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Mittwoch, 26. April 2017

Heute vor 128 Jahren – 26. April 1889: Ludwig Wittgenstein wird geboren

Wittgenstein entstammt der österreichischen, früh assimilierten jüdischen Industriellenfamilie Wittgenstein, deren Wurzeln in der deutschen Kleinstadt Laasphe im Wittgensteiner Land liegen. Er war das jüngste von acht Kindern des Großindustriellen Karl Wittgenstein und seiner Ehefrau Leopoldine, die aus einer Prager jüdischen Familie stammte (geb. Kalmus). Karl Wittgenstein gehörte zu den erfolgreichsten Stahlindustriellen der späten Donaumonarchie, und das Ehepaar Wittgenstein wurde zu einer der reichsten Familien der Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende. Der Vater war ein Förderer zeitgenössischer Künstler, die Mutter eine begabte Pianistin. Im Palais Wittgenstein verkehrten musikalische Größen wie Clara SchumannGustav MahlerJohannes Brahms und Richard Strauss.
Wittgenstein wurde katholisch erzogen. Er selbst wie auch seine Geschwister zeichneten sich durch außerordentliche musische und intellektuelle Fähigkeiten aus. Ludwig Wittgenstein spielte Klarinette. Sein Bruder Paul verlor im Ersten Weltkrieg den rechten Arm und machte dennoch als Pianist Karriere. Diesen Talenten stand eine problematische psychische Konstitution gegenüber: Drei seiner sieben Geschwister begingen Selbstmord (Hans, Rudolf, Kurt). Auch Wittgenstein zeigte, insbesondere nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, depressive Züge. Im Kontakt zu anderen soll er teils autoritär und rechthaberisch, teils auch übersensibel und unsicher gewirkt haben.Ein entfernter Großcousin von Wittgenstein war der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich August von Hayek.
Wittgensteins intellektuelle Erziehung begann mit häuslichem Privatunterricht in Wien. Ab 1903 bis 1906 besuchte er die K. k. Staats-Realschule in LinzAdolf Hitler hat die Schule davor von 1900 bis 1904 besucht. Am 28. Oktober 1906 immatrikulierte Wittgenstein sich an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Ursprünglich hatte er bei Ludwig Boltzmann in Wien studieren wollen. Für Berlin entschied sich Wittgenstein, weil sein Realschulzeugnis ihm die Einschreibung an der Universität erst nach einem weiteren Studium erlaubte. Dort beschäftigte sich Wittgenstein, so seine Schwester Hermine in ihren Familienerinnerungen, „viel mit flugtechnischen Fragen und Versuchen. [Und weiter:] Zu dieser Zeit oder etwas später ergriff ihn plötzlich die Philosophie, d. h. das Nachdenken über philosophische Probleme, so stark und so völlig gegen seinen Willen, dass er schwer unter der doppelten und widerstreitenden inneren Berufung litt und sich wie zerspalten vorkam.“
Nach dem Abschlussdiplom als Ingenieur 1908 ging Wittgenstein nach Manchester, wo er an der Universitätsabteilung für Ingenieurwissenschaften versuchte, einen Flugmotor zu bauen. Diesen Plan gab er jedoch bald auf. Danach arbeitete er an „Verbesserungsvorschlägen für Flugzeugpropeller“, einem Projekt, für das er am 17. August 1911 ein Patent erhielt. Schließlich dominierte die Philosophie: Nicht zuletzt auf Anregung Gottlob Freges, den er 1911 in Jena besuchte, nahm Wittgenstein ein Studium in Cambridge am Trinity College auf, wo er sich intensiv mit den Schriften Bertrand Russellsbeschäftigte, insbesondere mit den Principia Mathematica. Sein Ziel war es, wie bei Gottlob Frege die mathematischen Axiome aus logischen Prinzipien abzuleiten. Russell zeigte sich nach den ersten Begegnungen nicht beeindruckt von Wittgenstein: „Nach der Vorlesung kam ein hitziger Deutscher, um mit mir zu streiten […] Eigentlich ist es reine Zeitverschwendung, mit ihm zu reden.“ (16. November 1911.) Doch nach nicht einmal zwei Wochen sollte sich Russells Meinung ändern: „Ich fange an, ihn zu mögen; er kennt sich aus in der Literatur, ist sehr musikalisch, angenehm im Umgang (ein Österreicher), und ich glaube, wirklich intelligent.“[1] Schon bald hielt Russell Wittgenstein für höchst talentiert, und Russell war schließlich der Meinung, Wittgenstein sei geeigneter als er, sein logisch-philosophisches Werk fortzuführen. Russell urteilte über ihn
[Wittgenstein was]... one of the most exciting intellectual adventures [of my life]. ... [He had] fire and penetration and intellectual purity to a quite extraordinary degree. ... [He] soon knew all that I had to teach.
His disposition is that of an artist, intuitive and moody. He says[,] every morning he begins his work with hope, and every evening he ends in despair.His disposition is that of an artist, intuitive and moody. He says[,] every morning he begins his work with hope, and every evening he ends in despair.„[Wittgenstein war] ... eines der erregendsten intellektuellen Abenteuer [meines Lebens]. ...[Er hatte] Feuer und Eindringlichkeit und eine intellektuelle Reinheit in einem ganz außerordentlichen Ausmaß. ... Nach kurzer Zeit wusste [er] alles, was ich beizubringen hatte.Seine Verfassung ist die eines Künstlers, intuitiv und launisch. Er sagt von sich, dass er jeden Morgen voller Hoffnung beginne, aber jeden Abend in Verzweiflung ende.“– Bertrand Russell[2]
Unter anderem mit Russells Unterstützung wurde Wittgenstein im November 1911 in die elitäre Geheimgesellschaft Cambridge Apostles gewählt. In David Pinsent fand er dort seinen ersten Geliebten.[3] Sie erwarben gemeinsam ein Holzhaus in Skjolden in Norwegen, wo Wittgenstein 1913 für einige Monate an einem System der Logik arbeitete. Dass Wittgenstein homosexuell war, hatte zuerst sein Biograph William Warren Bartley 1973 auf Grund von Aussagen anonymer Freunde Wittgensteins und zweier in Geheimschrift verfasster Tagebücher öffentlich gemacht.[4]
Ab 1912 begann Wittgenstein mit Arbeiten an seinem ersten philosophischen Werk, der Logisch-philosophischen Abhandlung, die er bis 1917 in einem Tagebuch als Notizen festhielt. Auch während seiner Zeit als österreichischer Freiwilliger im Ersten Weltkrieg beschäftigte er sich weiter damit, bis er das Werk schließlich im Sommer 1918 vollendete.[5] Es erschien jedoch erst 1921 in einer fehlerhaften Version in der Zeitschrift Annalen der Naturphilosophie. 1922 wurde schließlich eine zweisprachige Ausgabe unter dem heute bekannten Titel der englischen Übersetzung veröffentlicht: Tractatus Logico-Philosophicus. Abgesehen von zwei kleineren philosophischen Aufsätzen und einem Wörterbuch für Volksschulen blieb die Logisch-philosophische Abhandlung das einzige zu Lebzeiten veröffentlichte Werk Wittgensteins.
Im Rahmen seiner Kontakte zu der von Ludwig von Ficker herausgegebenen Kulturzeitschrift Der Brenner und dem Innsbrucker „Brenner-Kreis“ lernte Wittgenstein Werke des Dichters Georg Trakl kennen. Im Juli 1914 beschloss Wittgenstein, sein beachtliches Erbe für wohltätige Zwecke zu verwenden. Gefördert wurde unter anderem Trakl mit einer einmaligen Summe von 20.000 Kronen. Auch war Wittgenstein indirekt in das Geschehen um den Tod Georg Trakls involviert. Auf Bitten Trakls, der sich nach einem Selbstmordversuch in einem Krakauer Garnisonsspital befand, reiste Wittgenstein am 5. November 1914 nach Krakau, um Trakl zu besuchen. Trakl war jedoch zwei Tage vor Wittgensteins Eintreffen in Krakau gestorben.[6]
Im Ersten Weltkrieg kämpfte Wittgenstein als österreichischer Soldat an der Ostfront in Galizien. Durch die guten familiären Kontakte nach England - insbesondere zu Bertrand Russell - war Wittgenstein durch den Vatikan, Freunde im neutralen Norwegen und der Schweiz in der Lage, mit Freunden auf der „anderen Seite“ in Briefkontakt zu bleiben. Bei Kriegsende wurde er bei Asiago von den Italienern gefangengenommen und in das Offiziersgefängnis in Monte Cassino gebracht. Sein englischer Freund John Maynard Keynes konnte sich als Mitglied der Friedenskonferenz in Paris für seine Freilassung einsetzen. Auch mit seinem Vetter, dem späteren Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, mit dem er in Österreich und England in Kontakt stand, blieb er in Verbindung. Nach der Lektüre der Kurzen Darlegung des Evangeliums von Leo Tolstoi äußerte er gegenüber dem Freund Franz Parak den Wunsch, in Zukunft Kinder das Evangelium zu lehren. Durch die Schrecken des Krieges wurde er vom Logiker zum Mystiker im Sinne der „negativen Theologie“. So reifte in ihm der Plan, Volksschullehrer zu werden. (Ludwig Wittgenstein, Leben und Werk, Wikipedia, abgerufen am 05.04.2017)
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Zu dieser „Wiener Ausgabe“ kann man nur gut wienerisch sagen: „Na servas“ (ein Ausdruck großen Unglaubens und großer Bewunderung).

Die Suhrkamp-Bände sind vergnüglich lesbarer Text für die ernsthaften Lesens Kundigen, also doch für ziemlich einige. Die Springer-Bände, einer liegt schon vor, bieten ein minderheitlicheres Vergnügen. Indem sie die ungekürzte Fülle und das Gewimmel der Varianten hemmungslos darbieten, geraten sie zur Partitur einer Wittgenstein-Musik, die bisher unerhört war, voll des Zaubers der Wiederholung, Leidenschaft mal Mathematik, Todesernst mal Ironie, Fortschreiten quer durch Widersprüche bis zum Gegenteil hin und wieder retour.

Die Wittgenstein-Bände bei Suhrkamp, rügt Nedo, „vom Umfang ca. 20 Prozent seines Werkes ... greifen ... interpretierend in den Textbestand selbst ein und entsprechen so nicht den Kriterien der philosophischen Texttreue“. Nur seine Ausgabe, sagt Nedo, genüge der Wittgensteinschen Forderung (1945), „daß darin die Gedanken von einem Gegenstand zum anderen in einer natürlichen und lückenlosen Folge fortschreiten sollen ... gleichsam eine Menge von Landschaftsskizzen, die auf diesen langen und verwickelten Fahrten entstanden sind“.

Das heißt: Man kann Wittgenstein nur dann richtig verstehen, wenn man alle 30 000 Seiten Nachlaß gelesen hat; Weil man die aber nicht alle richtig lesen kann, kann man Wittgenstein auch nicht richtig verstehen. Daran ändert sich natürlich nichts, wenn Michael Nedos Titanen-, Sisyphus, Ariadne- und so weiter -Werk tatsächlich gelingen sollte, im Gegenteil, je genauer und umfangreicher Nedo ediert, desto schlimmer wird’s.

Wittgenstein aber hat vorgesorgt. 1943, bei einer geplanten Neuausgabe des „Tractatus logico-philosophicus“ ersetzte er das bisherige Motto – aus Hertz, Prinzipien der Mechanik, einen beruhigenden Satz, wie man „schmerzende Widersprüche entfernt“ – durch ein gegenteiliges Motto von Nestroy: „Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.“

Eben.

mehr:
- Wittgenstein, ein Nestroy der Philosophie. Bemerkungen zur monumentalen „Wiener Ausgabe“ seines Nachlasses: Das Unaussprechliche ist unaussprechlich (Günther Nenning, ZON, 18.11.1994)
dazu auch:
- Philosophie: Woran Österreich sparen möchte (Andreas Wang, ZON, 15.01.2004)
- Studenten von früher: Ludwig Wittgenstein (Jan Greve, ZEIT Campus, 26.04.2016)
- Verbindungen I – 1905 (Post, 2009)

siehe auch:
- Taschenbuch: Beredtes Schweigen (Franz Schuh, ZON, 09.12.2016)
- "Ex Machina": Ach Mensch, Maschine (Daniel-C. Schmidt, ZON, 20.04.2015)
- Philosophie: Ganz kranke Familie (Eberhard Straub, ZON, 26.11.2009)
Philosophie: Der Sprengmeister (Thomas Assheuer, ZON, 24.11.2009)
- Medea und Wittgenstein: Zu einer Paolozzi-Ausstellung in der Düsseldorfer Kunsthalle (Gottfried Sello, ZEIT, 06.12.1968)

Bertrand Russell on Ludwig Wittgenstein {0:56}

Chris Swift
Veröffentlicht am 10.04.2012
Bertrand Russell on Ludwig Wittgenstein. The clip came from an episode of the BBC Radio 4 show "Great Lives", The whole show is still available online here: http://www.bbc.co.uk/programmes/b0184rgn


Wittgenstein: A Wonderful Life (1989) {48:53}

Veröffentlicht am 04.09.2015
From VHS. A BBC 'Horizon' film about the remarkable life of the Austrian philosopher Ludwig Wittgenstein. He was born in Vienna in 1889 and died in Cambridge in 1951, having turned philosophy upside down and inside out...

Ludwig Wittgenstein - Die Wahrheit der Worte (2002) {40:21}

Veröffentlicht am 18.08.2016
"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." Ludwig Wittgenstein
Ludwig Wittgenstein (1889-1951) war ein österreichisch-britischer Philosoph. Er lieferte bedeutende Beiträge zur Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins. Seine beiden Hauptwerke Logisch-philosophische Abhandlung (Tractatus Logico-Philosophicus 1920) und "Philosophische Untersuchungen" (1953, postum) wurden zu wichtigen Bezugspunkten zweier philosophischer Schulen, des Logischen Positivismus und der Analytischen Sprachphilosophie.
Im Jahr 1920 erschien das im Ersten Weltkrieg entstandene Werk "Traktatus Logico-Philosophicus", mit dem ein junger Philosoph namens Ludwig Wittgenstein glaubte, die Probleme der Philosopie gelöst zu haben. Als er sich jedoch in den Zwanzigerjahren anderen Pragmatischen Dingen zuwandte, als Gärtner, Architekt und Lehrer arbeitete, veränderte sich seine philosophische Position. Nicht mehr die mathematisch-exakte Beweisführung von sinnvollen und sinnlosen Aussagen beschäftigte ihn, sondern die Vielfältigkeit der Sprachwendungen im Alltag. Diese beiden extrem unterschiedlichen Positionen bilden den Keim dieses Films zu Ludwig Wittgenstein. Die Darstellung seines Lebens, verbunden mit entsprechenden Filmaufnahmen aus Wien, Niederösterreich und Cambridge, verdeutlicht die Spannung zwischen Früh- und Spätwerk. Hierzu und zur Bedeutung der Philosophie Wittgensteins im 20. Jahrhundert kommen Experten zu Wort (2002).
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Dienstag, 3. Mai 2016

Hochbegabung ist ein Mythos

Um das Konzept der „Intelligenz“ tobt ein Glaubenskampf. Anhand vermuteter kognitiver Fähigkeiten werden ganze Geschlechter, Ethnien oder Nationalitäten beurteilt. Unser Autor Patrick Zimmerschied zählt zu den Menschen mit dem höchsten IQ weltweit – und hält das Bohei um Hochbegabung für Quatsch


In den Medien und im Bildungsbereich wird oft großes Aufsehen um Hochbegabte gemacht. Der Kult ging sogar so weit, dass in der Zeit, als es Studiengebühren in Deutschland gab, junge Studenten mit einem IQ von über 130 an manchen Universitäten von den Zahlungen befreit waren.
mehr:
- Hochbegabter sagt: Hochbegabung ist ein Mythos (Patrick Zimmerschied, Cicero, 26.04.2016)

Dienstag, 8. Dezember 2015

Nietzsches Kindheit

Frühe Kindheit (NietzscheSpuren)
Friedrich Nietzsche. Lebensstationen in Mitteldeutschland (1) – 1844-1849: Kindheit in Röcken (Klaus Horn, Perspictuitas)
Der junge Nietzsche ( Helmut Walther (Nürnberg), überarbeitete und erweiterte Fassung eines Vortrages vom 08.05.2002 vor der Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg)
Der Vater wird als sehr begabt und pflichtbewußt geschildert; auch war er sehr musikalisch und spielte ausgezeichnet Klavier, insbesondere in freier Improvisation; dieses Erbteil hat sein Sohn offenbar von ihm mitbekommen, der den Vater schon als einjähriges Kind bewußt am Klavier hörte, was ihm zeitlebens unvergeßlich blieb. Die Mutter Franziska, die gerade noch mit Puppen gespielt hatte, soll ein "Wildfang" und dabei sehr hübsch gewesen sein – so hatte sie den bereits gesetzten und etwas förmlichen, in familiäre und berufliche Pflichten eingebundenen Karl Ludwig sogleich unwiderstehlich angezogen. […] schildert der Vater in einem Brief 1846 (Friedrich war also gerade mal zwei Jahre alt!): "Bruder Fritz ist ein wilder Knabe, den manchmal allein der Papa noch zur Raison bringt, sintemalen von diesem die Ruthe nicht fern ist; allein jetzt hilft ein Anderer mächtiger miterziehen, denn das ist der liebe heilige Christ, welcher auch bei dem kleinen Fritz schon Kopf und Herz ganz eingenommen hat, daß er von nichts Anderem sprechen und hören will als vom >heile Kist!<"(11)
Nach dem Tod des Vaters 1849 und des jüngeren Bruders Ludwig Joseph (1848–1850) zog die Familie nach Naumburg. Der spätere Justizrat Bernhard Dächsel wurde formal zum Vormund der Geschwister Friedrich und Elisabeth bestellt. Von 1850 bis 1856 lebte Nietzsche im „Naumburger Frauenhaushalt“, das heißt zusammen mit Mutter, Schwester, Großmutter, zwei unverheirateten Tanten väterlicherseits und dem Dienstmädchen.  [Friedrich Nietzsche, Jugend (1844–1869), Wikipedia], Wikipedia-Absatz zur Aufrechterhaltung des zeitlichen Ablaufs von mir eingefügt]
[der Doktor] ... hatte ein gr. Pläsier an dem kräftigen Knaben, als er aber nach den Jahren noch nicht sprechen konnte, sagte ich so beiläufig einmal zu ihm ‚nur daß er noch nicht sprechen will‘, darauf sagte er ‚ja sie geben zu sehr auf seine Zeichen acht wie er seinem Willen ausdruck giebt‘ u. so that ich dies von da an nicht mehr." ... "Kurz die Biographie ist ‚Wahrheit u. Dichtung‘".(8) Die Schwester schildert ihn jedenfalls als "sehr leidenschaftlich, was er aber später nicht gern hörte, da er der Nietzsche’schen Familientradition gemäß sich früh zu beherrschen lernte."(9) Nun, diese "Selbstbeherrschung" fällt nicht vom Himmel; im Pfarrhaus gab es verschiedene "Beruhigungsmittel" für das leidenschaftliche, aber noch "sprachlose" Kind: Schrie es aus unbestimmten Gründen, wurde der Vater zum "Musikmachen" gebeten, und sogleich wurde "Fritzchen mäuschenstill, setzte sich aufrecht in seinem kleinen Wagen und verwandte kein Auge von dem Spielenden."(10)

Schleichender Irrsinn (SPIEGEL, 11.07.1983)
Nietzsches Krankheit: Genie und Wahnsinn (Deutsches Ärzteblatt, 11.06.2008)
Berühmte psychisch kranke Persönlichkeiten (Kompetenznetz Schizophrenie, 16.04.2013)
Genie, Irrsinn und Ruhm, Band 7 – Die Philosophen und Denker (Lange-Eichbaum, Kurth, gekürzt, f-nietzsche.de)
Störung der Explikation (2. Wurzel) (aus Moldzio, Schizophrenie, eine philosophische Erkrankung?, S. 132, googlebooks)
Wissen und Bewältigung – Grundkurs Psychose (Lampert, Psychiatrie-Dienste Süd, PDF-Version einer PowerPoint-Präsentation)

Nietzsches Kindheit 1/3: Die Bösen sind die Guten (Alice Miller) [10:25]

Veröffentlicht am 22.07.2015

Nietzsches Kindheit - wie lebte Friedrich Nietzsche, was waren seine prägenden Einflüsse? Psychoanalyse eines Genies - Lebenslinien und Werkvergleich

Philosophie konkret: Nietzsche und die Psychoanalyse - Hat Alice Miller Recht? [11:13]

Veröffentlicht am 24.07.2015
Philosophin Claudia Simone Dorchain über Alices Millers Versuch, Nietzsches Werk "Der Antichrist" in psychoanalytischer Manier aus prägenden Erlebnissen seiner frühen Kindheit abzuleiten.

Dorchain ist der Ansicht, dass die Psychoanalyse zu ehrgeizig und grundlos zu selbstgewiss ist im Verkünden vermeintlicher Herleitungen von Werkinhalten aus biographischen Lebenslinien. Nietzsches Werk sei keinesfalls auf frühkindliche Prägungen zurückzuführen im Sinn einer Erklärung desselben.

Nietzsches Hass auf Theologen und das Christentum im Allgemeinen sei mehr als eine zornige Reflektion seiner frühen Lebensbedingungen, sei auch ein Hass auf alles, was er als "Unnatur" empfindet. Seine Frage lautet: warum definiert sein Zeitalter, das späte 19. Jahrhundert, soviel Unnatur - Heuchelei, Doppelmoral, Verleugnung des Körpers, Prüderie - als guten Ton?

Als einen Urheber der gesellschaftlichen Heuchelei entlarve Nietzsche das Christentum, insbesondere in seiner asketisch-bigotten Form ausgelegt. Doch seine Religionskritik ginge weiter als Institutionenkritik, er verstünde sich als Zerstörer im Geiste eines aufgeklärten Humanismus - und zuletzt sei Nietzsche stets größer als seine Interpretatoren, insbesondere die psychoanalytischen.
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mein Kommentar: 
Hergottnochmal, was soll denn dieses überhöhende Geschwurbel: zuletzt sei Nietzsche stets größer als seine Interpetatoren? Wird das von irgendjemandem infrage gestellt?

Sonntag, 16. November 2014

Von einem der größten Mathematiker zum Esoteriker

Wer pittoreske Anekdoten liebt, ist wohl beraten, sich mit der Geschichte der Mathematik zu beschäftigen. Da wäre Pierre Fermat, der die Jagd auf das berühmteste Problem der Zahlentheorie eröffnete, indem er an den Rand eines Buches kritzelte, dass er einen Beweis habe, aber leider reiche der Platz nicht, ihn hier niederzuschreiben (der Beweis konnte bekanntlich erst rund 350 Jahre später geliefert werden); da wäre Évariste Galois, der mit zwanzig Jahren am frühen Morgen des 31. Mai 1832 bei einem Duell starb, nachdem er die Nacht damit zugebracht hatte, fieberhaft unter anderem seine mathematischen Ideen niederzuschreiben (seine Galois-Theorie erlaubte endlich den Beweis, dass die Winkeldrittelung und die Würfelverdopplung mit Lineal und Zirkel nicht durchführbar sind). Da wäre Grigori Perelman, der die Poincaré-Vermutung bewies, aber weder das Preisgeld in Höhe von einer Million Dollar haben wollte noch die Fields-Medaille (das Nobelpreis-Äquivalent der Mathematiker). Aber kein Mathematiker hinterließ einen reicheren Schatz an Anekdoten, als der am 13. November verstorbene Alexander Grothendieck.

Nicht nur das Leben, sondern bereits Herkunft und Kindheit von Grothendieck waren von Gegensätzen geprägt. Sein Vater Alexander Schapiro stammte aus ultraorthodox-jüdischer Familie, wurde Anarchist, verbrachte mehr als zwölf Jahre in zaristischen Kerkern, verlor dabei einen Arm und floh schließlich nach Berlin, wo er Johanna Grothendieck kennenlernte und seinen Sohn Alexander zeugte, den späteren Mathematiker. Der Vater und die Mutter gingen nach der Machtergreifung erst nach Frankreich, dann ins republikanische Spanien. Nach Francos Sieg kehrten sie nach Frankreich zurück. Von dort aus wurde Alexander Schapiro 1942 nach Auschwitz verschleppt, wo man ihn ermordete.

mehr:
- Von einem der größten Mathematiker zum Esoteriker (Telepolis, 16.11.2014)
Jahrhundert-Mathematiker Grothendieck in Südfrankreich gestorben (ZEIT, 14.11.2014)
Mathematik - In höheren Dimensionen (ZEIT, 28.03.2008) siehe auch die Kommentare
Jahrhundert-Mathematiker Grothendieck gestorben (Welt, 14.11.2014) 
- Wer ist Alexander Grothendieck? (Scharlau Online, Datum unbekannt) 
Alexander Grothendieck 1928-2014 (Thilo, Science Blogs, 14.11.2014) 
Alexander Grothendieck: hommage zum 80. Geburtstag (Weingut Lisson, 30.03.2008
Alexander Grothendieck † (Matroids Matheplanet, 14.11.2014
Geometrie und Revolte – Die radikale Wende im Leben des Mathematikers Alexander Grothendieck (Agnes Handwerk, Deutschlandradio Kultur, 26.03.2008
- Colloque Grothendieck (Winfried Scharlau, Video erfaßt am 14.01.2009, an dieser Stelle noch mehr Links zu IHES-Vorträgen über Grothendieck)

Alexander Grothendieck, sur les routes d'un génie. [1:57]

Veröffentlicht am 24.09.2013
Bande annonce du documentaire réalisé par Catherine Aira et Yves Le Pestipon.
The documentary is available with english subtitles.
To buy DVD use this link:
http://www.lastree.net/log/2014/06/gr...
DVD en vente , in sale : catherine.aira@gmail.com

Grothendieck est un inconnu célèbre qui fait infiniment parler, surtout depuis son silence. Ce très grand mathématicien de la seconde moitié du vingtième siècle a interrompu ses recherches pour émettre une protestation éthique, puissamment visionnaire contre les conditions actuelles de la science, et, plus largement, contre l'homme tel qu'il semble se corrompre. Il s'est retiré du monde. Le film vise à montrer les effets de ce retrait sur des individus divers, qui sont des mathématiciens, des paysans, des poètes, des aventuriers de la spiritualité...Loin de faire un portrait en pied du grand homme, il met en œuvre les recherches hasardeuses qui ont mené quelques individus vers Grothendieck, dont ils ne savaient d'abord rien, et dont le retrait et la puissance ne cessent de les interroger. La France actuelle, l'histoire de l'Europe, le statut de la science, la question de la fin des temps se trouvent embarqués dans cette quête.

Durée ; 52 mn
Réalisation : Catherine Aira avec l'aide d'Yves Le Pestipon
Producteur : K productions
Principaux intervenants : Pierre Cartier, Denis Favennec, Yves Le Pestipon, Pierre Lochak, Jean-Paul Malrieu, Jean-Pierre Nizet, Max Pelous, Emmanuel Riboulet, Winfried Scharlau, Leila Schneps...
Musique : François Remigi du groupe Abberline

Alexandre Grothendieck: On the Paths of a Genius

Grothendieck is an illustrious unknown who makes himself talked about to an infinite
extent, especially since his silence. This very great mathematician of the second half of the
twentieth century interrupted his research to make a powerfully visionary moral protest against the current conditions of science, and more broadly against the corrupted state of mankind. He withdrew from the world.
The film aims to show the effects of this withdrawal on various individuals:
mathematicians, peasants, poets, and spiritual adventurers. Far from painting a full-length
portrait of the great man, it depicts the chance discoveries that led them to Grothendieck, a man of whom they initially knew nothing, and whose self-imposed seclusion and power has never ceased to intrigue them. The current state of France, the history of Europe, the place of science in the world, and the question of the end of time are all implicated in their quest.
The film has already had successful showings in universities, at the Novela science
festival, on Toulouse television, and elsewhere. It will soon be shown in Nantes, Toulouse,
Montpellier, and Montreal.
The trailer is here: http://www.youtube.com/watch?v=UO5Kgn...
For all information contact Catherine Aira at:
catherine.aira@gmail.com
Or Yves Le Pestipon: y.lepestipon@free.fr
Length: 1 hour, 40 minutes.

Alexandre Grothendieck dies at 86 - Alexandre Grothendieck meurt - RIP [2:24]

Veröffentlicht am 14.11.2014
Grothendieck, eccentric maths genius, dies in France
Phys.Org‎ - 2 hours ago
Alexander Grothendieck, one of the great eccentric geniuses of 20th century mathematics, has died in France at the age of 86.
Alexander Grothendieck has died | Hacker News
Hacker News - Y Combinator‎ - 15 hours ago
Alexander Grothendieck, 20th century's foremost maths genius, dead at 86
Malay Mail Online‎ - 4 hours ago
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Grothendieck, eccentric maths genius, dies in France
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Alexandre Grothendieck : mort d'une légende des ...
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sbseminar.wordpress.com/2014/11/13/groth­endieck-1928-2014/
16 hours ago - http://www.liberation.fr/sciences/201....


Ich möchte versuchen, die Ursachen für dieses abrupte Ende einer so erstaunlich fruchtbaren Karriere im Alter von 42 Jahren zu analysieren. Als Grund wurde angegeben, dass er entdeckt hatte, dass das Verteidigungsministerium das Institut finanziell unterstützt hatte [...] Um die Heftigkeit seiner Reaktion zu verstehen, muss man seine Vergangenheit und die politische Situation dieser Zeit in berücksichtigen. Er ist der Sohn eines militanten Anarchisten, der sein ganzes Leben der Revolution widmete. Es war ein Vater, von dem er nur wenig direkt wusste: Er kannte ihn hauptsächlich aus den vergötternden Erzählungen seiner Mutter. Seine ganze Kindheit lebte er als Ausgestoßener, und viele Jahre war er ein Flüchtling [displaced person], [...] Er fühlte sich immer unwohl, wenn er die „feineren“ Örtlichkeiten besuchte, und war viel ungezwungener unter den Armen und zu kurz Gekommenen. Die Solidarität mit den Ausgestoßenen hatte in ihm ein starkes Mitgefühl erzeugt. Er lebte nach seinen Überzeugungen, und sein Haus stand für Gestrandete immer weit offen. Schließlich kam es so weit, dass er Bures als einen goldenen Käfig ansah, der ihn vom wirklichen Leben fernhielt. Zu diesen Gründen kamen noch psychische Krisen, Zweifel an dem Wert seiner wissenschaftlichen Aktivitäten. Schon 1957, währen eines Bour-baki-Kongresses, vertraute er mir seine Zweifel an und sagte mir, dass er über andere Aktivitäten als Mathematik nachdächte.6 Man sollte vielleicht auch das wohlbekannte Nobelpreis-Syndrom in Betracht ziehen. Nach dem Moskauer Kongress, auf dem er die Fields-Medaille erhielt, arbeitete er an dem letzten (entscheidenden) Schritt zum Beweis der Weil-Vermutungen, und er begann vielleicht zu ahnen, dass es Deligne erfordern würde, um das Programm, das er für sich selbst aufgestellt hatte, im Jahr 1974 zu vollenden, und vielleicht ging ihm auch der fatale Gedanke durch den Kopf, dass im Alter von 40 Jahren die mathematische Kreativität nachlässt, dass der Zenith dann überschritten ist und dass er sich nur noch mit abnehmender Effizienz selbst wiederholen kann.
Der Zeitgeist hatte auch einen starken Einfluss. Das Desaster des Vietnam-Krieges von 1963 bis 1974 hatte viele Gewissen wachgerüttelt.


(P. Cartier, zitiert in Wer ist Alexander Grothendieck?, Scharlau Online, Datum unbekannt, sehr lesenswert!)

Mittwoch, 20. August 2014

Wo Begabte sich verlieben

--> In den USA gibt es jetzt ein Dating-Portal für die hochintelligenten Mitglieder der Organisation Mensa. Ein Gespräch mit dem Marketingleiter John McGill
DIE ZEIT: Besteht die Hochbegabten-Organisations Mensa aus lauter Nerds – ein IQ von über 130 Punkten, aber null soziale Fähigkeiten?
McGill: Nun, bei unseren Veranstaltungen habe ich nie das Gefühl, dass dem so ist. Unsere Mitglieder tun sich dort nicht besonders schwer, mit anderen ins Gespräch zu kommen.
ZEIT: Also ist es nur ein Klischee, dass Hochbegabte Kontaktschwierigkeiten haben?
McGill: Klar, manche sind nicht so gut darin, auf andere zuzugehen. Viele Hochbegabte wurden in ihrer Jugend stigmatisiert, zum Beispiel von ihren Klassenkameraden ignoriert oder gemobbt. Das prägt natürlich. Sie haben deshalb gelernt, ihr Anderssein und auch ihre Fähigkeiten zu verstecken, um besser zu den anderen zu passen. Oder sie ziehen sich komplett zurück. Das macht die Partnersuche kompliziert.
ZEIT: Brauchen Sie deswegen gleich eine eigene Partnerbörse, wie sie das bei Mensa USA jetzt anbieten?
McGill: Wir haben unsere Mitglieder gefragt, und Ihr Interesse an einer Partnerbörse war sehr hoch. Ich denke nicht, dass sie die Dating-Seite wirklich brauchen. Aber es ist eine gute Chance für Sie, Leute mit ähnlichen Interessen kennen zu lernen.
ZEIT: Gibt es nicht eher um einen ähnlichen Intelligenzquotienten?
McGill: Auch das ist ein Gemeinsamkeit. Wenn man ein nach einem Partner sucht, ist es gut, zu wissen, worin man sich ähnlich ist.
ZEIT: Spricht man auf einer Party nicht er denjenigen an, den man am attraktivsten findet?
McGill: Wer zu wem passt, hängt davon ab, was einem in einer Beziehung wichtig ist, und was man an einer Person attraktiv findet. Das kann natürlich auch das Aussehen sein. Viele Studien zeigen aber, dass Intelligenz bei der Partnersuche eine große Rolle spielt.
ZEIT: Wir kennen wer kann die Dating-Seite MensaMatch, die sie zusammen mit dem Portal Match.com aufgebaut haben, nutzen?
McGill: All unsere 50.000 Mitglieder in den USA. Zusätzlich kann jeder, der bei Match.com angemeldet ist, auf seinem Profil angeben, dass er sich für Mensa-Mitglieder interessiert. So können unsere Mitglieder auch mit anderen Match.com-Mitgliedern in Kontakt kommen.
ZEIT: Wie viele Menschen haben sich schon über MensaMatch kennen gelernt?
McGill: Es ist noch viel zu früh, um sagen zu können. Ich weiß aber, dass bereits Tausende Mitglieder von Match.com auf ihren Profilen angegeben haben, dass sie sich für uns interessieren. Von unseren Mitgliedern haben sich bisher 800 auf der Dating-Seite registriert.
ZEIT: Hoffen Sie auch, durch die Seite neue Mitglieder zu werben? In den USA gibt es etwa 6 Millionen Menschen, die einen Mensa-adäquaten IQ haben.
McGill: Nein. Ich war sogar überrascht, wie viel Aufmerksamkeit wir durch diese Sache bekommen haben. Internationale Journalisten und Entertainer haben sich darüber lustig gemacht. Trotzdem wissen wir noch nicht, ob sich wegen der Dating-Seite neue Mitglieder bei uns melden werden.
ZEIT: Bei Mensa Deutschland haben sich einige Hochbegabten-Pärchen bei gemeinsamen Vereinsaktivitäten kennengelernt. Ist das in den USA nicht möglich?
McGill: Doch. Wir bieten viele Veranstaltungen an, das geht von Vorträgen, etwa über den Weltraum, bis hin zu Schnorchelkursen, auf denen man natürlich auch potentielle Partner kennen lernen kann. Heute lernen sich aber immer mehr Menschen online kennen. Das können unsere Mitglieder jetzt eben auch.

Das Gespräch führte Leonie Seifert
Hochbegabte: Wo Begabte sich verlieben, aus ZEIT 34/2014

Aus dem Leben eines Hochbegabten – Maximilians Welt [22:23]
Veröffentlicht am 27.04.2015
Der elfjährige Maximilian Janisch aus Meierskappel hat einen Intelligenzquotienten von 149+, das heisst, reizt die gängige Skala aus. Seine Leidenschaft gilt der Mathematik, in der er von seinem Vater, einem Mathematik-Professor im Ruhestand, gefördert wird. Einblicke in die Welt eines Hochbegabten.

Maximilian absolvierte die Primarschulzeit im Schnellzugstempo: Er übersprang drei Klassen und landete mit acht Jahren am Gymnasium Immensee, wo er ein Jahr später die Matura im Fach Mathematik absolvierte. Seine Klassenkameraden sind heute 14 und 15 Jahre alt.

Alle zwei Wochen fährt der Elfjährige mit seinem Vater an die Universität Zürich, wo ihm der renommierte Mathematik-Professor Camillo De Lellis ein speziell auf ihn zugeschnittenes Förderprogramm bietet. «Ausnahmetalente wie Maximilian sind gar nicht so selten – speziell ist seine Art der Förderung», sagt Maximilians Vater Thomas Drisch, der seinem Sohn jeden Abend die Übungsstunde «Mathe für Maximilian» angedeihen lässt.

«Moi, un phénomène? L’université à dix ans – facile!» – so lautet der Titel der Biographie, die Maximilian mit seinem Vater als Ghostwriter geschrieben hat. Reporterin Helen Arnet begleitet Maximilian und seinen Vater Thomas Drisch auf eine Buch-Promotionstour nach Paris, wo Interviews bei verschiedenen grossen Fernseh- und Radiostationen auf dem Programm stehen. Dabei erhält sie überraschende Einblicke in eine besondere Familienkonstellation.
aktualisiert am 14.10.2015


Freitag, 2. August 2013

Asperger-Autismus – So geht’s auch!

Jacob (Jake) Barnett Math and Science Prodigy on 60 Minutes {18:16}

Veröffentlicht am 28.04.2013
For speaking and book signing events: http://www.apbspeakers.com/speaker/kr...

mein Kommentar:
Ich denke, das dass Asperger-Syndrom zuerst einmal eine Ansammlung erstaunlicher Fähigkeiten beinhaltet. Inwieweit diese Menschen dann sozial kompetent sind, steht auf einem zweiten Blatt. Heißt: Nicht jeder Asperger (siehe »Monk«) muß sozial weniger kompetent sein. Wichtig ist einfach, daß Menschen mit solchen Fähigkeiten genügend soziale Ansprechpartner haben und sich und ihr So-Sein gewertschätzt fühlen dürfen.

mehr in:

- Jacob Barnett, 14-Year-Old With Asperger’s Syndrome, May Be Smarter Than Einstein (Huffingtonpost, 13.05.2013)

Jacob Barnett age 12 teaches calculus. His own lecture on Techniques of Integration. {9:14}


Hochgeladen am 02.11.2011
Jacob Barnett is an American math and science prodigy who overcame autism and began attending college classes at age 8. He is currently 13 and is a published researcher. In this lecture Jacob teaches some basic techniques from calculus on a "back of the house calculation". Jacob's origional theories in the field of astrophysics have been considered ground breaking and to have wide implications for math and science. These theories were developed at age 9 and 10. Jacob also has a charity at www.myjacobsplace.org

bei Youtube finden sich auch noch mehr Videos.

siehe auch:

- Temple Grandin (Wikipedia)

Inspiring Speech About Learning Differently - Temple Grandin On Autism [2:50]

Einbetten auf Anfrage deaktiviert

Grandin-Temple-Kurzreportage.mpg {6:10}


Hochgeladen am 14.02.2012
David Mörike
Kurzbericht über Temple Grandin - German short feature about Temple Grandin

Temple Grandin discusses Autism Spectrum Disorder on TED.com {19:44}

Veröffentlicht am 12.04.2013
"Grandin's books about her interior life as an autistic person have increased the world's understanding of the condition with personal immediacy -- and with import, as rates of autism diagnosis rise. She is revered by animal rights groups and members of autistic community, perhaps because in both regards she is a voice for those who are sometimes challenged to make themselves heard." From TED.com

Dr. Temple Grandin: "The Autistic Brain: Thinking Across the Spectrum" | Talks at Google {58:17}

Veröffentlicht am 18.01.2014
Dr. Temple Grandin comes to Google to talk about her book: The Autistic Brain: Thinking Across the Spectrum.

When Temple Grandin was born in 1947, autism had only just been named. Today it is more prevalent than ever, with one in 88 children diagnosed on the spectrum. And our thinking about it has undergone a transformation in her lifetime: Autism studies have moved from the realm of psychology to neurology and genetics, and there is far more hope today than ever before thanks to groundbreaking new research into causes and treatments. Now Temple Grandin reports from the forefront of autism science, bringing her singular perspective to a thrilling journey into the heart of the autism revolution.

Weaving her own experience with remarkable new discoveries, Grandin introduces the neuroimaging advances and genetic research that link brain science to behavior, even sharing her own brain scan to show us which anomalies might explain common symptoms. We meet the scientists and self-advocates who are exploring innovative theories of what causes autism and how we can diagnose and best treat it. Grandin also highlights long-ignored sensory problems and the transformative effects we can have by treating autism symptom by symptom, rather than with an umbrella diagnosis. Most exciting, she argues that raising and educating kids on the spectrum isn't just a matter of focusing on their weaknesses; in the science that reveals their long-overlooked strengths she shows us new ways to foster their unique contributions.

From the "aspies" in Silicon Valley to the five-year-old without language, Grandin understands the true meaning of the word spectrum. The Autistic Brain is essential reading from the most respected and beloved voices in the field.

Autism - How My Unstoppable Mother Proved the Experts Wrong: Chris Varney at TEDxMelbourne {17:55}

Veröffentlicht am 16.06.2013
Chris Varney is an advocate for children's rights. His advocacy began as a 16-year-old Youth Ambassador for World Vision during which he became active in anti-poverty campaigning. He went on to become National Co-Director of World Vision's youth movement and later, the 2009 Australian Youth Representative to the United Nations. As Youth Representative he put together a book Dear Kevin which helped catalyse many practical outcomes for vulnerable children and youth. For his efforts he has received the 2011 Monash University Student Alumni Award, the 2012 National Award for Youth in Advancing the Legal Rights and Interests of Children and Young People and the 2012 Future Justice Medal.

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About TEDx, x = independently organized event

In the spirit of ideas worth spreading, TEDx is a program of local, self-organized events that bring people together to share a TED-like experience. At a TEDx event, TEDTalks video and live speakers combine to spark deep discussion and connection in a small group. These local, self-organized events are branded TEDx, where x = independently organized TED event. The TED Conference provides general guidance for the TEDx program, but individual TEDx events are self-organized.* (*Subject to certain rules and regulations)

My life with Asperger's: Daniel Wendler at TEDxUniversityofArizona {18:05}

Veröffentlicht am 17.06.2013
How can we make sure everyone has a community where they feel accepted ? For many people -- the awkward, the shy, or the simply misunderstood -- life is a lonely experience, and good friends are hard to come by.

Daniel Wendler experienced this firsthand. He has Asperger's Syndrome, which is a neurological condition that prevented him from learning social skills naturally. Without the social skills to make friends or defend himself from bullies, Daniel grew up an outcast.

However, Daniel did not let his challenges define him. When he realized that his struggles were due to his lack of social skills, he decided to study social interaction like a foreign language. Over time, he manually taught himself the social skills that he was unable to learn automatically. He used his newfound skills to reach out to other "outsiders" and discovered the power of close relationships and genuine community.

Today, he works to share what he learned with others. He works as a social skills coach and runs an online resource -- www.improveyoursocialskills.com -- that has had over a quarter million visits. He believes that everyone deserves a place where they belong, and that all of us have something in common with the awkward kid sitting alone in the cafeteria.

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See the world through her Asperger eyes: Wendy Lampen at TEDxDelft {10:07}

Veröffentlicht am 12.12.2012
Wendy Lampen (Belgium, 1969 -- @lampadedromy) works as a lecturer for a university of applied sciences. She got diagnosed with Aspergers syndrome herself. Trained as a teacher in English, History and Ethics she later on worked with adolescents with autism in a school setting.

Next to being an MA in autism, she extensively studied neurotypical (non-autistic) behaviour in order to understand people better. It gave her insight into what really set her apart from (most of the) others: sensory processing and its ongoing processes and the way the two braintypes give meaning to the world they experience.

This hightend awareness made her start her own company with her (neurotypical) partner. From her international experience in how different cultures look at autism or 'disorders' in general, Wendy is an advocate for a neuro-divers society. She focusses on the competences and the possibilities of the different braintypes and how they each can contribute to a richer life.

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aktualisiert am 20.12.2017