Es ist bekannt, dass depressiv selbstüberforderte Menschen nur ganz unscharf ihre eigenen physischen und psychischen Grenzen erkennen und daher auch nur schwer merken, wann eine emotionale bzw. psychische Belastung einfach nicht mehr zu bewältigen ist. siehe auch meine Website
Als Folge übernehmen betroffene Menschen für alles und jedes Verantwortung: für die ANDEREN MUSS ALLES PASSEN, nicht aber für einen selbst. Dieser so handelnde Mensch stellt eigene Bedürfnisse völlig hinten an, da er sie ja auch gar nicht als legitim wahrnimmt.
Es besteht also eine hohe Sensibilität für andere Menschen, nicht aber bezüglich des eigenen Empfindens und eigener psychischer Verletzlichkeit.
Ganz bestimmte depressive Muster und damit Überforderungsklassiker, können auch als gleitender Übergang zu einer möglichen manifesten Depression verstanden und in der Praxis beobachtet werden.
Mehrfache Anfragen – bereits zu den beiden Vorblogs – bestätigten mir die allgemeine Unsicherheit beim Thema: Depression und es wurde offensichtlich wohl als sehr hilfreich empfunden, dass ich mehr beschreibend, als rein wissenschaftlich „dozierend“ an die Thematik herangehe. Dies soll hier inhaltlich noch ein Mal vertieft werden, ehe „mögliche“ Lösungs-und Heilungsansätze im Folgeblog aufgezeigt werden.
mehr:
- Basis der manifesten Depression: die latente depressive Überforderung (Monika Koch, Auf der Couch, Aachener Zeitung-Blog, 10.12.2010, Hervorhebungen im Original)
noch mehr:
- Atypische Depression oder hochfunktionelle Depression ohne Depression (Martin Winkler, DocCheckNews, 22.10.2016)
- High Functioning Depression – Die erfolgreichen Depressiven? (Aline Schöneberg, CogniFit, 25.05.2017)
- Über diese besondere Art von Depression spricht kaum jemand – dabei sollten wir es tun (Well&Good-Blog der Huffington Post, 23.09.2016)
- Menschen mit versteckter Depression wollen, dass du diese 9 Dinge weißt (Lindsay Holmes, Huffington Post, 05.10.2016)
Donnerstag, 18. Januar 2018
Mittwoch, 17. Januar 2018
Autismus und Arbeit
Daniel ist Autist und schrieb mir, dass er immer öfter das Gefühl habe, der Einzige zu sein, der sich richtig freut, arbeiten zu dürfen. Alle anderen in seinem Umfeld würden regelmäßig schimpfen.
„Nicht, dass ich falsch verstanden werde“, schreibt er, „ich selbst denke mir auch manchmal: Mensch, ich hab nur zwei Hände, wie soll ich denn das alles schaffen? Oder aber: Hm, wenn jetzt nicht erst 14 Uhr, sondern schon Feierabend wäre, das wäre doch toll. Aber trotzdem… Ich ziehe nicht so über meinen Chef her, wie das andere tun. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich meine Arbeit dankbarer wahrnehme.“
Daniel verfasste schließlich einen Gastbeitrag zu diesem Thema:
mehr:
- Gastbeitrag zum Thema Autismus und Job: „Ich freue mich, arbeiten zu können.“ (Silke, EllasBlog, 26.06.2017)
Daniel verfasste schließlich einen Gastbeitrag zu diesem Thema:
mehr:
- Gastbeitrag zum Thema Autismus und Job: „Ich freue mich, arbeiten zu können.“ (Silke, EllasBlog, 26.06.2017)
Montag, 15. Januar 2018
»Zeit der Monster«
Interview Der franko-tunesische Psychoanalytiker Fethi Benslama über seine Begegnung mit Freud und seine Arbeit mit Islamisten
Fethi Benslama ist Psychoanalytiker, lehrt als Professor für Psychotherapie an der Pariser Universität Denis Diderot und gehört in Frankreich zu den führenden Experten für Islam und Islamismus.
mehr:
- „Die Zeit der Monster“ (Jakob Augstein, der Freitag 51/2017)
Fethi Benslama ist Psychoanalytiker, lehrt als Professor für Psychotherapie an der Pariser Universität Denis Diderot und gehört in Frankreich zu den führenden Experten für Islam und Islamismus.
mehr:
- „Die Zeit der Monster“ (Jakob Augstein, der Freitag 51/2017)
Samstag, 13. Januar 2018
Ego-Kult, Selbst-Optimierung und Wettbewerbsfähigkeit
scobel ist eine wöchentlich auf 3sat ausgestrahlte Fernsehsendung, die Themen aus den Bereichen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft und Ethik behandelt. Moderator und Namensgeber ist der Fernsehjournalist Gert Scobel. Die Vorgängerin der Sendung war bis April 2008 die Sendung delta. [scobel (Fernsehsendung), Wikipedia, abgerufen am 13.01.2018]==========
Wir optimieren unsere Körper, unsere Karrieren, unser Privatleben. Was ist richtig, was falsch? Ist die Selbstoptimierungswelle die neue Sinnstiftung? Wozu tun wir das? Gert Scobel diskutiert mit seinen Gästen.
mehr:
- scobel: Der Ego-Kult – Im Zweifel, ich zuerst (3sat, 11.01.2018, in der ZDF-Mediathek abrufbar bis 12.01.2023)
Labels:
Arbeit,
Emotionen,
Identität,
Kreativität,
Realitätskonstruktion,
Selbstmanagement
Mark Fisher, Depression, Gesellschaft und das Leben in einer Illusion
Die Alternativlosigkeit des Kapitalismus, ideologische Gespenster und Depression: Damit hat sich Mark Fisher beschäftigt. Vor einem Jahr hat sich der britische Kulturtheoretiker das Leben genommen. Eine Erinnerung. Oder: Warum man hinter rote Vorhänge schauen sollte.
Die Sängerin Rebekah Del Rio tritt vor den schweren, roten Samtvorhang und beginnt ein wunderschönes, trauriges Lied zu singen: die spanische Version von Roy Orbisons „Crying“. Während die beiden Zuhörerinnen im „Club Silencio“ beim Klang der berührenden Ballade selbst zu weinen beginnen, fällt Del Rio plötzlich um und liegt wie tot auf der Bühne – doch ihre Stimme singt weiter.
Gänsehautmomente gibt es viele im Film „Mulholland Drive“ (2001) von David Lynch. Doch die Stimme, die weitersingt, obwohl die Sängerin kollabiert ist, hat Mark Fisher besonders fasziniert: Für ihn ist dies eine der Schlüsselstellen des Films und ein Beispiel für das, was er in seinem Buch „Das Seltsame und Gespenstische“ untersucht hat.
Er lehnte sich dabei an Sigmund Freuds Begriff vom Unheimlichen an. Das Unheimliche, so Freud, irritiert vor allem deshalb, weil es mit dem Heimlichen, also dem von der eigenen Heimat Bekannten, so nahe verwandt ist. Eine kleine Abweichung von diesem Bekannten, Heimlichen reicht aus, um großen Schrecken zu erzeugen, um „un-heimlich“ zu werden. Spuren dieser Art hat Mark Fisher in seinem Spezialfeld, der Popkultur, viele gesucht und gefunden, in der Musik ebenso wie im Kino.
Das Seltsame, Unbehagen Verursachende an der Szene aus „Mulholland Drive“ war für Fisher die plötzliche Einsicht, dass wir uns in einer Illusion befinden. Kino an sich ist immer Illusion, in die wir uns freiwillig und mit großem Glücksversprechen begeben. Das wird in „Mulholland Drive“ sogar an anderer Stelle explizit betont, ändert aber nichts daran, dass wir bei der Einsicht in diese Wirklichkeit – beim Gewahrwerden, dass die Stimme auch weitersingen kann, wenn die Sängerin am Boden liegt – zusammenzucken.
mehr:
- Hinter roten Vorhängen (Lukas Wieselberg, science.ORF.at, 13.01.2018)
Zum Tod des Popkritikers Mark Fisher (11. Juli 1968 – 13. Januar 2017) {1:26:05}
Am 25.01.2017 veröffentlicht
mehr zu Mark Fisher:
- Mark Fisher: „Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?“ (PhilosophieUndLiteratur.de)
- Dem Störenden folgen (Diedrich Diederichsen, taz, 17.12.2017)
- Mark Fisher – Wenn die Begriffe nicht mehr greifen (Philipp Rhensius, WOZ, 26.10.2017)
- Zum Tod des Popkritikers Mark Fisher: Depression und Kapitalismus (Hartwig Vens, Deutschlandfunk Kultur, 16.01.2017)
- Nachruf auf Mark Fisher – Die Geister seines Lebens (Christian Werthschulte, taz, 15.01.2017)
- Mark Fisher: Der Gespensterforscher (Thomas Groß, ZON, 26.02.2015, beachte auch die Kommentare!)
==========
- Derrida über Marx und die neue Weltordnung (Moishe Postone, Krisis, 31.12.1998)
==========
Mark Fisher on why Modern Life causes Depression {3:31}
Am 28.04.2017 veröffentlicht
- „There’s more to the picture“ (EduardMinor, 04.11.2014)
- Neue Bücher zum „Burnout“ – Hurra, hurra, die Klasse brennt (Klaus Walter, taz, 13.11.2013)
- Realismus und Unmündigkeit (Markus Rackow, e-politik.de, 19.06.2013)
- Hauntology-Pop: Elektronische Musik erforscht ihr Unbewusstes (Felix Stephan, ZON, 06.02.2012)
- Mark Fisher: Kapitalistischer Realismus ohne Alternative? Symptome unserer kulturellen Malaise (Steffen Vogel, getidan, 24.01.2011)
siehe auch:
- Ego-Kult, Selbst-Optimierung und Wettbewerbsfähigkeit (scobel, 3sat, 11.01.2018)
- Achtsamkeit im Neoliberalismus: Warum nicht?! (Post, 16.11.2017)
- »Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein« (Post, 15.11.2017)
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.03.2016)
- Angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie sich Emotionen in der Menge entladen, und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)
- Deutschlands Hypnotherapeutin Nr. 1 und das Herstellen von Alternativlosigkeit (Post, 18.01.2016)
- Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
- Wie gehen wir mit gemachter Realität um? (Post, 15.06.2014)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Wir geben ihnen Macht 1 (Post, 14.03.2013)
- Die neurobiologische Verankerung von Erfahrungen und ihre Auswirkungen auf das spätere Verhalten (Gerald Hüther, Archiv der Lindauer Psychotherapiewochen, Plenarvortrag, 24. April 2001, PDF)
Gehirnforscher Prof. Gerald Hüther: Quantenphysik und Kommunale Intelligenz {1:27:38}
Am 03.11.2017 veröffentlicht
Die Sängerin Rebekah Del Rio tritt vor den schweren, roten Samtvorhang und beginnt ein wunderschönes, trauriges Lied zu singen: die spanische Version von Roy Orbisons „Crying“. Während die beiden Zuhörerinnen im „Club Silencio“ beim Klang der berührenden Ballade selbst zu weinen beginnen, fällt Del Rio plötzlich um und liegt wie tot auf der Bühne – doch ihre Stimme singt weiter.
Gänsehautmomente gibt es viele im Film „Mulholland Drive“ (2001) von David Lynch. Doch die Stimme, die weitersingt, obwohl die Sängerin kollabiert ist, hat Mark Fisher besonders fasziniert: Für ihn ist dies eine der Schlüsselstellen des Films und ein Beispiel für das, was er in seinem Buch „Das Seltsame und Gespenstische“ untersucht hat.
Er lehnte sich dabei an Sigmund Freuds Begriff vom Unheimlichen an. Das Unheimliche, so Freud, irritiert vor allem deshalb, weil es mit dem Heimlichen, also dem von der eigenen Heimat Bekannten, so nahe verwandt ist. Eine kleine Abweichung von diesem Bekannten, Heimlichen reicht aus, um großen Schrecken zu erzeugen, um „un-heimlich“ zu werden. Spuren dieser Art hat Mark Fisher in seinem Spezialfeld, der Popkultur, viele gesucht und gefunden, in der Musik ebenso wie im Kino.
Das Seltsame, Unbehagen Verursachende an der Szene aus „Mulholland Drive“ war für Fisher die plötzliche Einsicht, dass wir uns in einer Illusion befinden. Kino an sich ist immer Illusion, in die wir uns freiwillig und mit großem Glücksversprechen begeben. Das wird in „Mulholland Drive“ sogar an anderer Stelle explizit betont, ändert aber nichts daran, dass wir bei der Einsicht in diese Wirklichkeit – beim Gewahrwerden, dass die Stimme auch weitersingen kann, wenn die Sängerin am Boden liegt – zusammenzucken.
mehr:
- Hinter roten Vorhängen (Lukas Wieselberg, science.ORF.at, 13.01.2018)
Zum Tod des Popkritikers Mark Fisher (11. Juli 1968 – 13. Januar 2017) {1:26:05}
Am 25.01.2017 veröffentlicht
Raoul de Bragelonne
Reste einer verlorenen Zukunft: https://www.neues-deutschland.de/arti...
Aus aktuellem Anlass: http://www.konkret-magazin.de/aktuell...
Das Gefühl, dass sich nichts jemals wieder ändern wird: http://jungle-world.com/artikel/2015/...
Die Geister seines Lebens: https://www.taz.de/!5374241/
Das neue Jahr beginnt mit dem Tod einer Person, die sich für eine kritische Theorie der Popkultur verdient gemacht hat: Am 13. Januar 2017 hat sich der Kulturwissenschaftler Mark Fisher das Leben genommen. Im Gespräch mit Philipp Böhm haben wir sein theoretisches Vermächtnis gewürdigt.
Aus aktuellem Anlass: http://www.konkret-magazin.de/aktuell...
Das Gefühl, dass sich nichts jemals wieder ändern wird: http://jungle-world.com/artikel/2015/...
Die Geister seines Lebens: https://www.taz.de/!5374241/
Das neue Jahr beginnt mit dem Tod einer Person, die sich für eine kritische Theorie der Popkultur verdient gemacht hat: Am 13. Januar 2017 hat sich der Kulturwissenschaftler Mark Fisher das Leben genommen. Im Gespräch mit Philipp Böhm haben wir sein theoretisches Vermächtnis gewürdigt.
mehr zu Mark Fisher:
- Mark Fisher: „Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?“ (PhilosophieUndLiteratur.de)
- Dem Störenden folgen (Diedrich Diederichsen, taz, 17.12.2017)
- Mark Fisher – Wenn die Begriffe nicht mehr greifen (Philipp Rhensius, WOZ, 26.10.2017)
- Zum Tod des Popkritikers Mark Fisher: Depression und Kapitalismus (Hartwig Vens, Deutschlandfunk Kultur, 16.01.2017)
- Nachruf auf Mark Fisher – Die Geister seines Lebens (Christian Werthschulte, taz, 15.01.2017)
- Mark Fisher: Der Gespensterforscher (Thomas Groß, ZON, 26.02.2015, beachte auch die Kommentare!)
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Als Reaktion auf die Aussage des US-amerikanischen Historikers Francis Fukuyama, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gehöre dem siegreichen Kapitalismus nunmehr uneingeschränkt die Zukunft und es sei somit das „Ende der Geschichte“ eingetroffen, formulierte der französische Philosoph Jacques Derrida im Jahr 1993 seine Theorie der Hauntologie. Unter diesem Begriff, der die Konzepte von haunt (dt. von etwas heimgesucht werden) und Ontologie (Lehre des Seienden) in einem Wort verbindet, versteht man nach Derrida die Gegenwart (oder auch „offensichtliche Nicht-Gegenwart“) von Ideen, Theorien und Ideologien aus der Vergangenheit, die selbst bei ihrem Scheitern in der Praxis noch in den Denkgebäuden der Gegenwart präsent sind und diese dadurch prägen. Dem Titel des zugehörigen Buches – Spectres de Marx (dt.: Geister von Marx) – entsprechend, bezog sich Derrida in erster Linie auf die Theorien von Karl Marx, die durch das Ende des Kalten Krieges nach 1989 in weiten Teilen als gescheitert und nicht mehr relevant galten, obschon die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Ursachen von Marx' Kritik am Kapitalismus auf nach dem Fall des Eisernen Vorhangs weiter Bestand haben sollten. Zum weiteren Umfeld der Hauntologie gehört bespielsweise auch die Theorie der „heimgesuchten Orte“, nach der sich bestimmte einschneidende Ereignisse in einen Ort so einprägen können, dass sie sich ständig wiederholen.
[Hauntology, "Hauntologie" in der Philosophie, Indiepedia, abgerufen am 21.01.2018]
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zu Derridas Buch siehe:- Derrida über Marx und die neue Weltordnung (Moishe Postone, Krisis, 31.12.1998)
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Mark Fisher on why Modern Life causes Depression {3:31}
Am 28.04.2017 veröffentlicht
Symrun Citizen
Mark Fisher speaking at a lecture about Capitalist Realism and Cybernetics, specifically about how Neoliberalism is exhausting us all.
- „There’s more to the picture“ (EduardMinor, 04.11.2014)
- Neue Bücher zum „Burnout“ – Hurra, hurra, die Klasse brennt (Klaus Walter, taz, 13.11.2013)
- Realismus und Unmündigkeit (Markus Rackow, e-politik.de, 19.06.2013)
- Hauntology-Pop: Elektronische Musik erforscht ihr Unbewusstes (Felix Stephan, ZON, 06.02.2012)
- Mark Fisher: Kapitalistischer Realismus ohne Alternative? Symptome unserer kulturellen Malaise (Steffen Vogel, getidan, 24.01.2011)
siehe auch:
- Ego-Kult, Selbst-Optimierung und Wettbewerbsfähigkeit (scobel, 3sat, 11.01.2018)
- Achtsamkeit im Neoliberalismus: Warum nicht?! (Post, 16.11.2017)
- »Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein« (Post, 15.11.2017)
- Warum schweigen die Lämmer? – Der Mensch im Geflecht von Medien, Manipulation und Macht (Post, 16.03.2016)
- Angewandte Psychoanalyse: Masse und Mob – Wie sich Emotionen in der Menge entladen, und wie sie gesteuert werden können (Post, 14.03.2016)
- Deutschlands Hypnotherapeutin Nr. 1 und das Herstellen von Alternativlosigkeit (Post, 18.01.2016)
- Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
- Wie gehen wir mit gemachter Realität um? (Post, 15.06.2014)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Wir geben ihnen Macht 1 (Post, 14.03.2013)
- Die neurobiologische Verankerung von Erfahrungen und ihre Auswirkungen auf das spätere Verhalten (Gerald Hüther, Archiv der Lindauer Psychotherapiewochen, Plenarvortrag, 24. April 2001, PDF)
Gehirnforscher Prof. Gerald Hüther: Quantenphysik und Kommunale Intelligenz {1:27:38}
Am 03.11.2017 veröffentlicht
Georg Dygruber
TIcket Salzburgarena für 10.2018 jetzt kaufen (mit Prof. Hüther):
https://www.startnext.com/bewusstgeme...
4000 Menschen finden sich und transporieren unsere Anliegen!
Was ist Kommunale Intelligenz: Es geht dabei in erster Linie darum, einen gesellschaftlichen Prozess auszulösen und Menschen in ihrer Entfaltung zu unterstützen.
Machen wir aus dem Inspirationstag im Odeion ein Feuerwerk, das das ganze Land erfasst und unsere Anliegen sichtbar macht. Ein konkretes Ziel ist eine Großveranstaltung in der Salzburgarena im Oktober 2018, wo wir darüber nachdenken, wie wir die Welt durch eine andere Art des Miteinanders verändern.
Mehr Information: https://www.bewusst-gemeinsam-leben.at/
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4000 Menschen finden sich und transporieren unsere Anliegen!
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Mehr Information: https://www.bewusst-gemeinsam-leben.at/
Freitag, 12. Januar 2018
Scham und Schuld
Schamgefühle haben großen Einfluss auf die Steuerung des Verhaltens. Ursächlich hängen sie mit dem psychologischen Grundkonflikt zusammen. Somit sind sie mit den Bedürfnissen nach Selbstbestimmung und Zugehörigkeit sowie dem Selbstwertempfinden vernetzt. Verdrängte Schamgefühle können ganze Biographien nachhaltig belasten.
Schamgefühle tauchen auf, sobald sich zeigt, dass das tatsächliche Sosein hinter dem Selbstbild zurückbleibt. Da das Selbstbild weitgehend dem entspricht, wie man in den Augen anderer erscheinen möchte, schmerzt das Schamgefühl besonders, wenn auch andere Zeugen der Lücke geworden sind.
Da das Bild, das wir und andere von uns haben, den Rang bestimmt, auf den wir in der Gemeinschaft Anspruch erheben, gefährdet jedes Ereignis, das Lücken offenbart, unsere Zugehörigkeit. Das erzeugt unterschwellig Existenzangst.
Die Regulation des Schamgefühls ist nicht statisch. Sie unterliegt entwicklungspsychologischen Gesetzen und kulturellen Vorgaben. Je größer der Anpassungsdruck kultureller Vorgaben ist, desto mehr wird die spontane Entwicklungsdynamik der reifenden Person verzerrt. [Scham, 2. Psychologie des Schamgefühls, Seele und Gesundheit, abgerufen am 13.01.2018]==========
Was macht Schamgefühle eigentlich aus, was macht sie so erdrückend? Und warum kann Scham zuweilen in Aggression umschlagen? Gert Scobel diskutiert mir seinen Gästen.
siehe Sobel: Scham und Schuld (in der ZDF-Mediathek abrufbar bis 03.11.2022)
- Scham und Schuld (Hanswerner Herber, Individuatio, Datum unbekannt)
- Das Schuldgefühle-Wut-Trauer-Angst-Scham-Dilemma (Marin Vieweg, Spektrum, Bild der Wissenschaft, 26.09.2012)
- Trauma und Scham (Dami Charf, Traumaheilung, 07.07.2017?)
Scham {7:53}
Am 11.04.2015 veröffentlicht
Dami Charf
http://www.traumaheilung.de
Dami Charf (HP-Psychotherapie)
Trauma und Scham gehören zusammen wie Schwestern, es ist kaum möglich das eine zu betrachten ohne auf das andere Thema zu stoßen.
Scham wird oft als etwas schlechtes betrachtet, doch wir brauchen eine gesunde Scham um sozial gut zu funktionieren. Scham wird erst dann "schlecht", wenn sie toxisch wird.
Ich hoffe, ich kann mit diesem Video ein wenig den Unterschied erklären.
Herzliche Grüße,
Dami
Dami Charf (HP-Psychotherapie)
Trauma und Scham gehören zusammen wie Schwestern, es ist kaum möglich das eine zu betrachten ohne auf das andere Thema zu stoßen.
Scham wird oft als etwas schlechtes betrachtet, doch wir brauchen eine gesunde Scham um sozial gut zu funktionieren. Scham wird erst dann "schlecht", wenn sie toxisch wird.
Ich hoffe, ich kann mit diesem Video ein wenig den Unterschied erklären.
Herzliche Grüße,
Dami
- Scham und Schuld – Doppelleben macht krank (Fanny Jiménez , N24, 30.05.2012)
- Emotionen – Scham (Götz Fabry, Vorlesung Medizinische Psychologie, Universität Freiburg, 09.01.2008, PDF)
- Die im Boden versinken... (Focus, 24.10.1993)
Mittwoch, 10. Januar 2018
Meditation: Der adäquate Umgang mit Störungen
Doch immer wieder ziehen andere, besonders
auffällige Erfahrungen unsere Aufmerksamkeit von der Körper-Erfahrung ab:
Jemand hustet, wir hören Lärm, die Stimme
der Lehrenden oder andere Geräusche, die laut genug sind, dass die
Aufmerksamkeit von selbst zum Hören geht. Normalerweise würden wir das wohl als
eine Störung betrachten. Hier aber gibt es keine Störung, denn in dem Moment,
in dem die Achtsamkeit zum Hören wechselt, wird genau dieses Hören zur Praxis.
Es ist das, was jetzt dran ist: die Praxis achtsamen Hörens.
Dieses achtsame Hören ist unmittelbar im Kontakt mit
der nackten Erfahrung des Hörens. Dabei wird nicht überlegt, was genau wir da
hören, wer wohl hustet und ob er wohl Hustenbonbons braucht oder nicht. Es ist
einfach das unmittelbare Präsent- und Wach-Sein in der Erfahrung des Hörens –
solange diese dauert. Wenn sie endet, können wir zu den Körperempfindungen
zurückkehren.
Lärm oder Geräusche, Stimme oder Klang sollten nie
als Ablenkung betrachtet werden. Sie sind einfach die nächste Erfahrung, die
unserer vollen Aufmerksamkeit wert ist. Sie entsteht im Gewahrsein, verändert
sich und verschwindet wieder – genau wie die Körper- und Atemempfindungen.
Dem Hören folgt oft ein Bild, ein Gedanke, ein
Benennen. Zum Beispiel: »Ah! Ein Flugzeug«. Gewahr zu sein, wie solche Bilder, Gedanken,
Begriffe im Geist auftauchen und wieder verschwinden, ist Teil der Meditation
und keine Störung. Manchmal hören wir Kampfflugmanöver vom nahe gelegenen
Armeeflugplatz und erleben vielleicht Empörung, Unverständnis oder Aversion.
Falls Gewahrsein präsent ist, kommt es nicht zu Ablenkung: Die Erfahrung
mitsamt ihren Gefühlen erscheint im Gewahrsein, verändert sich und verschwindet
wieder - ganz von selbst. Wenn ich mich aber in der Geschichte verliere und
bereits plane, was ich dem Militärdepartement schreiben werde, wobei ich völlig
vergesse, dass es nur Gedanken und Gefühle sind, die in mir ablaufen, dann ist
das Ablenkung und nicht mehr Meditation.
Beim Hören lässt sich gut beobachten, wie wir die Erfahrung nach außen projizieren, mit Vorstellungen darüber was dort draußen passiert, statt das Hören als eine weitere Erfahrung zu erkennen, die sich im Gewahrsein manifestiert und wieder auflöst. Je nachdem, ob wir präsent sind oder nicht, erkennen wir dies - oder verlieren uns darin.
Beim Hören lässt sich gut beobachten, wie wir die Erfahrung nach außen projizieren, mit Vorstellungen darüber was dort draußen passiert, statt das Hören als eine weitere Erfahrung zu erkennen, die sich im Gewahrsein manifestiert und wieder auflöst. Je nachdem, ob wir präsent sind oder nicht, erkennen wir dies - oder verlieren uns darin.
(aus: Tilmann Lhündrup Borghardt, Fred von Allmen, Ursula Flückiger, Mahamudra und Vipassana: Gewahr Sein. Retreat-Unterweisungen, Norbu Verlag, Badenweiler, Mai 2015, S. 105f.)
siehe auch:
- Meditation: Erwünschtes, Unerwünschtes, alles hat Platz (Post, 19.12.2017)
Labels:
Achtsamkeit,
Meditation,
Selbstmanagement
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