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Sonntag, 7. Juni 2020

Der Technokratische Staat: von der Alternativ- zur Würdelosigkeit

Gerald Hüther | Würde – was uns stark macht | Neue Stadt Feldbach | vulkantv.at {5:53}

Vulkan TV
Am 09.10.2019 veröffentlicht 
Im Rahmen ihres Bildungsprogramms lud die Stadt Feldbach zu zwei Vorträgen des Hirnforschers Gerald Hüther. Der Neurobiologe und Autor weiß mit seinen Themen die Besucher stets zu begeistern.
Das Thema „Würde – was uns stark macht, als Einzelne und als Gesellschaft“ stand im zweiten Vortrag im Mittelpunkt - eine Ermutigung, das eigene Leben und das Zusammenleben mit anderen Menschen künftig stärker an den neurobiologisch verankerten inneren Kompass, der Würde als Mensch, auszurichten. 3.10.2019
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Hirnforscher: Wie Masken Verhalten verändern. Prof. Hüther, das ganze Interview zum Coronakomplex. {40:56}

Langemann Medien
Am 06.06.2020 veröffentlicht 
Hallo und willkommen im Clubderklarenworte.de zu einem Interview mit Professor Gerald Hüther, er ist Jahrgang 1951, Neurobiologe, Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen und sehr erfolgreicher Sachbuchautor, der bekannteste Hirnforscher im Land.
Wenn Sie möchten das mehr Menschen dieses Video sehen, kommentieren Sie bitte kurz unter dem Video. Der YouTube-Algorithmus rankt dann das Video etwas höher in der Sichtbarkeit.
*** Wir verfolgen keine ideologischen oder parteipolitischen Interessen. Wir sind unabhängig und überparteilich und stellen diese Informationen aus staatsbürgerlicher Verantwortung zur Verfügung, können Irrtümer nicht ausschließen.***
Wir werden für unsere Arbeit nicht honoriert, von keiner Institution finanziert, auch nicht verdeckt finanziert. Das ist uns wichtig zu betonen, weil es unsere Unabhängigkeit garantiert. Wir investieren dennoch viel Zeit und Geld, auch in IT-Technik. Unser Betriebsstoff ist stets Kaffee oder eine gute Flasche Wein. Wenn Sie uns mit etwas Treibstoff unterstützen möchten, dann folgen Sie gerne diesem PayPal Link:
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Fühlen Sie sich geliebt? | Corona Aktuell (Gunnar Kaiser) {11:52}

RPP Institut
Am 07.06.2020 veröffentlicht 

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Mittwoch, 3. Juni 2020

Schafe, Angst und Verantwortung…

Angst und Macht | Rainer Mausfeld | SWR Tele-Akademie {44:19}

ARD
Am 03.06.2020 veröffentlicht 
Aus machttechnischer Sicht haben Ängste den Vorteil, dass sie leicht zu erzeugen sind und sehr viel tiefergehende psychische Auswirkungen auf unser Handeln und Nichthandeln haben als beispielsweise Meinungen. Das Erzeugen von Angst gehört zum Handwerkszeug der Macht.
http://www.tele-akademie.de
https://www.ardmediathek.de/ard/sendu...

Rainer Mausfeld und das Geschäft mit der Angst {51:25}

Gunnar Kaiser
Am 06.03.2020 veröffentlicht 
Links auf YouTube
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Montag, 8. Juli 2019

David Chalmers: Bin ich mein Gehirn?

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David Chalmers hat 1995 den Ausdruck vom „schwierigen Problem des Bewusstseins“ (the hard problem of consciousness) geprägt. Darunter versteht er die Frage, warum es überhaupt Erlebnisgehalte – oder Qualia – gibt. Warum tut es etwa weh, wenn ich mir mit einer Nadel in den Finger steche? Wir verstehen einiges von den internen Prozessen, die in einer solchen Situation ablaufen: Von unserem Finger werden Signale ins Gehirn geleitet, dort finden komplexe Verarbeitungsprozesse statt. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren können wir sogar herausfinden, welche Prozesse im Gehirn ablaufen, wenn wir Schmerzen im Finger erleben. Nur, so Chalmers, wir haben dennoch nicht die geringste Ahnung, warum es dabei weh tut! Warum passieren all diese Prozesse nicht, ohne dass dabei auch nur ein Funken Bewusstsein entsteht? Dies ist das harte Problem des Bewusstseins und auch das klassische Qualiaproblem, wie es von Thomas NagelFrank Cameron Jackson und Joseph Levine formuliert wurde.
Dem schwierigen Problem stellt Chalmers ein „einfaches“ (the easy problem of consciousness) Problem gegenüber. Dieses einfache Problem umfasst all die psychischen Phänomene, die nicht direkt von der Frage nach dem Erlebnisinhalt bzw. den Qualia abhängen. Also etwa LernenGedächtnisDenken oder Problemlösen. Es sind solche Themen, bei denen die neuro- und kognitionswissenschaftliche Forschung viele Fortschritte macht. Nun will Chalmers mit seiner etwas provokanten Rede vom „einfachen Problem“ keineswegs sagen, dass die Ergebnisse dieser Wissenschaften trivial sind. Nur im Vergleich mit der Frage nach dem Erlebnisgehalt handelt es sich um einfache Probleme, da sie sich mittels funktionalistischer Methoden lösen lassen. Die Naturwissenschaften (und mit ihnen die Neurowissenschaften) bedienen sich solcher Erklärungsmodelle, die mit Strukturen, Funktionen und Vergleichen arbeiten. Diese Methoden scheitern (bislang), wenn es um eine „objektive“ bzw. allgemeingültig-wissenschaftliche Erklärung der Qualia geht. Demzufolge wissen wir sehr grob, wie z. B. eine Erklärung des Lernens aussehen könnte, wir haben aber nicht den Hauch einer Ahnung, wie eine Erklärung unserer Erlebnisse aussehen könnte.
Die Annahme des „hard problems“ wird von einigen Materialisten abgelehnt. Einer der vehementesten Widersacher Chalmers ist hierbei Daniel Dennett, dem zufolge sich Qualia mittels einer „Heterophänomenologie“ objektiv erklären lassen, wohingegen Dennett laut Chalmers das Problem damit nur „weg definieren“ aber nicht in der Realität lösen würde.
[David Chalmers, Das schwierige Problem des Bewusstseins, Wikipedia, abgerufen am 09.10.2019]
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David Chalmers: Bin ich mein Gehirn? | Sternstunde Philosophie | SRF Kultur {1:00:30}

SRF Kultur
Am 08.07.2019 veröffentlicht 
Er ist ein hochdekorierter Philosophieprofessor und singt in einer Rockband. Er hat mit Bestnoten Mathematik studiert und glaubt an eine Art Beseelung der Welt. Und er hält die Frage nach dem Bewusstsein für das schwierigste Problem der Philosophie. Barbara Bleisch im Gespräch mit David Chalmers.
Wir alle haben ein grossartiges Kino im Kopf: Es passiert nonstop eine Menge, es gibt Farbe, Ton und sogar Geruch und Geschmack, wir können zurückspulen und uns erinnern und vorspulen und etwas planen. Das Beste daran: Wir erleben den Film. Die Frage ist nur: Was genau heisst das eigentlich? Ist das Ich, das den Film erlebt, Teil des Films – oder ausserhalb und etwas ganz anderes? Ist unser Bewusstsein letztlich nur ein Effekt einer grossartigen Filmmaschinerie, die wir Gehirn nennen?
Physikalisten meinen tatsächlich, auch das Bewusstsein lasse sich rein naturwissenschaftlich erklären. Der australische Philosoph David Chalmers ist anderer Meinung. Für ihn ist die Frage nach dem Bewusstsein nach wie vor ungelöst. Barbara Bleisch im Gespräch mit einem der kreativsten Philosophen unserer Zeit.
Literatur:
David J. Chalmers: «The Character of Consciousness (Philosophy of Mind)». Oxford University Press, 2010
David J. Chalmers (Herausgeber.): «Philosophy of Mind. Classical and Contemporary Readings». Oxford University Press, 2002
English version: https://youtu.be/LkLxuREOwok
Sternstunde Philosophie vom 30.06.2019
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SRF Kultur:
► http://srf.ch/kultur

siehe auch:
Wie kommt der Geist in die Materie? (Post, 25.01.2018)
- Sind wir wie Roboter? (Post, 08.05.2015)

Sonntag, 13. Januar 2019

Was heißt es, dass psychische Störungen Gehirnstörungen sind?

Ein neurophilosophischer Versuch

Milliarden an Steuer- und anderen Geldern werden Jahr für Jahr in die genetische und neurowissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen gesteckt. Dabei wird stillschweigend vorausgesetzt, dass sich die Probleme der Menschen auf dieser Ebene verstehen und behandeln lassen. Zehntausende Forscher gehen weltweit diesen Fragen nach und potenziell hunderte Millionen Patienten sind davon betroffen, was diese Forscher finden – oder auch nicht finden.

Die Frage, was psychische Störungen sind und auf welcher Ebene sie am besten beschrieben werden können, ist darum nicht nur theoretisch interessant, sondern auch unmittelbar praktisch relevant. Tatsächlich kritisierten einige führende Psychiater erst 2016 im British Journal of Psychiatry, dass der Neurohype in ihrem Fach zu viel Geld verschlinge. Für wichtige Ansätze etwa zur Suizidprävention, zur Förderung von Eltern mit psychischen Problemen oder für bessere Lernumgebungen für benachteiligte Kinder bleibe dann kein Geld übrig.

Von dem National of Institute of Mental Heath (NIMH), der vielleicht größten psychiatrischen Forschungseinrichtung der Welt, heißt es in dem Aufsatz, dass 85% des Milliardenbetrags, den das Institut Jahr für Jahr bekommt und in Forschung investiert, in die Neurowissenschaften gehe. Ob das Patienten jemals etwas nutzen wird, steht in den Sternen.

Das überrascht nicht, wenn man weiß, dass der vorherige NIMH-Direktor Thomas Insel psychische Störungen als "gestörte Schaltkreise" im Gehirn beschrieb und sein Nachfolger Joshua Gordon (seit 2016) sein eigenes Fach als "Schaltkreisepsychiatrie". Wenn ich so einen Aufsatz von Gordon lese, dann bekomme ich den Eindruck, dass in der Tat nur Schaltkreise behandelt werden – und dann auch nur solche von Mäusen oder anderen Nagetieren –, und nicht Menschen.

Damit befinden sie sich in der guten Gesellschaft des Physiologie-Nobelpreisträgers Eric Kandel, dem folgendes Zitat nachgesagt wird: "Alle psychischen Prozesse sind Gehirnprozesse und darum sind Störungen der psychischen Funktionen biologische Erkrankungen. Das Gehirn ist das Organ der Psyche. Wo sonst sollten sich psychische Störungen befinden, wenn nicht im Gehirn?"

mehr:
- Was heißt es, dass psychische Störungen Gehirnstörungen sind? (Stephan Schleim, Telepolis, 11.01.2019)

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Cum hoc ergo propter hoc (lateinisch für ‚mit diesem, folglich deswegen‘) bezeichnet den Fehlschluss der Scheinkausalität, bei dem das gemeinsame Auftreten von Ereignissen (Koinzidenz) oder die Korrelation zwischen Merkmalen ohne genauere Prüfung als Kausalzusammenhang aufgefasst wird. Doch impliziert eine Korrelation noch nicht Kausalität (englisch Correlation does not imply causation), auch wenn der Zusammenhang kausal scheinen mag (Scheinkorrelation). Ohne kausalen Zusammenhang aber erfolgt eine Zuordnung von Ursache und Wirkung willkürlich ohne fundierte Begründung. Will man ausdrücken, dass ein Fehlschluss nach dem Muster cum hoc ergo propter hoc vorliegt, so sagt man cum hoc non est propter hoc (lateinisch ‚Mit diesem ist nicht deswegen.‘).[Cum hoc ergo propter hoc, Wikipedia, abgerufen am 13.01.2019]
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Den Begriff „Kategorienfehler“ oder „Kategorienverwechslung“ (category mistake) führt Gilbert Ryle in seinem Hauptwerk Der Begriff des Geistes als Analyseinstrument zur Stützung seiner These ein, dass philosophische Probleme, die sich an Begriffe wie Geist, Wille oder Bewusstsein knüpfen, aus einer falschen Verwendung dieser Begriffe resultieren. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Leib-Seele-Problem. Mit seiner Analyse will Ryle zeigen, dass solche philosophischen Probleme bei genauerer Betrachtung gar keine Probleme sind. Ryle sieht daher die Aufgabe der Philosophie darin, „Kategoriengewohnheiten durch Kategoriendisziplin zu ersetzen“.[1]
In Der Begriff des Geistes gibt Ryle zahlreiche Beispiele,[2] mit deren Hilfe er den Begriff des Kategorienfehlers zu erklären versucht. So spricht er etwa von einem Besucher der Oxforder Universität, dem die verschiedenen Einrichtungen wie Hörsäle, Seminarräume, Laboratorien, Mensa oder Bibliothek gezeigt werden. Der Besucher ist nach seinem Rundgang unzufrieden, denn er wollte die Universität sehen und stattdessen zeigt man ihm verschiedene Räume und Orte. Wenn der Besucher die Frage stellt: „Wo ist jetzt eigentlich die Universität?“, begeht er einen Kategorienfehler. Er verwendet den Ausdruck „Universität“ so, als gehöre er der gleichen Kategorie wie „Hörsaal“, „Labor“ oder „Mensa“ an. Ein anderes Beispiel ist Folgendes: Angenommen jemand berichtet davon, sich ein neues Paar Handschuhe gekauft zu haben und bekäme darauf zur Antwort: „Ich sehe, du trägst einen linken und einen rechten Handschuh, aber wo ist das Paar Handschuhe, von dem du sprichst?“ Der Fragende begeht den Fehler, den Ausdruck „ein Paar Handschuhe“ derselben Kategorie wie „rechter Handschuh“ und „linker Handschuh“ zuzuordnen.
[Kategorienfehler, Ryles Kategorienfehleranalyse, Wikipedia, abgerufen am 13.01.2019]
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Korrelation vs Kausalität: So lassen sich Statistiken manipulieren {2:20}

WirtschaftsWoche
Am 27.06.2016 veröffentlicht 
Wie bringt man Ursachen und Wirkungen zusammen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben? Ganz einfach: Indem man Kausalität und Korrelation bei Statistiken in falsche Zusammenhänge einbettet. Wie das geht, zeigen wir Ihnen in der 2. Folge unserer Serie "Schummeln mit Statistiken":
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Recherche, Text und Protagonist: Konrad Fischer
Video, Kamera und Schnitt: Maximilian Nowroth
Fragen, Anregungen, Lob und Kritik bitte an: video@wiwo.de
Lesen Sie mehr auf:
http://www.wiwo.de/my/politik/deutsch...

Eine geschichtlich nachgewiesene Scheinkausalität:
- Realitätsinterpretation: Das Unwetter an der Theiß (Post, 12.04.2008)

dazu einige Wittgenstein-Zitate zur Irreführung durch Sprache:
Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache. [Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen §109 (1953, posthum)]
Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen §119 (1953, posthum)]
Es ist eine Hauptquelle unseres Unverständnisses, daß wir den Gebrauch unserer Wörter nicht übersehen.[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen §122 (1953, posthum)]
[…] unsere Sprache sich gleich geblieben ist und uns immer wieder zu denselben Fragen verführt. […] solange werden die Menschen immer wieder an die gleichen rätselhaften Schwierigkeiten stoßen, und auf etwas starren, was keine Erklärung scheint wegheben zu können.[Ludwig Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen: Aus dem Nachlaß (1950/51), Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1977, S. 163]

zur Situation in der Forschungsfinanzierung siehe:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)
siehe auch:
Akademische Freiheit und politischer Druck (Post, 17.12.2018)
- Über Uber und die Käuflichkeit von Wissenschaft (Post, 12.11.2018)
- Tödlicher Ernst – Die Pharmaindustrie ist eines der gefährlichsten Kartelle der Welt. (Post, 23.08.2018)
- ADHS: Werbung, Interpretation und Geld (Post, 28.03.2018)
- Zwei Hübe in die Nase, und der Antisemit strahlt! (Post, 06.11.2017)
Wissenschaft: frei oder nicht frei? (Post, 04.10.2017)
Der Penis ist schuld am Klimawandel! (Post, 25.05.2017)
Glyphosat: Wissenschaft im Kapitalismus (Post, 28.04.2017)
- Ein adretter Psychologe und BigData (Post, 06.12.2016)

Samstag, 13. Oktober 2018

Immer vernetzt – Wenn das Gehirn überfordert ist

Smartphones, Computer, Tablets digitale Geräte durchdringen heute alle Lebensbereiche des modernen Menschen. Diese permanente Informationsüberflutung gilt besonders in der Arbeitswelt als ein Auslöser für mentale Erschöpfung und Stress. Basierend auf unterschiedlichen Untersuchungen beleuchtet die Dokumentation die Risiken der digitalen Vernetzung.
mehr:
- Immer vernetzt Wenn das Gehirn überfordert ist (Arte, 13.10.2018, 22:55h)
52 Min. Verfügbar von 06/10/2018 bis 11/12/2018
Live verfügbar: ja
Nächste Ausstrahlung am Samstag, 13. Oktober um 22:55

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Immer vernetzt - Wenn das Gehirn überfordert ist - Arte Doku 2016 HD {2:10:01}

仲志闕
Am 05.02.2018 veröffentlicht 
Die Hälfte der Weltbevölkerung surft heute im Internet, täglich tauschen wir über digitale Geräte riesige Datenmengen aus. EMails, Blogs und soziale . Die Hälfte der Weltbevölkerung.
Wahrnehmung von Zeit stößt auf ihre Grenzen und ist ein unbegreifliches Phänomen. Ein grundsätzlicher Unterschied zum Raum ist doch auch, dass man sich . Im Kosmos tritt der Zusammenhang.
Die Hälfte der Weltbevölkerung surft heute im Internet, täglich tauschen wir über digitale Geräte riesige Datenmengen aus. E-Mails, Blogs und soziale . Die Hälfte der Weltbevölkerung.
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Freitag, 5. Oktober 2018

Transgender und Arschlöcher

Ich bin Sophia! Leben als Transgender-Kind | WDR Doku {29:05}

WDR Doku
Am 23.09.2018 veröffentlicht 
Liebe Community,
aufgrund einer Vielzahl von beleidigenden Kommentaren haben wir uns dazu entschieden, die Kommentar-Funktion dieses Videos zu sperren. Wir finden das sehr schade, haben uns aber zum Schutz des Kindes dazu entschlossen. Wir danken allen, die konstruktiv und sachlich über unsere Dokumentation diskutiert haben.
Sophia ist gerade zehn Jahre alt geworden und ist transgender. Sie sieht aus wie ein Mädchen und fühlt sich als Mädchen. Geboren wurde Sophia aber als Junge. Mit gerade mal vier Jahren beschloss sie, kein Junge mehr zu sein. Sie will nur noch Röcke und Kleider tragen und lässt sich die Haare lang wachsen. Am Anfang dachten ihre Eltern, es sei vielleicht nur eine Phase. Doch Sophia ist sich sicher: „Ich bin als Junge auf die Welt gekommen, aber ich war immer schon ein Mädchen. Schon seit ich ganz klein bin!“. Sie reagiert aggressiv, wenn sie mit ihrem alten Namen angesprochen wird.
Teil 1 der Doku: https://www.youtube.com/watch?v=141Cc...
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Weitere Dokus zum Thema: https://www.youtube.com/watch?v=Emr5Z...
Ein Film für Menschen Hautnah von Norbert Lübbers.

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Das Abweichen von den jeweilig vorgegebenen Geschlechtsrollen wird üblicherweise sozial, häufig auch strafrechtlich oder religiös negativ sanktioniert. So wurde Jeanne d’Arc unter anderem deswegen verbrannt, weil sie sich weigerte, einen Eid abzulegen, niemals wieder Männerkleidung anzuziehen.
Während entsprechende Gesetze in Europa in den letzten Jahrzehnten abgeschafft wurden oder nie bestanden, gibt es selbst in einigen US-amerikanischen Counties noch Gesetze, die das öffentliche Tragen von nicht zum angeborenen Geschlecht gehöriger Kleidung (siehe Cross-Dressing) unter Strafe stellen; allerdings werden diese mit zunehmender Liberalisierung immer seltener angewandt.[14] Weiterhin gibt es in den meisten westlichen (Nord-West- und Westmitteleuropa sowie Nordamerika) sowie einigen anderen Ländern (zum Beispiel JapanIran) mittlerweile Gesetze, welche die rechtlichen Aspekte eines Geschlechtsrollenwechsels regeln. In vielen nicht-westlichen Ländern allerdings wird entsprechendes Verhalten wesentlich härter bestraft, bis hin zur Todesstrafe (beispielsweise in vielen Ländern mit islamischer Mehrheit).
[Transgender, Reaktionen und Sanktionen, Wikipedia, abgerufen am 06.10.2018]
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Sonntag, 12. August 2018

Behaviorismus – Psychologie ohne Bewusstsein (KenFM im Gespräch mit Klaus-Jürgen Bruder)


KenFM im Gespräch mit: Klaus-Jürgen Bruder ("Psychologie ohne Bewusstsein") {1:43:36}

KenFM
Am 11.08.2018 veröffentlicht 
Behaviorismus. Eine Wissenschaftsform, die das Verhalten von Lebewesen untersucht, ohne dabei dem Innenleben des Untersuchungsobjektes Rechnung zu tragen. Das Gehirn eines Menschen wird in den Modellen der Behavioristen als eine Art Black-Box dargestellt, welches auf einen bestimmten äußeren Reiz ein voraussehbares Reaktionsmuster abspult.
„Unsinn!“ könnte man als spiritueller Zeitgenosse nun entgegnen und auf das sich neuerdings in aller Munde befindende Bewusstsein verweisen. Ein nicht unberechtigter Einwand.
Allerdings lehrt uns ein Blick in die Geschichte, dass es scheinbar möglich ist, mittels verschiedener Konditionierungstechniken das Bewusstsein eines Menschen nahezu vollständig auszuschalten. Das erklärt auch, warum die Psychologie in ihren Ursprüngen eine von den Eliten geförderte Forschung war. Um effektiv Gehorsam zu schaffen, müssen die Herrschenden die Beherrschten besser kennen, als diese sich selber. Nur so können auf strikter Ungleichheit beruhende Herrschaftssysteme den Bevölkerungen als „alternativlos“ verkauft werden.
Wenn also heutzutage von einer wachsenden Schere zwischen arm und reich die Rede ist, müssten wir uns eigentlich fragen, wie es dazu kommen konnte, dass wir als Gesellschaft solche zum Himmel schreienden Ungerechtigkeiten mehr oder weniger widerstandslos als „normal“ hinnehmen. Offensichtlich sind uns die herrschenden Eliten noch immer einige Schritte voraus.
Ihre Druckventile, die vom Hartz-4-Empfänger über den „Einwanderer in die Sozialsysteme“ bis hin zu dem in Mesut Özil personifizierten Versagen „der Mannschaft“ bei der Fußball-WM reichen, werden noch immer allzu gerne angenommen, um angestauten Frust in systemerhaltende Bahnen zu lenken.
Wie kommen wir aus dieser Nummer raus? Der Psychologe Klaus-Jürgen Bruder liefert Denkansätze aus seinem Wissenschaftsgebiet und zeigt auf, dass das menschliche Gehirn weit mehr ist, als eine maschinenartige Black-Box. Dessen müssten wir uns nur bewusst werden.
Inhaltsübersicht:
0:04:47 Ist Gehorsam menschlich?
0:08:30 Behaviorismus
0:22:08 Künstlich erzeugte Realität durch Medien
0:24:31 Neusprech zu alten Themen und das Problem der Verdrängung
0:33:42 Gibt es Unterschiede zur großen Verdrängung in der NS-Zeit?
0:42:37 Der Alltag eines Therapeuten
0:49:32 Der „Schulz-Effekt“
1:05:35 Räume der Selbstbestimmung
1:16:27 Behaviorismus plakativ erklärt
1:25:51 Techniken, die das Bewusstsein ausschalten
1:34:25 Ist Zivilcourage eine Tugend?
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KenFM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

siehe auch:
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
- Wie gehen wir mit gemachter Realität um? (Post, 15.06.2014)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Beiträge zum Wahrheitsproblem (Universität Koblenz, Userpages, Verfasser und Datum unbekannt)

Montag, 4. Juni 2018

Die Schönheit des Abgrunds

Die Christine-Westermannisierung der Literatur hat ihren Siegeszug angetreten. Erstens durch Buchverkäufe. Kitsch verkauft sich besser als Qualität. Denken ist anstrengend, tut bisweilen weh, Kitsch funktioniert wie Pornographie, allerdings nicht in der Hose, sondern links unter dem Hemd. Was sich verkauft, wird auch massenhaft produziert. 


#metoo

Bei diesem Thema kann man sich wunderbar die Finger verbrennen. Mangelnde Empathie wird der erste Vorwurf sein. Als vor einem halben Jahr die #metoo-Debatte durch die Welt schwappte, blieb ein Aspekt unbeantwortet, der aber sehr maßgeblich ist: könnte es sein, dass brillante Menschen eine dunklere Seite haben als Normalos?

Seit Jahren geistert ständig eine Statistik durch die Gazetten, dass nämlich unter Spitzenmanagern der Anteil von Soziopathen übermäßig hoch sei. Dies bestätigt die Klischees vom herzlosen Kapitalisten.

Aber Künstler?

Besonders interessant erscheint mir der Fall Kevin Spacey. Die Empörung schlug Wellen, dass er augenblicklich die Serie House of cards verlassen musste.



Das Genie und das Böse

Spacey dürfte, was den Legendenstatus angeht, zu den allergrößten Namen in der Geschichte von Hollywood gehören. Er spielte in the usual suspects ein sich als Trottel gebendes kriminelles Superhirn, das die verhörenden Polizisten mit erfundenen Geschichten manipuliert. In Se7en verkörperte er einen unauffälligen, aber brillant perversen Serienmörder und in American Beauty stellte er einen frustrierten Vorstadt-Papi in der Midlifecrisis dar. Der gemeinsame Nenner: seine Rollen waren immer von manipulativer Intelligenz, auch schon vor Darstellung des fiktionalen Präsidenten Underwood.

Und jetzt die #metoo-Debatte. Was hatten wir doch für ein Vergnügen, wenn die von Spacey dargestellten Figuren ihren dummen Kontrahenten den Schneid abgekauft hatten. Es war beinahe so schön, wie wenn Robert de Niros Antihelden anderen die Knochen brachen, ihren Kopf in einem Schraubstock zerquetschten oder ihnen Teile des Gesichts wegbissen. Da schmecken die Nachos, und die Brause auf dem Schoß waberte launig hin und her. Privat sind Schauspieler ja ganz bodenständige nette Kerle, oder? Wenn nicht, wären wir dann etwa Komplizen?



Was erlauben Spacey?

Ist eine charakterliche Düsterheit vielleicht gar ein struktureller Vorteil des Genies, nicht nur fiktional, sondern real?



Felder der vielschichtigen Genies

Neben dem auffällig langen Wegsehen in Hollywood – die Liste der mutmaßlich Übergriffigen wird länger, wobei die Vorfälle wahrscheinlich über Jahrzehnte reichen – ist für mich gar nicht die geheuchelte Empathie seitens des Publikums von Belang. Es interessiert mich nicht, ob Spacey schuldig ist. Empathie wird nie meine Sache sein, das vorweg. Auch die Binsenweisheit, dass große Erfolge immun gegen Kritik machen, scheint mir nur bedingt interessant zu sein. Es erscheint viel interessanter und vordergründig erschreckender, dass eben nicht nur in den hohen Etagen deutscher Unternehmen, sondern gerade auch im Bereich der Kreativen, der Künstler und Erfinder, Wunderbares auf dem Mist des Schrecklichen besser wächst. Verdanken wir vielleicht Erbauung und Fortschritt vornehmlich dunklen Neigungen? Was, wenn ja? War Einstein treu? Diente ihm seine Promiskuität als Triebfeder in Denkprozessen gar?

mehr:
- Die Schönheit des Abgrunds - Empathie Pornos (Hans-Martin Esser, The European, 04.06.2018)

Gruber: "Will am liebsten schwulen Männern gefallen" | Nuhr im Ersten {5:51}

Comedy & Satire im Ersten
Am 16.02.2018 veröffentlicht
Abonniert uns! http://s.daserste.de/2kannsX
Offizieller "Comedy"-Kanal: http://s.daserste.de/2lneAof
Alle Clips: http://s.daserste.de/2kYqsIP
"Nuhr im Ersten" vom 15. Februar 2018
Dieter Nuhr begrüßt seine Gäste Monika Gruber, Ingo Appelt, Andreas Rebers und Torsten Sträter zu einer neuen Ausgabe von "Nuhr im Ersten"!

Frank Zappa - Titties and beer (with subtitles) {6:38}

bolimozak
Am 14.03.2011 veröffentlicht 
The Palladium, NYC, NY, October 31, 1977
Baby Snakes DVD
Frank Zappa -- lead guitar, vocals
Adrian Belew -- guitar, vocals
Peter Wolf -- keyboards
Tommy Mars -- keyboards, vocals
Ed Mann -- percussion, vocals
Patrick O'Hearn -- bass
Terry Bozzio -- drums, vocals
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siehe auch:
- Ein wirklich netter Kerl, oder? (Arwa Mahdawi, der Freitag, 25.09.2018)
Kevin Spacey: Ein Mann wird gelöscht, und wir sind die Guten (Post, 13.11.2017)
- „Wir wollen die Möpse sehen…!“ (Clemens Lukitsch, The European, 05.09.2014)
aktualisiert am 25.09.2018

Mittwoch, 30. Mai 2018

Gestalttherapie: Was ist ein Impasse-Erlebnis?

Fritz Perls hat sein Leben lang abstrahierendes Denken möglichst vermieden. Er hat sich bemüht zu beschreiben, was beobachtbar ist und möglichst im Beobachtbaren zu bleiben, wenn er Veränderungen angestrebt hat. Seinen Wahlspruch kennt ihr ja: Verliere deinen Verstand und komme zu deinen Sinnen - lose your mind and come to your senses.
Offenbar ist es nicht so leicht, seinen Verstand auf die Dauer zu verlieren, wenn man einen solchen besessen hat - früher oder später macht er sich geltend. Gegen Ende seines Lebens, ein paar Jahre vor seinem Tod im Jahre 1970, ist er wiedet aktiv geworden. Und eine Ausgeburt von Verstandestätigkeit ist seine Einteilung der Neurose in fünf Schichten.
Er stellt sich „der Neurose“ wie etwas Räumlichem gegenüber und möchte ihre Struktur erkennen.
Er sagt dazu gleich am Anfang eines Vortrags: Ich möchte euch jetzt etwas darüber erzählen, wie ich die Struktur der Neurose sehe. Ich weiß natürlich nicht, wie meine nächste Theorie sein wird, weil ich ständig das, was ich tue, entwickle und immer mehr vereinfache. Ich sehe die Neurose jetzt als etwas an, das aus fünf Schichten besteht.
Jede dieser Schichten, die er bei seiner Theoriebildung gefunden hat, bekommt einen Namen, und einer dieser Namen heißt Impasse, zu deutsch Sackgasse. Von der Sackgasse soll heute die Rede sein.
mehr:
- Was ist ein Impasse? (Vortrag von Robert Schigutt, Jour Fixe der Fachsektion Integrative Gestalttherapie im ÖAGG Wien 20. 3. 2018, PDF)

Fritz Perls - What is Gestalt (1970) - byronevents.net/gestalt {23:42}

Am 05.12.2015 veröffentlicht 
byronevents
Awareness of what is true in the present. Top dog - Under dog dynamics. byronevents.net/gestalt
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GESTALT THERAPY (Simply Explained) {3:53}

Am 15.10.2017 veröffentlicht 
Pinnacle Of Man TM
Gestalt Therapy was created by Fritz Perls. It is an experiential and existential type of therapy. This means it uses present moment techniques to examine the issue clients bring in a phenomenological way. One of the most common techniques is the empty chair technique.
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Sonntag, 27. Mai 2018

Die deutsche Psychoszene im Visier des Verfassungsschutzes

Aus den Aufzeichnungen eines Geheimforschers (1)

Himmelfahrt 1985. – Der Chef muß wieder einmal ein Buch gelesen haben, aber ein falsches.[1]Kam angerannt und stauchte uns zusammen, weil wir die Psychoszene nicht im Auge hätten. Und das nach rund zehn Jahren Psychoboom! Meinen Einwand, der Höhepunkt sei wohl schon überschriteten, schmetterte er ab: das habe man vor 15 Jahren auch von der Protestbewegung gesagt, und dann ... (das alte Lied). Außerdem komme die Welle jetzt erst in der Provinz an (bei ihm). Ich versuchte es nochmals: da gehe es doch nur um individuelle Veränderung oder Erlösung. Er konterte: »Aber in Gruppen! Das ist konspirativ!« Der typische Polizistenblick, geschärft durch überholte Devianztheorien: soziales Milieu x plus kognitiver (konspirativer) Einfluß y gleich abweichendes Verhalten z. (Z wie Zufall: rot oder grün oder braun. Oder blau? Schwarz jedenfalls gilt als normal.) Tatsache ist: Wir ersticken in Daten und wissen nichts damit anzufangen. Es fehlt uns ein klares – Feindbild –, auch wenn der Minister das nicht einsehen will. Für ihn beginnt der »gesetzliche Beobachtungsauftrag« links von ihm selbst. Aber was ist links, was rechts, wenn sich K-Gruppen mit Heimatschützern und Naturfreunden gegen ein technisches Großprojekt verbünden? Oder wenn ein Franz Alt im Namen des Friedens gegen Pro familia zu Felde zieht? Mittlerweile ist die »Kartei 2 zur Identifizierung von Personen, die konspirativ tätig sind oder dessen verdächtig«, ins Unermeßliche angeschwollen. Über 16 ooo Personen werden observiert, und in der H-Skala (Persönlichkeitsmerkmale) häufen sich die Banalitäten, von den Trinkgewohnheiten über »gepflegt/ungepflegt/modisch/auffällig gekleidet« bis zum Sexualleben.[2]Warum nicht noch ein bißchen Psychokram dazupacken? Schaden kann’s ja nicht. Dann wissen wir in ein paar Jahren vielleicht, daß der » Westküstenstil« der Gestalttherapie eher Fundamentalisten erzeugt, der »Ostküstenstil« eher Realpolitiker - na bitte!
Ich kenne diese Unterscheidungen natürlich von Gerda, die seit einiger Zeit (englisch ausgesprochen) »Gestalt« macht. Sie betont allerdings, daß die unterschiedlichen Therapiemethoden – ein paar hundert sollen es sein – sich im Rahmen der Humanistischen Psychologie immer mehr vermischen. »Da wächst alles irgendwie zusammen«, sagte sie, »ganzheitlich eben.« Das sind ihre neuen Lieblingswörter: ganzheitlich und wachsen;heilige Namen für das, was in der Gestalt-Gruppe geschieht. Als ich sie kürzlich fragte, wohin sie eigentlich ganzheitlich wachsen wolle (sie ist über vierzig), las sie mir aus einem Buch vor: »Die Leere wich dem blühenden, fruchtbaren Lebensbaum – mit seinen Blüten, Blättern, Vögeln, Eichhörnchen –, und es entstand ein Gefühl des Erfülltseins, des lebendigen Friedens, des Rauschens einer inneren Quelle. Und dann in der Gegenwart zu sein, mit einem hier-und-jetzt daseienden anderen Menschen, der ebenfalls ... «[3]Hier brach sie unvermittelt ab. Klar, daß ich mit dem anderen Menschen nicht gemeint sein kann. Ich werde in ihrer Gruppe auf den ›leeren Stuhl‹, gesetzt und kleingemacht, damit Gerda wachsen kann. Also, das geht mir langsam gegen den Strich. Deshalb habe ich gestern dem Chef ein Psycho-Forschungsprojekt vorgelegt, das nicht nur seine, sondern auch meine Sorgen berücksichtigt: Ich werde Gerda beobachten lassen. Damit sie mir nicht ganz abdriftet in ihre innere Quelle. (Wie hieß doch gleich ihr Therapeut, der so »super« ist?)

[…]

Aus den Aufzeichnungen eines Geheimforschers (4)

Allerheiligen 1985. – Sechs Monate Forschung und Ermittlung haben uns nicht weitergebracht, und der Termin für den Zwischenbericht rückt bedenklich näher. Was soll ich dem Chef hinschreiben – daß das alles nichts bringt? Dann geht er an die Decke. Oder daß die ganze westdeutsche Psychoszene – ein paar Millionen Menschen, schätzungsweise – verdächtig ist? Dann kriegt er einen Infarkt.
Ich glaube immer weniger, daß das, was in der Therapie geschieht, nach außen irgendeine Wirkung hat. Die Leute gehen da hin, wie sie ins Kino oder in die Disko gehen – um etwas zu erleben. Aber was? Ihre Gefühle? In den Protokollen stehen dauernd die Aufforderungen »Geh da rein«, »Laß es raus«, »Du mußt da durch«, und das heißt: »Sei angstvoll«, »Sei wütend«, »Sei schwach«, ja sogar »Sei katatonisch« und »Stirb«. Und dann wird geflennt, getobt, gewinselt, gezittert, gekotzt. Aber geht es dabei um Gefühle oder vielmehr um deren Abschaffung zugunsten irgendwelcher Sensationen im Hier-und-Jetzt? Bei Arthur Janov las ich, daß das »wahre Selbst«, zu dem der Klient durch den Urschrei gelange, ohne jedes gesellschaftliche Interesse sei, indifferent gegenüber allem Streben, Mühen und Hoffen – Reaktionen, die für Janov »neurotisch« sind, »symbolischer Ersatz«.39 Die Therapie soll davon befreien, und solange man in Therapie ist, scheint man auch, indem man solche Gefühle nicht passiv erleidet, sondern aktiv »agiert«, von ihrem Druck befreit zu sein. Gefährlich (gefährdet) wären dann nur diejenigen, die aus der Therapie aussteigen – oder sich ihr überhaupt verweigern.
Aber wie sag ich das dem Chef? Am besten, ich lege ihm zur Illustration ein paar Protokolle bei. Etwa jenes Bekenntnis eines jungen Mannes, der freimütig erzählte – vor der Fernsehkamera!-, er habe in den vergangenen Jahren alles mitgemacht, habe demonstriert und blockiert und sabotiert, an der Startbahn West und anderswo – »und es hat alles nichts gebracht, die Startbahn wird doch gebaut«. Jetzt macht er körperorientierte Selbsterfahrung auf Tantra-Basis und ist heiter und lieb. Der für die junge Generation so typische » Terror des unmittelbaren Wertevollzugs« – ein Ausdruck von Carl Schmitt – wird am eigenen Leib exekutiert: das müßte ich dem Chef klarmachen können!
Was eignet sich sonst noch? Einen brauchbaren Bericht über die »Friedensmeditation« habe ich leider nicht. Unser freier Mitarbeiter war der Sache spirituell einfach nicht gewachsen. (Er behauptete, bei den »kosmischen Flammen« handle es sich um eine Art geistiger Laser-Strahlen zur Abwehr von Raketen – ist der Kerl übergeschnappt? Oder ist er schon infiziert? Schade um die Spesen.) Vielleicht eignet sich als zweites Dokument das Protokoll aus einer Trainingsgruppe »Selbsterfahrung und Menschenführung« (für Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik), wo ein harter Boß buchstäblich verflüssigt wurde. Und als drittes ein ganz harmlos wirkender Fall aus einer Psychodrama-Sitzung, wo die Klientin so weit kommt, aus ihrer devoten Haltung ihrem Mann gegenüber auszubrechen – jedenfalls im Rollenspiel. Also wenigstens ein Beispiel für Widerstand, für Subversion, wie der Chef es sich wünscht! Ich mach gleich mal einen Auszug:
»Patientin klagt, daß sie sich von ihrem Mann völlig entmündigt fühle und daß sie das ganz fertig mache. Damit hänge es auch zusammen, sagt sie, daß sie so viele körperliche Beschwerden habe.
Therapeut fordert sie auf, eine typische Situation zu beschreiben.
Patientin berichtet: Morgens beim Frühstück habe ihr Mann ihr mitgeteilt, er werde heute seine Sekretärin beauftragen, im Reisebüro die Tickets für die geplante Urlaubsreise zu besorgen. Sie habe erwidert, das sei nicht nötig, da sie selbst am Nachmittag mit dem (achtjährigen) Sohn in die Stadt wolle, um Schuhe für ihn zu kaufen. Sie könne dann gleich zum Reisebüro gehen.
Therapeut bittet sie, diese Szene zu spielen. Ein Gruppenmitglied übernimmt die Rolle des Ehemannes. Dann wird ein Rollenwechsel vorgenommen.
Patientin (in der Rolle des Mannes): ›Du hast doch genug zu tun mit dem Schuhkauf. Wenn du weißt, daß du noch etwas anderes erledigen mußt, läßt du dir womöglich nicht-passende Schuhe aufschwätzen. Und wer weiß, wie lange es dauern würde, bis du im Reisebüro klarkamst, Dafür ist meine Sekretärin wirklich kompetenter als du, Schatz ... ‹
Therapeut fordert die Patientin auf, zu sagen, wie sie sich fühle.
Patientin: ›Immer wird mir unter die Nase gerieben, daß andere tüchtiger sind als ich ... Ich bin schon wieder ganz fertig ... ‹ Sie berichtet dann, daß sie sich als ihr Mann ganz anders gefühlt habe, nämlich selbstsicher und stark.
Therapeut führt einen Doppelgänger ein, der in der Rolle der Patientin mit dieser selbst einen Dialog führt.
Doppelgänger: ›Jetzt habe ich schon wieder Angst. Warum bloß?‹
Patientin: ›Ja, warum bloß? Mein Mann ist doch kein Ungeheuer.‹
Doppelgänger: ›Nein, wirklich nicht. Deshalb könnte ich doch jetzt mal offen mit ihm reden.‹
Patientin: ›Eigentlich schon ... ‹
Doppelgänger: ›Eigentlich schon, aber irgendwie schaffe ich es nicht. Vielleicht will ich auch nicht richtig ran. Es hat ja auch was für sich, wenn einem immer alles abgenommen wird.‹
Patientin(protestierend): ›Nein, davon habe ich genug.‹ (Zum imaginierten Ehemann gewandt:) ›Ich habe genug davon, von dir wie ein Kind behandelt zu werden, hörst du, endgültig genug.‹«[4]
Fragt sich nur, ob es dazu wirklich einer Therapie bedarf. Wenn ich da an Gerda denke! Übrigens habe ich über Gerdas Therapieleistungen immer noch kein Protokoll bekommen, sie wechselt ihre Leib- und Seelsorger zu oft. Im Sommer besuchte sie in Italien einen Workshop »Corpographic: Pantomime und Bioenergetik« und kam etwas verbogen zurück. Dann war plötzlich Bauchtanz das Heißeste. »Weißt du«, sagte sie fromm, »das ist auch ein Stück weit Therapie.« (Ich würde es bei ihr eher eine Mutprobe nennen.) Als nächstes kam ein Tarot-Kurs, angeregt durch die Lektüre von Timothy Learys Spiel des Lebens (1984), wo die 24 Tarot-Karten mit den 24 Aminosäuren des genetischen Codes, den zwölf Sonnenzeichen der Astrologie und einigen anderen Dutzendwaren analogisiert werden. Gerda liegt wirklich voll im Trend. Dann wollte sie – im »Mondjahr« – unbedingt noch eine »nasse Wiedergeburt« erleben (oder war es sogar eine Past-livesTherapie?), bekam aber keinen Geburtshelfer. Und jetzt hat sie, weil ihr alles andere zu labberig sei, eine »sehr harte« Primärarbeit begonnen. »Da kommt alles raus – über uns beide!« Hm. »Und wenn ich da durch bin«, schmeichelte sie, als ich den Scheck unterschrieb, »bin ich bestimmt wie neugeboren.« Naja.

[…]

Aus den Aufzeichnungen eines Geheimforschers (5)

Heiliger Abend 1985. – Großer Krach im Amt. Der Chef hat mich zu sich bestellt und mir meinen Zwischenbericht um die Ohren gehauen. Ob ich denn von allen guten Geistern verlassen sei, ein Managerseminar beobachten zu lassen! Daß da nichts Subversives geschehe, zeigten doch schon die hohen Kursgebühren. Meinen Einwand, auch eine ordentliche Wiedergeburt sei nicht eben billig, wischte er knurrend weg: ich hätte wohl noch nie etwas davon gehört, daß Sensitivity-Trainingsgruppen in den USA schon seit langem von der Großindustrie und der Regierung gefördert würden und jetzt endlich auch in der Bundesrepublik Fuß faßten. (Er sagte zünftig ›T-groups‹ und dachte dabei sicher an Tee.) »Aber das ist keineswegs alles«, schnaubte er weiter. »Hier: die Frau eines Ministers zu bespitzeln – das ist ja der Gipfel! Könnte mich meine Stellung kosten. Und Sie natürlich auch.« Er meinte die Psychodrama-Dame, die sich aus der Bevormundung durch ihren Mann befreien will. Anscheinend hat er in ihr jemand wiedererkannt. Aber Frauen, auf die die erwähnten Merkmale zutreffen, gibt es sicher wie Sand am Meer. Ich stotterte, ich hätte keine Ahnung gehabt, daß ... »Keine Ahnung? Dann forschen Sie gefälligst nach!« Das war ein Eigentor, er merkte es und polterte weiter. Als ich schließlich fragte, ob wir die Beobachtung der Psychoszene einstellen sollten, trotz Friedensmeditation usw., sagte er: »Natürlich, die sind doch alle verrückt – äh, ich meine harmlos, ganz normal! Beobachten Sie lieber die anderen, die nicht zur Therapie gehen. Davon wird es ja auch noch welche geben!« – »Ja«, sagte ich beschämt, »eine ganze Menge.« – »Na also – das ist doch verdächtig!« Damit war ich in die Weihnachtsferien entlassen. Ich habe die gesammelte Psycho-Literatur ins Auto gepackt und nach Hause gefahren, für Gerda. Und nachher, wenn am Baum die Kerzen brennen, werde ich sie mit einer Frohbotschaft überraschen: daß ich jetzt auch eine Therapie brauche. Beim selben Therapeuten wie sie, Primärarbeit, aber in einer anderen Gruppe (hoffentlich ist bald ein Platz frei). Dann werden wir vielleicht gemeinsam gesund werden. Oder verrückt.

gnadenlos abgeschrieben aus:
Karl Markus Michel, Im Bauch des Wals – Abgesang auf die gesunde Persönlichkeit in: Kursbuch 82, Die Therapie-Gesellschaft, Kursbuch / Rotbuch Verlag, November 1985



[1] Möglicherweise handelt es sich bei dieser Lektüre um ein zehn Jahre altes Kultbuch aus Amerika, das 1982 auch auf deutsch erschienen ist: Theodore RoszakDas unvollendete Tier. Im letzten Abschnitt schwärmt Roszak von der »echten Freundschaft der Seelen ... , deren Ziel die gegenseitige Erleuchtung ist ... In manchen Fällen ist in unserer Gesellschaft das Verhältnis zum Ashram oder zu der entsprechenden therapeutischen Gruppe aufrichtiger und herzlicher als zu jeder anderen Sozialform ... Ob diese Konstellation im Einzelfall zu einer Hinwendung zum Sufismus oder Mystizismus, zur Psychosynthese oder zum Zen führt, ist nebensächlich. Das ist eine Frage des persönlichen Stils, die an der Tatsache nichts ändert, daß hier eine allgemeine Kultur als einzigartige politische Kraft auf unsere Welt einwirkt: als die Kraft der kreativen Desintegration, die aus menschlichen ›Restbeständen‹ und dem Tode geweihten Institutionen gesunde Gemeinschaften macht.« (rororo-Ausgabe 1985, S. 304f., 308).
[2]  Vgl. Der Spiegel Nr. 25, 1985, S. 22f.
[3]  So schildert Ruth Cohn, die Erfinderin der Themenzentrierten Interaktion, ihren Zustand nach einem Impass-Erlebnis mit Fritz Perls, dem Vater der Gestalt-Therapie; in: Alfred Farau / Ruth C. Cohn, Gelebte Geschichte der Psychotherapie, Stuttgart 1984, S. 308.
[4]  Hier liegt eine Fälschung vor. Dieses angebliche »Protokoll« hat ein V-Mann ungeniert (mit gewissen Veränderungen) aus einem Aufsatz von Helga Heike Staub abgeschrieben: »Was ist Psychodrama?«, in Neue Formen der Psychiatrie, psychologie-heute-Sonderband, Winheim 1980, S. 127 f.

siehe auch:
- Verpasste Chance, verlorenes Jahrzehnt (Uwe Wittstock, Welt, 03.02.2001)
Karl-Markus Michel: Ein critischer Geist (Michael Naumann, Tagesspiegel, 15.11.2000)

Mittwoch, 21. März 2018

Das Libet-Experiment: Untersuchungen über das Ich

Als Libet-Experiment wurde die Messung des zeitlichen Abstands bekannt, der zwischen Nervenaktivität im Gehirn, die einer bestimmten Handbewegung einleitend vorausgeht, und dem erst danach erfolgenden Bewusstwerden der dazugehörenden Handlungsentscheidung liegt. Der Physiologe Benjamin Libet führte die Versuchsreihen 1979 durch. Ihre Bedeutung für die Philosophie des Geistes war Gegenstand lebhafter Diskussionen. Noch heute wird das Experiment häufig in der Debatte über das Konzept der menschlichen Willensfreiheit angeführt.
[Libet-Experiment, Wikipedia, abgerufen am 21.03.2018]
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Siehe dazu auch:
- Die Libet-Experimente (©Michael Pauen, Philosophieverständlich, 03.05.2005)

The Libet Experiment: Is Free Will Just an Illusion? {1:55}

Am 29.07.2016 veröffentlicht
BBC Radio 4  
Are our 'conscious decisions' just reports on what is already happening? Narrated by Harry Shearer. Scripted by Nigel Warburton.
From the BBC Radio 4 series - A History of Ideas.
http://www.bbc.co.uk/programmes/b04bwydw
This project is made in partnership with The Open University http://www.open.edu/openlearn/history...
and the animations were created by Cognitive.

siehe auch:
- Friedrich Nietzsche: Es denkt (Eric Schumacher, ZEITBlog, 20.11.2013)
- Die Außenperspektive – Das psychophysische Problem (in: Dieter Sturma, Philosophie des Geistes: Grundwissen Philosophie, ©2005, 2016 Philipp Reclam jun., Stuttgart, GoogleBooks)