Donnerstag, 27. November 2014

Depression: Robin Williams – ein Feigling?

Ein US-Moderator bezeichnete Schauspieler Robin Williams nach seinem Tod als Feigling. Das erzürnt Menschen, die selbst von Depressionen betroffenen sind. Eine von ihnen spricht über ihren Leidensweg.

Schauspieler Robin Williams litt an Depressionen, nun nahm er sich das Leben. Bereits kurz nach dem Bekanntwerden seines Todes kursierten im Internet Verunglimpfungen des US-Stars, ein Moderator von Fox News nannte den Verstorbenen in einer TV-Sendung gar einen "Feigling". Anke Schulz* hat selbst unter einer Depression gelitten und wurde wütend: Bei Twitter veröffentlichte sie einen schonungslosen Text über den Kampf mit ihrer Depression. Im Interview spricht sie über die größten Missverständnisse und ihre Rettung.
mehr:
- "Schäm dich nicht, und hol dir Hilfe" (Jonas Hermann, Die Welt, 13.08.2014)


Mittwoch, 26. November 2014

Den Atem im täglichen Leben nutzen

Thich Nhat Hanh ist derjenige Meister im Westen, der am meisten darüber gelehrt hat, wie man den Atem im täglichen Leben nutzen kann. Seine Bücher sind voll von praktischen Hinweisen. Buddhadasa sprach weniger vom täglichen Leben. Um sie nicht zu überfordern, empfehle ich meinen neuen Schülern, die Achtsamkeit zunächst nur in einer routinemäßigen Tätigkeit pro Tag zu entwickeln. Das kann alles sein: Duschen, Rasieren, Frühstück-Zubereiten, Frühstücken (jede Mahlzeit, die Sie stets allein essen, ist gut zum Üben geeignet). Wenn Sie sich dieser Tätigkeit hingeben und damit gute Erfahrungen machen, ermutigt Sie das dazu, auch anderen Situationen mit Achtsamkeit zu begegnen.
Die Methode dient nicht dazu, eine Art von Hyper-Aufmerksamkeit zu entwickeln. Sie soll sicherlich nicht Ihren Streß erhöhen, was immer Sie auch tun. Vielmehr sollte die Achtsamkeit, so wie es in der Sitzpraxis der Fall ist, zusätzliche Anstrengung eliminieren und die Aktivität leichter machen. Der Grundgedanke besteht darin, eine sanfte Aufmerksamkeit in das hineinzutragen, was Sie gerade tun, damit Sie dieses tun und nichts anderes.
Einer der besten Wege, Achtsamkeit zu üben, besteht darin, alle Arten zu sehen, wie Sie nicht achtsam sind – zu sehen, daß Sie nicht achtsam sind, während Sie das Bett machen, Ihren Tag planen, über etwas nachdenken, das gestern geschehen ist, oder sich in eine Phantasie verlieren. Genauso, wie Sie es tun, wenn Sie sitzen, sehen Sie einfach nur, daß Sie abgeschweift sind, und ohne daß Sie sich in irgendeiner Weise verurteilen, kommen Sie zurück zu der Tätigkeit des Bettenmachens, mit dem Atem im Hintergrund, wenn Ihnen das hilft. Tun Sie das so oft, wie Sie es tun müssen, ohne sich Sorgen darüber machen, wie gut Sie sind. Wenn Sie ihrer Unaufmerksamkeit auf diese Weise gewahr werden, wird das langsam eine Veränderung bewirken.
Manche Schüler mißverstehen die Anweisung, den Atem den ganzen Tag lang zu nutzen. Sie geben ihm ein unangemessenes Maß an Aufmerksamkeit, was so weit führen kann, daß sie weniger aufmerksam für die Welt um sie herum sind. Sie unterhalten sich mit einem Freund, und die Person fragt sie, ob sie überhaupt zuhören. „Na ja, nicht ganz“, erwidern sie. „Eigentlich habe ich auf meinen Atem geachtet.“ Das ist nicht der Sinn der Sache. Der Atem ist ein Tor zum gegenwärtigen Augenblick, und er soll unsere Achtsamkeit für ihn vergrößern, nicht verkleinern.
Es gibt Zeiten während des Tages, zu denen Sie Ihre Aufmerksamkeit nahezu ausschließlich der Atmung widmen können. Sie mögen auf einen Aufzug warten oder auf einen Schalterangestellten, um ein Formular in einem Büro auszufüllen, oder für einen Film anstehen. Für die meisten Menschen sind diese Momente verlorene Zeit, und sie werden in solchen Momenten noch zerstreuter und weniger präsent. Doch wenn Sie Ihre Achtsamkeit der Atmung zuwenden, selbst wenn es nur für wenige Atemzüge ist, dann können Sie ruhiger und zentrierter werden. Sie kommen mit einer gewissen Energie in Berührung, und aus dieser Begegnung gehen Sie erfrischt hervor.
Wir können all diese Momente, die wir üblicherweise als lästig ansehen, derart nutzen. Thich Nhat Hanh spricht davon, daß auch eine rote Ampel zu einer Achtsamkeitsglocke, wie sie in Klöstern angeschlagen wird, für uns werden kann. An vielen Orten, wo Buddhismus praktiziert wird, wird während der Arbeitsperioden in unregelmäßigen Abständen eine Glocke geschlagen, um die Leute zum gegenwärtigen Moment zurückzubringen. Die Übenden unterbrechen dann das, was sie gerade tun, für einen Zeitraum von drei Atemzügen, und kehren dann zu ihrer jeweiligen Arbeit zurück.

Viele Menschen reagieren verärgert, wenn sie vor einer roten Ampel anhalten müssen; das macht sie gereizt und ungeduldig. Aber es ist möglich, rote Ampeln als eine Gelegenheit zu nutzen, um zur Atmung zurückzukommen, sich zu zentrieren und sich davon erfrischen zu lassen (und sich daran zu erinnern, daß es sich nicht lohnt, derart in Eile zu sein). Auf die gleiche Weise können Sie das Läuten des Telefons benutzen. Lassen Sie es mehrere Male läuten, bevor Sie abheben, und richten Sie derweil Ihre Aufmerksamkeit auf die Atmung. Das wird nicht nur eine erholsame Pause für Sie sein (so daß Sie nicht immer automatisch auf äußere Reize reagieren und nach dem Telefon greifen, sobald es klingelt), sondern es wird Ihnen auch ermöglichen, in dem Gespräch, das Sie führen werden, stärker präsent zu sein.
In meinem Leben in Cambridge und Boston bin ich häufig mit der U-Bahn unterwegs. Viele Menschen behaupten, daß solche Begegnungen mit den Massen in öffentlichen Verkehrsmitteln sehr ermüdend und deprimierend sind. Ich aber lege oft lange Strecken damit zurück und nutze diese Gelegenheiten zum Meditieren: keine besonderen Gewänder, kein Kissen, keine Glocken oder Räucherstäbchen, nur ein Mann, der in einer U-Bahn sitzt. Ich lenke die Aufmerksamkeit auf die gegenwärtige Erfahrung und lebe diese Momente. Es ist überhaupt nicht deprimierend. Zeitspannen, die wir normalerweise verabscheuen, etwa das Warten am Flughafen oder beim Zahnarzt, können wir auf die gleiche Weise nutzen. Es gibt wirklich keine Zeit, die verloren sein muß. Mit Achtsamkeit können Sie Leben in alle diese Momente bringen.
Ich liebe es, zur Körperertüchtigung zu Fuß zu gehen, und meine Wege durch die Stadt sind für mich wundervolle Gelegenheiten, Achtsamkeit zu üben. Jedes Gehen kann eine Gehmeditation sein. Sie konzentrieren sich auf Ihre Schritte, auf Ihre Körperempfindungen oder auf den Atem selbst, was immer Ihnen hilft, in der Gegenwart zu sein. Während langer Spaziergänge beobachte ich häufig meinen Geist (neunte Kontemplation), was schon immer eine meiner Lieblingsübungen war. David Guy, der an diesem Buch mitgearbeitet hat, schwimmt zur Körperertüchtigung und findet darin eine ausgezeichnete Gelegenheit für die Übung von Achtsamkeit. Jede Art von körperlicher Tätigkeit, sei es Blätter fegen oder Rasen mähen, eignet sich.



(aus Larry Rosenberg, Mit jedem Atemzug, Arbor Verlag, Freiamt, 2. Auflage 2007, S. 226 f.)


Dienstag, 25. November 2014

Suizid ist männlich

Suizid Saskia Jungnikl hat ein Buch über das stille Leid einer Generation geschrieben. Ihr Vater erschoss sich mit 67

Etwa zwei Drittel aller Männer, die vorhaben, sich das Leben zu nehmen, „gehen kurz vor ihrem Suizid zu einem Arzt. Meist unter einem Vorwand wie dem einer Vorsorgeuntersuchung.“ So schreibt es die österreichische, in Hamburg lebende Autorin Saskia Jungnikl in ihrem gerade erschienenen Buch über die Selbsttötung ihres Vaters. „Sie hoffen, dass der Arzt zu ihnen sagt, es muss Ihnen doch furchtbar gehen, kann ich Ihnen helfen, kann ich etwas für Sie tun?“

Auch Jungnikls Vater Erhard besucht noch einmal seinen vertrauten Hausarzt – bevor er sich erschießt. Der Arzt weint, als er davon erfährt, fassungslos, einen seiner heitersten Patienten verloren zu haben. So hatte der Mann jedenfalls immer auf ihn gewirkt. Aber Erhard Jungnikl stirbt in jener Nacht im Jahr 2008, und zwar in der Nacht, in der sein ältester Sohn 30 Jahre alt geworden wäre. Der Sohn ist zuvor an einer Embolie gestorben.

Mit seinem Suizid hinterlässt der Familienvater eine Ehefrau und drei noch lebende Kinder, außerdem rund 7.000 Bücher, zwei vollgestopfte Arbeitszimmer, ein Tonstudio, eine riesige Plattensammlung, ungezählte technische Geräte, Musikinstrumente, Zeitschriften, Fotos und Dokumente. Er war Rock-’n’-Roll-Fan, evangelischer Lektor, Schafzüchter, ein Vorbild für viele, mit Depressionen, vielen Talenten und einem nie zu stillenden Interesse an seiner Umwelt. Er wurde 67 Jahre alt.

mehr:
- Traurig schweigt der Mann (der Freitag, 24.11.2014)
Selbsttötung in der Statistik:
Jedes Jahr sterben etwa 10.000 Menschen in Deutschland durch Suizid, rund 70 Prozent davon sind Männer. Dabei sind die Zahlen hierzulande seit den 80ern generell rückläufig. Das ist vermutlich auf eine bessere psychosoziale Versorgung und Enttabuisierung zurückzuführen. Weltweit nehmen sich jedes Jahr rund 800.000 Menschen das Leben. International betrachtet ist bei Männern jeder zweite gewaltsame Tod auf Selbsttötung zurückzuführen. Kommt eine Frau gewaltsam ums Leben, handelt es sich in 70 Prozent der Fälle um Suizid.

Bei alten Menschen liegt die Dunkelziffer wohl viel höher als die offiziellen Zahlen, auch die Zahl der Suizidversuche ist Schätzungen zufolge bis um das Zehnfache größer. Unter den 14- bis 29-Jährigen ist Selbsttötung die zweithäufigste Todesursache (nach Verkehrsunfall). Das deutsche Suizidpräventionsprogramm, eine Kooperation des Bundesgesundheitsministeriums und der Weltgesundheitsorganisation WHO, nennt Diskriminierung als einen der wichtigsten Risikofaktoren. Neben Männern seien vor allem „Menschen im höheren Lebensalter, Menschen mit gleichgeschlechtlicher Orientierung und junge Frauen mit Migrationshintergrund“ gefährdet.
 
- Zum Tod von L’Wren Scott „Ich wünschte, sie hätte um Hilfe gebeten“ (Norbert Kuls, FAZ, 18.03.2014)

mein Kommentar:
Wie soll jemand, der sich nicht wert fühlt, anderen zur Last zu fallen, um Hilfe bitten?

- „Keiner bringt sich gerne um!“ (M- Wolfersdorf, P. Brieger, Nervenheilkunde 6/2015, Schattauer)

Montag, 17. November 2014

Die Gesetze der Anziehung zwischen Mann und Frau

Die Attraktivität eines Menschen ist nicht subjektiv – zumindest nicht die weibliche. Was Frauen schön wirken lässt, folgt universellen Gesetzen. Über die Schönheit der Männer debattieren Forscher.

Es gibt einen Satz, der unter Forschern, die sich mit der Schönheit des Menschen befassen, als absolut gesichert gilt. Wem die Gerechtigkeit der Welt, die Gleichheit aller Menschen ein Anliegen ist, der muss jetzt stark sein. Der Satz lautet: "Attraktivität liegt definitiv nicht im Auge des Betrachters."

Lars Penke sagt diesen Satz zu Beginn des Gesprächs über die Schönheit. Penke ist Professor für Biologische Persönlichkeitspsychologie an der Universität Göttingen, eins seiner Themen ist die Attraktivitätsforschung. Schönheit ist leider nicht subjektiv, sondern hat einen Wert, der in Studien gemessen werden kann, auf allen Kontinenten, in allen Gesellschaften kommen in etwa die gleichen Ergebnisse heraus. Zumindest, wenn es darum geht, was Menschen an Frauen schön finden. Was die Schönheit der Männer ausmacht, dazu besteht noch Forschungsbedarf.

mehr:
- Die Gesetze der Anziehung zwischen Mann und Frau (Welt, 16.11.2014)


Sonntag, 16. November 2014

Von einem der größten Mathematiker zum Esoteriker

Wer pittoreske Anekdoten liebt, ist wohl beraten, sich mit der Geschichte der Mathematik zu beschäftigen. Da wäre Pierre Fermat, der die Jagd auf das berühmteste Problem der Zahlentheorie eröffnete, indem er an den Rand eines Buches kritzelte, dass er einen Beweis habe, aber leider reiche der Platz nicht, ihn hier niederzuschreiben (der Beweis konnte bekanntlich erst rund 350 Jahre später geliefert werden); da wäre Évariste Galois, der mit zwanzig Jahren am frühen Morgen des 31. Mai 1832 bei einem Duell starb, nachdem er die Nacht damit zugebracht hatte, fieberhaft unter anderem seine mathematischen Ideen niederzuschreiben (seine Galois-Theorie erlaubte endlich den Beweis, dass die Winkeldrittelung und die Würfelverdopplung mit Lineal und Zirkel nicht durchführbar sind). Da wäre Grigori Perelman, der die Poincaré-Vermutung bewies, aber weder das Preisgeld in Höhe von einer Million Dollar haben wollte noch die Fields-Medaille (das Nobelpreis-Äquivalent der Mathematiker). Aber kein Mathematiker hinterließ einen reicheren Schatz an Anekdoten, als der am 13. November verstorbene Alexander Grothendieck.

Nicht nur das Leben, sondern bereits Herkunft und Kindheit von Grothendieck waren von Gegensätzen geprägt. Sein Vater Alexander Schapiro stammte aus ultraorthodox-jüdischer Familie, wurde Anarchist, verbrachte mehr als zwölf Jahre in zaristischen Kerkern, verlor dabei einen Arm und floh schließlich nach Berlin, wo er Johanna Grothendieck kennenlernte und seinen Sohn Alexander zeugte, den späteren Mathematiker. Der Vater und die Mutter gingen nach der Machtergreifung erst nach Frankreich, dann ins republikanische Spanien. Nach Francos Sieg kehrten sie nach Frankreich zurück. Von dort aus wurde Alexander Schapiro 1942 nach Auschwitz verschleppt, wo man ihn ermordete.

mehr:
- Von einem der größten Mathematiker zum Esoteriker (Telepolis, 16.11.2014)
Jahrhundert-Mathematiker Grothendieck in Südfrankreich gestorben (ZEIT, 14.11.2014)
Mathematik - In höheren Dimensionen (ZEIT, 28.03.2008) siehe auch die Kommentare
Jahrhundert-Mathematiker Grothendieck gestorben (Welt, 14.11.2014) 
- Wer ist Alexander Grothendieck? (Scharlau Online, Datum unbekannt) 
Alexander Grothendieck 1928-2014 (Thilo, Science Blogs, 14.11.2014) 
Alexander Grothendieck: hommage zum 80. Geburtstag (Weingut Lisson, 30.03.2008
Alexander Grothendieck † (Matroids Matheplanet, 14.11.2014
Geometrie und Revolte – Die radikale Wende im Leben des Mathematikers Alexander Grothendieck (Agnes Handwerk, Deutschlandradio Kultur, 26.03.2008
- Colloque Grothendieck (Winfried Scharlau, Video erfaßt am 14.01.2009, an dieser Stelle noch mehr Links zu IHES-Vorträgen über Grothendieck)

Alexander Grothendieck, sur les routes d'un génie. [1:57]

Veröffentlicht am 24.09.2013
Bande annonce du documentaire réalisé par Catherine Aira et Yves Le Pestipon.
The documentary is available with english subtitles.
To buy DVD use this link:
http://www.lastree.net/log/2014/06/gr...
DVD en vente , in sale : catherine.aira@gmail.com

Grothendieck est un inconnu célèbre qui fait infiniment parler, surtout depuis son silence. Ce très grand mathématicien de la seconde moitié du vingtième siècle a interrompu ses recherches pour émettre une protestation éthique, puissamment visionnaire contre les conditions actuelles de la science, et, plus largement, contre l'homme tel qu'il semble se corrompre. Il s'est retiré du monde. Le film vise à montrer les effets de ce retrait sur des individus divers, qui sont des mathématiciens, des paysans, des poètes, des aventuriers de la spiritualité...Loin de faire un portrait en pied du grand homme, il met en œuvre les recherches hasardeuses qui ont mené quelques individus vers Grothendieck, dont ils ne savaient d'abord rien, et dont le retrait et la puissance ne cessent de les interroger. La France actuelle, l'histoire de l'Europe, le statut de la science, la question de la fin des temps se trouvent embarqués dans cette quête.

Durée ; 52 mn
Réalisation : Catherine Aira avec l'aide d'Yves Le Pestipon
Producteur : K productions
Principaux intervenants : Pierre Cartier, Denis Favennec, Yves Le Pestipon, Pierre Lochak, Jean-Paul Malrieu, Jean-Pierre Nizet, Max Pelous, Emmanuel Riboulet, Winfried Scharlau, Leila Schneps...
Musique : François Remigi du groupe Abberline

Alexandre Grothendieck: On the Paths of a Genius

Grothendieck is an illustrious unknown who makes himself talked about to an infinite
extent, especially since his silence. This very great mathematician of the second half of the
twentieth century interrupted his research to make a powerfully visionary moral protest against the current conditions of science, and more broadly against the corrupted state of mankind. He withdrew from the world.
The film aims to show the effects of this withdrawal on various individuals:
mathematicians, peasants, poets, and spiritual adventurers. Far from painting a full-length
portrait of the great man, it depicts the chance discoveries that led them to Grothendieck, a man of whom they initially knew nothing, and whose self-imposed seclusion and power has never ceased to intrigue them. The current state of France, the history of Europe, the place of science in the world, and the question of the end of time are all implicated in their quest.
The film has already had successful showings in universities, at the Novela science
festival, on Toulouse television, and elsewhere. It will soon be shown in Nantes, Toulouse,
Montpellier, and Montreal.
The trailer is here: http://www.youtube.com/watch?v=UO5Kgn...
For all information contact Catherine Aira at:
catherine.aira@gmail.com
Or Yves Le Pestipon: y.lepestipon@free.fr
Length: 1 hour, 40 minutes.

Alexandre Grothendieck dies at 86 - Alexandre Grothendieck meurt - RIP [2:24]

Veröffentlicht am 14.11.2014
Grothendieck, eccentric maths genius, dies in France
Phys.Org‎ - 2 hours ago
Alexander Grothendieck, one of the great eccentric geniuses of 20th century mathematics, has died in France at the age of 86.
Alexander Grothendieck has died | Hacker News
Hacker News - Y Combinator‎ - 15 hours ago
Alexander Grothendieck, 20th century's foremost maths genius, dead at 86
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Grothendieck, eccentric maths genius, dies in France
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Grothendieck 1928-2014 | Secret Blogging Seminar
sbseminar.wordpress.com/2014/11/13/groth­endieck-1928-2014/
16 hours ago - http://www.liberation.fr/sciences/201....


Ich möchte versuchen, die Ursachen für dieses abrupte Ende einer so erstaunlich fruchtbaren Karriere im Alter von 42 Jahren zu analysieren. Als Grund wurde angegeben, dass er entdeckt hatte, dass das Verteidigungsministerium das Institut finanziell unterstützt hatte [...] Um die Heftigkeit seiner Reaktion zu verstehen, muss man seine Vergangenheit und die politische Situation dieser Zeit in berücksichtigen. Er ist der Sohn eines militanten Anarchisten, der sein ganzes Leben der Revolution widmete. Es war ein Vater, von dem er nur wenig direkt wusste: Er kannte ihn hauptsächlich aus den vergötternden Erzählungen seiner Mutter. Seine ganze Kindheit lebte er als Ausgestoßener, und viele Jahre war er ein Flüchtling [displaced person], [...] Er fühlte sich immer unwohl, wenn er die „feineren“ Örtlichkeiten besuchte, und war viel ungezwungener unter den Armen und zu kurz Gekommenen. Die Solidarität mit den Ausgestoßenen hatte in ihm ein starkes Mitgefühl erzeugt. Er lebte nach seinen Überzeugungen, und sein Haus stand für Gestrandete immer weit offen. Schließlich kam es so weit, dass er Bures als einen goldenen Käfig ansah, der ihn vom wirklichen Leben fernhielt. Zu diesen Gründen kamen noch psychische Krisen, Zweifel an dem Wert seiner wissenschaftlichen Aktivitäten. Schon 1957, währen eines Bour-baki-Kongresses, vertraute er mir seine Zweifel an und sagte mir, dass er über andere Aktivitäten als Mathematik nachdächte.6 Man sollte vielleicht auch das wohlbekannte Nobelpreis-Syndrom in Betracht ziehen. Nach dem Moskauer Kongress, auf dem er die Fields-Medaille erhielt, arbeitete er an dem letzten (entscheidenden) Schritt zum Beweis der Weil-Vermutungen, und er begann vielleicht zu ahnen, dass es Deligne erfordern würde, um das Programm, das er für sich selbst aufgestellt hatte, im Jahr 1974 zu vollenden, und vielleicht ging ihm auch der fatale Gedanke durch den Kopf, dass im Alter von 40 Jahren die mathematische Kreativität nachlässt, dass der Zenith dann überschritten ist und dass er sich nur noch mit abnehmender Effizienz selbst wiederholen kann.
Der Zeitgeist hatte auch einen starken Einfluss. Das Desaster des Vietnam-Krieges von 1963 bis 1974 hatte viele Gewissen wachgerüttelt.


(P. Cartier, zitiert in Wer ist Alexander Grothendieck?, Scharlau Online, Datum unbekannt, sehr lesenswert!)

Samstag, 15. November 2014

Psychische Gewalt

Schlampe. Schwuchtel. Versager. Ein Wort kann wie ein Fausthieb sein. Wenn wir über Gewalt sprechen, meinen wir fast immer ihre körperliche Form. Ein Mensch kann einem anderen aber auch psychisch Gewalt antun. Ihn beleidigen, demütigen, erniedrigen. Und das hat oft schlimmere Folgen als Schläge oder Tritte.
Psychische Gewalt schlägt Wunden, die man zunächst nicht sieht. Und doch sind sie da. Zur Zeit bewegt das Foto-Projekt "Weapon of Choice" die Netzgemeinde. Der amerikanische Fotograf Richard Johnson macht die Grausamkeit der Worte sichtbar. Was wäre, wenn verbale Gewalt körperliche Spuren hinterlassen würde?

mehr:
Psychische Gewalt: Wenn Worte Leben zerstören (Huffington Post, 28.05.2014)


Montag, 10. November 2014

Eine negative Körperhaltung trübt den Blick für fröhliche Dinge und Ereignisse

Dass sich Gefühle und Stimmungen an der Mimik und Gestik ablesen lassen, ist keine neue Erkenntnis. Auch der Gang zeigt, ob jemand fröhlich oder traurig ist. Doch wie sieht es umgekehrt aus: Hat die Art zu gehen Einfluss darauf, ob negative oder positive Gefühle den Menschen und sein Handeln bestimmen?
Genau dieser Frage widmete sich eine Studie, bei der die Probanden durch die Bewegung ihres Körpers unbewusst unterschiedliche Stimmungen ausdrückten.

Zitat:
Die Studie belegt, dass eine permanente Negativhaltung einen positiven und optimistischen Blick auf die Welt kaum zulässt. Nach acht Minuten wurden die Teilnehmer gefragt, welche Begriffe sie sich gemerkt hatten. Die Probanden, die einen traurigen Gang zeigten und eine negative Körperhaltung einnahmen, merkten sich fast nur negative Begriffe. Die andere Gruppe hingegen behielt in erster Linie positive Worte im Gedächtnis.
mehr:
- Depressionen erkennt man am Gang! (Germanblogs, 09.11.2014)