Freitag, 18. Januar 2019

Pornofilme – Der weibliche Blick

Immer mehr Frauen schauen Pornos, doch die meisten bevorzugen immer noch Filme, die für Männer gemacht sind. Was macht das mit ihnen – und was macht sie dort an?

Alle schauen Pornos. Okay, nicht alle, aber viele. Obwohl die meisten Pornos immer noch von Männern gesehen werden, gibt es gerade unter jüngeren Frauen immer mehr, die auch welche konsumieren. Laut einer Studie, die Porn Hub 2018 veröffentlichte, zählt die Seite in Deutschland mittlerweile 24 Prozent Nutzerinnen, drei Prozent mehr als noch im letzten Jahr.

Die meisten Männer, die ich kenne, finden Frauen, die über Pornos reden, irgendwie "cool". Frauen, die keine Pornos schauen beziehungsweise nicht darüber reden wollen, werden zur gleichen Zeit noch und immer wieder als verklemmte Alte abgestempelt, die insgeheim keine Lust auf Sex haben. In offener Solidaritätsbekundung zu allen Frauen, die keine Pornos schauen oder nicht darüber reden wollen, rede ich jetzt über Pornos. Weil in unserem Verhältnis zu ihnen etwas ausgetragen wird, das uns alle angeht.

Und ja, es wird jetzt explizit. Weil das die Sprache dieser Bilder ist, denen die meisten von uns sich regelmäßig aussetzen. Und ja, es wird auch pornografisch. Nicht zuletzt, weil es eine Frau ist, die spricht. Wenn Philip Roth in Portnoys Beschwerden auf 20 Seiten über sein Masturbationsfrühlingserwachen schreibt, ist das lustig oder radikal. Wenn ich es tue, mache ich mich darin zum Objekt der Fantasien des Lesers. Sich dem zu entziehen, ist unmöglich: Ins Klinisch-Distanzierte zu verfallen, wäre genauso eine Anpassung an diese Erwartung, wie in die Vollen zu gehen. Die Sprache, in der wir uns selbst neu schreiben können, muss erst noch erfunden werden. Vorerst ist es diese.

Ich sehe Pornos ungefähr seit dem Zeitpunkt, als meine Eltern mir mit zwölf einen Computer mit DSL-Anschluss ins Zimmer gestellt haben. Seitdem bewegen sich meine Präferenzen innerhalb einer relativ engen Bandbreite aus heterosexuellem Hardcore. Einer meiner Lieblingspornos ist der, in dem Rocco Siffredi eine Frau an den Haaren in eine Toilettenschüssel drückt, nachdem er sie sechs Minuten lang von hinten gevögelt hat, um anschließend in ihr mit Mascara verschmiertes Gesicht zu kommen. Ich kann nicht sagen, dass ich mich dafür schäme, dass mich diese Szenen anmachen. Vielleicht finde ich es sogar selber ein bisschen cool. Trotzdem stellt sich jedes Mal, nachdem ich gekommen bin, ein dumpf-widerliches Gefühl ein, das mich dazu bringt, sofort panisch alle Tabs zu schließen.

mehr:
- Der weibliche Blick (Anna Gien, ZON, 18.01.2019 – Hervorhebung von mir)

Mein Kommentar:
Sie »kann nicht sagen«, daß sie sich schämt, aber nach ihrem Orgasmus »stellt sich jedes Mal ein dumpf-widerliches Gefühl ein«.
Wo ist das Problem? 


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Madison Young, eigentlich Tina Butcher (* 20. September 1980 in Loveland, Ohio) ist eine amerikanische Pornodarstellerin und -regisseurin sowie Besitzerin der Galerie Femina Potens, in der erotische Kunst von Frauen und Transgenders ausgestellt wird. Madison Young gilt als eine der „namhaftesten weiblichen Pornoproduzentinnen“[1] und wurde mehrfach mit dem Feminist Porn Award ausgezeichnet.[2]
[Madison Young, Wikipedia, abgerufen am 31.01.2019]
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siehe auch:
- Pornografie: Grausame Geilheit (Anselm Neft, ZON, 25.03.2018)
- Porno, politisch korrekt (Antje Hildebrandt, WELT, 23.10.2017)
- Das ist die (gratis) frauenfreundliche Pornoseite, auf die wir alle gewartet haben (Wienerin.at, 21.02.2017)
- Die Befreiung der weiblichen Lust (Lorraine Heist, WELT, 19.10.2009)

Sonntag, 13. Januar 2019

Was heißt es, dass psychische Störungen Gehirnstörungen sind?

Ein neurophilosophischer Versuch

Milliarden an Steuer- und anderen Geldern werden Jahr für Jahr in die genetische und neurowissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen gesteckt. Dabei wird stillschweigend vorausgesetzt, dass sich die Probleme der Menschen auf dieser Ebene verstehen und behandeln lassen. Zehntausende Forscher gehen weltweit diesen Fragen nach und potenziell hunderte Millionen Patienten sind davon betroffen, was diese Forscher finden – oder auch nicht finden.

Die Frage, was psychische Störungen sind und auf welcher Ebene sie am besten beschrieben werden können, ist darum nicht nur theoretisch interessant, sondern auch unmittelbar praktisch relevant. Tatsächlich kritisierten einige führende Psychiater erst 2016 im British Journal of Psychiatry, dass der Neurohype in ihrem Fach zu viel Geld verschlinge. Für wichtige Ansätze etwa zur Suizidprävention, zur Förderung von Eltern mit psychischen Problemen oder für bessere Lernumgebungen für benachteiligte Kinder bleibe dann kein Geld übrig.

Von dem National of Institute of Mental Heath (NIMH), der vielleicht größten psychiatrischen Forschungseinrichtung der Welt, heißt es in dem Aufsatz, dass 85% des Milliardenbetrags, den das Institut Jahr für Jahr bekommt und in Forschung investiert, in die Neurowissenschaften gehe. Ob das Patienten jemals etwas nutzen wird, steht in den Sternen.

Das überrascht nicht, wenn man weiß, dass der vorherige NIMH-Direktor Thomas Insel psychische Störungen als "gestörte Schaltkreise" im Gehirn beschrieb und sein Nachfolger Joshua Gordon (seit 2016) sein eigenes Fach als "Schaltkreisepsychiatrie". Wenn ich so einen Aufsatz von Gordon lese, dann bekomme ich den Eindruck, dass in der Tat nur Schaltkreise behandelt werden – und dann auch nur solche von Mäusen oder anderen Nagetieren –, und nicht Menschen.

Damit befinden sie sich in der guten Gesellschaft des Physiologie-Nobelpreisträgers Eric Kandel, dem folgendes Zitat nachgesagt wird: "Alle psychischen Prozesse sind Gehirnprozesse und darum sind Störungen der psychischen Funktionen biologische Erkrankungen. Das Gehirn ist das Organ der Psyche. Wo sonst sollten sich psychische Störungen befinden, wenn nicht im Gehirn?"

mehr:
- Was heißt es, dass psychische Störungen Gehirnstörungen sind? (Stephan Schleim, Telepolis, 11.01.2019)

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Cum hoc ergo propter hoc (lateinisch für ‚mit diesem, folglich deswegen‘) bezeichnet den Fehlschluss der Scheinkausalität, bei dem das gemeinsame Auftreten von Ereignissen (Koinzidenz) oder die Korrelation zwischen Merkmalen ohne genauere Prüfung als Kausalzusammenhang aufgefasst wird. Doch impliziert eine Korrelation noch nicht Kausalität (englisch Correlation does not imply causation), auch wenn der Zusammenhang kausal scheinen mag (Scheinkorrelation). Ohne kausalen Zusammenhang aber erfolgt eine Zuordnung von Ursache und Wirkung willkürlich ohne fundierte Begründung. Will man ausdrücken, dass ein Fehlschluss nach dem Muster cum hoc ergo propter hoc vorliegt, so sagt man cum hoc non est propter hoc (lateinisch ‚Mit diesem ist nicht deswegen.‘).[Cum hoc ergo propter hoc, Wikipedia, abgerufen am 13.01.2019]
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Den Begriff „Kategorienfehler“ oder „Kategorienverwechslung“ (category mistake) führt Gilbert Ryle in seinem Hauptwerk Der Begriff des Geistes als Analyseinstrument zur Stützung seiner These ein, dass philosophische Probleme, die sich an Begriffe wie Geist, Wille oder Bewusstsein knüpfen, aus einer falschen Verwendung dieser Begriffe resultieren. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Leib-Seele-Problem. Mit seiner Analyse will Ryle zeigen, dass solche philosophischen Probleme bei genauerer Betrachtung gar keine Probleme sind. Ryle sieht daher die Aufgabe der Philosophie darin, „Kategoriengewohnheiten durch Kategoriendisziplin zu ersetzen“.[1]
In Der Begriff des Geistes gibt Ryle zahlreiche Beispiele,[2] mit deren Hilfe er den Begriff des Kategorienfehlers zu erklären versucht. So spricht er etwa von einem Besucher der Oxforder Universität, dem die verschiedenen Einrichtungen wie Hörsäle, Seminarräume, Laboratorien, Mensa oder Bibliothek gezeigt werden. Der Besucher ist nach seinem Rundgang unzufrieden, denn er wollte die Universität sehen und stattdessen zeigt man ihm verschiedene Räume und Orte. Wenn der Besucher die Frage stellt: „Wo ist jetzt eigentlich die Universität?“, begeht er einen Kategorienfehler. Er verwendet den Ausdruck „Universität“ so, als gehöre er der gleichen Kategorie wie „Hörsaal“, „Labor“ oder „Mensa“ an. Ein anderes Beispiel ist Folgendes: Angenommen jemand berichtet davon, sich ein neues Paar Handschuhe gekauft zu haben und bekäme darauf zur Antwort: „Ich sehe, du trägst einen linken und einen rechten Handschuh, aber wo ist das Paar Handschuhe, von dem du sprichst?“ Der Fragende begeht den Fehler, den Ausdruck „ein Paar Handschuhe“ derselben Kategorie wie „rechter Handschuh“ und „linker Handschuh“ zuzuordnen.
[Kategorienfehler, Ryles Kategorienfehleranalyse, Wikipedia, abgerufen am 13.01.2019]
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Korrelation vs Kausalität: So lassen sich Statistiken manipulieren {2:20}

WirtschaftsWoche
Am 27.06.2016 veröffentlicht 
Wie bringt man Ursachen und Wirkungen zusammen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben? Ganz einfach: Indem man Kausalität und Korrelation bei Statistiken in falsche Zusammenhänge einbettet. Wie das geht, zeigen wir Ihnen in der 2. Folge unserer Serie "Schummeln mit Statistiken":
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Recherche, Text und Protagonist: Konrad Fischer
Video, Kamera und Schnitt: Maximilian Nowroth
Fragen, Anregungen, Lob und Kritik bitte an: video@wiwo.de
Lesen Sie mehr auf:
http://www.wiwo.de/my/politik/deutsch...

Eine geschichtlich nachgewiesene Scheinkausalität:
- Realitätsinterpretation: Das Unwetter an der Theiß (Post, 12.04.2008)

dazu einige Wittgenstein-Zitate zur Irreführung durch Sprache:
Die Philosophie ist ein Kampf gegen die Verhexung unseres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache. [Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen §109 (1953, posthum)]
Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und die Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen.[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen §119 (1953, posthum)]
Es ist eine Hauptquelle unseres Unverständnisses, daß wir den Gebrauch unserer Wörter nicht übersehen.[Ludwig Wittgenstein, Philosophische Untersuchungen §122 (1953, posthum)]
[…] unsere Sprache sich gleich geblieben ist und uns immer wieder zu denselben Fragen verführt. […] solange werden die Menschen immer wieder an die gleichen rätselhaften Schwierigkeiten stoßen, und auf etwas starren, was keine Erklärung scheint wegheben zu können.[Ludwig Wittgenstein, Vermischte Bemerkungen: Aus dem Nachlaß (1950/51), Suhrkamp, Frankfurt/Main, 1977, S. 163]

zur Situation in der Forschungsfinanzierung siehe:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)
siehe auch:
- Akademische Freiheit und politischer Druck (Post, 17.12.2018)
- Über Uber und die Käuflichkeit von Wissenschaft (Post, 12.11.2018)
- Tödlicher Ernst – Die Pharmaindustrie ist eines der gefährlichsten Kartelle der Welt. (Post, 23.08.2018)
- ADHS: Werbung, Interpretation und Geld (Post, 28.03.2018)
- Zwei Hübe in die Nase, und der Antisemit strahlt! (Post, 06.11.2017)
- Wissenschaft: frei oder nicht frei? (Post, 04.10.2017)
- Der Penis ist schuld am Klimawandel! (Post, 25.05.2017)
- Glyphosat: Wissenschaft im Kapitalismus (Post, 28.04.2017)
- Ein adretter Psychologe und BigData (Post, 06.12.2016)

Mittwoch, 9. Januar 2019

Barry Long: Vier Schritte des Meditierens

Four Steps of Meditation Barry Long

ChimesRS
Am 12.07.2016 veröffentlicht 
Free group fitness & meditation Trigg beach Perth WA-
https://www.gumtree.com.au/s-ad/trigg...
For more information about Barry Long & other videos & audio talks visit: http://www.barrylong.org
Shared for nonprofit educational purposes under fair use guidelines.
I do not work for or represent Barry Long or the Barry Long Foundation. I simply see how much his audio talks & the techniques he taught can help people to realise more of their own natural love & intelligence, save people from suffering, bringing more health to individuals & the community.
Please read the letter at this link (go to the link & scroll down under the song, *may have to read on computer)..
https://soundcloud.com/chimes-rs/guru...
Thank you

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Kinsey-Institut: Häufig gestellte Fragen zur Sexualität

Topics
This is not a repository for all answers and statistics related to human sexuality, gender, or reproduction. The following only addresses questions frequently asked of the Kinsey Institute and its researchers. All information includes research sources and/or links to published studies and additional information. [KI] denotes any answer citing Kinsey Institute research.

Note: If you have personal questions about sexuality, please visit Kinsey Confidential.
(click topics to expand)

  • Age & sexual activity
  • BDSM
  • The Body
  • Condom use
  • Hormones
  • Masturbation
  • Orgasm
  • Perceptions about sexual behavior
  • Pornography
  • Prostitution/sex work
  • Sex in relationships
  • Sexual assault & nonconsensual sexual contact
  • Sexual orientation
  • Transgender

siehe:
- Commonly searched topics (Kinsey Institute, Indiana University, abgerufen am 12.12.2018)

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Prof. Freyberger, der Vater der Stralsunder Psychiatrie, ist tot

Es ist ein schwerer Schock für das Helios Hanseklinikum Stralsund. Der Chefarzt der Psychiatrie und Psychotherapie, Prof. Harald Jürgen Freyberger, ist heute in den frühen Morgenstunden im Alter von 61 Jahren überraschend verstorben.

„Wir sind tief bestürzt und wie gelähmt. Prof. Freyberger hinterlässt eine riesige Lücke als Chefarzt und eine noch größere als Mensch. Seine Lebensfreude, seine Großzügigkeit und seine gelassene Art werden uns allen fehlen. Unser Mitgefühl, unsere Kraft und unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen“, sagt der Geschäftsführer am Helios Hanseklinikum Stralsund, Torge Koop.

Prof. Freyberger hat die Psychiatrie in Stralsund geprägt wie kein anderer. 1997 ist er als Leitender Oberarzt von Bonn in die Hansestadt gezogen und hat als Lehrstuhlinhaber der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Greifswald die Leitung des Psychosozialen Zentrums am Krankenhaus West übernommen. Mit seiner unvergleichlich positiven Art hat er dem Standort über mehr als 20 Jahre hinweg seinen eigenen Stempel aufgedrückt. Wobei aufdrücken keineswegs wörtlich genommen werden darf. Er war kein Chef, der die Dinge von oben herab delegierte und sich zurücklehnte, sondern arbeitete mit höchstem Engagement. Er nahm alle Mitarbeiter bei Entscheidungen mit und stellte sich stets hinter sie. Sie dankten es ihm mit dem größten Respekt.

mehr:
- Pressemitteilung – Der Vater der Stralsunder Psychiatrie ist tot (Hanseklinikum Stralsund, 06.12.2018)
- Gedenkseite (trauer-anzeigen.de)
- Heute ist einer meiner Väter verstorben! (actforlife.de, 06.12.2018)
- Überraschender Tod: Trauer um Prof. Harald Freyberger (Eppendorfer•Zeitung für Psychiatrie und Soziales, 07.12.2018)
- West-Ost – Zwei Psychiater, ein Vergleich (Eppendorfer•Zeitung für Psychiatrie und Soziales)
- Zwischen West und Ost (Eppendorfer•Zeitung für Psychiatrie und Soziales)
- Nachruf auf Herrn Prof. Dr. med. Harald J. Freyberger (1957–2018) (Prof. Hans Grabe, Universitätsmedizin Greifswald)

Prof. Harald J. Freyberger, DGPPN Kongress 2016: Gruppentherapie bei psychischen Störungen {3:47}

esanum
Am 23.11.2016 veröffentlicht 
DGPPN Kongress 2016: Professor Harald Freyberger über die Bedeutung der Gruppentherapie im stationären und ambulanten Setting.
Die Gruppentherapie als psychotherapeutische Methode hat sich insbesondere im stationären Bereich längst etabliert, während sie im ambulanten Bereich bisher weniger Akzeptanz findet. Therapeuten unterscheiden zwischen offenen Gruppen mit wechselnden Mitgliedern, halboffenen und geschlossen Gruppen mit einer konstanten Zusammensetzung. Die Wirksamkeit einer Gruppentherapie sei bei geschlossenen Gruppen höher, betont Professor Harald J. Freyberger von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Greifswald auf dem DGPPN Kongress 2016 in Berlin.
Für mehr Infos: https://www.esanum.de/conferences/dgp...

Kindheit unter Qualen - Missbrauch im DDR Leistungssport (NDR) {29:07}

musiquedelamonde
Am 13.03.2017 veröffentlicht 
Noch Jahrzehnte nach ihrer aktiven Zeit haben die Sportler mit den Spätfolgen von übermäßigem Training, Medikamenten und Doping zu kämpfen. Auch psychisches Leid haben viele erlitten: "Was ich völlig unterschätzt habe war, in welchem Umfang gerade Sportlerinnen und Sportler, die sehr früh begonnen haben, Opfer von massiver verbaler sexualisierter und anderer Formen von Gewalt geworden sind", sagt Prof. Dr. Harald Freyberger von der Forschungsgruppe DDR-Sportgeschädigte an der Universität Greifswald. Nach Schätzungen sind 1.000 ehemalige DDR-Leistungssportler betroffen. Die genaue Zahl ist unbekannt.

Freitag, 30. November 2018

Junge Hüpfer, alte Säcke

"Ich geb' dir mein Geld, du gibst mir deine Jugend": Echte Liebe zwischen alten, reichen Männern und jungen, hübschen Frauen ist wohl eher selten. Was auch völlig in Ordnung wäre, wenn das Spiel nicht nur in eine Richtung funktionieren würde.

Ich war vor Kurzem in Miami. Eine schreckliche Stadt und genau das Richtige für alle, die gerne bei 33 Grad im Schatten und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit ihre Botoxpolster über die Strandpromenade schieben - selten habe ich so viele Menschen auf einem Haufen gesehen, die ihre Wohlstandsverwahrlosung so offensiv zur Schau stellen. Aber unangenehme Orte schärfen ja auch immer die Sicht und in Miami war das nicht anders: Wohin ich auch blickte, überall flanierten alte weiße Männer Hand in Hand mit jungen hübschen Frauen durch die Gegend. Nie andersherum. Es ist ein Phänomen, das man in abgeschwächter Form auch aus Deutschland kennt und das ich ehrlich gesagt noch nie verstanden habe: Was wollen all die jungen Hüpfer mit den alten Säcken?

mehr:
- Männer? Die Kolumne. Junge Hüpfer, alte Säcke (Julian Vetten, n-tv, 24.11.2018)
siehe auch:
- Sextouristinnen in Afrika (Post, 20.05.2012)

mein Kommentar:
Im verlinkten Artikel aus 2012 scheint es ziemlich klar zu sein, was die »jungen Hüpfer« mit den alten Frauen wollen.
Die Prinzessin von Griechenland (die Quelle kann ich nicht mehr finden) soll sich bei Sigmund Freud darüber beklagt haben, die Männer wollten nur ihr Geld. Freud soll geantwortet haben:
»Ich Geld gehört zu Ihnen, Madame.«

Freitag, 23. November 2018

Muho: Und wenn es mich das Leben kostet…

Zen-Meister Muho Noelke über Gedanken bei der Meditation und die Erleuchtung {3:35}

David Banana
Am 19.10.2014 veröffentlicht 
Zen-Meister Muho Noelke im Interview mit Gert Scobel

- Haiku (Wikipedia)

Abt Muho | Scobel {32:28}

日本JAPAN
Am 13.05.2016 veröffentlicht 
http://amzn.to/2fxXmjL http://amzn.to/2jGAvXB


Muhos Definition des Meditations-Ziels:
Erkennen, wie sehr man daran gewöhnt ist, die Produkte seines Geistes (die nichts anderes sind als Botschaften an das Bewußtsein) für die »Wirklichkeit« zu halten.

Bedeutet: sinnliche Wahrnehmungen, Gedanken, Gefühle, Phantasien, Erinnerungen, 
(Be-)Wertungen, Interpretationen usw. sind nichts anderes als eine Art innerer Post. 
Wir sind so konstruiert, daß wir die Vorgänge in unserem Geist für wahr halten (»wahr« im Sinne: mit der äußeren Realität übereinstimmend).
Das muß aber nicht unbedingt so sein…

Muho bei Radio Bremen (Herbst 2018) {35:47 – Start bei 0:23; beachte auch ab 20:00}

Antaiji Antaiji
Am 05.11.2018 veröffentlicht 
Photo von Eva Rugel (Antaiji, August 2017): https://www.evarugelphotography.de
Mehr von Muhos PR-Tour im Herbst 2018: http://antaiji.org/de/history/about/v...
Letztes Kapitel von Muhos Buch:
http://antaiji.org/de/20181106-2/

Transkript ab 0:23
Moderatorin:Ich habe auch mal eine Zen-Meditation gemacht. Ich fand es so anstrengend! Ich habe eine Stunde ausgehalten, meine Beine sind mir eingeschlafen, mein Rücken tat mir weh, und ich war sehr froh wieder aufstehen zu können.Wie halten Sie das aus, fünfzehn Stunden zu meditieren?
Muho:Das ist am Anfang sehr schwierig, und ich kann mich selbst daran erinnern, daß ich da oft auf dem Kissen herumgewackelt bin, denn manchmal fühlt es sich einfach so an, als kostete mich das das Leben. Ich müßte hier sterben dachte ich. In der Regel war dasso am zweiten/dritten Tag der Fall – wir sitzen da fünf Tage am Stück. Und einmal fragte ich meinen Meister: »Ich weiß nicht, was ich tun soll. Jedes Mal während dieser intensiven Meditationstage – immer am dritten Tag in der Regel –  fühlt es sich so an als müßte ich sterben.« Und mein Meister sagte: »Ich weiß gar nicht wo das Problem ist. Wir haben doch einen Friedhof hier. Solltest du wirklich auf dem Kissen sterben, dann werde ich deine Beerdigungen übernehmen, und Du wirst hier ein Grab haben.«
Moderatorin:Sehr motivierend!
Muho:Ja, und ich lachte so wie Sie eben, und dachte, das muss doch ein Witz sein, aber dann ließ ich’s irgendwann mal drauf ankommen und sagte mir, ich beiß’ jetzt nicht mehr die Zähne zusammen, aber ich wackle auch nicht mehr, ich mogle mich nicht mehr durch. Ich sitz’ jetzt hier einfach und lass’ los, und wenn es mich das Leben kostet. Und wurde es ganz einfach!
Moderatorin:Da hatten Sie keine Schmerzen mehr?
Muho:Da waren noch die Schmerzen, aber die ganze psychologische Multiplikation, die ich vorgenommen hatte – zum Beispiel dieses Rechnen ›Diesen Schmerz muss ich noch zwei, drei Tage aushalten‹ – all das fiel weg, und der Schmerz war einfach nur noch der Schmerz und ich spürte: ›Das läßt sich ja eigentlich von Moment zu Moment aushalten!‹Schlimm wird der Schmerz immer, wenn man anfängt gegen ihn anzukämpfen oder sich denkt ›Hier bin ich, ich will diesen Schmerz nicht. Ich muß was tun, aber ich kann nichts tun.‹Wenn man den Schmerz einfach mal so annimmt wie er ist, bemerkte ich, ›Das geht ja, der bringt mich ja gar nicht um!‹ Und ich sitze hier, und ich dachte, ich würde sterben, aber ich lebe, und zum ersten Mal in meinem Leben kam es mir wie ein Wunder vor, daß ich lebe. Bis dahin dachte ich immer ›Ich lebe, aber warum? Wieso muß ich leben? Was ist der Sinn meines Lebens?‹ Und plötzlich erschien es mir wie ein Geschenk, da sitzen zu dürfen. Da waren zwar noch Schmerzen, aber die brachten mich nicht um.Das war eine tolle Erfahrung!


siehe auch:
- Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
- Glaube nicht alles… (Post, 24.05.2012)
- Üben… (Post, 17.09.2010)
- Die Geschichte mit dem Hammer (Post, 08.04.2008)

Muho, das wäre doch was! {13:28}

mmklpoiu
Am 06.10.2017 veröffentlicht 

zuletzt aktualisiert am 24.03.2019