Samstag, 7. November 2015

Der typische junge, erwachsene Smartphone-Nutzer


Der typische junge, erwachsene Smartphone-Nutzer sendet täglich 109,5 Textnachrichten und schaut zusätzlich etwa 60 Mal auf sein Telefon, um nachzusehen, was ein- gegangen ist. (aus: Lange M. 59 Percent of Tiny Children Use Social Media. New York Magazin. http://nymag.com/thecut/2014/02/over-half-kids-social-media-before-age-ten.html#, zit. in Smartphones, Angst und Stress, Manfred Spitzer, Nervenheilkunde, Heft 8, 2015)
siehe dazu auch:
- Langenscheidt-Verlag: "Smombie" ist Jugendwort des Jahres (Tagesschau, 13.11.2015)

Freitag, 6. November 2015

Magritte, ein Leben ungeheurer Anstrengung

RENE MAGRITTE, der surrealistische Maler aus Belgien, starb am 15. August 1967 in Brüssel ungefähr um 2 Uhr nachmittags in seinem eigenen Bett. Sein Leben war ein einziger Zustand ungeheurer Anstrengung, die darauf gerichtet war, unseren Sinn für das Alltäglich-Vertraute zu zerstören, unsere Gewohnheiten zu sabotieren und die reale Welt in Frage zu stellen. MAGRITTE hat immer versucht, im Konjunktiv zu leben, indem er alles, was geschehen könnte, als eine Konstruktion seines eigenen erfinderischen Willens betrachtete. Und wie BAUDELAIRE erschöpfte er schließlich seine eigene Luzidität.

Er litt an jenem "bizarren Übel", das zugleich die Ursache all seiner Krankheiten und seiner fortschreitenden Melancholie war: 'ennui' (Langeweile). Er erlebte es als metaphysische Kondition - nicht nur in seinen bewußten intellektuellen Zielen, sondern in seiner gesamten Haltung, in allem, was er in seinem Leben und seiner Arbeit war. Wenn es zum Malen kam, zeigte er eine fast konstitutionelle Abneigung und mimte eine Haltung zwischen Langeweile, Müdigkeit und Ekel - "die genußvollen Leiden eines pensionierten Akrobaten". Er liebte es, die Bezeichnung "Künstler" zurückzuweisen, und sagte, er sei ein Mann, der denke und der seine Gedanken mit Hilfe der Malerei mitteile, so wie andere sie durch Worte oder Musik mitteilen. Die Malerei war für ihn ein gültiges Mittel, um in ständig wechselnder Beleuchtung die paar Grundprobleme auszudrücken, mit denen unser Geist in dauerndem Kampf liegt.
mehr:
- Margritte und das Objekt (Suzy Gablik, Gleichsatz, 2001)

mein Kommentar:

»bizarres Übel«? Es geht auch einfacher:
- Das posttraumatische Stress-Syndrom (Post, 25.02.2015)
- Posttraumatische Belastungsstörung (Wikipedia)

René Magritte - Teil 1 {9:58}


Hochgeladen am 21.05.2010

Ein Kurzfilm von Louisa Unsin über den Künstler René Magritte.

René Magritte - Teil 2 {6:01}

Hochgeladen am 21.05.2010
Teil 2 des Films von Louisa Unsin.

René and Georgette Magritte with their dog “during” the war 
(actually photographed well after WWII). Photo by Lothar Wolleh. 
[Quelle: Brilliant Artists And Their Animal Muses, Sit Stay Love, 2013]

Renee and Georgette Magrite With Their Dog After the War   {3:44}   Text

Hochgeladen am 11.09.2006
krakenek
Paul Simon's famous videoclip…



==========
While not a chart hit (Allmusic refers to the whole album as "a commercial disaster"[7]), the song was well received by fans and reviewers. It has been called a "very nice homage to the painter and his work".[8] Another reviewer deemed the song "flat-out terrific...despite its obvious pretensions.[6]Rolling Stone lauded this song saying that it "ranks among the best Simon has written" and added:
There they are, a Belgian surrealist painter, his old lady and their pooch, dancing naked in a hotel room, window-shopping on Christopher Street and getting dolled up to dine with "the power elite." [...] It's a hilarious and magical juxtaposition of images that's also touching, because Paul Simon obviously identifies with the figure of the grown-up, respectable artist irrevocably smitten with those doo-wop groups, "the deep forbidden music" that originally made him fall in love with rock & roll.[9]
Sam Sutherland described this tune as "a polished gem, both a musical analogue to the artist's dead-pan surrealism and a unique love song."[10]  (Rene and Georgette Magritte with Their Dog after the War, Reviews, engl. Wikipedia)
==========

siehe auch:
- Bewältigungsstrategien von Kindern psychisch kranker Eltern am Beispiel des surrealistischen Malers René Magritte (Post, 11.06.2008)
- Psychische Erkrankungen: Wenn Kinder zu Eltern werden (Julia Jüttner, SPON, 03.07.2012)
- Psychisch kranke Eltern überfordern ihre Kinder (Sabine Kurz, Die Welt, 27.03.2012)
- Erfahrungsbericht: Aufwachsen bei einer psychisch kranken Mutter (Anne Meister, Auryn Trier, 2015)
- Kinder psychisch kranker Eltern – Mamas Monster und Papas Alkohol (Dorothea Brummerloh, Deutschlandradio Kultur, 05.10.2015)
- Kinder psychisch kranker Eltern (Fritz Mattejat, Helmut Remschidt, Dt. Ärzteblatt, 105/2008, PDF)
- Entwicklungspsychopathologische Voraussetzungen der Erlebens- und Verarbeitungsweisen von Kindern psychisch kranker Eltern (Ute Ziegenhain, Christiane Deneke in Leseprobe aus: Kölch, Ziegenhain, Fegert, Kinder psychisch kranker Eltern, Beltz-Verlag)
- Kinder psychisch kranker Eltern – Erfahrungen aus der heilpädagogischen Tagesklinik der Kinder- und Jugend- psychiatrie (Karel Zimmermann, Zeitschrift Seelenpflege 2/2015)
- Bericht der Expertenrunde zur Kinderschutzkonferenz zum Thema „Kinder psychisch kranker Eltern“ (Kinderschutz Niedersachsen)
- Kinder und ihre psychisch kranken Eltern: Familienorientierte Prävention (Silke Wiegand-Greve, Susanne Halverscheid, Angela Plass)
- Die Vergessenen. Kinder psychisch kranker Eltern (Ramona Schacht, Leseprobe Hausarbeit, Grin, 2012)
Die rasche Hoffnung, 1927 [Quelle: René Magritte, GRG 23 ALTERLAA]

siehe auch:
- Mit den Augen denken (Petra Kipphoff, ZEIT Online, 29.01.1982; Zitat:)
An […] ebenso verwirrenden wie einleuchtenden Beispielen machte Magritte klar, daß das, was wir, auf der Suche nach einer Orientierung, Realität nennen und zur besseren Handhabung in seine Einzelteile zerlegt und mit Wörtern etikettiert haben, eine sehr fragwürdige Größe ist, ein Faß ohne Boden für den, der sich den Zweifel erlaubt.
- René Magritte: „…und ich benutze die Malerei, um das Denken sichtbar zu machen“ (Katja, aboutsomething, 09.03.2013)
- Die Bildsprache Magrittes (Hans Holländer, Gleichsatz, Datum unbekannt)

Donnerstag, 5. November 2015

Vor 116 Jahren: Sigmund Freud veröffentlich »Die Traumdeutung«

Psychoanalyse "Die Traumdeutung" wird 116 Jahre alt. Ihr Erfinder Sigmund Freud bewies mit der Veröffentlichung gehörige Chuzpe

Erzähl mir von deinen Träumen, und ich sag dir, wer du bist. So oder so ähnlich könnte man den Grundgedanken der Traumdeutung formulieren. Erzähl mir von deinen Träumen, und ich sag dir, dass du deine Mutter insgeheim tot sehen willst. Auch so könnte man die Traumdeutung beschreiben, als Karikatur, als Witz. Ein Witz, der ziemlich wirklich ist. In seinem heute vor 116 Jahren veröffentlichten Text „Die Traumdeutung“ macht Sigmund Freud nämlich genau das: Er zitiert den Traum einer Frau, die ganz aufgelöst und schamerfüllt zu ihm kommt. Die Frau sieht in ihrem Traum einen Luchs oder Fuchs auf dem Dach spazieren. Dann fällt etwas oder sie (wer kann das im Traum schon genau sagen?), und dann wird die Mutter tot davongetragen. Freud deutet diesen Traum nicht nur als Ausdruck des Kindheitswunsches der Frau, die eigene Mutter „tot zu sehen“. Er sagt uns auch, dass dies doch offensichtlich sei.

Das ist starker Tobak. Chuzpe. Wie ja insgesamt vieles bei Freud schwer zu verdauen ist, in seiner Zeit, bis heute: Dass unser erstes Begehren, noch in zarter Kindheit, auf das gegengeschlechtliche Elternteil gerichtet sein soll. Dass wir, von Anfang an, sexuelle Wesen sein sollen, dass Lust und Lustprinzip, Triebe und Triebunterdrückung unser Leben strukturieren, unser Selbst formen. Ganz nebenbei zertrümmert Freud das Individuum, das dem Wortsinne nach doch „unteilbar“ ist, zergliedert es in Es, Ich und Über-Ich. So wird die Psychoanalyse, diese ominöse Lehre vom ganzen Menschen, seinen Abgründen und Tiefenschichtungen, zu einer Lehre vom kaputten Menschen.

Aber wie entwickelt sich die Wissenschaft von der seelischen Krankheit zu einer Wissenschaft vom Subjekt der Moderne? Obendrein mithilfe eines Verfahrens, das scheinbar nicht den Anforderungen einer empiristischen Wissenschaft genügt? Denn die Psychoanalyse kann gerade nicht auf Versuchsreihen, auf reproduzierbare „Studien“ zurückgreifen, sie hat keine mit Apparaturen messbaren Parameter zur Grundlage. Sie ist Rede und Dialog. Sie basiert wesentlich auf der Figur des verstehenden, zuhörenden, auch interpretierenden Analytikers, der Analytikerin. Und kann dieser nicht, wie in dem unerhörten Beispiel oben, ganz einfach „Sinn“ und „Zusammenhang“ konstruieren, wo keiner ist? Was schützt uns denn vor der Willkür, dem Größenwahn des Analysierenden, seinen Einflüsterungen, seiner Chuzpe? Und was ist mit dem größten Skandalon der Psychoanalyse: Der Behauptung nämlich, dass aus der Rede des Kranken eine Wahrheit über den Menschen, ein allgemeines Apriori des Subjekts abzuleiten sei? Dass der Fiebertraum des Neurotikers eine Wahrheit über uns alle offenbaren könnte? Sigismund Schlomo Freud: Es gibt Redebedarf!

mehr:
- Wo geht’s hier zum Unbewussten? (Marlen Hobrack, Freitag-Community, 04.11.2015)

Deniro tells Billy Crystal "Freud's sick!" [2:01]

Hochgeladen am 20.01.2012
Please don't watch if you are offended by vulgar language! Funny for psycho-therapists, though. Psychiatrist Billy Crystal tells patient Robert De Niro about the Oedipal Complex – Deniro gives classic answer. Hilarious!

Reine Nervensache - Trailer [2:00]

Veröffentlicht am 08.08.2013
Eigentlich gilt er als der Härteste unter den ganz harten Jungs, doch urplötzlich wird der New Yorker Mafiaboss Paul Vitti von Angstneurosen, nervösen Atembeschwerden und Potenzproblemen geplagt. Hilfe sucht er bei dem sensiblen High-Society Psychiater Ben Sobel. Der verfällt zwar zunächst selbst in Panik - aber das Angebot des Paten kann er nun wirklich nicht abschlagen... Harold Ramis' sagenhafte Mafia-Comedy, unschlagbar besetzt mit Robert De Niro und Billy Crystal. (Originaltitel - ANALYZE THIS) © 1999 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved

You're Good You - Analyze This [HD] [1:10]

DontHateOnJord
Hochgeladen am 06.09.2010
You're Good You! ... Robert DeNiro & Billy Crystal make a very good comedy duo and i just love the way that De Niro says "Your Good" very funny, classic comedy.


siehe auch:
- Vor 155 Jahren: Sigmund Freud wird geboren (Post, 08.05.2011)
- Nachtmeerfahrten, Sabina Spielrein und eine Flaschenpost an Verena Kast (Post, 04.12.2011)
- Wer hat recht?(Post, 27.09.2014)
- Hungergeister (Post, 09.04.2008)
- Der Ödipuskomplex, ein Beispiel aus der Therapie (Post, 08.06.2011)

Dienstag, 13. Oktober 2015

Borderline ist mehr als ritzen, kotzen, heulen

Nina Nuthouse hat Borderline. Und Talent, darüber zu schreiben. So, dass es Spaß macht, ihre Blogs zu lesen. So, dass man ein Gefühl dafür bekommt, was die Persönlichkeitsstörung ist. So ganz anders eben als nach der Lektüre eines Wikipedia-Eintrags.

Borderline. Klingt nach schwarzgekleideten Emokids, die sich die Unterarme aufschneiden. Nach unberechenbarem Verhalten. Nach: bitte, bitte lieb mich, ach nee, doch nicht. Auf jeden Fall nach etwas, was man sehr gerne nicht haben möchte.

Nina hat es. Und Nina hat es längst aufgegeben, Menschen erklären zu wollen, was das ist und wie das so ist. Mit den Gefühlen, die man nicht im Griff hat. Die plötzlich aus einem herausbrechen und einen glauben machen, man sei Godzilla. Nur dass man eben nicht Godzilla ist und diese Wut und Aggressivität entsprechend nicht darauf verwenden kann, kurz mal die Zivilisation auszulöschen. Begreiflich zu machen, warum man Streit sucht, wo es eigentlich keinen zu finden gibt. Und deshalb jedes Wort auf die Goldwaage legt. Oder wie es ist, wenn man Menschen zwar sehr mag, aber sie trotzdem nicht ertragen kann.

"Gesellschaft zu brauchen und nur bedingt ertragen zu können, ist eine der fieseren Paradoxien meiner Persönlichkeitsstruktur", schreibt Nina.

mehr:
- Blog: "Life is a Nuthouse" – Borderline ist mehr als ritzen, kotzen, heulen (Mirja Hammer, Stern, 25.08.2015)
siehe auch:
- LIFE'S A NUTHOUSE (Nina Nuthouse)
- Porträt einer Borderlinerin: "Ich bin ein Mensch, auch mit Narben" (Heike Le Ker, SPON, 04.11.2017)
- Borderline: "Mein Leben ist ein Irrenhaus" (Mirca Waldhecker, Wunderweib, 31.08.2015)
- Die Schattenseite des Ruhms (Post, 18.07.2015)
- Die Borderline-Persönlichkeitsstörung, eine Linksammlung (Post, 01.05.2015)

- Marsha Linehan (in: Beschädigte Seelen, Post, 04.01.2015)
- Stressmanagement als Burn-out-Prophylaxe (Günthner, Batra, Bundesgesundheitsblatt, 30.01.2012)
- Mentales Stressmanagement – Neue Wege zu mehr Gelassenheit, weniger Stress und mehr Gesundheit (J. Koepchen, Dr. Koepchen, 09.08.2007)
- "Ich hasse Dich – verlass mich nicht": Leben auf der Grenze (Post, 28.04.2005)
- Stress und Stressmanagement (Heinz Willi Lahme, Fachklinik Fredeburg)
- Kapitel 16: Stress-Management-Training (Kraniofaziale Orthopädie)

The Outlook for Borderline Personality Disorder {3:54}

Hochgeladen am 19.01.2011
Recently, the National Institute of Mental Health hosted an event that focused on Borderline Personality Disorder. Featured speakers included BPD researcher Dr. Marsha Linehan as well as Amanda Wang, founder of RethinkBPD.
If you are in a crisis situation, call 911 or the toll-free, 24-hour National Suicide Prevention Lifeline, 1-800-273-TALK (1-800-273-8255). A Lifeline Chat is also available at http://www.suicidepreventionlifeline.....
For more information on borderline personality disorder or other suicide prevention resources, email us at nimhinfo@nih.gov.
We accept comments in the spirit of our comment policy:
http://www.nimh.nih.gov/site-info/pol...
NIMH Privacy Policy:
http://www.nimh.nih.gov/site-info/pri...


Rethinking BPD: A Patient's View {8:14}

Hochgeladen am 13.01.2011
Amanda Wang is the lead organizer of RethinkBPD, a peer-led advocacy and support group for Borderline Personality Disorder (BPD). Ms. Wang participated in a lecture series on BPD at the National Institute of Mental Health in Bethesda, Maryland. She shared her personal experience in coping with BPD as well as the objectives of RethinkBPD.
If you are in a crisis situation, call 911 or the toll-free, 24-hour National Suicide Prevention Lifeline, 1-800-273-TALK (1-800-273-8255). A Lifeline Chat is also available at http://www.suicidepreventionlifeline.....
For more information on borderline personality disorder or other suicide prevention resources, email us at nimhinfo@nih.gov.
We accept comments in the spirit of our comment policy:
http://www.nimh.nih.gov/site-info/pol...
NIMH Privacy Policy:
http://www.nimh.nih.gov/site-info/pri...

siehe auch:
- Mikropausen – immer wieder zu sich selbst zurückkommen (Post, 06.12.2015)


zuletzt aktualisiert am 03.11.2017

Sonntag, 11. Oktober 2015

Katastrophisieren in einer narzißtischen Umgebung

Merkels Politik des unbegrenzten und weitgehend unkontrollierten Zuzugs nach Deutschland kommt einem Offenbarungseid gleich. Wenn die letzte Turnhalle voll ist, werden das auch alle Bürger begreifen. In Zeiten der alten Bundesrepublik gab es den Begriff vom "Raumschiff Bonn". Völlig losgelöst von den Realitäten der Erde zog die Politik der Hauptstadt – so damals das Bild – ihre Bahn. Verglichen mit heute war das reichlich übertrieben. Das Kanzleramt der Gegenwart gleicht eher einem Erdtrabanten, noch weiter weg vom Boden als jede Station im All. In der Flüchtlingsfrage ist die Flucht in die Fiktion zum Regierungsprogramm geworden. Das machtvolle Kanzlerinnenwort "Wir schaffen das" erinnert ein wenig an die vergeblichen Siegesparolen des zweiten deutschen Staates vor dessen Untergang 1989.
mehr:
- Merkel ist auf der Flucht vor der Verantwortung (Stefan Aust, Die Welt, 11.10.2015)
mein Kommentar:
»Wenn die letzte Turnhalle boll ist, werden das auch alle Bürger begreifen.«
Wer‘s früher begriffen hat, ist Pegida oder einfach nur ausländerfeindlich.

siehe auch:
- Terrorwarnungen und Phantasie – Was macht uns Angst? (Andrea Schorsch im Interview mit Borwin Bandelow, n-tv, )
»Ängstliche Menschen "katastrophisieren": Schon bei kleinen Gefahren sehen sie gleich den Super-GAU. In ihrer Phantasie werden drohende Gefahren Wirklichkeit, und sie malen sich diese Gefahren besonders schlimm aus. Wenn sie entsprechende Berichte in der Zeitung lesen, leiden ängstliche Menschen auch mehr. […] Die Phantasievollen aber haben die Statistik nicht im Blick. Sie beurteilen die Gefahr eher unrealistisch und übertrieben und malen sich eher aus, dass ausgerechnet sie getroffen werden.«
- Studie zu Demos in Dresden: Psychogramm der Pegida-Anhänger (Franz Walter, SPON, 29.01.2015)
Einem sozial ausgegrenzten "Prekariat" gehören die 500 Pegidisten nicht an. Bezeichnend ist aber sicher, dass nur acht Prozent von ihnen die heutige Lage in der Bundesrepublik als "sehr gut" bezeichneten, zugleich aber 41 Prozent die eigene Lebenssituation mit diesem Prädikat kennzeichneten. Die meisten wohnen in Dresden und Umgebung; gut zehn Prozent leben jenseits der sächsischen Landesgrenze, vor allem in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Der überwiegende Teil der Befragten (95 Prozent) gab an, an diesem 12. Januar zum ersten Mal an einer Pegida-Demonstration teilzunehmen. […]
Was ist den Demonstranten wichtig?
• Auf die Frage, was im System der Republik eine größere Bedeutung gewinnen sollte, steht an erster Stelle Recht und Ordnung.
• Als wichtig werden auch nationale Interessen und der Meinungspluralismus genannt.
• Gänzlich unwichtig erscheinen den Befragten Minderheitenschutz und Gleichstellung.
- Pegida-Studien: Der sichtbare Teil von Pegida (Lenz Jacobson, ZEIT Online, 19.01.2015)
- Protestforschung am Limit: Eine soziologische Annäherung an Pegida (Otto-Brenner-Stiftung, mit vielen Links)
- Die narzisstische Gesellschaft: Ein Psychogramm (Hans Durrer, Huffington Post, 24.01.2014)
"Die narzisstische Gesellschaft" ist ein differenziertes, anregendes, aufklärendes und sympathisches Buch, nicht zuletzt, weil es erfreulich persönlich geschrieben ist, sich der Autor als empfindsamer, gescheiter und lernfähiger Mensch zeigt, und nicht als der typische Experte, der sich hinter seinem Fachwissen versteckt. Seine eigene Geschichte zeigt übrigens exemplarisch auf, dass man (und das gilt bei allen seelischen Störungen) an seinen persönlichen Tiefpunkt kommen muss, ja, es manchmal einer tödlichen Bedrohung bedarf, um "die Mauer der narzisstischen Abwehr zu durchbrechen". 'The readiness is all', sagt Horatio in Hamlet.

Samstag, 26. September 2015

Zen und Shinshu


Mein Zen-Glaube ließ mich die tiefe Verbindung, die ich seit jeher für die Shinshu-Sekte empfunden hatte, keineswegs verleugnen. Es ist unbestreitbar, daß ich mich von der Größe und Menschlichkeit von Meister Sawaki mächtig angezogen fühlte, – aber auch von der geistigen Kraft des Zazen, das leidenschaftlich zu üben ich fest entschlossen war. Dennoch blieben die Shinshu-Gebote, die mich meine Mutter gelehrt hatte, tief in mir verankert. Manchmal kam es vor, daß ich meinem Meister scherzend sagte, meine Aufgabe wäre viel einfacher gewesen, wenn ich ein Shinshu-Mönch geworden wäre, da die reine Disziplin des Zazen viel schwieriger in die Praxis umzusetzen sei als das einfache Rezitieren der Formel Namu Amida Butsu. Die überaus einfache Nahrung, mit der die Zen-Mönche vorlieb nehmen müssen, sowie die Schmerzen in den Beinen, die sie zu ertragen haben, schrecken manchen Anfänger ab. Kodo Sawaki war gar nicht böse darüber, denn er behauptete selber, daß sich die Gebote beider Sekten ergänzten. Seine Haltung beruhigte meine Befürchtungen. Gerade indem ich Zazen übte, konnte ich den Lehren, die mich von Kindheit an begleitet hatten, treu bleiben. Deshalb versuchte ich, eher als die Unterschiede zu betonen, die Gemeinsamkeiten zu entdecken, die sich dazu eignen würden, die beiden Schulen einander näher zu bringen. Dies war zu jener Zeit meine Hauptbeschäftigung.

Ich nahm an den religiösen Versammlungen, die von meinem Bruder, der ein treuer Anhänger des Shinshu geworden war, organisiert wurden, immer noch teil. Jedoch konnte ich es immer weniger unterlassen, am Wert der Shinshu-Schule, wenn ich ihre Lehre mit derjenigen des Zen verglich, zu zweifeln. In Anwesenheit von Meister Sawaki verschwanden hingegen alle diese Widersprüche. Damals erfuhr ich, daß seine erste Begeisterung für den Buddhismus von einer Tante, einer glühenden Anhängerin der Shinshu-Sekte, geweckt worden war. Er selbst hatte auch mit jenen Widersprüchen und Befürchtungen, die mich zu überfallen pflegten, geistige Kämpfe ausfechten müssen.

Da er seine Eltern sehr früh verloren hatte, wurde Meister Sawaki von einem Onkel erzogen, der ein leidenschaftlicher Spieler war. Am Abend hatte der Junge den Auftrag, die Spieler zu beobachten und dafür zu sorgen, daß sie beim Spiel nicht betrogen. Am Tage schickte ihn der Onkel weit herum, um für ihn Geschäfte zu erledigen. Nur bei seiner Tante fand der Junge Trost. Wenn er spät am Abend mit allen Aufgaben, die man ihm jeweils aufzwang, fertig geworden war, schlich er schnell in der Dunkelheit bis zu ihrem Haus, denn sie wohnte in der Nachbarschaft. Während er ihre Beine massierte, hörte er ihr zu, wenn sie die Predigt, die sie an jenem Tag im Tempel gehört hatte, aus dem Gedächtnis wiederholte. Trotz allen Aufgaben, die er hatte, gelang es ihm, selbst zum Tempel zu gehen, um sich die Predigten, die einen tiefen Eindruck auf ihn machten, anzuhören.

So erfuhr er, daß jemand, der sich vornimmt, für seinen Nächsten helfend einzuspringen, vollkommene Freiheit von egoistischen Neigungen beweisen muß. Erst nachdem er das Entsagen (Muga, Abwesenheit des Ego) in die Praxis umgesetzt hat, kann er Mönch werden. Damals fühlte er in sich das Erwachen einer Berufung, der er sich nicht mehr entziehen konnte. Leider war er gezwungen, für seine Pflegeeltern zu arbeiten.
Aus diesem Grund beabsichtigte er, auszureißen und nach Osaka zu gehen, um dort das Geld zu verdienen, das er ihnen zu schicken dachte. Gleichzeitig hatte er vor, seiner Berufung Folge zu leisten. Er war damals 16 Jahre alt.
An einem Abend, an dem der Mond nicht schien, verließ er sein Dorf. In der Nacht konnte er das sanfte und klägliche Geschrei der Wildgänse hören. Drei oder vier Tage später kam sein Pflegevater, dem es gelungen war, den Ort, an dem sich der Junge aufhielt, ausfindig zu machen, ihn in Osaka abholen mit der Begründung, er brauche ihn für sein Geschäft. Durch dieses Mißgeschick keineswegs entmutigt, faßte der Junge einen neuen Plan. Er hatte nur diese Hoffnung, sonst kümmerte es ihn wenig, ob er auf dem Weg sterben würde. Bevor er sein Dorf verließ, hatte er eine Unterredung mit dem Priester des Shinshu-Tempels. Dieser riet ihm, Zen-Mönch zu werden, da diese Sekte die Mönche nicht dazu zwang, zu heiraten. Sie waren frei zu wählen. Dies war für die Shjnshu-Mönche nicht der Fall, sie waren verpflichtet zu heiraten.
Mit siebzehn verließ Meister Sawakj endgültig seine Familie und unternahm eine lange Reise zu Fuß nach Eihei-Ji[1], einem Tempel, der weit genug entfernt war, damit man ihn nicht wieder abholen konnte. Sein Gepäck war leicht: eine oder zwei Rationen Reis und einige Yen, die ein Freund ihm hatte verschaffen können. Er lief so schnell seine Beine es ihm erlaubten fort. Auf dem Weg sandte er seiner Familie eine Postkarte, auf der er ihnen ohne große Umschweife seinen Entschluß mitteilte.
Nachdem er vier Tage und vier Nächte unter freiem Himmel verbracht hatte, kam er endlich mit leerem Magen in Eihei-ji an. Er mußte aber zwei volle Tage ohne Essen und Trinken innerhalb der Tempelmauern ausharren, da die Mönche, die ihn für einen Bettler hielten, sich sträubten, ihn anzuhören. Nach längerem Zögern war der Vorsteher endlich einverstanden, ihn als Tempeljungen anzustellen. Der Junge war so dankbar, daß er in der folgenden Nacht nicht schlafen konnte. Selbst im Alter erinnerte er sich gelegentlich an die Überraschung und die Freude, die er damals empfunden hatte. Die Bauern aus der Nachbarschaft verfertigten ihm eine Mönchskutte, indem sie Stücke von gebrauchten Kleidern zusammennähten.
aus Teisen Deshimaru, Autobiographe eines Zen-Mönchs, Theseus Verlag Zürich, 2. Aufl. 1990, S. 148ff.



[1] Von Dogen gegründeter Tempel. Dogen hat das Soto Zen in Japan eingeführt.

Feuerpause! Sprüche des ZEN Meisters Kodo Sawaki - Eine audiovisuelle Meditation {40:00}

alpavaria
Am 18.07.2018 veröffentlicht 
Kôdô Sawaki Rôshi (1880-1965)
gilt als einer der wichtigsten
Zen-Meister des 20. Jahrhunderts.
Sein Tempel Antaiji wird heute
vom deutschen Abt Muhô geleitet.
Diese audiovisuelle Meditation, unterlegt mit Naturgeräuschen und Klangschalen-Sounds enthält eine kleine Auswahl der ZEN-Sprüch des Meisters Kodo Sawaki.
x



Freitag, 25. September 2015

Regieren Psychopathen unsere Welt?

Ask yourself: Is it possible that these were isolated lapses in judgment? In other words, was this the only time Dominique Strauss-Kahn went after the help, or the only instance of Arnold Schwarzenegger cheating on his wife and exploiting those beneath him? Not too likely. And it’s surely not the only time Gingrich has excused his own bad behavior as a side effect of patriotism – while simultaneously trashing the basic humanity of a political opponent.



If these are patterns, why are millions so fascinated, often even seduced, by people whose behavior actually points to pathology? Perhaps we are wired to be attracted by psychopaths, sociopaths, narcissists, people so focused on their own central role in whatever takes place that the rest of us are sucked into their reality.



Think about entering a portal and emerging into the head of Donald Trump. What could that level of self-absorption be like? Begin by imagining a complete lack of empathy, one of the tell-tale signs of the psychopath.



Is Trump a psychopath? Well, he does score well on a 20 item checklist. And are there more psychopaths around us than we think? Not just serial killers and the violent type, but successful, powerful psychopaths who will do anything to win and affect our lives in profound ways?

The checklist, a way to help identify potential psychopaths among us, was developed by Bob Hare, a prison psychologist who conducted remarkable experiments and eventually codified his findings. Jon Ronson has provides an excellent history and analysis in his new book, The Psychopath Test.

mehr:
- Schwarzenegger, DSK, and Gingrich: Do We Have Psychopaths Misruling Our World? (Greg Guma, Alternet, 19.05.2011)

siehe auch:
- Ärzte halten Strauss-Kahn für selbstmordgefährdet (Die Welt, 18.05.2011)
- Dominique Strauss-Kahn: Freigesprochen, aber politisch tot (Georg Blume, ZEIT Online, 12.06.2015)
Seine berechtigte Strafe hat der große Zampano, den die Franzosen immer noch familiär-vertraulich DSK nennen, trotzdem längst erhalten. Denn jedes Mal, wenn er vor Gericht stand, nahm die Öffentlichkeit Kenntnis von seinem brutalen sexuellen Verhalten gegenüber Frauen, die ihm sozial weit untergeordnet waren. Das war im Mai 2011 so, als die New Yorker Staatsanwaltschaft den prominenten IWF-Chef und französischen Präsidentschaftsanwärter vor den Augen der ganzen Welt noch am Tag seiner angeblichen Tat festnehmen und vor Gericht führen ließ. Damals hatte ihn ein Zimmermädchen des New Yorker Sofitel-Hotels beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben.

- What Were They Thinking? Chicago Psychoanalyst Arnold Goldberg on Anthony Weiner and Dominique Strauss-Kahn (Chicago Magazine, 10.06.2011)
“These are not moral issues,” [Psychoanalyst Arnold Goldberg] told me in a telephone conversation late Thursday in which he tried to make sense of why Anthony Weiner and Dominique Strauss-Kahn aimed a wrecking ball at their own futures. “These are psychological illnesses…..Everyone jumps on them and beats them up because they think they are bad people….These are not moral deviations and they’re not biological dysfunctions.”

- Health & Families The difference between a psychopath and a sociopath (30.07.2015)
Most of us, fortunately, will never meet a Hannibal Lecter, but psychopaths and sociopaths certainly do exist. And they hide among us. Sometimes as the most successful people in society because they’re often ruthless, callous and superficially charming, while having little or no regard for the feelings or needs of others.

These are known as “successful” psychopaths, as they have a tendency to perform premeditated crimes with calculated risk. Or they may manipulate someone else into breaking the law, while keeping themselves safely at a distance. They’re master manipulators of other peoples’ feelings, but are unable to experience emotions themselves.


- Psychopathen in der Chefetage – Zeitbomben mit Schlips (Heiner Thorborg, SPON, 09.04.2015)
Das ist natürlich alles richtig, spart aber aus, was Bertelsmann-Urgestein Reinhard Mohn das "auffällig häufige menschliche Versagen aufgrund stark übertriebener Eitelkeit" nannte: Viele Probleme in der Wirtschaft gehen auf Menschen mit psychischen Problemen zurück, insbesondere auf Narzissten und Psychopathen.

Beiden Typen ist gemeinsam, dass sie so mit dem eigenen Ich beschäftigt sind, dass sie die Befindlichkeiten anderer nicht wirklich berühren. Forscher sagen, in Chefetagen sei der Anteil der Psychopathen sechsmal höher als im Bevölkerungsdurchschnitt. […] Auch empfiehlt Kets de Vries Stille und Muße - etwas, das viele Top-Manager kaum noch erleben. Doch ohne Stille und Tagträume gibt es auch keine Reflexion und schon gar keine Kreativität. Paul McCartney träumte sein berühmtes "Yesterday" und Albert Einstein von der Relativitätstheorie. Am Ende geht es darum, sich selber besser kennenzulernen und sich bewusst zu werden, welchen Effekt das eigene Verhalten auf andere hat.

Das Problem ist: Genau das interessiert narzisstische und psychopathische Typen kaum. Zumal die psychologische Eskalation eher zunimmt, wenn ein Mensch mächtiger wird. Die Forscher sagen: "Je höher jemand auf der Karriereleiter steigt, desto mehr dreht er oft psychopathisch auf." Daher hilft nur Aufklärung und das scharfe Bewusstsein - gerade unter Aufsichtsräten -, dass der Charismatiker im CEO-Sessel möglicherweise ein erfolgreicher Psychopath ist oder zumindest ein Narziss.

Und da hilft nur eines: gesundes Misstrauen. Wenn bei einem Top-Dog immer nur die anderen schuld sind, wenn er sofort angreift, sobald er bei einem Menschen eine Unsicherheit spürt, wenn alle Appelle an gesunden Menschenverstand oder Kaufmannsehre versagen und nur gehört wird, was dem Eigenwohl dieses Chefs dient - dann hat ein Aufsichtsrat es unter Umständen mit einer tickenden Bombe im Anzug zu tun.

Solche Leute darf man nicht decken oder schützen, und man sollte schon gar nicht auf Einsicht und Umkehr hoffen. Solche Leute kann man nur feuern. Ganz emotionslos.


- Raubtiere ohne Kette (Frank Thadeusz, SPON, 15.04.2013)
In diesem Zustand übersteigerten Selbstvertrauens spielten die Experimentatoren Dutton ein Video mit gräuslichen Inhalten vor; zu sehen waren in dem Film Menschen, die gefoltert, verstümmelt und hingerichtet wurden. Duttons unmittelbare Reaktion auf die Horrorschau: "Um ehrlich zu sein, fällt es mir schwer, ein Lächeln zu unterdrücken", bekundete er gegenüber dem Laborpersonal.

Messergebnisse bestätigten, dass der Zustand moralischer Fragwürdigkeit nicht gespielt war. Duttons Herz schlug ruhig, seine Gehirnströme zogen trotz der gezeigten Gewaltexzesse in sanften Wellen dahin. Die Transformation war geglückt. Für einige Momente betrachtete der englische Psychologe die Welt mit ähnlicher Gewissenlosigkeit wie jene merkwürdig Gestörten, deren seelische Abgründe er erforscht: Psychopathen.

"Diese Menschen können ihre Opfer mit so viel Anteilnahme foltern und verstümmeln wie unsereiner, wenn er eine Weihnachtsgans tranchiert", sagt Robert Hare. Um 1980 herum entwickelte der kanadische Psychologe erstmals ein Instrument, mit dem sich Psychopathen einigermaßen zuverlässig identifizieren lassen. Seine Checkliste wird bis heute in der US-Psychiatrie verwendet. […]

Weit oben auf der Liste, auf Platz acht, liegen auch die Geistlichen - wenig überraschend, findet Dutton: "Psychopathen tun sich immer dort hervor, wo es dynamische Machtstrukturen gibt, die sie kontrollieren und manipulieren können. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Kirche nicht von anderen Unternehmen."

Verwundert notierte der Wissenschaftler allerdings, wie wenig Berührungsängste die Befragten mit dem Persönlichkeitstest hatten. Darauf angesprochen, dass sie in der Psychopathie-Skala ziemlich weit oben liegen, reagierten die Betroffenen in der Regel völlig entspannt. "Die meisten sagen nur: ,Das überrascht mich überhaupt nicht. Ich könnte meinen Job gar nicht machen, wenn es anders wäre.'"

Den Unterschied zwischen einem psychopathischen und einem normalen Unternehmenslenker fasst Dutton so zusammen: "Ein normaler Mensch würde sich in der Toilette einschließen und kotzen, wenn er gerade eine Milliarde versemmelt hätte. Der Psychopath geht unverdrossen nach Hause und denkt nicht mehr daran."


- "Psychopathen-Experte" Kevin Dutton - Selber Psychopath oder nützlicher Idiot? (Sott.net, 29.11.2013)
Kevin Dutton ist ein Mainstream-"Psychopathen-Experte" und forscht an der Universität Oxford. Und was das Thema Psychopathie in Deutschland betrifft, ist er ein sehr gut gelesener "Rockstar", bis hin zu vorderen Plätzen bei einer Bestsellerliste und die Buchrezensionen sind überwältigend. Doch was denkt dieser "Experte" über Psychopathen? Das soll in diesem Artikel beantwortet werden.


Man hat die Geschichten vieler großer Persönlichkeiten immer als Erfolgsgeschichten herausragender Talente erzählt. Aber womöglich sind es zugleich Krankengeschichten. Dann müsste man sich zwei Fragen stellen: Ist Genie und Wahnsinn doch ein und dasselbe? Muss man ein Abweichler sein, um Besonderes zu leisten?
[
Kerstin Bund, Marcus Rohwetter, Irre erfolgreich: Wahnsinns-Typen, ZON, 14.08.2013]