Samstag, 10. November 2018

Klarblick – die direkte und tief dringende Einsicht in Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit und Ich- und Substanzlosigkeit

Der Klarblick ist die direkte und tief dringende Einsicht in die drei Merkmale alles Daseins, d. h. in seine Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit und Ich- und Substanzlosigkeit. Dieser Klarblick besteht aber nicht etwa bloß in einer begrifflich-abstrakten Kenntnis dieser Wahrheiten oder ihrer rein intellektuellen Anerken­nung, die für die persönliche Lebenshaltung unverbindlich bleibt. Er ist vielmehr ein Erfahrungswissen, das erworben wird durch die wiederholte klar beobachtende Konfrontierung mit den eigenen körperlichen und geistigen Vorgängen. Es gehört zu jener Art von wirkungskräftigem Wissen, von dem der französische Denker J. M. Guyal) sagte: «Wer etwas weiß und nicht danach handelt, weiß es nur unvollkommen».
Solche Konfrontierung mit der Wirklichkeit, die im meditativen Klarblick zur Reife gelangt, wird ermöglicht durch das Reine Beobachten sowie durch Rechte Achtsamkeit (satipaṭṭhāna) im allgemeinen. Deren methodische und meditative Entwicklung wird in späteren Kapiteln dieses Buches dargestellt werden. Aber schon die gelegentliche Anwendung im Alltagsleben, wenn immer man es vermag, wird eine befreiende und auflockernde Wirkung auf den Geist haben und bessere innere und äußere Bedingungen schaffen für eine strikte, methodische Übung.

Es gehört zum Charakter des Klarblicks, die Dinge der Innen- und Außenwelt als «reine Vorgänge» (suddha-saṅkhārā), d. i. als unpersönliche Prozesse zu erkennen und in solcher Erkenntnis zeitweilig frei zu sein von Gier, Haß und Verblendung. Eben dies eignet aber auch (in gewissem Grade und für beschränkte Frist) schon dem anfänglichen Reinen Beobachten, das somit eine allmähliche Akklimatisierung des Geistes an die Höhenluft der Klarblickserkenntnis bewirkt.

Der durch das Reine Beobachten gewonnene Abstand von den Dingen und auch von uns selber zeigt uns in der eigenen Erfahrung die Möglichkeit und das Glück völliger Loslösung. Es verleiht uns die Zuversicht, daß solch zeitweises Beiseitetreten zum völligen Hinaustreten aus dieser Leidenswelt werden kann. Es gibt ein Vorgefühl oder doch eine Ahnung jener höchsten Freiheit, der «Heiligkeit bei Lebzeiten», die gekennzeichnet wurde mit den Worten in der Welt, doch nicht von der Welt».

Dieses höchste Ziel mag noch etwas sehr Fernes sein, doch durch die innere Erfahrung beim Reinen Beobachten ist es nicht mehr etwas gänzlich Fremdes. Es gewinnt für den Übenden eine gewisse Vertrautheit und damit eine positive Anziehungskraft, die es nicht haben könnte, wenn es etwas rein Abstraktes bleibt, dem nichts in der eigenen Erfahrung entspricht. Für den, der in solcher Weise übt, wird das Ziel der Befreiung einem hohen Bergmassiv am fernen Horizonte gleichen, dessen Konturen für den Wanderer, der darauf zuschreitet, allmählich eine freundliche Vertrautheit gewinnen. Wohl hat die Haupt-Aufmerksamkeit des Wanderers den Schwierigkeiten und Windungen seines Weges zu gelten, doch nicht minder wichtig ist es, daß sein Blick von Zeit zu Zeit auf die Gipfel seines Zieles fällt, wie sie am Horizont seines eigenen Inneren auftauchen. Sie geben ihm die Richtung, an der er die Ab- und Umwege seiner Wanderschaft berichtigen kann; sie verleihen seinen müde gewordenen Schritten erneute Kraft, Ermunterung und Zuversicht, wie er sie nicht erfahren könnte, wären diese Gipfel seinem Blicke stets versperrt oder hätte er von ihnen bloß gehört oder gelesen; sie mahnen ihn auch, über den «kleinen Freuden am Wege» nicht das große Gipfelglück der Befreiung zu vergessen, das ihm am Horizonte winkt.

In solcher Weise dient die Übung des Reinen Beobachtens unmittelbar der höchsten Befreiung.

aus: Nyanaponika, Geistestraining durch Achtsamkeit (Buddhistische Handbibliothek, Verlag Beyerlein & Steinschulte, S. 40f.)

siehe auch:

Donnerstag, 8. November 2018

„Die Königsdisziplin der Liebe“

Warum es sich lohnt, sich selbst, den Partner oder die Idee einer romantischen Liebe loszulassen.

If you love something, set it free! If it comes back, it’s yours. If it doesn’t, it never was. (Wenn Du etwas liebst, lass es frei. Wenn es zurückkommt, ist es Deins. Wenn nicht, war es niemals Deins.)

Dieses englische Sprichwort ist ebenso romantisch wie einleuchtend. Loslassen wäre demnach die Königsdisziplin der Liebe.

Allerdings wird die Sache schnell kompliziert, wenn wir überlegen, auf welche Weisen wir etwas oder jemanden loslassen können. Loslassen kann sowohl fallen lassen als auch gehen oder gar fliegen lassen bedeuten.

mehr:
- Loslassen in der Liebe – „Die Königsdisziplin der Liebe“ (Markus Tiedemann, Frankfurter Rundschau, 19.06.2015)
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siehe auch:
- Liebe ist … (Post, 01.04.2008)

STING - If You Love Somebody (Set Them Free) {4:37}   Interpretation (unleashingu.com)

MUSIC FOR YOU
Am 21.06.2011 veröffentlicht 
THE BRAND NEW DAY TOUR live, STING (The Universal Amphitheatre - 2000)
STING - guitars/vocals
Dominic Miller - guitars
Manu Katché - drums
Jason Robello - piano/clavinet
Kipper - keyboards/drum programming
Stevie Wonder - harmonica
Chris Botti - trumpet
Mohamed Khelifati - vocal
Abdel Nasser Haoua - darabukka
Mejdoub Ftati - violin
Lorraine Barnes - backing vocals
Mandy Lecointe - backing vocals
Samantha Swaby - backing vocals

Sting, Bruce Springsteen - Every Breath You Take (Live) {7:25}     Interpretation (Songlexikon. com, quora.com)

StingVEVO
Am 23.07.2018 veröffentlicht 
Sting performs "Every Breath You Take" with Bruce Springsteen http://vevo.ly/aaUpsT
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I'm So Happy I Can't Stop Crying Live. Sting and Ross Viner {7:43}

policegal
Am 11.07.2006 veröffentlicht 
Great hilarious video from some guy who sang with him. www.brushwithfame.com
Sting pulls guy (Ross Viner) up from audience to sing with him.
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Dienstag, 6. November 2018

Am Eingang zur Gaskammer stand »Brausebad«


Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache.
[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen 109 (1953, posthum), zu finden bei geocities.jp]


Wie ließen sich mit so wenigen Mitteln so viele Menschen beherrschen?

Der folgende Text ist eine überarbeitete Fassung eines Vortrags, den ich im September 2016 auf der Ferienuni Kritische Psychologie an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin hielt. Die Ferienuni ist eine Initiative von Studierenden der Psychologie und Sozialwissenschaften, die sich für eine Woche ihren eigenen Lehrplan zusammenstellen. Dabei kommen Themen auf die Tagesordnung, die im regulären Hochschulbetrieb außen vor bleiben.

Mich interessierte die Frage, wie die Konzentrationslager der Nazis psychologisch so organisiert waren, dass es kaum zu Fluchtversuchen oder gar Aufständen der Gefangenen kam. Dabei verschlechterten sich die Bedingungen im Laufe des Zweiten Weltkriegs, der sich für Nazideutschland schlecht entwickelte, dramatisch. Der Krieg an mehreren Fronten band immer mehr Ressourcen, während das Elend der Gefangenen im Inneren ins Unermessliche stieg. Deshalb sollte man eigentlich eine Zunahme der Widerstandshandlungen erwarten.

Das KZ Dachau verdient besonderes Interesse, weil die Nazis dort schon sehr früh Oppositionelle einsperrten und es als einziges der frühen Lager bis zum Kriegsende bestand. Es war der Ort, an dem die perverse Psychologie von Überwachen und Bestrafen ausgefeilt und dann in die zahlreichen anderen Lager "exportiert" wurde. Es kann auch heute noch dank der Gedenkstätte besucht werden.

Der Vortrag, den ich am Morgen des 15. September 2016 in einem prall gefüllten Saal hielt, hat sich mir auch deshalb im Gedächtnis eingeprägt, da am Nachmittag eine kleine Gruppe von NPD-Mitgliedern am Platz gegenüber der Hochschule eine Kundgebung abhielt. Berlin befand sich im Kommunalwahlkampf.

Nach dem Vortrag darüber, was der Menschenhass in Deutschland schon einmal angerichtet hatte, standen also schon wieder neue Menschenhasser vor der Tür. Die kleine Gruppe wurde aber sehr schnell von hunderten Besuchern der Ferienuni eingekreist und schließlich von der Polizei in Sicherheit gebracht. Die NPD erhielt drei Tage später bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 0,6% der Stimmen.

Es gibt historisch ausführlichere Untersuchungen zu den Konzentrationslagern. Der folgende Text erhebt für sich nicht den Anspruch, einen Beitrag zur Geschichtswissenschaft zu liefern. Stattdessen sollen einige Aspekte der psychologischen und soziologischen Organisation der Nazi-Diktatur und des SS-Staats einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.

mehr:
- Zur Psychologie des KZ Dachau (Stephan Schleim, Telepolis, 05.11.2018)

KZ Dachau - (Kurz-)Dokumentation | german/deutsch [HD] {10:28}

hasan çankaya
Am 29.05.2016 veröffentlicht 
Konzentrationslager (KZ) Dachau - Sie sehen eine (Kurz-)Dokumentation über das KZ Dachau. Die wichtigsten Infos wurden herausgesucht und mit zum Teil

American Army troops entering area of Dachau Concentration Camp, Dachau, Germany,...HD Stock Footage {1:04}

CriticalPast
Am 29.03.2014 veröffentlicht 
Link to order this clip:
http://www.criticalpast.com/video/656...
Historic Stock Footage Archival and Vintage Video Clips in HD.
American Army troops entering area of Dachau Concentration Camp, Dachau, Germany, near end of World War II
U.S. troops of the 45th Division, 157th Infantry Regiment,3rd Battalion, I Company,entering the area of Dachau concentration camp, in the final days of World War 2. They are seen escorting German prisoners of war, with their hands raised, along a railroad siding. U.S. troops in front of a railroad train of boxcars. A dead German soldier, face down on the ground. The U.S. troops follow the railroad track into area of buildings. One fires a browning automatic rifle from an elevated walkway.Others hunker down behind the walkway wall. U.S. rifleman fires on a roadway. Surrendering German soldier, carrying a white flag, is attacked by a concentration camp inmate, as several other liberated inmates stand nearby with U.S. soldiers, watching. Location: Dachau Germany. Date: April 30, 1945.
Visit us at www.CriticalPast.com: 57,000+ broadcast-quality historic clips for immediate download. Fully digitized and searchable, the CriticalPast collection is one of the largest archival footage collections in the world. All clips are licensed royalty-free, worldwide, in perpetuity. CriticalPast offers immediate downloads of full-resolution HD and SD masters and full-resolution time-coded screeners, 24 hours a day, to serve the needs of broadcast news, TV, film, and publishing professionals worldwide. Still photo images extracted from the vintage footage are also available for immediate download. CriticalPast is your source for imagery of worldwide events, people, and B-roll spanning the 20th century.

Audio: Das Böse und die Verantwortung. Hannah Arendt über Adolf Eichmann {53:05}

VolkswagenStiftung
Am 25.11.2016 veröffentlicht 
Diesen Impulsvortrag hielt Prof. Dr. em. Antonia Grunenberg, Gründerin des Hannah-Arendt-Zentrums (Universität Oldenburg), im Rahmen der Veranstaltung Herrenhausen EXTRA "Hannah Arendt - Welche Gestalt hat das Böse?" am Freitag, 28. Oktober 2016 im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover. Im Anschluss wurde ein Film aus dem Jahre 2012 über Hannah Arendt gezeigt.
Bild: Studentenausweis von Hannah Arendt, Heidelberg 1926 (Foto: Universitätsbibliothek Heidelberg)
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Sonntag, 14. Oktober 2018

Die Bedeutung der exekutiven Funktionen

Die Fähigkeit sich selbst zu regulieren stellt eine wichtige Basiskompetenz für das Leben in der Gesellschaft und das Erreichen der eigenen Ziele dar. Besonders kleineren Kindern fällt es jedoch schwer, an einer Sache dran zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen, sich Regeln zu merken, mit ihren Gefühlen angemessen umzugehen oder sich in andere hineinzuversetzen. Exekutive Funktionen liegen diesen Dingen zugrunde. Mit ihnen steuern wir unsere Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen. Sie entwickeln sich vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter.

Zahlreiche Studien zeigen, dass die exekutiven Fähigkeiten bereits frühzeitig gefördert werden können und einen weitreichenden Einfluss auf die sozial-emotionalen Kompetenzen des Kindes sowie seinen schulischen Erfolg haben (Rhoades et al. 2009). Es zeigt sich, dass dem pädagogischen Setting im Kindergarten und dem Handeln der Fachkräfte im Hinblick auf die Entwicklung der exekutiven Fähigkeiten eine besondere Bedeutung zukommt.

Im folgenden Beitrag wird zunächst die Begrifflichkeit der exekutiven Funktionen, ihre Entwicklung sowie ihre lebenslange Bedeutung beschrieben und abschließend mit dem Blick in die Praxis die alltagsintegrierte Förderung des exekutiven Systems betrachtet.

mehr:
- Die Bedeutung der exekutiven Funktionen und ihre alltagsintegrierte Förderung im Kindergarten (Carmen Deffner, Sabrina Braunert, Katrin Hille in: Martin R. Textor, Antje Bostelmann [Hrsg.], Das Kita-Handbuch, gefunden auf Kindergartenpaedagogik.de, undatiert)

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Zu den exekutiven Funktionen zählen unter anderem:
  • das Setzen von Zielen,
  • strategische Handlungsplanung zur Erreichung dieser Ziele,
  • Einkalkulieren von Hindernissen auf dem Weg dahin,
  • bewusste Aufmerksamkeitssteuerung,
  • zielgerichtetes Beginnen, Koordinieren und Sequenzieren von Handlungen,
  • motorische Umsetzung, Beobachtung der Handlungsergebnisse und Selbstkorrektur.
Es handelt sich also um die höheren mentalen und kognitiven Prozesse, die der Selbstregulation und zielgerichteten Handlungssteuerung des Individuums in seiner Umwelt dienen. Die EF können zusammenfassend als diejenigen psychischen Fähigkeiten verstanden werden, „die der Ausführung von Handlungen unmittelbar vorangehen oder sie begleiten.“[3] Auch Selbstmotivation, die Willensbildung (Volition) und der Anstoß zum Beginnen einer Handlung (Initiative) werden den exekutiven Funktionen zugerechnet.
Die exekutiven Funktionen sind überall im Alltag von zentraler Bedeutung: Sie sind unverzichtbar für eine eigenständige Lebensführung und machen Selbstdisziplin, gutes Zeitmanagement, Umsetzungsstärke und Belohnungsaufschub erst möglich.
[Exekutive Funktionen, Beschreibung, Wikipedia, abgerufen am 14.10.2018
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siehe auch:
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ADHS und Partnerschaft – was ADHS’ler sich von ihren Partnern wünschen

Vor einigen Tagen war ich auf einer sehr interessanten Veranstaltung, von der ich die heutigen Gedanken zum Thema ADHS und Partnerschaft mitgebracht habe.

Die Schön Klinik in Bad Bramstedt hat einen ADHS-Schwerpunkt für Erwachsene und veranstaltet mehrmals im Jahr eine offene Austauschrunde ADHS-Trialog zu Themen rund um ADHS, zu der sich ADHS’ler, Angehörige und Facheute treffen. Das Thema des letzten Trialogs hieß „Leitfaden für Angehörige/Partner zum Umgang mit ADHS’lern“. Schwerpunkt des Abends war das Thema ADHS und Partnerschaft. Es war eine sehr interessante und große Runde mit ca. 60 Teilnehmern und regen Diskussionen.

Der leitende Psychologe der Klinik, Roy Murphy, leitete und moderierte die Gesprächsrunde und eine seiner Fragen war: „Welche Erwartungen haben ADHS’ler an ihre Partner?“ Die gesammelten Erwartungen habe ich Ihnen hier mitgebracht.

mehr:
- ADHS und Partnerschaft – was ADHS’ler sich von ihren Partnern wünschen (Birgit Boekhoff, adhs-Trainerin.de, September 2016, beachte auch die Kommentare!)

siehe auch:
- ADHS & Partnerschaft (ADHS-Ratgeber)
- adhspedia
- Wie eine Beziehung funktioniert, wenn dein Partner ADHS hat (Fiona Rohde, Gofeminin, 12.07.2017)
- Die Bedeutung der exekutiven Funktionen (Post, 06.10.2018)
- 30 Jahre Aufmerksamkeitsstörung ADHS (03.08.2017)
- Informationsbroschüre ADHS und Partnerschaft (ADHS Deutschland e.V., November 2015, PDF)
- 20 Dinge, die du wissen musst, wenn du einen Menschen mit ADHS liebst (Lisa Meyerhofer, Huffington Post, 03.06.2015)
- ADHS-Coach oder Super Nanny? (Martin Winkler, ADHS-Spektrum, 30.03.2012)
- DD zur Borderline-Persönlichkeitsstörung (Andreas Gschwind, Klinik Sonnhalde, 12.03.2015, PDF einer PP-Präsentation, S. 7+8)
- ADHS – Psychodynamik (Post, 09.08.2008)

Samstag, 13. Oktober 2018

Immer vernetzt – Wenn das Gehirn überfordert ist

Smartphones, Computer, Tablets digitale Geräte durchdringen heute alle Lebensbereiche des modernen Menschen. Diese permanente Informationsüberflutung gilt besonders in der Arbeitswelt als ein Auslöser für mentale Erschöpfung und Stress. Basierend auf unterschiedlichen Untersuchungen beleuchtet die Dokumentation die Risiken der digitalen Vernetzung.
mehr:
- Immer vernetzt Wenn das Gehirn überfordert ist (Arte, 13.10.2018, 22:55h)
52 Min. Verfügbar von 06/10/2018 bis 11/12/2018
Live verfügbar: ja
Nächste Ausstrahlung am Samstag, 13. Oktober um 22:55

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Immer vernetzt - Wenn das Gehirn überfordert ist - Arte Doku 2016 HD {2:10:01}

仲志闕
Am 05.02.2018 veröffentlicht 
Die Hälfte der Weltbevölkerung surft heute im Internet, täglich tauschen wir über digitale Geräte riesige Datenmengen aus. EMails, Blogs und soziale . Die Hälfte der Weltbevölkerung.
Wahrnehmung von Zeit stößt auf ihre Grenzen und ist ein unbegreifliches Phänomen. Ein grundsätzlicher Unterschied zum Raum ist doch auch, dass man sich . Im Kosmos tritt der Zusammenhang.
Die Hälfte der Weltbevölkerung surft heute im Internet, täglich tauschen wir über digitale Geräte riesige Datenmengen aus. E-Mails, Blogs und soziale . Die Hälfte der Weltbevölkerung.
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Donnerstag, 11. Oktober 2018

Der Wert des Reinen Beobachtens für die Formung des Geistes

Ein großer Teil des Leidens in der Welt entsteht nicht so sehr durch bewußte Schlechtigkeit als durch Unachtsamkeit, Unüberlegtheit, Voreiligkeit und Unbeherrschtheit. Ein einziger Moment der Besinnung würde oft genügen, um eine weitreichende Verkettung von Un­heil oder Schuld zu verhindern. Hier gilt wahrlich: Zeit gewonnen, alles gewonnen! Das Innehalten, an das man sich durch die Haltung des Reinen Beobachtens gewöhnt, ermöglicht es nun, eben jenen entscheidenden Moment zu erfassen und gleichsam festzuhalten, wo der Geist noch formbar ist, sich noch nicht festgelegt hat. Denn das Reine Beobachten verlangsamt oder hemmt den Übergang von der rezeptiven zur aktiven Geisteshaltung und gibt so der Entscheidung eine längere Frist. Solche Verlangsamung ist von großer Wichtigkeit, so lange das Unheilsame und nicht das Heilsame im menschlichen Geiste eine starke Spontaneität besitzt und sich unmittelbar durchzusetzen sucht. Durch das Innehalten wird Voreiligkeit in Wort und Tat verhindert, und weises Überlegen und Selbstkontrolle werden sich besser durchsetzen können. Wenn unerwünschte und unüberlegte Reaktionen sich dann nicht mehr so häufig und gewohnheitsmäßig einstellen, wird dadurch die Formbarkeit und Zugänglichkeit des Geistes beträchtlich wachsen.

Das Reine Beobachten gibt uns ferner Zeit für die Überlegung, ob in der gegebenen Situation überhaupt eine Aktivität oder Stellungnahme erforderlich oder ratsam ist.Besonders das Abendland zeigt eine allzu schnelle Bereitwilligkeit zu unnötigem und unerbetenem Eingreifen und Sich-Einmischen. Hierin liegt eine weitere vermeidbare Ursache vielen Leides und vieler überflüssiger Komplikationen des inneren und äußeren Lebens. Reines Beobachten führt zur Entwöhnung davon und, durch den sich daraus ergebenden Fortfall unnötiger Spannungen, wiederum zu einer größeren Bildsamkeit des Geistes.

Das Reine Beobachten richtet sich auf die Gegenwart und lehrt, was so viele nicht mehr können, bewußt in der Gegenwart zu leben. Wachsam auf seinem Auslug, läßt es die Dinge aus der Zukunft auf sich zukommen, zur Gegenwart werden und in die Vergangenheit entgleiten, ohne an ihnen zu haften. Wieviel Energie wird verschwendet durch fruchtloses Zurücksehnen nach der Vergangenheit, durch ein sinnlos-geschwätziges «Wiederkäuen» (in Wort oder Gedanke) all ihrer Banalitäten sowie durch vergebliche Reue! Wie viele Kräfte werden vergeudet durch Gedanken an die Zukunft, wie Hoffen und Planen, Fürchten und Sorgen! Auch dies ist wieder eine der durch das Reine Beobachten vermeidbaren Quellen des Leids und der Enttäuschung. Indem das Reine Beobachten uns immer wieder auf die Gegenwart verweist, bringt es uns wieder in den Besitz unserer Freiheit, die nur in der Gegenwart zu finden ist.8

Die Gedanken an Vergangenheit und Zukunft bilden auch ein Hauptmaterial für das halbbewußte Tagträumen, dessen zähklebrige Gedankenmasse den engen Raum des gegenwärtigen Bewußtseins verstopft und keine Möglichkeit zu seiner Formung gibt, ja es immer formloser macht. Diese Tagträume sind auch ein Haupthindernis der Konzentration. Ein Mittel, ihnen zu entgehen, ist die sofortige Hinwendung zum Reinen Beobachten, sobald keine Notwendigkeit oder kein Impuls zu zielgerichtetem Denken oder Handeln besteht und somit ein geistiges Vakuum droht, dessen sich diese Tagträume gern bemächtigen. Sind sie bereits aufgetreten, so braucht man sie nur selber zum Gegenstand der Beobachtung zu machen, um ihnen ihre den Geist entkräftende Wirkung zu nehmen und sie zu vertreiben. Dies ist auch ein Beispiel für jene «Verwandlung von Meditations-Störungen in Meditations-Objekte», von der später gesprochen werden soll.

aus: Nyanaponika, Geistestraining durch Achtsamkeit (Buddhistische Handbibliothek, Verlag Beyerlein & Steinschulte, S. 35f.)
siehe auch:
- Der Wert des Reinen Beobachtens für die Erkenntnis (Post, 24.09.2018)
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