Dienstag, 1. März 2016

Ciao, Quentin, Deine Splatter-Filme muß ich mir nicht mehr ansehen

Ein Pornofilm ist die audiovisuelle Realisation der Pornografie (vom griechischen porne ‚Hure‘, graphein ‚schreiben‘) im Medium Film. Pornografie wird oft definiert als unmittelbare und deutliche Darstellung menschlicher Sexualität und primärer Geschlechtsmerkmale, die die sexuelle Stimulierung des Konsumenten zum Ziel hat. (Pornofilm, Wikipedia)
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Als Splatterfilm bezeichnet man eine Art des Horrorfilms, bei der die Darstellung von exzessiver Gewalt und Blut im Vordergrund steht. Das englische Verb to splatter bedeutet „spritzen“. Der Splatter, der auf die konkreten Akte der Gewalt wie Verletzung oder Zerstückelung fixiert ist, unterscheidet sich vom sogenannten Gore (englisch für „geronnenes Blut“ und „durchbohren“, „aufspießen“), der sein Augenmerk mehr auf das fertige Ergebnis dieser Akte, sowie auf detailliert inszenierte Ausweidungen legt. Eine genaue Differenzierung fällt allerdings in den meisten Fällen schwer, da beide Formen oft ineinander übergehen. Splatter oder Gore sind zudem nicht auf den Horrorfilm beschränkt, vielmehr finden sich entsprechende Elemente in den verschiedensten Genres. „Splatterfilme“ bilden daher nicht so sehr ein eigenes Genre, sondern bezeichnen eine allgemeine Strategie affektorientierter filmischer Körperdarstellung. (Splatterfilm, Wikipedia)
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Tarantino kam als Sohn der damals erst 16-jährigen Connie Tarantino und des 21-jährigen Italo-Amerikaners Tony Tarantino in Knoxville, Tennessee, zur Welt. Seinen Namen verdankt er Quint Asper, einer Figur aus der Westernserie Rauchende Colts. Diese wurde zur Zeit seiner Geburt von Burt Reynolds gespielt. Die Figur in der Serie war Halbblutindianer wie Tarantinos Mutter (jeweils zur Hälfte irischer und Cherokee-Abstammung).
Als Tarantino zwei Jahre alt war, zog seine Mutter mit ihm nach Los Angeles, wo sie ihn alleine großzog. Als Einzelkind verbrachte er seine Freizeit besonders gern in kleinen Vorstadtkinos, die hauptsächlich Martial-Arts- und B-Movies (Grindhousefilme) zeigten. (Quentin Tarantino, Kindheit und Jugend, Wikipedia)
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Die Tatsache, daß Du Dich als Fußfetischisten bezeichnest (Quentin Tarantino, Weitere Markenzeichen, Wikipedia) interessiert mich allenfalls als Psychotherapeut. Und wenn Du Deine Interessen so gekonnt künstlerisch verpacken kannst, daß Du damit sogar vor einem Millionen-Publikum Salma Hyeks Füße lecken darfst, Kompliment!


Salma Hayek Table Dance - From Dusk Till Dawn [4:02]

Hochgeladen am 03.11.2011

Aber wie ein Schwarzer, dem ich nachts nicht unbedingt allein begegnen möchte, gefesselt und geknebelt rektal penetriert wird, bringt mich vielleicht zum Schmunzeln, interessiert mich aber nicht besonders.

Pulp Fiction | 'Pretty Far from Okay' (HD) - Bruce Willis, Ving Rhames | MIRAMAX {3:50}

zzz
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»Luis Buñuels berühmter Schnitt durch den Augapfel aus Un chien andalou / Der andalusische Hund (F 1928) erscheint unter dieser Perspektive als doppelter Schnitt: Er findet auf der Leinwand statt und attackiert – als Bewegungsbild – die Nerven und Sinne der zuschauenden, mitfühlenden Subjekte im Kinoraum (Was nicht aufhört, wehzutun, Matthias Wittmann, NachdemFilm, 01.01.2008, Hervorhebung von mir)

Quelle: Vorlieben: Tarantino mag's schön blöd (SPON, 26.08.2009)
Dein Gesicht wirkt auf mich wie die Maske eines Kleinkindes, das Mama immer sein Lächeln präsentieren mußte, damit Mama mit seiner Zufriedenheit zufrieden war. In welcher Hölle mußt Du großgeworden sein! Welche Schmerzen mußt Du erlebt haben, daß Du solche Phantasien hast! Und wie muß es in einer Gesellschaft aussehen, daß solche Splatter-Filme einen solchen Erfolg haben?!
Es tut immer noch weh, und Dein Schmerz, den Du immer noch in Dir trägst, wird nicht weniger, wenn Du ihn auf einem dafür zahlenden Millionen-Publikum ablädst. Der Oscar in Deiner Hand wird Dir für kurze Zeit Erleichterung verschaffen, aber dann kommt das Gefühl, nicht so akzeptiert zu sein, wie Du bist, zurück. Dein ganzes Leben ist ein Spiel um das Werben um Akzeptiert-Sein, und Dein in Deiner frühen Kindheit antrainierte Lächeln ist zu einer Fratze geworden, die Du selbst nicht mehr (glauben) magst. 

Still Face Experiment: Dr. Edward Tronick [2:49]


Hochgeladen am 30.11.2009
Copyright © 2007 ZERO TO THREE http://www.zerotothree.org 
Ed Tronick (http://www.umb.edu/Why_UMass/Ed_Tronick), director of UMass Boston's Infant-Parent Mental Health Program (http://www.umb.edu/academics/cla/psyc...) and Distinguished Professor of Psychology, discusses the cognitive abilities of infants to read and react to their social surroundings. The video is an excerpt from Lovett Productions' HELPING BABIES FROM THE BENCH: USING THE SCIENCE OF EARLY CHILDHOOD IN COURT.

Using the "Still Face" Experiment, in which a mother denies her baby attention for a short period of time, Tronick describes how prolonged lack of attention can move an infant from good socialization, to periods of bad but repairable socialization. In "ugly" situations the child does not receive any chance to return to the good, and may become stuck.

For more information about Infant-Parent Mental Health, visit http://www.umb.edu/academics/cla/psyc...

To hear about Ed Tronick's latest work, visit http://www.youtube.com/watch?v=vmE3Nf...

To support the Infant-Parent Mental Health program, visit https://securelb.imodules.com/s/1355/... and write "Infant-Parent Mental Health Program" in the "Other" field.

Du spielst das Hollywood-Spiel genauso mit, wie Du das Lieb-Sein-Brav-Sein-Glücklich-Sein-Spiel Deiner Mutter mitspielen mußtest, um Dich nicht für die Enttäuschung in ihrem Gesicht verantwortlich fühlen zu müssen.
Du hast es inzwischen geschafft, Deine mörderischen Phantasien und Dein von einem glücklichen Lächeln begleitetes unerträgliches hilflos-ausgeliefertes Leiden in eine von der intellektuellen und cineastischen Elite goutierbare Form 
(Du verkleidest deren Leiden in eine cineastisch verfremdete – und dadurch für sie akzeptierbare –) 
Form zu bringen 
(als aggressive Ausgabe von Woody Allen), 
nichtsdesto trotz kommt es immer wieder, egal in welcher Form Du es ausspuckend auf Celluloid zu »bannen« versuchst. Es ist nicht bannbar! Und es wird nicht weniger! Und Deine Taktik, Dir über den cineastischen Umweg das Gefühl akzeptiert zu werden zu erarbeiten, verschafft Dir immer nur für kurze Zeit Erleichterung! Damals mußtest Du das Spiel Deiner Mutter mitspielen, heute mußt Du das Spiel der US-amerikanischen und europäischen Cineasten-Elite mitspielen… (und Dich wie der Nigger in Pulp Fiction in den A… ficken lassen)

Pulp Fiction's Funniest Moments [8:54]

Veröffentlicht am 16.02.2016
Video may contain spoilers. Compilation of the funniest moments in Quentin Tarantino's Pulp Ficiton (1994).
Pulp Fiction is a movie directed and written by Quentin Tarantino and stars John Travolta, Samuel L Jackson, Uma Thurman and Bruce Willis.

Kill Bill gibt vor, ein Film über Rache zu sein.
Ich behaupte: es geht ums Töten, und das Thema Rache ist nur das Feigenblatt dafür.
Deshalb nenne ich Deine Filme »Splatter-Filme«. Genauso wie man im Porno hauptsächlich primäre Geschlechtsteile zu sehen bekommt, bekommt man in Deinen Filmen hauptsächlich Deine Gewaltphantasien zu sehen – egal vor welchem Hintergrund, egal innerhalb welcher Story…
Bißchen dünn, findest Du nicht?
Aber darüber mußt Du Dir ja inzwischen keine Gedanken mehr machen, scheinbar bist Du akzeptiert. Genauso, wie sich Erwachsene durch Masturbation einen Orgasmus verschaffen (als wunscherfüllende Phantasie – Marguerite SechhayeLa réalisation symbolique), kannst Du für einige Stunden die scheinbare Erfüllung Deiner Sehnsüchte bei der Entgegennahme des Oscars phantasieren. 

Kill Bill Vol.1 Trailer [2:25]


Hochgeladen am 10.08.2008
Der offizielle Trailer zu Kill Bill Vol.1 auf Deutsch
Anfang Mai 2011 wurde bekannt, dass Tarantinos nächstes Projekt ein Western mit dem Titel Django Unchained sein würde. Christoph WaltzJamie FoxxLeonardo DiCaprioKerry Washington und Samuel L. Jackson übernahmen Rollen. Christoph Waltz wurde als „Bester Nebendarsteller“ mit einem Golden Globe ausgezeichnet und bekam zum zweiten Mal nach 2010 den Academy Award (Oscar).Ende November 2013 kündigte Tarantino in der The Tonight Show einen weiteren WesternThe Hateful Eight, an. Nachdem sein Drehbuch, das er seinen Angaben zufolge nur sechs Personen ausgehändigt hatte, im Januar 2014 vermutlich von einer Schauspieleragentur an Dritte weitergereicht worden war, kündigte er einen Stopp der Planungen für den Film an.[4] Am 21. April 2014 veranstaltete er in Los Angeles mit den ursprünglich angedachten Schauspielern eine Lesung des Drehbuchs. The Hateful Eight spielt während eines Schneesturms in einem Kurzwarenladen und wird von zwei Kopfgeldjägern dominiert. Die festsitzende Notgemeinschaft wird, Stück für Stück, von einem geheimnisvollen Mörder dezimiert. Tarantino verkündete nach der Lesung, dass es sich noch nicht um eine finale Fassung handle und dass er das Drehbuch noch mehrmals umschreiben wolle.[5] Am 25. Dezember 2015 kam der Film in die Kinos. [6] (Quentin Tarantino, Django Unchained und The Hateful Eight, Wikipedia)
DJANGO UNCHAINED Trailer German Deutsch | FullHD 2013 [2:27]

Veröffentlicht am 10.07.2012
Django Unchained startet am 17. Januar 2013 | Trailer 2: http://youtu.be/YHGbCJgFV5M | http://youtube.com/Filme | http://fb.com/KinoCheck
Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django, einem Sklaven, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz, Auge in Auge gegenübersteht.

Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat -- tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meist gesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie. Candie ist der Eigentümer von „Candyland", einer berüchtigten Plantage. Als Django und Schultz das Gelände der Plantage unter Vorgabe falscher Identitäten auskundschaften, wecken sie das Misstrauen von Candies Haussklaven und rechter Hand Stephen . Jede ihrer Bewegungen wird fortan genau überwacht und eine heimtückische Organisation ist ihnen bald dicht auf den Fersen. Wenn Django und Schultz mit Broomhilda entkommen wollen, müssen sie sich zwischen Unabhängigkeit und Solidarität, zwischen Aufopferung und Überleben entscheiden...

Oscar®-Preisträger Quentin Tarantino schrieb das Drehbuch und führte Regie bei DJANGO UNCHAINED. Der hochkarätig besetzte Film wurde produziert von Stacey Sher, Reginald Hudlin und Pilar Savone. Executive Producers sind Harvey und Bob Weinstein, Michael Shamberg, Shannon McIntosh und James Skotchdopole. DJANGO UNCHAINED wird in den USA von The Weinstein Company und international von Sony Pictures herausgebracht.

THE HATEFUL EIGHT Trailer Teaser GERMAN DEUTSCH | Quentin Tarantino Film 2016 [2:55]

Veröffentlicht am 12.08.2015
THE HATEFUL EIGHT TRAILER Teaser GERMAN DEUTSCH Untertitel Quentin Tarantino Film 2016 OT: THE HATEFUL EIGHT Official Movie Trailer #1 (2015). Full Movie (Ganze Filme) bei Amazon: http://amzn.to/1DOCWJl | Kinostart: Januar 2016 | Mit The Hateful Eight wendet sich Quentin Tarantino erneut dem Western zu und schickt acht hasserfüllte Männer in einen Showdown inmitten eines Schneesturms.

Handlung von The Hateful Eight
Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Stagecoach-Kutsche bahnt sich mühsam ihren Weg durch den Schnee in Richtung der Bergstadt Red Rock. An Bord befinden sich der Kopfgeldjäger John ‘The Hangman’ Ruth (Kurt Russell), dessen Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) sowie die Anhalter Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger sein Geld verdient, und Chris Mannix (Walton Goggins).

Aufgrund eines Schneesturms legen sie einen Zwischenstopp in Minnies Kleinwarenladen ein. Darin treffen sie zwar nicht auf Minnie, aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bob (Demián Bichir), auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage (Michael Madsen), auf General Sandford ‘Sandy’ Smithers (Bruce Dern) und auf Oswaldo Mobray (Tim Roth). Was auf den ersten Blick wie ein zufälliges Zusammentreffen von Fremden in einem vergessenen Winkel der Welt wirkt, ist in Wahrheit ein Abrechnung für Untaten während des Bürgerkrieges, die schon Jahre zurückliegen, aber alle Männer mit Hass erfüllt haben. Einen Hass, der jedes Wort in dem kleinen Laden zu einem Todesurteil werden lassen kann…

Es geht in Deinen Filmen ständig ums Töten bzw. dessen Unabwendbarkeit – wie bei einer griechischen Tragödie… Wie Züge, die aufeinander zurasen, und man hat als Zuschauer nur die Wahl, hilflos zuzusehen und sich zu fragen, wann die Katastrophe geschieht und welche Form das Leiden hat, das auf einen zukommt. Die Absurdität der Gewalt wird in immer neuen Variationen aufgetischt.
Ich muß mir das Strangulieren einer verlebten, kaputten Frau nicht in allen Einzelheiten ansehen, wozu?
Ich muß mir auch nicht ansehen, wie ihr Bruder/Liebhaber von hinten durch den Kopf geschossen wird und sein auseinandergeplatztes Hirn auf ihrem Gesicht landet. Wozu?
Die Musik von Ennio Morricone macht das auch nicht besser.
Ob jemand einen anderen aus Hass auf Schwarze, aus Hass auf Weiße, aus Hass auf die Nord- oder aus Hass auf die Südstaaten oder aus einer frühkindlichen Traumatisierung heraus in Zeitlupe erschießt…
Wozu soll ich mir das ansehen?
Wozu soll ich mir die Blut darstellende rötliche Flüssigkeit, die sich in einem Gummisäckchen am Körper des nach hinten, nach vorne oder zur Seite kippenden Schauspielers – sei es mit Hollywood-typisch zerfressenen oder makellos weißen Zähnen – und mag er noch so hoch bezahlt sein – ansehen?
Um über die Absurdität des menschlichen Lebens oder darüber zu philosophieren, was sich Menchen einander antun, um der ungehemmten und in kunstvollen Inszenierungen »gezähmten« Gewalt gegenüber die Hilflosigkeit zu empfinden, die Du damals empfunden hast, 
oder um für Dich über die Hilflosigkeit der Gewalt gegenüber zu trauern?

siehe auch:
- 10 Weird & Obscure Facts About Quentin Tarantino (Amy Mainard, What Culture, 09.01.2013)
- The Personality of Quentin Tarantino (Passion for Movies, 18.09.2012)
- Was Freud und Tarantino gemeinsam haben (Vortragsankündigung, Internationale Psychoanalytische Universität, 2012)
- Quentin Tarantino Must Have AS (WrongPlanet, 07.11.2009)
- Quentin Tarantino: the golden boy must make good (Ryan Gilbey, 03.05.2009)
- Profile: Hollywood's hitman: Quentin Tarantino - A sadist or just a stylist? David Thomson on the boy-wonder director of 'Pulp Fiction' (David Thomson, Independant, 23.10.1994)



Sonntag, 28. Februar 2016

Epigenetik: Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Gene

Wer die Gene kennt, kenne den Menschen - und wisse so, wie Alzheimer, Diabetes und Co. zu heilen sind. Das glaubten Wissenschaftler und der Rest der Welt, als am 26. Juni 2000 der damalige US-Präsident Bill Clinton das erste entzifferte Human-Genom präsentierte. Doch schon bald darauf machte sich Ernüchterung breit: Man hatte nun einen Text mit rund drei Milliarden Buchstaben-Paaren aus den vier Lettern A, C, G und T. Doch wirklich entschlüsselt wurden die Geheimnisse des menschlichen Bauplans nicht. Inzwischen ist klar: Gene steuern nicht nur, sondern sie werden auch gesteuert.

Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Gene



Das Genom des Menschen, also alle rund 25.000 Gene, erklärt noch nicht, warum der eine Alzheimer bekommt und der andere schlecht mit Stress umgehen kann, warum zwei Menschen das gleiche Krebs-Gen haben, aber nur einer von ihnen auch Krebs bekommt. Erklären lässt sich das jedoch mit der Epigenetik, einem aufstrebenden Forschungszweig der Biologie.

Der Begriff ist zusammengesetzt aus den Wörtern Genetik und Epigenese, also der Entwicklung eines Lebewesens. Epigenetik gilt als das Bindeglied zwischen Umwelteinflüssen und Genen: Sie bestimmt mit, unter welchen Umständen welches Gen angeschaltet wird und wann es wieder stumm wird. Experten sprechen hier von Genregulation.

Gleiches Genom, unterschiedliche Epigenome


"Der Mensch hat mehr als 200 Zelltypen, und in fast jeder Zelle ist dieselbe DNA-Sequenz, aber nicht in jeder Zelle sind alle Gene aktiv", sagt Thomas Jenuwein vom Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik. "Die primäre Information, die einen Menschen ausmacht, ist zwar natürlich die Gen-Sequenz, sonst wären eineiige Zwillinge nicht genetisch ident und sich äußerlich so ähnlich". Doch epigenetische Veränderungen sorgen dafür, dass nur ein Zwilling anfälliger für beispielsweise Diabetes wird.
mehr:
- Forschung: Epigenetik (Franziska Badenschier, Planet Wissen, Stand: 19.02.2016)

Lilly Maria Gimbel: Die Deutschen besetzen Holland {4:31}
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Epigenetik - Sind wir Gene oder Umwelt | NEU Doku deutsch {50:40}

Michael Chambliss
Veröffentlicht am 10.10.2016

siehe auch:
- Epigenetik (Wikipedia)
- Epigenetik und Umwelt: Was wird vererbt? (Wissensschau.de) 

Seminararbeits Zwischenpräsentation – Epigenetik – Gelee Royale – Versuch (Mona Grewe, Prezi, 22.06.2015)
Persistent epigenetic differences associated with prenatal exposure to famine in humans (Heijmanns et al., Referat Sarah Kun, Corinna Hank, Differentielle & Biologische Psychologie, Universität Bonn, Referat 16.06.2015, PDF)
Epigenetische Aspekte der fetalen und perinatalen Programmierung (H. Lehnen, R. Maiwald, U. Gembruch, U. Zechner, Frauenarzt Nr. 6/2010, S. 542ff., PDF)
- Hunger in der Schwangerschaft: Ein Leben lang im Erbgut (n-tv, 10.11.2008)
- Fetale Programmierung bei intrauteriner Milieustörung – grundlegende Mechanismen am Beispiel der Körpergewichts- und Stoffwechselregulation (Andreas Plagemann, Thomas Harder, Karen Schellong, Elke Rodekamp, Joachim W. Dudenhausen, Gynäkologisch-geburtshilfliche Rundschau Nr. 48-2008, PDF )
- 4. Unerklärliche Beobachtungen? (Oliver Jahnel, Xonk, Datum unbekannt)
- Traces of Dutch 'Hunger Winter' in genetic material (Universität Leiden, zuletzt geändert: 01.10.2011)


Epigenetik: Sind Traumata vererbbar? {28:18}

Veröffentlicht am 01.10.2012
Sind Traumata vererbbar?
Die Gene sind die unveränderbar. Das galt lange als ein Grundgesetz der Biologie. Doch seit einiger Zeit zeigt sich, dass veränderbare biologische Schalter unsere Gene je nach Umweltbedingungen an- und abschalten können. Und das sogar auf Dauer.

Epigenetik - Übergenetik - heißt der Forschungszweig, der solche Veränderungen untersucht. Auslöser können traumatische Erlebnisse sein, eine falsche Ernährung oder Drogenmissbrauch. Besonders weit sind die Forschungen im Bereich der Psychiatrie: Viele Angsterkrankungen scheinen einen epigenetischen Hintergrund zu haben.

Maria S. (Name geändert) wurde Opfer eines brutalen Überfalls an einer Münchner U-Bahnhaltestelle, seither leidet sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung -- ihre Stresshormone sind dadurch aus dem Gleichgewicht geraten. Ähnlich geht es auch Soldaten, die traumatisiert von Kampfeinsätzen zurückkehren. Besonders die Bundeswehr erhofft sich von einer epigenetischen Medizin daher Möglichkeiten für junge Soldaten, besser mit dieser Belastung leben zu können.

Campus DOKU berichtet, wie in diesen Fällen Therapien auf der Basis epigenetischer Forschung helfen können und welcher Zusammenhang zwischen unserem Verhalten, unseren Genen und sogar den Genen unserer Nachkommen besteht.

Kommentar von Rolf Keppler: Anstatt den Krieg zu verhindern, versucht man eine (medikamentöse) Behandlung zu entwickeln, welche solche Traumas versucht aufzulösen. Dies ist eine typisch materialistische Denkweise.

Weitere wichtige Infos von mir finden Sie auf:
http://www.rolf-keppler.de
Meine monatlichen Rundbriefe finden Sie auf:
http://home.arcor.de/rundbriefe

Epigenetik und Krebs: Vom Ein- und Ausschalten der Gene {50:19}

Veröffentlicht am 11.03.2014
Vortrag von Prof. Dr. Christoph Plass, Deutsches Krebsforschungszentrum, im Rahmen der Vortragsreihe "Krebsforschung aktuell" am 21.02.2014
200 verschiedene Zellarten gibt es im menschlichen Körper. Alle entwickeln sich aus derselben befruchteten Eizelle und besitzen daher dasselbe Erbgut. Dass sie trotzdem so unterschiedlich aussehen, liegt daran, dass in ihnen unterschiedliche Programme ablaufen: Winzige Markierungen auf der Erbsubstanz bestimmen darüber, welche Gene in Proteine übersetzt werden und welche nicht. Daher kann eine Nervenzelle Botschaften weiterleiten, eine Muskelzelle zieht sich zusammen, und die Leberzelle speichert Glukose. Auch in Krebszellen sind spezifische Programme aktiv, die dafür sorgen, dass sich die Zellen ungebremst teilen und im Körper ausbreiten können.
http://www.dkfz.de/de/presse/krebsfor...

siehe auch:
Bewusstsein steuert Gene (Post, 15.05.2011)
- Simulierte Angstreaktion – Kontext wichtig (Post, 15.05.2011)

Freitag, 19. Februar 2016

Missbrauchsvorwürfe – Der Fall McMartin

Die Missbrauchsvorwürfe an der McMartin-Vorschule betrafen hunderte Fälle angeblichen satanistisch-rituellen Missbrauchs von Kindern an einer Vorschule in Manhattan Beach (Kalifornien) in den 1980er Jahren. Der Prozess um die Vorwürfe zog sich von 1987 bis 1990 hin und war der längste und teuerste Strafprozess in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Alle Angeklagten wurden freigesprochen.
Nachdem 1983 erste Missbrauchsvorwürfe durch die Mutter eines Kindes erhoben wurde, begann das Children's Institute International(CII), eine Klinik für Missbrauchsfälle in Los Angeles unter der Leitung von Kee MacFarlane, mit Untersuchungen. Die Befragungen waren suggestiv.[1][2] Man wollte herausgefunden haben, dass es auch zu satanischen Ritualen gekommen sei; die Kinder hätten von Geheimtüren und Tunneln gesprochen. Im Frühjahr 1984 wurde behauptet, dass über 360 Kinder missbraucht worden seien.[3] (Missbrauchsvorwürfe an der McMartin-Vorschule, Wikipedia)
The infamous McMartin Case - The Movie - Indictment [2:11:58]

Veröffentlicht am 07.04.2014
Film - Indictment. Movie of the McMartin Case starring James Woods. Verrnena Bergin from the States gave me a copy of the movie when I met her at the Protectors And Clients Conference in Utrecht in Holland many years ago. I had it on old VHS and converted the movie from VHS to Video. I have no idea why there was a clicking noise on the first upload - hopefully it will be gone now. If so enjoy and share. Eddie Yu.

siehe auch:
- Wie glaubwürdig sind Kinderzeugen? (Renate Gingma, Informationsdienst Psychologie 2/2002, Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen)
Entscheidend ist, wie Kinder befragt werden: Es gibt suggestive Fragen, es gibt ungenaue Fragen, es gibt Fragen, die beim Kind den Eindruck hinterlassen, dass es dem Befrager einen Gefallen tut, wenn es seine Sicht der Dinge übernimmt, und es gibt suggestive Fragen ("was könnte er getan haben...?"), die beim Kind die Phantasie anregen, etwas zu erfinden. Schließlich wird die Unterscheidung, ob man etwas selbst erlebt oder nur gehört hat, mit zunehmender Häufigkeit der Befragung immer schwieriger.
- Aussagepsychologisches Glaubhaftigkeitsgutachten – Möglichkeiten und Grenzen von Gutachten bei Sexualdelikten (Renate Volbart, korasionNr. 3, August 2011, gefunden bei Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendgynäkologie)

Mittwoch, 17. Februar 2016

Über die Notwendigkeit der Entdämonisierung von Macht

Der Begriff der Macht ist, nach einer bekannten Formulierung Max Webers, »soziologisch amorph« (Weber 1972, S. 28). Anders als die enger definierten Verhältnisse der Herrschaft, der Autorität oder der Gewalt umfasst er ein großes Spektrum asymmetrischer gesellschaftlicher Phänomene und Konstellationen. Weder der Begriff noch die Sache lassen sich auf einen einfachen Nenner bringen. Andererseits wird solche Einfachheit heutzutage durch die allgegenwärtige moralische Aufladung des Begriffs geradezu ersehnt und gefordert: Wann immer die Rede auf Macht und Machtverhältnisse kommt, müssen wir aufpassen, was wir sagen. 

Wir bewegen uns also auf schwierigem Terrain. Wo die Entrüstung lauert, ist jedes Argumentieren verdächtig. Sie lebt ja geradezu davon, keine Unterschiede zu machen und alles analytische Bemühen einzuebnen. Sachlichkeit ist Verharmlosung und entschuldet die Täter. Tatsächlich ist natürlich das Gegenteil der Fall: Erst die materiale Untersuchung und Ausdifferenzierung der Tatbestände, Perspektiven, Handlungsdynamiken und Interessen erlaubt es, die moralischen Fragen nach Schuld, Legitimität, Gründen und Verallgemeinerbarkeit überhaupt aufzuwerfen und auf dieser Grundlage nach angemessenen Antworten zu suchen. Wirkliche Moralität interessiert sich vor allem für Dilemmata und Tragik, anstatt im Schisma von Gut und Böse von vornherein auf der rich- tigen Seite zu stehen. 

Gerade wenn es darum geht, zwischen positiven und zerstörerischen Aspekten, zwischen legitimer und missbräuchlicher Verwendung der Macht zu unterscheiden und darüber hinaus nach Möglichkeiten ihrer Bändigung, ihrer Begrenzung und Eindämmung, zu fragen, ist jede Übermoralisierung schädlich. Macht hat sehr verschiedene Formen und Ausprägungen, mit denen sich höchst unterschiedliche Motive, Auswirkungen und Leidensqualitäten verbinden. Der erste Grundsatz der hier vorgelegten Machtanalysen lautet daher, dass die Untersuchung und Kritik der Macht, theoretisch wie praktisch, ihre Entdämonisierung zur Voraussetzung hat.
mehr:
- Macht als Interaktion (Einleitung zu Rainer Paris, Der Wille des Einen ist das Tun des Anderen, Velbrück, 2015, PDF)

Montag, 15. Februar 2016

Job oder Liebe?

Liebe und Geborgenheit oder ein Arbeitsplatz und damit finanzielle Sicherheit? Für neun Prozent aller Fach- und Führungskräfte ist der Job wichtiger als eine Beziehung.
Für viele Menschen ist der Partner einer der wichtigsten Anker im Leben, für sie ist die Beziehung mehr wert als der Arbeitsplatz. Aber das gilt nicht für alle: Es gibt auch Angestellte, die ihren Beruf über das private Glück stellen. Für fast jede zehnte Fach- oder Führungskraft (neun Prozent) wäre eine Kündigung schlimmer als die Trennung von ihrem Partner. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing. Hierfür wurden im Januar 1010 Fach- und Führungskräfte befragt.

Demnach gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Elf Prozent der Frauen fänden eine Kündigung schlimmer als eine Trennung. Bei den Männern waren es nur acht Prozent. Für den Großteil der Erwerbstätigen geht die Liebe vor: Nahezu vier von fünf (78 Prozent) fänden es schlimmer, vom Partner verlassen, als vom Chef entlassen zu werden. Der Rest der Befragten machte dazu keine Angaben.

mehr:
- Job oder Liebe – Fast jeder Zehnte zieht eine Trennung der Kündigung vor (SPON, 11.02.2016)

Freitag, 12. Februar 2016

Strafende und belohnende Religionsvorstellungen als evolutionärer Vorteil

Wissenschaftler überprüften ihre Hypothese nicht anhand religiöser Schriften und Erzählungen, sondern mit Befragungen von und Tests mit Gläubigen
Religiöse Vorstellungen haben sich in allen Kulturen entwickelt. Waren sie ein evolutionärer Vorteil, der die Bildung von Gruppen über den bloßen Familienverband hinaus beförderte? Ein Team aus Ethnologen und Psychologen aus den USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Dänemark und Tschechien hat diese Hypothese nun nicht anhand religiöser Schriften und Erzählungen überprüft, sondern mit Befragungen und Tests.
Um auszuschließen, dass die Hypothese nur auf abrahamitische Religionen zutrifft, suchten die Wissenschaftler ihre insgesamt 591 Probanden für ihre mehr als 35.400 Tests und Befragungen unter so verschiedenen Völkern wie den penishüllentragenden Melanesiern auf der Vanatu-Insel Tanna, brasilianischen Indianern am Pesqueiro, sibirischen Tuwinern und tansanischen Hadza, die eine Klicklaut-Sprache sprechen. Die religiösen Vorstellungen, denen die Probanden anhingen, umfassten dabei nicht nur Götter im engeren Sinne, sondern auch Ahnen, als belebt empfundene Gegenstände und Naturphänomene.

Als erstes hielten die Wissenschaftler fest, ob und wie religiös die Probanden waren. Dann untersuchten sie ihre Verhaltensmuster, wobei sie zwischen dem Verhalten gegenüber Glaubensgenossen und dem gegenüber Außenstehenden unterschieden. Dazu ließen sie sie von Psychologen entwickelte Spiele spielen, bei denen es um das Teilen von Münzen geht.

Dabei fanden sie heraus, dass die Bereitschaft zu Kooperation, Vertrauen und Fairness mit und gegenüber Anhängern der gleichen religiösen Vorstellungen um so größer ist, je mehr eine Person sich eine "kognitive Repräsentationen" als all- oder vielwissend, strafend und hegend vorstellt. Mit und gegenüber Außenstehenden waren dieser Effekte deutlich schwächer. Außerdem fanden die Ethnologen und Psychologen heraus, dass Strafvorstellungen dabei weitaus wirksamer sind als Belohnungserwartungen.

Aus diesen Ergebnissen, die jetzt im Wissenschaftsmagazin Nature erschienen, schließen die Autoren der Studie, dass solche religiösen Vorstellungen in der Vergangenheit tatsächlich ein evolutionärer Vorteil waren, weil sie dazu beitrugen, dass Menschen über den reinen Familien- oder Abstammungsverband hinaus in größeren Gruppen kooperierten. Das verbesserte die Bedingungen für Handel, Arbeitsteilung, Verteidigung und Fortschritt.

mehr:
- Strafende und belohnende Religionsvorstellungen als evolutionärer Vorteil (Peter Mühlbauer, Telepolis, 12.02.2016)

Dienstag, 9. Februar 2016

Immanuel Kant: „Was heißt: Sich im Denken orientieren?“

Kants Aufsatz mit dem merkwürdig daherkommenden Titel „Was heißt: Sich im Denken orientieren?“ ist sicherlich eine seiner weniger rezipierten Schriften. Eine Ursache mag darin liegen, dass der im Oktober 1786 in der „Berlinischen Monatsschrift“ erschienene Text eher als zeitgeschichtliche Intervention denn als philosophische Innovation gelesen wird: und zwar als Kants pointierter Beitrag zum „Pantheismusstreit“, einer auf dem Höhepunkt der europäischen Aufklärung verbittert geführten Auseinandersetzung um das Verhältnis von Glaube und Vernunft. Während der Text, der herkömmlichen Lesart folgend, kaum philosophischen Mehrwert hinsichtlich Kants systematischeren Schriften bietet, möchte ich hier einen alternativen (doch wenig beschrittenen) Weg erkunden. Er besteht darin, Kants geographische Metaphorik politisch zu lesen und zu fragen, inwieweit seine Topographie der Vernunft geeignet ist, „global“ zu denken – in einem Zeitalter, in dem sich der Einzugsbereich unserer moralischen Anteilnahme und Verantwortung scheinbar unaufhörlich erweitert.
mehr:
- Wiedergelesen: Kants Orientierungsversuch für ein Globales Zeitalter (Jakob Huber, Theorieblog, 14.04.2014)

Immanuel Kant: Was heisst sich im Denken orientieren?_ Oskar Negt berichtet [23:58]

Veröffentlicht am 13.07.2014