Montag, 2. Februar 2015

Seele und Gesundheit

Heilen jenseits der Schulmedizin gekürzt [11:19]

Veröffentlicht am 17.01.2015


In dem Film wird über eine Studie berichtet, die einen Zusammenhang zwischen sozialer Position und der Akkumulation von Risikofaktoren berichtet. Auch Stress ist Thema: Nicht viel Arbeit macht Stress sondern die Kombinationen aus viel Arbeit und fehlender Selbstbestimmung oder viel Arbeit und fehlender Anerkennung.
Zitat (3sat):
Wie kann ich geheilt werden? Wie kaum eine andere Frage verbindet sie Menschen weltweit. Auch im Westen orientieren sich Patienten immer öfter an Heilmethoden abseits der Schulmedizin, an Verfahren und Traditionen, mit denen sich auch die naturwissenschaftliche Forschung auseinandersetzt. Händedruck auf dem Kniegelenk: Drei Tage später ist der Kreuzbandriss verheilt. Hypnose bei Patienten mit der unheilbaren Auto-Immunkrankheit Morbus Crohn: Die Entzündungen verschwinden. Meditation für den Krebspatienten: Der unheilbare Tumor bildet sich zurück. Das sind überraschende Geschichten unkonventioneller Heilungserfolge und ausgerechnet die moderne Wissenschaft findet die Erklärungen dafür: Epigenetik, Placebo- oder Nocebo-Forschung, und vor ... (Heilen jenseits der Schulmedizin – Dokumentation, )

siehe auch:
- Psychoneuroimmunologie (3sat) 
Zitat:
Bei chronischem Stress gerät zu viel Cortisol ins Blut. Das Stresshormon dämpft dauerhaft die Immunabwehr und bringt sie aus dem Gleichgewicht. Dabei wird je nach Krankheitserreger entweder eine zelluläre oder eine humorale Abwehr aktiviert. Die zelluläre Abwehr bekämpft Viren und Krebszellen, die humorale dagegen Bakterien, die durch Wunden in den Organismus eindringen. Die Überproduktion an Cortisol verschiebt das Gleichgewicht von zellulärer und humoraler Abwehr. Die zelluläre Abwehr wird geschwächt, die humorale verstärkt. In der Folge werden wir anfälliger für Virusinfektionen wie Grippe oder Herpes.

Gleichzeitig wird die Produktion von Antikörpern hochgefahren. Das macht uns anfälliger für Allergien und zahlreiche Hauterkrankungen wie etwa Neurodermitis. Auch Autoimmunerkrankungen wie Rheuma gehören in diesen Zusammenhang. Die steigende Stressbelastung durch Beruf und Umweltfaktoren führt inzwischen weltweit zu einer extremen Zunahme von Allergien. Viele werden schon vor der Geburt angelegt. Stressbelastete Mütter geben ihr Cortisol an den Fötus weiter und gefährden dessen Immunsystem. Auch eine belastende Kindheit hat Auswirkungen. So können traumatische Erfahrungen im Kindesalter die Ursache für rheumatische Erkrankungen bei Erwachsenen sein.

Samstag, 24. Januar 2015

Männer sind argwöhnischer, wenn es um die Treue der Dame an ihrer Seite geht

RICHMOND - Achtung, Ladies! Die kleine Abwechslung bleibt vorm Gutesten nicht lange verborgen. Das Team um Paul Andrews von der Virginia Commonwealth University hat herausgefunden, dass Männer schneller hinter Seitensprünge kommen, als Frauen es vermögen. Die Forscher ließen dazu 203 Paare Fragebogen ausfüllen, in denen sie angeben mussten, ob sie jemals fremdgegangen waren und ob sie Seitensprünge bei ihrem Partner erahnt oder entlarvt hatten. 29 Prozent der Männer offenbarten, ihre Partnerin schon einmal betrogen zu haben. 18,5 Prozent der Frauen erklärten ihre Untreue.




»Spatzi, im Büro dauert’s heute mal wieder länger, warte nicht mit dem Essen auf mich!«



Nicht nur in fremden Betten sind Manner führend: 75 Prozent kamen hinter die weiblichen Seitensprünge. Frauen hingegen landeten lediglich eine Trefferquote von 41 Prozent. Grundsätzlich seien Männer aber auch argwöhnischer, wenn es um die Treue der Dame an ihrer Seite geht. Dieses Misstrauen mache aus evolutionsbiologischer Sicht durchaus Sinn, schreibt Andrews im NEW SCIENTIST. Die vermeintlichen Herren der Schöpfung können nie sichergehen, ob sie auch die Erzeuger ihrer Brut sind, in die sie viel Kraft und Mühe investieren. Allerdings geht der Wissenschaftler davon aus, dass Frauen die eigentlichen Gentlewomen seien. Denn zu den 18,5 Prozent der Frauen, die zugaben, ihren Partner betrogen zu haben, müssten zusätzliche zehn Prozent gerechnet werden, die lediglich genießen, aber beharrlich schweigen.

aus Der Kassenarzt Nr. 20, November 2008


siehe auch:
Zitat:
Frauen sind in der Liebe nicht treuer als Männer: 35,5 Prozent der Deutschen in einer festen Beziehung hatten schon mindestens einen Seitensprung, wie eine repräsentative Umfrage ergab. Dabei stehen die Frauen mit 35 Prozent den Männern mit 36 Prozent in fast nichts nach.
- Von wegen Sexmuffel: Deutsche Betten wackeln regelmäßig und ausgiebig / FirstAffair.de-Studie: Fast zwei Drittel der Deutschen haben wöchentlich Sex (Presseportal, 11.06.2012)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Der Körper ist das Fundament des bewussten Geistes

Anhand von neuen neurowissenschaftlichen Studien zeigt Antonio Damasio in seinem Buch „Selbst ist der Mensch“, dass das Bewusstsein ein biologischer Prozess ist, der im Gehirn entsteht. Der menschliche Geist kann somit nicht als etwas Eigenständiges interpretiert werden, der vom Körper getrennt betrachtet werden müsse. Er beschreibt wie der Mensch sich zu einem selbstbewussten Wesen entwickelt und dabei die Sprache, die Kreativität und die Moral entwickelte. Laut Antonio Damasio bedingen sich Körper und Geist geradezu. Antonio Damasio ist Professor für Neurowissenschaften, Psychologie und Neurologie an der University of Southern California und Direktor des dortigen Brain and Creativity Institute.
mehr:
- Der Körper ist das Fundament des bewussten Geistes (Wissen57)

siehe auch:

- xxx (Mind&Life Institute)<

Dienstag, 20. Januar 2015

Wie man sich selbst ans Bein pinkelt

Self Esteem: How to have really low self confidence [14:39]

Veröffentlicht am 18.12.2013
Self Esteem is something that many people struggle with. In this video, instead of offering advice to boost your self esteem, you can learn what to do if you want to lower it and lose confidence in yourself. For anyone who doesn't have a slightly strange sense of humour... just do the opposite of what I say. http://blog.owenfitzpatrick.com 
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About Owen Fitzpatrick
Owen Fitzpatrick is a Psychologist and author / co-author of a number of bestselling books such as The Charismatic Edge, Not Enough Hours, Conversations with Richard Bandler, The Ultimate Introduction to NLP and How to Take Charge of your Life. He has spoken on stage with Sir Richard Branson and has coached Billionaires and Olympic Athletes. He has taught people in more than 23 countries around the world and is regarded as being an expert on Leadership, Influence and NLP. Owen's videos range from the quirky to the intense and he brings to his channel a sense of fun and dedication toward presenting messages that make a real impact. If you don't find him enjoyable to watch, you might have something wrong with you. Just saying.
It would be great if you could comment below and thumbs up the video if you liked it.
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Some other good videos that might be of interest:
Change Habits:
http://www.youtube.com/watch?v=CojSls...
Change how you talk to yourself with NLP:
https://www.youtube.com/watch?v=9WNqP...
The Secret to Long Lasting Motivation
https://www.youtube.com/watch?v=oDTs6...
The Art of Effective Whining
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Cow to Create Rapport
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Samstag, 17. Januar 2015

Psychologie: Zehn Dinge, die Sie schnell glücklich machen

Sie wollen mal einen wissenschaftlich fundierten glücklichen Tag erleben? Hier gibt es den perfekten Tagesablauf zur Maximierung des Wohlbefindens – gebastelt aus zehn Studien der Glücksforschung.
mehr:
- Pxychologie – Zehn Dinge, die Sie schnell glücklich machen (Fanny Jimenez, WELT, 05.09.2013)


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Mittwoch, 7. Januar 2015

Matthieu Ricard: Das Glück als Lebenskunst

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Matthieu Ricard (* 15. Februar 1946 in Frankreich) ist ein buddhistischer Mönch und studierter Molekularbiologe mit Abschluss in Zellulargenetik und Promotion bei dem NobelpreisträgerFrancois Jacob am Institut Pasteur.
Leben
Matthieu Ricard wuchs im Umfeld Frankreichs Intellektueller auf. Seine Mutter, die Künstlerin Yahne Le Toumelin, und sein Vater, der unter dem Pseudonym Jean-François Revel einer der einflussreichsten lebenden Philosophen und politischen Theoretiker Frankreichs war, ermöglichten ihm den Umgang mit großen Denkern und Schöpfern dieser Zeit.
Nach eigener Darstellung begann sein „eigentliches“ Leben am 2. Juni 1967, als er Kangyur Rinpoche begegnete. Als Kangyur starb, wurde Matthieu Mönch und persönlicher Assistent von Dilgo Khyentse Rinpoche, mit dem er zwölf Jahre lang Tag und Nacht verbrachte. Nach dem Tod seines Lehrers schrieb er das Buch Journey to Enlightenment: The Life and World of Khyentse Rinpoche, Spiritual Teacher from Tibet über dessen Leben und Wirken.
Seit 1989 ist er offizieller Französisch-Übersetzer für den Dalai Lama. Zusammen mit seinem Vater veröffentlichte er das international erfolgreiche Buch Der Mönch und der Philosoph. Darin werden – zu Themen von allgemeinem philosophischem, spirituellem und gesellschaftlichem Interesse – die Perspektiven der westlichen Welt und des Buddhismus gegenübergestellt, Unterschiede aufgezeigt und Gemeinsamkeiten hervorgehoben.
Er ist Board Member des Mind and Life Institute, das die Kommunikation zwischen westlicher Wissenschaft und Buddhismus und ihre Zusammenarbeit fördert. Er arbeitet gegenwärtig gemeinsam mit Hirnforschern über die Wirkung von Meditation und Geistestraining auf das Gehirn (Madison-Wisconsin, Princeton und Berkeley).
Ricard lebt aktuell im Kloster Shechen in Nepal. [Matthieu RicardWikipedia, abgerufen am 14.08.2016]
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Das Glück als Lebenskunst 1/2 [13:41]

Hochgeladen am 24.08.2010
Gert Scobel im Interview mit Matthieu Ricard über das Glück

Das Glück als Lebenskunst 2/2 [13:54]

Hochgeladen am 25.08.2010
Gert Scobel im Interview mit Matthieu Ricard über das Glück

siehe auch:
Mathieu Ricard – Den Geist Trainieren (Training the Mind)
Weisheiten und Zitate von Matthieu Ricard (Sasserlone)
Matthieu Ricard über Glücksgewohnheiten (Video, TED, 2004)
Glücksforschung – Der Mönch als Philosoph (Uwe Jean Heuser, ZEIT, 26.07.2007)
Matthieu Ricard: "Glück" – Emotionaler Gleichgewichtszustand versus Ego-Illusion (Heike Geilen, Rezension, Sand am Meer, 08/2007)
Die Frequenz der Stille (SWR, 22.10.2009)
Meditation ist mehr als eine Entspannungstechnik: meditatives Üben kann die Aktivität des Gehirns nachhaltig verändern. So hat etwa eine Studie mit tibetischen Mönchen gezeigt, dass sich positive Emotionen wie liebevolle Zuwendung und Mitgefühl durch Meditation trainieren lassen. Kann man diesen meditativen Zustand auch als eine neuronale Aktivität des Gehirns erkennen und durch moderne Diagnosesysteme überprüfen?
Elektrische Spannungen sind auf der Kopfhaut als Hirnwellen messbar. Sie werden als EEG-Kurven abgeleitet. Auch während der Meditation und Stille ist das Hirn aktiv. In diesem Zustand treten auch die sogenannten Gamma-Wellen auf, die auf einer Frequenz von 40 Hertz vermutet werden: Der Frequenz der Stille.


Neuro-Experiment – Mönche in der Magnetröhre (Ulrich Kraft, Süddeutsche, 19.05.2010)
Der Dalai Lama höchstpersönlich hat acht seiner Mönche in die USA geschickt. Hier meditieren sie für Wissenschaftler. Die wollen erforschen, wie regelmäßige Reisen ins Innere das Gehirn verändern. So erhoffen sich die Forscher Klarheit über die Art, wie der Mensch denkt und fühlt.
Die enge Röhre eines lärmenden Magnetresonanztomographen ist wohl einer der seltsamsten Orte, an denen Mathieu Ricard je versucht hat, seinen Geist in den Zustand des "vorbehaltlosen Mitgefühls" zu versetzen. Wie gut, dass er bei dieser Meditationsform auf gut 30 Jahre Erfahrung zurückgreifen kann. Eigentlich ist Ricard Mönch am Shechen-Kloster in Katmandu. Und zur Versuchsperson in Richard Davidsons Hirnforschungslabor wurde er auf Geheiß des Dalai Lama höchstpersönlich.
Insgesamt acht Mönche aus seinem engsten Kreis entsandte das spirituelle Oberhaupt des tibetischen Buddhismus an die University of Wisconsin in Madison - alles Meditationsprofis mit mindestens 10000 Stunden Praxis. Sie sollten dem Neuropsychologen Davidson herausfinden helfen, was das Gehirn im Moment der spirituellen Einkehr so treibt.
Bereits vor einigen Jahren sorgte ein indischer Abt mit mehr als 10000 Stunden Mediationserfahrung in Richard Davidsons Labor für eine große Überraschung. Die Aktivität in seinem linken Stirnhirn war sehr viel höher als bei den 150 Nicht-Buddhisten, die der Forscher zum Vergleich testete. Wie der Wissenschaftler aus anderen Versuchen wusste, steht ein solches Erregungsmuster für eine gute Grundstimmung, einen "positiven affektiven Stil", wie er es nennt.
Optimistische Typen haben einen aktiveren linken Frontalcortex als unglücklichere Naturen. Offenbar hält dieses Hirnareal schlechte Gefühle im Zaum - und sorgt für die heitere Ausgeglichenheit und Gemütsruhe, die so viele Buddhisten auszeichnet. "Glück ist eine Fertigkeit, die sich erlernen lässt wie eine Sportart oder das Spielen eines Musikinstruments", lautete Davidsons Schlussfolgerung. "Wer übt, wird immer besser."
So relaxed ein buddhistischer Mönch wirken mag, sein Gehirn ist während der Meditation keineswegs abgeschaltet. Im Gegenteil: Im Moment der Versenkung herrscht höchste Aufmerksamkeit. "Die Gamma-Aktivität könnte für die extreme Wachheit stehen, die viele Meditierende beschreiben", sagt Ott. "Die Werte des Mönchs Mathieu Ricard waren jenseits von gut und böse."


Pardonnez-moi - L'interview de Matthieu Ricard [23:31]

Veröffentlicht am 24.08.2014
Pardonnez-moi : Darius Rochebin reçoit Matthieu Ricard. Docteur en génétique cellulaire, il devient moine bouddhiste tibétain en 1979. Auteur de nombreux ouvrages, il offre l'intégralité de ses droits d'auteurs à des projets humanitaires menés au Tibet, en Inde et au Népal.

Retrouvez toutes les vidéos de Pardonnez-moi sur : http://www.rts.ch/video/emissions/par...

Retrouvez la Radio Télévision Suisse:
Site internet : http://www.rts.ch/
Portail vidéo: http://www.rts.ch/video
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Groß ist nicht, wer Materie verändern kann,
sondern wer seinen Geisteszustand verändern kann.
(Ralph Waldo Emerson)

Matthieu Ricard : Conscience et méditation [43:32]

Veröffentlicht am 03.11.2014
A l'occasion de la 3e édition du Forum international de l'évolution de la conscience, Matthieu Ricard explique comment nous pouvons transformer notre conscience grâce à la méditation.

Produit par l'INREES
Retrouvez les évènements de l’extraordinaire sur www.inrees.com

Forum organisé par EnlightenNext France - www.enlightennext.fr et Agence Integral Vision - www.integralvision.fr

Chaque année, le Forum international de l’évolution de la conscience réunit des visionnaires du monde entier pour partager des paradigmes émergents et des nouvelles perspectives susceptibles de catalyser une évolution fondamentale de la conscience.

Cette année, la 3e édition du Forum a eu pour thème : « Comprendre pour évoluer : la science de l’évolution de la conscience ». Car une fois que nous comprenons le besoin pressant de faire évoluer notre vision du monde, la question suivante se pose : comment mettre en place une telle démarche au quotidien ? Comment la faire grandir en nous, individuellement et collectivement ?

- Hirnforschung und Meditation – Dialog zwischen Wolf Singer und Matthieu Ricard (Zentrum für Psychosynthese, 3/4 2010)
- Hirnforschung – Die kohärente Welt (Claudia Schülke, FAZ, 16.03.2009)
Die Gesetze des Rundfunks sind unerbittlich. Vor allem bei Live-Diskussionen. Gemeinsam mit dem Suhrkamp-Verlag hatte der Hessische Rundfunk zu einem Podiumsgespräch geladen, an dem Wissenschaftler sich fragten, was das Hirn im Innersten zusammenhalte.
siehe: Hirnhaut (Wikipedia)
- Meditation – Zähneputzen fürs Gehirn (Hartmut Meesmann, Zentrum für Psychosynthese und Meditation, Quelle: Publik-Forum, 24/2010)
- Meditation (Schwerpunktheft Tibetischer Buddhismus, Linksammlung zu PDF-Dateien)

Wer glücklich ist kauft nicht - Vortrag Prof. Hüther {21:49}

Veröffentlicht am 30.05.2014
pacesetterforchange
Mitschnitt eines Vortrages.
Möge sich jeder seine eigenen Gedanken dazu machen, was auch wieder eine gute Übung für's eigene Gehirn ist ;-)
Anmerkung: Prof. Hüther hat 2014 ein Sabbatical eingelegt. In welchen Umfang er die genannten Funktionen noch inne hat, ist mir nicht bekannt.

siehe auch:
- Remo Largo: "Das passende Leben": Wie wir uns im Leben nicht länger verkehrt fühlen (Post, 10.06.2017)
- Bertrand Piccard : "Mein Glücksrezept" (Post, 28.11.2015)
- Heute vor 67 Jahren: Uraufführung von Sartres »Huis Clos (Bei geschlossenen Türen)« (Post, 27.05.2011)
- Sind wir wie Roboter? (Post, 08.05.2015)
- Wie wir die Macht über unser Leben zurückgewinnen (Post, 06.05.2015)
- Freiheit bedeutet Kontrolle (Post, 19.04.2015)
Übungen zum bewussten Atmen (Post, 22.09.2014)


zuletzt aktualisiert am 15.10.2017

Dienstag, 6. Januar 2015

Ratschläge zum Üben von Achtsamkeit

Am Zentrum in Cambridge gebe ich meinen Schülern für ihre Achtsamkeitspraxis während des Alltags einen Handzettel mit folgenden Erinnerungen:


1. Wann immer möglich, machen Sie nur eine Sache auf einmal.

Der berühmte Ratschlag im Zen lautet: „Wenn du sitzt, dann sitze. Wenn du gehst, dann gehe. Schwanke nicht hin und her.“ Es ist immer sinnvoll, sich zu fragen: Was ist meine primäre Aktivität in dieser Situation? Wenn Sie das Geschirr spülen, dann spülen Sie nur. Wenn Sie Auto fahren, dann fahren Sie nur. (Dieser Aspekt des achtsamen Lebens scheint heute besonders notwendig, da viele Fahrer vorbeirauschen, während sie eine Zigarette rauchen, Kaffee trinken, Radio hören und sich über das Autotelefon unterhalten. Und ein Aufkleber auf der Stoßstange sagt: „Ich würde lieber Golf spielen.“ Manchmal fragt man sich, wer eigentlich am Steuer sitzt.) Manchmal mag eine Handlung in einem größeren Kontext geschehen, jemand spricht mit Ihnen, während Sie am Steuer sitzen, aber im allgemeinen ist offensichtlich, welches die primäre Aktivität ist. Betrachten Sie den gegenwärtigen Moment, sehen Sie, um welche Aktivität es sich handelt, und konzentrieren Sie sich darauf.
Es mag sein, daß die Situation, in der Sie sich befinden, chaotisch und verwirrend ist. Wenn das so ist, dann seien Sie bei der Verwirrung. Betrachten Sie sie genau, auch wenn etwas Angst dabei entstehen mag. Aber wenn Sie der Unsicherheit erlauben, dazusein, und der Versuchung widerstehen können, zu handeln, nur weil Sie die Unsicherheit nicht ertragen können, dann besteht eine größere Chance, daß Sie Klarheit gewinnen. Ihr eigenes Chaos kann Sie zur Klarheit führen, wenn Sie der Erfahrung bewußt begegnen können. Der Atem kann in einer solchen Situation hilfreich sein, indem er als Bremse für die Tendenz des Geistes funktioniert, impulsiv zu handeln und jede Art von Handeln der Angst vorzuziehen, welche die Unsicherheit begleitet. Manchmal besteht Weisheit gerade darin, nicht zu handeln.
Die Leute fragen manchmal: „Wie kann ich je etwas zustande bringen, wenn ich nur eine Tätigkeit auf einmal ausführe?“ In der Tat können wir dann effektiver sein. Wenn wir nur eine Sache machen, herrscht eine bessere Aufmerksamkeit und weniger Spannung, und dadurch gewinnen wir mehr Zeit als dadurch, daß wir mehrere Dinge gleichzeitig tun.
Manchmal bekomme ich auch den Einwand zu hören, daß diese Eine-Sache-auf-einmal-Regel das soziale Leben ruinieren würde. Ich will Sie nicht etwa dazu anhalten, daß Sie bei einem Fest mit Freunden Ihr Essen nehmen, sich damit in eine Ecke des Raumes verziehen und sich dort ausschließlich darauf konzentrieren. Große Familienfeiern erfordern von uns, daß wir mit einer panoramaartigen Aufmerksamkeit essen, trinken, sprechen und hören, wie eine solche Situation es erfordert. Samâdhi in Aktion muß sowohl stetig als auch geschmeidig sein. Einmal liegt die Aufmerksamkeit auf einer Person, dann auf einem Bissen Essen, dann nimmt sie einen weites Spektrum auf, wie eine Weitwinkellinse, das eine Anzahl von Menschen umfaßt – weniger präzise im Detail, aber vollkommen wach für die Situation.
Der größte Teil unseres Lebens ist aber nicht sehr kompliziert oder braucht es nicht zu sein, wenn wir nur eine Sache auf einmal tun. Die Anforderungen einer Situation sind im allgemeinen offensichtlich und klar. Kam Ihr Kind gerade ins Haus gerannt, um Ihnen etwas zu sagen? Hören Sie zu!


2. Schenken Sie dem, was Sie tun, Ihre volle Achtsamkeit.

Wenn nichts zwischen uns und der Aufgabe steht, die sich vor uns befindet, dann schenken wir ihr unsere volle Achtsamkeit. Wenn Sie vor einem Spülbecken voll schmutzigen Geschirrs stehen und Ihr Geist ist von Widerwillen über diese Aufgabe erfüllt, voller Ungeduld, wie lange es wohl dauern wird, den Abwasch zu erledigen, und Sie über den Film nachdenken, den Sie an diesem Abend sehen werden, dann sind Sie getrennt von dem, was Sie tun. Die Hände spülen, aber der Geist nicht. Auf diese Art gespalten zu sein bedeutet, daß Sie weniger als vollkommen lebendig sind.
Uns der Aufgabe mit unserem ganzen Körper und Geist zu widmen, ungeteilt und in intimem Kontakt mit unserer Handlung zu sein, das ist es, was die chinesischen Meister „dem Leben Leben geben“ nannten. Das kann manchmal ein „täterloses Tun“ sein, so tiefgründig wie die Erleuchtung selbst, der erwachte Geist in Aktion. Die Fähigkeit, unser Leben in den Mittelpunkt zu stellen, steht uns jederzeit zur Verfügung, sowohl in routinemäßigen wie in dramatischen Situationen.
Schauen Sie das nächste Mal, wenn Sie eine einfache Tätigkeit verrichten, ob zusätzliches Denken Ihr Handeln begleitet. Das heißt natürlich nicht, daß Denken falsch ist, nur daß es in dieser Situation nicht hilfreich sein mag. Wenn Sie sich in einer Situation befinden, die Denken erfordert, dann denken Sie! Wenn Sie Ihre Steuererklärung ausfüllen, dann füllen Sie sie aus. Addieren Sie Ihre Zahlen richtig.


3. Wenn Ihr Geist von dem abschweift, was Sie tun, bringen Sie ihn zurück.

Manchmal wandert der Geist so sehr, daß Sie Ihrer Aufgabe nicht länger gerecht werden. Zu anderen Zeiten ist das Wandern subtiler. Durch die Übung werden Sie mit der Zeit viel empfindsamer für das Denken und dafür, wie es Sie davon abhält, voll und ganz bei einer Tätigkeit zu sein. Versuchen Sie nicht, mit Gewalt oder durch Willensanstrengung bei der Handlung zu sein, sondern sehen Sie einfach die Trennung, und dieses Sehen wird die Ganzheit der Handlung wiederherstellen. Das Denken verbrennt in einer Flamme von Achtsamkeit, und Sie bleiben nur mit dem zurück, was Sie gerade tun.


4. Wiederholgen Sie den dritten Schritt unzählige Male.

Es ist wichtig, sanft und ohne Urteil von Ihrer Ablenkung zurückzukehren. Die Übung besteht nicht nur darin, daß Sie bei dem Objekt bleiben. Zu Übung gehört auch, daß Sie sehen, daß Sie abgeschweift sind, und auf eine würdevolle Weise zurückkehren.


5. Untersuchen Sie, was Sie ablenkt.

Wenn Ihr Geist immer wieder zu etwas anderem wandert, mag es hilfreich sein, das, was auftaucht, zu betrachten. Vielleicht versucht es Ihnen etwas über Ihr Leben zu sagen, etwas, das Sie tun oder lassen müssen. Das Leben bahnt sich seinen Weg in unser Bewußtsein, wenn wir nicht adäquat auf die Dinge eingehen. Wenn Sie sich der Ablenkung zuwenden – vorausgesetzt, Ihre Situation erlaubt es Ihnen –, machen Sie diese zum Objekt Ihrer Aufmerksamkeit. Schenken Sie ihr etwas Zeit, und kehren Sie dann zu Ihrer primären Aufgabe zurück.
Die ganze Kunst, die Praxis ins tägliche Leben zu integrieren, besteht darin, zu lernen, die Richtung der Achtsamkeit auf diese Weise ständig zu ändern. Wenn Sie eine Sache machen, dann machen Sie sie voll und ganz; aber seien Sie anpassungsfähig. Wenn ein Kind mit einem blutigen Knie ins Haus gerannt kommt und schreit, dann tritt das als primäres Objekt an die Stelle des Wischens des Küchenfußbodens. Schenken Sie dem Kind Ihre volle Aufmerksamkeit.
Die Kunst des achtsamen Lebens erfordert starkes Interesse und lebenslanges, sanftes und entschlossenes Bemühen. Immer wieder schläft man ein, und immer wieder erinnert man sich daran, zu erwachen. Zu oft beginnen Meditierende die Praxis mit einer grimmigen, freudlosen und ehrgeizigen Haltung, aber auf diese Art zu üben bedeutet „Ketten und einen eisernen Ring zu tragen“, wie der chinesische Meister Wu Men sagte. Man muß sich um die Kunst des achtsamen Lebens bemühen, aber dieses Bemühen sollte man nicht mit Vergleichen und Selbstverurteilung beladen. Tatsächlich macht Achtsamkeit Ihren Geist leichter und freier.
Die Entwicklung dieser Art von Einfachheit schränkt Ihr Leben nicht ein, wie manche Menschen befürchten. In der Tat macht sie Ihr Leben voller. Wir haben über die Notwendigkeit gesprochen, auf dem Kissen eine einfache Weise des Seins zu entdecken, aber dies ist im alltäglichen Leben genauso notwendig. Wirkliche Befriedigung finden wir nicht dadurch, daß wir unablässig nach immer neuen Zielen streben, sondern indem wir uns an den kleinen Dingen erfreuen, die tatsächlich unser Leben ausmachen.
Meine Großmutter pflegte eine alte jüdische Geschichte zu erzählen, die diese Art von Freude illustriert. Sie handelte von einem Mann namens Buncha Zweig. Buncha war ein guter Mann gewesen, jedem gegenüber sehr gütig und großzügig. Er hatte stets hart gearbeitet und sich um seine Familie gekümmert, und so kam er in den Himmel, als er starb. Bei seiner Ankunft begrüßten ihn die Engel und sagten: „Gratuliere, Buncha. Du hast ein wundervolles, tugendhaftes Leben geführt. Jetzt bist du im Himmel und kannst alles haben, was du möchtest. Was hättest du gern?“
Buncha sann einige Momente über diese Frage nach, aber es kam ihm nichts in den Sinn.
„Es ist in Ordnung, Buncha“, sagten die Engel. „Dies ist der Himmel. Das ist deine Belohnung für all die tugendhaften Jahre, in denen du immer zuerst an andere gedacht hast. Sag uns einfach, was du gern hättest.“
Diesmal hielt Buncha eine ganze Weile inne, grübelte über die Frage nach, aber es fiel ihm immer noch nichts ein.
„Na komm schon, Buncha“, sagten die Engel. „Dies ist bereits das Paradies. Das Land, wo Milch und Honig fließt. Alles, was ein Mensch wollen könnte, findet sich hier, man muß nur danach fragen. Es muß dir doch möglich sein, an etwas zu denken.“
Noch eine Weile länger saß Buncha stumm da. Schließlich sprach er. „Also gut“, sagte er. „Denkt ihr, es wäre euch möglich, mir jeden Morgen ein Brötchen und eine Tasse Kaffee zu bringen?“

(aus Larry Rosenberg, Mit jedem Atemzug, Arbor Verlag, Freiamt, 2. Auflage 2007, S. 236 ff.)
siehe auch:
- Achtsamkeit in der Behandlung von persönlichkeitsgestörten und traumatisierten PatientInnen (Luise Reddemann, Lindauer Psychotherapiewochen, Archiv, 23.04.2010, PDF)