. Niemand will die Tür dorthin öffnen. Manche aber tun es – und zwar in Form einer Freud’schen Fehlleistung.

Und damit sind wir beim zweiten von Gottman beobachteten Phänomen. Angenommen, die Frau geht zum Fenster und sagt: „Oh, schau, da draußen ist ein Roter Kardinal!“ (also die seltene Vogelart mit dem ungewöhnlichen Aussehen). Das ist zunächst etwas Triviales. Aber es ist auch eine positive Bemerkung – zwanzig solche Bemerkungen davon täglich wären eine gute Dosis für die Beziehung. Der Mann hat nun zweimal zwei Möglichkeiten, zu reagieren.

Die erste: „Wer interessiert sich schon für deinen blöden Vogel!“

Die zweite: Genervtes, verächtliches Stöhnen – und dann geht er hin und schaut sich den Vogel an.

Die dritte: Er verzichtet zwar auf das verächtliche Stöhnen, verhält sich aber entsprechend.

Und die vierte: Er verhält sich wie ein zivilisierter Mensch, der mit jemandem interagiert, den er wirklich mag, schaut sich den verdammten Vogel an und freut sich darüber. Und das mit dem Maximum an Aufrichtigkeit, die er aufbringen kann.

mehr:
- Warum Beziehungen scheitern (Jordan B. Peterson , Achgut.com, 09.08.2018)

2015 Maps of Meaning 5: Narrative, Neuropsychology & Mythology III / Part 1 (Jordan Peterson) {2:09:05}

Jordan B Peterson
Am 06.02.2015 veröffentlicht 
Twitter: https://twitter.com/jordanbpeterson
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University of Toronto PSY434
Course Information: http://jordanbpeterson.com/Psy434H/
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Dienstag, 3. April 2018

Stress ist ansteckend – auch auf zellulärer Ebene

Die Traumen anderer können bei uns zu schwerwiegenden Symptomen führen

Dass man sich Emotionen und Stress bei seinen Mitmenschen "aufschnappen" kann, ist keine Imagination, sondern biochemisch messbar. Eine vor Kurzem in der Nature publizierte Studie zeigt, dass solch "übertragener" Stress in der Tat in gleichem Maße Spuren im Gehirn hinterlässt wie "echter" Stress.

Stress aktiviert neuronale Netzwerke, die das Individuum dazu befähigen sollen, auf Bedrohungen reagieren und überleben zu können. Selbst eine kurze Exposition mit einem Stressor löst langfristige Veränderungen an Synapsen aus. Für Menschen, Primaten und Nagetiere ist belegt, dass stressinduzierte Verhaltensweisen und hormonelle Veränderungen sich auf andere übertragen können. Auch dies macht evolutiv Sinn – den Gemütszustand unseres Gegenüber erfassen zu können, ist wichtig für den Aufbau sozialer Bindungen.

Soziale Übertragung synaptischer Veränderungen nach Stress


Bislang war nicht bekannt, ob übertragener Stress sich gleichartig auf Synapsen auswirkt wie selbst erlebter. Eine kürzlich in der Nature veröffentlichte Studie[1] beantwortet dies mit einem klaren "Ja".

Ein Forschungsteam aus Calgary studierte die zerebralen Auswirkungen von Stress an Pärchen von weiblichen und männlichen Mäusen, indem sie eine Maus von ihrem Partner trennten und moderatem Stress aussetzten. Nach Rückkehr zum Partner untersuchten sie bei beiden Mäusen die Reaktion einer spezifischen Population von Neuronen im Zwischenhirn, genauer den CRH-Neuronen des Nucleus paraventricularis (PVN). Diese steuern die zerebrale Reaktion auf Stress.


Das bemerkenswerte Ergebnis war, dass die CRH-Neurone der Partner, die selbst keinem Stress ausgesetzt waren, identische Veränderungen zu denen der tatsächlich gestressten Mäuse zeigten.[2]

mehr:
- Stress ist ansteckend – auch auf zellulärer Ebene (Esanum.de, 25.03.2018)

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Der Nucleus paraventricularis ist ein Kerngebiet im Hypothalamus, also im Zwischenhirn. Sein Name leitet sich von seiner Lage neben dem dritten Ventrikel ab.
Die großen Nervenzellen dieses Kerngebiets produzieren das Hormon Oxytocin und in geringeren Mengen Antidiuretisches Hormon. Darüber hinaus enthält dieses Kerngebiet auch kleine Kerne, die das Releasing-Hormon CRH sezernieren, dieses wird allerdings an der Eminentia mediana in den primären hypophysären Pfortaderkreislauf (Primärplexus) abgegeben.
Die Zellfortsätze (Axone) des Nucleus paraventricularis bilden zusammen mit denen des Nucleus supraopticus den Tractus hypothalamohypophysialis. Über diese Nervenbahn werden das Oxytocin und ADH in die Neurohypophyse transportiert, wo es zwischengespeichert und bei Bedarf an das Blut abgegeben wird.

[Nucleus paraventricularis, Wikipedia, abgerufen am 03.04.2018]
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Nucleus paraventricularis (Abb. gefunden bei Kenhub.com)

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Samstag, 13. Januar 2018

Ego-Kult, Selbst-Optimierung und Wettbewerbsfähigkeit

scobel ist eine wöchentlich auf 3sat ausgestrahlte Fernsehsendung, die Themen aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft und Ethik behandelt. Moderator und Namensgeber ist der Fernsehjournalist Gert Scobel. Die Vorgängerin der Sendung war bis April 2008 die Sendung delta. [scobel (Fernsehsendung), Wikipedia, abgerufen am 13.01.2018]
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Wir optimieren unsere Körper, unsere Karrieren, unser Privatleben. Was ist richtig, was falsch? Ist die Selbstoptimierungswelle die neue Sinnstiftung? Wozu tun wir das? Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen.
mehr:
- scobel: Der Ego-Kult – Im Zweifel, ich zuerst (3sat, 11.01.2018, in der ZDF-Mediathek abrufbar bis 12.01.2023)

Freitag, 12. Januar 2018

Scham und Schuld

Schamgefühle haben großen Einfluss auf die Steuerung des Verhaltens. Ursächlich hängen sie mit dem psychologischen Grundkonflikt zusammen. Somit sind sie mit den Bedürfnissen nach Selbst­bestimmung und Zugehörigkeit sowie dem Selbstwertempfinden vernetzt. Verdrängte Scham­gefühle können ganze Biographien nachhaltig belasten.
Schamgefühle tauchen auf, sobald sich zeigt, dass das tatsächliche Sosein hinter dem Selbstbild zurückbleibt. Da das Selbstbild weitgehend dem entspricht, wie man in den Augen anderer erscheinen möchte, schmerzt das Schamgefühl besonders, wenn auch andere Zeugen der Lücke geworden sind.
Da das Bild, das wir und andere von uns haben, den Rang bestimmt, auf den wir in der Gemein­schaft Anspruch erheben, gefährdet jedes Ereignis, das Lücken offenbart, unsere Zugehörigkeit. Das erzeugt unterschwellig Existenz­angst.
Die Regulation des Schamgefühls ist nicht statisch. Sie unterliegt entwicklungspsychologischen Gesetzen und kulturellen Vorgaben. Je größer der Anpassungs­druck kultureller Vorgaben ist, desto mehr wird die spontane Entwicklungsdynamik der reifenden Person verzerrt. [Scham, 2. Psychologie des Schamgefühls, Seele und Gesundheit, abgerufen am 13.01.2018]
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Was macht Schamgefühle eigentlich aus, was macht sie so erdrückend? Und warum kann Scham zuweilen in Aggression umschlagen? Gert Scobel diskutiert mir seinen Gästen.

siehe Sobel: Scham und Schuld (in der ZDF-Mediathek abrufbar bis 03.11.2022)

siehe auch:
Scham und Schuld (Hanswerner Herber, Individuatio, Datum unbekannt)
- Das Schuldgefühle-Wut-Trauer-Angst-Scham-Dilemma (Marin Vieweg, Spektrum, Bild der Wissenschaft, 26.09.2012)
- Trauma und Scham (Dami Charf, Traumaheilung, 07.07.2017?)

Scham {7:53}

Am 11.04.2015 veröffentlicht
Dami Charf
http://www.traumaheilung.de
Dami Charf (HP-Psychotherapie)
Trauma und Scham gehören zusammen wie Schwestern, es ist kaum möglich das eine zu betrachten ohne auf das andere Thema zu stoßen.
Scham wird oft als etwas schlechtes betrachtet, doch wir brauchen eine gesunde Scham um sozial gut zu funktionieren. Scham wird erst dann "schlecht", wenn sie toxisch wird.
Ich hoffe, ich kann mit diesem Video ein wenig den Unterschied erklären.
Herzliche Grüße,
Dami

- Scham und Schuld – Doppelleben macht krank (Fanny Jiménez , N24, 30.05.2012)
- Emotionen – Scham (Götz Fabry, Vorlesung Medizinische Psychologie, Universität Freiburg, 09.01.2008, PDF)
- Die im Boden versinken... (Focus, 24.10.1993)

Mittwoch, 20. Dezember 2017

US-Studie: Wohlstand und positive Gefühle

US-Psychologen haben untersucht, wie sich das Haushaltsvermögen in unterschiedlichen positiven Gefühlen niederschlägt

Menschen aus armen und reicheren Schichten unterscheiden sich nicht nur im Hinblick auf das Vermögen und die Gesundheit. Bekannt ist, dass arme Menschen im selben Land eine deutlich geringere Lebenserwartung haben als reiche. Bekannt ist auch, dass reiche Menschen selbstbezogener sind, sie können sich gewissermaßen Zuwendung kaufen, während ärmere Menschen eher auf ihre Mitmenschen ausgerichtet und angewiesen sind. Wissenschaftler haben nun eine Umfrage in den USA ausgewertet, um zu sehen, wie das Haushaltsvermögen mit positiven Gefühlen und letztlich mit Glück zusammenhängt.

Geld macht nicht glücklich, heißt es. Zumindest das hören die Ärmeren gerne, die sich mit ihrer Lage abfinden müssen und man mit Neid und Grämen über das eigene Unglück auch nicht zufriedener lebt. Allerdings wird kaum jemand behaupten, dass Geld an sich unglücklich macht. Zumindest was die Lebenszufriedenheit angeht, scheint es reichen Menschen denn auch besser zu gehen.

Nach Studien sei bekannt, so Paul Piff und Jake Moskowitz von der University of California, Irvine in ihrem Beitrag für die Zeitschrift "Emotion", dass sich Menschen aus den reicheren Klassen oder der Oberschicht durch ihren Wohlstand einer größeren Autonomie und einer geringeren Aussetzung an sozialen und Umweltgefährdungen erfreuen, wodurch sie stärker nach innen gerichtet und selbstbezogen sowie weniger abhängig von anderen sind. Menschen aus der Unterschicht sind mehr Gefährdungen wie Kriminalität oder schlechten Schulen ausgesetzt. Weil sie weniger Mittel haben, etwas dagegen zu unternehmen, sind sie stärker extrovertiert und achten intensiver auf den sozialen Kontext und ihre Abhängigkeit von anderen.

Menschen aus sozioökonomischen Oberschicht neigen, wenn es um positive Gefühle geht, eher zu Stolz und Selbstgenügsamkeit, diejenigen aus der Unterschicht hat eher zu Mitleid und Liebe. Diese gegensätzliche Neigung zum Selbstbezug bzw. zum Bezug auf Andere wollten die Wissenschaftler mit der Umfrage überprüfen, in der einerseits nach Stolz und Selbstzufrieden (Selbstbezug) und andererseits nach Liebe und Mitleid (Bezug zu Anderen)b gefragt wurde. Zum Test wurde nach Schichtenunterschieden bei "epistemiologischen", informationshaltigen Gefühlen gesucht: Vergnügen wie bei einem Witz, Ehrfurcht und Begeisterung. Die Versuchspersonen wurden gebeten, Aussagen über selbsteingeschätzte auf einer Skala von 1 bis 7 zu bewerten. Zur Liebe wurde etwa die Aussage vorgegeben: "I develop strong emotions toward people I can rely on", zum Vergnügen ("Many things are funny to me") oder zur Selbstzufriedenheit ("I feel satisfied more often than most people"). Dazu wurden sie aufgefordert, ihr Haushaltseinkommen, ihre politische Haltung und ihre religiöse Orientierung anzugeben.

Die Auswertung ergab keine großen Unterschiede zwischen den Schichten, aber sie waren ähnlich ausgeprägt wie bei anderen Untersuchungen. Zudem liege eine national repräsentative Umfrage unter vielen Personen vor, so dass die Ergebnisse vertrauenswürdig seien, so die Wissenschaftler. Ähnlich wie in anderen Untersuchungen sind die Angehörigen der reicheren Schichten stärker selbstorientiert, sie zeigen mehr Stolz und Selbstzufriedenheit, aber auch ein höheres Maß an (selbst zugeschriebenem) Vergnügen, während die Ärmeren eher stärkere Gefühle gegenüber Anderen, also Mitleid und Liebe, zeigen. Aber sie schätzen sich auch als begeisterungsfähiger ein. Die positiven Gefühle der reicheren Menschen, so deuten die Wissenschaftler, könnte dem höheren Bedürfnis nach Unabhängigkeit und Selbstgenügsamkeit entsprechen. Die Ärmeren könnten stärker harmonische, wechselseitige Bindungen eingehen, weil ihnen dies hilft, mit ihrer eher unwirtlichen Umgebung zurechtzukommen.

mehr:
- Die Reicheren sind stolz auf sich, die Ärmeren wenden sich eher Anderen zu (Florian Rötzer, Telepolis, 20.12.2017)
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Samstag, 9. Dezember 2017

Einsamkeit

Allein und unglücklich zu Hause: Gerade an Heiligabend ist das für viele eine Horrorvorstellung. Experten sprechen von einem belastenden Lebensereignis - und haben Ratschläge für weniger Einsamkeit. Aber Einsamkeit - was ist das eigentlich?
Auf seine Familie kann der 63-jährige Verkäufer einer Straßenzeitung an Heiligabend nicht bauen. "Ich lebe seit vielen Jahren alleine." Zuvor war er wohnungslos. Zu seinen Söhnen habe er schon lange keinen Kontakt mehr, sagt Michalzik. Deshalb wird er auch in diesem Jahr an Heiligabend eine Weihnachtsstube - eine Art öffentliche Weihnachtsfeier - an seinem Wohnort Hannover besuchen. "Oder soll ich etwa zuhause rumhocken?"

Zu der Weihnachtsstube des Diakonischen Werks in Hannover kommen rund 100 Menschen, sagt Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Das Publikum bei Kartoffelsalat, Bockwürsten und Weihnachtsgeschichte sei gemischt: 70 Prozent seien Wohnungslose oder Armutsbevölkerung. 30 Prozent der Besucher seien aus dem eher bürgerlichen Milieu. "Es gibt ein gemeinsames Interesse, nämlich an Heiligabend nicht alleine zu sein."

mehr:
- Zu Weihnachten besonders hart: Wenn Einsamkeit krank macht (n-tv, 09.12.2017)

Donnerstag, 3. August 2017

30 Jahre Aufmerksamkeitsstörung ADHS

Verbreitung, Drogen und Therapien geben uns Rätsel auf

Auch dreißig Jahre nach der Kodifizierung der sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gibt es viele offene Fragen. Wussten Sie etwa, dass die Störung in Deutschland bei ca. 6,5% der Jungen, jedoch nur bei ca. 2% der Mädchen diagnostiziert wird? Oder dass eine Diagnose in Bayern, Rheinland-Pfalz oder Thüringen um mehr als 50% wahrscheinlicher ist (ca. 5 bis 5,5%) als etwa in Bremen, Hamburg, Hessen oder Schleswig-Holstein (ca. 2 bis 3,5%)?

Auch das Alter bei der Einschulung der Kinder hat einen großen Einfluss. Verwunderlich ist ebenfalls, dass Expertinnen und Experten die Häufigkeit von ADHS in den USA auf fast 10% schätzen, in Großbritannien aber kaum mehr als 2% der Kinder die Diagnose erhalten. Oder dass Molekularpsychiaterinnen und -Psychiater die Störung zwar für stark erblich halten (76% Erblichkeit), trotz groß angelegter Studien seit Jahrzehnten aber nicht die verantwortlichen Gene finden.

Doch nicht nur auf der Ebene der Daten gibt es offene Fragen. Auch grundlegende Herausforderungen bleiben ungelöst: Ist ADHS eine Gehirnerkrankung? Eine psychische Störung? Eine normale Reaktion auf eine sich verändernde Umwelt? Eine Medikalisierung von Moralvorstellungen? Ein Freifahrtschein zum Drogenkonsum von Kindern wie Jugendlichen – und in zunehmendem Maße auch von Erwachsenen?

mehr:
- 30 Jahre Aufmerksamkeitsstörung ADHS (Stephan Schleim, Telepolis, 03.08.2017)

Ruhig gestellt und angepasst - Warum 500.000 ADHS-Kinder Drogen nehmen sollen {45:01}

Veröffentlicht am 26.02.2013
Ruhig gestellt und angepasst - Warum 500.000 Kinder mit ADHS Drogen nehmen sollen

Doku - Saarländischer Rundfunk 2011

Mein Sohn hat ADHS und "darf" auch Ritalin schlucken. Ich woltte das Zeug absetzen, weil ich mit meinem Kinde ohne Tabletten besser zurecht komme und ich das Gefühl habe ohne den Mist ist er wirklich ein Kind. Nach genau einer Woche ohne das Wundermittel ist die Schule Sturm gelaufen mit Androhnung einer Anzeige wegen Kindeswohl Gefärdung und das Jugendamt hat auch gleich in das Horn geblasen. Da kannst Du dich entscheiden ob keine Tabletten und Kind vom Jugendamt weggefangen und ab ins Heim oder doch Tabletten und Kind bei dir zu Hause. Wem einmal die Medikamente aufgeschwatzt worden sind, der wird sie so einfach nicht wieder los, weil in dem Moment wirst du praktisch vom Vater Staat entmündigt und man pfeifft auf dein Sorgerecht als Elternteil. O-Ton der Lehrerin, das Kind muß in der Schule funktionieren. Übersetzt heißt das für mich sch... drauf wie es zu Hause läuft, uns egal, hauptsache wir haben in den 6 Unterrichtstunden unsere Ruhe. Fragt sich, müssen die Kinder mit Medikamenten so ruhig gestellt werden das sie ins System passen oder ist es nicht Aufgabe des Systems Bedingungen zu schaffen in denen sich die Kinder ohne Betäubungsmittel entwickeln, entfalten und lernen können ???? Irgendetwas läuft hier mal mächtig verkehrt auf Kosten der Kinder, Vater Staat spart sich das Geld für passende Bildungseinrichtungen und Konzepte für diese Kinder und die Pharmaindustrie und Behandlungszentren (nicht alle) verdienen sich eine goldene Nase an dem was die Krankenkassen für die Pillen abdrücken müssen. Schönen Dank auch. Am Besten die Lehrer und so nehmen die Tabletten mal selber und bekommen den Beipackzettel (der Beipackzettel hat eigentlich die Größe eines Plakates im Vergleich zu dem von anderen Medikamenten ) mit den Nebenwirkungen erst hinterher, weil wer ihn vorher liest schluckt das Zeug wohl, ganz freiwillig, erst gar nicht.

ADHS - das Problem sind die Erwachsenen {9:02}

Veröffentlicht am 04.06.2013
Aus Frontal vom 04.05.13

Siehe auch - http://ritalin-kritik.de

Die Bücher des Schweizer Kinderarztes, Remo Largo, über kindliche Entwicklung gelten als Standardwerke. Für ihn liegt das Problem zunehmender ADHS-Diagnosen in der Gesellschaft.

Was als psychische Störung gilt, bestimmt der Diagnosekatalog DSM-5, dessen neueste Ausgabe gerade in den USA erschienen ist. Psychiater Allen Frances, der viele Jahre an diesen Diagnosekatalogen mitgewirkt hat, ist inzwischen ein scharfer Kritiker. Denn im Gegensatz zu den früheren Katalogen können jetzt unter anderem auch schon extreme und keinem Anlass entsprechende Wutausbrüche bei Kindern ab sechs Jahren als eigenständige psychische Störung diagnostiziert werden. Die Folge: Immer mehr Kinder würden als psychisch krank abgestempelt und bekämen starke Psychopharmaka, ohne dass es nötig wäre.

Für den Schweizer Kinderarzt, Remo Largo, liegt das Problem in der Gesellschaft. Im Interview mit Frontal21 kritisiert er, dass immer mehr Kinder, die nicht den Leistungsanforderungen entsprechen, völlig zu Unrecht die Diagnose ADHS und in der Folge häufig starke Medikamente wie Ritalin erhalten. Seine Bücher über kindliche Entwicklung gelten als Standardwerke. Dabei seien das Problem nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen. Eltern, Lehrer und Behörden stünden heutzutage enorm unter Druck und seien nicht mehr bereit, Kinder so zu nehmen wie sie sind, so der Erziehungsexperte gegenüber Frontal21.

siehe auch:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)
- Glyphosat: Wissenschaft im Kapitalismus (Post, 28.04.2017)
Gerichtsprozess gegen Monsanto: Medien verweigern Berichterstattung (Post, 24.08.2015)

siehe auch:

- Männer: Von Evolution bis Emanzipation (Kap. 1 aus Wieland Stolzenburg, Männer verstehen für Dummies, Wiley-VCH, PDF)
ADHS ist keine Erfindung (Flussfänger, 13.12.2013)
Welche Folgen hat Vaterlosigkeit? (Flussfänger, 14.11.2013)
- Dr. Eckart von Hirschhausen (ADHS Deutschland e.V., 2012)
Muttersöhnchen (Silke Frink, eBook, 2011, GoogleBooks)
Dumm, faul, unfähig?  (ADHS verstehen, Piero Rossi, 2002)
- „Was haben wir da für ein Ungeheuer?“ (SPIEGEL, 18.07.1983)

Donnerstag, 27. Juli 2017

Der Sinn des Lebens: 42

42 - endlich das allwissende Alter mit der Antwort auf Alles erreicht :-) {1:55}

Veröffentlicht am 10.03.2014
whoisthemaniac
Endlich das allwissende Alter, das Alter mit der Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest erreicht :-)

Stephen Hawking spricht über Gott {4:01}

Veröffentlicht am 18.09.2010
ekiufjeu
ZDF Heute Journal, 07.09.2010

“An artist’s life Manifesto”, by Marina Abramovic. {3:15}

Veröffentlicht am 25.10.2015
Pedro Menchén
1. An artist’s conduct in his life:
– An artist should not lie to himself or others
– An artist should not steal ideas from other artists
– An artist should not compromise for themselves or in regards to the art market
– An artist should not kill other human beings
– An artist should not make themselves into an idol
2. An artist’s relation to his love life:
– An artist should avoid falling in love with another artist
3. An artist’s relation to the erotic:
– An artist should develop an erotic point of view on the world
– An artist should be erotic
4. An artist’s relation to suffering:
– An artist should suffer
– From the suffering comes the best work
– Suffering brings transformation
– Through the suffering an artist transcends their spirit

5. An artist’s relation to depression:
– An artist should not be depressed
– Depression is a disease and should be cured
– Depression is not productive for an artist
6. An artist’s relation to suicide:

– Suicide is a crime against life
– An artist should not commit suicide
7. An artist’s relation to inspiration:
– An artist should look deep inside themselves for inspiration
– The deeper they look inside themselves, the more universal they become
– The artist is universe
8. An artist’s relation to self-control:
– The artist should not have self-control about his life
– The artist should have total self-control about his work
9. An artist’s relation with transparency:
– The artist should give and receive at the same time
– Transparency means receptive
– Transparency means to give

10. An artist’s relation to symbols:
– An artist creates his own symbols
– Symbols are an artist’s language
– The language must then be translated
– Sometimes it is difficult to find the key

11. An artist’s relation to silence:
– An artist has to understand silence
– An artist has to create a space for silence to enter his work
– Silence is like an island in the middle of a turbulent ocean
12. An artist’s relation to solitude:
– An artist must make time for the long periods of solitude
– Solitude is extremely important
– Away from home
– Away from the studio
– Away from family
– Away from friends
– An artist should stay for long periods of time at waterfalls
– An artist should stay for long periods of time at exploding volcanoes
– An artist should stay for long periods of time looking at the fast running rivers
– An artist should stay for long periods of time looking at the horizon where the ocean and sky meet
– An artist should stay for long periods of time looking at the stars in the night sky

13. An artist’s conduct in relation to work:
– An artist should avoid going to the studio every day
– An artist should not treat his work schedule as a bank employee does
– An artist should explore life and work only when an idea comes to him in a dream or during the day as a vision that arises as a surprise
– An artist should not repeat himself
– An artist should not overproduce
– An artist should avoid his own art pollution

14. An artist’s possessions:
– Buddhist monks advise that it is best to have nine possessions in their life:
1 robe for the summer
1 robe for the winter
1 pair of shoes
1 begging bowl for food
1 mosquito net
1 prayer-book
1 umbrella
1 mat to sleep on
1 pair of glasses if needed
– An artist should decide for himself the minimum personal possessions they should have
– An artist should have more and more of less and less

15. A list of an artist’s friends:

– An artist should have friends that lift their spirits

16. A list of an artist’s enemies:
– Enemies are very important
– The Dali Lama has said that it is easy to have compassion with friends but much more difficult to have compassion with enemies
– An artist has to learn to forgive

17. Different death scenarios:
– An artist has to be aware of his own mortality
– For an artist, it is not only important how he lives his life but also how he dies
– An artist should look at the symbols of his work for the signs of different death scenarios
– An artist should die consciously without fear

18. Different funeral scenarios:
– An artist should give instructions before the funeral so that everything is done the way he wants it
– The funeral is the artist’s last art piece before leaving

mehr zu Marina Abramović:
Die acht Lehren der Marina Abramović – Statements der Performance-Künstlerin zum Leben (Alexander Glodzinski, 3sat – Kulturzeit, März 2017)
Marina Abramović and Ulay (Post, 14.12.2013)
- Marina Abramović (Post, 14.07.2013)

"Der Mensch ist nicht zuvor, um danach frei zu sein, sondern es gibt keinen Unterschied zwischen dem Sein des Menschen und seinem Freisein." [Jean Paul Sartre, Das Sein und das Nichts (L'être et le néant), 1943]

Muhammad Ali ┇ Sinn des Lebens ᴴᴰ

Veröffentlicht am 04.06.2016
Digital Dawah
Muhammad Ali ┇ Sinn des Lebens ᴴᴰ



Einfach nur glücklich sein. Wer wünscht sich das nicht? Doch wie findet man das ganz persönliche Lebensglück?
42, so lautet die Antwort, die der Computer Deep Thought in dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ auf die Frage gibt, was denn der Sinn des Lebens sei. Dass die Antwort natürlich keineswegs befriedigend und äußerst sinnfrei ist, macht den Charme des Romans von Douglas Adams aus. Auf skurrile Weise wird ein philosophisches Problem aus der Welt geschafft, das noch bis ins letzte Jahrhundert Menschen durch alle Nationen und Klassen hindurch beschäftigt hat: Was ist der Sinn des Lebens? Warum bin ich auf dieser Welt? Wo komme ich her und wo gehe ich hin?

Heutzutage scheint diese Frage nach dem Sinn des Lebens viele Menschen nicht mehr so zu bewegen wie noch vielleicht vor 30 Jahren. Konsum und Lifestyle sind wichtiger. So zumindest das Ergebnis der Studie „Jugend unter Druck“ des Jugendforschers Bernhard Heinzlmaier, der Jugendliche im Alter von 11 bis 29 Jahren befragt hat.

Es geht darum, glücklich zu sein
Haben Menschen in vergangenen Jahrhunderten den Sinn des Lebens in der Religion oder in sozialen Utopien wie der des Marxismus gesucht, so geht es heutzutage eher um eine Lustmaximierung. Es geht darum, sich lebendig zu fühlen und das Leben zu genießen, wie Heimzlmaier in seiner Studie feststellt.: „Wo ein das materielle Leben transzendierender (über das materielle Leben hinausreichender, Anm. d. Red.) Sinn fehlt, bekommt das intensive Erlebnis, die unmittelbare Leidenschaft im Hier und Jetzt, überragende Bedeutung. Dass ihnen ein tieferer Sinn, ein ideelles Lebensziel fehlt, ist vielen Jugendliche überhaupt nicht bewusst, da ihnen die Bedeutung eines solchen für ein erfülltes Leben von den Erwachsenen nie vermittelt wurde.“

Demnach bleibt die Grundmotivation, die Menschen bislang nach dem Sinn des Lebens suchen ließ, unverändert: Letztlich geht es um ein erfülltes Leben. Es geht darum, glücklich zu sein. Das könnte ein Grund dafür sein, dass in den letzten Jahren immer wieder Bücher über das Glück auf den Bestellerlisten waren (z.B. "Glück kommt selten allein", Hirschhausen; "Hectors Reise: oder die Suche nach dem Glück", Francois Lelord).

mehr:
- Sinn des Lebens: Einfach nur glücklich sein (Michael Gerster, ERF, 25.08.2010)


"Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf, er existiert nur in dem Maße, in dem er sich verwirklicht, er ist also nichts anderes als die Gesamtheit seiner Handlungen, nichts anderes als sein Leben." [Jean-Paul Sartre, L'existentialisme est un humanisme (Der Existenzialismus ist ein Humanismus), 1946]

Gabriellas Song - Wie im Himmel {4.21}

Veröffentlicht am 07.06.2010
IToMoTI - non-profit channel
One of most beautiful scenes from my most beloved movie...
"AS IT IS IN HEAVEN" (OT: Så som i himmelen, 2004) by Kay Pollak

Ray Cooper Percussion-Layla {6:45}

Veröffentlicht am 20.09.2008
toastermac
Clapton, Beck, Jimmy Page, Andy Fairweather, Wyman, Winwood , Kenny Jones and Charlie Watts on drums, and Ray Cooper.

Wie im Himmel Finale {3:31}

Veröffentlicht am 24.08.2015
Ralf E. Grüger

Flashmob Nürnberg 2014 - Ode an die Freude {6:31}

Veröffentlicht am 05.08.2014
Evenord-Bank eG-KG
http://www.evenordbank.de/
Aus Wertschätzung gegenüber unserer Region! Vielen Dank an alle Mitglieder des Hans-Sachs-Chors und der Philharmonie Nürnberg, die mit uns dieses Vorhaben begeisternd aufgegriffen und am 14.06.2014 an der Lorenzkirche in Nürnberg so toll umgesetzt haben. Vielen Dank auch an alle, die mit einem Like den Beteiligten ihre Anerkennung zollen!


Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehn. [Friedrich Wilhelm Nietzsche, Der Wille zur Macht II, IV. Der Wille zur Macht als Kunst. 822]

Samstag, 3. Juni 2017

Ein grüner Justizsenator entschuldigt sich für die 68er Exzesse der Polizei – und die Reaktionen



Veröffentlicht am 12.03.2017

"Er liegt am Boden, eine junge Frau kniet neben ihm und hält den Kopf des Sterbenden. Das Foto wird zum Symbol. Am 2. Juni 1967 beginnt ""1968"". An diesem Tag wird unweit der Deutschen Oper in Berlin der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten niedergeschossen und stirbt wenig später. Für die Studentenbewegung ist der Tod Ohnesorgs eine Zäsur - der 2. Juni wird zum Katalysator der Unruhen. Der tote Ohnesorg wird zu einer Ikone.

Doch wer war Benno Ohnesorg, von dem man kaum mehr weiß als den Namen - und das Sterbedatum? Fast vier Jahrzehnte später begibt sich der Schriftsteller Uwe Timm auf die Suche. Timms Buch ""Der Freund und der Fremde"" (2005) ist das literarische Ergebnis dieser Suche. Es ist keine faktenorientierte Biografie, sondern eine Erzählung, die Erinnerungen vorsichtig arrangiert. Es ist ein persönliches Buch, das über den Freund reflektiert, über seinen Tod und über die prägenden 60er Jahre. Es geht in ""Der Freund und der Fremde"" aber auch um 1968, um die großen Entwürfe und Theorien. Timm zeigt, wie der Tod von Ohnesorg viele aus seiner Generation zu ""68ern"" werden ließ.

Die beiden lernten sich Anfang der 60er Jahre in einem Kolleg in Braunschweig kennen, wo sie das Abitur nachholten. Für Ohnesorg und Timm waren vor allem Kunst und Kultur der Schlüssel zu einem anderen Leben. Sie hofften, in der Literatur ihr Glück zu finden. Die beiden 20-Jährigen freundeten sich an, diskutierten über Lyrik und offenbarten sich ihre ersten literarischen Schreibversuche. Nach dem Abitur trennten sich ihre Wege. Timm ging nach München, später nach Paris. Benno Ohnesorg zog nach Berlin. Sie verloren sich aus den Augen. Im Juni 1967 hörte Uwe Timm in Frankreich von den Ereignissen der Berliner Anti-Schah-Demonstration und sah in einer Pariser Zeitung das Foto - den toten Freund."

Der Justizsenator sprach am Rathaus Schöneberg vor rund 50 Teilnehmern einer Kundgebung, darunter mehrere Veteranen der Protestbewegung. 

Eine ehrenvolle Geste! 

Fünfzig Jahre nach den Demonstrationen gegen den Schah von Persien hat Justizsenator Dirk Behrendt (45, Grüne) um Entschuldigung für den damaligen Polizeieinsatz gebeten, bei dem Benno Ohnesorg erschossen wurde.
mehr:
- Benno Ohnesorg: Justizsenator Behrendt entschuldigt sich für Polizeieinsatz (Berliner Zeitung, 02.06.2017)
Screenshot der Bewertungsskala unter dem Artikel
siehe auch:
- Berlin: Justizsenator entschuldigt sich für Polizeieinsatz bei Tod von Ohnesorg (SPON, 02.06.2017)
- 50. Todestag von Benno Ohnesorg Senator entschuldigt sich für Polizeigewalt am 2. Juni 1967 (Tagesspiegel, 02.06.2017)

zur BZ-Bewertungsskala (die läßt einiges verstehen) siehe auch:
Das Buch hatte eine enorme Wirkung für die weitere Aufarbeitung unserer dunklen Vergangenheit. Es war bei seinem Erscheinen kontrovers diskutiert, viele empörten sich über die beiden Analytiker und fühlten sich geschulmeistert. Dabei geht das Buch aber in den Folgekapiteln vom Massenphänomen wieder auf den Einzelnen zurück und beschreibt wichtige Mechanismen in der psychischen Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen: Wie baut sich Moral auf, wie entstehen Vorurteile und Ressentiments, gibt es noch Autoritätsvorbilder in der entfremdenden kapitalistischen Konsumgesellschaft, die dem Heranwachsenden zur Identifikation dienen können? Wie entsteht praktizierte Toleranz Andersdenkenden gegenüber? [aus einem Amazon-Leserkommentar]