Donnerstag, 23. August 2018

Michael Hochgeschwender | Prof. für Nordamerikanische Kulturgeschichte

Michael Hochgeschwender | Prof. für Nordamerikanische Kulturgeschichte | SWR1 Leute {30:34}

SWR1 Baden-Württemberg
Am 21.08.2018 veröffentlicht 
Er ist katholischer Theologe und Geschichtsprofessor, er hat einen Lehrstuhl für Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie an der Maximilians-Universität in München. Und Michael Hochgeschwender ist nicht nur ein gefragter Gesprächspartner wenn es um die Geschichte der USA geht, sondern auch um die Präsidentschaft des Donald Trump, um das Ende alter Sicherheiten und Gewissheiten und um eine bevorstehende neue Weltordnung.

Montag, 13. August 2018

Warum Beziehungen scheitern

Ich las kürzlich eine Studie des Paar-Forschers John Gottman über die Stabilität in Beziehungen. Er richtete eine Art kleiner Pension als Labor ein. Dort brachte er Paare für ein Wochenende unter, verkabelte sie für die Gewinnung physiologischer Messdaten und beobachtete ihre Reaktionen aufeinander. Mit 94-prozentiger Sicherheit kann er vorhersagen, ob Paare sich scheiden lassen werden. Eine eindrucksvolle Quote.

Gottman identifizierte zwei Phänomene, die hochinteressant sind. Das erste: Paare, die sich in Zukunft scheiden lassen werden, kommen in die Pension und sprechen ganz ruhig miteinander. Aber es ist eine angespannte Ruhe, wie ein Gehen auf Eierschalen. Obwohl sie ruhig miteinander reden, zeigen die physiologischen Messdaten, dass sie sehr erregt sind, so stark, als stünden sie einem Raubtier gegenüber.

In einer unglücklichen Beziehung betrachten sich die Partner sozusagen gegenseitig als Raubtiere. Ihre Worte dienen nicht der Kommunikation, sondern sollen vielmehr Angriffe verhindern und die Oberfläche ruhig halten. Was aber liegt unter der Oberfläche? Nach Freuds Auffassung liegt das Unbewusste darunter. Man kann auch sagen, dass das Kaputte und Verworrene darunter liegt, das, was sich nicht in eine vernünftige Form bringen ließ. Niemand will die Tür dorthin öffnen. Manche aber tun es – und zwar in Form einer Freud’schen Fehlleistung.

Und damit sind wir beim zweiten von Gottman beobachteten Phänomen. Angenommen, die Frau geht zum Fenster und sagt: „Oh, schau, da draußen ist ein Roter Kardinal!“ (also die seltene Vogelart mit dem ungewöhnlichen Aussehen). Das ist zunächst etwas Triviales. Aber es ist auch eine positive Bemerkung – zwanzig solche Bemerkungen davon täglich wären eine gute Dosis für die Beziehung. Der Mann hat nun zweimal zwei Möglichkeiten, zu reagieren.

Die erste: „Wer interessiert sich schon für deinen blöden Vogel!“

Die zweite: Genervtes, verächtliches Stöhnen – und dann geht er hin und schaut sich den Vogel an.

Die dritte: Er verzichtet zwar auf das verächtliche Stöhnen, verhält sich aber entsprechend.

Und die vierte: Er verhält sich wie ein zivilisierter Mensch, der mit jemandem interagiert, den er wirklich mag, schaut sich den verdammten Vogel an und freut sich darüber. Und das mit dem Maximum an Aufrichtigkeit, die er aufbringen kann.

mehr:
- Warum Beziehungen scheitern (Jordan B. Peterson , Achgut.com, 09.08.2018)

2015 Maps of Meaning 5: Narrative, Neuropsychology & Mythology III / Part 1 (Jordan Peterson) {2:09:05}

Jordan B Peterson
Am 06.02.2015 veröffentlicht 
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University of Toronto PSY434
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Sonntag, 12. August 2018

Behaviorismus – Psychologie ohne Bewusstsein (KenFM im Gespräch mit Klaus-Jürgen Bruder)


KenFM im Gespräch mit: Klaus-Jürgen Bruder ("Psychologie ohne Bewusstsein") {1:43:36}

KenFM
Am 11.08.2018 veröffentlicht 
Behaviorismus. Eine Wissenschaftsform, die das Verhalten von Lebewesen untersucht, ohne dabei dem Innenleben des Untersuchungsobjektes Rechnung zu tragen. Das Gehirn eines Menschen wird in den Modellen der Behavioristen als eine Art Black-Box dargestellt, welches auf einen bestimmten äußeren Reiz ein voraussehbares Reaktionsmuster abspult.
„Unsinn!“ könnte man als spiritueller Zeitgenosse nun entgegnen und auf das sich neuerdings in aller Munde befindende Bewusstsein verweisen. Ein nicht unberechtigter Einwand.
Allerdings lehrt uns ein Blick in die Geschichte, dass es scheinbar möglich ist, mittels verschiedener Konditionierungstechniken das Bewusstsein eines Menschen nahezu vollständig auszuschalten. Das erklärt auch, warum die Psychologie in ihren Ursprüngen eine von den Eliten geförderte Forschung war. Um effektiv Gehorsam zu schaffen, müssen die Herrschenden die Beherrschten besser kennen, als diese sich selber. Nur so können auf strikter Ungleichheit beruhende Herrschaftssysteme den Bevölkerungen als „alternativlos“ verkauft werden.
Wenn also heutzutage von einer wachsenden Schere zwischen arm und reich die Rede ist, müssten wir uns eigentlich fragen, wie es dazu kommen konnte, dass wir als Gesellschaft solche zum Himmel schreienden Ungerechtigkeiten mehr oder weniger widerstandslos als „normal“ hinnehmen. Offensichtlich sind uns die herrschenden Eliten noch immer einige Schritte voraus.
Ihre Druckventile, die vom Hartz-4-Empfänger über den „Einwanderer in die Sozialsysteme“ bis hin zu dem in Mesut Özil personifizierten Versagen „der Mannschaft“ bei der Fußball-WM reichen, werden noch immer allzu gerne angenommen, um angestauten Frust in systemerhaltende Bahnen zu lenken.
Wie kommen wir aus dieser Nummer raus? Der Psychologe Klaus-Jürgen Bruder liefert Denkansätze aus seinem Wissenschaftsgebiet und zeigt auf, dass das menschliche Gehirn weit mehr ist, als eine maschinenartige Black-Box. Dessen müssten wir uns nur bewusst werden.
Inhaltsübersicht:
0:04:47 Ist Gehorsam menschlich?
0:08:30 Behaviorismus
0:22:08 Künstlich erzeugte Realität durch Medien
0:24:31 Neusprech zu alten Themen und das Problem der Verdrängung
0:33:42 Gibt es Unterschiede zur großen Verdrängung in der NS-Zeit?
0:42:37 Der Alltag eines Therapeuten
0:49:32 Der „Schulz-Effekt“
1:05:35 Räume der Selbstbestimmung
1:16:27 Behaviorismus plakativ erklärt
1:25:51 Techniken, die das Bewusstsein ausschalten
1:34:25 Ist Zivilcourage eine Tugend?
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siehe auch:
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
- Wie gehen wir mit gemachter Realität um? (Post, 15.06.2014)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Beiträge zum Wahrheitsproblem (Universität Koblenz, Userpages, Verfasser und Datum unbekannt)

Dienstag, 7. August 2018

David Lynch – Ohne Worte

Porträt Regie-Altmeister David Lynch will, wenn ein neuer Film fertig ist, am liebsten nicht darüber reden. Filme nämlich, sagt er, sprechen ihre ganz eigene Sprache 

David Lynch lächelt selten auf Fotos. Seine Gesichtszüge sehen aus wie gemeißelt, die Statuen auf den Osterinseln könnten Pate gestanden haben. Er wirkt dabei nicht finster, eher wie einer, der viel grübelt. Gespitzte Lippen, hängende Augenlider: Lynch ist durch und durch der Altmeister im Winter seines Lebens. Seine Haartolle macht das Bild komplett; als wäre die üppige Locke mitten in einem abgründigen lynchischen Gedanken schockgefroren.

Seit 40 Jahren entführt Lynch sein Publikum aus malerischen Landstrichen in surreale Dimensionen, die von Dämonen, Doppelgängern und psychopathischen Mördern bevölkert werden. Er hat Bilder erschaffen, die einen nicht mehr loslassen: das wimmernde, entstellte Baby in Eraserhead, das abgetrennte Ohr in Blue Velvet, die blutige, schädelberstende Gewalt in Wild At Heart, die Atomexplosion in der Fortsetzung von Twin Peaks. Googelt man „David Lynch creepy“ (dt. gruselig), so erhält man 5,5 Millionen Treffer.

Lynch arbeitet in einem Atelier in den Hollywood Hills unweit des Mulholland Drive. Es ist an einem Hang gelegen über drei miteinander verbundenen Häusern, die ihm gehören. Lynch lebt zurückgezogen und verlässt nur selten sein kleines Reich. Ein Assistent führt mich durch das Gebäude – glatte Betonwände und Böden, deckenhohe Regale voller Videokassetten und CDs – und schließlich durch den Garten zu seinem Arbeitsraum.

mehr:
- Ohne Worte (Rory Carroll, der Freitag Ausgabe 27/2018)

Der Elefantenmensch - Englischer Trailer {3:12}

horrorfilmtrailer
Am 04.01.2012 veröffentlicht 

Dune (1984) - Trailer in HD (Fan Remaster) {3:10}

taas007
Am 07.07.2015 veröffentlicht 
The theatrical trailer recut in 1080p. Kept the original audio. Enjoy.
Notes:
01:11 Was unavailable, so I upscaled, color corrected, stabilized, regraine & removed film damage from the shot

Blue Velvet official rerelease trailer {1:42}

Park Circus
Am 01.03.2016 veröffentlicht 
Blue Velvet opens for a week run at Film Forum from 25 March 2016 with further 30th anniversary screenings in the US still to be announced. Blue Velvet is also set for a UK reissue in Autumn 2016.
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Dune (1984) - Trailer in HD (Fan Remaster) {3:10}

taas007
Am 07.07.2015 veröffentlicht 
The theatrical trailer recut in 1080p. Kept the original audio. Enjoy.
Notes:
01:11 Was unavailable, so I upscaled, color corrected, stabilized, regraine & removed film damage from the shot

Sonntag, 5. August 2018

Können Maschinen denken?

Der Turing-Test aus systemtheoretischer Perspektive

Alan Turing beantwortete diese Frage nicht unmittelbar, sondern indirekt über das mittlerweile praktisch durchführbare Gedankenexperiment eines "imitation game". Seine Antwort lautete, es könne zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass Maschinen (Computer) denken können, wenn sie Kommunikation, etwa als Wechselspiel von Fragen und Antworten, derart gut imitieren, dass (durch Menschen) mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht entschieden werden kann, ob fragliche Kommunikation maschinell oder durch eine menschliche Person erfolgt.1️⃣ Dies zumal angesichts (damals zukünftiger) selbstlernender Maschinen bzw. Algorithmen, denen es in ihrer Anwendung möglich ist, eigene Strukturen zu verändern und damit potentiell die Simulation (?) der Kommunikation - bzw. des damit zusammenhängenden Denkens (?) - des "imitation game" fortlaufend zu verbessern.

Wir werden die eingangs gestellte Frage, bezugnehmend auf die Luhmannsche Systemtheorie2️⃣ und damit unter einem radikal anderen Blickwinkel als sonst üblich, relativ umstandslos und direkt beantworten können. Allerdings werden wir feststellen müssen, dass die schlichte, umstandslose Beantwortung der Frage durch die komplexen theoretischen Voraussetzungen der Systemtheorie erkauft sind. So ist etwa aus systemtheoretischer Perspektive keineswegs selbstverständlich, obgleich die eingangs gestellte Frage dies nahelegt, welche Instanz im Unterschied zum fraglichen maschinellen Denken fraglos Denken erlaubt.

Die scheinbar auf der Hand liegende Antwort, dass es sicherlich Menschen im Unterschied zu Maschinen sind, ist bei näherer Betrachtung keineswegs evident. Arme und Beine etwa gehören zweifellos zum Menschen, doch kommt diesen zumal amputierbaren Teilen "des Menschen" kaum eine wichtige Funktion beim Denkens zu. Weitere Überlegungen führen meist dazu, die Denkfähigkeit "des Menschen" im Gehirn zu verorten. Ist es aber fraglos das Gehirn, mittlerweile auch in Verbindung mit anderen Körperregionen, etwa dem Darm, welches denken kann? Dies eben im Unterschied zur fraglichen Denkfähigkeit eines "Computer-Gehirns"?

Schon diese schlichten Überlegungen zeigen, dass die Beantwortung der Frage, ob Maschinen denken können, eine differenzierte Betrachtung der fraglos Geltung beanspruchenden Prämisse dieser Frage erfordert. Nämlich, dass Denkfähigkeit, wenn vielleicht nicht pauschal im Menschen, so doch spezifisch im Gehirn zu verorten ist. Wir werden im Folgenden sehen, dass die Systemtheorie erlaubt, "den Menschen" in differenzierterer Weise zu betrachten, als sonst üblich.

Auch unseren Erwägungen gemäß erscheint einsichtig, mit der Systemtheorie zumindest drei Systemebenen zu unterscheiden. Neben einer psychischen, sich auf gedankliche Operationen beziehenden Systemebene, eine physische, auch das Gehirn bzw. das neuronale Netzwerk umfassende. Weiter ist sicherlich mit Blick auf "den Menschen" als soziales Lebewesen ein systematischer Bezug hinsichtlich kommunikativer Operationen zu unterscheiden.

mehr:
- Können Maschinen denken? (Jörg Räwel, Telepolis, 04.08.2018)

siehe auch:
- Donald Davidson, Vernünftige Tiere (Post, 13.02.2018)
Sind wir wie Roboter? (Post, 08.05.2015)
Ronald D. Laing (Post, 15.10.2012)
Heute vor 300 Jahren – 28. Juni 1712: Jean-Jacques Rousseau wird geboren (Post, 28.06.2012)
Die Infragestellung unseres Standard-Narrativs (Post, 13.03.2012)


- Ich fühle, also bin ich (Post, 23.11.2009)


Die Zen-Rivalen (Post, 01.04.2009)
Realitätsinterpretation… (Post, 08.04.2008)
Der gelbe Teufel (Post, 08.04.2008)
- Auf den Schultern eines Riesen … (Post, 04.04.2008)



Die für uns wichtigsten Aspekte der Dinge sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen. [Ludwig Wittgenstein, Quelle unbekannt]


Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache. [Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 109 [1953, posthum]