Freitag, 11. Dezember 2015

Von der Kunst, zerstreut zu sein

Wenn von den angeblich bedrohlichen Auswirkungen durch Massenmedien, Digitalisierung und Internet die Rede ist, dann geht es oft um die fehlende Balance zwischen Aufmerksamkeit und Zerstreuung. Die Flut an unterschiedlichen Informationen, die auf uns einstürmen, die Hyperlink-Struktur, die uns schnell von einem zum nächsten klicken lässt, zerstöre unsere Fähigkeit, aufmerksam zu sein, heißt es dann, und bald könne niemand mehr längere Texte lesen. Wir werden immer zerstreuter.
mehr:
- Von der Kunst, zerstreut zu sein (Christian Möller, Buchvorstellung, Deutschlandfunk, 29.03.2014)

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Rosemarys Schicksal

Nicht einmal das FBI wusste, wo sie ist: Ein französischer Journalist hat sich auf die Suche gemacht - und das Leben der behinderten Schwester von John F. Kennedy minutiös rekonstruiert.
Es ist um die Mittagszeit an einem sonnigen Herbsttag 1975 in Chicago, als der Reporter Peter Nolan einen Hinweis erhält: Rosemary Kennedy wird vermisst. Die geistig behinderte Schwester des ermordeten Präsidenten JFK ist nach dem sonntäglichen Kirchgang verschwunden, ihre jüngere Schwester Eunice hat es soeben der Polizei gemeldet.

Nolan springt mit einem Kameramann aus dem Büro, in der Hoffnung ein paar Aufnahmen mit Seltenheitswert zu drehen, seit Jahrzehnten hat niemand mehr Rosemary gesehen. Fünf Stunden lang suchen die Polizei und der Reporter, jeder für sich, die Vermisste. Nolan wird sie als Erster entdecken: an der Ecke Monroe Street und Michigan Avenue, vor einem Schaufenster. Der Reporter hat kaum Zeit, Bilder zu machen, denn wenig später sind Polizisten zur Stelle und nehmen Rosemary mit.

Von seiner Begegnung mit Rosemary Kennedy hat Nolan dem französischen Journalisten Pierre Pratabuy erzählt. Fasziniert von der Geschichte hatte sich Pratabuy 2005, nach Rosemarys Tod, auf Spurensuche gemacht, Zeugen kontaktiert und Archive aufgesucht. Minutiös hat er das Leben der Kennedy-Schwester rekonstruiert und jetzt für die französische Kulturzeitschrift XXI aufgeschrieben - und dabei einige überraschende Details ans Licht gebracht.

mehr:
- Die verschwundene Kennedy-Schwester – Das Mädchen Rosemary (Jeanne Rubner, Süddeutsche Zeitung, 17.05.2010)


Dienstag, 8. Dezember 2015

Nietzsches Kindheit

Frühe Kindheit (NietzscheSpuren)
Friedrich Nietzsche. Lebensstationen in Mitteldeutschland (1) – 1844-1849: Kindheit in Röcken (Klaus Horn, Perspictuitas)
Der junge Nietzsche ( Helmut Walther (Nürnberg), überarbeitete und erweiterte Fassung eines Vortrages vom 08.05.2002 vor der Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg)
Der Vater wird als sehr begabt und pflichtbewußt geschildert; auch war er sehr musikalisch und spielte ausgezeichnet Klavier, insbesondere in freier Improvisation; dieses Erbteil hat sein Sohn offenbar von ihm mitbekommen, der den Vater schon als einjähriges Kind bewußt am Klavier hörte, was ihm zeitlebens unvergeßlich blieb. Die Mutter Franziska, die gerade noch mit Puppen gespielt hatte, soll ein "Wildfang" und dabei sehr hübsch gewesen sein – so hatte sie den bereits gesetzten und etwas förmlichen, in familiäre und berufliche Pflichten eingebundenen Karl Ludwig sogleich unwiderstehlich angezogen. […] schildert der Vater in einem Brief 1846 (Friedrich war also gerade mal zwei Jahre alt!): "Bruder Fritz ist ein wilder Knabe, den manchmal allein der Papa noch zur Raison bringt, sintemalen von diesem die Ruthe nicht fern ist; allein jetzt hilft ein Anderer mächtiger miterziehen, denn das ist der liebe heilige Christ, welcher auch bei dem kleinen Fritz schon Kopf und Herz ganz eingenommen hat, daß er von nichts Anderem sprechen und hören will als vom >heile Kist!<"(11)
Nach dem Tod des Vaters 1849 und des jüngeren Bruders Ludwig Joseph (1848–1850) zog die Familie nach Naumburg. Der spätere Justizrat Bernhard Dächsel wurde formal zum Vormund der Geschwister Friedrich und Elisabeth bestellt. Von 1850 bis 1856 lebte Nietzsche im „Naumburger Frauenhaushalt“, das heißt zusammen mit Mutter, Schwester, Großmutter, zwei unverheirateten Tanten väterlicherseits und dem Dienstmädchen.  [Friedrich Nietzsche, Jugend (1844–1869), Wikipedia], Wikipedia-Absatz zur Aufrechterhaltung des zeitlichen Ablaufs von mir eingefügt]
[der Doktor] ... hatte ein gr. Pläsier an dem kräftigen Knaben, als er aber nach den Jahren noch nicht sprechen konnte, sagte ich so beiläufig einmal zu ihm ‚nur daß er noch nicht sprechen will‘, darauf sagte er ‚ja sie geben zu sehr auf seine Zeichen acht wie er seinem Willen ausdruck giebt‘ u. so that ich dies von da an nicht mehr." ... "Kurz die Biographie ist ‚Wahrheit u. Dichtung‘".(8) Die Schwester schildert ihn jedenfalls als "sehr leidenschaftlich, was er aber später nicht gern hörte, da er der Nietzsche’schen Familientradition gemäß sich früh zu beherrschen lernte."(9) Nun, diese "Selbstbeherrschung" fällt nicht vom Himmel; im Pfarrhaus gab es verschiedene "Beruhigungsmittel" für das leidenschaftliche, aber noch "sprachlose" Kind: Schrie es aus unbestimmten Gründen, wurde der Vater zum "Musikmachen" gebeten, und sogleich wurde "Fritzchen mäuschenstill, setzte sich aufrecht in seinem kleinen Wagen und verwandte kein Auge von dem Spielenden."(10)

Schleichender Irrsinn (SPIEGEL, 11.07.1983)
Nietzsches Krankheit: Genie und Wahnsinn (Deutsches Ärzteblatt, 11.06.2008)
Berühmte psychisch kranke Persönlichkeiten (Kompetenznetz Schizophrenie, 16.04.2013)
Genie, Irrsinn und Ruhm, Band 7 – Die Philosophen und Denker (Lange-Eichbaum, Kurth, gekürzt, f-nietzsche.de)
Störung der Explikation (2. Wurzel) (aus Moldzio, Schizophrenie, eine philosophische Erkrankung?, S. 132, googlebooks)
Wissen und Bewältigung – Grundkurs Psychose (Lampert, Psychiatrie-Dienste Süd, PDF-Version einer PowerPoint-Präsentation)

Nietzsches Kindheit 1/3: Die Bösen sind die Guten (Alice Miller) [10:25]

Veröffentlicht am 22.07.2015

Nietzsches Kindheit - wie lebte Friedrich Nietzsche, was waren seine prägenden Einflüsse? Psychoanalyse eines Genies - Lebenslinien und Werkvergleich

Philosophie konkret: Nietzsche und die Psychoanalyse - Hat Alice Miller Recht? [11:13]

Veröffentlicht am 24.07.2015
Philosophin Claudia Simone Dorchain über Alices Millers Versuch, Nietzsches Werk "Der Antichrist" in psychoanalytischer Manier aus prägenden Erlebnissen seiner frühen Kindheit abzuleiten.

Dorchain ist der Ansicht, dass die Psychoanalyse zu ehrgeizig und grundlos zu selbstgewiss ist im Verkünden vermeintlicher Herleitungen von Werkinhalten aus biographischen Lebenslinien. Nietzsches Werk sei keinesfalls auf frühkindliche Prägungen zurückzuführen im Sinn einer Erklärung desselben.

Nietzsches Hass auf Theologen und das Christentum im Allgemeinen sei mehr als eine zornige Reflektion seiner frühen Lebensbedingungen, sei auch ein Hass auf alles, was er als "Unnatur" empfindet. Seine Frage lautet: warum definiert sein Zeitalter, das späte 19. Jahrhundert, soviel Unnatur - Heuchelei, Doppelmoral, Verleugnung des Körpers, Prüderie - als guten Ton?

Als einen Urheber der gesellschaftlichen Heuchelei entlarve Nietzsche das Christentum, insbesondere in seiner asketisch-bigotten Form ausgelegt. Doch seine Religionskritik ginge weiter als Institutionenkritik, er verstünde sich als Zerstörer im Geiste eines aufgeklärten Humanismus - und zuletzt sei Nietzsche stets größer als seine Interpretatoren, insbesondere die psychoanalytischen.
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mein Kommentar: 
Hergottnochmal, was soll denn dieses überhöhende Geschwurbel: zuletzt sei Nietzsche stets größer als seine Interpetatoren? Wird das von irgendjemandem infrage gestellt?

Sonntag, 6. Dezember 2015

Mikropausen – immer wieder dem Fokus von der Außenwelt zurückziehen und zu sich selbst zurückkommen

Wer vor lauter Aktivismus nicht mehr zur Ruhe kommt, leistet sich und seinem Unternehmeneinen Bärendienst. Wer hingegen während der Arbeit immer wieder kurz den Mut zum Nichtstun aufbringt, lebt gesünder und ist innovativer. Das belegen Untersuchungen zum Nutzen von Mikropausen.

Gemäss einer Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) aus dem Jahre 2000 verliert die Schweizer Wirtschaft jährlich 4,2 Milliarden Franken aufgrund negativer Auswirkungen von Stress am Arbeitsplatz. Dieser Betrag dürfte heute – bedingt durch Krise, Teuerung und nochmals angestiegenem Leistungsdruck – noch um einiges höher liegen. Die im Zusammenhang mit Stress am Arbeitsplatzhäufig genannten „Stressoren“ sind eine schlechte Arbeitsorganisation, der zunehmende Leistungsdruck und Druck durch Arbeitskollegen oder Vorgesetzte. Weniger Beachtung findet die Tatsache, dass viele Menschen heute auch ohne unmittelbaren äusseren Druck gestresst sind und nicht mehr „abschalten“ können. Sie leben unter dem unausgesprochenen Diktat, dauernd aktiv sein zu müssen und erlauben sich keine Pausen mehr.

mehr:
- Mit Mikropausen entspannter durch den Arbeitstag (Claude Weill, Interview online, März 2011)

siehe auch:

- Mit Mikropausen zum ausgeglichenen Büro-Alltag (Alex Haemmerli, Bürowelten, 05.07.2013)
- Mikropausen: Kraft und Freude im Alltag (Karima Stockmann, Lebensfreude heute-Botschaften, 04.08.2014)
- Pausenkultur entwickeln – Erholungsoasen pflegen (Ole Petersen, Quevita, 2015)
- Pausen erhöhen die Produktivität (Stefan Reinsprecht, Ergonomie am Arbeitsplatz, 20.08.2014)
- Time Out Break Reminder Tool (dejal, kostenlos)
- Mit Mikropausen entspannter lernen und unterrichten (Claude Weill, Weiterbildungstage BBZ, MBZ, Juli 2012, Beufsschule Mode und Gestaltung Zürich, PDF)

siehe auch:
Forschung zur Metta-Meditation (Post, 04.12.2015)
One-Moment Meditation (Post, 18.09.2012)
Reddemann-Tips zur Ausbildung von Resilienz (Post, 22.09.2009)
- Kontemplation für geschäftige Leute (Netzwerk achtsame Wirtschaft)

siehe aber auch:
- Die Neoliberalisierung der Universität (Post, 24.08.2016, beachte vor allem den Vortrag von Klaus Ottomeyer) und
- Das neoliberale Narrativ: Wir sind verkehrt! (Post, 05.10.2016)



mein Kommentar:
Wenn jemand in diesen Übungen keinen Sinn sieht, sieht er halt keinen Sinn drin…
Was soll eine Ruhepause von 15 Sekunden für einen Sinn machen?
Deshalb: kein Druck, kein Problem, wenn sich jemand damit nicht anfreunden kann, dann ist halt noch nicht die Zeit gekommen…

Freitag, 4. Dezember 2015

Forschung zur Metta-Meditation

Ein kontrolliertes psychologisches Experiment an der Stanford University zeigte, dass selbst eine kurze Metta-Meditation von wenigen Minuten (bei in Metta-Meditation nicht geübten Personen) im Durchschnitt zu einem Gefühl größerer sozialer Verbundenheit mit und einer positiveren Einstellung gegenüber unbekannten Personen führt.[5]Eine kontrollierte Studie von Barbara Fredrickson (University of North Carolina at Chapel Hill) und Kollegen bei 139 Mitarbeitern der Firma Compuware ergab, dass ein mehrwöchiger Kurs in Metta-Meditation zu einer Zunahme positiver Emotionen führte, die im weiteren Verlauf mit einer vermehrten Achtsamkeit, einem größeren Sinnerleben, positiveren Beziehungen zu anderen Personen und weniger körperlichen Beschwerden einhergingen. In Folge zeigten diese Personen sich zufriedener mit ihrem Leben und berichteten über weniger depressiveSymptome.[6]Johnson und Kollegen stellten 2009 in drei Fallberichten die Anwendung von Metta-Meditation bei schizophrenen Patienten mit Negativsymptomatik dar.[7] Eine nachfolgende Pilotstudie mit 18 schizophrenen Patienten zeigte eine Abnahme negativer Symptome und eine Zunahme positiver Emotionen und psychischem Wohlbefinden nach einem mehrwöchigen Training in Metta-Meditation.[8]Am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig läuft seit 2013 unter der Leitung von Tania Singer das Resource-Projekt zur Plastizität des sozialen Gehirns [9], in dem die neuronalen und hormonellen Auswirkungen von mentalem Training und Achtsamkeit untersucht werden, außerdem sowohl die subjektiv erlebten Veränderungen als auch die Veränderungen auf Verhaltensebene. Metta-Meditation ist Teil der Übungen, denen die Probanden sich in Ein-Jahres-Studien unterziehen.[10] [Forschung zur Metta-Meditation, Wikipedia]
siehe auch:
- Metta-Sutta (Wikipedia)
Metta-Meditation (Philipp Lehmann, Simply Progress, 27.09.2013)
Meditation und Achtsamkeit - ideal zur Stressbewältigung (Unity Training)
- Mikropausen – immer wieder dem Fokus von der Außenwelt zurückziehen und zu sich selbst zurückkommen (Post, 06.12.2015)
- One-Moment Meditation (18.09.2012)
- YouTube-Videos (Rosinen rauspicken!)
Ergebnisse psychometrischer Tests der Universität Pennsylvania 
Die oben abgebildeten Ergebnisse einer Studie der Universität Pennsylvania aus dem Jahr 2007 zeigt, wie sich ein achtwöchiges Meditationstraining auf die emotionale Stabilität der Teilnehmer auswirkt. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe nahm bei den Teilnehmern des Trainings die emotionale Instabilität in den Bereichen Verwirrtheit, Angst, Depression, Zorn und Müdigkeit deutlich ab, während sich ihre emotionale Stabilität (Vigor = Lebenskraft) deutlich verbessern konnte. (Quelle: http://www.pennmedicine.org/stress/faqs/)

Meditation vermindert das Risiko psychisch zu erkranken. Bereits im Jahr 1990 veröffentlichte die Psychologin Marsha Linehan eine Reihe von Studien, die zeigte, dass eine Therapie mit der buddhistischen Achtsamkeitsmethode namens Selbstakzeptanz (radical acceptance) das Risiko der stationären Einweisung und auch der Selbstmordversuche bei suizidalen Patienten erheblich senken konnte.

Meditation verringert das Risiko des Rückfalls in eine psychische Erkrankung. Im Jahr 2000 führte eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Kanada, Wales und England namens Segal, Williams und Teasdale eine Studie durch, die aufzeigte, dass acht wöchentlich durchgeführte Achtsamkeitssitzungen die Rückfallquote bei Menschen, die dreimal oder öfter eine Depression hatten, zur Hälfte reduzieren konnte.(Lotus Therapy, New York Times 27.5.2008).

Eine fünfjährige Studie konnte aufzeigen, dass Menschen, die Meditation praktizieren, 57% geringere Krankheitskosten verursachen als andere Versicherte. Die Meditierenden hatten u.a. deutlich weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nervenerkrankungen sowie weniger Erkrankungen des Verdauungssystems und der Atemwege.
siehe auch:
- Loving-Kindness Meditation for Posttraumatic Stress Disorder: A Pilot Study (David J. Kearney, Carol A. Malte, Carolyn McManus, Michelle E. Martinez, Ben Felleman, and Tracy L. Simpson, Journal of Traumatic Stress, August 2013, 26, International Society für Post Traumatic Stress Studies, gefunden bei Self-Compassion, Dr. Kristin Neff)
- Loving-Kindness Meditation to Enhance Recovery From Negative Symptoms of Schizophrenia ( David P. Johnson, David L. Penn, Barbara L. Fredrickson, and Piper S. Meyer, Ann M. Kring, Mary Brantley, Journal of Clinical Psychology: In Session, May 2009, gefunden bei University of California) 
In light of the limited efficacy of current treatments for negative symptoms, there is a significant need for psychosocial treatments that improve anticipatory pleasure, sociality, and motivation. The case studies described here suggest that a particular meditation, LKM, can improve individuals’ negative symptoms via the mechanism of positive emotions. However, it appears that previous meditation experience assists in the learning and practice of LKM and thus improves outcomes. Clients who have difficulty with LKM may benefit more from basic mindfulness exercises that can be applied to their personal definition of recovery.
- 18 Science-Based Reasons to Try Loving-Kindness Meditation Today! (Emma Seppälä, 28.10. 2013)
- Plastizität des sozialen Gehirns (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, letzte Änderung: 04.02.2014)

man mache sich bewußt:
Ich habe niemals einen Schizophrenen gekannt, der sagen konnte, daß er geliebt wurde […]
Sie haben kein sicheres Realitätsbewußtsein, kein Gefühl für die Verläßlichkeit von Dingen und Menschen. […] die Welt wird für derartige Individualitäten irgendwie „irreal”. Sie haben eine „niedrige Sicherheitsschwelle” , weil sie immer um ihr Ich bangen müssen. Viele Ereignisse, die für „Durchschnittsmenschen” völlig harmlos sind, können für sie umwerfend und „vernichtend” sein. Darum neigen sie zur Isolation und Kontaktscheu; sie erleben ihre Umwelt meistens als sehr bedrohlich.  (Ronald D. Laing, zit. in RattnerKlassiker der Psychoanalyse, PsychologieVerlagsUnion, 2. Aufl., 1995, S. 775; siehe: Ronald D. Laing, Post, 15.10.2012)
- Meditation bei Depressionen und Burnout (Ich-will-Meditieren)
Metta-Meditation: Vorstellung und Anleitung (Ich-will-Meditieren)
- Meditation: Glossar (Ich-will-Meditieren)
- Liebe Dich selbst (aus: Ilona Daiker, Buddhas 3 Fragen – Mit Achtsamkeit, Dankbarkeit und Großzügigkeit das Leben verwandeln, GU-Verlag, GoogleBooks, S. 39)
- Mind-Body-Medizin zur Behandlung des Fibromyalgiesyndroms (Christel von Scheidt, Immanuel-Krankenhaus Berlin, zkm 2013-1, PDF)
- Lebenserfolgsbeichte ( Āyusamanī Sudhamma (Karin Findeisen), Vortrag am 25.01.2010 in der Dhamma-Gruppe Radolfzell, Ayurama.eu )

siehe auch:
- Es ist einfach Erfolg zu haben (Karl Wiesner, Berg-Meditation, 16.01.2014)
- Mikropausen – immer wieder dem Fokus von der Außenwelt zurückziehen und zu sich selbst zurückkommen (Post, 06.12.2015)
- Reddemann-Tips zur Ausbildung von Resilienz (Post, 22.09.2009)


Es ist aber der Glaube
ein gewisses Vertrauen in das,
das man hofft
und ein Nichtverzweifeln an dem,
das man nicht sieht. (Hebr. 11,1)
Justin Bieber - 'Love Yourself' (Jingle Bell Ball 2015) [4:56]   Text (AZLyrics)   Übersetzung
Veröffentlicht am 06.12.2015
Justin Bieber performs an acoustic version of 'Love Yourself' live for Capital's Jingle Bell Ball.

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zuletzt aktualisiert am 02.03.2016

Montag, 30. November 2015

Milton H. Erickson – Not in der Kindheit: Zwang, nach Bewältigungsstrategien Ausschau zu halten

Milton Erickson Clip - Hypnosis & Trance {1:48}
Jane Parsons-Fein
Am 27.09.2013 veröffentlicht
A video clip from "In the Room with Milton H. Erickson, M.D." Volume 1, Disc 1, available for purchase by professionals only at http://www.pfti.org/dvd. Here Dr. Erickson is answering a student's question regarding the topics of hypnosis, trance and hypnotherapy.
This DVD set is a first-person experience of one of Dr. Erickson's training sessions in the little room next to his office in Phoenix, AZ in 1979, recorded and now produced by Jane Parsons-Fein, LCSW, BCD, DAHB.

Milton H. Erickson [Quelle: ActusPsy.com]
Erickson ist es zu verdanken, dass Hypnose in der Psychotherapie wieder häufiger eingesetzt wird, nachdem sie durch Sigmund Freuds Ablehnung lange Zeit in den Hintergrund gerückt war. Erickson entwickelte einen neuen Ansatz, der die Individualität betont und es daher notwendig macht, für jeden Klienten/Patienten einen besonderen Ansatz und Zugang zu finden. Damit stand Erickson im Gegensatz zu den bis dahin standardisierten Methoden, die bis in die 50er und 60er Jahre vorherrschten. Erickson betont ferner die positive Rolle des Unbewussten. Anders als bei Freud ist für Erickson das Unbewusste eine unerschöpfliche Ressource zur kreativen Selbstheilung. Das Unbewusste ist der Hort von kaum genutzten Erfahrungen des Menschen. Ericksons Ansatz erhebt den Anspruch, die durch starre Denkmuster begrenzte Fähigkeit des Bewusstseins zu erweitern, indem der Hypnotiseur durch spezielle verbale und non-verbale Techniken es dem Unbewussten ermöglicht, die führende Rolle einzunehmen. Gleichzeitig soll es dem Bewusstsein ermöglicht werden, unbewusste Selbstheilungskräfte und kreative Ressourcen zu nutzen. - Milton H. Erickson, Leistungen (Wikipedia, Hervorhebungen von mir)
Alles, was fasziniert und die Aufmerksamkeit eines Menschen festhält oder absorbiert, könnte als hypnotisch bezeichnet werden. (Milton H. Erickson/Ernest L. Rossi, Hypnotherapie, gefunden bei Philosophie & Spiritualität)

Im Alter von fünf Jahren zog seine Familie nach Lowell (Wisconsin), wo er die Grundschule besuchte und anschließend die High School im nahen Wishfield. Er litt an Legasthenie. Sein Spitzname war damals „Dictionary“, was in seinem Unverständnis im Umgang mit dem Wörterbuch begründet war. Erickson soll das Wörterbuch immer von Anfang zu lesen begonnen haben, wenn er einen Begriff suchte. Er galt lange Zeit als „zurückgeblieben“. Seine Legasthenie konnte er offenbar überwinden, indem er übte, schwierige Buchstaben vor sich zu sehen – mental zu visualisieren.
Die therapeutische Trance ist ein Zeitabschnitt, währenddem die Beschränkungen der eigenen gewohnten Bezugsrahmen und Überzeugungen vorübergehend aufgehoben werden, so daß der Betreffende für andere Assoziationsmuster und psychische Funktionsweisen empfänglich ist, die ihn einer Problemlösung näherbringen. (Milton H. Erickson/Ernest L. Rossi, Hypnotherapie, gefunden bei Philosophie & Spiritualität)
1919, kurz nach Abschluss der Highschool, erkrankte Erickson an Kinderlähmung und fiel ins Koma. Zunächst hatte es den Anschein, dass er die Krankheit nicht überleben würde. Nach drei Tagen jedoch kam er wieder zu Bewusstsein, war allerdings vollkommen gelähmt. 
[Quelle: CodeNLP.ru]
Bewegungsunfähig saß er später in einem Schaukelstuhl. Der intensive Wunsch aus einem Fenster zu schauen, soll dazu geführt haben, dass sich der Schaukelstuhl leicht bewegte. Dieses ideomotorische Erlebnis motivierte ihn, weiter zu üben. Durch Imaginationen arbeitete er daran, dass seine gelähmten Muskeln wieder funktionstüchtiger wurden. Nach knapp einem Jahr konnte er an Krücken gehen und besuchte die Universität von Wisconsin. Entgegen dem ärztlichen Rat, sich auszuruhen, begab er sich auf einen 1200 Meilen langen Kanu-Trip auf dem Mississippi. Dabei erreichte er wieder eine beachtliche körperliche Stärke. Zwei Jahre später konnte er ohne Krücken gehen, er hinkte lediglich mit dem rechten Bein.
Im zweiten Jahr auf der Universität beschäftigte sich Erickson mit Hypnose. Er war fasziniert von den Möglichkeiten, übte unentwegt und entwickelte unterschiedliche Techniken. Im Gegensatz zu der damals vorherrschenden Lehrmeinung, erarbeitete Erickson individualisierbare Methoden. - Milton H. Erickson, Leben (Wikipedia)
Im Alltag gibt es viele Methoden, um die Aufmerksamkeit zu fesseln, gewohnte Assoziationen außer Kraft zu setzen und dadurch eine unbewußte Suche nach einer neuen Erfahrung oder Antwort auf ein Problem auszulösen. In einer schwierigen Situation kann man beispielsweise einen Scherz machen oder ein Wortspiel benutzen, um die Szene zu unterbrechen und von einem anderen Standpunkt aus zu reorganisieren. (Milton H. Erickson/Ernest L. Rossi, Hypnotherapie, gefunden bei Philosophie & Spiritualität)
Die Bewusstlosigkeit, in die ihn die Erkrankung brachte, nannte er später den Beginn seines Interesses an Trance-Zuständen. Die Phase der Rekonvaleszenz, in der ihm die Medizin wenig Hoffnung auf völlige Genesung ließ, nutzte Erickson, um partielle Dissoziationen zu üben.Milton H. Erickson, Leistungen (Wikipedia)

Dr. Milton H. Erickson Trains Students in Hypnosis (Rare Footage- 1979) {3:55}

Jane Parsons-Fein
Am 14.10.2013 veröffentlicht
Rare footage filmed by Jane Parsons-Fein in 1979, available for purchase by professionals only at www.miltonericksondvds.com. A complete transcript of the footage is available at the same web address for the general public.
Dr. Milton H. Erickson revolutionized psychotherapy and hypnosis and redefined the unconscious. In this clip he induces trance to teach students to "Discover your own technique" and "Be your own natural self".
Erickson demonstrates that communication on unconscious levels between therapist and patient are at the heart of successful psychotherapy. As he says in this clip, "It is the individual responding to the individual".

Dr Milton Erickson Hypnosis Demo {35:04}
 
Ahpm Hypnomalaysia 
Am 15.05.2015 veröffentlicht

Milton Erickson live in Phoenix 1977 {7:06}

Ulli Schachtner
Am 07.10.2013 veröffentlicht
A glimpse of Milton Erickson lecturing in front of a group of therapists in his home in Phoenix, Arizona in 1977 filmed by Hans-Ulrich Schachtner, Dipl. Psych. This is 5 minutes of DVD 8 (of 10 DVDs, appr. 15 hrs total); exclusively at www.harmonybalance.de


siehe auch:
Die Lehrgeschichten von Milton H. Erickson herausgegeben und kommentiert von Sidney Rosen (Leseprobe, iskopress, PDF)
Hypnotherapy An Exploratory Casebook (Milton H. Erickson, Ernest L. Rossi, CodeNLP.ru, PDF)
My Voice will Go With You – The Teaching Tales of Milton H. Erickson (Sidney Rosen, Conscious Energetics)
The Induction of Clinical Hypnosis and Forms of Indirect Suggestion (Milton H. Erickson, Ernest L. Rossi, Sheila I. Rossi, Hypnosis.org.es, PDF)
Experiencing Hypnosis – Therapeutic Approaches to altered States ( Milton H. Erickson, M.D. and Ernest L. Rossi, Ph.D., ¡PersonalEnrichment!, PDF)

Ericksons on Erickson Documentary {1:01:05}

Louis Cauffman
Am 08.02.2014 veröffentlicht
Erickson's on Erickson Documentary
Produced by Betty Alice Erickson, Allen Erickson and Louis Cauffman
Published by Louis Cauffman
Genk Belgium
If you want more information, please contact: baemail_2000@yahoo.com
Music written by composer: Jared C. Balogh
Song Title: "Pulling Myself Up Through"
Contact Info: http://www.alteredstateofmine.net
http://www.freemusicarchive.org/music...
https://www.twitter.com/J_BALOGH1
Jared C. Balogh song "Pulling Myself Up Through" is a Creative Commons Licensed Song. It is Licensed under this Creative Commons License: http://creativecommons.org/licenses/b.... Jared C. Balogh has granted permission for commercial usage of his song "Pulling Myself Up Through" for ONLY the Youtube video "Ericksons On Erickson" and Documentary (DVD) "Ericksons On Erickson" via agreed payment between Jared C. Balogh and Fjodor Schafranski. Any other commercial usage his song "Pulling Myself Up Through" is prohibited is prohibited and Jared C. Balogh owns and controls 100% of the song "Pulling Myself Up Through".
www.louiscauffman.com
Copyright 2013

Dr. Jeffrey Zeig - Exploring the Genius of Milton Erickson {1:46:11}

The Milton H. Erickson Foundation
Am 15.08.2012 veröffentlicht

Milton Erickson on Handling Hurt Feelings, Insults, Patient's Tangentiality {4:08}     

Veröffentlicht am 12.01.2015
A compilation of excerpts from "In the Room with Milton H. Erickson, M.D." To purchase the DVDs and Transcript please go to www.miltonericksondvds.com.

Stephen Gilligan Explains Ericksonian Hypnosis 1 {6:47}

Beyondnlp
Am 22.04.2010 veröffentlicht
Stephen Gilligan, one of the world's leading experts on Hypnosis talks about his work and his great teacher, Milton Erickson. The interview was part of his Australian Tour 2008 - Interviewed by Gordon Young, Chair of the Australian Board of Neuro Linguistic Programming, and President of the Australian Society of Clinical Hypnotherapists.

Milton Erickson : a pedagogy of doubt {6:35}

Desnvolvendo.vc
Am 29.09.2015 veröffentlicht
alter Info-Text:
article complet : www.garnier-hypnose.com/mhe
In this abstract, we can clearly see how Dr Erickson uses a double-leveled suggestion and confident expectation to induce a proper hypnotic response, which does not imply any conscious compliance. The subject, reluctant at first but deeply motivated to live such a hypnotic experience, finally finds herself a mere observer of what is happening inside of her, in response of Erickson's suggestions.
Dans cet extrait, on peut clairement voir comment le Dr Erickson utilise une suggestion à double-niveau et l'attente, pour provoquer une réponse hypnotique adéquate, qui n'implique aucune obéissance volontaire. Le sujet, d'abord réticent mais profondément motivé à vivre une telle expérience hypnotique, se retrouve finallement "observatrice" de ce qui se produit en elle.



Sonntag, 29. November 2015

Myths of Mental Illness

Myths of Mental Illness [9:58]
Hochgeladen am 27.01.2009
Does paranoia exist? Does schizophrenia exist? Does mental illness exist? Who are R.D. Laing, Thomas Szasz, & Wilhelm Reich? How has the mental health system changed? What causes mental illness? Is there a mass malaise or mass alienation of mass schizophrenia? How can the mentally ill recover? These are some of the questions this video attempts to answer

- Ronald D. Laing (Post, 16.10.2015)
- Thomas Szas – Es gibt keine Geisteskrankheit (Post, 16.02.2012)
- ‘Freedom is more important than health’: Thomas Szasz and the problem of paternalism (Joanna Moncrieff, International Psychiatry, Mai 2014, PDF, S. 46)
- The legacy – or not – of Dr Thomas Szasz (1920-2012) (Trevor Turner, International Psychiatry, Mai 2014, PDF, S. 48)
- Thomas Szasz: Philosopher of Liberty (John Breeding, Journal of Humanistic Psychology, Januar 2011, gefunden auf The Wildest Colts)

Psychology Test - Are You Normal? [10:03]

Hochgeladen am 21.10.2007

Psychology Test - Are you Normal.

Dr. Breeding, Ph.D. psychologist discusses the concept of normal. Mental health is defined in terms of normal by psychology and psychiatry. If you don't fit into the box, you might be labeled with mental illness. If you too happy you are manic. If you not happy enough you are depressed. If you concentrate too much you are compulsive. If you don't concentrate enough you have ADHD. If you think about sex too much you hypersexual. If you think about sex too little you hyposexual.

Visit Dr. Breedings Website at
http://www.wildestcolts.com

This video was produced by Psychetruth
http://www.youtube.com/psychetruth
http://www.myspace.com/psychtruth

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