Posts mit dem Label Bindung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bindung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 9. September 2020

Zaun gegen Helikopter-Eltern I maintower

Zaun gegen Helikopter-Eltern I maintower {2:50}

hrfernsehen  
Am 09.09.2020 veröffentlicht 
Schule in Offenbach schirmt sich ab.

dazu paßt:
Johann König hatte eine gefährliche Kindheit | SWR Spätschicht {6:29}
SWR Spätschicht  
Am 23.02.2019 veröffentlicht 
Johann König kauft sich demnächst ein Boxspringbett. Diese Schlafgelegenheiten haben eine bequeme Einstiegshöhe und verschaffen Übersicht – genau wie ein handelsüblicher SUV. Und er braucht guten Schlaf um sich von seiner harten Kindheit zwischen Mon Chérie und Zigarettenholen für die Eltern zu erholen.

Sonntag, 11. August 2019

Die 4 Phasen nach einer Trennung und was am Ende am meisten hilft

Eine Trennung und die drauf folgende Achterbahnfahrt an Gefühlen von Wut, Trauer, Enttäuschung, Angst bis hin zur Erleichterung ist eine Herausforderung. Wie wir eine Trennung erleben und damit umgehen hängt dabei von vielen Faktoren ab: Habe ich mich getrennt oder sich der Partner von mir? Ist es die Trennung der ersten großen Liebe oder habe ich mehrere durchlebt? Was für eine Rolle spielten Trennungen in meiner Kindheit und wie stabil ist mein Selbstwert.
In der Trennungszeit ist es hilfreich zu wissen, welche Phasen es gibt – und vor allem die Sicherheit: Nach einer gewissen Zeit geht es immer wieder Bergauf, garantiert! In diesem Beitrag beschreibe ich die vier Trennungsphasen, welche wir durchlaufen werden. Die Reihenfolge kann variieren, wie auch die Dauer und Intensität der einzelnen Abschnitte bei jedem Menschen unterschiedlich sein können.
mehr:
- Die 4 Phasen nach einer Trennung und was am Ende am meisten hilft (Wieland Stolzenburg, auf seiner Seite, undatiert)
siehe auch:
Trennung verarbeiten: Die 5 Phasen einer Trennung + 8 Heilmittel (Lernen.net)
Die fünf Phasen einer Trennung (welt.de)
Aus und vorbei – Diese 6 Phasen macht jeder nach einer Trennung durch (Sarah Peters, Express.de, 15.02.2017)
- Die 7 Phasen der Trennung (Vera Matt, Praxis für Paartherapie Berlin, 05.05.2019)
- Trennungsschmerz: "Man muss seine Leidenspower nutzen" (Karin Spitra, Stern)
Nach der Trennung: Wie werde ich mit meinen Gefühlen fertig? (Doris Wolf, Familien-Handbuch)
- Der Schmerz nach der Trennung (Interview: Tilmann Botzenhart und Bertram Weiss, Geo.de)
x

Dienstag, 5. Februar 2019

Keine Lust mehr auf Beziehung?

Der Grund für die wachsende Asexualität inmitten allgegenwärtiger Pornografie ist offen
x
Japan und Südkorea scheinen Pioniere in der Veränderung der Lebensweise zu sein, was Sexualität und Partnerschaft angeht. Die Menschen werden asexuell und haben keine Lust mehr auf Partnerschaften (Sex ist Mühsal). Ein Trend der schon längere Zeit anhält. Japans Nationales Institut für Bevölkerungswissenschaft und Soziale Sicherheit sprach 2016 schon von endemischer Sexlosigkeit, betroffen ist vor allem die jüngere Generation, die körperlichen Sex und körperliche Nähe oder zumindest den Paarungsmarkt mit seinen Anforderungen mehr zu scheuen scheint und vielleicht auf der Suche nach etwas anderem ist. Ob dazu auch Warnungen von Wissenschaftlern passen, dass die Zahl und Qualität der Spermien zunehmend abnimmt?

In beiden Ländern wird allerdings nur, beängstigt durch den Rückgang der Geburtenrate (Südkorea: 0,95) und die daraus folgende Vergreisung, seit Jahren regelmäßig die Bevölkerung gefragt, wie es mit ihrem Sexualleben aussieht. Das könnte in anderen Ländern vielleicht nicht so viel anders aussehen, auch wenn in verschiedenen Kulturen die Antworten anders ausfallen mögen, als es in der Realität der Fall ist. Was die Lage in den USA betrifft, hatte der Atlantic im Dezember 2018 von einer zunehmenden "Sex Recession" gesprochen. Es scheint jedenfalls diesen Trend auch anderswo zu geben, Single bleiben und sich nicht binden zu wollen, auch der Anteil der Asexuellen steigt, während oder weil die Sex-Roboter auf den Markt kommen und den menschlichen Partner verdrängen und Porno weiter boomt, der möglicherweise auch weniger anregend ist, sondern zunehmend als Ersatz für zwischenmenschliche Sexualität dient.

mehr:
- Keine Lust auf Heiraten, nicht einmal auf Dating (Florian Rötzer, Telepolis, 05.02.2019 – man genieße auch die Kommentare!)
Mein Kommentar:
Ich hab’ da so ’ne Idee:
Jürgen von der Lippe - Kommunikation zwischen Mann und Frau {11:48}

Jürgen von der Lippe
Am 03.09.2018 veröffentlicht 
Jürgen von der Lippe - Kommunikation zwischen Mann und Frau - aus dem Bühnenprogramm "Alles was ich liebe".

Montag, 13. August 2018

Warum Beziehungen scheitern

Ich las kürzlich eine Studie des Paar-Forschers John Gottman über die Stabilität in Beziehungen. Er richtete eine Art kleiner Pension als Labor ein. Dort brachte er Paare für ein Wochenende unter, verkabelte sie für die Gewinnung physiologischer Messdaten und beobachtete ihre Reaktionen aufeinander. Mit 94-prozentiger Sicherheit kann er vorhersagen, ob Paare sich scheiden lassen werden. Eine eindrucksvolle Quote.

Gottman identifizierte zwei Phänomene, die hochinteressant sind. Das erste: Paare, die sich in Zukunft scheiden lassen werden, kommen in die Pension und sprechen ganz ruhig miteinander. Aber es ist eine angespannte Ruhe, wie ein Gehen auf Eierschalen. Obwohl sie ruhig miteinander reden, zeigen die physiologischen Messdaten, dass sie sehr erregt sind, so stark, als stünden sie einem Raubtier gegenüber.

In einer unglücklichen Beziehung betrachten sich die Partner sozusagen gegenseitig als Raubtiere. Ihre Worte dienen nicht der Kommunikation, sondern sollen vielmehr Angriffe verhindern und die Oberfläche ruhig halten. Was aber liegt unter der Oberfläche? Nach Freuds Auffassung liegt das Unbewusste darunter. Man kann auch sagen, dass das Kaputte und Verworrene darunter liegt, das, was sich nicht in eine vernünftige Form bringen ließ. Niemand will die Tür dorthin öffnen. Manche aber tun es – und zwar in Form einer Freud’schen Fehlleistung.

Und damit sind wir beim zweiten von Gottman beobachteten Phänomen. Angenommen, die Frau geht zum Fenster und sagt: „Oh, schau, da draußen ist ein Roter Kardinal!“ (also die seltene Vogelart mit dem ungewöhnlichen Aussehen). Das ist zunächst etwas Triviales. Aber es ist auch eine positive Bemerkung – zwanzig solche Bemerkungen davon täglich wären eine gute Dosis für die Beziehung. Der Mann hat nun zweimal zwei Möglichkeiten, zu reagieren.

Die erste: „Wer interessiert sich schon für deinen blöden Vogel!“

Die zweite: Genervtes, verächtliches Stöhnen – und dann geht er hin und schaut sich den Vogel an.

Die dritte: Er verzichtet zwar auf das verächtliche Stöhnen, verhält sich aber entsprechend.

Und die vierte: Er verhält sich wie ein zivilisierter Mensch, der mit jemandem interagiert, den er wirklich mag, schaut sich den verdammten Vogel an und freut sich darüber. Und das mit dem Maximum an Aufrichtigkeit, die er aufbringen kann.

mehr:
- Warum Beziehungen scheitern (Jordan B. Peterson , Achgut.com, 09.08.2018)

2015 Maps of Meaning 5: Narrative, Neuropsychology & Mythology III / Part 1 (Jordan Peterson) {2:09:05}

Jordan B Peterson
Am 06.02.2015 veröffentlicht 
Twitter: https://twitter.com/jordanbpeterson
Facebook: https://www.facebook.com/drjordanpete...
University of Toronto PSY434
Course Information: http://jordanbpeterson.com/Psy434H/
Playlist: https://www.youtube.com/playlist?list...
February 4, 2015 Want to support this channel?
Patreon: https://www.patreon.com/jordanbpeterson
Self Authoring: http://selfauthoring.com/
Jordan Peterson Website: http://jordanbpeterson.com/
Podcast: http://jordanbpeterson.com/jordan-b-p...
Reading List: http://jordanbpeterson.com/2017/03/gr...
Twitter: https://twitter.com/jordanbpeterson

Dienstag, 1. Mai 2018

Beziehungstrauma und Identitätsverlustangst

»Sie haben ein Beziehungstrauma«, offenbarte mir meine Therapeutin. Statt schockiert oder wütend zu sein, war ich sehr froh und erleichtert und wusste gleich, dass sie Recht hat. Endlich sagt mir mal jemand, was mit mir los ist, dachte ich und fühlte mich das erste Mal im Leben so richtig wahrgenommen und erfühlt. Bei meiner Therapeutin, die mit mir nach der NARM-Methode (dem Neuroaffektiven Beziehungsmodell nach Heller und Lapierre) arbeitet, hole ich das nach, was ich nie gelernt habe: Kontakt zum eigenen Körper aufnehmen, die Wahrnehmung und das Äußern eigener Bedürfnisse, Vertrauen zu gesunder wechselseitiger Abhängigkeit aufbauen, authentischen Selbstausdruck äußern und zu guter Letzt die Verbindung von Liebe und Sexualität zulassen. 

Ich habe kein Urvertrauen entwickeln können, für mich ist jede Begegnung mit einem Menschen mit Stress und Unsicherheit verbunden. Da ich von meinen primären Bezugspersonen ein unsicher-ambivalentes Verhalten übernommen habe (Kinder lernen durch Nachahmung), bin auch ich ein unsicher-ambivalenter Bindungstyp geworden. Unsicher-ambivalente Bindungstypen (nach dem Bindungsforscher John Bowlby gibt es noch unsicher-vermeidend und desorganisierte Bindungstypen) haben gleichzeitig zwei einander widersprechende Gefühle: Auf der einen Seite habe ich eine große Sehnsucht nach Nähe, auf der anderen Seite eine große Angst vor Autonomieverlust, ja Identitätsverlust, wenn ich der Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit nachgebe. Das führt zu einem dauernden lähmenden inneren Konflikt, der zu einer entsprechenden Handlungsunfähigkeit mit Gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit führt. Ich fühle eine große innere Leere, die ich mit Süchten voll stopfe, um den Schmerz nicht spüren zu müssen, der sich gebildet hat, weil ich nicht der sein durfte, der ich bin.
mehr:
- Beziehungstrauma (olli2308, welt.de/angst/community, Mai 2018)

Freitag, 12. Januar 2018

Scham und Schuld

Schamgefühle haben großen Einfluss auf die Steuerung des Verhaltens. Ursächlich hängen sie mit dem psychologischen Grundkonflikt zusammen. Somit sind sie mit den Bedürfnissen nach Selbst­bestimmung und Zugehörigkeit sowie dem Selbstwertempfinden vernetzt. Verdrängte Scham­gefühle können ganze Biographien nachhaltig belasten.
Schamgefühle tauchen auf, sobald sich zeigt, dass das tatsächliche Sosein hinter dem Selbstbild zurückbleibt. Da das Selbstbild weitgehend dem entspricht, wie man in den Augen anderer erscheinen möchte, schmerzt das Schamgefühl besonders, wenn auch andere Zeugen der Lücke geworden sind.
Da das Bild, das wir und andere von uns haben, den Rang bestimmt, auf den wir in der Gemein­schaft Anspruch erheben, gefährdet jedes Ereignis, das Lücken offenbart, unsere Zugehörigkeit. Das erzeugt unterschwellig Existenz­angst.
Die Regulation des Schamgefühls ist nicht statisch. Sie unterliegt entwicklungspsychologischen Gesetzen und kulturellen Vorgaben. Je größer der Anpassungs­druck kultureller Vorgaben ist, desto mehr wird die spontane Entwicklungsdynamik der reifenden Person verzerrt. [Scham, 2. Psychologie des Schamgefühls, Seele und Gesundheit, abgerufen am 13.01.2018]
==========

Was macht Schamgefühle eigentlich aus, was macht sie so erdrückend? Und warum kann Scham zuweilen in Aggression umschlagen? Gert Scobel diskutiert mir seinen Gästen.

siehe Sobel: Scham und Schuld (in der ZDF-Mediathek abrufbar bis 03.11.2022)

siehe auch:
Scham und Schuld (Hanswerner Herber, Individuatio, Datum unbekannt)
- Das Schuldgefühle-Wut-Trauer-Angst-Scham-Dilemma (Marin Vieweg, Spektrum, Bild der Wissenschaft, 26.09.2012)
- Trauma und Scham (Dami Charf, Traumaheilung, 07.07.2017?)

Scham {7:53}

Am 11.04.2015 veröffentlicht
Dami Charf
http://www.traumaheilung.de
Dami Charf (HP-Psychotherapie)
Trauma und Scham gehören zusammen wie Schwestern, es ist kaum möglich das eine zu betrachten ohne auf das andere Thema zu stoßen.
Scham wird oft als etwas schlechtes betrachtet, doch wir brauchen eine gesunde Scham um sozial gut zu funktionieren. Scham wird erst dann "schlecht", wenn sie toxisch wird.
Ich hoffe, ich kann mit diesem Video ein wenig den Unterschied erklären.
Herzliche Grüße,
Dami

- Scham und Schuld – Doppelleben macht krank (Fanny Jiménez , N24, 30.05.2012)
- Emotionen – Scham (Götz Fabry, Vorlesung Medizinische Psychologie, Universität Freiburg, 09.01.2008, PDF)
- Die im Boden versinken... (Focus, 24.10.1993)

Samstag, 25. November 2017

Walser und Augstein - Vater und Sohn

Mit Mitte 30 erfuhr Jakob Augstein, dass nicht SPIEGEL-Gründer Rudolf Augstein sein leiblicher Vater ist, sondern der Schriftsteller Martin Walser. Aus ihrem Kennenlernen haben Vater und Sohn ein Gesprächsbuch gemacht - es umkreist die entscheidende Frage.


Der Sohn war fast vierzig Jahre alt, der Vater fast achtzig, als sie sich zum ersten Mal trafen. Es war in einem Hotel in München, der Sohn saß in der Halle und wartete, der Vater kam die Treppe herunter. "Ich fand, dass du sehr groß bist", erinnert sich der Sohn. "Und ich fand dich mir ähnlich", der Vater.

Das ist mehr als zehn Jahre her. Der Sohn heißt Jakob Augstein, er wuchs im Glauben auf, der Sohn des SPIEGEL-Gründers Rudolf Augstein zu sein. Der Vater ist Martin Walser.

Jetzt sind wir hier am Bodensee, bei den Walsers zu Hause in Nußdorf. Nicht weit von hier, in Wasserburg, ist Walser aufgewachsen. Jakob Augstein in Hamburg, fern von hier. Ein blauweißer Herbsttag. Die tief stehende Sonne lässt den See leuchten.

Die beiden haben sich in den vergangenen zwölf Monaten regelmäßig in München und hier getroffen, um sich zu unterhalten, für ein gemeinsames Buch, ein Gesprächsbuch. Es sind vor allem Fragen des Sohnes an den Vater. Eine Art nachgeholtes Kennenlernen. Ein Sohn will wissen: Wo komme ich her? Was ist meine Geschichte? Was für ein gemeinsames Leben haben wir verpasst? Augstein ist in diesem Buch ein neugierig Fragender, ein Urteilender, ein Bestärkender, ein Neidender und am Ende einer, der mit seinen wichtigsten Fragen doch allein bleibt. Vielleicht alleine bleiben muss.

mehr:
- Jakob Augstein und Martin Walser – Ein Sohn will wissen: Wo komme ich her? (Volker Weidermann, SPON, 25.11.2017)

Plötzlich Vater und Sohn: Martin Walser und Jakob Augstein veröffentlichen Buch {5:40}

Am 25.11.2017 veröffentlicht
Nachrichten
Plötzlich Vater und Sohn: Martin Walser und Jakob Augstein veröffentlichen Buch
Sie sind Vater und Sohn. Martin Walser (90), der Schriftsteller, und Jakob Augstein (50), der Publizist. Von ihrem Verwandtschaftsverhältnis wiss...
Videos können inhaltsbasiertes Urheberrecht verwenden. (https://www.youtube.com/yt/copyright/)

Jakob augstein und martin walser {10:20}

Am 26.11.2017 veröffentlicht
Юлия Константиновна
Jakob Augstein und Martin Walser 
Der Sohn war fast vierzig Jahre alt, der Vater fast achtzig, als sie sich zum ersten Mal trafen.

Walser und Augstein: Literarische Familienzusammenführung | Capriccio | BR Fernsehen

Am 05.12.2017 veröffentlicht
Bayerischer Rundfunk
Die Sensation war perfekt. 2009 wurde öffentlich, dass Martin Walser und Jakob Augstein Vater und Sohn sind. Also schrieben sie drüber. "Das Leben wortwörtlich" - so heißt ihr gemeinsames Buch.
Capriccio im Internet: http://www.br.de/capriccio
Autor: Andreas Lueg

Günter Gaus im Gespräch mit Rudolf Augstein (1972) {44:08}

Veröffentlicht am 09.09.2014
Leonard Dietrich
Sendung "Zu Protokoll" vom 17.09.1972.
"Zur Person" war eine deutsche Fernseh-Sendereihe, in der Günter Gaus Prominente, insbesondere Politiker, interviewte. 1963 wurde die erste Sendung ausgestrahlt. Ab 1965 wurde die Reihe unter der Bezeichnung "Zu Protokoll" im SWR, ab 1980 im WDR unter "Deutsche" weitergeführt. 1990 erhielt sie beim DFF wieder den Titel "Zur Person". Von 1992 bis 2003 wurde sie unter demselben Titel im ORB ausgestrahlt, der 2003 im RBB aufging. In 40 Jahren wurden über 200 Interviews geführt.
Günter Gaus zählte zu den bedeutendsten Journalisten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Geboren 1929 in Braunschweig als Sohn eines Obsthändlers, wuchs er ebenda heran. Nach einem abgebrochenen Studium der Germanistik und Geschichte in München, widmete er sich für viele Jahre gänzlich der journalistischen Tätigkeit. Zunächst blieb diese ausschließlich auf das Zeitungswesen beschränkt, so arbeitete er als Redakteur u.a. für Spiegel und SZ, später gestaltete er die (anfangs) ZDF-Sendereihe "Zur Person" nach Angebot Hans Herbert Westermanns, des Hauptabteilungsleiters für Politik und Zeitgeschehen beim ZDF, der verschiedene von Gaus verfasste Portraits in der SZ gelesen hatte und so zur Idee einer eigenen Sendung gekommen war. Von 1974 bis 1981 war Gaus Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der DDR.
Gaus, der durch Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs geprägt war, begegnete nach eigener Aussage jeglichen Ideologien mit Ablehnung, so auch dem Verhalten der US-amerikanischen Regierung und ihrer Verbündeten nach dem 11. September 2001. Nachdem Gerhard Schröder den Amerikanern die "uneingeschränkte Solidarität" Deutschlands zusicherte, trat Gaus aus der SPD aus. Er starb nach langer Krankheit im Jahre 2004 in Hamburg.
Buchempfehlung:
Günter Gaus: Widersprüche - Erinnerungen eines linken Konservativen
Käuflich zu erwerben gibt es diese und weitere Folgen "Zur Person" bzw. "Zu Protokoll" hier:
http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-Gaus...
http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-Gaus...

Freitag, 28. Juli 2017

Repräsentanzen: Selbstrepräsentanz und Objektrepräsentanz

„Repräsentanz“ ist der psychohanalytische Ausdruck für eine innere Vorstellung. Das Bild, das wir von uns selbst haben, wird „Subjektrepräsentanz“ oder auch „Selbstrepräsentanz“ genannt. Andere Menschen, die wir uns vorstellen können, sind „Objektrepräsentanzen“. Die ersten Vorstellungen (Repräsentanzen) von anderen Menschen, die wir normalerweise haben, sind die von Vater und Mutter. Mutter und Vater sind unsere „Primärobjekte“. Sie prägen sehr stark unsere Vorstellung darüber, wie Menschen generell sind. 

Unsere Eltern prägten unser Selbstbild  

Unsere Eltern haben auch einen großen Einfluss auf das Bild, das wir von uns selbst haben (Selbstrepräsentanz). Wurden wir von ihnen überwiegend liebevoll behandelt, können wir selbst größtenteils liebevoll auf uns blicken. Waren die Eltern eher feindselig, verachtend, überkritisch oder neidisch, so fällt es auch uns selbst schwer, uns so anzunehmen, wie wir sind.
mehr:
- Repräsentanzen: Selbstrepräsentanz und Objektrepräsentanz (Dunja Voos, Medizin im Text, 11.02.2017)

siehe auch:
Psychotherapie der dissoziativen Störungen, Hrsg.: Luise Reddemann, Arne Hofmann, Ursula Gast (online 1. Auflage, 2004 bei googlebooks)
Rezension bei lehrerbibliothek.de
Rezension bei Amazon 

Psychoanalyse und die Dissoziation des Selbst (2006) Download des Artikels (PDF-Format) 

weitere Downloads auf der Internetseite des Traum-Haus e. V., Bielefeld

Verständniskärtchen zum Ausdrucken (bei mutmachen)

Samstag, 27. Mai 2017

Eltern – Als wären sie nie dagewesen

Wenn Paare sich trennen, werden Kinder häufig instrumentalisiert. Zwei Väter und eine Mutter erzählen, wie sie entsorgt wurden und schließlich ihre Kinder verloren. 

An einem Mittwochnachmittag im April steigt Oliver Zimmermann* das fünfte Jahr infolge unterhalb des Kölner Doms aus der Stadtbahn. Er trägt Schwarz, als wäre er in Trauer, in der Hand hat er eine Rose. Wie immer an diesem Tag im Jahr geht er zur Hohenzollernbrücke, bis zu jener Stelle, wo Hunderte von Vorhängeschlössern am Geländer hängen, in Köln eine mittlerweile umstrittene Touristenattraktion. Sie alle erzählen vom Anfang einer Liebe. Hunderte von Liebesschwüren, in allen Farben und Schriften in Stahl graviert. Zimmermann steckt seine Blume in die Öffnung jenes Schlosses, das er vor fünf Jahren hier befestigt hat. Darauf sind die Namen seiner Kinder graviert und: "Die Liebe im Herzen, die nimmt man immer mit". Es ist der 18. Geburtstag seiner Tochter. 

Auch Oliver Zimmermanns Schloss erzählt die Geschichte einer Liebe, die unerwartet zu Ende ging. Er sei weder verrückt noch pathetisch, sagt der 47-Jährige, dies sei nur ein Ort, wo er in Ruhe versuchen könne, Dinge zu verstehen, während sein Pakt mit der Ewigkeit in Form eines roten Vorhängeschlosses im Wind vor sich hin klappert. Die Schlüssel hat er damals in den Rhein geworfen, so weit er konnte gen Westen, in den Sonnenuntergang. Je weiter, desto sicherer, dachte er, als der Schlüssel im lehmigen Wasser des Rheins versank.


An Geburtstagen kommt er hierher, an Feiertagen und zuletzt zur Erstkommunion seines Sohnes. Auch am Vatertag war er hier im vergangenen Jahr. Oliver Zimmermann ist keiner, der mit anderen Vätern mit einem Bollerwagen durch die Stadt zieht. Dieser Tag hat für ihn eine andere Bedeutung.

Oliver Zimmermann ist ein entsorgter Vater. Seit fünf Jahren sind seine Kinder aus seinem Leben verschwunden. Und manchmal vergisst er, dass sein Leben trotzdem weitergeht. 
mehr:
- Eltern-Kind-Entfremdung – Als wären sie nie da gewesen (Andea Müller, ZON, 25.05.2017)

Dienstag, 1. November 2016

Liebe muß zwangsläufig frustriert werden…

Aus Versuchen, Möbelstücke eines schwedischen Einrichtungshauses zusammenzubauen, weiß man, dass der Texttypus der Gebrauchsanleitung im Prinzip der Peripetie wurzelt: Übersichtlichkeit schlägt vor dem geistigen Auge von einer Sekunde zur nächsten in Gewusel um. Sonnige Ordnung in den Sturm des reinsten Chaos. Man hat am Ende kein Möbel. Aber die Erkenntnis gewonnen, dass der Grad der Systematik einer Gebrauchsanleitung nichts anderes ist als ein Barometer für das Durcheinander, das man sich ins Haus geholt hat.

Auffallend ähnlich verhält es sich mit mit Sachbüchern über die Liebe. Je enger sie sich an die Form der Gebrauchsanleitung halten, desto stärker erwecken sie den Verdacht, zu diesem Mittel gliedernder Vernunft nur deshalb zu greifen, weil sie fürchten, von der Anarchie ihres Themas überrollt zu werden. Ein Buch, das den Titel Der Beziehungsführerschein. Mit Simply Love auf Dauer glücklich trägt und ein ausgefeiltes psychologisches Curriculum der Eherettung enthält, kommt im Grunde genommen als Kampfansage gegen den Kollaps im emotionalen Verkehrswesen daher, ohne den es die Liebe aber nun mal nicht gäbe.


Es ist ein Buch, das Anleitung und Ratschlag zum Dogma erhebt: Jeder Trottel kann einen Ikea-Schrank zusammenbauen. Er muss nur wollen! Jede Ehe kann funktionieren. Die Eheleute müssen nur dauerhaft, konsequent und effizient an ihr und ihrer Liebe arbeiten! Das kann ja sein. Viele der Ratschläge, die die Autorin Katja Sundermeier, eine Psychologin mit reichlich Erfahrung im Beraten, Coachen, Therapieren von (Ehe-)Paaren, unterbreitet, sind für Leute, die beim morgendlichen Zähneputzen schon mit der Brüllerei anfangen, bestimmt sehr gesund. Nur zieht die Sprache der Erfolgsrationalität, die von Haus aus jede Gebrauchsanleitung beherrscht, der Liebe, von der auf jeder Buchseite die Rede ist, und ihren speziellen Obsessionen den Boden unter den Füßen weg.
mehr:
- Bringen Sie Ordnung in Ihr Gefühlsleben! (Ursula Maerz, ZON, 27.10.2005)

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Der Neoliberalismus macht einsam und krank

Entfremdung Der Neoliberalismus macht einsam und krank. Das zeigen jüngste Erhebungen zu psychischen Störungen bei Kindern einmal mehr
Kann man sich eine schwerwiegendere Anklage gegen ein System vorstellen als eine epidemische Ausbreitung psychischer Erkrankungen? Heute leiden Menschen auf der ganzen Welt unter Angststörungen, Stress, Depressionen, sozialen Phobien, Essstörungen, dem Zwang, sich selbst zu verletzen und Einsamkeit. Die jüngsten Zahlen über die psychische Gesundheit von Kindern in England geben ein schreckliches Bild ab machen deutlich, dass es sich um eine globale Krise handelt.

Es mag dafür viele Gründe geben, aber mir scheint, dass ein grundelegende Ursache überall dieselbe ist: Menschliche Wesen, diese ultrasozialen Säugetiere, deren Gehirne darauf ausgerichtet sind, auf andere Menschen zu reagieren, werden systematisch auseinandergetrieben. Wirtschaftliche und technologische Veränderungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie erzählen uns beständig, dass wir unser Glück im kompetetiven Eigeninteresse finden, und in einem grenzenlosen Individualismus.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Der Konkurrenzdruck im Bildungssystem wird immer härter. Die Jobsuche grenzt oft genug an eine Nahtoderfahrung, bei der immer verzweifeltere Menschen immer weniger Stellen hinterherjagen. Endlose Wettbewerbe und Castingshows im Fernsehen fördern völlig unrealistische Erwartungen, während die realen Möglichkeiten immer weniger werden.

Die wachsende soziale Lücke wird mit Konsum gestopft. Doch er heilt nicht die Krankheit der Isolation, sondern verstärkt den Hang unseren sozialen Status zu vergleichen – bis wir alles andere verschlungen haben und anfangen, uns selbst zu zerfleischen. Die sozialen Medien bringen uns zusammen und treiben uns gleichzeitig auseinander, indem sie uns ermöglichen, unser soziales Ansehen genau zu quantifizieren. Sie zeigen uns, dass andere mehr Freunde und Follower haben als wir.

Wie Rhiannon Lucy Cosslett sehr gut gezeigt hat, verändern Mädchen und junge Frauen routinemäßig ihre geposteten Fotos, um schlanker zu wirken. Manche Handys machen das mit ihren Beauty-Settings ganz automatisch, ohne ihre Besitzerinnen überhaupt zu fragen. So kann man heute zu seiner eigenen Dünnspiration werden. Willkommen in der nächsten Stufe der Hobb'schen Dystopie: ein Krieg aller gegen sich selbst.

Ist es verwunderlich, dass in diesen einsamen Innenwelten, in denen Berührung durch einen Klick auf die Filterfunktion ersetzt werden, junge Frauen massenhaft an psychischen Störungen leiden? Eine neue Studie in England legt nahe, dass jede vierte Frau zwischen 16 und 24 sich schon einmal selbst verletzt hat und jede achte an posttraumatischen Belastungsstörungen leidet. 26 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe sind von Angst, Depression, Phobien oder Zwangsstörungen betroffen. So sieht eine öffentliche Gesundheitskrise aus.

mehr:
- Alle gegen sich selbst (George Monbiot, der Freitag, 19.10.2016)

siehe auch:
- "Niemand hatte einen Vertrag" (Anna Bordel, ZEIT campus, 10.10.2016)
- 4,50 Euro Stundenlohn (Katharina Meyer zu Eppendorf, ZEIT campus, 18.10.2016)
Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)

Mittwoch, 10. August 2016

Ein Tauchgang in die Persönlichkeit von Michael Phelbs

Michael Fred Phelps (* 30. Juni 1985 in BaltimoreMarylandVereinigte Staaten) ist ein US-amerikanischer Schwimmer, der seit Anfang des 21. Jahrhunderts zur Weltspitze gehört. Er gilt als der vielseitigste Schwimmer der Gegenwart und ist mit 25 olympischen Medaillen, davon 21 mal Gold, der bisher erfolgreichste Olympionike.[1]  [Michael PhelpsWikipedia, abgerufen am 10.08.2016]
==============
Zum „Greatest of All Times“ fehlt ihm nicht nur politisches Schwergewicht. Der erfolgreichste Olympia-Sportler aller Zeiten ist Michael Phelps aber mit astronomischem Abstand. Ein Tauchgang in die Persönlichkeit des 18-fachen Goldfischs mit Pool-Pensionist Markus Rogan.

Michael Phelps heißt mit Mittelnamen Fred, wie sein Vater, der sich scheiden ließ, als der Youngster gerade einmal neun war. Jahrzehntelang war ihr Verhältnis getrübt wie das Wasser in einem Schwimmteich mit Algenteppich. Doch in der schwierigsten Lebensphase seines Sohnes taucht Fred, ein ehemaliger Polizist, wieder auf. Es ist Ende Oktober 2014, Michael befindet sich 45 Tage in der Entzugsklinik „The Meadows“ in Wickenburg, Arizona.

Doch der persönliche und gesellschaftliche Knock-out kam goldrichtig. Die Rollwende im Leben gelingt, vorläufiger Höhepunkt ist der 29. Juni 2016: Michael Phelps schafft über 200 m Delphin die Qualifikation für seine fünften Olympischen Spiele. In den Tagen darauf sichert er sich auch Startplätze über 100 m Delphin und 200 m Lagen – und kann den Rekord von 18-mal Gold sowie je 2-mal Silber und Bronze ausbauen. „Wenn er sein Programm nicht überfüllt, kann er zwei Staffelund drei Einzel-Goldene holen“, schätzt Markus Rogan, der wie Phelps bei der WM 2001 im japanischen Fukuoka seine erste Medaille erschwommen hat. „Macht er den Fehler und probiert zu viele Bewerbe, wird ihm das organisatorische Chaos in Rio die Regenerationszeiten zu sehr reduzieren und er wird weniger gewinnen“.

mehr:
- Die ganze Story // Markus Rogan: Ein Tauchgang in die Persönlichkeit von Michael Phelbs (Bob Mayr, Sportmagazin.at, aktuelle Ausgabe)
siehe auch:
- Michael Phelps findet zurück in die Goldspur (Berliner Morgenpost, 30.06.2016)
- Michael Phelps, ‘Are You an Alcoholic?’ (Dorri Olds, the fix, 05.02.2016)
- Nach Alkoholfahrt: Michael Phelps geht in Therapie (SPON, 05.10.2014)
- Ein Übermensch? (Robert Dunker, Die Welt, 16.08.2008)

Freitag, 15. Juli 2016

Die Entwertung des Erwachsenseins – Bindungslosigkeit

page1image12864Sascha Z. ist Soldat. Aus Berufung, sagt er, das sei mehr noch als Überzeugung. Den Einzelkämpferlehrgang hat der ernsthafte dreißigjährige Panzergrenadier, den seine Stubenkameraden als "völlig humorlos" bezeichneten, erstklassig bestanden. Das beste Ergebnis seit zehn Jahren, beschieden ihm die Ausbilder. Längst hält sich Sascha eine eigene Wohnung am derzeitigen Einsatzort. Ein kleines privates Fitneß-Studio mit diversen Bänken und Hanteln ergänzt das Mobiliar. Am Bettrand und auf der Toilette stapeln sich Männermagazine, Dossiers und Anleitungen zum Muskelaufbau. Sascha leidet unter seiner Schmalbrüstigkeit. Das würde der wortkarge Mann nie eingestehen. Zwischen Bücherregalen, in der penibel gerichteten Küche und über dem Bett des Junggesellen hängen große Sesamstraßen-Plakate. Ernie und das Quietsche-Entchen, Miss Piggy hysterischen Blicks, Oskar, der frech aus der Mülltonne lugt.

Ganz neu ist die Klage über eine infantile und zunehmend regredierende Gesellschaft nicht. In den späten 1960ern wurde im Rahmen von Alexander Mitscherlichs Kritik und Vision einer vaterlosen Gesellschaft eine allgemein konstatierte Reifungshemmung nahezu schlagworttauglich. Später bemerkte Neil Postman in Das Verschwinden der Kindheit, daß 

[Neil Postman: Das Verschwinden der Kindheit, zuletzt Frankfurt a.M. 1995.]

es nur eine Frage der Perspektive sei, ob Kindheit oder Erwachsenenalter verschwänden und konstatierte zwischen Säuglingsalter und Senilität eine langgestreckte dritte Lebensstufe: die des "Kind-Erwachsenen". 

Mitte der Neunziger, im Zuge der massenhaften Versorgung deutscher Haushalte mit Privatfernsehen und den entsprechenden Blödelprogrammen und Voyeurshows, erschienen zahlreiche Bücher zur "kindlichen Gesellschaft", und der Spiegel titelte mit dem Schreckensbild eines Morbus Infantilitatis. Vor einem halben Jahr sorgte ein Aufmacher auf den Lifestyle-Seiten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung für Wirbel. Der Hohn, mit dem Matthias Heinen dort die Masse der altersmäßig längst erwachsenen "Endlospubertierenden" bedachte, trieb den Redakteur der beachtenswerten und sonst recht nüchtern argumentierenden Internetseite www.single-dasein.de zur Weißglut und einem 

[Matthias Heinen: Die Deutschen werden immer infantiler. in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 24. November 2003.]

flammenden Manifest: "Wir Infantilisten sind nicht infantil, sondern infantilistisch!" wurde da in Fettdruck gebrüllt, und: "Uns Infantilisten gehört die Zukunft, die Vergangenheit überlassen wir gerne euch." Erhellend ergänzt durch Analyse und O-Töne der infantilen Generation wurde Heinens Artikel im übrigen durch das Kursbuch "Die Dreißigjährigen" vom Dezember 2003 - das Dilemma der gelangweilten Pop-Generation ohne "abenteuerliche Herzen" wird hier greifbar. 

Die Kritik an Infantilismusvorwürfen wiederum ist so alt wie das eigentliche Symptom: Erstens, so argumentieren gerne die Sozialdemokratie und ihre wissenschaftlichen Adepten (etwa Ulrich Beck), 

[Ulrich Beck: Kinder der Freiheit: Wider das Lamento über den Werteverfall, in: Kinder der Freiheit (hrsg. von Ulrich Beck), Frankfurt a.M. 1997.]

seien Gemeinsinn und soziales Engagement unter jungen Erwachsenen niemals stärker ausgeprägt gewesen als derzeit. Außeracht gelassen wird dabei, daß gesellschaftliches Engagement sich heute weitgehend auf vereinzelte, überindividualisierte Zusammenhänge beschränkt und das Private wie das Gemeinschaftsganze ebensowenig tangiert, wie es etwas über vollmenschliche Reife aussagt. Eine ehrenamtliche Tätigkeit für Amnesty International oder Greenpeace zieht eben nicht nach sich, daß der alten Frau oder der hochschwangeren in der U-Bahn der Platz überlassen wird. Auch schwindende Manieren sind ein Aspekt der Unreife. 
mehr:
- Kinder an der Macht (Ellen Kositza, Grundlagen, Sezession, Juli 2004, PDF)

mein Kommentar:
schwindende Manieren, Unreife? Wo kommt das her?


HERBERT GRÖNEMEYER - kinder an die macht - LIVE @ WALDBÜHNE BERLIN 12-6-2015 [3:31]
Veröffentlicht am 12.06.2015
x

Dienstag, 5. Juli 2016

Teenager-Eltern: Lauchs

Was waren das für goldene Zeiten, als sie uns auf Händen getragen haben, die lieben Kleinen: Mama wusste alles, konnte alles, ihr Wort galt, ihr Rat war gefragt. Dann kam die Pubertät.

Damit muss man erstmal klarkommen als Mutter. Es ist wie ein Schock. Eben noch hattest du diesen göttergleichen Nimbus, zu dir wurde aus ein Meter zwanzig Augenhöhe emporgestrahlt und plötzlich ist die Zeit auf dem Sockel vorbei. Du wirst kaum noch wahrgenommen und ins Gesicht schaut man dir nur noch, um dich wütend anzufunkeln. Eine neue Ära hat begonnen, scheinbar von heute auf morgen. Sätze wie "Das ist MEINE Mama!", "MEINE Mama kann das!" und "Ich bin so froh, dass DU meine Mama bist!", wirst du nie wieder hören. Das war einmal. Du bist entmachtet und entthront, denn auf dem goldenen Stuhl mit der hohen Rückenlehne und dem dunkelroten Samtbezug hockt nun jemand anders: dein Teenager.

Du bist degradiert. Zur Haushaltssklavin, deren Meinung nicht interessiert und deren Wünsche ignoriert werden können. Du hörst nur noch Fragen wie "Was gibt's zu essen?", "Wann gibt's (endlich) was zu essen?" und "Kann es mal wieder ein Steak geben?". Wagst du es einmal, das Wort an deine Brut zu richten, mit einem Vorschlag, einer Ansicht, gar einer Betrachtung zur Jugend, gibt es nur noch eine Reaktion: "Dein Ernst, Mama?" Eine Rückfrage kannst du dir sparen, der Blick, der damit einhergeht, sagt alles.

mehr:
- Teenager: Und plötzlich hörst du nur noch: "Dein Ernst, Mama?" (Susanne Baller, Stern, 04.07.2016)

mein Kommentar:
Kinder müssen sich abgrenzen. Das gehört zur Entwicklung. Diese Entwicklung tut weh – wie jeder Wachstumsprozeß, nicht nur den Eltern. Ein bißchen weniger Selbstmitleid tut gut.

Mittwoch, 27. April 2016

Schweigen im Labyrinth

Kindheit ist kein Paradies: Die schwedische Schriftstellerin Mare Kandre erzählt in "Aliide, Aliide" von Scham, Missbrauch und Selbstekel.

In diesem Roman der schwedischen Schriftstellerin Mare Kandre, die 2005 im Alter von 42 Jahren starb, gleicht alles labyrinthischen Verirrungen und Verbindungen: die angstvollen Gefühle und Gedanken der achtjährigen Protagonistin Aliide; die dunklen Straßen und Gänge der Stadt; die gefühlte innere Beschaffenheit ihres ihr fremden Körpers; die Gänge im Haus der Großeltern. Und mittendrin steht Aliide, die versucht, in diesem bedrohlichen, undurchschaubaren Labyrinth, als das ihr das Leben erscheint, nicht unterzugehen. Ein Mädchen, das seismografisch genau alle Stimmungen um sich herum wahrnimmt. Das an der Verschlossenheit der Erwachsenen leidet. Und das vor allem in sich selbst ein so großes Reservoir an Angst und Schmerz trägt, dass es glaubt, daran zu sterben.

Dass die Kindheit kein Paradies ist, ist keine Neuigkeit. Die Radikalität und die sprachliche Ausdruckskraft aber, mit der Mare Kandre die innere Welt eines Mädchens als Höllengang schildert, ist außergewöhnlich, einfühlsam, auch verstörend. Woher kommen all dieser Schmerz und diese Angst?

mehr:
- Mare Kandre: Schweigen im Labyrinth (Carola Ebeling, ZON, 27.04.2016, beachte auch die Kommentare)

Samstag, 12. März 2016

Partnersuche : "Frauen suchen den Alpha-Softie"

Die Paartherapeutin Lisa Fischbach weiß, was Menschen anklicken, wenn sie Datingportale besuchen. Ein Gespräch über neue Ansprüche bei der Partnersuche
mehr:
- Partnersuche : "Frauen suchen den Alpha-Softie" (Lydia Klöckner im Interview mit Paartherapeutin Lisa Fischbach, ZON, 10.03.2016)
[…] die meisten Männer sind besser in Entweder-oder als in Sowohl-als-auch. Die verschiedenen Ansprüche verwirren sie. […]
[…] Viele Frauen haben nach wie vor die Erwartung, dass der Mann den ersten Schritt macht, also den aktiven Part übernimmt. Dabei darf er aber bitte nicht zu anzüglich oder offensiv sein. Allerdings auch nicht zu schüchtern. Eben charmant. Der akzeptierte Verhaltenskorridor ist sehr eng, und obendrein lässt er sich von kaum einer Frau ganz konkret beschreiben, das ist eher so ein "Von allem etwas zum richtigen Zeitpunkt". Die Balance zu halten ist knifflig; manche Männer frustriert das.

Dienstag, 1. März 2016

Ciao, Quentin, Deine Splatter-Filme muß ich mir nicht mehr ansehen

Ein Pornofilm ist die audiovisuelle Realisation der Pornografie (vom griechischen porne ‚Hure‘, graphein ‚schreiben‘) im Medium Film. Pornografie wird oft definiert als unmittelbare und deutliche Darstellung menschlicher Sexualität und primärer Geschlechtsmerkmale, die die sexuelle Stimulierung des Konsumenten zum Ziel hat. (Pornofilm, Wikipedia)
==========
Als Splatterfilm bezeichnet man eine Art des Horrorfilms, bei der die Darstellung von exzessiver Gewalt und Blut im Vordergrund steht. Das englische Verb to splatter bedeutet „spritzen“. Der Splatter, der auf die konkreten Akte der Gewalt wie Verletzung oder Zerstückelung fixiert ist, unterscheidet sich vom sogenannten Gore (englisch für „geronnenes Blut“ und „durchbohren“, „aufspießen“), der sein Augenmerk mehr auf das fertige Ergebnis dieser Akte, sowie auf detailliert inszenierte Ausweidungen legt. Eine genaue Differenzierung fällt allerdings in den meisten Fällen schwer, da beide Formen oft ineinander übergehen. Splatter oder Gore sind zudem nicht auf den Horrorfilm beschränkt, vielmehr finden sich entsprechende Elemente in den verschiedensten Genres. „Splatterfilme“ bilden daher nicht so sehr ein eigenes Genre, sondern bezeichnen eine allgemeine Strategie affektorientierter filmischer Körperdarstellung. (Splatterfilm, Wikipedia)
==========
Tarantino kam als Sohn der damals erst 16-jährigen Connie Tarantino und des 21-jährigen Italo-Amerikaners Tony Tarantino in Knoxville, Tennessee, zur Welt. Seinen Namen verdankt er Quint Asper, einer Figur aus der Westernserie Rauchende Colts. Diese wurde zur Zeit seiner Geburt von Burt Reynolds gespielt. Die Figur in der Serie war Halbblutindianer wie Tarantinos Mutter (jeweils zur Hälfte irischer und Cherokee-Abstammung).
Als Tarantino zwei Jahre alt war, zog seine Mutter mit ihm nach Los Angeles, wo sie ihn alleine großzog. Als Einzelkind verbrachte er seine Freizeit besonders gern in kleinen Vorstadtkinos, die hauptsächlich Martial-Arts- und B-Movies (Grindhousefilme) zeigten. (Quentin Tarantino, Kindheit und Jugend, Wikipedia)
==========

Die Tatsache, daß Du Dich als Fußfetischisten bezeichnest (Quentin Tarantino, Weitere Markenzeichen, Wikipedia) interessiert mich allenfalls als Psychotherapeut. Und wenn Du Deine Interessen so gekonnt künstlerisch verpacken kannst, daß Du damit sogar vor einem Millionen-Publikum Salma Hyeks Füße lecken darfst, Kompliment!


Salma Hayek Table Dance - From Dusk Till Dawn [4:02]

Hochgeladen am 03.11.2011

Aber wie ein Schwarzer, dem ich nachts nicht unbedingt allein begegnen möchte, gefesselt und geknebelt rektal penetriert wird, bringt mich vielleicht zum Schmunzeln, interessiert mich aber nicht besonders.

Pulp Fiction | 'Pretty Far from Okay' (HD) - Bruce Willis, Ving Rhames | MIRAMAX {3:50}

zzz
x
»Luis Buñuels berühmter Schnitt durch den Augapfel aus Un chien andalou / Der andalusische Hund (F 1928) erscheint unter dieser Perspektive als doppelter Schnitt: Er findet auf der Leinwand statt und attackiert – als Bewegungsbild – die Nerven und Sinne der zuschauenden, mitfühlenden Subjekte im Kinoraum (Was nicht aufhört, wehzutun, Matthias Wittmann, NachdemFilm, 01.01.2008, Hervorhebung von mir)

Quelle: Vorlieben: Tarantino mag's schön blöd (SPON, 26.08.2009)
Dein Gesicht wirkt auf mich wie die Maske eines Kleinkindes, das Mama immer sein Lächeln präsentieren mußte, damit Mama mit seiner Zufriedenheit zufrieden war. In welcher Hölle mußt Du großgeworden sein! Welche Schmerzen mußt Du erlebt haben, daß Du solche Phantasien hast! Und wie muß es in einer Gesellschaft aussehen, daß solche Splatter-Filme einen solchen Erfolg haben?!
Es tut immer noch weh, und Dein Schmerz, den Du immer noch in Dir trägst, wird nicht weniger, wenn Du ihn auf einem dafür zahlenden Millionen-Publikum ablädst. Der Oscar in Deiner Hand wird Dir für kurze Zeit Erleichterung verschaffen, aber dann kommt das Gefühl, nicht so akzeptiert zu sein, wie Du bist, zurück. Dein ganzes Leben ist ein Spiel um das Werben um Akzeptiert-Sein, und Dein in Deiner frühen Kindheit antrainierte Lächeln ist zu einer Fratze geworden, die Du selbst nicht mehr (glauben) magst. 

Still Face Experiment: Dr. Edward Tronick [2:49]


Hochgeladen am 30.11.2009
Copyright © 2007 ZERO TO THREE http://www.zerotothree.org 
Ed Tronick (http://www.umb.edu/Why_UMass/Ed_Tronick), director of UMass Boston's Infant-Parent Mental Health Program (http://www.umb.edu/academics/cla/psyc...) and Distinguished Professor of Psychology, discusses the cognitive abilities of infants to read and react to their social surroundings. The video is an excerpt from Lovett Productions' HELPING BABIES FROM THE BENCH: USING THE SCIENCE OF EARLY CHILDHOOD IN COURT.

Using the "Still Face" Experiment, in which a mother denies her baby attention for a short period of time, Tronick describes how prolonged lack of attention can move an infant from good socialization, to periods of bad but repairable socialization. In "ugly" situations the child does not receive any chance to return to the good, and may become stuck.

For more information about Infant-Parent Mental Health, visit http://www.umb.edu/academics/cla/psyc...

To hear about Ed Tronick's latest work, visit http://www.youtube.com/watch?v=vmE3Nf...

To support the Infant-Parent Mental Health program, visit https://securelb.imodules.com/s/1355/... and write "Infant-Parent Mental Health Program" in the "Other" field.

Du spielst das Hollywood-Spiel genauso mit, wie Du das Lieb-Sein-Brav-Sein-Glücklich-Sein-Spiel Deiner Mutter mitspielen mußtest, um Dich nicht für die Enttäuschung in ihrem Gesicht verantwortlich fühlen zu müssen.
Du hast es inzwischen geschafft, Deine mörderischen Phantasien und Dein von einem glücklichen Lächeln begleitetes unerträgliches hilflos-ausgeliefertes Leiden in eine von der intellektuellen und cineastischen Elite goutierbare Form 
(Du verkleidest deren Leiden in eine cineastisch verfremdete – und dadurch für sie akzeptierbare –) 
Form zu bringen 
(als aggressive Ausgabe von Woody Allen), 
nichtsdesto trotz kommt es immer wieder, egal in welcher Form Du es ausspuckend auf Celluloid zu »bannen« versuchst. Es ist nicht bannbar! Und es wird nicht weniger! Und Deine Taktik, Dir über den cineastischen Umweg das Gefühl akzeptiert zu werden zu erarbeiten, verschafft Dir immer nur für kurze Zeit Erleichterung! Damals mußtest Du das Spiel Deiner Mutter mitspielen, heute mußt Du das Spiel der US-amerikanischen und europäischen Cineasten-Elite mitspielen… (und Dich wie der Nigger in Pulp Fiction in den A… ficken lassen)

Pulp Fiction's Funniest Moments [8:54]

Veröffentlicht am 16.02.2016
Video may contain spoilers. Compilation of the funniest moments in Quentin Tarantino's Pulp Ficiton (1994).
Pulp Fiction is a movie directed and written by Quentin Tarantino and stars John Travolta, Samuel L Jackson, Uma Thurman and Bruce Willis.

Kill Bill gibt vor, ein Film über Rache zu sein.
Ich behaupte: es geht ums Töten, und das Thema Rache ist nur das Feigenblatt dafür.
Deshalb nenne ich Deine Filme »Splatter-Filme«. Genauso wie man im Porno hauptsächlich primäre Geschlechtsteile zu sehen bekommt, bekommt man in Deinen Filmen hauptsächlich Deine Gewaltphantasien zu sehen – egal vor welchem Hintergrund, egal innerhalb welcher Story…
Bißchen dünn, findest Du nicht?
Aber darüber mußt Du Dir ja inzwischen keine Gedanken mehr machen, scheinbar bist Du akzeptiert. Genauso, wie sich Erwachsene durch Masturbation einen Orgasmus verschaffen (als wunscherfüllende Phantasie – Marguerite SechhayeLa réalisation symbolique), kannst Du für einige Stunden die scheinbare Erfüllung Deiner Sehnsüchte bei der Entgegennahme des Oscars phantasieren. 

Kill Bill Vol.1 Trailer [2:25]


Hochgeladen am 10.08.2008
Der offizielle Trailer zu Kill Bill Vol.1 auf Deutsch
Anfang Mai 2011 wurde bekannt, dass Tarantinos nächstes Projekt ein Western mit dem Titel Django Unchained sein würde. Christoph WaltzJamie FoxxLeonardo DiCaprioKerry Washington und Samuel L. Jackson übernahmen Rollen. Christoph Waltz wurde als „Bester Nebendarsteller“ mit einem Golden Globe ausgezeichnet und bekam zum zweiten Mal nach 2010 den Academy Award (Oscar).Ende November 2013 kündigte Tarantino in der The Tonight Show einen weiteren WesternThe Hateful Eight, an. Nachdem sein Drehbuch, das er seinen Angaben zufolge nur sechs Personen ausgehändigt hatte, im Januar 2014 vermutlich von einer Schauspieleragentur an Dritte weitergereicht worden war, kündigte er einen Stopp der Planungen für den Film an.[4] Am 21. April 2014 veranstaltete er in Los Angeles mit den ursprünglich angedachten Schauspielern eine Lesung des Drehbuchs. The Hateful Eight spielt während eines Schneesturms in einem Kurzwarenladen und wird von zwei Kopfgeldjägern dominiert. Die festsitzende Notgemeinschaft wird, Stück für Stück, von einem geheimnisvollen Mörder dezimiert. Tarantino verkündete nach der Lesung, dass es sich noch nicht um eine finale Fassung handle und dass er das Drehbuch noch mehrmals umschreiben wolle.[5] Am 25. Dezember 2015 kam der Film in die Kinos. [6] (Quentin Tarantino, Django Unchained und The Hateful Eight, Wikipedia)
DJANGO UNCHAINED Trailer German Deutsch | FullHD 2013 [2:27]

Veröffentlicht am 10.07.2012
Django Unchained startet am 17. Januar 2013 | Trailer 2: http://youtu.be/YHGbCJgFV5M | http://youtube.com/Filme | http://fb.com/KinoCheck
Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django, einem Sklaven, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz, Auge in Auge gegenübersteht.

Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat -- tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meist gesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie. Candie ist der Eigentümer von „Candyland", einer berüchtigten Plantage. Als Django und Schultz das Gelände der Plantage unter Vorgabe falscher Identitäten auskundschaften, wecken sie das Misstrauen von Candies Haussklaven und rechter Hand Stephen . Jede ihrer Bewegungen wird fortan genau überwacht und eine heimtückische Organisation ist ihnen bald dicht auf den Fersen. Wenn Django und Schultz mit Broomhilda entkommen wollen, müssen sie sich zwischen Unabhängigkeit und Solidarität, zwischen Aufopferung und Überleben entscheiden...

Oscar®-Preisträger Quentin Tarantino schrieb das Drehbuch und führte Regie bei DJANGO UNCHAINED. Der hochkarätig besetzte Film wurde produziert von Stacey Sher, Reginald Hudlin und Pilar Savone. Executive Producers sind Harvey und Bob Weinstein, Michael Shamberg, Shannon McIntosh und James Skotchdopole. DJANGO UNCHAINED wird in den USA von The Weinstein Company und international von Sony Pictures herausgebracht.

THE HATEFUL EIGHT Trailer Teaser GERMAN DEUTSCH | Quentin Tarantino Film 2016 [2:55]

Veröffentlicht am 12.08.2015
THE HATEFUL EIGHT TRAILER Teaser GERMAN DEUTSCH Untertitel Quentin Tarantino Film 2016 OT: THE HATEFUL EIGHT Official Movie Trailer #1 (2015). Full Movie (Ganze Filme) bei Amazon: http://amzn.to/1DOCWJl | Kinostart: Januar 2016 | Mit The Hateful Eight wendet sich Quentin Tarantino erneut dem Western zu und schickt acht hasserfüllte Männer in einen Showdown inmitten eines Schneesturms.

Handlung von The Hateful Eight
Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Stagecoach-Kutsche bahnt sich mühsam ihren Weg durch den Schnee in Richtung der Bergstadt Red Rock. An Bord befinden sich der Kopfgeldjäger John ‘The Hangman’ Ruth (Kurt Russell), dessen Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) sowie die Anhalter Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger sein Geld verdient, und Chris Mannix (Walton Goggins).

Aufgrund eines Schneesturms legen sie einen Zwischenstopp in Minnies Kleinwarenladen ein. Darin treffen sie zwar nicht auf Minnie, aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bob (Demián Bichir), auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage (Michael Madsen), auf General Sandford ‘Sandy’ Smithers (Bruce Dern) und auf Oswaldo Mobray (Tim Roth). Was auf den ersten Blick wie ein zufälliges Zusammentreffen von Fremden in einem vergessenen Winkel der Welt wirkt, ist in Wahrheit ein Abrechnung für Untaten während des Bürgerkrieges, die schon Jahre zurückliegen, aber alle Männer mit Hass erfüllt haben. Einen Hass, der jedes Wort in dem kleinen Laden zu einem Todesurteil werden lassen kann…

Es geht in Deinen Filmen ständig ums Töten bzw. dessen Unabwendbarkeit – wie bei einer griechischen Tragödie… Wie Züge, die aufeinander zurasen, und man hat als Zuschauer nur die Wahl, hilflos zuzusehen und sich zu fragen, wann die Katastrophe geschieht und welche Form das Leiden hat, das auf einen zukommt. Die Absurdität der Gewalt wird in immer neuen Variationen aufgetischt.
Ich muß mir das Strangulieren einer verlebten, kaputten Frau nicht in allen Einzelheiten ansehen, wozu?
Ich muß mir auch nicht ansehen, wie ihr Bruder/Liebhaber von hinten durch den Kopf geschossen wird und sein auseinandergeplatztes Hirn auf ihrem Gesicht landet. Wozu?
Die Musik von Ennio Morricone macht das auch nicht besser.
Ob jemand einen anderen aus Hass auf Schwarze, aus Hass auf Weiße, aus Hass auf die Nord- oder aus Hass auf die Südstaaten oder aus einer frühkindlichen Traumatisierung heraus in Zeitlupe erschießt…
Wozu soll ich mir das ansehen?
Wozu soll ich mir die Blut darstellende rötliche Flüssigkeit, die sich in einem Gummisäckchen am Körper des nach hinten, nach vorne oder zur Seite kippenden Schauspielers – sei es mit Hollywood-typisch zerfressenen oder makellos weißen Zähnen – und mag er noch so hoch bezahlt sein – ansehen?
Um über die Absurdität des menschlichen Lebens oder darüber zu philosophieren, was sich Menchen einander antun, um der ungehemmten und in kunstvollen Inszenierungen »gezähmten« Gewalt gegenüber die Hilflosigkeit zu empfinden, die Du damals empfunden hast, 
oder um für Dich über die Hilflosigkeit der Gewalt gegenüber zu trauern?

siehe auch:
- 10 Weird & Obscure Facts About Quentin Tarantino (Amy Mainard, What Culture, 09.01.2013)
- The Personality of Quentin Tarantino (Passion for Movies, 18.09.2012)
- Was Freud und Tarantino gemeinsam haben (Vortragsankündigung, Internationale Psychoanalytische Universität, 2012)
- Quentin Tarantino Must Have AS (WrongPlanet, 07.11.2009)
- Quentin Tarantino: the golden boy must make good (Ryan Gilbey, 03.05.2009)
- Profile: Hollywood's hitman: Quentin Tarantino - A sadist or just a stylist? David Thomson on the boy-wonder director of 'Pulp Fiction' (David Thomson, Independant, 23.10.1994)