Sonntag, 12. August 2018

Behaviorismus – Psychologie ohne Bewusstsein (KenFM im Gespräch mit Klaus-Jürgen Bruder)


KenFM im Gespräch mit: Klaus-Jürgen Bruder ("Psychologie ohne Bewusstsein") {1:43:36}

KenFM
Am 11.08.2018 veröffentlicht 
Behaviorismus. Eine Wissenschaftsform, die das Verhalten von Lebewesen untersucht, ohne dabei dem Innenleben des Untersuchungsobjektes Rechnung zu tragen. Das Gehirn eines Menschen wird in den Modellen der Behavioristen als eine Art Black-Box dargestellt, welches auf einen bestimmten äußeren Reiz ein voraussehbares Reaktionsmuster abspult.
„Unsinn!“ könnte man als spiritueller Zeitgenosse nun entgegnen und auf das sich neuerdings in aller Munde befindende Bewusstsein verweisen. Ein nicht unberechtigter Einwand.
Allerdings lehrt uns ein Blick in die Geschichte, dass es scheinbar möglich ist, mittels verschiedener Konditionierungstechniken das Bewusstsein eines Menschen nahezu vollständig auszuschalten. Das erklärt auch, warum die Psychologie in ihren Ursprüngen eine von den Eliten geförderte Forschung war. Um effektiv Gehorsam zu schaffen, müssen die Herrschenden die Beherrschten besser kennen, als diese sich selber. Nur so können auf strikter Ungleichheit beruhende Herrschaftssysteme den Bevölkerungen als „alternativlos“ verkauft werden.
Wenn also heutzutage von einer wachsenden Schere zwischen arm und reich die Rede ist, müssten wir uns eigentlich fragen, wie es dazu kommen konnte, dass wir als Gesellschaft solche zum Himmel schreienden Ungerechtigkeiten mehr oder weniger widerstandslos als „normal“ hinnehmen. Offensichtlich sind uns die herrschenden Eliten noch immer einige Schritte voraus.
Ihre Druckventile, die vom Hartz-4-Empfänger über den „Einwanderer in die Sozialsysteme“ bis hin zu dem in Mesut Özil personifizierten Versagen „der Mannschaft“ bei der Fußball-WM reichen, werden noch immer allzu gerne angenommen, um angestauten Frust in systemerhaltende Bahnen zu lenken.
Wie kommen wir aus dieser Nummer raus? Der Psychologe Klaus-Jürgen Bruder liefert Denkansätze aus seinem Wissenschaftsgebiet und zeigt auf, dass das menschliche Gehirn weit mehr ist, als eine maschinenartige Black-Box. Dessen müssten wir uns nur bewusst werden.
Inhaltsübersicht:
0:04:47 Ist Gehorsam menschlich?
0:08:30 Behaviorismus
0:22:08 Künstlich erzeugte Realität durch Medien
0:24:31 Neusprech zu alten Themen und das Problem der Verdrängung
0:33:42 Gibt es Unterschiede zur großen Verdrängung in der NS-Zeit?
0:42:37 Der Alltag eines Therapeuten
0:49:32 Der „Schulz-Effekt“
1:05:35 Räume der Selbstbestimmung
1:16:27 Behaviorismus plakativ erklärt
1:25:51 Techniken, die das Bewusstsein ausschalten
1:34:25 Ist Zivilcourage eine Tugend?
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siehe auch:
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 14.07.2016)
- Wie gehen wir mit gemachter Realität um? (Post, 15.06.2014)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Beiträge zum Wahrheitsproblem (Universität Koblenz, Userpages, Verfasser und Datum unbekannt)

Dienstag, 7. August 2018

David Lynch – Ohne Worte

Porträt Regie-Altmeister David Lynch will, wenn ein neuer Film fertig ist, am liebsten nicht darüber reden. Filme nämlich, sagt er, sprechen ihre ganz eigene Sprache 

David Lynch lächelt selten auf Fotos. Seine Gesichtszüge sehen aus wie gemeißelt, die Statuen auf den Osterinseln könnten Pate gestanden haben. Er wirkt dabei nicht finster, eher wie einer, der viel grübelt. Gespitzte Lippen, hängende Augenlider: Lynch ist durch und durch der Altmeister im Winter seines Lebens. Seine Haartolle macht das Bild komplett; als wäre die üppige Locke mitten in einem abgründigen lynchischen Gedanken schockgefroren.

Seit 40 Jahren entführt Lynch sein Publikum aus malerischen Landstrichen in surreale Dimensionen, die von Dämonen, Doppelgängern und psychopathischen Mördern bevölkert werden. Er hat Bilder erschaffen, die einen nicht mehr loslassen: das wimmernde, entstellte Baby in Eraserhead, das abgetrennte Ohr in Blue Velvet, die blutige, schädelberstende Gewalt in Wild At Heart, die Atomexplosion in der Fortsetzung von Twin Peaks. Googelt man „David Lynch creepy“ (dt. gruselig), so erhält man 5,5 Millionen Treffer.

Lynch arbeitet in einem Atelier in den Hollywood Hills unweit des Mulholland Drive. Es ist an einem Hang gelegen über drei miteinander verbundenen Häusern, die ihm gehören. Lynch lebt zurückgezogen und verlässt nur selten sein kleines Reich. Ein Assistent führt mich durch das Gebäude – glatte Betonwände und Böden, deckenhohe Regale voller Videokassetten und CDs – und schließlich durch den Garten zu seinem Arbeitsraum.

mehr:
- Ohne Worte (Rory Carroll, der Freitag Ausgabe 27/2018)

Der Elefantenmensch - Englischer Trailer {3:12}

horrorfilmtrailer
Am 04.01.2012 veröffentlicht 

Dune (1984) - Trailer in HD (Fan Remaster) {3:10}

taas007
Am 07.07.2015 veröffentlicht 
The theatrical trailer recut in 1080p. Kept the original audio. Enjoy.
Notes:
01:11 Was unavailable, so I upscaled, color corrected, stabilized, regraine & removed film damage from the shot

Blue Velvet official rerelease trailer {1:42}

Park Circus
Am 01.03.2016 veröffentlicht 
Blue Velvet opens for a week run at Film Forum from 25 March 2016 with further 30th anniversary screenings in the US still to be announced. Blue Velvet is also set for a UK reissue in Autumn 2016.
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Dune (1984) - Trailer in HD (Fan Remaster) {3:10}

taas007
Am 07.07.2015 veröffentlicht 
The theatrical trailer recut in 1080p. Kept the original audio. Enjoy.
Notes:
01:11 Was unavailable, so I upscaled, color corrected, stabilized, regraine & removed film damage from the shot

Sonntag, 5. August 2018

Können Maschinen denken?

Der Turing-Test aus systemtheoretischer Perspektive

Alan Turing beantwortete diese Frage nicht unmittelbar, sondern indirekt über das mittlerweile praktisch durchführbare Gedankenexperiment eines "imitation game". Seine Antwort lautete, es könne zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass Maschinen (Computer) denken können, wenn sie Kommunikation, etwa als Wechselspiel von Fragen und Antworten, derart gut imitieren, dass (durch Menschen) mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht entschieden werden kann, ob fragliche Kommunikation maschinell oder durch eine menschliche Person erfolgt.1️⃣ Dies zumal angesichts (damals zukünftiger) selbstlernender Maschinen bzw. Algorithmen, denen es in ihrer Anwendung möglich ist, eigene Strukturen zu verändern und damit potentiell die Simulation (?) der Kommunikation - bzw. des damit zusammenhängenden Denkens (?) - des "imitation game" fortlaufend zu verbessern.

Wir werden die eingangs gestellte Frage, bezugnehmend auf die Luhmannsche Systemtheorie2️⃣ und damit unter einem radikal anderen Blickwinkel als sonst üblich, relativ umstandslos und direkt beantworten können. Allerdings werden wir feststellen müssen, dass die schlichte, umstandslose Beantwortung der Frage durch die komplexen theoretischen Voraussetzungen der Systemtheorie erkauft sind. So ist etwa aus systemtheoretischer Perspektive keineswegs selbstverständlich, obgleich die eingangs gestellte Frage dies nahelegt, welche Instanz im Unterschied zum fraglichen maschinellen Denken fraglos Denken erlaubt.

Die scheinbar auf der Hand liegende Antwort, dass es sicherlich Menschen im Unterschied zu Maschinen sind, ist bei näherer Betrachtung keineswegs evident. Arme und Beine etwa gehören zweifellos zum Menschen, doch kommt diesen zumal amputierbaren Teilen "des Menschen" kaum eine wichtige Funktion beim Denkens zu. Weitere Überlegungen führen meist dazu, die Denkfähigkeit "des Menschen" im Gehirn zu verorten. Ist es aber fraglos das Gehirn, mittlerweile auch in Verbindung mit anderen Körperregionen, etwa dem Darm, welches denken kann? Dies eben im Unterschied zur fraglichen Denkfähigkeit eines "Computer-Gehirns"?

Schon diese schlichten Überlegungen zeigen, dass die Beantwortung der Frage, ob Maschinen denken können, eine differenzierte Betrachtung der fraglos Geltung beanspruchenden Prämisse dieser Frage erfordert. Nämlich, dass Denkfähigkeit, wenn vielleicht nicht pauschal im Menschen, so doch spezifisch im Gehirn zu verorten ist. Wir werden im Folgenden sehen, dass die Systemtheorie erlaubt, "den Menschen" in differenzierterer Weise zu betrachten, als sonst üblich.

Auch unseren Erwägungen gemäß erscheint einsichtig, mit der Systemtheorie zumindest drei Systemebenen zu unterscheiden. Neben einer psychischen, sich auf gedankliche Operationen beziehenden Systemebene, eine physische, auch das Gehirn bzw. das neuronale Netzwerk umfassende. Weiter ist sicherlich mit Blick auf "den Menschen" als soziales Lebewesen ein systematischer Bezug hinsichtlich kommunikativer Operationen zu unterscheiden.

mehr:
- Können Maschinen denken? (Jörg Räwel, Telepolis, 04.08.2018)

siehe auch:
- Donald Davidson, Vernünftige Tiere (Post, 13.02.2018)
Sind wir wie Roboter? (Post, 08.05.2015)
Ronald D. Laing (Post, 15.10.2012)
Heute vor 300 Jahren – 28. Juni 1712: Jean-Jacques Rousseau wird geboren (Post, 28.06.2012)
Die Infragestellung unseres Standard-Narrativs (Post, 13.03.2012)
- Ich fühle, also bin ich (Post, 23.11.2009)
Die Zen-Rivalen (Post, 01.04.2009)
Realitätsinterpretation… (Post, 08.04.2008)
Der gelbe Teufel (Post, 08.04.2008)
- Auf den Schultern eines Riesen … (Post, 04.04.2008)



Die für uns wichtigsten Aspekte der Dinge sind durch ihre Einfachheit und Alltäglichkeit verborgen. [Ludwig Wittgenstein, Quelle unbekannt]


Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache. [Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 109 [1953, posthum]

Samstag, 9. Juni 2018

Freiheit und so…

In den Geistes- und Naturwissenschaften finden sich zahlreiche Erklärungsmodelle zum freien Willen. Der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert wirft einen Blick auf den Diskurs um die menschliche Willensfreiheit in Philosophie und Neurobiologie. 

»Die Gedanken sind frei« lautet ein bekanntes Volkslied. Aber sind sie das wirklich? Haben wir tatsächlich die Freiheit, das zu denken, was wir denken wollen?

Der Streit über diese Frage dauert nun schon Jahrhunderte. Platon glaubte, wenn es gelänge, dass die Vernunft über das Gefühl dominiert, könne der Mensch frei werden und sein Leben in Glück und Harmonie führen. Jean-Paul Sartre ging sogar von der absoluten Willensfreiheit aus und war überzeugt: »Der Mensch ist dazu verdammt, frei zu sein« – im Gegensatz zum Parkplatz. Schopenhauer wiederum hielt das für Quatsch und war der Meinung: »Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.«

Doch welcher dieser großen Denker hatte nun Recht? Wenn Sie einem Philosophen diese Frage stellen, dann wird er Sie in der Regel verwundert anschauen. »Wie? Wer Recht hat? Das ist eine vollkommen unphilosophische Frage.« 

Um herauszufinden, ob an Behauptungen etwas dran ist oder nicht, kommt man an den Naturwissenschaften nicht vorbei. Eines der ersten naturwissenschaftlichen Experimente zum freien Willen wurde 1979 von Benjamin Libet durchgeführt. Der Neurobiologe konnte nachweisen, dass in dem Moment, in dem wir willentlich beschließen, unseren Arm zu heben, unser Gehirn schon längst entschieden hat, diese Bewegung auszuführen. Ist etwa alles, was wir tun, neurologisch vorbestimmt? Sind wir lediglich ein komplizierter Chemiebaukasten auf zwei Beinen? Ein Molekülsalat, der sich hochnäsig einbildet, ein frei denkendes Wesen zu sein? Könnte ich also theoretisch meinem Nachbarn die Fresse polieren und danach sagen: »Ich bin nicht schuld. Die Biochemie hat angefangen …«?
mehr:
- Was wäre, wenn wir frei wären? (Vince Ebert, Spektrum, 09.06.2018)

Vince Ebert - Freiheit ist alles! - Teil 1 {44:47}

Am 25.08.2014 veröffentlicht 
gbs Koblenz
In Zeiten, in denen Karikaturen und Videos Massenproteste verursachen, tritt der Physiker und Kabarettist Vince Ebert mit einem ebenso schlauen wie lustigen Solo-Programm an die Öffentlichkeit: "Freiheit ist alles!" heißt sein Titel, und der ist durchaus wörtlich gemeint.
"Freiheit - ein spannender Begriff! Was genau ist das eigentlich? Ob der Dalai Lama, meine Oma oder David Hasselhoff - jeder hat da seine eigenen Vorstellungen!" beginnt Vince Ebert seinen gedanklichen Spaziergang durch die Geschichte des Freiheitsbegriffes. Dabei bückt er sich auch nach scheinbar Nebensächlichem, entdeckt auch bei Abwegigem Wichtiges für die Beschäftigung mit Freiheit.
Es ist ein großer Spaß, wenn Vince Ebert mit der Akribie eines Naturwissenschaftlers auf der Grundlage biblischer Quellen beweist, dass die Temperatur in der Hölle niedriger ist als im Himmel, wo doch Qualen unbekannt sein sollen - und die Freiheit schier grenzenlos. Es geht heiß her, wenn Vince Ebert zeigt, wie man sich frei machen kann vom Konsumzwang und wie man unabhängig wird vom Geld. Und der Humor wird schwarz, wenn Nichtraucher Vince Ebert sich auf offener Bühne eine Raucherzone einrichtet und bei einer Zigarette darüber nachdenkt, dass, wer solchermaßen die Freiheit sucht, allenfalls die Sucht findet.
"Freiheit ist alles!" ist kein Solo-Programm ausschließlich für Anders-, Frei- und Querdenker, sondern für alle, die selbst denken - und manchmal auch Joghurtgläser ungespült entsorgen. Was? Eben!
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Montag, 4. Juni 2018

Die Schönheit des Abgrunds

Die Christine-Westermannisierung der Literatur hat ihren Siegeszug angetreten. Erstens durch Buchverkäufe. Kitsch verkauft sich besser als Qualität. Denken ist anstrengend, tut bisweilen weh, Kitsch funktioniert wie Pornographie, allerdings nicht in der Hose, sondern links unter dem Hemd. Was sich verkauft, wird auch massenhaft produziert. 


#metoo

Bei diesem Thema kann man sich wunderbar die Finger verbrennen. Mangelnde Empathie wird der erste Vorwurf sein. Als vor einem halben Jahr die #metoo-Debatte durch die Welt schwappte, blieb ein Aspekt unbeantwortet, der aber sehr maßgeblich ist: könnte es sein, dass brillante Menschen eine dunklere Seite haben als Normalos?

Seit Jahren geistert ständig eine Statistik durch die Gazetten, dass nämlich unter Spitzenmanagern der Anteil von Soziopathen übermäßig hoch sei. Dies bestätigt die Klischees vom herzlosen Kapitalisten.

Aber Künstler?

Besonders interessant erscheint mir der Fall Kevin Spacey. Die Empörung schlug Wellen, dass er augenblicklich die Serie House of cards verlassen musste.



Das Genie und das Böse

Spacey dürfte, was den Legendenstatus angeht, zu den allergrößten Namen in der Geschichte von Hollywood gehören. Er spielte in the usual suspects ein sich als Trottel gebendes kriminelles Superhirn, das die verhörenden Polizisten mit erfundenen Geschichten manipuliert. In Se7en verkörperte er einen unauffälligen, aber brillant perversen Serienmörder und in American Beauty stellte er einen frustrierten Vorstadt-Papi in der Midlifecrisis dar. Der gemeinsame Nenner: seine Rollen waren immer von manipulativer Intelligenz, auch schon vor Darstellung des fiktionalen Präsidenten Underwood.

Und jetzt die #metoo-Debatte. Was hatten wir doch für ein Vergnügen, wenn die von Spacey dargestellten Figuren ihren dummen Kontrahenten den Schneid abgekauft hatten. Es war beinahe so schön, wie wenn Robert de Niros Antihelden anderen die Knochen brachen, ihren Kopf in einem Schraubstock zerquetschten oder ihnen Teile des Gesichts wegbissen. Da schmecken die Nachos, und die Brause auf dem Schoß waberte launig hin und her. Privat sind Schauspieler ja ganz bodenständige nette Kerle, oder? Wenn nicht, wären wir dann etwa Komplizen?



Was erlauben Spacey?

Ist eine charakterliche Düsterheit vielleicht gar ein struktureller Vorteil des Genies, nicht nur fiktional, sondern real?



Felder der vielschichtigen Genies

Neben dem auffällig langen Wegsehen in Hollywood – die Liste der mutmaßlich Übergriffigen wird länger, wobei die Vorfälle wahrscheinlich über Jahrzehnte reichen – ist für mich gar nicht die geheuchelte Empathie seitens des Publikums von Belang. Es interessiert mich nicht, ob Spacey schuldig ist. Empathie wird nie meine Sache sein, das vorweg. Auch die Binsenweisheit, dass große Erfolge immun gegen Kritik machen, scheint mir nur bedingt interessant zu sein. Es erscheint viel interessanter und vordergründig erschreckender, dass eben nicht nur in den hohen Etagen deutscher Unternehmen, sondern gerade auch im Bereich der Kreativen, der Künstler und Erfinder, Wunderbares auf dem Mist des Schrecklichen besser wächst. Verdanken wir vielleicht Erbauung und Fortschritt vornehmlich dunklen Neigungen? Was, wenn ja? War Einstein treu? Diente ihm seine Promiskuität als Triebfeder in Denkprozessen gar?

mehr:
- Die Schönheit des Abgrunds - Empathie Pornos (Hans-Martin Esser, The European, 04.06.2018)

Gruber: "Will am liebsten schwulen Männern gefallen" | Nuhr im Ersten {5:51}

Comedy & Satire im Ersten
Am 16.02.2018 veröffentlicht
Abonniert uns! http://s.daserste.de/2kannsX
Offizieller "Comedy"-Kanal: http://s.daserste.de/2lneAof
Alle Clips: http://s.daserste.de/2kYqsIP
"Nuhr im Ersten" vom 15. Februar 2018
Dieter Nuhr begrüßt seine Gäste Monika Gruber, Ingo Appelt, Andreas Rebers und Torsten Sträter zu einer neuen Ausgabe von "Nuhr im Ersten"!

Frank Zappa - Titties and beer (with subtitles) {6:38}

bolimozak
Am 14.03.2011 veröffentlicht 
The Palladium, NYC, NY, October 31, 1977
Baby Snakes DVD
Frank Zappa -- lead guitar, vocals
Adrian Belew -- guitar, vocals
Peter Wolf -- keyboards
Tommy Mars -- keyboards, vocals
Ed Mann -- percussion, vocals
Patrick O'Hearn -- bass
Terry Bozzio -- drums, vocals
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siehe auch:
- Ein wirklich netter Kerl, oder? (Arwa Mahdawi, der Freitag, 25.09.2018)
Kevin Spacey: Ein Mann wird gelöscht, und wir sind die Guten (Post, 13.11.2017)
- „Wir wollen die Möpse sehen…!“ (Clemens Lukitsch, The European, 05.09.2014)
aktualisiert am 25.09.2018

Mittwoch, 30. Mai 2018

Gestalttherapie: Was ist ein Impasse-Erlebnis?

Fritz Perls hat sein Leben lang abstrahierendes Denken möglichst vermieden. Er hat sich bemüht zu beschreiben, was beobachtbar ist und möglichst im Beobachtbaren zu bleiben, wenn er Veränderungen angestrebt hat. Seinen Wahlspruch kennt ihr ja: Verliere deinen Verstand und komme zu deinen Sinnen - lose your mind and come to your senses.
Offenbar ist es nicht so leicht, seinen Verstand auf die Dauer zu verlieren, wenn man einen solchen besessen hat - früher oder später macht er sich geltend. Gegen Ende seines Lebens, ein paar Jahre vor seinem Tod im Jahre 1970, ist er wiedet aktiv geworden. Und eine Ausgeburt von Verstandestätigkeit ist seine Einteilung der Neurose in fünf Schichten.
Er stellt sich „der Neurose“ wie etwas Räumlichem gegenüber und möchte ihre Struktur erkennen.
Er sagt dazu gleich am Anfang eines Vortrags: Ich möchte euch jetzt etwas darüber erzählen, wie ich die Struktur der Neurose sehe. Ich weiß natürlich nicht, wie meine nächste Theorie sein wird, weil ich ständig das, was ich tue, entwickle und immer mehr vereinfache. Ich sehe die Neurose jetzt als etwas an, das aus fünf Schichten besteht.
Jede dieser Schichten, die er bei seiner Theoriebildung gefunden hat, bekommt einen Namen, und einer dieser Namen heißt Impasse, zu deutsch Sackgasse. Von der Sackgasse soll heute die Rede sein.
mehr:
- Was ist ein Impasse? (Vortrag von Robert Schigutt, Jour Fixe der Fachsektion Integrative Gestalttherapie im ÖAGG Wien 20. 3. 2018, PDF)

Fritz Perls - What is Gestalt (1970) - byronevents.net/gestalt {23:42}

Am 05.12.2015 veröffentlicht 
byronevents
Awareness of what is true in the present. Top dog - Under dog dynamics. byronevents.net/gestalt
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GESTALT THERAPY (Simply Explained) {3:53}

Am 15.10.2017 veröffentlicht 
Pinnacle Of Man TM
Gestalt Therapy was created by Fritz Perls. It is an experiential and existential type of therapy. This means it uses present moment techniques to examine the issue clients bring in a phenomenological way. One of the most common techniques is the empty chair technique.
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Dienstag, 29. Mai 2018

Ein Zitat aus „Mein Kampf“: Zum Entstehen eines Mainstreams

Einer unserer freundlichen Leser macht uns nach Lektüre unseres Hinweises Nr. 10 vom 25.5. auf einen einschlägigen Text in „Mein Kampf“ aufmerksam. Zu Hitlers Text ist meinerseits noch anzumerken, dass er viel über die Verführbarkeit der „Masse“ schreibt, unsere Erfahrung heute wie schon damals aber dafür spricht, dass jene, die sich für Eliten halten, mindestens so leicht manipulierbar sind – und dann auch noch selbst manipulieren. In „Machtwahn“ habe ich einige gravierende Fälle dokumentiert, zum Beispiel den Irrlauben an die ideale Bevölkerungspyramide, der von einer Kommission der Robert Bosch Stiftung unter dem Vorsitz von Kurt Biedenkopf und hochmögenden Mitwirkenden wie Prof. Sinn und Landesbischöfin Margot Käßmann geteilt wird. Albrecht Müller.

Am 25.5. hatten wir auf eine Studie hingewiesen, nach der amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben, dass das Wiederholen einer Meinung die eigene Glaubwürdigkeit erhöht und so weiter. Und wir hatten angemerkt, dazu bedurfte es eigentlich keiner wissenschaftlichen Studie. Wir erlebten am Gebrauch der Begriffe Globalisierung und Demographie, welche Wirkung die permanente Wiederholung hat.

mehr:
- Zum Entstehen eines Mainstream ein Zitat aus „Mein Kampf“ (Albrecht Müller, NachDenkSeiten, 29.05.2018)
siehe auch:
- Lesungen aus einem verbotenen Buch (Peter Frey, Rubikon, 24.02.2018)