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Freitag, 24. Juli 2020

Frank Zappa

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Frank Vincent Zappa (Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i) (* 21. Dezember 1940 in BaltimoreMaryland; † 4. Dezember 1993 in Laurel CanyonKalifornien) war ein amerikanischer Komponist und Musiker. Er veröffentlichte zu Lebzeiten 62 Musikalben. Zappa wurde in die Rock and Roll Hall of Fame[1] aufgenommen und erhielt zwei Grammy Awards.
Wirken 
Zappa hat die Rockmusik erheblich beeinflusst, sowohl durch seine von Stilanleihen und rhythmischer Vielfalt geprägten Kompositionen als auch durch seine Texte. Diese nahmen Bezug auf Popkultur und Zeitgeschehen und waren oft satirisch oder auch dadaistisch-absurd geprägt. Zappa betätigte sich auch als Musikproduzent und Filmregisseur und komponierte orchestrale Stücke. Sein Hauptinstrument war die E-Gitarre, er war aber auch oft als Sänger zu hören und spielte Schlagzeug, E-Bass und Keyboards. Charakteristisch für Zappa waren seine mitunter in größeren dramaturgischen Zusammenhängen gestalteten Bühnenshows, seine (Musik-)Filme, die als Vorbild für die Bildästhetik des Musikfernsehens gesehen werden können, sowie sein Wirken als autarker Musikproduzent, der alle Schritte der Produktentstehung steuerte und beeinflusste.[2]
[Frank Zappa, Wikipedia, abgerufen am 06.08.2020]
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Zapped – Frank Zappa | Doku | ARTE {1:00:30}

Irgendwas mit ARTE und Kultur
Am 24.07.2020 veröffentlicht 
Als Frank Zappa am 4. Dezember 1993 in Los Angeles im Alter von 52 Jahren starb, verlor die Welt einen ihrer kreativsten und provokantesten Künstler. Der amerikanische Sänger und Gitarrist, der wegen seiner ungestümen Äußerungen bisweilen von der Plattenindustrie und bestimmten Radiosendern zensiert und boykottiert wurde, gehört zu den unangepassten Persönlichkeiten der modernen Musikgeschichte.
Zu Beginn seiner Karriere war er selbst der kalifornischen Gegenkultur der Hippies zu unberechenbar und unbequem. Schon für seine erste Band The Mothers of Invention schrieb er radikal gesellschaftskritische Songs. Zwischen 1966 und 1993 veröffentlichte Zappa solo und mit den Mothers of Invention rund 60 Alben, darunter das Debütalbum „Freak Out!“. Zappa galt als Enfant terrible und als satirisches Mastermind der Musikszene, aber auch als genialer Autodidakt und versierter Geschäftsmann, der sein eigenes Label gründete und sich so ein Vermögen aufbaute. Seine bissigen Kommentare zu Politik, Religion, Plattenindustrie und Jugendkultur nahmen die musikalische und soziopolitische Realität jener Zeit klug in den Blick.
Dokumentarfilm von Thorsten Schütte (F 2013, 61 Min)
► Auf Youtube verfügbar bis zum 19.04.2025
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Sonntag, 5. August 2018

Können Maschinen denken?

Der Turing-Test aus systemtheoretischer Perspektive

Alan Turing beantwortete diese Frage nicht unmittelbar, sondern indirekt über das mittlerweile praktisch durchführbare Gedankenexperiment eines "imitation game". Seine Antwort lautete, es könne zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass Maschinen (Computer) denken können, wenn sie Kommunikation, etwa als Wechselspiel von Fragen und Antworten, derart gut imitieren, dass (durch Menschen) mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht entschieden werden kann, ob fragliche Kommunikation maschinell oder durch eine menschliche Person erfolgt.1️⃣ Dies zumal angesichts (damals zukünftiger) selbstlernender Maschinen bzw. Algorithmen, denen es in ihrer Anwendung möglich ist, eigene Strukturen zu verändern und damit potentiell die Simulation (?) der Kommunikation - bzw. des damit zusammenhängenden Denkens (?) - des "imitation game" fortlaufend zu verbessern.

Wir werden die eingangs gestellte Frage, bezugnehmend auf die Luhmannsche Systemtheorie2️⃣ und damit unter einem radikal anderen Blickwinkel als sonst üblich, relativ umstandslos und direkt beantworten können. Allerdings werden wir feststellen müssen, dass die schlichte, umstandslose Beantwortung der Frage durch die komplexen theoretischen Voraussetzungen der Systemtheorie erkauft sind. So ist etwa aus systemtheoretischer Perspektive keineswegs selbstverständlich, obgleich die eingangs gestellte Frage dies nahelegt, welche Instanz im Unterschied zum fraglichen maschinellen Denken fraglos Denken erlaubt.

Die scheinbar auf der Hand liegende Antwort, dass es sicherlich Menschen im Unterschied zu Maschinen sind, ist bei näherer Betrachtung keineswegs evident. Arme und Beine etwa gehören zweifellos zum Menschen, doch kommt diesen zumal amputierbaren Teilen "des Menschen" kaum eine wichtige Funktion beim Denkens zu. Weitere Überlegungen führen meist dazu, die Denkfähigkeit "des Menschen" im Gehirn zu verorten. Ist es aber fraglos das Gehirn, mittlerweile auch in Verbindung mit anderen Körperregionen, etwa dem Darm, welches denken kann? Dies eben im Unterschied zur fraglichen Denkfähigkeit eines "Computer-Gehirns"?

Schon diese schlichten Überlegungen zeigen, dass die Beantwortung der Frage, ob Maschinen denken können, eine differenzierte Betrachtung der fraglos Geltung beanspruchenden Prämisse dieser Frage erfordert. Nämlich, dass Denkfähigkeit, wenn vielleicht nicht pauschal im Menschen, so doch spezifisch im Gehirn zu verorten ist. Wir werden im Folgenden sehen, dass die Systemtheorie erlaubt, "den Menschen" in differenzierterer Weise zu betrachten, als sonst üblich.

Auch unseren Erwägungen gemäß erscheint einsichtig, mit der Systemtheorie zumindest drei Systemebenen zu unterscheiden. Neben einer psychischen, sich auf gedankliche Operationen beziehenden Systemebene, eine physische, auch das Gehirn bzw. das neuronale Netzwerk umfassende. Weiter ist sicherlich mit Blick auf "den Menschen" als soziales Lebewesen ein systematischer Bezug hinsichtlich kommunikativer Operationen zu unterscheiden.

mehr:
- Können Maschinen denken? (Jörg Räwel, Telepolis, 04.08.2018)

siehe auch:
- Donald Davidson, Vernünftige Tiere (Post, 13.02.2018)
Sind wir wie Roboter? (Post, 08.05.2015)
Ronald D. Laing (Post, 15.10.2012)
Heute vor 300 Jahren – 28. Juni 1712: Jean-Jacques Rousseau wird geboren (Post, 28.06.2012)
Die Infragestellung unseres Standard-Narrativs (Post, 13.03.2012)
- Ich fühle, also bin ich (Post, 23.11.2009)
Die Zen-Rivalen (Post, 01.04.2009)
Realitätsinterpretation… (Post, 08.04.2008)
Der gelbe Teufel (Post, 08.04.2008)
- Auf den Schultern eines Riesen … (Post, 04.04.2008)



Die für uns wichtigsten Aspekte der Dinge sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen. [Ludwig Wittgenstein, Quelle unbekannt]


Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache. [Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 109 [1953, posthum]

Montag, 4. Juni 2018

Die Schönheit des Abgrunds

Die Christine-Westermannisierung der Literatur hat ihren Siegeszug angetreten. Erstens durch Buchverkäufe. Kitsch verkauft sich besser als Qualität. Denken ist anstrengend, tut bisweilen weh, Kitsch funktioniert wie Pornographie, allerdings nicht in der Hose, sondern links unter dem Hemd. Was sich verkauft, wird auch massenhaft produziert. 


#metoo

Bei diesem Thema kann man sich wunderbar die Finger verbrennen. Mangelnde Empathie wird der erste Vorwurf sein. Als vor einem halben Jahr die #metoo-Debatte durch die Welt schwappte, blieb ein Aspekt unbeantwortet, der aber sehr maßgeblich ist: könnte es sein, dass brillante Menschen eine dunklere Seite haben als Normalos?

Seit Jahren geistert ständig eine Statistik durch die Gazetten, dass nämlich unter Spitzenmanagern der Anteil von Soziopathen übermäßig hoch sei. Dies bestätigt die Klischees vom herzlosen Kapitalisten.

Aber Künstler?

Besonders interessant erscheint mir der Fall Kevin Spacey. Die Empörung schlug Wellen, dass er augenblicklich die Serie House of cards verlassen musste.



Das Genie und das Böse

Spacey dürfte, was den Legendenstatus angeht, zu den allergrößten Namen in der Geschichte von Hollywood gehören. Er spielte in the usual suspects ein sich als Trottel gebendes kriminelles Superhirn, das die verhörenden Polizisten mit erfundenen Geschichten manipuliert. In Se7en verkörperte er einen unauffälligen, aber brillant perversen Serienmörder und in American Beauty stellte er einen frustrierten Vorstadt-Papi in der Midlifecrisis dar. Der gemeinsame Nenner: seine Rollen waren immer von manipulativer Intelligenz, auch schon vor Darstellung des fiktionalen Präsidenten Underwood.

Und jetzt die #metoo-Debatte. Was hatten wir doch für ein Vergnügen, wenn die von Spacey dargestellten Figuren ihren dummen Kontrahenten den Schneid abgekauft hatten. Es war beinahe so schön, wie wenn Robert de Niros Antihelden anderen die Knochen brachen, ihren Kopf in einem Schraubstock zerquetschten oder ihnen Teile des Gesichts wegbissen. Da schmecken die Nachos, und die Brause auf dem Schoß waberte launig hin und her. Privat sind Schauspieler ja ganz bodenständige nette Kerle, oder? Wenn nicht, wären wir dann etwa Komplizen?



Was erlauben Spacey?

Ist eine charakterliche Düsterheit vielleicht gar ein struktureller Vorteil des Genies, nicht nur fiktional, sondern real?



Felder der vielschichtigen Genies

Neben dem auffällig langen Wegsehen in Hollywood – die Liste der mutmaßlich Übergriffigen wird länger, wobei die Vorfälle wahrscheinlich über Jahrzehnte reichen – ist für mich gar nicht die geheuchelte Empathie seitens des Publikums von Belang. Es interessiert mich nicht, ob Spacey schuldig ist. Empathie wird nie meine Sache sein, das vorweg. Auch die Binsenweisheit, dass große Erfolge immun gegen Kritik machen, scheint mir nur bedingt interessant zu sein. Es erscheint viel interessanter und vordergründig erschreckender, dass eben nicht nur in den hohen Etagen deutscher Unternehmen, sondern gerade auch im Bereich der Kreativen, der Künstler und Erfinder, Wunderbares auf dem Mist des Schrecklichen besser wächst. Verdanken wir vielleicht Erbauung und Fortschritt vornehmlich dunklen Neigungen? Was, wenn ja? War Einstein treu? Diente ihm seine Promiskuität als Triebfeder in Denkprozessen gar?

mehr:
- Die Schönheit des Abgrunds - Empathie Pornos (Hans-Martin Esser, The European, 04.06.2018)

Gruber: "Will am liebsten schwulen Männern gefallen" | Nuhr im Ersten {5:51}

Comedy & Satire im Ersten
Am 16.02.2018 veröffentlicht
Abonniert uns! http://s.daserste.de/2kannsX
Offizieller "Comedy"-Kanal: http://s.daserste.de/2lneAof
Alle Clips: http://s.daserste.de/2kYqsIP
"Nuhr im Ersten" vom 15. Februar 2018
Dieter Nuhr begrüßt seine Gäste Monika Gruber, Ingo Appelt, Andreas Rebers und Torsten Sträter zu einer neuen Ausgabe von "Nuhr im Ersten"!

Frank Zappa - Titties and beer (with subtitles) {6:38}

bolimozak
Am 14.03.2011 veröffentlicht 
The Palladium, NYC, NY, October 31, 1977
Baby Snakes DVD
Frank Zappa -- lead guitar, vocals
Adrian Belew -- guitar, vocals
Peter Wolf -- keyboards
Tommy Mars -- keyboards, vocals
Ed Mann -- percussion, vocals
Patrick O'Hearn -- bass
Terry Bozzio -- drums, vocals
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siehe auch:
- Ein wirklich netter Kerl, oder? (Arwa Mahdawi, der Freitag, 25.09.2018)
Kevin Spacey: Ein Mann wird gelöscht, und wir sind die Guten (Post, 13.11.2017)
- „Wir wollen die Möpse sehen…!“ (Clemens Lukitsch, The European, 05.09.2014)
aktualisiert am 25.09.2018

Dienstag, 13. Februar 2018

Donald Davidson, Vernünftige Tiere (Vorsicht Werbung!)

„Weder ein Säugling, der erst eine Woche alt ist, noch eine Schnecke ist ein vernünftiges Wesen. Wenn der Säugling lange genug lebt, wird aus ihm wahrscheinlich ein vernünftiges Wesen, während das für die Schnecke nicht gilt.“Der amerikanische Denker Davidson übt seit den 1960er Jahren maßgeblichen Einfluss auf fast alle Bereiche der Philosophie aus. In diesem erhellenden Vortrag formuliert er die Eckdaten einer philosophisch fundierten Definition der Vernunft. „Überraschung über manche Dinge ist eine notwendige und hinreichende Bedingung des Denkens überhaupt.“ 48 Seiten. Fadenheftung. Fester Einband. Suhrkamp. Nur noch bei uns.

Bestellnr. 152155
Früherer fester Ladenpreis aufgehoben. Statt 7,00 €
nur
1,95 €

Bei Zweitausendeins

siehe auch:
- Denken Tiere? (Sarah Tietz, Markus Wild, Stiftung Bündnis Mensch & Tier, PDF, direkter Download)
- Donald Davidson - Rationale_Lebewesen (in: Dominik Perler, Markus Wild [Hsg.], Der Geist der Tiere – Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Frankfurt am Main, 2005, PDF, Universität Trier)
- Joëlle Proust – Das intentionale Tier (in: Dominik Perler, Markus Wild [Hsg.], Der Geist der Tiere – Philosophische Texte zu einer aktuellen Diskussion, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Frankfurt am Main, 2005, PDF, Universität Trier)
- Tiere erklären oder verstehen? – Indizien für das Scheitern des Methodendualismus (Felix Annerl, e-Journal Philosophie der Psychologie, phps.at, PDF)
- Tierphilosophie (Markus Wild, Universität Zürich, 2012, PDF)
- Tierische Intelligenz – tierischer Geist: tierische Seele? (Post, 17.05.2015)

siehe auch:
- Wie kommt der Geist in die Materie? (Post, 25.01.2018)
- Sex, Roboter und ethische Überlegungen (Post, 14.06.2016)
- Bewußtsein – der sich selbst beobachtende Geist und der Unterschied zwischen Außen und Innen (Post, 29.04.2016)
- Sind wir wie Roboter? (Post, 08.05.2015)
- Die Puppe Bella (Post, 28.11.2014)
- Heute vor 67 Jahren: Uraufführung von Sartres »Huis Clos (Bei geschlossenen Türen)« (Post, 27.05.2011)
- Körper und Ich-Bewußtsein: Rubber Hand Illusion (Post, 18.03.2011)

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Schwarmintelligenz

Kollektive Intelligenz, auch Gruppen- oder Schwarmintelligenz genannt, ist ein emergentes PhänomenKommunikation und spezifische Handlungen von Individuen können intelligente Verhaltensweisen des betreffenden „Superorganismus“, d. h. der sozialen Gemeinschaft, hervorrufen. Zur Erklärung dieses Phänomens existieren systemtheoretischesoziologische und philosophische Ansätze.
Eine frühe Formulierung des Grundgedankens der Kollektiven Intelligenz findet sich in Aristoteles’ Summierungstheorie.
Francis HeylighenKybernetiker an der Vrije Universiteit Brussel, betrachtet das Internet und seine Nutzer als Superorganismus: „Eine Gesellschaft kann als vielzelliger Organismus angesehen werden, mit den Individuen in der Rolle der Zellen. Das Netzwerk der Kommunikationskanäle, die die Individuen verbinden, spielt die Rolle des Nervensystems für diesen Superorganismus.“ Der Schwarm ersetzt das Netzwerk dabei also nicht, sondern bildet die Basis. Diese Sicht geht konform mit der Betrachtung des Internets als Informationsinfrastruktur. Die Bedeutung des Begriffes verschiebt sich dabei jedoch weg von künstlicher Intelligenz hin zu einer Art Aggregation menschlicher Intelligenz. [Kollektive Intelligenz, Wikipedia, abgerufen am 14.12.2017]
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siehe auch:
- Schwarmintelligenz Manuskript: Weniger dumm im Kollektiv (Frank Grotelüschen, Deutschlandfunk, 14.12.2017)
- Teamarbeit: Gruppen neigen zu extrem dummen Entscheidungen (Bernd Kramer, ZON, 05.12.2017)

Die Weisheit der Vielen - Schwarmintelligenz des Menschen {2:23}

Veröffentlicht am 09.11.2014
Frank Fraktalist
Wieviele Bonbons sind im Glas? Schätzung, Schwarmintelligenz der Masse, Die Weisheit der Vielen
Ausschnitt aus "Der Code - Die Berechnung der Welt" Teil 3

- Wann wird Schwarmintelligenz zur Schwarmdummheit? (Diana Ludwig, Blogsheet, 14.01.2014)
SWR Schwarmintelligenz: Die intelligente Masse (12.09.2013, SWR, ARD Mediathek, verfügbar bis 11.09.2018)
- Die Mensch-Maschine: Den Schwarm interessiert nur das Ergebnis (Sascha Lobo, SPON, 02.04.2013)
- Schwarmintelligenz – Gemeinsam sind wir dümmer (Holger Dambeck, SPON, 17.05.2011)
- Schwarmintelligenz und die Weisheit der Vielen: Riesenexperiment in Bremen (Jessica Riccò, ScienceBlogs, 25.08.2008)
- Biologen dementieren die Schwarmintelligenz (Matthias Glaubrecht, N24, 08.08.2008)
- Schwarmintelligenz am Menschen erforscht (N24, 13.03.2007)
- Schwarm-Experiment: Menschen sind auch nur Fische (Holger Dambeck, SPON, 12.03.2007)


Sonntag, 5. November 2017

Schule und Lernen: Wenn Du den Sumpf trockenlegen willst, darfst Du nicht die Frösche fragen

PRECHT, Richard David Precht im Gespräch mit Gerald Hüther, Macht Lernen dumm? {42:50}

Veröffentlicht am 12.12.2016
Quantum Healing

siehe auch:
- Sozialkunde bei Oberlehrer Precht (seriousguy, Freitag-Community, 04.09.2017)
- TV-Premiere: Precht macht dumm (Maximilian Probst, ZON, 03.09.2012)
- Talksendung mit Precht: Der große Schlagabflausch (Ariane Lemme, taz, 03.09.2012)
- Philosophie-Talk im ZDF: Precht ab (Sebastian Hammelehle, SPON, 30.08.2012)

Mittwoch, 26. April 2017

Heute vor 128 Jahren – 26. April 1889: Ludwig Wittgenstein wird geboren

Wittgenstein entstammt der österreichischen, früh assimilierten jüdischen Industriellenfamilie Wittgenstein, deren Wurzeln in der deutschen Kleinstadt Laasphe im Wittgensteiner Land liegen. Er war das jüngste von acht Kindern des Großindustriellen Karl Wittgenstein und seiner Ehefrau Leopoldine, die aus einer Prager jüdischen Familie stammte (geb. Kalmus). Karl Wittgenstein gehörte zu den erfolgreichsten Stahlindustriellen der späten Donaumonarchie, und das Ehepaar Wittgenstein wurde zu einer der reichsten Familien der Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende. Der Vater war ein Förderer zeitgenössischer Künstler, die Mutter eine begabte Pianistin. Im Palais Wittgenstein verkehrten musikalische Größen wie Clara SchumannGustav MahlerJohannes Brahms und Richard Strauss.
Wittgenstein wurde katholisch erzogen. Er selbst wie auch seine Geschwister zeichneten sich durch außerordentliche musische und intellektuelle Fähigkeiten aus. Ludwig Wittgenstein spielte Klarinette. Sein Bruder Paul verlor im Ersten Weltkrieg den rechten Arm und machte dennoch als Pianist Karriere. Diesen Talenten stand eine problematische psychische Konstitution gegenüber: Drei seiner sieben Geschwister begingen Selbstmord (Hans, Rudolf, Kurt). Auch Wittgenstein zeigte, insbesondere nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, depressive Züge. Im Kontakt zu anderen soll er teils autoritär und rechthaberisch, teils auch übersensibel und unsicher gewirkt haben.Ein entfernter Großcousin von Wittgenstein war der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich August von Hayek.
Wittgensteins intellektuelle Erziehung begann mit häuslichem Privatunterricht in Wien. Ab 1903 bis 1906 besuchte er die K. k. Staats-Realschule in LinzAdolf Hitler hat die Schule davor von 1900 bis 1904 besucht. Am 28. Oktober 1906 immatrikulierte Wittgenstein sich an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Ursprünglich hatte er bei Ludwig Boltzmann in Wien studieren wollen. Für Berlin entschied sich Wittgenstein, weil sein Realschulzeugnis ihm die Einschreibung an der Universität erst nach einem weiteren Studium erlaubte. Dort beschäftigte sich Wittgenstein, so seine Schwester Hermine in ihren Familienerinnerungen, „viel mit flugtechnischen Fragen und Versuchen. [Und weiter:] Zu dieser Zeit oder etwas später ergriff ihn plötzlich die Philosophie, d. h. das Nachdenken über philosophische Probleme, so stark und so völlig gegen seinen Willen, dass er schwer unter der doppelten und widerstreitenden inneren Berufung litt und sich wie zerspalten vorkam.“
Nach dem Abschlussdiplom als Ingenieur 1908 ging Wittgenstein nach Manchester, wo er an der Universitätsabteilung für Ingenieurwissenschaften versuchte, einen Flugmotor zu bauen. Diesen Plan gab er jedoch bald auf. Danach arbeitete er an „Verbesserungsvorschlägen für Flugzeugpropeller“, einem Projekt, für das er am 17. August 1911 ein Patent erhielt. Schließlich dominierte die Philosophie: Nicht zuletzt auf Anregung Gottlob Freges, den er 1911 in Jena besuchte, nahm Wittgenstein ein Studium in Cambridge am Trinity College auf, wo er sich intensiv mit den Schriften Bertrand Russellsbeschäftigte, insbesondere mit den Principia Mathematica. Sein Ziel war es, wie bei Gottlob Frege die mathematischen Axiome aus logischen Prinzipien abzuleiten. Russell zeigte sich nach den ersten Begegnungen nicht beeindruckt von Wittgenstein: „Nach der Vorlesung kam ein hitziger Deutscher, um mit mir zu streiten […] Eigentlich ist es reine Zeitverschwendung, mit ihm zu reden.“ (16. November 1911.) Doch nach nicht einmal zwei Wochen sollte sich Russells Meinung ändern: „Ich fange an, ihn zu mögen; er kennt sich aus in der Literatur, ist sehr musikalisch, angenehm im Umgang (ein Österreicher), und ich glaube, wirklich intelligent.“[1] Schon bald hielt Russell Wittgenstein für höchst talentiert, und Russell war schließlich der Meinung, Wittgenstein sei geeigneter als er, sein logisch-philosophisches Werk fortzuführen. Russell urteilte über ihn
[Wittgenstein was]... one of the most exciting intellectual adventures [of my life]. ... [He had] fire and penetration and intellectual purity to a quite extraordinary degree. ... [He] soon knew all that I had to teach.
His disposition is that of an artist, intuitive and moody. He says[,] every morning he begins his work with hope, and every evening he ends in despair.His disposition is that of an artist, intuitive and moody. He says[,] every morning he begins his work with hope, and every evening he ends in despair.„[Wittgenstein war] ... eines der erregendsten intellektuellen Abenteuer [meines Lebens]. ...[Er hatte] Feuer und Eindringlichkeit und eine intellektuelle Reinheit in einem ganz außerordentlichen Ausmaß. ... Nach kurzer Zeit wusste [er] alles, was ich beizubringen hatte.Seine Verfassung ist die eines Künstlers, intuitiv und launisch. Er sagt von sich, dass er jeden Morgen voller Hoffnung beginne, aber jeden Abend in Verzweiflung ende.“– Bertrand Russell[2]
Unter anderem mit Russells Unterstützung wurde Wittgenstein im November 1911 in die elitäre Geheimgesellschaft Cambridge Apostles gewählt. In David Pinsent fand er dort seinen ersten Geliebten.[3] Sie erwarben gemeinsam ein Holzhaus in Skjolden in Norwegen, wo Wittgenstein 1913 für einige Monate an einem System der Logik arbeitete. Dass Wittgenstein homosexuell war, hatte zuerst sein Biograph William Warren Bartley 1973 auf Grund von Aussagen anonymer Freunde Wittgensteins und zweier in Geheimschrift verfasster Tagebücher öffentlich gemacht.[4]
Ab 1912 begann Wittgenstein mit Arbeiten an seinem ersten philosophischen Werk, der Logisch-philosophischen Abhandlung, die er bis 1917 in einem Tagebuch als Notizen festhielt. Auch während seiner Zeit als österreichischer Freiwilliger im Ersten Weltkrieg beschäftigte er sich weiter damit, bis er das Werk schließlich im Sommer 1918 vollendete.[5] Es erschien jedoch erst 1921 in einer fehlerhaften Version in der Zeitschrift Annalen der Naturphilosophie. 1922 wurde schließlich eine zweisprachige Ausgabe unter dem heute bekannten Titel der englischen Übersetzung veröffentlicht: Tractatus Logico-Philosophicus. Abgesehen von zwei kleineren philosophischen Aufsätzen und einem Wörterbuch für Volksschulen blieb die Logisch-philosophische Abhandlung das einzige zu Lebzeiten veröffentlichte Werk Wittgensteins.
Im Rahmen seiner Kontakte zu der von Ludwig von Ficker herausgegebenen Kulturzeitschrift Der Brenner und dem Innsbrucker „Brenner-Kreis“ lernte Wittgenstein Werke des Dichters Georg Trakl kennen. Im Juli 1914 beschloss Wittgenstein, sein beachtliches Erbe für wohltätige Zwecke zu verwenden. Gefördert wurde unter anderem Trakl mit einer einmaligen Summe von 20.000 Kronen. Auch war Wittgenstein indirekt in das Geschehen um den Tod Georg Trakls involviert. Auf Bitten Trakls, der sich nach einem Selbstmordversuch in einem Krakauer Garnisonsspital befand, reiste Wittgenstein am 5. November 1914 nach Krakau, um Trakl zu besuchen. Trakl war jedoch zwei Tage vor Wittgensteins Eintreffen in Krakau gestorben.[6]
Im Ersten Weltkrieg kämpfte Wittgenstein als österreichischer Soldat an der Ostfront in Galizien. Durch die guten familiären Kontakte nach England - insbesondere zu Bertrand Russell - war Wittgenstein durch den Vatikan, Freunde im neutralen Norwegen und der Schweiz in der Lage, mit Freunden auf der „anderen Seite“ in Briefkontakt zu bleiben. Bei Kriegsende wurde er bei Asiago von den Italienern gefangengenommen und in das Offiziersgefängnis in Monte Cassino gebracht. Sein englischer Freund John Maynard Keynes konnte sich als Mitglied der Friedenskonferenz in Paris für seine Freilassung einsetzen. Auch mit seinem Vetter, dem späteren Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, mit dem er in Österreich und England in Kontakt stand, blieb er in Verbindung. Nach der Lektüre der Kurzen Darlegung des Evangeliums von Leo Tolstoi äußerte er gegenüber dem Freund Franz Parak den Wunsch, in Zukunft Kinder das Evangelium zu lehren. Durch die Schrecken des Krieges wurde er vom Logiker zum Mystiker im Sinne der „negativen Theologie“. So reifte in ihm der Plan, Volksschullehrer zu werden. (Ludwig Wittgenstein, Leben und Werk, Wikipedia, abgerufen am 05.04.2017)
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Zu dieser „Wiener Ausgabe“ kann man nur gut wienerisch sagen: „Na servas“ (ein Ausdruck großen Unglaubens und großer Bewunderung).

Die Suhrkamp-Bände sind vergnüglich lesbarer Text für die ernsthaften Lesens Kundigen, also doch für ziemlich einige. Die Springer-Bände, einer liegt schon vor, bieten ein minderheitlicheres Vergnügen. Indem sie die ungekürzte Fülle und das Gewimmel der Varianten hemmungslos darbieten, geraten sie zur Partitur einer Wittgenstein-Musik, die bisher unerhört war, voll des Zaubers der Wiederholung, Leidenschaft mal Mathematik, Todesernst mal Ironie, Fortschreiten quer durch Widersprüche bis zum Gegenteil hin und wieder retour.

Die Wittgenstein-Bände bei Suhrkamp, rügt Nedo, „vom Umfang ca. 20 Prozent seines Werkes ... greifen ... interpretierend in den Textbestand selbst ein und entsprechen so nicht den Kriterien der philosophischen Texttreue“. Nur seine Ausgabe, sagt Nedo, genüge der Wittgensteinschen Forderung (1945), „daß darin die Gedanken von einem Gegenstand zum anderen in einer natürlichen und lückenlosen Folge fortschreiten sollen ... gleichsam eine Menge von Landschaftsskizzen, die auf diesen langen und verwickelten Fahrten entstanden sind“.

Das heißt: Man kann Wittgenstein nur dann richtig verstehen, wenn man alle 30 000 Seiten Nachlaß gelesen hat; Weil man die aber nicht alle richtig lesen kann, kann man Wittgenstein auch nicht richtig verstehen. Daran ändert sich natürlich nichts, wenn Michael Nedos Titanen-, Sisyphus, Ariadne- und so weiter -Werk tatsächlich gelingen sollte, im Gegenteil, je genauer und umfangreicher Nedo ediert, desto schlimmer wird’s.

Wittgenstein aber hat vorgesorgt. 1943, bei einer geplanten Neuausgabe des „Tractatus logico-philosophicus“ ersetzte er das bisherige Motto – aus Hertz, Prinzipien der Mechanik, einen beruhigenden Satz, wie man „schmerzende Widersprüche entfernt“ – durch ein gegenteiliges Motto von Nestroy: „Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer ausschaut, als er wirklich ist.“

Eben.

mehr:
- Wittgenstein, ein Nestroy der Philosophie. Bemerkungen zur monumentalen „Wiener Ausgabe“ seines Nachlasses: Das Unaussprechliche ist unaussprechlich (Günther Nenning, ZON, 18.11.1994)
dazu auch:
- Philosophie: Woran Österreich sparen möchte (Andreas Wang, ZON, 15.01.2004)
- Studenten von früher: Ludwig Wittgenstein (Jan Greve, ZEIT Campus, 26.04.2016)
- Verbindungen I – 1905 (Post, 2009)

siehe auch:
- Taschenbuch: Beredtes Schweigen (Franz Schuh, ZON, 09.12.2016)
- "Ex Machina": Ach Mensch, Maschine (Daniel-C. Schmidt, ZON, 20.04.2015)
- Philosophie: Ganz kranke Familie (Eberhard Straub, ZON, 26.11.2009)
Philosophie: Der Sprengmeister (Thomas Assheuer, ZON, 24.11.2009)
- Medea und Wittgenstein: Zu einer Paolozzi-Ausstellung in der Düsseldorfer Kunsthalle (Gottfried Sello, ZEIT, 06.12.1968)

Bertrand Russell on Ludwig Wittgenstein {0:56}

Chris Swift
Veröffentlicht am 10.04.2012
Bertrand Russell on Ludwig Wittgenstein. The clip came from an episode of the BBC Radio 4 show "Great Lives", The whole show is still available online here: http://www.bbc.co.uk/programmes/b0184rgn


Wittgenstein: A Wonderful Life (1989) {48:53}

Veröffentlicht am 04.09.2015
From VHS. A BBC 'Horizon' film about the remarkable life of the Austrian philosopher Ludwig Wittgenstein. He was born in Vienna in 1889 and died in Cambridge in 1951, having turned philosophy upside down and inside out...

Ludwig Wittgenstein - Die Wahrheit der Worte (2002) {40:21}

Veröffentlicht am 18.08.2016
"Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." Ludwig Wittgenstein
Ludwig Wittgenstein (1889-1951) war ein österreichisch-britischer Philosoph. Er lieferte bedeutende Beiträge zur Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins. Seine beiden Hauptwerke Logisch-philosophische Abhandlung (Tractatus Logico-Philosophicus 1920) und "Philosophische Untersuchungen" (1953, postum) wurden zu wichtigen Bezugspunkten zweier philosophischer Schulen, des Logischen Positivismus und der Analytischen Sprachphilosophie.
Im Jahr 1920 erschien das im Ersten Weltkrieg entstandene Werk "Traktatus Logico-Philosophicus", mit dem ein junger Philosoph namens Ludwig Wittgenstein glaubte, die Probleme der Philosopie gelöst zu haben. Als er sich jedoch in den Zwanzigerjahren anderen Pragmatischen Dingen zuwandte, als Gärtner, Architekt und Lehrer arbeitete, veränderte sich seine philosophische Position. Nicht mehr die mathematisch-exakte Beweisführung von sinnvollen und sinnlosen Aussagen beschäftigte ihn, sondern die Vielfältigkeit der Sprachwendungen im Alltag. Diese beiden extrem unterschiedlichen Positionen bilden den Keim dieses Films zu Ludwig Wittgenstein. Die Darstellung seines Lebens, verbunden mit entsprechenden Filmaufnahmen aus Wien, Niederösterreich und Cambridge, verdeutlicht die Spannung zwischen Früh- und Spätwerk. Hierzu und zur Bedeutung der Philosophie Wittgensteins im 20. Jahrhundert kommen Experten zu Wort (2002).
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Donnerstag, 23. März 2017

Psychotherapie im Neoliberalismus

Psychotherapie ist hocheffektiv. Ihre Effektstärken übertreffen beispielsweise diejenigen von Bypass-Operationen (Nübling, 2011) und vielen anderen medizinischen Verfahren. Das gilt besonders für die kürzeren verhaltenstherapeutischen und tiefenpsychologischen Therapien, weil hier zur allgemeinen Effektivität noch die Wirtschaftlichkeit hinzukommt.

Nichtsdestoweniger wird die Lage der Psychotherapie und der Psychotherapeuten in Deutschland immer schlechter. Gleichzeitig steigt die Zahl psychischer Erkrankungen dramatisch. Armut und Unsicherheit greifen um sich und diejenigen, die noch einen Arbeitsplatz haben, werden als 'Menschenmaterial' durch 'zahlenorientierte Führungsstile' zu Leistungen angetrieben, die mit psychischer (und physischer) Gesundheit zunehmend unvereinbar sind.

mehr:
- Die Lage der Psychotherapie: eine Katastrophe (Hans Metsch, psyon.de, Dezember 2012)
Dieser ökonomisch begründete Zwang zur wissenschaftlichen Legitimierung einer vergleichsweise jungen Disziplin war zunächst für die Disziplin selbst vorteilhaft. Ihre Verfahren gehören heute zu den um besten untersuchten in der Medizin überhaupt und das bezieht sich auch auf die ökonomischen Aspekte der Psychotherapie (Lamprecht 1996).
Die wissenschaftlichen Hauptverfahren der Psychotherapie – psychoanalytisch begründete Psychotherapie und Verhaltenstherapie – haben in über 4000 klinisch kontrollierten Studien ihre Wirksamkeit bewiesen. Je nach Störungstyp rangieren die Heilungsraten zwischen 80 bis 95 % bei funktionellen Störungen, zwischen 75 und 85 % bei Neurosen und 60 bis 70 % bei psychosomatischen Krankheiten und Persönlichkeitsstörungen. Besserungen in Symptomatik und im Verhaltensbereich sind bei mehr als 85 % der Patienten aller Störungsgruppen nachzuweisen. Vergleicht man Kosten und Nutzen von Psychotherapie auf der Wirksamkeitsebene (Break-Even d = 0,22) liegt für ambulante Psychotherapie die Effektstärke bei d = 0,80 (Smith et al. 1980), bei der stationären Psychotherapie bei d = 1,20, d. h. das Ergebnis übersteigt den Kosteneinsatz bei stationärer Psychotherapie um das Fünffache (Wittmann 1996). [Michael Geyer, Die Macht der Ökonomie in der Psychotherapie in: P. Buchheim M. Cierpka (Hrsg.), Macht und Abhängigkeit, Lindauer Texte, Kongressband April 2000, S. 32ff., PDF, Hervorhebung von mir]
dazu auch:
- Psychologe Paul Verhaeghe: „Sinngebung ist ein kollektives Geschehen“ (aus „Tijdschrift voor Sociale Vraagstukken“, Interview: Jan van Dam & Marcel Ham, Verlag Antje Kunstmann, Datum unbekannt, PDF)
- Privatisierung in Psychiatrie und Psychotherapie – zwischen Shareholder Value und öffentlich-rechtlicher Gesundheitsfürsorge (Fritz Hohagen, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, Kongressvortrag 2006, PDF)
- Über die Verletzung der Menschenwürde in unseren Tagen oder:
»Nur weil man Analphabet ist, fehlt ist einem nicht an Würde« (in: Luise Reddemann, Würde – Annäherung an einen vergessen Wert in der Psychotherapie, Klett-Cotta, Stuttgart, 2008, S. 86ff., GoogleBooks)
- Psychotherapie unter Effizienzdruck (Rolf Haubl in: Marianne Leuzinger-Bohleber, Rolf Haubl (Hg.), Psychoanalyse: interdisziplinär – international – intergenerationell, Vandenhoeck & Ruprecht, 2011, S. 390ff., GoogleBooks)
Die Neoliberalisierung der Universität (Post, 24.08.2016)
- Das neoliberale Narrativ: Wir sind verkehrt! (Post, 05.10.2016)
- Möglichkeiten und Grenzen des psychotherapeutischen Angebots (in: Alfred Pritz, Thomas Wenzel (Hrsg.), Weltkongreß Psychotherapie. Mythos - Traum - Wirklichkeit, Facultas Universitätsverlag 2002, S. 269ff., GoogleBooks)
- Heimlicher Wertewandel (in Marie-Luise Althoff, Macht und Ohnmacht mentalisieren: Konstruktive und destruktive Machtausübung in der Psychotherapie, Springer, 2017, S. 7ff.)
- »Muss Psychotherapie politisch werden?« Podiumsdiskussion (AK Kritische Psychologie Klagenfurt/Celovec, 29.03.2017)
- Macht der Kapitalismus depressiv? (Werner Eberwein, werner-eberwein.de, Datum unbekannt) 

siehe auch einige Videos mit 
Gert Postel
(nach dem Motto: Die Welt könnte so schön einfach sein!)

Vorsitzender Richter am BGH Armin Nack lobt Gert Postel {7:02}


Veröffentlicht am 16.05.2013
Werner Fuss
Vorsitzender Richter am BGH Armin Nack lobt Gert Postel
Zur "Schuldfähigkeit":
BGH: Armin Nack, Vorsitzender Richter des 1. Strafsenats am Bundesgerichtshof, zum Begriff der Schuldfähigkeit.
Am 31. Mai 2012 in Passau auf Einladung der studentischen Fachzeitschrift Der Jurist.
!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!
Origingalbeschreibung des ganzen Videos (1h:4min):
"BGH: Armin Nack, Vorsitzender Richter des 1. Strafsenats am Bundesgerichtshof, erklärte am 31. Mai 2012 in Passau auf Einladung der studentischen Fachzeitschrift Der Jurist die revisionsgerichtliche Urteilsprüfung durch den Strafsenat des BGH."
Quelle und vollständiger Vortrag - Video (1h:4min):
http://video.uni-passau.de/video/Vort...
BEMERKUNG: Die Kurzversion ist das Ende des langen Videos ab Minute 57:04

Gert Postel: Ich war ein Hochstapler unter Hochstaplern (Lesung & anschließende Diskussion). {1:59:10}

Veröffentlicht am 24.05.2016
Deutscher Verband für Hypnose e.V. (DVH)
Gert Postel hatte schon viele Positionen inne: Leitender Oberarzt, Weiterbildungsbeauftragter der Landesärztekammer, Vorsitzender des Facharztprüfungsausschusses.
Viele Jahre lang hat er als Oberarzt in psychiatrischen Fachkliniken gearbeitet, Patienten behandelt und etliche Gerichtsgutachten erstellt. Dann platzte die Bombe: Der hochdotierte Facharzt war in Wirklichkeit Postbote!
Ein Skandal, der Deutschland bewegte – und in einer schonungslosen Abrechnung mit der Welt der Psychiatrie endete.
Am 17./18. Oktober 2015 fand bei München die Konferenz des Deutschen Verbands für Hypnose e.V. (DVH) statt. Gert Postel hielt am Samstag Abend der Konferenz eine Lesung aus seinem autobiographischen Buch "Doktorspiele" mit anschließender Diskussion. Anhand seiner Story lässt sich sehr deutlich ablesen, welche Rollen Glaubenssätze, Erwartungen, Überzeugungen (und nicht zuletzt ein starkes Selbstbewusstsein) im Leben häufig spielen.
Der Vortrag bewegte das Publikum sichtlich, und die emotionalen Reaktionen schwankten über die volle Bandbreite - von Zustimmung bis hin zu kategorischer Ablehnung.
Als Veranstalter war es uns wichtig, hier eine neutrale Möglichkeit der Auseinandersetzung zu bieten: Unser Ziel war es nicht, Stellung gegen oder für die Psychiatrie zu beziehen, sondern die Teilnehmer dazu einzuladen, (auch unbequeme) Fragen mal für sich selbst reflektieren zu dürfen, und diese auch gemeinsam diskutieren und ausloten zu können - von der Freiheit des Willens über die Rolle von Ethik und Moral, bis hin zur Wertigkeit von Etiketten und Diagnosen. Dafür bot der Abend eine ganz hervorragende Möglichkeit.

Gert Postel analysiert Bushido, Schwesta Ewa, Karate Andi uvm. im Interview {50:58}

Veröffentlicht am 24.01.2016
Heckmeck.TV
Gert Postel ist einer der bekanntesten Hochstapler Deutschlands. Zwischen 1980 und 1995 gab sich der eigentliche Briefzusteller als Arzt aus. In manchen psychiatrischen Kliniken war er sogar in leitenden Positionen tätig und hielt seine Kollegen damit zu Narren. Sogar bei Gerichtsprozessen stellte Postel psychologische Gutachten über die Angeklagten aus und wurde dafür von Armin Nack, dem Vorsitzenden Richter des 1. Strafsenats des Bundesgerichtshofs gelobt. Und das nur mit einem Hauptschulabschluss. Postel selbst mag diese Ettiketierung jedoch nicht und geht darauf in unserem Interview ein.
Durch die für ihn äußerst positive Begegnung mit Kollegah bei Schulz und Böhmermann erklärte er sich bereit, anhand von Videos von Prinz Pi, Karate Andi, Bushido, Schwesta Ewa, SSIO und Toony ein kurzes (pseudo-)psychologisches Gutachten über deren Images abzugeben.
Postel im Netz: www.gert-postel.de
Twitter: http://twitter.com/postelgert
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PS:
Gutes Trinkspiel: Ein Shot für jeden Busen-Blicker von Postel.

mein Kommentar:
Ich kann mich ja eines Schmunzelns nicht erwehren. Auch wenn Postel auf mich ziemlich unsympathisch wirkt, ist er nicht nur der Beweis dafür, daß unser System sehr angreifbar ist sondern zeigt auch auf, wie!

Freitag, 30. Dezember 2016

Eine neue Art politischen Denkens… von Foucault zu Eribon

Geistesleben Didier Eribon war der Intellektuelle des Jahres 2016. Er steht für eine neue Art politischen Denkens 

Didier Eribon besucht Berlin, und alle kommen. Vom Charlottenburger Bildungsbürger über den Neuköllner Hipster bis zum autonomen Aktivisten. Schaubühne, taz-Café, Rosa-Luxemburg-Stiftung und Hebbel am Ufer, vier Veranstaltungen in fünf Tagen, jedes Mal sind die Reihen voll: der Eribon-Effekt. 

Aber während sein in Deutschland sehr erfolgreiches Buch Rückkehr nach Reims von dem Zusammenspiel von autobiografischer Erzählung und soziologischer Analyse lebt, versteckt sich der Franzose als Person auf der Bühne lieber hinter dem Habitus des Berufssoziologen. Als Redner ist er zugleich ausschweifend und scheu. Alle Versuche der Moderatoren, ihm packende persönliche Anekdoten zu entreißen – „Wie war Foucault als Mensch? Haben Sie wieder Kontakt zu Ihren Brüdern?“ –, laufen ins Leere. Die Hoffnung, dass hier einer nicht nur aktuelle Konflikte analysiert, sondern sie auch selbst anschaulich verkörpert, wird enttäuscht. Eribon doziert, trägt eben die Thesen aus seinem Buch vor – und verweigert die Rolle des „Leibhaftigen“, die Aufführung des charismatisch herumpolternden Intellektuellen, auf den das Publikum in diesen aufgeheizten Tagen so dringend zu warten scheint.
mehr:
- Scham und Haltung (Peter Rehberg, der Freitag, 21.12.2016)

European Angst - Didier Eribon & Heinz Bude im IPW | 12.10.16 [1:08:31]

Pierre Werner
Veröffentlicht am 22.11.2016
Am 12. Oktober 2016 diskutierten im IPW zwei der renommiertesten Soziologen Europas, Didier Eribon und Heinz Bude, warum nationalistische und euroskeptische Parteien im Aufwind sind und wieso sich immer mehr Bürger verlassen, bevormundet oder übergangen fühlen.


Didier Eribon | Warum die Arbeiterklasse nach rechts rückt [13:01]

MarcGold - Der Nachhaltigkeitskanal
Veröffentlicht am 05.12.2016

Didier Eribon: Warum die Arbeiterklasse nach rechts rückt Deutschlandradio Kultur | Sein und Streit | 04.12.2016 Der französische Soziologe Didier Eribon beschäftigt sich in "Rückkehr nach Reims" mit der Frage: Warum wählen große Teile der Arbeiterschaft nicht mehr links sondern rechts? Er hält die linke Elite für mitverantwortlich: Diese habe den Klassenbegriff eliminiert - die Rechte besetze nun diese Thema. Die französische Linke hat den Klassenkampf abgeschafft Eribon sieht die Ursache vor allem bei der französischen linken Elite: Wenn man sich die französische – eigentlich die gesamt europäische Sozialdemokratie – der vergangenen Jahre anschaue, dann werde deutlich, dass diese, zusammen mit den Intellektuellen an Universitäten versucht hätten, "die Notion von Klassen abzuschaffen, das Vokabular abzuschaffen. Und das hat, meiner Meinung nach, dazu geführt, dass wir heute ganz andere Entwicklungen haben." Es sei wichtig, dieser sozialdemokratisch-intellektuellen Negierung von Klassenkampf etwas – eine neue intellektuelle Analyse - gegenüberzustellen, worüber man zu einer neuen Wahrnehmung sozialer Realitäten finde. "Die linke Sozialdemokratie hat in gewisser Weise etwas eliminiert, was jetzt von Rechts für sich beansprucht wird." Früher, während seiner eigenen Kindheit, stand der Begriff "wir Arbeiter" für die gemeinsame Opposition gegen kapitalistisch-bourgoise Fabrikbesitzer. "Wenn heute in meiner Familie von ‚wir Arbeiter‘ gesprochen wird, dann richtet sich das gegen Einwanderer und gegen politische Eliten", sagt der Soziologe. Front National bedient die Bedürfnisse Und leider müsse man feststellen, dass in dieser Situation die Front National als einzige Partei in Frankreich den Eindruck vermittle, als sie wolle etwas im Interesse der Arbeiter tun. Die regierenden Sozialisten hätten durch einige Gesetzesänderungen leider genau das Gegenteil signalisiert und getan. Die Folge: Bei den letzten Regionalwahlen hätten 51 Prozent der Arbeit Front National gewählt. Es sei eben kein Naturgesetz, dass die Arbeiterklasse automatisch links wähle. Im übrigen, betonte Eribon, müsse auch mit einigen anderen Mythen aufgeräumt werden – wie etwa dem, dass man die Arbeiterklasse automatisch für ihren aufrechten Kampf um soziale Gerechtigkeit für alle Zeit lieben müsse. So habe er bereits als Jugendlicher die Erfahrung gemacht, dass "aus dieser Klasse auch Rassismus, Homophobie und Sexismus kamen." Didier Eribon: Rückkehr nach Reims Suhrkamp edition, Berlin 2016 240 Seiten, 18 Euro

Dokumentation: Foucault gegen Foucault [HD] [53:18]

3mi
Veröffentlicht am 20.06.2014

Mit seinen desillusionierenden Gesellschaftsanalysen wurde Michel Foucault zu einem der bedeutendsten und umstrittensten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Foucault starb vor 30 Jahren, am 25. Juni 1984, im Alter von 57 Jahren an Aids. Zum 30. Todestag zeigt ARTE ein Porträt, das Foucaults unglaublich vielseitiges, in nur 20 Jahren geschaffenes Werk sowie seine Zeit beleuchtet. Origin: ARTE F Land: Frankreich Jahr: 2014 Als Live verfügbar: ja Tonformat: Stereo Bildformat: HD, 16/9 Arte+7: 18.06-25.06.2014 (Quelle: http://www.arte.tv/guide/de/050573-00...) - no copyrightinfrigdement intended, for noncommercial purposes only. contact me, if i should remove this video.

Die Wahrheit der Lüste. Zur Philosophie von Michel Foucault [43:44]

alexomat2
Veröffentlicht am 24.05.2012
Eine Dokumentation über Michel Foucault von Hanns-Christoph Koch und Jochen Köhler aus dem Jahr 1991.


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  • Foucaults Denken wird von Marxisten – wohl auch wegen Foucaults Kritik am Marxismus – einer Logik des fortgeschrittenen Kapitalismus zugeschrieben.[30] Gleichzeitig kritisierte man, er stelle das kritische Denken durch ein fiktionalistisches Festschreiben subjektiven Erkennens, also durch Ununterscheidbarkeit, in Frage.
  • Nach dem Erfolg von Die Ordnung der Dinge attackierte Jean-Paul Sartre in einer aufsehenerregenden Rezension Foucault. Sartre, der sich als Vertreter des Existenzialismus dem Humanismus gegenüber verpflichtet sah, richtete seine Kritik auf Foucaults Absage an den Humanismus. Aus der Perspektive Foucaults ist der Humanismus im 20. Jahrhundert theoretisch unfruchtbar und praktisch-politisch - im Osten wie im Westen - eine reaktionäre Mystifikation. Insbesondere im Erziehungssystem schneide er den Menschen von der Realität der technisch-wissenschaftlichen Welt ab.[31] Zu beachten ist dabei allerdings, dass Foucault bei seiner Kritik weniger den Humanismus an sich, sondern eher die Humanwissenschaften in den Fokus nahm.[31]
  • In der Foucault-Habermas-Debatte sieht der Philosoph Jürgen Habermas Foucault in der Tradition einer radikalen Vernunftkritik, die von Nietzsche ausgehend zu den französischen Neostrukturalisten führe. Foucaults Machttheorie verfange sich dabei in unauflösbare Selbstwidersprüche.[32]
  • Der Linguist, Sozial- und Sprachphilosoph Noam Chomsky, der wie Foucault über die französische Grammatik und Logik der Barockzeit gearbeitet, gleichartige Themen der politischen Philosophie behandelt hatte und mit diesem u. a. 1971 eine Fernsehdebatte über Anthropologie führte,[33] gestand Foucault zu, noch der verständlichste und gehaltvollste der französischen Poststrukturalisten und Postmodernisten zu sein; jedoch seien weite Teile seiner Arbeiten unklar, falsch oder wiederholten nur in prätentiöser rhetorischer Aufbereitung bereits bekannte, eher triviale Gedanken und Forschungsergebnisse anderer.[34]
  • 1998 belegte der deutsche Historiker Hans-Ulrich Wehler Foucault und sein Werk mit harscher Kritik.[35] Wehler sieht in Foucault einen schlechten Philosophen, der sich in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu Unrecht großer Resonanz erfreue. Seine Arbeiten seien nicht nur in ihren empirisch-historischen Aspekten unzulänglich, sondern auch an zahlreichen Stellen von begrifflichen Konfusionen und inneren Widersprüchen durchzogen. Auch leide Foucaults Werk unter einem Frankozentrismus, was schon daran erkennbar sei, dass Foucault die Arbeiten zentraler Theoretiker der Sozialwissenschaften wie Max Weber und Norbert Elias nicht zur Kenntnis genommen habe.
An Foucaults Diskurstheorie kritisiert Wehler vor allem, dass sich die Diskurse verselbständigen würden. Subjekte seien aber nicht die Diskurse selbst, sondern die Träger der Diskurse, von denen bei Foucault keine Rede sei. Den Machtbegriff Foucaults hält Wehler für „zum Verzweifeln undifferenziert“.[36] Foucaults These der „Disziplinargesellschaft“ sei überhaupt nur dadurch möglich, dass Foucault keine Unterscheidung von Autorität, Zwang, GewaltMachtHerrschaft und Legitimität kenne. Hinzu komme, dass sich diese These auf eine einseitige Quellenauswahl (psychiatrische Anstalten, Gefängnisse) stütze und andere Organisationstypen wie beispielsweise Fabriken außen vor lasse.
Insgesamt kommt Wehler zu dem Ergebnis, dass Foucault „wegen der endlosen Mängelserie seiner sogenannten empirischen Studien […] ein intellektuell unredlicher, empirisch absolut unzuverlässiger, kryptonormativistischer ‚Rattenfänger‘ für die Postmoderne“ sei.[37]
  • Der Politikwissenschaftler Urs Marti, der 1999 ein Buch über Foucault veröffentlichte, meint, Foucault habe in Anlehnung an Friedrich Nietzsche einen anarchistischen Nihilismus vertreten.[38] Er würdigt aber die „befreienden Impulse“, die von seinem Werk ausgegangen seien, insbesondere seine „archäologisch-genealogischen“ Analysen der Humanwissenschaften und der Aspekte des Regierens.[39] Er sei kein Vertreter der Gegenaufklärung, sondern habe es für absurd gehalten, in der Aufklärung eine Ursache des Totalitarismus zu sehen.[39]
  • Klaus Dörner attestierte Foucault in Bürger und Irre 1969 eine beschränkende Wirklichkeitsstrukturierung. Es sei außerdem unzulässig, alle von der Aufklärung unternommenen Anstrengungen als ideologisch zu verwerfen, da dadurch keinerlei gesellschaftlich verändernde Praxis mehr entwickelt werden könne. Ähnlich argumentierte Sartre, als er Foucault ein fatalistisches Geschichtsbild vorwarf, das politische Praxis unmöglich mache.[40]
  • Foucault wurde auch ein allzu selektiver Umgang mit historischen Daten vorgeworfen, der es ihm erst ermögliche, seine Periodisierungen vorzunehmen.[41]
  • Michel de Certeau hat Foucaults Theorien in zahlreichen Schriften aufgegriffen und sowohl kritisiert, als auch weiterentwickelt. Insbesondere in Die Kunst des Handelns setzt er Foucaults Überwachungs-Konzept einen Fokus auf Alltagspraxis als kreativen Spielraum entgegen, worin sich eine Form von Freiheit formiert, die der soziologischen Forschung genauso wie den Kontrollmechanismen und Überwachern verborgen bliebe.[42]
 [Michel Foucault, Kritik an Foucault, Wikipedia, abgerufen am 30.12.2016]
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siehe auch:
- Geschichte der Psychiatrie: Wahnsinn ist keine Krankheit (Christof Goddemeier, Deutsches Ärzteblatt, 2011)

Americans are stupid and proud of it! (50) In America you have the right to be stupid! [4:59]



Lumea lui Gaita
Veröffentlicht am 01.12.2016
Sam Cooke: - What A Wonderful World Don't know much about history Don't know much biology Don't know much about a science book, Don't know much about the french I took. Don't know much about geography, Don't know much trigonometry. Don't know much about algebra, Don't know what a slide rule is for.


Die Preisfrage lautet:
Wer kommt weiter?
Wo ist weiter?

siehe dazu:

- Hilft Wissen? (Post, 30.11.2014)
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