Dienstag, 5. April 2016

Über die Notwendigkeit gemeinsamer Mythen

Europa, und das steht seiner Einigung im Weg, hat viele Erzählungen, aber keine gemeinsame Erzählung. Das ist ein emotionaler Mangel, den auch das hundertste Treffen von Staats- und Regierungschefs nicht wettmachen kann.

Da verwandelt sich also, so berichten Homer und Ovid, der Göttervater Zeus in einen Stier, lässt die schöne Europa auf seinen Rücken steigen und schwimmt mit ihr davon. Eine naive Jungfrau, die zuerst ent- und dann verführt wird – das dürfte so ziemlich der einzige Mythos sein, den die Nationen Europas gemeinsam haben. Und es ist leider die Sorte Mythos, die sich nicht für Sonntagsreden eignet, und schon gar nicht dazu, bei Europäern patriotische Gefühle zu erwecken.

Das ist schade, denn ein gemeinsamer Mythos wird dringend benötigt, wenn die disparaten Staaten des Kontinents irgendwann einmal zu einer wie immer gearteten Einheit zusammenwachsen sollen. Ich meine damit nicht jene aus Verträgen zusammengebastelte Einheit, für die sich ausser den Politikern, die sie ausgehandelt haben, niemand begeistern kann, sondern eine Einheit, die auch im Bewusstsein ihrer Bürger ankommt, und zwar über die erleichterte Feststellung hinaus, dass man für eine Reise von Berlin nach Paris kein Passbüro und keine Wechselstube mehr braucht. Ein wirkliches Zusammengehörigkeitsgefühl kann nur dort entstehen, wo es auch eine gemeinsame Erzählung über die Ursprünge dieser Zusammengehörigkeit gibt – und genau daran mangelt es in Europa.

- Auf der Suche nach einer gemeinsamen Erzählung: Mythos Europa (Charles Lewinsky, Neure Zürcher Zeitung, 21.03.2016)
Wir bestärken unser nationales Selbstbild, indem wir ganz bestimmte Geschichten aussuchen und sie im Erzählen und Wiedererzählen so lang zurechtbiegen, bis sie dem Bild, das wir von uns selber haben, entsprechen. Das hat zur Folge, dass historische Wendepunkte je nach Nation völlig unterschiedlich erinnert werden. Mein Geschichtslehrer am Gymnasium zum Beispiel war der Meinung, das wichtigste Datum der europäischen Geschichte sei das Jahr 1519. Er sagte «fünfzehnneunzehn», seine nasale Aussprache wird sich für mich immer mit dieser Jahreszahl verbinden. Für ihn lag die Bedeutung dieses Datums darin, dass Karl V. zum Kaiser gekrönt wurde und damit ein Reich entstand, «in dem die Sonne nie unterging». […] 

Für diese Selbstverortung ist es völlig nebensächlich, ob die Ereignisse, an die wir uns mit einer gewissen Ehrfurcht erinnern, auch tatsächlich so stattgefunden haben, wie man sie weitererzählt. Es spielt letztlich keine Rolle, ob die Story der History entspricht oder ob sie in den Bereich der reinen Erfindung gehört. In der Schweiz haben wir im Jubiläumsjahr 2015 diese Debatte mehr als genügend geführt und mussten feststellen: Die Schlacht bei Morgarten bliebe auch dann noch ein wichtiges Datum der eidgenössischen Geschichte, wenn sie gar nicht stattgefunden hätte. Oder wie es der alte Schülerspruch besagt: Man weiss nicht, ob Wilhelm Tell jemals existiert hat, es steht nur fest, dass er den Landvogt Gessler erschoss.
(aus obigem Artikel)
Mein Kommentar:
In Walt Disney’s »Ein toller Käfer« gibt es eine Szene, die mir nie mehr aus dem Sinn gehen wird: 
Der Rennfahrer und die Tochter seines Mechanikers, in die er verliebt ist, halten in Herbie bei einem Drive-In. Der Rennfahrer versucht die junge Frau zu küssen, diese will aus dem Auto fliehen, aber Herbie hat die Beifahrertür verriegelt. Durchs offene Fenster ruft die junge Frau: »Hilfe, ich will hier raus!« Ein Pommes-fressender Hippie schaut sie aus dem Nachbarauto mit sehr distanzierte Mitgefühl und weit herunterhängenden Augenlidern lässig an und spricht die tiefgründigen Worte: »Hier kommt keiner raus, Baby!«

Ein toller Käfer - Trailer [2:31]

Veröffentlicht am 20.03.2014
Herbie ist ein niedlicher VW Käfer mit eigener Persönlichkeit. Doch der fiese Rennfahrer Peter Thorndyke (DAVID TOMLINSON - Mary Poppins) behandelt ihn nicht gerade zimperlich. Zum Glück wird der flotte Käfer von dem erfolglosen Rennfahrer Jim Douglas (DEAN JONES - That Darn Cat) "gerettet". Aus Dankbarkeit gibt Herbie sein Bestes und fährt gemeinsam mit Jim einen Sieg nach dem anderen ein. Peter Thorndyke will dies nicht hinnehmen und versucht, den Superkäfer mit allen Mitteln zurückzubekommen ... Rasanter Renn-Spass für die ganze Familie! (Originaltitel - THE LOVE BUG) - 1969 Walt Disney Productions

Wir können uns noch so sehr um journalistische Wahrheit bemühen, das Bedürfnis nach einem gemeinsamen Narrativ ist so groß, daß die Menschenmassen lieber das Unwahrscheinliche glauben wollen als ihre geistige Wohlfühlzone zu verlassen. Und damit haben uns die Mächten im Sack!


An das «Goldene Zeitalter» einer gerechten Verteilung von Gütern, einer Aufhebung von Zwang und Triebunterdrückung mag Freud nicht glauben wenngleich er versichert, daß es ihm fernliegt, «das große Kulturexperiment zu beurteilen, das gegenwärtig in dem weiten Land zwischen Europa und Asien angestellt wird». Nein, dazu fehle ihm die Sachkenntnis und die Fähigkeit, über dessen Ausführbarkeit zu entscheiden, «die Zweckmäßigkeit der angewandten Methoden zu überprüfen oder die Weite der unvermeidlichen Kluft zwischen Absicht und Durchführung zu messen». Der «unpolitische» Freud war der Ansicht, daß der Zwang zur Kulturarbeit die «Beherrschung der Masse durch eine Minderheit» erforderte, «denn die Massen sind träge und uneinsichtig, sie lieben den Triebverzicht nicht». (Sigmund Freud, Die Zukunft einer Illusion, zitiert in Annette Meyhöfer, Eine Wissenschaft des Träumens)
siehe auch:
- Angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie sich Emotionen in der Menge entladen, und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)
- Wie gehen wir mit gemachter Realität um? (15.06.2014, beachte auch die Links)


»Die wichtigste Lektion der jüngsten Geschichte ist meiner Meinung nach – ich wiederhole es und werde es wiederholen, solange ich lebe – ganz einfach, obwohl sie schwer zu befolgen ist. Die Lektion heißt: Wahrheit und Toleranz. Heute sind Wahrheit und Toleranz keine idealistischen Träume mehr, sie sind lebensnotwendig und unentbehrlich, eine condition sine qua non. Ohne sie wird alles Leben auf Erden zugrunde gehen. Vorbehaltlose Wahrheit und bereitwilligste Toeranz, Menschenliebe, die alle Arten von Haß und Feindseligkeit überwindet: Sie sind unerläßlich, wenn die Menschheit am Leben bleiben will.« (Lew Kopelew, Autor von »Aufbewahren für alle Zeit«)
»Die Menscheit ist an sich immer vollständig, niemand fehlt ihr, und sie wartet auch auf keinen. Sie wird weiter nichts zustande bringen, dieselben Menschen werden sich dieselben Fragen vorlegen und dasselbe Leben verpfuschen.« (Jean-Paul Sartre, Der Aufschub) 
Enttäuschung wird allgemein und spontan als etwas Negatives empfunden, als eine Ungerechtigkeit, die uns widerfahren ist, als ein Wermutstropfen im ohnehin schon bitteren Leben. Die Sprache ist anderer Meinung. Denn »ent-« ist ein Privativ, wie man das nennt – wer seine Kleider ablegt, ent-kleidet sich, wer den Mut verliert, ist ent- mutigt, und Kirschen ent-kernen wird, bevor wir Marmelade daraus machen – , und gerade dies sollte uns im Falle der »Enttäuschung« doch eher trösten. Was hat der Enttäuschte denn zu beklagen? Daß er einer holden Täuschung erlegen war und nun die Dinge etwas klarer und wahrheitsnäher sieht? Genau da scheint jedoch die Schwierigkeit zu liegen...: »Es ist manchmal schwer, jemanden zu enttäuschen, weil er Illusionen braucht.« Man täuscht sich eben nur allzu gern über Tatsachen hinweg, will also dann folgerichtig nicht ent-täuscht werden, ist es aber gerade deshalb immer wieder ... und klagt. Der Enttäuschte, sagt die Sprache, ist um eine Täuschung ärmer, um eine Wahrheit reicher. Wer wollte da klagen?  
[aus Legros, Was die Wörter erzählen]

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Montag, 4. April 2016

Warum Gehirn und Körper Schlaf brauchen

Warum Gehirn und Körper Schlaf brauchen

Nichts tun wir so ausdauernd wie - scheinbar - nichts: Schlafen. An einzelnen Tagen mag die Arbeitszeit überwiegen, aber im Durchschnitt unseres Lebens verbringen wir ein Drittel jedes Tages in erholsamer Bewusstlosigkeit.
Das macht es umso seltsamer, dass die Neurowissenschaften erst seit einigen Jahren dahinter kommen, wozu Schlaf gut ist. Die Frage ist nicht damit beantwortet, dass man sagt: Weil wir müde sind. Müdigkeit ist nur die Wahrnehmung des Schlafbedürfnisses. So, wie die Natur den Hunger eingeführt hat, damit wir essen, hat sie die Müdigkeit erfunden, damit wir schlafen. Wozu wir essen sollen, ist offensichtlich. Aber die Frage bleibt: Wozu sollen wir schlafen?

Es vereinfacht die Beantwortung der Frage nicht, dass es Tiere gibt, bei denen sie sich nicht stellt. Um den Nutzen eines Verhaltensbereichs zu ergründen, ist es ja oft eine gute Idee, den Blick im Tierreich schweifen zu lassen. Immerhin: Alle Tiere schlafen. Aber manche mehr, manche weniger. Nach einer Zusammenstellung von Jerome Siegel von der UCLA finden sich am einen Ende der Skala zwei Fledermäuse, die auf Englisch anscheinend tatsächlich "little brown bat" und "big brown bat" heißen. Sie schlafen jeden Tag rund 20 Stunden. Das andere Extrem repräsentieren große Pflanzenfresser wie Elefanten, Pferde, Hirsche und Giraffen, die nur gerade auf drei bis vier Stunden Schlaf am Tag kommen. Und einige Tiere schlafen zeitweise gar nicht. Walrosse können Tage lang aktiv schwimmen, ohne danach Schlaf nachholen zu müssen; auch manche Wale bleiben nach der Geburt eines Kalbs längere Zeit wach.

Evolutionär betrachtet, scheint es keinen Zweck zu geben, für den Schlaf gebraucht würde. Vielmehr nennt Siegel Schlaf eine Phase "adaptiver Untätigkeit". Das will sagen: Für fast jedes Lebewesen, vom Bakterium aufwärts, gibt es - meist zyklisch wiederkehrende - Umweltbedingungen, an die es nicht gut angepasst ist. Fische können nichts mit Trockenheit anfangen, Pflanzen und viele Tiere nichts mit Winter und viele Säugetiere nichts mit Nacht. Dann ist es dunkel, sie sehen nichts, und wenn sie blind herumtapsen, besteht die Gefahr, einem anderen Tier vor die Schnauze zu laufen, das sich besser zurechtfindet und lange Zähne hat.

In solchen Phasen ist es für jedes Tier also am klügsten, sich zu verkriechen und abzuwarten, bis die Bedingungen wieder besser werden. Und um bei dieser erzwungenen Untätigkeit keine Energie zu verschwenden, werden die Körperfunktionen heruntergefahren. Geschieht das jeden Tag, nennt man es: Schlaf.

mehr:
- Schlaf, der Gedächtnisgärtner (Konrad Lehmann, Telepolis, 03.04.2016)

Sonntag, 3. April 2016

Kleine Professoren und schrullige Nerds

Autismus Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung sind gesellschaftliche Außenseiter. Und bisweilen witzige Sitcom-Charaktere. Der Welt-Autismus-Tag richtet den Blick auf Inklusion

Am 2. April ist der Internationale Autismus-Tag, dessen Ziel es ist, Aufmerksamkeit für Autismus und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zu erzeugen. Zu den ASS gehören frühkindlicher Autismus, atypischer Autismus sowie das Asperger Syndrom, das mittlerweile wohl die bekannteste ASS ist. Frühkindlicher Autismus wie auch das Asperger Syndrom sind angeborene Entwicklungsstörungen; im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus macht sich Aspergers aber häufig erst im Kindergartenalter bemerkbar. Im Kindergarten fällt es eher auf, wenn es einem Kind nicht gelingt, mit Gleichaltrigen zu interagieren. Zumal die Überforderung eines Kindes mit Asperger Syndrom angesichts der Lautstärke in einem Raum voller Kinder mit schnell wechselnden Eindrücken besonders deutlich zu Tage tritt. Neben den Auffälligkeiten im Sozialverhalten sind die sogenannten „Inselbegabungen“ die auffälligsten Eigenschaften von Menschen mit Asperger Syndrom.

Aber braucht es eigentlich einen „World Autism Awareness Day“? Gibt es nicht mittlerweile unzählige Charaktere in Sitcoms, Filmen und Serien, die uns die faszinierenden und abweichenden Verhaltensweisen von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung näherbringen? Man denke nur an Sheldon Cooper in „The Big Bang Theory“: Meist handelt es sich bei den TV-Gestalten um kautzige Nerds mit seltsamem Habitus. Dass Menschen mit Aspergers als wunderliche kleine Genies imaginiert werden, die im Zweifelsfall urkomisch sind, hilft den Betroffenen wenig. Handelt es sich doch um ein romantisierendes Bild: Nicht jeder Mensch mit Aspergers kann von seinen Inselbegabungen profitieren. Die Welt da draußen kann mit Menschen, die Telefonbücher auswendig lernen, aber ihre Schuhe nicht zubinden können, nur wenig anfangen.

Zwar hilft es, dass „Aspergers“ immer mehr Menschen ein Begriff ist. Aber die Probleme, mit denen Menschen mit Autismus in der Welt der „Normalen“ konfrontiert sind, bleiben davon unberührt. Denn trotz normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz scheitern Menschen mit Aspergers in Schule und Arbeitsleben überproportional häufig. Das ist ein Problem für unsere Gesellschaft, aber in erster Linie eine Tragik für die Betroffenen.

mehr:
- Kleine Professoren und schrullige Nerds (Marlen Hobrack, Freitag-Community, der Freitag, 02.04.2016)

siehe auch:
- Asperger-Syndrom: Ich bin anders als die anderen (Benjamin von Brackel, ZON, 13.01.2016) dazu paßt:
- Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht: Leben mit dem Asperger-Syndrom (Liane Holliday Willey, Amazon)
- Hochfunktionaler Autismus: Erschütterte Identität (Birgit Saalfrank, Deutsches Ärzteblatt, September 2015)
- Autismus: Christine Preißmann im Interview „Romane gehen gar nicht“ (Jakob Vicari, Brand eins 4/2014; Zitat:)
»Aber Romane gehen gar nicht. Irgendwann habe ich aufgegeben. Ich bekomme keinen Zusammenhang mit. Vor allem, wenn es um menschliche Beziehungen geht. Ich fokussiere mich auf die Rechtschreibfehler, hänge an falschen oder fehlenden Kommas.«
- A View with a Future: Temple Grandin's Writings (Phillip Larrimore, ECLECTICA magazine, Apr/Mai 2014)
- Asperger-Autismus – So geht’s auch! (Post, 02.08.2013)
- Was wir von der psychoanalytischen Autismusforschung über die Entwicklung der menschlichen Psyche lernen können (Karl Mätzler, Vortrag im Psychoanalytischen Seminar Bern am 7.12.2012, auf seiner Seite, PDF)
- Autismus: Ein Leben in High Definition (Aleksander Knauerhase, Quergedachtes, 25.11.2012) – Link zu seinem Buch
- Asperger-Autisten verstehen lernen (Autismus Mittelfranken (Hrsg.), Selbsthilfegruppe »Leben mit Autisten« Biberach, 2010, PDF)
„Ich habe festgestellt, dass die Eigenschaften der Persönlichkeit mit Asperger-Syndrom unter anderem Aufrichtigkeit, Loyalität, Zuverlässigkeit und Geradlinigkeit sind. Zudem haben diese Menschen strenge Moralvorstellungen und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ihre kognitiven Eigenschaften sind unter anderem: ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis, Begeisterungsfähigkeit und Sachkenntnis in Bezug auf ein Spezialinteresse, eine originelle Denkweise, ein gutes Vorstellungsvermögen und die bemerkenswerte Fähigkeit, in Bildern zu denken ... Menschen mit Asperger-Syndrom haben viele positive Eigenschaften in ihren Fähigkeiten und in ihrer Persönlichkeit. Es gibt Wissenschaftler und Künstler, die das Asperger-Syndrom haben und die dank dieser Eigenschaften Herausragendes leisteten. Es ist kein Leiden, dessen man sich schämen müsste, sondern eines, zu dem man stolz stehen sollte.“ [aus Tony Atwood, Das Asperger-Syndrom, 2000, S. 206, zit. in obigem Link]
- Zur Metapsychologie des Autismus (Laura Viviana Strauss, Dissertation, Kobra Bibliothek, Universität Kassel, November 2008, PDF)
- AUTISMUS: Unterschätzte Außenseiter (Sebastian Dern, Nicole Schuster, Spektrum, 15.06.2007)
- Spiegelneuronen II: Der blinde Spiegel Autismus ( Vilayanur S. Ramachandran, Lindsay M. Oberman , Spektrum, 23.03.2007)


- MEDIZIN – Atomphysik im Kindergarten (Hubertus Breuer, SPON, 23.10.2000)



Hochfunktionaler Autismus:
Der Unterschied zwischen hochfunktionalem und niedrig-funktionalem Autismus ist, dass hochfunktional bedeutet, dass deine Schwächen ignoriert werden und niedrig-funktional bedeutet, dass deine Stärken ignoriert werden. [Laura Tisconic, zit. in High Functioning Autismus: Was ist das?, Autismus-Kultur]
siehe auch:
- Asperger Syndrom & High Functioning Autismus: Gibt es einen Unterschied? (Autismus-Kultur)
- Famous People Who Have or Had Asperger's Syndrome (Michelle, Disabled World 10.11.2017)
- Celebrities with autism or Asperger's syndrome (Johanna-Khristina, imdb, 27.03.2012)

eine Linksliste zu Spektrum-Artikeln über Autismus und Asperger:
- EINE RÄTSELHAFTE STÖRUNG: Autismus und Asperger-Syndrom 
- Forum für Autisten und interessierte Zeitgenossen
- Checkliste nach Bosch (Aspergia)
- Autismus (Seele und Gesundheit)
- Das autistische(seelisch/geistliche) Innenleben und ihr begegnen aus einer Sektorperspektive (Selbsthilfegruppe Autistische Beeinträchtigung, PFD)

weitere Autismus-Posts

Bücher:
- Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht: Leben mit dem Asperger-Syndrom (Liane Holliday Willey, Amazon)
- Buntschatten und Fledermäuse: Mein Leben in einer anderen Welt (Axel Brauns, Amazon)
weitere Autismus-Bücher bei Amazon 



The Big Bang Theory - witzige Szenen HD {9:10}

Veröffentlicht am 31.01.2013
Sammlung witziger Szenen von The Big Bang Theory.

The Big Bang Theory Intro (German & English lyrics) {0:20}

Hochgeladen am 18.08.2011
The Intro of the Beste Serie of the World! German lyrics and English Lyrics ..... Subtitles

The Big Bang Theory Intro Full Version {1:07}

Hochgeladen am 01.11.2010
Under Section 107 of the Copyright Act 1976, 
allowance is made for "fair use" for purposes such as criticism, comment, 
news reporting, teaching, scholarship, and research. Fair use is a use 
permitted by copyright statute that might otherwise be infringing. 
Non-profit, educational or personal use tips the balance in favor of fair 
use.

The Big Bang Theory unaired pilot {3:00}

Hochgeladen am 13.09.2010
aktualisiert am 30.10.2017

Samstag, 2. April 2016

Aufklärung

Der Begriff Aufklärung, auch für das „Aufklären“ beliebiger Sachverhalte verwendet, bezeichnet seit etwa 1700 das gesamte Vorhaben, durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden. Seit etwa 1780 bezeichnet der Begriff auch diese geistige und soziale Reformbewegung, ihre Vertreter und das zurückliegende Zeitalter der Aufklärung in der Geschichte Europas und Nordamerikas. Es wird meist auf etwa 1650 bis 1800 datiert.Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, der Kampf gegen Vorurteile, die Hinwendung zu den Naturwissenschaften, das Plädoyer für religiöse Toleranz und die Orientierung am Naturrecht. Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht. Viele Vordenker der Aufklärung waren optimistisch, eine vernunftorientierte Gesellschaft werde die Hauptprobleme menschlichen Zusammenlebens schrittweise lösen. Dazu vertrauten sie auf eine kritische Öffentlichkeit. Kritik an diesem „Vernunftglauben“ entstand seit etwa 1750 unter den Aufklärern selbst, dann im Sturm und Drang und in der Romantik.Aufklärerische Impulse beeinflussten Literatur, Schöne Künste und Politik, etwa die Amerikanische Revolution von 1776 und die Französische Revolution von 1789. Sie beeinflussen viele Gesellschaftsbereiche bis heute, so dass der Begriff auch den gesamten Rationalisierungsprozess der Moderne bezeichnet.Seit 1945 wird die europäische Aufklärung angesichts ihrer Spätfolgen auch als unabgeschlossenes und ambivalentes Projekt gedeutet, etwa in der Frankfurter Schule. Analoge Emanzipationsprozesse, ihr Fehlen oder ihre Notwendigkeit werden auch bei anderen Kulturen diskutiert. (Aufklärung, Wikipedia)

Helden der Aufklärung - Die Macht des Wissens (1/2) [52:00]

Veröffentlicht am 07.07.2012
Helden der Aufklärung (1/2)

Die Macht des Wissens
Die geistige Strömung der Aufklärung erfasste im 18. Jahrhundert ganz Europa. Nicht nur Philosophen wie der in Königsberg lehrende Immanuel Kant propagierten die Freiheit des Denkens, auch Naturwissenschaftler setzten sich gegen die Reglementierung durch Staat und Religion zur Wehr. So forderte der Brite Isaac Newton den Zugang zu Wissen für jedermann und schuf die Grundlage für die moderne Wissenschaft. Der Franzose Denis Diderot focht das Wissensmonopol der Kirche an. Der Marques de Pombal organisierte nicht nur den Wiederaufbau Lissabons nach dem großen Erdbeben von 1755, sondern legte den Grundstein für den modernen portugiesischen Staat. Und die Entdeckungen des englischen Naturwissenschaftlers Erasmus Darwin - Großvater des Evolutionstheoretikers Charles Darwin - stellten einen unmittelbaren Angriff auf den Wahrheitsanspruch der Kirche dar.

(Deutschland, Großbritannien, 2012, 90mn)
ZDF

Erstausstrahlungstermin: Sa, 30. Jun 2012, 20:15

Themen: Dokumentationen, Geopolitik & Geschichte

Stichworte: Aufklärung, Immanuel Kant, Isaac Newton, Denis Diderot, Erasmus Darwin

Siehe auch: http://www.zeit.de/2012/27/China-Aufk...

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Helden der Aufklärung - Die Macht des Wissens (2/2) [51:48]

Veröffentlicht am 07.07.2012
Helden der Aufklärung (2/2)

Drei sehr unterschiedliche Männer des 18. Jahrhunderts dominieren den zweiten Teil der Dokumentation. Sie versuchten jeweils auf ihre ganz eigene Weise, die Vorstellungen der Aufklärung in die Tat umzusetzen.
Der Franzose Nicolas Marquis de Condorcet - ein brillanter Mathematiker, Philosoph und Politiker - stand während der Französischen Revolution im Zentrum des Kampfes um mehr Freiheitsrechte und engagierte sich unter anderem für die Abschaffung der Sklaverei und die Gleichstellung der Geschlechter. In Amerika entwickelte der Anwalt und Kongressabgeordnete Thomas Jefferson - der Hauptautor der legendären Unabhängigkeitserklärung - das Modell für die erste moderne demokratische Republik. Und in Preußen war der König selbst ein Vertreter der Aufklärung. Friedrich der Große gilt als aufgeklärter Monarch, verstand es aber trotzdem, seine Interessen skrupellos zu vertreten.

(Deutschland, Großbritannien, China, 2012, 52mn)
ZDF

Erstausstrahlungstermin: Sa, 30. Jun 2012, 21:08

Themen: Dokumentationen, Geopolitik & Geschichte

Stichworte: Aufklärung, Nicolas Marquis de Condorcet, Thomas Jefferson, Friedrich II

Siehe auch: http://www.zeit.de/2012/27/China-Aufk...

zu Friedrich dem Großen:
- Vor 300 Jahren – 18. Jh.: Des Soldatenkönigs »Lustige Räte« (Post, 02.03.2016)
- Friedrich II. von Preußen: Psychogramm (Post, 06.04.2016)

zum Verhältnis zwischen Friedrich dem Großen und Voltaire:

- Ihr Genie ist eine Fackel (Anette Großbongardt, SPON, 29.03.2011)
- Friedrich und Voltaire – sie konnten nicht ohne einander (Volker Tarnow, Beliner Morgenpost, 22.07.2008)
- François Marie Arouet gen. « Voltaire », Schriftsteller und Philosoph (Philippe Poindront, Preussen.de, 2003)
- Hassliebe? – Friedrich II. und Voltaire (Gereon Breuer, Blaue Narzisse)
- "Sire, ich eile“ – Voltaire und Friedrich II. (Hasn Joachim Schädlich, Focus, 18.01.2012)
- 300 Jahre Friedrich der Große: Der schwule Fritz (Oliver Das Gupta, Süddeutsche Zeitung, 23.01.2012)
- Spitzfindigkeiten (Knobellösungen)

Verstehen Sie Kant? [54:37]


Hochgeladen am 27.12.2011
Aus der Reihe "Sternstunde Philosophie" - Immanuel Kant
- Was kann ich wissen?
- Was soll ich tun?
- Was darf ich hoffen?

Link: Eine L.E.D. hinterfragt sich nach dem "Sinn ihres Lebens": https://youtu.be/6Twql_VOahs
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Kant für Anfänger - Sophies Ausflug In Die Philosophie 1/5 - Metaphysik [14:59]

Veröffentlicht am 30.07.2013
In der ersten Staffel steht Kants "Kritik der reinen Vernunft" im Mittelpunkt. In der zweiten geht es um den kategorischen Imperativ. Beides sind humorvolle Serien, die sich höchst unterhaltsam mit so komplexen Themen wie Ethik, Prinizipien, Vernunft, Moral, Liebe und vor allem: der Philosophie Immanuel Kants auseinander setzt. Die Kritik der reinen Vernunft Kants "Kritik der reinen Vernunft" gilt vielen als Höhepunkt der abendländischen Philosophie -- andere halten sie schlicht für unlesbar. Was steht drin, in diesem Text des großen Aufklärers? Was war das für ein Mensch, jener Königsberger Philosoph, der Jahrzehnte an diesem Buch geschrieben hat? Warum ist das Buch heute so aktuell wie nie zuvor? 

Sophie, eine junge Journalistik-Studentin, will Antworten finden auf diese Fragen. Sie fängt an zu recherchieren und trifft auf jemanden, der ihr bestens Auskunft geben kann: Professor Immanuel Kant höchstpersönlich. Denn wer kann besser über den Sinn der langen und schwer verdaulichen Sätze Auskunft geben als der Verfasser selbst? Der kategorische Imperativ "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."

Philosophie - Immanuel Kant - Kritik der reinen Vernunft (Prof Manfred Sommer) - Ringvorlesung [1:26:23]

Veröffentlicht am 30.08.2014
Aus den Philosophischen Ringvorlesungen. Dozent: Prof. Manfred Sommer. Thema: Kant's Kritik der reinen Vernunft. Giggity.
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Freitag, 1. April 2016

Den geeigneten Meditationssitz finden

Viele Orthopäden lehnen den halben oder den ganzen Meditationssitz ab, weil sie die Belastung der Knie- und Hüftgelenke für unphysiologisch halten.

Viele »alte« oder traditionelle Meditationslehrer beharren auf der strikten Einhaltung der Sitzposition.

Quelle: Die vielen Aspekte einer
gelungenen Reise
, Matthias Weigold
Dazwischen gilt es einen Mittelweg zu finden, zumal Maitreya, der Buddha der Zukunft, häufig auf einem Stuhl sitzend dargestellt wird. (Möglicherweise symbolisiert der Stuhl ja nur die Zukunft, wer weiß?)

Letztlich läuft es auf die Frage hinaus: Welche Sitzposition ermöglicht mir ein möglichst langes, entspanntes Sitzen?

(Wobei – schulmedizinische ausgedrückt – ein völlig entspanntes Sitzen aufgrund der notwendigen Muskelanstrengung der sogenannten paravertrebralen Muskulatur – den Muskeln, die entlang der Wirbelsäule laufen – gar nicht möglich ist. – Da kann man mal wieder sehen, sie unterschiedlich die Begriffe in unterschiedlichen Sprachen gebraucht werden: 

Für den Osten bedeutet »Entpannung« eine gewisse Grundanspannung – wir im Westen haben oft noch eine Schlaraffenland-Mentalität, gehen ins Extrem und träumen von einer absoluten Spannungslosigkeit!)

Nehmen Sie einen Sitz ein, der der Tradition nahekommt und lockern Ihre perfektionistischen Ansprüche soweit, daß sie während der Meditation nicht allzusehr leiden.

Ich selbst habe über drei Jahre gebraucht, bis ich einige Male das Gefühl eines stabilen Sitzes hatte – und dann hat sich meine Hüftmuskulatur gemeldet und protestiert seither. Ich beginne daher – diese Selbstfürsorge gestatte ich mir – mit dem normalen Schneidersitz, und nach einer halben Stunde ist meine Oberschenkel-Hüftmuskulatur soweit gedehnt, daß ich nach der Gehphase und einigen etwas schmerzhaften Minuten recht gut im halben Lotussitz aushalten kann. Ein wenig (!) Schmerz – bei uns im Westen ebenfalls verpönt (siehe Zen-Stock) – hilft meiner Meinung nach sehr beim Achtsam-Bleiben! (Und wenn man statt auf einem auf zwei Kissen sitzt, ist es für Hüften, Kniee und Wirbelsäule einfacher.)

Vielleicht probieren Sie es ja auch einmal mit einem Sitzbänkchen.

Robben Sie sich einfach Zentimeter für Zentimeter unverdrossen an die für Sie passende Sitz-Haltung ran. Sowohl bei den Buddhisten wie auch bei den Altkatholen gibt es Leute, die auf einem Stuhl sitzend meditieren! Da hat niemand was dagegen. Mann sollte dabei allerdings auf die Sitzunterlage achten (ein niedriges Keilkissen wäre ideal!), sonst wird’s anstrengend, eine aufrechte Wirbelsäulenhaltung zu bewahren. Heir einige Links, die Ihnen vielleicht hilfreich sind: 

– Angenehm sitzen (Youtube)

Dienstag, 29. März 2016

Das war meine Rettung – "Meine Mitschüler haben mich ausgelacht"

Brunello Cucinelli ist als Unternehmer erfolgreich, weil er die Armut seiner Kindheit nie vergaß.
mehr:
- Das war meine Rettung – "Meine Mitschüler haben mich ausgelacht" (im Interview mit Louis, Lewitan, ZON, 28.03.2016)

Mittwoch, 23. März 2016

Über das Wahlkampf-Sprachniveau der US-Präsidentschaftsanwärter

Donald Trump liegt in der Grammatik fast auf Grundschulniveau 

Politiker-Reden im Grammatik-Test: Die Kandidaten im US-Vorwahlkampf glänzen nicht gerade durch elaborierte Grammatik oder ein abwechslungsreiches Vokabular - eher im Gegenteil. Hilary, Clinton, Ted Cruz und Bernie Sanders erreichen sprachlich nur Mittelstufen-Niveau. Donald Trumps Reden entsprechen sprachlich sogar nur denen eines Fünftklässlers, wie US-Forscher ermittelt haben.
mehr:
- Trump: Wissenschaftlich nachgewiesenes Niveau eines 5jährigen (Scinexx, sott.net, 21.03.2016)
siehe auch:
- Ein Blick in die amerikanische Seele (Post, 22.03.2016)