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Freitag, 5. Oktober 2018

Transgender und Arschlöcher

Ich bin Sophia! Leben als Transgender-Kind | WDR Doku {29:05}

WDR Doku
Am 23.09.2018 veröffentlicht 
Liebe Community,
aufgrund einer Vielzahl von beleidigenden Kommentaren haben wir uns dazu entschieden, die Kommentar-Funktion dieses Videos zu sperren. Wir finden das sehr schade, haben uns aber zum Schutz des Kindes dazu entschlossen. Wir danken allen, die konstruktiv und sachlich über unsere Dokumentation diskutiert haben.
Sophia ist gerade zehn Jahre alt geworden und ist transgender. Sie sieht aus wie ein Mädchen und fühlt sich als Mädchen. Geboren wurde Sophia aber als Junge. Mit gerade mal vier Jahren beschloss sie, kein Junge mehr zu sein. Sie will nur noch Röcke und Kleider tragen und lässt sich die Haare lang wachsen. Am Anfang dachten ihre Eltern, es sei vielleicht nur eine Phase. Doch Sophia ist sich sicher: „Ich bin als Junge auf die Welt gekommen, aber ich war immer schon ein Mädchen. Schon seit ich ganz klein bin!“. Sie reagiert aggressiv, wenn sie mit ihrem alten Namen angesprochen wird.
Teil 1 der Doku: https://www.youtube.com/watch?v=141Cc...
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Weitere Dokus zum Thema: https://www.youtube.com/watch?v=Emr5Z...
Ein Film für Menschen Hautnah von Norbert Lübbers.

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Das Abweichen von den jeweilig vorgegebenen Geschlechtsrollen wird üblicherweise sozial, häufig auch strafrechtlich oder religiös negativ sanktioniert. So wurde Jeanne d’Arc unter anderem deswegen verbrannt, weil sie sich weigerte, einen Eid abzulegen, niemals wieder Männerkleidung anzuziehen.
Während entsprechende Gesetze in Europa in den letzten Jahrzehnten abgeschafft wurden oder nie bestanden, gibt es selbst in einigen US-amerikanischen Counties noch Gesetze, die das öffentliche Tragen von nicht zum angeborenen Geschlecht gehöriger Kleidung (siehe Cross-Dressing) unter Strafe stellen; allerdings werden diese mit zunehmender Liberalisierung immer seltener angewandt.[14] Weiterhin gibt es in den meisten westlichen (Nord-West- und Westmitteleuropa sowie Nordamerika) sowie einigen anderen Ländern (zum Beispiel JapanIran) mittlerweile Gesetze, welche die rechtlichen Aspekte eines Geschlechtsrollenwechsels regeln. In vielen nicht-westlichen Ländern allerdings wird entsprechendes Verhalten wesentlich härter bestraft, bis hin zur Todesstrafe (beispielsweise in vielen Ländern mit islamischer Mehrheit).
[Transgender, Reaktionen und Sanktionen, Wikipedia, abgerufen am 06.10.2018]
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Montag, 4. Juni 2018

Die Schönheit des Abgrunds

Die Christine-Westermannisierung der Literatur hat ihren Siegeszug angetreten. Erstens durch Buchverkäufe. Kitsch verkauft sich besser als Qualität. Denken ist anstrengend, tut bisweilen weh, Kitsch funktioniert wie Pornographie, allerdings nicht in der Hose, sondern links unter dem Hemd. Was sich verkauft, wird auch massenhaft produziert. 


#metoo

Bei diesem Thema kann man sich wunderbar die Finger verbrennen. Mangelnde Empathie wird der erste Vorwurf sein. Als vor einem halben Jahr die #metoo-Debatte durch die Welt schwappte, blieb ein Aspekt unbeantwortet, der aber sehr maßgeblich ist: könnte es sein, dass brillante Menschen eine dunklere Seite haben als Normalos?

Seit Jahren geistert ständig eine Statistik durch die Gazetten, dass nämlich unter Spitzenmanagern der Anteil von Soziopathen übermäßig hoch sei. Dies bestätigt die Klischees vom herzlosen Kapitalisten.

Aber Künstler?

Besonders interessant erscheint mir der Fall Kevin Spacey. Die Empörung schlug Wellen, dass er augenblicklich die Serie House of cards verlassen musste.



Das Genie und das Böse

Spacey dürfte, was den Legendenstatus angeht, zu den allergrößten Namen in der Geschichte von Hollywood gehören. Er spielte in the usual suspects ein sich als Trottel gebendes kriminelles Superhirn, das die verhörenden Polizisten mit erfundenen Geschichten manipuliert. In Se7en verkörperte er einen unauffälligen, aber brillant perversen Serienmörder und in American Beauty stellte er einen frustrierten Vorstadt-Papi in der Midlifecrisis dar. Der gemeinsame Nenner: seine Rollen waren immer von manipulativer Intelligenz, auch schon vor Darstellung des fiktionalen Präsidenten Underwood.

Und jetzt die #metoo-Debatte. Was hatten wir doch für ein Vergnügen, wenn die von Spacey dargestellten Figuren ihren dummen Kontrahenten den Schneid abgekauft hatten. Es war beinahe so schön, wie wenn Robert de Niros Antihelden anderen die Knochen brachen, ihren Kopf in einem Schraubstock zerquetschten oder ihnen Teile des Gesichts wegbissen. Da schmecken die Nachos, und die Brause auf dem Schoß waberte launig hin und her. Privat sind Schauspieler ja ganz bodenständige nette Kerle, oder? Wenn nicht, wären wir dann etwa Komplizen?



Was erlauben Spacey?

Ist eine charakterliche Düsterheit vielleicht gar ein struktureller Vorteil des Genies, nicht nur fiktional, sondern real?



Felder der vielschichtigen Genies

Neben dem auffällig langen Wegsehen in Hollywood – die Liste der mutmaßlich Übergriffigen wird länger, wobei die Vorfälle wahrscheinlich über Jahrzehnte reichen – ist für mich gar nicht die geheuchelte Empathie seitens des Publikums von Belang. Es interessiert mich nicht, ob Spacey schuldig ist. Empathie wird nie meine Sache sein, das vorweg. Auch die Binsenweisheit, dass große Erfolge immun gegen Kritik machen, scheint mir nur bedingt interessant zu sein. Es erscheint viel interessanter und vordergründig erschreckender, dass eben nicht nur in den hohen Etagen deutscher Unternehmen, sondern gerade auch im Bereich der Kreativen, der Künstler und Erfinder, Wunderbares auf dem Mist des Schrecklichen besser wächst. Verdanken wir vielleicht Erbauung und Fortschritt vornehmlich dunklen Neigungen? Was, wenn ja? War Einstein treu? Diente ihm seine Promiskuität als Triebfeder in Denkprozessen gar?

mehr:
- Die Schönheit des Abgrunds - Empathie Pornos (Hans-Martin Esser, The European, 04.06.2018)

Gruber: "Will am liebsten schwulen Männern gefallen" | Nuhr im Ersten {5:51}

Comedy & Satire im Ersten
Am 16.02.2018 veröffentlicht
Abonniert uns! http://s.daserste.de/2kannsX
Offizieller "Comedy"-Kanal: http://s.daserste.de/2lneAof
Alle Clips: http://s.daserste.de/2kYqsIP
"Nuhr im Ersten" vom 15. Februar 2018
Dieter Nuhr begrüßt seine Gäste Monika Gruber, Ingo Appelt, Andreas Rebers und Torsten Sträter zu einer neuen Ausgabe von "Nuhr im Ersten"!

Frank Zappa - Titties and beer (with subtitles) {6:38}

bolimozak
Am 14.03.2011 veröffentlicht 
The Palladium, NYC, NY, October 31, 1977
Baby Snakes DVD
Frank Zappa -- lead guitar, vocals
Adrian Belew -- guitar, vocals
Peter Wolf -- keyboards
Tommy Mars -- keyboards, vocals
Ed Mann -- percussion, vocals
Patrick O'Hearn -- bass
Terry Bozzio -- drums, vocals
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siehe auch:
- Ein wirklich netter Kerl, oder? (Arwa Mahdawi, der Freitag, 25.09.2018)
Kevin Spacey: Ein Mann wird gelöscht, und wir sind die Guten (Post, 13.11.2017)
- „Wir wollen die Möpse sehen…!“ (Clemens Lukitsch, The European, 05.09.2014)
aktualisiert am 25.09.2018

Donnerstag, 27. Juli 2017

Der Sinn des Lebens: 42

42 - endlich das allwissende Alter mit der Antwort auf Alles erreicht :-) {1:55}

Veröffentlicht am 10.03.2014
whoisthemaniac
Endlich das allwissende Alter, das Alter mit der Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest erreicht :-)

Stephen Hawking spricht über Gott {4:01}

Veröffentlicht am 18.09.2010
ekiufjeu
ZDF Heute Journal, 07.09.2010

“An artist’s life Manifesto”, by Marina Abramovic. {3:15}

Veröffentlicht am 25.10.2015
Pedro Menchén
1. An artist’s conduct in his life:
– An artist should not lie to himself or others
– An artist should not steal ideas from other artists
– An artist should not compromise for themselves or in regards to the art market
– An artist should not kill other human beings
– An artist should not make themselves into an idol
2. An artist’s relation to his love life:
– An artist should avoid falling in love with another artist
3. An artist’s relation to the erotic:
– An artist should develop an erotic point of view on the world
– An artist should be erotic
4. An artist’s relation to suffering:
– An artist should suffer
– From the suffering comes the best work
– Suffering brings transformation
– Through the suffering an artist transcends their spirit

5. An artist’s relation to depression:
– An artist should not be depressed
– Depression is a disease and should be cured
– Depression is not productive for an artist
6. An artist’s relation to suicide:

– Suicide is a crime against life
– An artist should not commit suicide
7. An artist’s relation to inspiration:
– An artist should look deep inside themselves for inspiration
– The deeper they look inside themselves, the more universal they become
– The artist is universe
8. An artist’s relation to self-control:
– The artist should not have self-control about his life
– The artist should have total self-control about his work
9. An artist’s relation with transparency:
– The artist should give and receive at the same time
– Transparency means receptive
– Transparency means to give

10. An artist’s relation to symbols:
– An artist creates his own symbols
– Symbols are an artist’s language
– The language must then be translated
– Sometimes it is difficult to find the key

11. An artist’s relation to silence:
– An artist has to understand silence
– An artist has to create a space for silence to enter his work
– Silence is like an island in the middle of a turbulent ocean
12. An artist’s relation to solitude:
– An artist must make time for the long periods of solitude
– Solitude is extremely important
– Away from home
– Away from the studio
– Away from family
– Away from friends
– An artist should stay for long periods of time at waterfalls
– An artist should stay for long periods of time at exploding volcanoes
– An artist should stay for long periods of time looking at the fast running rivers
– An artist should stay for long periods of time looking at the horizon where the ocean and sky meet
– An artist should stay for long periods of time looking at the stars in the night sky

13. An artist’s conduct in relation to work:
– An artist should avoid going to the studio every day
– An artist should not treat his work schedule as a bank employee does
– An artist should explore life and work only when an idea comes to him in a dream or during the day as a vision that arises as a surprise
– An artist should not repeat himself
– An artist should not overproduce
– An artist should avoid his own art pollution

14. An artist’s possessions:
– Buddhist monks advise that it is best to have nine possessions in their life:
1 robe for the summer
1 robe for the winter
1 pair of shoes
1 begging bowl for food
1 mosquito net
1 prayer-book
1 umbrella
1 mat to sleep on
1 pair of glasses if needed
– An artist should decide for himself the minimum personal possessions they should have
– An artist should have more and more of less and less

15. A list of an artist’s friends:

– An artist should have friends that lift their spirits

16. A list of an artist’s enemies:
– Enemies are very important
– The Dali Lama has said that it is easy to have compassion with friends but much more difficult to have compassion with enemies
– An artist has to learn to forgive

17. Different death scenarios:
– An artist has to be aware of his own mortality
– For an artist, it is not only important how he lives his life but also how he dies
– An artist should look at the symbols of his work for the signs of different death scenarios
– An artist should die consciously without fear

18. Different funeral scenarios:
– An artist should give instructions before the funeral so that everything is done the way he wants it
– The funeral is the artist’s last art piece before leaving

mehr zu Marina Abramović:
Die acht Lehren der Marina Abramović – Statements der Performance-Künstlerin zum Leben (Alexander Glodzinski, 3sat – Kulturzeit, März 2017)
Marina Abramović and Ulay (Post, 14.12.2013)
- Marina Abramović (Post, 14.07.2013)

"Der Mensch ist nicht zuvor, um danach frei zu sein, sondern es gibt keinen Unterschied zwischen dem Sein des Menschen und seinem Freisein." [Jean Paul Sartre, Das Sein und das Nichts (L'être et le néant), 1943]

Muhammad Ali ┇ Sinn des Lebens ᴴᴰ

Veröffentlicht am 04.06.2016
Digital Dawah
Muhammad Ali ┇ Sinn des Lebens ᴴᴰ



Einfach nur glücklich sein. Wer wünscht sich das nicht? Doch wie findet man das ganz persönliche Lebensglück?
42, so lautet die Antwort, die der Computer Deep Thought in dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ auf die Frage gibt, was denn der Sinn des Lebens sei. Dass die Antwort natürlich keineswegs befriedigend und äußerst sinnfrei ist, macht den Charme des Romans von Douglas Adams aus. Auf skurrile Weise wird ein philosophisches Problem aus der Welt geschafft, das noch bis ins letzte Jahrhundert Menschen durch alle Nationen und Klassen hindurch beschäftigt hat: Was ist der Sinn des Lebens? Warum bin ich auf dieser Welt? Wo komme ich her und wo gehe ich hin?

Heutzutage scheint diese Frage nach dem Sinn des Lebens viele Menschen nicht mehr so zu bewegen wie noch vielleicht vor 30 Jahren. Konsum und Lifestyle sind wichtiger. So zumindest das Ergebnis der Studie „Jugend unter Druck“ des Jugendforschers Bernhard Heinzlmaier, der Jugendliche im Alter von 11 bis 29 Jahren befragt hat.

Es geht darum, glücklich zu sein
Haben Menschen in vergangenen Jahrhunderten den Sinn des Lebens in der Religion oder in sozialen Utopien wie der des Marxismus gesucht, so geht es heutzutage eher um eine Lustmaximierung. Es geht darum, sich lebendig zu fühlen und das Leben zu genießen, wie Heimzlmaier in seiner Studie feststellt.: „Wo ein das materielle Leben transzendierender (über das materielle Leben hinausreichender, Anm. d. Red.) Sinn fehlt, bekommt das intensive Erlebnis, die unmittelbare Leidenschaft im Hier und Jetzt, überragende Bedeutung. Dass ihnen ein tieferer Sinn, ein ideelles Lebensziel fehlt, ist vielen Jugendliche überhaupt nicht bewusst, da ihnen die Bedeutung eines solchen für ein erfülltes Leben von den Erwachsenen nie vermittelt wurde.“

Demnach bleibt die Grundmotivation, die Menschen bislang nach dem Sinn des Lebens suchen ließ, unverändert: Letztlich geht es um ein erfülltes Leben. Es geht darum, glücklich zu sein. Das könnte ein Grund dafür sein, dass in den letzten Jahren immer wieder Bücher über das Glück auf den Bestellerlisten waren (z.B. "Glück kommt selten allein", Hirschhausen; "Hectors Reise: oder die Suche nach dem Glück", Francois Lelord).

mehr:
- Sinn des Lebens: Einfach nur glücklich sein (Michael Gerster, ERF, 25.08.2010)


"Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf, er existiert nur in dem Maße, in dem er sich verwirklicht, er ist also nichts anderes als die Gesamtheit seiner Handlungen, nichts anderes als sein Leben." [Jean-Paul Sartre, L'existentialisme est un humanisme (Der Existenzialismus ist ein Humanismus), 1946]

Gabriellas Song - Wie im Himmel {4.21}

Veröffentlicht am 07.06.2010
IToMoTI - non-profit channel
One of most beautiful scenes from my most beloved movie...
"AS IT IS IN HEAVEN" (OT: Så som i himmelen, 2004) by Kay Pollak

Ray Cooper Percussion-Layla {6:45}

Veröffentlicht am 20.09.2008
toastermac
Clapton, Beck, Jimmy Page, Andy Fairweather, Wyman, Winwood , Kenny Jones and Charlie Watts on drums, and Ray Cooper.

Wie im Himmel Finale {3:31}

Veröffentlicht am 24.08.2015
Ralf E. Grüger

Flashmob Nürnberg 2014 - Ode an die Freude {6:31}

Veröffentlicht am 05.08.2014
Evenord-Bank eG-KG
http://www.evenordbank.de/
Aus Wertschätzung gegenüber unserer Region! Vielen Dank an alle Mitglieder des Hans-Sachs-Chors und der Philharmonie Nürnberg, die mit uns dieses Vorhaben begeisternd aufgegriffen und am 14.06.2014 an der Lorenzkirche in Nürnberg so toll umgesetzt haben. Vielen Dank auch an alle, die mit einem Like den Beteiligten ihre Anerkennung zollen!


Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zu Grunde gehn. [Friedrich Wilhelm Nietzsche, Der Wille zur Macht II, IV. Der Wille zur Macht als Kunst. 822]

Samstag, 3. Juni 2017

Ein grüner Justizsenator entschuldigt sich für die 68er Exzesse der Polizei – und die Reaktionen



Veröffentlicht am 12.03.2017

"Er liegt am Boden, eine junge Frau kniet neben ihm und hält den Kopf des Sterbenden. Das Foto wird zum Symbol. Am 2. Juni 1967 beginnt ""1968"". An diesem Tag wird unweit der Deutschen Oper in Berlin der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten niedergeschossen und stirbt wenig später. Für die Studentenbewegung ist der Tod Ohnesorgs eine Zäsur - der 2. Juni wird zum Katalysator der Unruhen. Der tote Ohnesorg wird zu einer Ikone.

Doch wer war Benno Ohnesorg, von dem man kaum mehr weiß als den Namen - und das Sterbedatum? Fast vier Jahrzehnte später begibt sich der Schriftsteller Uwe Timm auf die Suche. Timms Buch ""Der Freund und der Fremde"" (2005) ist das literarische Ergebnis dieser Suche. Es ist keine faktenorientierte Biografie, sondern eine Erzählung, die Erinnerungen vorsichtig arrangiert. Es ist ein persönliches Buch, das über den Freund reflektiert, über seinen Tod und über die prägenden 60er Jahre. Es geht in ""Der Freund und der Fremde"" aber auch um 1968, um die großen Entwürfe und Theorien. Timm zeigt, wie der Tod von Ohnesorg viele aus seiner Generation zu ""68ern"" werden ließ.

Die beiden lernten sich Anfang der 60er Jahre in einem Kolleg in Braunschweig kennen, wo sie das Abitur nachholten. Für Ohnesorg und Timm waren vor allem Kunst und Kultur der Schlüssel zu einem anderen Leben. Sie hofften, in der Literatur ihr Glück zu finden. Die beiden 20-Jährigen freundeten sich an, diskutierten über Lyrik und offenbarten sich ihre ersten literarischen Schreibversuche. Nach dem Abitur trennten sich ihre Wege. Timm ging nach München, später nach Paris. Benno Ohnesorg zog nach Berlin. Sie verloren sich aus den Augen. Im Juni 1967 hörte Uwe Timm in Frankreich von den Ereignissen der Berliner Anti-Schah-Demonstration und sah in einer Pariser Zeitung das Foto - den toten Freund."

Der Justizsenator sprach am Rathaus Schöneberg vor rund 50 Teilnehmern einer Kundgebung, darunter mehrere Veteranen der Protestbewegung. 

Eine ehrenvolle Geste! 

Fünfzig Jahre nach den Demonstrationen gegen den Schah von Persien hat Justizsenator Dirk Behrendt (45, Grüne) um Entschuldigung für den damaligen Polizeieinsatz gebeten, bei dem Benno Ohnesorg erschossen wurde.
mehr:
- Benno Ohnesorg: Justizsenator Behrendt entschuldigt sich für Polizeieinsatz (Berliner Zeitung, 02.06.2017)
Screenshot der Bewertungsskala unter dem Artikel
siehe auch:
- Berlin: Justizsenator entschuldigt sich für Polizeieinsatz bei Tod von Ohnesorg (SPON, 02.06.2017)
- 50. Todestag von Benno Ohnesorg Senator entschuldigt sich für Polizeigewalt am 2. Juni 1967 (Tagesspiegel, 02.06.2017)

zur BZ-Bewertungsskala (die läßt einiges verstehen) siehe auch:
Das Buch hatte eine enorme Wirkung für die weitere Aufarbeitung unserer dunklen Vergangenheit. Es war bei seinem Erscheinen kontrovers diskutiert, viele empörten sich über die beiden Analytiker und fühlten sich geschulmeistert. Dabei geht das Buch aber in den Folgekapiteln vom Massenphänomen wieder auf den Einzelnen zurück und beschreibt wichtige Mechanismen in der psychischen Entwicklung des Kindes zum Erwachsenen: Wie baut sich Moral auf, wie entstehen Vorurteile und Ressentiments, gibt es noch Autoritätsvorbilder in der entfremdenden kapitalistischen Konsumgesellschaft, die dem Heranwachsenden zur Identifikation dienen können? Wie entsteht praktizierte Toleranz Andersdenkenden gegenüber? [aus einem Amazon-Leserkommentar]

Dienstag, 16. August 2016

Geld, der kollektive Fetisch

Philosophie Linke Denker haben die Religionen immer skeptisch betrachtet. Der Gott, der über alles herrscht, ist indessen das Geld

Muslimische Immigranten nötigen uns dazu, die Frage neu zu bedenken, wie Linke es mit der Religion halten. Auf der Flucht vor einem grausamen Krieg sind Hunderttausende zu uns gekommen, die einerseits die linke Bereitschaft zur Solidarität einfordern, viele von uns aber andererseits daran erinnern, dass sie doch eigentlich Religionsfeinde sind. Sind wir schon über die Rolle der Kirchen in unserer Gesellschaft empört, wird uns nun auch noch Hilfsbereitschaft Menschen gegenüber abverlangt, die dem Islam folgen, einer Religion, die bei einigen sogar als „besonders schlimm“ verschrien ist.

Manche Debatten unserer Tage zeigen denn auch, dass eine bedenkliche Schnittmenge entstanden ist zwischen nicht wenigen Linken und der AfD, deren Schlachtruf „Gegen die Islamisierung des Abendlands“ sie kaum etwas entgegenzusetzen haben. Und derweil verliert die Linkspartei Protestwähler. Sie ist über einen Antrag zerstritten, der die große Losung der Französischen Revolution, „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, durch „Freiheit, Gleichheit, Laizität“ ersetzen will.

Können sich Religionsfreie vorbehaltlos auf die Seite muslimischer Flüchtlinge stellen? Müssen sie nicht erst einmal deren Religion angreifen? Von der Beantwortung dieser Frage hängt vieles ab. Wie so oft aber steht die Frage selbst schon ihrer Beantwortung im Weg, weil sie eine Differenz überspringt. Denn es gibt zwei sehr verschiedene Arten, religionsfrei zu sein, die liberale und die marxistische. Liberale sind seit der Französischen Revolution Religionsfeinde gewesen. In Italien bekämpften sie erbittert den Kirchenstaat und reduzierten ihn auf den Vatikan. Vor der Revolution hatten viele ihrer Vorgänger, der Aufklärer, noch eher versucht, das Christentum neu zu interpretieren, besonders Immanuel Kant mit seiner Schrift Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (1793). Da aber der Katholizismus, in seiner Existenz bedroht, sich darauf nicht einließ, verhärteten sich die Fronten.

mehr:
- Kollektiver Fetisch (Michael Schäfer, der Freitag, 10.08.2016)
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Donnerstag, 11. August 2016

Wie ein Werbespot Realitäten schafft

#Rio2016 Südsudan tritt zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen an. Für den Sprinter Mangar Makur Chuot endete die Nominierung bitter
Als 1988 die Olympischen Sommerspiele in Seoul stattfanden, war ich neun und ein fantasievolles Kind. Jedes Provinzbad, in dem ich mit meinem Schwimmverein Bahnen zog, wurde damals für mich zur olympischen Wettkampfstätte. Diese Strahlkraft haben die Spiele für mich lange schon verloren, aber ich erinnerte mich jetzt daran, als ich einen Spot mit der südsudanesischen Sprinterin Margret Rumat Rumar Hassan sah. Es ist ein Werbeclip von Samsung, Hauptsponsor in Rio. Wir sehen die Leichtathletin in den Katakomben eines Stadions, vor ihrem inneren Auge taucht ein Mädchen auf, das sie vor einer Wand mit Zeitungsartikeln anfeuert. „Local Girl Dreams of Rio“ steht als Schlagzeile über einem Foto der Sprinterin. Wir sehen dann Schüler in einer Dorfschule, Männer in einer Dorfkneipe, staubige Straßen und immer mehr Menschen, die Margret Rumat Rumar Hassan anfeuern, sie steigen in Busse und auf Motorräder, manche rennen nur ein Stück mit, ein paar steigen dann in ein Flugzeug. Als Hassan aus den Katakomben ins Stadion tritt, steht das Mädchen natürlich unter den Fans auf den Rängen.

„For those who defy barriers“ lautet der Slogan des Sponsors – für alle, die sich über Hindernisse hinwegsetzen. Man kann das zynisch finden, 60.000 Menschen sind Anfang August wieder binnen drei Wochen aus dem Südsudan geflohen, und natürlich stehen keine Flugzeuge für sie bereit. Laut Berichten des UNHCR wurden viele mit Waffengewalt daran gehindert, auch nur ins Nachbarland Uganda zu gelangen. Aber es ist nicht die Aufgabe von Werbespots, die Realität abzubilden.

mehr:
- Wenn ein Werbespot Realitäten schafft (Christine Käppeler, der Freitag, 11.08.2016)
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Freitag, 29. Juli 2016

Verbraucherverantwortung: Bio, fair – und billig oder Die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau


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Graswurzelbewegung ist die wörtliche Übersetzung des englischen „grassroots movement“, das eine politische oder gesellschaftliche Initiative bezeichnet, die aus der Basis der Bevölkerung entsteht. Der deutsche Terminus ist Basisbewegung. [Graswurzelbewegung, Wikipedia]
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Die Bauern sind schuld an Massentierhaltung, Lebensmittelskandalen und irrwitzigen Subventionen. Oder? Man kann es auch anders sehen: Tier- und umweltgerechte Landwirtschaft hängt von Verbrauchern ab, die gute Lebensmittel nicht nur fordern, sondern auch dafür zahlen. Plädoyer für mehr Ehrlichkeit.
Ich bin Bauer. Der Bauer, der Ihre Lebensmittel macht. Und ich habe ein Problem mit Ihnen. In unserer Beziehung von Erzeuger und Verbraucher stimmt was nicht mehr. Und vielleicht haben Sie das auch schon bemerkt. Dass Sie die Lebensmittel möglichst billig einkaufen wollen, weiß ich ja. Daran hat sich nicht allzu viel geändert, auch wenn Sie das Gegenteil behaupten. Denn wenn Ihnen Lebensmittel etwas wert wären, würden Sie nicht so viel wegwerfen.

Und dass Sie immer auf Qualität achten? Im Zweifelsfall entscheiden Sie sich dann doch für das billigere Produkt. Gut, die Discounter verkaufen jetzt auch Markenprodukte. Dafür gehen die Supermärkte mit ihren Eigenmarken in Richtung Billigware, um ihre Marktanteile nicht zu verlieren. Alles nichts Neues. Alle drücken den Preis beim Erzeuger – so weit, wie es geht. Bauern, die da nicht mitkommen, müssen halt aufhören. Selbst schuld.

mehr:
- Bio, fair – und möglichst billig (Willi Kremer-Schillings, HAZ, 29.07.2016)

Bio-Milch und regionale Produkte: Wie Verbraucher die Landwirte vor der Existenznot bewahren können [2:46]

Veröffentlicht am 07.09.2015
Ein Liter Milch für 50 Cent - dass da nicht mehr viel für den Landwirt bleiben kann, ist vielen Verbrauchern klar. Wir haben nachgefragt, was man tun kann, wenn man das Preisdumping beim Milchpreis nicht unterstützen will.
Bei einem Unterschied von fast einem Euro pro Liter greifen im Supermarkt viele natürlich zu der günstigeren Variante, die für etwa fünfzig Cent zu haben ist. Doch solche Niedrigpreise gehen zu Lasten der Landwirte.

Jutta Saumweber von der Verbraucherzentrale Bayern weiß, was der Kunde machen kann, wenn er dieses Preisdumping nicht unterstützen will: Auf jeden Fall kann man Bio-Milch kaufen, da ist der Preis höher, dafür tut man aber auch gleichzeitig etwas für Tiere und Umwelt. Ebenfalls im Angebot sind faire Milch oder regionale Produkte.

Mancher geht davon aus, dass der Bauer bei der etwas teureren Milch auch mehr bekommt. Leider eine Milchmädchenrechnung, denn das ist nicht immer so. Doch immerhin eine Molkerei gibt es in Deutschland, die ihren Landwirten statt der im Schnitt üblichen 28 Cent pro Liter zehn Cent mehr zahlt: Die Milchwerke Berchtesgadener Land in Bayern. Die Genossenschaftsmolkerei will auf Markenprodukte setzen, hergestellt ohne Gentechnik und mit reduziertem Antibiotika-Einsatz.
Letztlich entscheidet der Kunde am Kühlregal, wo die Reise hingeht: Kauft er nur nach dem Preis, werden sich billige Konzepte durchsetzen.

Homepage: http://www.mittagsmagazin.de
Blog: http://www.mimawebspiegel.de
Facebook: http://www.facebook.com/mittagsmagazin
Twitter: https://twitter.com/mittagsmagazin

Bio&Faire Wertschöpfungsketten in den Regionen [2:13]

Veröffentlicht am 29.04.2015
... das hört sich komplizierter an, als es ist. Das Video erklärt kurz und knackig, wer und was alles zu bio&fairen Wertschöpfungsketten gehört, warum Regionen davon profitieren und weshalb Lebensmittel nicht billig sein können. 

Und was Unternehmen dafür konkret tun, findet Ihr hier: www.biofair-vereint.de/regional

Das Projekt „Bio&Faire Wertschöpfungsketten in den Regionen“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Bundesprogramm ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

[Doku][Hitec] Regional statt global - Innovationen verändern die Globalisierung [28:53]

Veröffentlicht am 25.11.2012
Die Ökonomie der Globalisierung ändert sich rapide. Grund dafür sind technische, klimatische und finanzielle Umwälzungen. Selbst in Schwellenländern steigen die Energie-, Transport- und Arbeitskosten ständig. Mancher deutsche Hersteller von Industrie- oder Konsumgütern ist bei der Suche nach...

Kurzfilm: Was ist FAIRTRADE? [3:55]

Veröffentlicht am 21.10.2015
Der Kurzfilm erklärt in wenigen Minuten, wie FAIRTRADE funktioniert und wie bewusste Konsumentscheidungen zu besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbäuerinnen/Kleinbauern und PlantagenarbeiterInnen in Afrika, Asien und Lateinamerika beitragen.
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Dienstag, 14. Juni 2016

Sex, Roboter und ethische Überlegungen

Die Frage ist nur, wie und wann


Die Sexroboter kommen. Die Frage ist nur, wie sie kommen. Laut oder leise? Mit vorgetäuschten Gefühlen oder mit ermahnenden Hinweisen? Als menschenähnliche oder als funktionsorientierte Maschinen? Als Unterhaltungs- und Behandlungsmittel für die Allgemeinheit oder als Nischenprodukt für Einzelpersonen? Und die Frage ist, wann sie kommen. Sie sind bereits jetzt ein gewisses Phänomen. Aber werden sie, wie Sexspielzeug, zum allgemeinen Trend? Im vorliegenden Beitrag werden Ausführungen und Ansätze vorgestellt, vor allem aber moralphilosophische Fragen gestellt, um Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.


Ethiker haben, so meldeten es Medien im Herbst 2015, eine Kampagne gegen Sexroboter gestartet, um deren Entwicklung verbieten zu lassen. Sie sind der Meinung, dass menschliche Beziehungen beeinträchtigt und Frauen und Kinder zu Sexobjekten herabgewürdigt werden.
mehr:
- Die Sexroboter kommen (Oliver Bendel, Telepolis, 13.06.2016)

Dienstag, 26. April 2016

Führung: Arbeitnehmer halten ihre Chefs für inkompetent

Viele Angestellte in Deutschland halten ihre Chefs für fachlich und charakterlich ungeeignet. Pflegt der Arbeitgeber einen coachenden Führungsstil, sieht es anders aus.

Viele Arbeitnehmer in Deutschland stellen ihren Chefs ein schlechtes Zeugnis aus. Das zeigt eine repräsentative Studie der Personalberatung Rochus Mummert. Demnach halten zwei von drei Angestellten ihre Vorgesetzten für fachlich ungeeignet. Die Personalberatung befragte für ihre Studie 1.000 Arbeitnehmer in Deutschland. Knapp jeder Dritte gab demnach an, dass der Vorgesetzte charakterlich qualifiziert sei.

Zudem äußerte nur ein Drittel der Befragten, dass ihr Vorgesetzter ihre Leistungen anerkenne und bei Problemen immer ansprechbar sei. Auch bei der Förderung der Karriere gibt es Unzufriedenheit, vier von fünf Befragten fühlen sich durch ihren Chef nicht ausreichend gefördert.

Deutlich besser schnitten der Umfrage zufolge Chefs ab, die einen coachenden Führungsstil pflegen. Hier hielten 59 Prozent ihren Vorgesetzten fachlich für uneingeschränkt und knapp 50 Prozent für charakterlich absolut geeignet.

Der bei den Arbeitnehmern beliebteste Vorgesetztentyp ist in deutschen Betrieben offenbar unterrepräsentiert: "Nicht einmal jeder vierte Beschäftigte arbeitet bei einem Unternehmen, in dem Coaching an erste Stelle steht", sagte Hans Schlipat, Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. Für Schlipat kann aber nur ein empathischer Manager jeden Angestellten positiv beeinflussen und so den langfristigen Erfolg des Unternehmens sicherstellen.

mehr:
- Führung : Zwei Drittel der Arbeitnehmer halten ihre Chefs für inkompetent (ZON, 26.04.2016)

siehe auch:
- Was ist das Böse? (Post, 07.04.2016)

Thomas Kahl -- Unzufriedenheit und Überforderung als Krankheitsursachen [53:51]


Veröffentlicht am 04.10.2012
Einleitungsvortrag zur Vorlesungsreihe „Psychosomatik"

Die Vorträge richten sich an interessierte Personen ohne besondere fachliche Vorbildung.

Dr. Thomas Kahl ist Diplom-Psychologe und Psychotherapeut.
Er war Hochschullehrer am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg.
2012 gründete er das Psychologische Institut für Menschenrechte, Gesundheit und Entwicklung IMGE als gemeinnützige GmbH.
Der vorliegende Vortrag gehört zu den kostenlosen Publikationen dieses Instituts.

Psychosomatik bezeichnet die Schnittstelle zwischen der Psychologie und der Medizin.
Hier geht es um das eigene Befinden, psychische Prozesse und körperliche Funktionsstörungen.
Umfassende Gesundheit beruht auf der Integration von Körper, Geist und Seele.

Wie wirken sich persönliche Schwierigkeiten, sozial-emotionale Spannungen und die eigene Gedankenwelt auf die Gesundheit aus?
Was haben eigene Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Wünsche, Ziele, Vorstellungen und der Verstand damit zu tun?
Inwiefern kann bewusster Umgang mit sich selbst zu ganzheitlicher Heilung beitragen?

Die Themen der Veranstaltungsreihe bauen aufeinander auf.
Sie bieten eine Einführung in grundlegende Zusammenhänge ganzheitlicher Gesundheit.
Schwerpunkte bilden mentale, körper-energetische und zwischenmenschliche Ansätze.

Vermittelt werden Grundlagenwissen und analytische Einsichten in psycho-somatische Zusammenhänge.
Die Wahrnehmung der eigenen subjektiven Befindlichkeit und die Sensitivität für innere Vorgänge werden gefördert.
Es werden praktische Anregungen zur eigenen Gesundheitsförderung gegeben, außerdem Einblicke in psychotherapeutische Methoden.

Die Themen der Veranstaltungsreihe im Überblick:

1.) Unzufriedenheit und Überforderung als Krankheits-Ursachen
2.) Innen- und Außen-Wahrnehmung als erster Heilungsschritt
3.) Innere Prozesse als Spiegel zwischenmenschlicher Beziehungen
4.) Symptome als Wegweiser zur Gesundung
5.) Positive Einstellung zum Symptom als Schlüssel zur Neu-Orientierung
6.) Entscheidung für Neuorientierung als Impuls zur Aktivierung des eigenen Gesundungsprozesses
7.) Das Bewusstsein als Vermittler zwischen Wollen, Denken, Fühlen und Handeln
8.) Innere und äußere Widerstände als Störfaktoren
9.) Widerstände als überwindbare Hürden
10.) Stabilisierung des Heilungsprozesses über Selbst-Bewusstsein und Eigenverantwortung

Ort der Vorträge: Universität Hamburg, Philosophen-Turm Hörsaal D, Von-Melle-Park 6.

Das Institut ist inzwischen online: www.IMGE.de und www.IMGE.info

Ich bin ein Psychopath [1:22:52]

Veröffentlicht am 03.08.2012
ICH BIN EIN PSYCHOPATH
[http://aaeraa.blogspot.com]

"Ich bin ein Psychopath", behauptet Sam Vaknin von sich selbst. Aber ein schlechter Mensch ist er in seinen Augen nicht. Es interessiert ihn bloß nichts - außer es geht um ihn selbst. Er hat wie viele Psychopathen mit Charme und großer Manipulationskraft einige Menschenleben aus dem Gleis geworfen. Und er hat die Extreme einer sozial überaus unverträglichen Existenz durchlebt, die erfolgreichen Seiten und die Abgründe des zerstörerischen Wesens am eigenen Körper erfahren sowie seine Mitmenschen erfahren lassen.
Doch im Gegensatz zu vielen seiner Wesensgenossen will Sam Vaknin Sicherheit über seine Diagnose von Wissenschaftlerseite. Wurde er wirklich ohne Gewissen geboren? Der australische Dokumentarfilmer Ian Walker begleitet Sam Vaknin und seine stets leidende, aber immer loyale Ehefrau Lidija bei der Suche nach der Antwort. Die Reise führt tief hinein in das Denken und Fühlen eines Psychopathen. Und die Wissenschaftler freuen sich über das freiwillige Untersuchungsobjekt. Schließlich finden sich gewaltlose Psychopathen mit "weißem Kragen" kaum in ihren Untersuchungslaboren.
Experten gehen davon aus, dass ein Prozent der Menschen als Psychopathen bezeichnet werden müssen. In bestimmten Berufsgruppen jedoch liegt der Anteil wesentlich darüber. "Sie stehen nicht im Fokus der Wissenschaftler, aber auch nicht unseres sozialen Systems, weil sie eben nicht kriminell werden", so der Tübinger Neurobiologe Niels Birbaumer. "Sie sind nicht gewalttätig und deshalb kennen wir sie nicht. Der Schaden, den sie aber in unserer Gesellschaft anrichten, ist immens. Bisher wurde er nie wirklich untersucht."
Neben der Diagnosegeschichte des Filmes entwickelt sich ein zweites, ungeahntes Drama. Trotz langer Vorbereitungsphase ahnt Filmemacher Ian Walker nicht, welcher Gefahr er sich während der Dreharbeiten aussetzt. "Einen Film mit einem Psychopathen zu drehen, ist ein bisschen so, wie eine Schlange mit dem Stock zu reizen", das wird Walker schnell deutlich, als er selbst zu einem Opfer wird. Der weltweit renommierte Forscher auf dem Gebiet der Psychopathie, Prof. Dr. Robert D. Hare, bezweifelt, ob man sich als normal fühlender und handelnder Mensch überhaupt gänzlich vor der destruktiven und sehr subtil zerstörerischen Kraft der Psychopathen schützen kann.

Psychopathen in der Führungsebene [14:09]

Veröffentlicht am 27.10.2014
17.10.14
Die Sache wird schiefgehen, sagt die gefeierte Autorin Karin Duve in ihrem fulminanten Essay, und mit "Sache" meint sie nicht weniger als den Fortbestand der Zivilisation. Der globale Kollaps wird kommen, prophezeit Duve, weil seit Urzeiten diejenigen an den Hebeln der Macht sitzen, die am allerwenigsten dazu geeignet sind. Höchste Zeit also, die Anderen, die Richtigen ans Ruder zu lassen und das sind laut Karen Duve: die Frauen.

Siehe auch:
"Wo andere ein Gewissen haben, ist da nichts"
http://www.heise.de/tr/artikel/Wo-and...

Kollegialität und gute Führung [1:29:41]

Veröffentlicht am 05.02.2014
Arbeit kann beglücken oder bedrücken. Arbeit kann gesund oder krank machen. Arbeit kann Sinn und Befriedigung geben oder zum körperlich-seelischen Zusammenbruch führen. Wovon hängt es ab, ob uns die Arbeit gut tut oder krank werden lässt? Univ.-Prof. Dr. Joachim Bauer erklärt im Gespräch mit Dr. Franz Josef Köb die neuesten aufregenden und faszinierenden Forschungsergebnisse aus der Sicht der Hirnforschung.
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Dienstag, 29. März 2016

Das war meine Rettung – "Meine Mitschüler haben mich ausgelacht"

Brunello Cucinelli ist als Unternehmer erfolgreich, weil er die Armut seiner Kindheit nie vergaß.
mehr:
- Das war meine Rettung – "Meine Mitschüler haben mich ausgelacht" (im Interview mit Louis, Lewitan, ZON, 28.03.2016)

Samstag, 19. März 2016

religiöse Menschenaffen

Biologen haben jetzt an Schimpansen ein bizarres Verhalten beschrieben, das sie am ehesten als "Religion" deuten.

Mit großer Hingabe schmeißen die Schimpansen immer wieder Steine auf einen bestimmten, wohl "heiligen" Baum. Gemäß von SPAM befragten Experten sind die nächsten spirituellen Entwicklungsschritte nur eine Frage der Zeit.

mehr:
- Heiliger Bimbam! – Schimpansen erfinden Religion (SPON, 03.03.2016)
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Two Monkeys Were Paid Unequally: Excerpt from Frans de Waal's TED Talk [2:43]

Veröffentlicht am 04.04.2013
What happens when you pay two monkeys unequally? Watch what happens.
An excerpt from the TED Talk: "Frans de Waal: Moral behavior in animals." Watch the whole talk here: http://www.ted.com/talks/frans_de_waa...

Frans de Waal: Moral behavior in animals [16:52]

Veröffentlicht am 10.04.2012
http://www.ted.com Empathy, cooperation, fairness and reciprocity -- caring about the well-being of others seems like a very human trait. But Frans de Waal shares some surprising videos of behavioral tests, on primates and other mammals, that show how many of these moral traits all of us share.

TEDTalks is a daily video podcast of the best talks and performances from the TED Conference, where the world's leading thinkers and doers give the talk of their lives in 18 minutes. Featured speakers have included Al Gore on climate change, Philippe Starck on design, Jill Bolte Taylor on observing her own stroke, Nicholas Negroponte on One Laptop per Child, Jane Goodall on chimpanzees, Bill Gates on malaria and mosquitoes, Pattie Maes on the "Sixth Sense" wearable tech, and "Lost" producer JJ Abrams on the allure of mystery. TED stands for Technology, Entertainment, Design, and TEDTalks cover these topics as well as science, business, development and the arts. Closed captions and translated subtitles in a variety of languages are now available on TED.com, at http://www.ted.com/translate

If you have questions or comments about this or other TED videos, please go to http://support.ted.com

Born good? Babies help unlock the origins of morality [13:32]

Veröffentlicht am 18.11.2012
Can infants tell right from wrong? And if so, how would you know? Come to Yale's baby lab. Lesley Stahl reports.

Mittwoch, 2. März 2016

Die drei Geistesgifte als Motor des Lebensrades


Drei Geistesgifte
Drei Geistesverschmutzungen oder Drei Wurzeln des Unheilsamen (skt./pali mūlatib.dug gsum) ist ein wichtiger Begriff der buddhistischen Ethik und fasst die drei schädlichen Eigenschaften Gier, Hass und Verblendung zusammen. Der Begriff "Geistesverschmutzungen" deutet auf die grundsätzliche Reinigungsfähigkeit bzw. ursprüngliche Andersartigkeit des Geistes hin.

  • Gier (pali lobha, tib. ’dod chags), auch als Sucht oder Begierde übersetzt, ist das Haben- und Besitzenwollen, das Bestreben, auf jeden Fall und um jeden Preis zu existieren. Mit Gier verwandt sind die Leidenschaften heftiges Begehren (raga) und "Durst" nach Werden (tanha). Heilsam (kosala) wirken Großzügigkeit und Mildtätigkeit (dāna).
  • Hass (pali dosa, skt. dvesa), auch als Zorn oder Aggression übersetzt, ist die Selbstbehauptung eines illusionären Selbst den Mitwesen gegenüber. Heilsam wirkt Güte (metta).
  • Verblendung (moha), Unwissenheit (skt. avidya) und Nicht-Wissen sind weitestgehend deckungsgleiche Begriffe. Die Unwissenheit ist ein Zustand, der als Grundursache für alles erfahrene Leid angesehen wird. Die beiden anderen Geistesgifte folgen der grundlegenden Unwissenheit. Nicht-Wissen ist die Grundlage allen karmisch-kausalen Handelns. Es bedeutet, die Wahrheit(en) über die Natur des Geistes nicht zu kennen. Ist die Verblendung/Unwissenheit/das Nicht-Wissen gereinigt, erscheint der heilsame Aspekt im Geist: Weisheit (pañña).
In der buddhistischen und hinduistischen Literatur werden auch noch andere Geistesverschmutzungen (p. kilesa, skr. kleśa) genannt und in Listen unterschiedlicher Länge und Zusammenstellung kombiniert. (Siehe Klesha).Das Gegenstück zu den drei Wurzeln unheilsamer Handlungen, sind die drei Wurzeln heilsamer (kusala) Handlungen: Gierlosigkeit (alobha), Hasslosigkeit (adosa), Unverblendetheit (amoha).Bezogen auf die Geisteshaltung bedeuten die 3 Geistesgifte:
  • Unwissenheit - Gleichgültige Geisteshaltung
  • Gier - Anhaftende Geisteshaltung
  • Hass/Aggression - Ablehnende Geisteshaltung
Das Gegengift ist in jedem Fall "Liebe und Mitgefühl" (Drei Geistesgifte, Wikipedia)
Lebensrad; Quelle: Buddhistische Symbole (Homepage Michael Reinold)

Das Rad des Werdens ist die Darstellung des leidhaften Wiedergeburtenkreislaufs (Samsara), aus dem Befreiung zu finden jedermann bemüht sein sollte. Es gehört zu den ältesten Bildtypen der buddhistischen Malerei. Es ist die altindische Vorstellung vom Wirken des Karma, die im Bild des Lebensrades symbolisch veranschaulicht ist.
An Tempeln schmückt es meist die Außenwand der Vorhalle. Bevor der Gläubige den Tempel betritt fällt sein Blick auf das Lebensrad und dieses fordert ihn auf, sein Leben zu ändern. Im Lebensrad erkennt er sich selbst, es ist ein Spiegel, ein verschlüsselter Ausdruck seines Unbewussten. Wer den Tempel betritt, schreitet sinnbildlich durch die samsarische Welt hindurch in die Erlösung; die Meditation über das Bhavacakra kann eine Vorübung zur Selbstverwirklichung sein. Auch der des Lesens Unkundige kann durch das Lebensrad die Lehre Buddhas in sich aufnehmen. (Lebensrad, Wikipedia) 
Erster Kreis (Radnabe)
Der innere Kreis; Quelle: Das buddhistische Lebensrad (Gesar-Travel)

Hahn, Schlange und Schwein jagen sich im Zentrum des Rades. Sie symbolisieren[1] die Drei Wurzelgifte:

  • Hahn: Gier (Prinzip der Anziehung)
  • Schlange: Hass (Prinzip der Abstoßung)
  • Schwein: Verblendung (Prinzip der eingeengten Sichtweise)
Ein weiteres System zeigt im Zentrum des Rades ein Schwein als Bild der Unwissenheit, eine Taube als Bild der gierigen Anhaftung und eine Schlange als Bild des Zorns.[2][3]Diese drei Wurzelgifte binden nach der Weltanalyse des Buddha die Wesen an den Wiedergeburtenkreislauf (Samsara). Allein durch die Überwindung und Vernichtung dieser Kräfte ist es möglich, dem Samsara zu entrinnen und die Erlösung (Nirwana) zu erreichen. (Erster Kreis (Radnabe), Wikipedia)
Zweiter Kreis
Im angrenzenden Ring wird in der rechten, dunklen Hälfte der karmische Abstieg, in der linken, hellen der karmische Aufstieg angedeutet. [4]Üble Taten begehen oder dem Dharma folgen und Gutes tun, zwischen diesen beiden Möglichkeiten hat jeder zu wählen.
 (Zweiter Kreis, Wikipedia) 

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Weit davon entfernt, ein mystischer Rückzug aus den komplexen Gegebenheiten der mentalen und emotionalen Erfahrung zu sein, erfordert der buddhistische Ansatz, daß sich die ganze Psyche dem meditativen Bewußtsein überläßt. An dieser Stelle ist die Überschneidung mit der Psychotherapie am offenkundigsten. Meditation ist nicht weltverleugnend; das Innehalten, das sie erfordert, steht im Dienst einer näheren Erforschung des Alltagsbewußtseins. Diese Erforschung ist per definitionem psychologischer Natur. Ihr Ziel ist es, die wahre Natur des Selbst zu ergründen und die Produktion selbstgeschaffenen mentalen Leidens zu beenden. Es ist ein Anliegen, dem sich verschiedene Schulen der Psychotherapie unabhängig voneinander gewidmet haben, häufig ohne sich der übergreifenden Methodik der buddhistischen Psychologie des Geistes zu bedienen. Solange der Buddhismus als ein mystisches oder auf das Jenseits gerichtetes Streben, als eine für westliches Denken unverständliche exotische Angelegenheit, als ein spirituelles Anliegen ohne große Relevanz für unsere komplizierten neurotischen Beziehungen galt, konnte er vom Mainstream psychologischen Denkens ferngehalten werden, seine Einsichten ließen sich im Fach »esoterische östliche Philosophie« deponieren. Der Buddhismus enthält jedoch eine wesentliche Lehre für heutige Psychotherapeuten: Vor langer Zeit schon hat er eine Technik, dem menschlichen Narzißmus entgegenzutreten und ihn zu beseitigen, perfektioniert, ein Ziel, das die westliche Psychotherapie erst in letzter Zeit in Betracht zu ziehen beginnt.
[…] 
Mit den Jahren wurde die Psychotherapie immer differenzierter und auf immer mehr Gebiete angewandt, und so traten ihre Parallelen zum buddhistischen Denken immer offener zutage. Da in den Therapien immer klarer wurde, daß die Schwierigkeiten der Patienten entstehen, weil sie im Grunde nicht wissen, wer sie sind, hat sich die Frage nach dem Selbst als gemeinsamer Schwerpunkt von Buddhismus und Psychoanalyse herauskristallisiert. Obwohl die westliche Tradition es bei der Beschreibung dessen, was man das narzißtische Dilemma nennt – das Gefühl mangelnder Authentizität bzw. von Leere, das Menschen dazu treibt, sich und andere entweder zu idealisieren oder für minderwertig zu halten –, zu einer gewissen Meisterschaft gebracht hat, kam es zu einer längeren Kontroverse über die Anwendbarkeit der psychoanalytischen Methode bei diesen Störungen. Die westlichen Therapeuten haben mit dem narzißtischen Dilemma eine entscheidende Quelle des neurotischen Elends erkannt, allerdings ohne dafür eine verläßliche Behandlungsweise zu entwickeln. An diesem Punkt der Entwicklung haben sich schließlich viele Psychologen auf James rückbesonnen; sie sind bereit, den psychologischen Lehren des Buddha Beachtung zu schenken.
In der buddhistischen Psychologie ist dieses zentrale Gefühl der Unsicherheit über die eigene Identität der Ausgangspunkt, der zu der Schlußfolgerung führt, daß unsere üblichen Bemühungen, Sicherheit zu erlangen, letzten Endes zum Scheitern verurteilt sind. Der Buddhismus beschreibt nicht nur das Ringen um ein »wahres Selbst« in Termini, von denen westliche Psychologen jahrzehntelang beeindruckt waren (aus Freuds innerem Kreis studierten einige Analytiker damals gerade erst neu übersetzte buddhistische Texte wegen ihrer Einsichten in das Wesen des Narzißmus), sondern bietet darüber hinaus eine Methode der analytischen Erforschung, die im Repertoire der westlichen Tradition nicht enthalten ist. Aus buddhistischer Perspektive ist die Meditation eine unabdingbare Voraussetzung, um das Individuum vom neurotischen Elend zu befreien. Die Psychotherapie mag ebenso notwendig sein, insbesondere, um erotische oder aggressive Konflikte aufzudecken und ihnen ihre Schärfe zu nehmen, doch wird man im psychotherapeutischen Dialog immer wieder auf das Problem des rastlosen und unsichtbaren Selbst stoßen. Die Psychotherapie kann das Problem erkennen, es deutlich machen, auf einige Defizite in der Kindheit, die zu seiner Entwicklung beitrugen, hinweisen und helfen, die Verflechtungen erotischer und aggressiver Bestrebungen mit der Suche nach einem befriedigenden Selbstgefühl zu verringern, sie war bisher allerdings nicht in der Lage, ihre Patienten vom narzißtischen Streben zu befreien. Bei Freud sind Anzeichen dafür vorhanden, daß er diesen Mangel spät in seinem Leben erkannt und in dem Aufsatz »Die endliche und die unendliche Analyse«[1] beschrieben hat, doch gleich ihm gaben sich Generationen von Therapeuten und Patienten mit der relativen Linderung zufrieden, die die Psychotherapie zu bieten hat. Der Buddhismus verspricht eindeutig mehr, und deswegen hat er die Aufmerksamkeit der Psychotherapeuten auf sich gezogen, wobei ihm durch sein Verdienst der »Entdeckung« des Narzißmus schon der Boden bereitet war. Dieses Buch ist das Ergebnis meines persönlichen Ringens um die Verbindung der Lehren des Buddha mit den Einsichten der westlichen Psychologie, der beiden wichtigsten Einflüsse auf meine eigene Entwicklung.
In buddhistischen Ländern verwendet man das Lebensrad zur Erläuterung von Karma. Danach wirken sich die Taten einer Person in diesem Leben darauf aus, wie sie im nächsten Leben wiedergeboren wird. Tut man anderen etwas zuleide, führt das zur Wiedergeburt im Bereich der Hölle; frönt man den Leidenschaften, wird man im Bereich der Tiere wiedergeboren; gibt man anderen (vor allem Mönchen und Klöstern), so erfolgt die Wiedergeburt in einem besseren menschlichen Leben oder im Bereich der Goner usw. Die wirklich psychologischen Lehren vom Karma sind natürlich sehr viel differenzierter als das eben Gesagte, doch ist das Mandala die Art von Bild, die Kinder oder Anfänger leicht begreifen. Der wichtigste Punkt ist folgender: Solange Lebewesen von Begierde, Haß und Verblendung – den drei Kräften, die im Kreisinneren als Schwein, Schlange und Hahn dargestellt sind und sich wechselseitig zu verschlingen trachten – getrieben sind, bleiben sie sich ihrer eigenen Buddha–Natur unbewußt; sie wissen nicht um die vergängliche, nicht–wesenhafte und unbefriedigende Natur der Welt und bleiben im Lebensrad gefangen.
Eines der überzeugendsten Momente der buddhistischen Sicht des Leidens ist die im Bild des Lebensrads enthaltene Vorstellung, daß die Ursachen des Leidens zugleich die Mittel zur Erlösung sind; das bedeutet, die Perspektive des Leidenden bestimmt, ob ein gegebener Bereich Medium des Erwachens oder der Gefangenschaft ist. Von den Kräften der Gier, des Ärgers und der Torheit bestimmt, verursacht unsere fehlerhafte Wahrnehmung der Bereiche – nicht die Bereiche selbst – das Leiden. Jeder Bereich enthält eine kleine Buddha–Gestalt (eigentlich handelt es sich um den Bodhisattva des Mitgefühls, dessen Streben darauf gerichtet ist, das Leiden anderer zu beseitigen), die uns auf symbolische Weise lehrt, wie wir die falschen Wahrnehmungen korrigieren können, die jede Dimension verzerren und damit das Leiden perpetuieren. Wir erfahren keinen Bereich in aller Klarheit, lehren die Buddhisten; statt dessen durchleben wir sie alle angsterfüllt; abgeschnitten von der Fülle der Erfahrung, unfähig, sie zu akzeptieren, fürchten wir uns vor dem, was wir zu sehen bekommen. So wie wir den »geschwätzigen Affen« in uns nicht zum Schweigen bringen können, so gleiten wir von einem Bereich in den nächsten, ohne wirklich zu wissen, wo wir uns befinden. Wir sind in unserem Geist befangen, kennen ihn aber nicht wirklich. Von dessen Wellenbewegung angetrieben, treiben wir dahin und mühen uns ab, weil wir nicht gelernt haben, loszulassen und frei zu schweben.
Dies ist die andere Möglichkeit, das Lebensrad zu verstehen, weniger wörtlich als psychologisch. Schließlich ist die Hauptfrage der buddhistischen Praxis die psychologische Frage: »Wer hin ich?« Ihre Beantwortung erfordert die Erkundung aller Daseinsbereiche. Diese verwandeln sich somit in Metaphern für verschiedene psychologische Zustände, wodurch das ganze Rad zur Darstellung des neurotischen Leidens wird.
Dem Buddhismus zufolge ist es unsere Furcht davor, uns unmittelbar selbst zu erfahren, die Leiden schafft. Dies schien mir immer sehr gut zu Freuds Ansichten zu passen. So behauptete Freud, der Patient 
muß den Mut erwerben, seine Aufmerksamkeit mit den Erscheinungen der Krankheit zu beschäftigen. Die Krankheit selbst darf ihm nichts Verächtliches mehr sein, vielmehr ein würdiger Gegner werden, ein Stück seines Wesens, das sich auf gute Motive stützt, aus dem es Wertvolles für sein späteres Leben zu holen gilt. Die Versöhnung mit dem Verdrängten, welches sich in den Symptomen äußert, wird so von Anfang an vorbereitet, aber es wird auch eine gewisse Toleranz fürs Kranksein eingeräumt.[2]
 Der Glaube, daß Versöhnung zur Erlösung führen kann, ist grundlegend für die buddhistische Vorstellung von den Sechs Bereichen. Wir können nicht zur Erleuchtung gelangen, solange wir unserem neurotischen Geist entfremdet bleiben. Wie Freud so weitblickend bemerkte: »Auf diesem Felde muß der Sieg gewonnen werden, dessen Ausdruck die dauernde Genesung von der Neurose ist, ... denn schließlich kann niemand in absentia oder in effigie erschlagen werden.«[2] In jedem Bereich unserer Erfahrung, lehren die Buddhisten, müssen wir klar sehen lernen. Nur dann läßt sich das Leiden umwandeln, das der Buddha als universell erkannte. Die Erlösung vom Lebensrad, von den Sechs Daseinsbereichen wird traditionell als Nirvana beschrieben und mit dem Pfad symbolisiert, der aus dem Bereich der Menschen hinausführt. Es ist jedoch mittlerweile ein grundlegendes Axiom des buddhistischen Denkens, daß Nirvana Samsara ist – daß es keinen getrennten Bereich des Buddha neben der weltlichen Existenz gibt, daß die Erlösung vom Leiden durch eine veränderte Wahrnehmung gewonnen wird, nicht durch das Überwechseln in ein himmlisches Reich.
Die westliche Psychologie hat viel zur Erhellung der Sechs Bereiche beigetragen. Freud und seine Anhänger deckten die animalische Natur der Leidenschaften auf, die höllische Natur von paranoiden, aggressiven und Angstzuständen sowie die unstillbare Sehnsucht, das orale Verlangen (im Lebensrad sind es die Hungergeister). Spätere Entwicklungen in der Psychotherapie rückten sogar die höheren Bereiche in den Mittelpunkt. Die humanistische Psychotherapie legte den Schwerpunkt auf die »Gipfelerlebnisse« (Maslow) im Bereich der Götter; die Ich–Psychologie, der Behaviorismus und die kognitive Therapie forderten das wettbewerbsfähige und effiziente Ich, das im Buddhismus im Bereich der Neidischen Götter angesiedelt ist; und die Psychologie des Narzißmus behandelte ausdrücklich die für den Bereich der Menschen so wichtigen Fragen der Identität. Jede dieser Richtungen befaßte sich mit der Rückgabe eines fehlenden Stücks menschlicher Erfahrung, eines Moments des neurotischen Geistes, von dem wir uns entfremdet haben.
Das Interesse an der Integration aller Aspekte des Selbst ist grundlegend für die buddhistische Vorstellung von den Sechs Daseinsbereichen. Wir sind nicht nur von diesen Aspekten unseres Charakters entfremdet, behauptet die buddhistische Lehre, sondern auch von unserer eigenen Buddha–Natur, von unserem eigenen erleuchteten Geist. In der Meditation kann man lernen, das ganze Material der Sechs Bereiche zu erschließen und damit alle Punkte, an denen unser Geist haftet.
Bleiben Persönlichkeitsaspekte unverdaut – werden sie abgeschnitten, verleugnet, projiziert, zurückgewiesen, gibt man ihnen distanzlos nach oder werden sie auf andere Weise nicht assimiliert –, dann werden sie zu den Kristallisationspunkten für Begierden, Haß und Verblendung. Es sind schwarze Löcher, die Angst absorbieren und die Abwehrhaltung des isolierten Selbst schaffen, das nicht in der Lage ist, befriedigende Kontakte zu anderen bzw. zur Welt zu knüpfen. Wie Wilhelm Reich in seinem bahnbrechenden Werk über die Charakterbildung zeigte, ist die Persönlichkeit auf diesen Momenten der Selbstentfremdung aufgebaut; das Paradox besteht darin, daß das, was wir für so real halten, unser Selbst, in Reaktion auf das konstruiert wird, was wir nicht anerkennen wollen. Rund um das, was wir verleugnen, spannen wir uns an und erfahren uns selbst durch unsere Spannungen. Ein Patient, der kürzlich bei mir in Therapie war, erkannte beispielsweise, daß er eine Identität aufgebaut hatte, die sich um die Pole Scham, Minderwertigkeit und Zorn drehte. Diese Gefühle wurzelten in der Erfahrung, daß seine Mutter für ihn, als er ein kleines Kind war, emotional nicht verfügbar war. Er hatte ihre Abwesenheit gespürt und Angst bekommen. Doch dieses Gefühl war für seine Psyche zu bedrohlich gewesen, so daß er es statt dessen in ein Bild seiner eigenen Unzulänglichkeit umgewandelt und sich so selbst zum Problem erklärte hatte. Erst als er schon lange erwachsen war und seine Mutter, von einem Schlaganfall gelähmt, nicht auf ihn reagieren konnte, gestand er sich diese Angst endlich ein. Das Gebilde des Selbst ist aus solchen schwarzen Löchern in unserer emotionalen Erfahrung zusammengeheftet. Wenn man sich diese Aspekte, die man verdrängt hatte, bewußt macht, sie akzeptiert, toleriert oder integriert, kann das Selbst eine Einheit bilden; es verschwindet die Notwendigkeit, eine selbstbewußte Fassade aufrechtzuerhalten, und die Kraft des Mitgefühls wird freigesetzt. Erst als mein Patient schließlich imstande war, sich seine eigene Angst vor der emotionalen Nicht–Verfügbarkeit seiner Mutter einzugestehen, konnte er Mitgefühl mit ihren emotionalen Dilemma entwickeln. Seine Scham hatte das vorher verhindert. Mit anderen Worten hat der berühmte Zen–Meister Dogen es so formuliert: 
Den Buddhismus studieren, ist das Selbst studieren. Das Selbst studieren, ist das Selbst vergessen. Das Selbst vergessen, ist mit anderen eins sein. 
Durch die Lehren vom Lebensrad werden wir daran erinnert, daß es nicht genügt, die Hemmungen nur in einem oder zwei der sechs Bereiche aufzudecken; wir müssen es in allen tun. Wer von seinen Leidenschaften abgeschnitten ist, nicht aber von seiner gottähnlichen Natur, ist genauso unausgeglichen und unerträglich wie jemand, der am umgekehrten Szenario leidet. Viele Forschungsrichtungen der westlichen Psychotherapie haben die Leiden in einem besonderen Bereich sehr aufmerksam analysiert, aber keine hat das ganze Lebensrad erforscht. Freud erforschte zum Beispiel den Bereich der Tiere und der Begierde; die Kinderanalytikerin Melanie Klein den Bereich der Höllenwesen voller Ängste und Aggressionen; der britische Psychoanalytiker D. W. Winnicott und der Vater der Psychologie des Selbst, Heinz Kohut, den menschlichen Bereich des Narzißmus, und die humanistischen Psychologen Carl Rogers und Abraham Maslow den Götterbereich der »Gipfelerlebnisse«. Alle diese Ansätze waren hilfreich – ja sogar wesentlich – für die Behandlung je besonderer Punkte, an denen der Neurotiker haftet. Sie sind jedoch in sich beschränkt, weil jeder sich nur auf eine Dimension konzentriert. Bis zu einem gewissen Grad mag jeder Ansatz notwendig sein, doch betrachtet die buddhistische Tradition das ganze Mandala als Reflexion des neurotischen Geistes und fordert daher einen umfassend anwendbaren Ansatz.
Innerhalb des Lebensrads heben die Buddhisten die besondere Chance hervor, die der menschliche Bereich bietet. Nur hier führt der Weg zur Befreiung. Aus diesem Bereich geht die wesentliche Meditationstechnik, die des reinen Gewahrseins, hervor; diese Strategie unterstützt die meisten Therapien, die für die anderen Bereiche entwickelt wurden. Der menschliche Bereich beeinflußt alle anderen: Er ist das Kernstück oder die Nabe des Rades, die Domäne des von seinem eigenen Spiegelbild eingenommenen Narziß auf der Suche nach sich selbst.






 [1]    Sigmund Freud, Die endliche und die unendliche Analyse, in: ders., GW, Bd. 16, Frankfurt am Main (S. Fischer) 19816, S. 80. Am Anfang von Teil III wird ausführlich  auf Freuds Schlußfolgerung, nur ein »normales« Ich könne voll und ganz von der Analyse profitieren, eingegangen.
[2]    Sigmund Freud, Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten, in GW, Bd. 10, Frankfurt am Main (S. Fischer), 19817, S. 132.
[3]    Sigmund Freud, Erinnern, Zur Dynamik der Übertragung, in GW, Bd. 8, Frankfurt am Main (S. Fischer), 19736, S. 374.




aus: Mark Epstein, Gedanken ohne den Denker, Das Wechselspiel von Buddhismus und Psychotherapie, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 1998, Kap. 1, 
Das Lebensrad – ein buddhistisches Modell des neurotischen Geistes
siehe auch: