"Ich geb' dir mein Geld, du gibst mir deine Jugend": Echte Liebe zwischen alten, reichen Männern und jungen, hübschen Frauen ist wohl eher selten. Was auch völlig in Ordnung wäre, wenn das Spiel nicht nur in eine Richtung funktionieren würde.
Ich war vor Kurzem in Miami. Eine schreckliche Stadt und genau das Richtige für alle, die gerne bei 33 Grad im Schatten und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit ihre Botoxpolster über die Strandpromenade schieben - selten habe ich so viele Menschen auf einem Haufen gesehen, die ihre Wohlstandsverwahrlosung so offensiv zur Schau stellen. Aber unangenehme Orte schärfen ja auch immer die Sicht und in Miami war das nicht anders: Wohin ich auch blickte, überall flanierten alte weiße Männer Hand in Hand mit jungen hübschen Frauen durch die Gegend. Nie andersherum. Es ist ein Phänomen, das man in abgeschwächter Form auch aus Deutschland kennt und das ich ehrlich gesagt noch nie verstanden habe: Was wollen all die jungen Hüpfer mit den alten Säcken?
mehr:
- Männer? Die Kolumne. Junge Hüpfer, alte Säcke (Julian Vetten, n-tv, 24.11.2018)
siehe auch:
- Sextouristinnen in Afrika (Post, 20.05.2012)
mein Kommentar:
Im verlinkten Artikel aus 2012 scheint es ziemlich klar zu sein, was die »jungen Hüpfer« mit den alten Frauen wollen.
Die Prinzessin von Griechenland (die Quelle kann ich nicht mehr finden) soll sich bei Sigmund Freud darüber beklagt haben, die Männer wollten nur ihr Geld. Freud soll geantwortet haben:
»Ich Geld gehört zu Ihnen, Madame.«
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Freitag, 30. November 2018
Samstag, 25. November 2017
Walser und Augstein - Vater und Sohn
Mit Mitte 30 erfuhr Jakob Augstein, dass nicht SPIEGEL-Gründer Rudolf Augstein sein leiblicher Vater ist, sondern der Schriftsteller Martin Walser. Aus ihrem Kennenlernen haben Vater und Sohn ein Gesprächsbuch gemacht - es umkreist die entscheidende Frage.
Der Sohn war fast vierzig Jahre alt, der Vater fast achtzig, als sie sich zum ersten Mal trafen. Es war in einem Hotel in München, der Sohn saß in der Halle und wartete, der Vater kam die Treppe herunter. "Ich fand, dass du sehr groß bist", erinnert sich der Sohn. "Und ich fand dich mir ähnlich", der Vater.
Das ist mehr als zehn Jahre her. Der Sohn heißt Jakob Augstein, er wuchs im Glauben auf, der Sohn des SPIEGEL-Gründers Rudolf Augstein zu sein. Der Vater ist Martin Walser.
Jetzt sind wir hier am Bodensee, bei den Walsers zu Hause in Nußdorf. Nicht weit von hier, in Wasserburg, ist Walser aufgewachsen. Jakob Augstein in Hamburg, fern von hier. Ein blauweißer Herbsttag. Die tief stehende Sonne lässt den See leuchten.
Die beiden haben sich in den vergangenen zwölf Monaten regelmäßig in München und hier getroffen, um sich zu unterhalten, für ein gemeinsames Buch, ein Gesprächsbuch. Es sind vor allem Fragen des Sohnes an den Vater. Eine Art nachgeholtes Kennenlernen. Ein Sohn will wissen: Wo komme ich her? Was ist meine Geschichte? Was für ein gemeinsames Leben haben wir verpasst? Augstein ist in diesem Buch ein neugierig Fragender, ein Urteilender, ein Bestärkender, ein Neidender und am Ende einer, der mit seinen wichtigsten Fragen doch allein bleibt. Vielleicht alleine bleiben muss.
mehr:
- Jakob Augstein und Martin Walser – Ein Sohn will wissen: Wo komme ich her? (Volker Weidermann, SPON, 25.11.2017)
Plötzlich Vater und Sohn: Martin Walser und Jakob Augstein veröffentlichen Buch {5:40}
Jakob augstein und martin walser {10:20}
Walser und Augstein: Literarische Familienzusammenführung | Capriccio | BR Fernsehen
Günter Gaus im Gespräch mit Rudolf Augstein (1972) {44:08}
Der Sohn war fast vierzig Jahre alt, der Vater fast achtzig, als sie sich zum ersten Mal trafen. Es war in einem Hotel in München, der Sohn saß in der Halle und wartete, der Vater kam die Treppe herunter. "Ich fand, dass du sehr groß bist", erinnert sich der Sohn. "Und ich fand dich mir ähnlich", der Vater.
Das ist mehr als zehn Jahre her. Der Sohn heißt Jakob Augstein, er wuchs im Glauben auf, der Sohn des SPIEGEL-Gründers Rudolf Augstein zu sein. Der Vater ist Martin Walser.
Jetzt sind wir hier am Bodensee, bei den Walsers zu Hause in Nußdorf. Nicht weit von hier, in Wasserburg, ist Walser aufgewachsen. Jakob Augstein in Hamburg, fern von hier. Ein blauweißer Herbsttag. Die tief stehende Sonne lässt den See leuchten.
Die beiden haben sich in den vergangenen zwölf Monaten regelmäßig in München und hier getroffen, um sich zu unterhalten, für ein gemeinsames Buch, ein Gesprächsbuch. Es sind vor allem Fragen des Sohnes an den Vater. Eine Art nachgeholtes Kennenlernen. Ein Sohn will wissen: Wo komme ich her? Was ist meine Geschichte? Was für ein gemeinsames Leben haben wir verpasst? Augstein ist in diesem Buch ein neugierig Fragender, ein Urteilender, ein Bestärkender, ein Neidender und am Ende einer, der mit seinen wichtigsten Fragen doch allein bleibt. Vielleicht alleine bleiben muss.
mehr:
- Jakob Augstein und Martin Walser – Ein Sohn will wissen: Wo komme ich her? (Volker Weidermann, SPON, 25.11.2017)
Plötzlich Vater und Sohn: Martin Walser und Jakob Augstein veröffentlichen Buch {5:40}
Am 25.11.2017 veröffentlicht
Nachrichten
Plötzlich Vater und Sohn: Martin Walser und Jakob Augstein veröffentlichen Buch
Sie sind Vater und Sohn. Martin Walser (90), der Schriftsteller, und Jakob Augstein (50), der Publizist. Von ihrem Verwandtschaftsverhältnis wiss...
Videos können inhaltsbasiertes Urheberrecht verwenden. (https://www.youtube.com/yt/copyright/)
Sie sind Vater und Sohn. Martin Walser (90), der Schriftsteller, und Jakob Augstein (50), der Publizist. Von ihrem Verwandtschaftsverhältnis wiss...
Videos können inhaltsbasiertes Urheberrecht verwenden. (https://www.youtube.com/yt/copyright/)
Jakob augstein und martin walser {10:20}
Am 26.11.2017 veröffentlicht
Юлия Константиновна
Jakob Augstein und Martin Walser
Der Sohn war fast vierzig Jahre alt, der Vater fast achtzig, als sie sich zum ersten Mal trafen.
Der Sohn war fast vierzig Jahre alt, der Vater fast achtzig, als sie sich zum ersten Mal trafen.
Walser und Augstein: Literarische Familienzusammenführung | Capriccio | BR Fernsehen
Am 05.12.2017 veröffentlicht
Bayerischer Rundfunk
Die Sensation war perfekt. 2009 wurde öffentlich, dass Martin Walser und Jakob Augstein Vater und Sohn sind. Also schrieben sie drüber. "Das Leben wortwörtlich" - so heißt ihr gemeinsames Buch.
Capriccio im Internet: http://www.br.de/capriccio
Autor: Andreas Lueg
Capriccio im Internet: http://www.br.de/capriccio
Autor: Andreas Lueg
Günter Gaus im Gespräch mit Rudolf Augstein (1972) {44:08}
Veröffentlicht am 09.09.2014
Leonard Dietrich
Sendung "Zu Protokoll" vom 17.09.1972.
"Zur Person" war eine deutsche Fernseh-Sendereihe, in der Günter Gaus Prominente, insbesondere Politiker, interviewte. 1963 wurde die erste Sendung ausgestrahlt. Ab 1965 wurde die Reihe unter der Bezeichnung "Zu Protokoll" im SWR, ab 1980 im WDR unter "Deutsche" weitergeführt. 1990 erhielt sie beim DFF wieder den Titel "Zur Person". Von 1992 bis 2003 wurde sie unter demselben Titel im ORB ausgestrahlt, der 2003 im RBB aufging. In 40 Jahren wurden über 200 Interviews geführt.
Günter Gaus zählte zu den bedeutendsten Journalisten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Geboren 1929 in Braunschweig als Sohn eines Obsthändlers, wuchs er ebenda heran. Nach einem abgebrochenen Studium der Germanistik und Geschichte in München, widmete er sich für viele Jahre gänzlich der journalistischen Tätigkeit. Zunächst blieb diese ausschließlich auf das Zeitungswesen beschränkt, so arbeitete er als Redakteur u.a. für Spiegel und SZ, später gestaltete er die (anfangs) ZDF-Sendereihe "Zur Person" nach Angebot Hans Herbert Westermanns, des Hauptabteilungsleiters für Politik und Zeitgeschehen beim ZDF, der verschiedene von Gaus verfasste Portraits in der SZ gelesen hatte und so zur Idee einer eigenen Sendung gekommen war. Von 1974 bis 1981 war Gaus Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR.
Gaus, der durch Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt war, begegnete nach eigener Aussage jeglichen Ideologien mit Ablehnung, so auch dem Verhalten der US-amerikanischen Regierung und ihrer Verbündeten nach dem 11. September 2001. Nachdem Gerhard Schröder den Amerikanern die "uneingeschränkte Solidarität" Deutschlands zusicherte, trat Gaus aus der SPD aus. Er starb nach langer Krankheit im Jahre 2004 in Hamburg.
Buchempfehlung:
Günter Gaus: Widersprüche - Erinnerungen eines linken Konservativen
Käuflich zu erwerben gibt es diese und weitere Folgen "Zur Person" bzw. "Zu Protokoll" hier:
http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-Gaus...
http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-Gaus...
"Zur Person" war eine deutsche Fernseh-Sendereihe, in der Günter Gaus Prominente, insbesondere Politiker, interviewte. 1963 wurde die erste Sendung ausgestrahlt. Ab 1965 wurde die Reihe unter der Bezeichnung "Zu Protokoll" im SWR, ab 1980 im WDR unter "Deutsche" weitergeführt. 1990 erhielt sie beim DFF wieder den Titel "Zur Person". Von 1992 bis 2003 wurde sie unter demselben Titel im ORB ausgestrahlt, der 2003 im RBB aufging. In 40 Jahren wurden über 200 Interviews geführt.
Günter Gaus zählte zu den bedeutendsten Journalisten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Geboren 1929 in Braunschweig als Sohn eines Obsthändlers, wuchs er ebenda heran. Nach einem abgebrochenen Studium der Germanistik und Geschichte in München, widmete er sich für viele Jahre gänzlich der journalistischen Tätigkeit. Zunächst blieb diese ausschließlich auf das Zeitungswesen beschränkt, so arbeitete er als Redakteur u.a. für Spiegel und SZ, später gestaltete er die (anfangs) ZDF-Sendereihe "Zur Person" nach Angebot Hans Herbert Westermanns, des Hauptabteilungsleiters für Politik und Zeitgeschehen beim ZDF, der verschiedene von Gaus verfasste Portraits in der SZ gelesen hatte und so zur Idee einer eigenen Sendung gekommen war. Von 1974 bis 1981 war Gaus Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR.
Gaus, der durch Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt war, begegnete nach eigener Aussage jeglichen Ideologien mit Ablehnung, so auch dem Verhalten der US-amerikanischen Regierung und ihrer Verbündeten nach dem 11. September 2001. Nachdem Gerhard Schröder den Amerikanern die "uneingeschränkte Solidarität" Deutschlands zusicherte, trat Gaus aus der SPD aus. Er starb nach langer Krankheit im Jahre 2004 in Hamburg.
Buchempfehlung:
Günter Gaus: Widersprüche - Erinnerungen eines linken Konservativen
Käuflich zu erwerben gibt es diese und weitere Folgen "Zur Person" bzw. "Zu Protokoll" hier:
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Donnerstag, 12. Januar 2017
"Frauen, habt mehr Vertrauen in eure Männer!"
Matthias Becker ist Männerbeauftragter von Nürnberg, wird aber aus ganz Deutschland angerufen: Von Männern, die geschlagen werden, ihre Kinder nicht sehen dürfen oder vom Chef angepöbelt werden.
Zur Person:
Matthias Becker, Jahrgang 1964, ist als Sozialpädagoge seit vielen Jahren in der Jungen- und Männerarbeit tätig und lehrt an Hochschulen über Männerfragen. In Nürnberg ist seine Stelle als "Ansprechpartner für Männer" im Büro der Frauenbeauftragten angesiedelt.
mehr:
- Der Männerversteher: "Frauen, habt mehr Vertrauen in eure Männer!" (Lena Greiner im Interview mit dem Nürnberger Männerbeauftragten Matthias Becker, SPON, 12.01.2017)
Zur Person:
Matthias Becker, Jahrgang 1964, ist als Sozialpädagoge seit vielen Jahren in der Jungen- und Männerarbeit tätig und lehrt an Hochschulen über Männerfragen. In Nürnberg ist seine Stelle als "Ansprechpartner für Männer" im Büro der Frauenbeauftragten angesiedelt.
mehr:
- Der Männerversteher: "Frauen, habt mehr Vertrauen in eure Männer!" (Lena Greiner im Interview mit dem Nürnberger Männerbeauftragten Matthias Becker, SPON, 12.01.2017)
Samstag, 24. September 2016
Verrückte Flirttipps für Männer
Sei charmant.
Sei authentisch.
Sei mutig.
Jeder, der im Internet nach Flirttipps googelt oder mehr übers Frauenkennenlernen herausfinden will, landet ziemlich schnell bei diesen platten und nichtssagenden Tipps für die Männerwelt.
Und ja diese Tipps funktionieren. Irgendwie. Und ja, diese Tipps sind wichtig. Öfters.
Schließlich haben Martin und ich auf unseren Blog auch eine ganze Auswahl dieser funktionierenden Strategien.
Aber ich nehme mir in diesem Artikel die Freiheit, Tacheles zu sprechen. Ich will hier Flirttipps für Männer geben, die es wirklich in sich haben. Ich will dir Strategien geben, die sich noch niemand getraut hat, öffentlich im Internet zu verbreiten.
Und jetzt bekommen du und ich ein Problem miteinander.
Ja genau: Du & ich!
Ich werde dir nämlich Tipps geben, die dir gar nicht gefallen werden. Das sind Tipps, die an deine Grundängste deines ganz persönlichen Mannseins gehen und deine Männlichkeit grundsätzlich in Frage stellen.
Dein Verstand wird deswegen sehr viele logische Gründe finden, warum gerade diese Tipps nichts für dich sind. Er wird dir Märchen einflüstern wollen, dass es besser ist, einfach charmant, authentisch und mutig zu sein.
Und ich weiß, dass viele Männer den Schwanz einziehen werden und sich lieber bei einschlägigen Pornoseiten 5 Minuten-Clips von willigen Frauen reinziehen, ohne jemals selber mit einer hingebungsvollen Frauen Sex zu haben.
mehr:
- 3 komplett verrückte Flirttipps für Männer, die trotzdem funktionieren (Nur für Fortgeschrittene) (Sven Philipp, MännerPortal.Net, 24.09.2016)
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Sei authentisch.
Sei mutig.
Jeder, der im Internet nach Flirttipps googelt oder mehr übers Frauenkennenlernen herausfinden will, landet ziemlich schnell bei diesen platten und nichtssagenden Tipps für die Männerwelt.
Und ja diese Tipps funktionieren. Irgendwie. Und ja, diese Tipps sind wichtig. Öfters.
Schließlich haben Martin und ich auf unseren Blog auch eine ganze Auswahl dieser funktionierenden Strategien.
Aber ich nehme mir in diesem Artikel die Freiheit, Tacheles zu sprechen. Ich will hier Flirttipps für Männer geben, die es wirklich in sich haben. Ich will dir Strategien geben, die sich noch niemand getraut hat, öffentlich im Internet zu verbreiten.
Und jetzt bekommen du und ich ein Problem miteinander.
Ja genau: Du & ich!
Ich werde dir nämlich Tipps geben, die dir gar nicht gefallen werden. Das sind Tipps, die an deine Grundängste deines ganz persönlichen Mannseins gehen und deine Männlichkeit grundsätzlich in Frage stellen.
Dein Verstand wird deswegen sehr viele logische Gründe finden, warum gerade diese Tipps nichts für dich sind. Er wird dir Märchen einflüstern wollen, dass es besser ist, einfach charmant, authentisch und mutig zu sein.
Und ich weiß, dass viele Männer den Schwanz einziehen werden und sich lieber bei einschlägigen Pornoseiten 5 Minuten-Clips von willigen Frauen reinziehen, ohne jemals selber mit einer hingebungsvollen Frauen Sex zu haben.
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- 3 komplett verrückte Flirttipps für Männer, die trotzdem funktionieren (Nur für Fortgeschrittene) (Sven Philipp, MännerPortal.Net, 24.09.2016)
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Montag, 22. August 2016
Amok in der Männerdämmerung
Männlichkeitswahn ist sicher eine Reaktion auf die Ahnung, dass das Patriarchat weltweit in die Krise gekommen ist - aber das ist nicht alles
Eines der wunderbarsten Phänomene der Mediengesellschaft ist nach wie vor, dass sie nicht nüchtern und klar die offensichtlichste Tatsache im Zusammenhang mit Gewalt benennen kann: Gewalt ist überwiegend männlich. Das gilt auch für die jüngsten Schreckenstaten, die angeblich "den Terror nach Deutschland" brachten - als habe es vorher hierzulande noch nie Terror gegeben. Die Zahl schwerer Gewalttaten sinkt seit fast einem Jahrzehnt Jahr für Jahr, aber eine bemerkenswerte Anzahl von Männern findet nach wie vor Gefallen daran, gewalttätig blöd zu sein.
An Angeboten zum Aggressiven und autoaggressiven Ausagieren ist freilich kein Mangel. Religion, Sport, Krieg, Politik, Konsum, Wirtschaft, Sexismus, Rassismus sind da nur ein paar Beispiele. Nehmen wir nur das echte deutsche Heldentum während der Olympiade in Rio. Der Turner Andreas Toba verletzte sich bei seiner Turnerei schwer, machte aber unter größten Schmerzen weiter, und die Presse fand es so wunderbar wie seinerzeit Schweinis Feldzug als "Blutkrieger".
Die Selbstaufrüstung der Extremsportler, die aus sieben Kilometer Höhe ohne Fallschirm in ein Netz hageln oder sich gar aus dem Weltraum auf die Erde herunterstürzen, findet ihren Spiegel in den Aktionen von Jugendlichen, die ungesichert auf Kirchtürme steigen und oben ein Instagram-Foto von ihren Füßen über dem Abgrund machen.
Angebote für alle
Das ist genauso ein Aspekt der toxic masculinity wie die psychopathische Eiseskälte des Finanzdurchblickers, der gar nicht mehr anders kann als jede Mikrosituation daraufhin auszuloten, ob sie ihn im Wettbewerb mit all den anderen Finanzdurchblickern nach vorne bringt.
Der Islam ist ebenfalls eines der aktuellen Angebote, und zwar eines der wirkmächtigsten. Männern wird im Islam attestiert, dass ihre Herrschaft gottesgefällig ist. Dass Allah als projiziertes Größen-Ich des ihn verehrenden Mannes der beste von allen Göttern ist, steht ja wohl von vornherein fest. Noch schöner am Islam ist, dass er gleich zwei Typen von Testosteron-Junkies hervorbringt: den Dschihadisten und den Abendlandsverteidiger; beide mit Eiern aus Stahl und Köpfen voller Wirsing aus den Zeiten der Kreuzzüge.
mehr:
- Amok in der Männerdämmerung (Marcus Hammerschmitt, Telepolis, 21.08.2016)
mein Kommentar:
»Gewalt ist überwiegend männlich.«
Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel… Immer vorsichtig mit den Interpretationen!
Nicht Gewalt ist überwiegend männlich, die Gewalt, von der berichtet wird, ist überwiegend männlich!
Das Problem, um das es geht, gleicht dem Bild Magrittes: »Ce n'est pas une pipe!«
Die Tatsache, daß über weibliche Gewalt nicht berichtet wird, bedeutet nicht, daß es sie nicht gibt!
Und die Tatsache, daß Frauen über Jahrhunderte unterdrückt wurden, hat diese nach subtileren, nicht-körperlichen Formen suchen lassen, in denen sie ihre Aggressivität leben. Aber: die Emanzipation schreitet voran, auch auf dem Gebiet der körperlichen Gewalt!
Eines der wunderbarsten Phänomene der Mediengesellschaft ist nach wie vor, dass sie nicht nüchtern und klar die offensichtlichste Tatsache im Zusammenhang mit Gewalt benennen kann: Gewalt ist überwiegend männlich. Das gilt auch für die jüngsten Schreckenstaten, die angeblich "den Terror nach Deutschland" brachten - als habe es vorher hierzulande noch nie Terror gegeben. Die Zahl schwerer Gewalttaten sinkt seit fast einem Jahrzehnt Jahr für Jahr, aber eine bemerkenswerte Anzahl von Männern findet nach wie vor Gefallen daran, gewalttätig blöd zu sein.
An Angeboten zum Aggressiven und autoaggressiven Ausagieren ist freilich kein Mangel. Religion, Sport, Krieg, Politik, Konsum, Wirtschaft, Sexismus, Rassismus sind da nur ein paar Beispiele. Nehmen wir nur das echte deutsche Heldentum während der Olympiade in Rio. Der Turner Andreas Toba verletzte sich bei seiner Turnerei schwer, machte aber unter größten Schmerzen weiter, und die Presse fand es so wunderbar wie seinerzeit Schweinis Feldzug als "Blutkrieger".
Die Selbstaufrüstung der Extremsportler, die aus sieben Kilometer Höhe ohne Fallschirm in ein Netz hageln oder sich gar aus dem Weltraum auf die Erde herunterstürzen, findet ihren Spiegel in den Aktionen von Jugendlichen, die ungesichert auf Kirchtürme steigen und oben ein Instagram-Foto von ihren Füßen über dem Abgrund machen.
Angebote für alle
Das ist genauso ein Aspekt der toxic masculinity wie die psychopathische Eiseskälte des Finanzdurchblickers, der gar nicht mehr anders kann als jede Mikrosituation daraufhin auszuloten, ob sie ihn im Wettbewerb mit all den anderen Finanzdurchblickern nach vorne bringt.
Der Islam ist ebenfalls eines der aktuellen Angebote, und zwar eines der wirkmächtigsten. Männern wird im Islam attestiert, dass ihre Herrschaft gottesgefällig ist. Dass Allah als projiziertes Größen-Ich des ihn verehrenden Mannes der beste von allen Göttern ist, steht ja wohl von vornherein fest. Noch schöner am Islam ist, dass er gleich zwei Typen von Testosteron-Junkies hervorbringt: den Dschihadisten und den Abendlandsverteidiger; beide mit Eiern aus Stahl und Köpfen voller Wirsing aus den Zeiten der Kreuzzüge.
mehr:
- Amok in der Männerdämmerung (Marcus Hammerschmitt, Telepolis, 21.08.2016)
![]() |
| Johannes Sadeler, Phyllis und Aristoteles, 16. hdt., Quelle: The Curious History of Phyllis on Aristotle, Darin Hayton, 19.02.2016 |
»Gewalt ist überwiegend männlich.«
Kopfschüttel, Kopfschüttel, Kopfschüttel… Immer vorsichtig mit den Interpretationen!
Nicht Gewalt ist überwiegend männlich, die Gewalt, von der berichtet wird, ist überwiegend männlich!
Das Problem, um das es geht, gleicht dem Bild Magrittes: »Ce n'est pas une pipe!«
Die Tatsache, daß über weibliche Gewalt nicht berichtet wird, bedeutet nicht, daß es sie nicht gibt!
Und die Tatsache, daß Frauen über Jahrhunderte unterdrückt wurden, hat diese nach subtileren, nicht-körperlichen Formen suchen lassen, in denen sie ihre Aggressivität leben. Aber: die Emanzipation schreitet voran, auch auf dem Gebiet der körperlichen Gewalt!
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Sonntag, 31. Juli 2016
Der Streit um die Deutung: Toxische Männlichkeit oder kranke Gesellschaft
Toxisch David S. und Anders Breivik: Wie man nun weiß, war auch der Amokläufer von München rechtsextrem. Mit dem Norweger verbindet ihn aber noch mehr
Als der Amoklauf von David S. am vergangenen Freitag neun Todesopfer forderte, war es genau fünf Jahre her, dass Anders Behring Breivik bei seinen Anschlägen in Oslo und Utøya 77 Menschen ermordet hatte. Für den Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä war bereits am nächsten Tag klar, dass David S. dieses Datum nicht zufällig gewählt hatte. Denn es ist nicht die einzige Verbindung zwischen dem 18-jährigen Schüler und dem Rechtsterroristen.
Laut Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch gab ein 16-jähriger Junge, der letzten Sommer gemeinsam mit David S. in einer psychiatrischen Klinik behandelt wurde, zu Protokoll, David S. habe Breivik verehrt. Außerdem soll er ein Foto des Norwegers in seinem Whatsapp-Profil verwendet haben. Und schließlich habe David S., erklärte LKA-Chef Robert Heimberger, ähnlich wie Breivik eine Art Manifest hinterlassen. Stellt sich lediglich die Frage, ob David S. Breivik "nur" als eine Art perverses Vorbild betrachtete, als jene kaltblütige Tötungsmaschine, die er selbst sein wollte, oder ob es auch ideologische Überschneidungen gibt.
mehr:
- Männlichkeit und die Lust am Töten (Nils Markwardt, Freitag-Community, 27.07.2016)
siehe auch:
- Warum sich ein Iraner als Arier fühlt (Ramon Schack, Cicero, 29.07.2016)
mein Kommentar:
Vorsicht mit Sprache und Schubladen! »Lust am Töten«? Mit solchen Einkategorisierungen werden scheinbare Kausalitäten hergestellt. Dies spricht für mehr oder weniger verzweifelte Versuche, Zusammenhänge möglichst schnell zu verstehen! Wenn ich von einer »kaltblütigen Tötungsmaschine« rede, ignoriere ich das furchtbare Leiden, welches zu solchen schwer nachvollziehbaren Taten führt!
Das Massaker von Norwegen - Anatomie eines Amoklaufs [43:09]
Breivik trial video: 'Norway killer' claims self-defense, cries in court [4:26]
RT on Twitter: http://twitter.com/RT_com
RT on Facebook: http://www.facebook.com/RTnews
mein Kommentar:
Was unterscheidet einen Massenmörder wie Breivik von
A) Firmen, deren Schiffe in den Gewässern vor Somalia regelmäßig Giftmüll verklappen?
siehe dazu:
- Piraterie vor den afrikanischen Küsten und ihre Ursachen (Edward A. Ceska, Michael Ashkenazi, Bundeszentrale für politische Bildung, 07.08.2009)
B) der EU, die mit Strafzöllen Kenia dazu gezwungen hat, seinen Markt für europäische Produkte zu öffnen – mit dramatischen Folgen (siehe EPA, Wikipedia)
siehe dazu:
- Rücksichtsloses Abkommen (Report Mainz, 04.11.2014) und
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)
- Abkommen, die Afrika seiner Chancen berauben (Mark Engelhardt, WOZ, 25.06.2015)
- EPA: Wie das neue Freihandelsabkommen mit der EU der afrikanischen Wirtschaft schadet (Angela Schweizer, Uni.de, 20.01.2016)
- Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens (Post, 16.11.2014)
C) dem westlichen Verteidigungsbündnis, welches am 22.07.2011 die Röhrenfabrik für das Great-Man-Made-River-Projekt bombardierte und damit die Hälfte der libyschen Bevölkerung von der Trinkwasserversorgung abschnitt?
siehe dazu:
- Das Great-Man-Made-River-Projekt (Angelika Gutsche, Freitag Community, 13.05.2015)
- NATO bombs the Great Man-Made River (Human rights investigations, 27.07.2011)
- Folgen "humanitärer Interventionen" ‒ das Beispiel Libyen (Joachim Guillard, Nachgetragen, 06.12.2015, als PDF)
- Operation Nordafrika – Die Nato-Bestien sind gekommen - Wie einem Land Nordafrikas die 'Menschenrechte' gebracht werden (Anneliese Fikentscher, Andreas Neumann, Arbeiterfotografie, 18.11.2011)
- Öl, Kontrolle und Ideologie – Libyen und der neue Imperialismus (Ingar Solty, Sozialismus 5/2011, zu finden auf der Seite der AG Friedensforschung)
- Kolonialkrieg gegen Afrika - Der Krieg gegen Libyen (Joachim Guillard, junge Welt, 27./28.07.2011, zu finden auf der Seite der AG Friedensforschung)
- Krieg gegen Libyen – Ursachen, Motive und Folgen (Lühr Henken, AG Friedensforschung, 08.06.2011)
Als der Amoklauf von David S. am vergangenen Freitag neun Todesopfer forderte, war es genau fünf Jahre her, dass Anders Behring Breivik bei seinen Anschlägen in Oslo und Utøya 77 Menschen ermordet hatte. Für den Münchner Polizeipräsidenten Hubertus Andrä war bereits am nächsten Tag klar, dass David S. dieses Datum nicht zufällig gewählt hatte. Denn es ist nicht die einzige Verbindung zwischen dem 18-jährigen Schüler und dem Rechtsterroristen.
Laut Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch gab ein 16-jähriger Junge, der letzten Sommer gemeinsam mit David S. in einer psychiatrischen Klinik behandelt wurde, zu Protokoll, David S. habe Breivik verehrt. Außerdem soll er ein Foto des Norwegers in seinem Whatsapp-Profil verwendet haben. Und schließlich habe David S., erklärte LKA-Chef Robert Heimberger, ähnlich wie Breivik eine Art Manifest hinterlassen. Stellt sich lediglich die Frage, ob David S. Breivik "nur" als eine Art perverses Vorbild betrachtete, als jene kaltblütige Tötungsmaschine, die er selbst sein wollte, oder ob es auch ideologische Überschneidungen gibt.
mehr:
- Männlichkeit und die Lust am Töten (Nils Markwardt, Freitag-Community, 27.07.2016)
siehe auch:
- Warum sich ein Iraner als Arier fühlt (Ramon Schack, Cicero, 29.07.2016)
mein Kommentar:
Vorsicht mit Sprache und Schubladen! »Lust am Töten«? Mit solchen Einkategorisierungen werden scheinbare Kausalitäten hergestellt. Dies spricht für mehr oder weniger verzweifelte Versuche, Zusammenhänge möglichst schnell zu verstehen! Wenn ich von einer »kaltblütigen Tötungsmaschine« rede, ignoriere ich das furchtbare Leiden, welches zu solchen schwer nachvollziehbaren Taten führt!
Das Massaker von Norwegen - Anatomie eines Amoklaufs [43:09]
Veröffentlicht am 03.01.2013
Reportage Doku
Globaler Terror gegen den Islam und Muslime!
Breivik trial video: 'Norway killer' claims self-defense, cries in court [4:26]
Veröffentlicht am 16.04.2012
Anders Behring Breivik is on trial on terror and murder charges. He's behind a bomb-and-shooting massacre that killed 77 people, he admits to the acts, but pleads not guilty to criminal charges. Anders Breivik showed no emotion as the prosecutor read out the horrific details of his victims' deaths in Norway. However, when his propaganda video created for YouTube was shown in court, he broke down crying. The prosecutor said Breivik was playing World of Warcraft (WoW) "full-time" between the summer of 2006 and summer 2007. He went on to describe it as a violent game. When a screenshot of his WoW character was shown on the screen Breivik smiled.
RT on Twitter: http://twitter.com/RT_com
RT on Facebook: http://www.facebook.com/RTnews
mein Kommentar:
Was unterscheidet einen Massenmörder wie Breivik von
A) Firmen, deren Schiffe in den Gewässern vor Somalia regelmäßig Giftmüll verklappen?
siehe dazu:
- Piraterie vor den afrikanischen Küsten und ihre Ursachen (Edward A. Ceska, Michael Ashkenazi, Bundeszentrale für politische Bildung, 07.08.2009)
B) der EU, die mit Strafzöllen Kenia dazu gezwungen hat, seinen Markt für europäische Produkte zu öffnen – mit dramatischen Folgen (siehe EPA, Wikipedia)
siehe dazu:
- Rücksichtsloses Abkommen (Report Mainz, 04.11.2014) und
- EPA – TTIP für Arme und die Werte des »alten Europa« (Post, 23.09.2015)
- Abkommen, die Afrika seiner Chancen berauben (Mark Engelhardt, WOZ, 25.06.2015)
- EPA: Wie das neue Freihandelsabkommen mit der EU der afrikanischen Wirtschaft schadet (Angela Schweizer, Uni.de, 20.01.2016)
- Der Kannibalismus und die Doppelzüngigkeit des Westens (Post, 16.11.2014)
C) dem westlichen Verteidigungsbündnis, welches am 22.07.2011 die Röhrenfabrik für das Great-Man-Made-River-Projekt bombardierte und damit die Hälfte der libyschen Bevölkerung von der Trinkwasserversorgung abschnitt?
siehe dazu:
- Das Great-Man-Made-River-Projekt (Angelika Gutsche, Freitag Community, 13.05.2015)
- NATO bombs the Great Man-Made River (Human rights investigations, 27.07.2011)
- Folgen "humanitärer Interventionen" ‒ das Beispiel Libyen (Joachim Guillard, Nachgetragen, 06.12.2015, als PDF)
- Operation Nordafrika – Die Nato-Bestien sind gekommen - Wie einem Land Nordafrikas die 'Menschenrechte' gebracht werden (Anneliese Fikentscher, Andreas Neumann, Arbeiterfotografie, 18.11.2011)
- Öl, Kontrolle und Ideologie – Libyen und der neue Imperialismus (Ingar Solty, Sozialismus 5/2011, zu finden auf der Seite der AG Friedensforschung)
- Kolonialkrieg gegen Afrika - Der Krieg gegen Libyen (Joachim Guillard, junge Welt, 27./28.07.2011, zu finden auf der Seite der AG Friedensforschung)
- Krieg gegen Libyen – Ursachen, Motive und Folgen (Lühr Henken, AG Friedensforschung, 08.06.2011)
Freitag, 15. Juli 2016
Die Entwertung des Erwachsenseins – Bindungslosigkeit
Ganz neu ist die Klage über eine infantile und zunehmend regredierende Gesellschaft nicht. In den späten 1960ern wurde im Rahmen von Alexander Mitscherlichs Kritik und Vision einer vaterlosen Gesellschaft eine allgemein konstatierte Reifungshemmung nahezu schlagworttauglich. Später bemerkte Neil Postman in Das Verschwinden der Kindheit, daß
[Neil Postman: Das Verschwinden der Kindheit, zuletzt Frankfurt a.M. 1995.]
es nur eine Frage der Perspektive sei, ob Kindheit oder Erwachsenenalter verschwänden und konstatierte zwischen Säuglingsalter und Senilität eine langgestreckte dritte Lebensstufe: die des "Kind-Erwachsenen".
Mitte der Neunziger, im Zuge der massenhaften Versorgung deutscher Haushalte mit Privatfernsehen und den entsprechenden Blödelprogrammen und Voyeurshows, erschienen zahlreiche Bücher zur "kindlichen Gesellschaft", und der Spiegel titelte mit dem Schreckensbild eines Morbus Infantilitatis. Vor einem halben Jahr sorgte ein Aufmacher auf den Lifestyle-Seiten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung für Wirbel. Der Hohn, mit dem Matthias Heinen dort die Masse der altersmäßig längst erwachsenen "Endlospubertierenden" bedachte, trieb den Redakteur der beachtenswerten und sonst recht nüchtern argumentierenden Internetseite www.single-dasein.de zur Weißglut und einem
[Matthias Heinen: Die Deutschen werden immer infantiler. in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 24. November 2003.]
flammenden Manifest: "Wir Infantilisten sind nicht infantil, sondern infantilistisch!" wurde da in Fettdruck gebrüllt, und: "Uns Infantilisten gehört die Zukunft, die Vergangenheit überlassen wir gerne euch." Erhellend ergänzt durch Analyse und O-Töne der infantilen Generation wurde Heinens Artikel im übrigen durch das Kursbuch "Die Dreißigjährigen" vom Dezember 2003 - das Dilemma der gelangweilten Pop-Generation ohne "abenteuerliche Herzen" wird hier greifbar.
Die Kritik an Infantilismusvorwürfen wiederum ist so alt wie das eigentliche Symptom: Erstens, so argumentieren gerne die Sozialdemokratie und ihre wissenschaftlichen Adepten (etwa Ulrich Beck),
[Ulrich Beck: Kinder der Freiheit: Wider das Lamento über den Werteverfall, in: Kinder der Freiheit (hrsg. von Ulrich Beck), Frankfurt a.M. 1997.]
seien Gemeinsinn und soziales Engagement unter jungen Erwachsenen niemals stärker ausgeprägt gewesen als derzeit. Außeracht gelassen wird dabei, daß gesellschaftliches Engagement sich heute weitgehend auf vereinzelte, überindividualisierte Zusammenhänge beschränkt und das Private wie das Gemeinschaftsganze ebensowenig tangiert, wie es etwas über vollmenschliche Reife aussagt. Eine ehrenamtliche Tätigkeit für Amnesty International oder Greenpeace zieht eben nicht nach sich, daß der alten Frau oder der hochschwangeren in der U-Bahn der Platz überlassen wird. Auch schwindende Manieren sind ein Aspekt der Unreife.
mehr:
- Kinder an der Macht (Ellen Kositza, Grundlagen, Sezession, Juli 2004, PDF)
mein Kommentar:
schwindende Manieren, Unreife? Wo kommt das her?
HERBERT GRÖNEMEYER - kinder an die macht - LIVE @ WALDBÜHNE BERLIN 12-6-2015 [3:31]
Veröffentlicht am 12.06.2015
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Selbstmanagement
Sonntag, 10. Juli 2016
Gewaltakte in der US-amerikanischen Gesellschaft: gehen uns die Schubladen aus?
Vom Amoklauf zum Terrorakt: Reflexionen zum Durchbruch der molekularen Form eines autodestruktiven Terrorismus
Orlando war Mitte Juni Tatort des blutigsten Massakers, das in der jüngsten Geschichte der Vereinigten Staaten verübt worden ist. 49 Gäste des bei der LBGT-Community sehr beliebten Nachtclubs wurden von einem Amokläufer ermordet, der anscheinend ein Mitglied des Islamischen Staates war. Doch Omar Mateen, der 29-jährige Täter, bekannte sich zwar während des Massenmordes zum Islamischen Staat, ohne aber jemals - wie die CIA im Nachhinein ermittelte - direkten Kontakt mit der Terrororganisation gehabt zu haben.
Der amerikanischen Öffentlichkeit fiel es schwer, den Massenmord in Orlando eindeutig einzuordnen. Handelte es sich hierbei um einen jener Amokläufe, die in den Vereinigten Staaten inzwischen zur blutigen Routine geworden sind? Oder ist der selbst- und massenmörderische Gewaltexzess gegen Homosexuelle als ein islamistischer Terrorakt zu begreifen, da sich der Täter zum Islamischen Staat bekannte?
Ein ähnliches Tatmuster, bei dem isolierte Täter kurz vor ihren Massakern sich dem Islamischen Staat quasi symbolisch anschließen, war auch beim Amoklauf im kalifornischen San Bernardino festzustellen, dem im vergangenen Dezember 14 Menschen zum Opfer fielen. Die Täter, das Terrorpaar Syed Rizwan Farook und Tashfeen Malik, haben ebenfalls dem Islamischen Staat kurz vor der Tat Gefolgschaft geschworen, ohne direkten Kontakt zu diesem Terrornetzwerk zu haben. Das FBI sprach in diesem Zusammenhang von "einheimischen Terroristen", die durch ausländische Terrororganisationen "inspiriert" worden waren.
mehr:
- Fluchtpunkt Amok (Tomasz Konicz, Telepolis, 10.07.2016)
Breivik weint vor Gericht - Breivik cries in court [1:48]
Beachte: »Präsentierte sich meist kühl und bedacht und nutzte den Prozessauftakt zur Selbstinszenierung.«
siehe auch:
- Heute vor 100 Jahren – 14.10.2006: Hannah Arendt wird in Linden geboren (Post, 14.10.2006)
- Anders Breivik – zurechnungsfähig oder nicht? (Post, 13.01.2012)
- Heute vor 50 Jahren – 31. Mai 1962: Hinrichtung Adolf Eichmanns in Jerusalem (Post, 31.05.2012)
- Soziopathen und gesellschaftlicher Erfolg (Post, 01.05.2015)
Orlando war Mitte Juni Tatort des blutigsten Massakers, das in der jüngsten Geschichte der Vereinigten Staaten verübt worden ist. 49 Gäste des bei der LBGT-Community sehr beliebten Nachtclubs wurden von einem Amokläufer ermordet, der anscheinend ein Mitglied des Islamischen Staates war. Doch Omar Mateen, der 29-jährige Täter, bekannte sich zwar während des Massenmordes zum Islamischen Staat, ohne aber jemals - wie die CIA im Nachhinein ermittelte - direkten Kontakt mit der Terrororganisation gehabt zu haben.
Der amerikanischen Öffentlichkeit fiel es schwer, den Massenmord in Orlando eindeutig einzuordnen. Handelte es sich hierbei um einen jener Amokläufe, die in den Vereinigten Staaten inzwischen zur blutigen Routine geworden sind? Oder ist der selbst- und massenmörderische Gewaltexzess gegen Homosexuelle als ein islamistischer Terrorakt zu begreifen, da sich der Täter zum Islamischen Staat bekannte?
Ein ähnliches Tatmuster, bei dem isolierte Täter kurz vor ihren Massakern sich dem Islamischen Staat quasi symbolisch anschließen, war auch beim Amoklauf im kalifornischen San Bernardino festzustellen, dem im vergangenen Dezember 14 Menschen zum Opfer fielen. Die Täter, das Terrorpaar Syed Rizwan Farook und Tashfeen Malik, haben ebenfalls dem Islamischen Staat kurz vor der Tat Gefolgschaft geschworen, ohne direkten Kontakt zu diesem Terrornetzwerk zu haben. Das FBI sprach in diesem Zusammenhang von "einheimischen Terroristen", die durch ausländische Terrororganisationen "inspiriert" worden waren.
mehr:
- Fluchtpunkt Amok (Tomasz Konicz, Telepolis, 10.07.2016)
Breivik weint vor Gericht - Breivik cries in court [1:48]
Veröffentlicht am 16.04.2012
Gefühlsausbruch
Beachte: »Präsentierte sich meist kühl und bedacht und nutzte den Prozessauftakt zur Selbstinszenierung.«
siehe auch:
- Heute vor 100 Jahren – 14.10.2006: Hannah Arendt wird in Linden geboren (Post, 14.10.2006)
- Anders Breivik – zurechnungsfähig oder nicht? (Post, 13.01.2012)
- Heute vor 50 Jahren – 31. Mai 1962: Hinrichtung Adolf Eichmanns in Jerusalem (Post, 31.05.2012)
- Soziopathen und gesellschaftlicher Erfolg (Post, 01.05.2015)
- Putin 1 – Wer ist hier wie krank? (Post, 18.02.2016)
- Die nebelige Banalität des Bösen: Donald Rumsfeld (Post, 07.07.2016)Freitag, 20. Mai 2016
Depressionen bei Männern: Wilhelm Busch und die Hirnchemie in Ungleichgewicht
Busch war ein ernster und verschlossener Mensch, der viele Jahre seines Lebens zurückgezogen in der Provinz lebte. Seinen Bildergeschichten, die er als „Schosen“ (französisch chose = Sache, Ding, quelque chose = etwas, irgendwas) bezeichnete, maß er wenig Wert bei. Sie waren am Beginn für ihn nur ein Broterwerb, mit dem er nach einem nicht beendeten Kunststudium und jahrelanger finanzieller Abhängigkeit von den Eltern seine drückende wirtschaftliche Situation aufbessern konnte. Sein Versuch, sich als ernsthafter Maler zu etablieren, scheiterte an seinen eigenen Maßstäben. Die meisten seiner Bilder hat Wilhelm Busch vernichtet, [Wilhelm Busch, Wikipedia]
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Wilhelm Busch wurde am 15. April 1832 als erstes von sieben Kindern aus der Ehe zwischen Henriette Kleine und Friedrich Wilhelm Busch geboren. Sechs weitere Geschwister folgten in kurzem Abstand. Fanny (1834), Gustav (1836), Adolf (1838), Otto (1841), Anna (1843) und Hermann (1845) überlebten alle ihre Kinderzeit. Die Eltern waren strebsame, fleißige und fromme Protestanten, die es im Laufe ihres Lebens zu einigem Wohlstand brachten.[6] Sie konnten es sich später erlauben, neben Wilhelm zwei weitere ihrer Söhne studieren zu lassen. Die Bereitschaft Friedrich Wilhelm Buschs, in so hohem Maße in die Ausbildung seiner Söhne zu investieren, führt der Busch-Biograf Berndt W. Wessling zumindest zu einem Teil auf dessen eigene uneheliche Abstammung zurück, die insbesondere im dörflichen Raum ein erheblicher gesellschaftlicher Makel war.[7]
Der junge Wilhelm Busch war zwar groß gewachsen, jedoch von eher zartem und feingliedrigem Körperbau. Jungenhaft derbe Streiche, wie er sie später seinen Protagonisten Max und Moritz andichtete, blieben in seiner Wiedensahler Kindheit selten. Er selbst hat sich später in seinen autobiographischen Skizzen und Briefen als ein empfindsames, ängstliches Kind geschildert, das die „Bangigkeit gründlich studiert“[8] habe und fasziniert, mitleidig und verstört reagierte, wenn im Herbst die Haustiere geschlachtet wurden.[9] Das kindliche Miterleben der „schauderhaft anziehenden“[10] „Metamorphose in Wurst“[11] prägte Wilhelm Busch so nachhaltig, dass er sich während seines gesamten Lebens vor Schweinefleisch ekelte.[12]
Im Herbst 1841, nach der Geburt des Bruders Otto, wurde der nunmehr neunjährige Wilhelm Busch seinem Onkel mütterlicherseits, dem 35-jährigen Pfarrer Georg Kleine in Ebergötzen, zur Erziehung anvertraut. Ein Grund dafür war wohl neben der räumlichen Enge im kinderreichen Elternhaus auch der Wunsch des Vaters, seinem Sohn eine bessere Erziehung zu verschaffen, als sie die Wiedensahler Dorfschule zu bieten vermochte, wo bis zu 100 Kinder gleichzeitig auf 66 Quadratmeter unterrichtet wurden.[13] Die nächste von Wiedensahl aus erreichbare weiterführende Schule lag im ca. 20 Kilometer entfernten Bückeburg. Die Buschs hätten ihren Sohn dort als Kostgänger bei einer fremden Familie unterbringen müssen. Pfarrer Kleine dagegen, der gerade selbst erst Vater geworden war, verfügte in Ebergötzen über ein geräumiges Pfarrhaus und war prädestiniert, gemeinsam mit seiner Frau Fanny Petri eine Ersatzelternrolle wahrzunehmen.[14] Tatsächlich erwies sich Georg Kleine als ein verantwortungsbewusster und fürsorglicher Onkel, bei dem Wilhelm Busch in den Jahren seiner Erfolglosigkeit immer wieder Zuflucht fand.[15] [Wilhelm Busch, Kindheit, Wikipedia]
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Wilhelm Busch ZDF 09.01.08 [2:46]
Hochgeladen am 09.01.2008
Beitrag im ZDF am 09.01.2008
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150 Jahre Comics aus Deutschland - Karikatur und Zeichenkunst in Hannover [3:34]
Veröffentlicht am 16.02.2014
"Streich auf Streich - 150 Jahre Max und Moritz"
"Deutschsprachige Comics von Wilhelm Busch bis heute"
http://www.karikatur-museum.de/Streic...
"Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Präsentation von Bildergeschichten- und Comic-Originalen mit ihren Vorzeichnungen und Skizzen, die die Entstehung der Werke nachvollziehbar machen. Bei der Auswahl der ausgestellten Comics werden alle Medien, deren sich die Künstler bedienen, berücksichtigt: So sind Heft-Serien zu sehen wie Sigurd, Silberpfeil, Mosaik und Fix und Foxi sowie Alben bzw. Bücher wie Werner von Brösel, Das kleine Arschloch von Walter Moers oder Der bewegte Mann von Ralf König. Ebenso werden in Deutschland populäre, in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckte Comicreihen wie Vater und Sohn, Nick Knatterton, Mecki oder auch Strizz thematisiert. Auch aktuelle Phänomene wie künstlerisch ambitionierte Graphic Novels, beispielsweise von Isabel Kreitz, Reinhard Kleist und Ulli Lust, populäre »Germanga« nach japanischem Vorbild und Internet-Blog-Comics werden präsentiert."
Programm zur Ausstellung (PDF-Format)
http://www.karikatur-museum.de/_user/...
http://www.karikatur-museum.de/
http://www.karikatur-museum.de/Streic...
"Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Präsentation von Bildergeschichten- und Comic-Originalen mit ihren Vorzeichnungen und Skizzen, die die Entstehung der Werke nachvollziehbar machen. Bei der Auswahl der ausgestellten Comics werden alle Medien, deren sich die Künstler bedienen, berücksichtigt: So sind Heft-Serien zu sehen wie Sigurd, Silberpfeil, Mosaik und Fix und Foxi sowie Alben bzw. Bücher wie Werner von Brösel, Das kleine Arschloch von Walter Moers oder Der bewegte Mann von Ralf König. Ebenso werden in Deutschland populäre, in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckte Comicreihen wie Vater und Sohn, Nick Knatterton, Mecki oder auch Strizz thematisiert. Auch aktuelle Phänomene wie künstlerisch ambitionierte Graphic Novels, beispielsweise von Isabel Kreitz, Reinhard Kleist und Ulli Lust, populäre »Germanga« nach japanischem Vorbild und Internet-Blog-Comics werden präsentiert."
Programm zur Ausstellung (PDF-Format)
http://www.karikatur-museum.de/_user/...
http://www.karikatur-museum.de/
Die meisten Menschen – und Männer noch mehr als Frauen – fürchten sich am meisten vor dem Verlust der rationalen Kontrolle. Das ist vermutliche Ursache der tiefsitzenden Angst vor Geisteskranken. Auch bei Depressionen ist die Stimme der Vernunft leise. Sie setzt sich gegen einen erstarrten Affekt, eine agitierte Antriebssteigerung, eine mühsam gebremste oder durchbrechende Wut einfach nicht durch.
- Die männliche Depression (Sigrun Roßmanith, Homepage, 01.10.2015)
Sigrun Roßmanith: Depressionen bei Männern [2:42]
Veröffentlicht am 19.09.2015
Warum Männer später zum Psychiater kommen als Frauen.
Mehr dazu und zu meiner Ordination unter
http://www.sigrunrossmanith.at/
2 Wege aus der Depression (Coach & Mentaltrainer Dr. Marc Stollreiter) [7:58]
Veröffentlicht am 22.11.2013
Gratis Tipp der Woche: http://www.stollreiter-academy.com/de... ; http://www.facebook.com/stollreiter
mein Kommentar:
»zusammengefaßt: Wenn Sie sich vorstellen können, daß Sie sich wie Münchhausen am Schopf selbst aus dem Sumpf ziehen zu können, dann können Sie das auch tatsächlich.«
Ein Hoch auf Mentaltrainer! (Wenn das Wörtchen »wenn« nicht wär’…)
Siehe auch:
- Was ist nur mit mir los? – Ein Lesebuch für depressive Patienten und ihre Angehörigen (Lilly-Pharma, PDF)
»Depressionen sind kein Grund, sich zu schämen, und sie sind keineswegs Zeichen einer labilen Psyche. Viele erfolgreiche, selbstbewusste Menschen sind betroffen, und auch die Geschichte kennt viele, wie zum Beispiel: Wilhelm Busch, Winston Churchill, Jean-Paul Sartre […] Die Behandlung der Depression mit Tabletten stellt eine – in vielen Fällen – wirksame Methode zur Therapie dieser Erkrankung dar. Dies lässt sich damit erklären, dass die Depression – wie oben beschrieben – auf eine Stoffwechselstörung im Gehirn zurückzuführen ist. «Mein Kommentar:
Man reiche mir meine Uzi! Woher nehmen diese Leute die unglaubliche Arroganz zu behaupten, daß das biochemisch Meßbare das Psychische verursacht? Die Forschungsergebnisse, von denen Goleman [Emotionale Intelligenz] berichtet, beweisen das Gegenteil! (bzw. zumindest eine Wechselwirkung)
Das posttraumatische Stress-Syndrom setzt den neuralen Sollwert für Alarm in gefährlicher Weise herab, so daß der Betroffene auf normale Lebensvorgänge in einer Weise reagiert, als wären es Notfälle. Daran, daß ein so übermächtiges Brandmal in der Erinnerung zurückbleibt, scheint die im zweiten Kapitel besprochene »Entgleisungs«-schaltung beteiligt zu sein. Je brutaler, schockierender und grauenvoller die Ereignisse, welche die Entgleisung des Mandelkerns auslösen, desto unauslöschlicher ist die Erinnerung. Die neurale Grundlage dieser Erinnerungen besteht anscheinend in einer umfassenden Veränderung in der Chemie des Gehirns, in Gang gesetzt durch einen einzigen Fall von überwältigendem Grauen. Zwar beruhen die PTSD-Befunde in der Regel auf der Wirkung eines einzigen Erlebnisses, doch können ähnliche Folgen auf Grausamkeiten zurückgehen, die über eine Spanne von mehreren Jahren erlitten wurden, wie im Falle von Kindern, die sexuell, physisch oder emotional mißhandelt werden. […]
»Wer Opfer eines verheerenden Traumas geworden ist, ist biologisch nicht mehr derselbe wie vorher«, erklärte mir Dr. Dennis Charney. Charney, ein Yale-Psychiater, ist Direktor der klinischen Neurowissenschaft am National Center. [aus: aus Goleman, Emotionale Intelligenz, dtv, 1997, S. 256ff.]
zu PRSD siehe:
- Das posttraumatische Stress-Syndrom (Post, 25.02.2015)
- Epigenetik: Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Gene (Post, 28.02.2015)
- PTSD in der Bundeswehr (Post, 30.12.2015)
- Stigma – das »Sahnehäubchen« auf dem Trauma (Post, 15.12.2015)
siehe auch:
- Peter Gøtzsche: Vortrag zu Übermedikalisierung und Überdosierung (Winston Smith, Meinungsverbrechen, 06.12.2015)
- Simplistic notion of antidepressants correcting chemical imbalance in the brain is publically untenable (Duncan Double, Critical Psychiatry, 28.11.2015)
- Werbung für SSRI-Antidepressiva irreführend, sagen Wissenschaftler (Thomas Gotterbarm, gefunden auf MutzumAnderssein, der Psychiatriekritischen Gemeinschaftshomepage, 12.11.2005, PDF)
siehe auch:
- Psychisch krank und weltbekannt (Kurier. at, 15.10.2012)
- Weitere bekannte Persönlichkeiten der Weltgeschichte, die unter psychischen Belastungen und psychischen Krankheiten litten (Berühmte Persönblichkeiten über ihre Angst, Depressionen und Burn-out, Janett Menzel, IchhabeauchAngst, 01.12.2015)
- Genie und seelische Störung (Volker Faust, PsychosozialeGesundheit)
- Berühmte psychisch kranke Persönlichkeiten (Bodo Bodenstein, Pahashi)
- Depressionen: Psychischer Stress verkürzt das Leben (SPON, 01.08.2012)
- Neuer Ansatzpunkt für Therapien gegen Depressionen (Stephanie Heyl, GesundheitsindustrieBW, 13.01.2016)
Wenn Freudlosigkeit, innere Leere, Antriebslosigkeit und sogar Suizidgedanken sich beständig breit machen und die einfachsten Dinge wie Körperpflege fast unmöglich sind, kann das ein Zeichen für eine Depression sein. Oft wird „depressiv“ gleichbedeutend mit verstimmt verwendet. Die Depression dauert jedoch meist viel länger als zwei Wochen und entzieht sich völlig der Beeinflussung durch Willenskraft oder Zuspruch. Sie ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die behandelt werden muss und auch gut behandelt werden kann. Eine depressive  Episode kann häufiger als einmal auftreten. „Etwa die Hälfte der Depressionsfälle sind einmalig, man hat eine Depression im Leben und dann nie wieder“, sagt Prof. Dr. Dietrich van Calker von der Sektion Psychopharmakotherapie an der Psychiatrie der Universitätsklinik Freiburg, „leider ist die andere Hälfte aber rezidivierend. Das heißt, wer einmal eine Depression hatte, hat ein erhöhtes Risiko für eine weitere.“
mein Kommentar:
Junge, Junge, wer rezidivierende Depressionen hat, hat nicht ein erhöhtes Risiko (das sowieso), der hat eine Persönlichkeitsstörung!
Die Pharmaindustrie zaubert ein Hoffnungs-Karnickel nach dem anderen aus dem Hut und verdient sehr gut daran! Und immer das gleiche Erklärungsmodell: chemisches Ungleichgewicht. »Calker analysiert die molekularen Ursachen von Depressionen…« Für diesen Satz braucht man eigentlich einen Waffenschein!
- Prominente Bipolare (BipolarKreis, 25.04.2012)
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Dienstag, 10. Mai 2016
Geschichte des Buddhismus: Des Arhats feuchte Träume
Die Vorstellung eines masturbierenden (oder Geschlechtsverkehr vollziehenden) Jesus ist für Christen eine wohl ähnlich befremdliche Vorstellung wie die eines Erleuchteten mit einem nächtlichen Samenerguß für Buddhisten.
Aus einem mir nicht wirklich erfindlichen Grund geistert seit tausenden von Jahren Skepsis gegenüber sexueller Erregung und Betätigung durch die spirituellen Gemüter!
Paul Watzlawick - Wenn die Lösung das Problem ist (1987) [44:05]
Catch-22 (4/10) Movie CLIP - I'm Desperate (1970) HD [2:40]
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Die buddhistische Internetpräsenz (Palikanon.com) stellt die Ursache des ersten Schismas im Buddhismus folgendermaßen dar (Man beachte die Verwendung des Begriffs »Sünde«):
Aus einem mir nicht wirklich erfindlichen Grund geistert seit tausenden von Jahren Skepsis gegenüber sexueller Erregung und Betätigung durch die spirituellen Gemüter!
Paul Watzlawick - Wenn die Lösung das Problem ist (1987) [44:05]
Hochgeladen am 23.08.2011
Nils Hegmans
Paul Watzlawick - Wenn die Loesung das Problem ist (1987) Philosophie Psychologie
Anleitung zum Unglücklichsein
radikaler Konstruktivismus
Info-Text einer älteren Version (hochgeladen am 23.08.2011):
Warum finden Probleme, auf deren Lösung Menschen ihre ganze Kraft konzentrieren, dennoch keine Lösung? Anhand vieler anschaulicher Beispiele vermittelt der Psychoanalytiker und C.G. Jung-Schüler Paul Watzlawick in diesem Vortrag seine Thesen, die heute wie vor 20 Jahren sehr bedenkenswert sind.
Nils Hegmans
Paul Watzlawick - Wenn die Loesung das Problem ist (1987) Philosophie Psychologie
Anleitung zum Unglücklichsein
radikaler Konstruktivismus
Info-Text einer älteren Version (hochgeladen am 23.08.2011):
Warum finden Probleme, auf deren Lösung Menschen ihre ganze Kraft konzentrieren, dennoch keine Lösung? Anhand vieler anschaulicher Beispiele vermittelt der Psychoanalytiker und C.G. Jung-Schüler Paul Watzlawick in diesem Vortrag seine Thesen, die heute wie vor 20 Jahren sehr bedenkenswert sind.
In den Achtziger Jahren wurde Professor Dr. Paul Watzlawick durch zahlreiche Bücher wie „Anleitung zum Unglücklichsein", „Irrwege und Umwege", „Vom Schlechten des Guten" oder „Wie wirklich ist die Wirklichkeit" berühmt.
Zur Person Watzlawick:
Paul Watzlawick, geboren 1921, studierte in Venedig Psychologie und Fremdsprachen und promovierte 1949 zum Dr. phil. Von 1951 bis 1954 absolvierte er am am C.-G.-Jung-Institut in Zürich eine Ausbildung zum Psychotherapeuten und Analytiker. 1957 übernahm er einen Lehrstuhl für Psychotherapie in El Salvador.
1960 holt ihn der amerikanische Schizophrenie-Experte Donald Jackson an das Mental Research Institute in Palo Alto/Kalifornien, wo er seither als Forschungsbeauftragter und Psychotherapeut tätig ist.
Ab 1976 lehrte er außerdem als Professor an der Stanford University, an der er heute noch als Emeritus liest. Professor Watzlawicks wissenschaftliche Arbeit gilt vor allem der Erforschung der menschlichen Kommunikation und ihrer Störungen. Als Vertreter des „Radikalen Konstruktivismus" vertritt Watzlawick eine wissenschaftstheoretische Position, die menschliches Wissen um die „Wirklichkeit" mehr oder weniger in Frage stellt.
Ausgewählte Veröffentlichungen Watzlawicks:
- (zus. mit John H. Weakland, und Richard Fisch) Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Handelns. Huber Verlag, Bern, 1974
- Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen. Piper Verlag, München, 1976
- Die Möglichkeit des Andersseins. Zur Technik der therapeutischen Kommunikation. Huber Verlag, Bern, 1977
- Gebrauchsanweisung für Amerika. Piper Verlag, München, 1978
- Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Piper Verlag, München, 1981
- Anleitung zum Unglücklichsein. Vom Schlechten des Guten. Piper Verlag, München, 1983
- Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen. Piper Verlag, München, 1986
- Vom Unsinn des Sinns oder vom Sinn des Unsinns. Picus-Verlag, Wien, 1992
- Wenn du mich wirklich liebtest, würdest du gern Knoblauch essen : über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit. Piper Verlag, München, 2006
Der Vortrag wurde am 25.02.2007 vom swr ausgestrahlt.
Zur Person Watzlawick:
Paul Watzlawick, geboren 1921, studierte in Venedig Psychologie und Fremdsprachen und promovierte 1949 zum Dr. phil. Von 1951 bis 1954 absolvierte er am am C.-G.-Jung-Institut in Zürich eine Ausbildung zum Psychotherapeuten und Analytiker. 1957 übernahm er einen Lehrstuhl für Psychotherapie in El Salvador.
1960 holt ihn der amerikanische Schizophrenie-Experte Donald Jackson an das Mental Research Institute in Palo Alto/Kalifornien, wo er seither als Forschungsbeauftragter und Psychotherapeut tätig ist.
Ab 1976 lehrte er außerdem als Professor an der Stanford University, an der er heute noch als Emeritus liest. Professor Watzlawicks wissenschaftliche Arbeit gilt vor allem der Erforschung der menschlichen Kommunikation und ihrer Störungen. Als Vertreter des „Radikalen Konstruktivismus" vertritt Watzlawick eine wissenschaftstheoretische Position, die menschliches Wissen um die „Wirklichkeit" mehr oder weniger in Frage stellt.
Ausgewählte Veröffentlichungen Watzlawicks:
- (zus. mit John H. Weakland, und Richard Fisch) Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Handelns. Huber Verlag, Bern, 1974
- Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen. Piper Verlag, München, 1976
- Die Möglichkeit des Andersseins. Zur Technik der therapeutischen Kommunikation. Huber Verlag, Bern, 1977
- Gebrauchsanweisung für Amerika. Piper Verlag, München, 1978
- Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Piper Verlag, München, 1981
- Anleitung zum Unglücklichsein. Vom Schlechten des Guten. Piper Verlag, München, 1983
- Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen. Piper Verlag, München, 1986
- Vom Unsinn des Sinns oder vom Sinn des Unsinns. Picus-Verlag, Wien, 1992
- Wenn du mich wirklich liebtest, würdest du gern Knoblauch essen : über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit. Piper Verlag, München, 2006
Der Vortrag wurde am 25.02.2007 vom swr ausgestrahlt.
Catch-22 (4/10) Movie CLIP - I'm Desperate (1970) HD [2:40]
Hochgeladen am 23.11.2011
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CLIP DESCRIPTION:
When Yossarian (Alan Arkin) is injured, his desperation to leave the military is increased.
FILM DESCRIPTION:
Director Mike Nichols and writer-actor Buck Henry followed their enormous hit The Graduate (1967) with this timely adaptation of Joseph Heller's satiric antiwar novel. Haunted by the death of a young gunner, all-too-sane Capt. Yossarian (Alan Arkin) wants out of the rest of his WW II bombing missions, but publicity-obsessed commander Colonel Cathcart (Martin Balsam) and his yes man, Colonel Korn (Henry), keep raising the number of missions that Yossarian and his comrades are required to fly. After Doc Daneeka (Jack Gilford) tells Yossarian that he cannot declare him insane if Yossarian knows that it's insane to keep flying, Yossarian tries to play crazy by, among other things, showing up nude in front of despotic General Dreedle (Orson Welles). As all of Yossarian's initially even-keeled friends, such as Nately (Art Garfunkel) and Dobbs (Martin Sheen), genuinely lose their heads, and the troop's supplies are bartered away for profit by the ultra-entrepreneurial Milo Minderbinder (Jon Voight), Yossarian realizes that the whole system has lost it, and he can either play along or jump ship. Though not about Vietnam, Catch-22's ludicrous military machinations directly evoked its contemporary context in the Vietnam era. Cathcart and Dreedle care more about the appearance of power than about victory, and Milo cares for money above all, as the complex narrative structure of Yossarian's flashbacks renders the escalating events appropriately surreal. Confident that the combination of a hot director and a popular, culturally relevant novel would spell blockbuster, Paramount spent a great deal of money on Catch-22, but it wound up getting trumped by another 1970 antiwar farce: Robert Altman's MASH. With audiences opting for Altman's casual Korean War iconoclasm over Nichols' more polished symbolism, the highly anticipated Catch-22 flopped, although the New York Film Critics Circle did acknowledge Arkin and Nichols. Despite this reception, Catch-22's ensemble cast and pungent sensibility effectively underline the insanity of war, Vietnam and otherwise.
CREDITS:
TM & © Paramount (1970)
Cast: Alan Arkin, Anthony Perkins
Director: Mike Nichols
Producers: John Calley, Martin Ransohoff, Clive Reed
Screenwriters: Joseph Heller, Buck Henry
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When Yossarian (Alan Arkin) is injured, his desperation to leave the military is increased.
FILM DESCRIPTION:
Director Mike Nichols and writer-actor Buck Henry followed their enormous hit The Graduate (1967) with this timely adaptation of Joseph Heller's satiric antiwar novel. Haunted by the death of a young gunner, all-too-sane Capt. Yossarian (Alan Arkin) wants out of the rest of his WW II bombing missions, but publicity-obsessed commander Colonel Cathcart (Martin Balsam) and his yes man, Colonel Korn (Henry), keep raising the number of missions that Yossarian and his comrades are required to fly. After Doc Daneeka (Jack Gilford) tells Yossarian that he cannot declare him insane if Yossarian knows that it's insane to keep flying, Yossarian tries to play crazy by, among other things, showing up nude in front of despotic General Dreedle (Orson Welles). As all of Yossarian's initially even-keeled friends, such as Nately (Art Garfunkel) and Dobbs (Martin Sheen), genuinely lose their heads, and the troop's supplies are bartered away for profit by the ultra-entrepreneurial Milo Minderbinder (Jon Voight), Yossarian realizes that the whole system has lost it, and he can either play along or jump ship. Though not about Vietnam, Catch-22's ludicrous military machinations directly evoked its contemporary context in the Vietnam era. Cathcart and Dreedle care more about the appearance of power than about victory, and Milo cares for money above all, as the complex narrative structure of Yossarian's flashbacks renders the escalating events appropriately surreal. Confident that the combination of a hot director and a popular, culturally relevant novel would spell blockbuster, Paramount spent a great deal of money on Catch-22, but it wound up getting trumped by another 1970 antiwar farce: Robert Altman's MASH. With audiences opting for Altman's casual Korean War iconoclasm over Nichols' more polished symbolism, the highly anticipated Catch-22 flopped, although the New York Film Critics Circle did acknowledge Arkin and Nichols. Despite this reception, Catch-22's ensemble cast and pungent sensibility effectively underline the insanity of war, Vietnam and otherwise.
CREDITS:
TM & © Paramount (1970)
Cast: Alan Arkin, Anthony Perkins
Director: Mike Nichols
Producers: John Calley, Martin Ransohoff, Clive Reed
Screenwriters: Joseph Heller, Buck Henry
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Mahāsāṅghika (Große Gemeinde) ist der Name einer frühen Schule des Buddhismus. Sie entstand 137 Jahre nach dem Tod (Eingang ins Nirvana) des Siddhartha Gautama, kurz nach dem zweiten Konzil von Vaiśālī. In einem Pamphlet fasste der Mönch Mahādeva fünf Punkte zusammen, die die Eigenschaften der Arhats betreffen, bspw. dass ein Arhat im Traum verführt werden könne und also nächtliche Samenergüsse haben. Ein Großteil des Sangha stimmte diesen Beobachtungen zu, aber eine Minderheit verweigerte diese 'Neuerung'. Ein nach Pataliputra einberufenes Konzil konnte nur noch die Spaltung des Ordens feststellen. Die Gruppe von Mönchen, die mit den Neuerungen nicht einverstanden waren, verließ das Konzil und nannte sich die Sthaviravādin ('die vom alten Weg', Pali> Theravādin); die zurückbleibenden Mönche erhielten dadurch den Namen Mahāsāṅghika, weil sie eine Theorie der Großen Sangha lehrten.[1]
Beide Schulen änderten in der Folge ihren Kanon. Einige Autoren betonen, dass in der Änderung der Mahasanghikas auch größere Möglichkeiten für Laien(Nichtordinierte) bot als der stark mönchisch orientierte Weg des Theravada [2]
Später entstanden durch weitere solche Meinungsverschiedenheiten 18 Schulen, wobei heute nicht immer klar ist, welcher dieser beiden ursprünglichen Gruppen sie angehörten.[3] Die Mahasanghika galten als eine der vier Shravaka-Schulen ('faithful listeners': Sthaviravāda, Mahasanghika, Sammitiya, Sarvastivada).
Der Unterschied blieb im praktischen Leben ohne große Konsequenzen, buddhistische Mönche verschiedener Tradition verkehrten sehr wohl miteinander. So war beispielsweise der Mahasanghika Atisha Bibliothekar des Klosters Vikramalashila, das selbst einer anderen Richtung angehörte, und von seinen Lehrern schätzte er am höchsten den Guru aus Sumatra (Suvarnadvipi), der wieder einer anderen Schule angehörte [4]
Infolge dieser Änderung entwickelten die Mahasanghika das Konzept des Bodhisattvapfades [5], während das Ziel des Theravada (Sthaviravada) weiterhin 'Arhatschaft' genannt wird. König Ashoka hatte einen Lehrer aus dem Theravada; zwar förderte er auch Mahasanghika-Klöster, aber er sandte einen Theravada-Mönch nach Sri Lanka, von wo aus sich diese Tradition nach Südostasien verbreitete. Dort überlagerte sie zum Teil Mahasanghika-Traditionen (z.B. in Thailand).
Die Sarvastivada-Schule hingegen wurde vom König nicht geschätzt und konzentrierte sich in der Folge fernab vom Königshof in Nordindien, Kashmir und im Westen (Bamiyan). Dadurch verbreitete sie sich über die Seidenstraße (Khotan, Tunhuang) nach China, von dort nach Korea, Japan, aber auch Vietnam (?). Kurz vor und in der Folge der Zerstörung der buddhistischen Kultur durch islamische Eroberer ('furor islamicus')[6] kam es zu immer mehr Kontakten Tibets mit zentralasiatischen, dann kaschmirischen, zuletzt nordindischen Buddhisten (z.T. Flüchtlingen, zuerst aus Khotan und Kaschmir, später aus Nordindien), die alle Mahasanghikas (Saravstivada) waren (und zwar einheitlich die Untergruppe der Prasanghika-Madhyamaka).
==========Diese Schule unterschied zum Zweck der Motivationsprüfung der Schülerinnen und Schüler zwischen einem 'kleinen Pfad' und einem 'großen Pfad', auf skt. Hinayana und Mahayana. Dabei bleibt die Motivation des kleinen Pfads (Erleuchtung zum eigenen Wohl) theoretisch, man strebt nach der Motivation des 'großen Pfads' (Erleuchtung zum Wohl aller Lebewesen). Diese Unterscheidung wurde später (von Europäern) aufgegriffen, um die Theravada-Schule als Hinayana zu titulieren. [Mahasanghika, Wikipedia, abgerufen am 08.12.2017]
Die buddhistische Internetpräsenz (Palikanon.com) stellt die Ursache des ersten Schismas im Buddhismus folgendermaßen dar (Man beachte die Verwendung des Begriffs »Sünde«):
Nach den nördlichen Quellen jedoch, soll der Bruch durch Mahādeva entstanden sein, der folgende fünf Punkte aufgestellt hatte:
- (1) Ein Heiliger mag eine Sünde begehen unter unbewussten Versuchungen;
- (2) jemand mag Ein Heiliger sein und sich dessen nicht bewusst sein;
- (3) Ein Heiliger mag Zweifel haben über Angelegenheiten der Lehre;
- (4) jemand kann nicht die Heiligkeit erreichen ohne einen Lehrer;
(J.R A.S. 1910, p. 416; cf. MT 173). Diese Glaubensstandpunkte finden sich in dem Kathāvatthu (173ff., 187ff., 194, 197), zugeschrieben den Pubbaselas und den Aparaselas, Gegner der Mahāsanghika Schule. [Mahāsanghikā, Mahāsangītikā, Tipitaka (Drei-Korb), der Pali Kanon des Theravāda-Buddhismus]
- (5) der "Edle Weg" mag beginnen mit Aussprüchen wie "Wie traurig!" ausgestoßen während der Meditation
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Sünde ist ein Begriff insbesondere im Judentum, Christentum und Islam. Er bezeichnet vor allem im christlichen Verständnis den unvollkommenen Zustand des von Gottgetrennten Menschen und seine falsche Lebensweise (d. h. das Übertreten von oder Herausfallen aus göttlicher Gesetzesordnung). Diese Trennung kam, der biblischen Erzählung (Gen 3 EU) zufolge, durch den Sündenfall zustande. Die Sünde besteht nach christlichem Verständnis in einer willentlichen Abkehr von Gottes gutem Willen, im Misstrauen Gott gegenüber, im Zulassen des Bösen oder im Sich-Verführen-Lassen. Bei Paulus erscheint die Sünde als eine unheimliche Macht, die das Leben, sowie das Zusammenleben bestimmt und die Menschen zu Sklaven ihrer Leidenschaften macht, denen sie entsprechend ausgeliefert sind (Röm 6,12-14 EU).
Der Begriff Sünde bezeichnet des Weiteren die einzelne verwerfliche und daher sündige Tat (Verfehlung), die mit dem bösen Gedanken beginnt (Mt 15,19 EU). Gedanken- und Tatsünden folgen aus der durch Unglauben verursachten Trennung (d. h. der Grundsünde). Böse Worte, verletzende oder unwahre Äußerungen also, sind nach biblischem Verständnis zu den Tatsünden zu zählen. Sünde kann auch als das Gegenteil von moralischer Verantwortung aufgefasst werden oder die Ursache für psychologisches Fehlverhalten sein.
Letztlich führt das In-der-Sünde-Bleiben dem christlichen Glauben zufolge zur Verurteilung im sogenannten Jüngsten GerichtGottes, zu zweierlei Schicksal für Glaubende und Ungläubige: die Glaubenden kommen in den Himmel, die Ungläubigen in die Hölle (Dan 12,2 EU, Mt 25,46 EU).
Ein Tatbestand gilt als verwerflich bzw. schlecht, weil Gott ihn als Sünde kennzeichnet, z. B. durch die Zehn Gebote. Durch Sünden kommen andere Mitmenschen und der Sünder selbst immer direkt oder indirekt zu Schaden. Somit ist der Sünder nicht nur durch die Übertretung selbst, sondern auch immer durch ihre Folgen mit einer Schuld behaftet. Im Judentum wurde in Jerusalem bis zum Ende des Zweiten Tempels durch die Darbringung von Opfern die Schuld gesühnt, d. h. zugedeckt. Im Islamhingegen hat das Tieropfer seine Sühnebedeutung verloren (siehe unten, vgl. das islamische Opferfest). Im Christentum ist Jesus Christus das Opferlamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt (Joh 1,29 EU, Joh 1,36 EU, Offb 1,5 EU), deshalb sind keine Tieropfer mehr nötig. Eng verbunden mit der Vergebung der Sünde sind das Bekennen und Bereuen derselben sowie die Buße als Abkehr von Fehlhaltungen und Fehlverhalten. Durch diese Reue und aufgrund der Heilstat Jesu Christi am Kreuzerfahren die Menschen Vergebung.
In anderen Religionen wird die Vergebung durch das Gnädigstimmen der Gottheit(en) erreicht (Verdienst, Selbsterlösung). Im Hinduismus und anderen vedischen Religionen werden unter Sünde Handlungen verstanden, die Karma verursachen. [Sünde, Wikipedia, abgerufen am 10.05.2016]
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