Samstag, 30. September 2017

Meditation: Man kann seine Zeit auch auf dem Kissen vergeuden.

Bildquelle: Buddhismus aktuell
Wir wenden uns häufig der Meditation zu, um unserer inneren Getriebenheit zu entkommen und unsere Lebenszeit sinnvoller und entspannter zu gestalten. Doch wenn wir nicht so recht wissen, was wir da tun, so die Zen-Lehrerin Beate Stolte im Gespräch mit Anna Pesch, können wir auch auf dem Kissen unsere Zeit vertun.

Anna Pech: Sie haben bei einem Vortrag davon gesprochen, dass man sein Leben auch auf dem Kissen sitzend vergeuden könne. Wieso können wir auch meditierend unser Leben vergeuden?
Beate Stolte: In Zen-Zentren wird häufig während intensiver Praxiszeiten am Abend folgendes zitiert: Leben und Tod sind von höchster Bedeutung. Die Zeit vergeht schnell und Gelegenheiten sind verpasst. Wach auf, wach auf! Vergeude nicht dein Leben. Meine Bemerkung hat sich darauf bezogen. Ich möchte Meditierende ermutigen, in aller Tiefe zu reflektieren, was es bedeutet, Lebenszeit zu vergeuden oder eben nicht zu vergeuden. Darin eingeschlossen ist natürlich die Frage, was ist ein sinnerfülltes, eben ein „nicht vergeudetes” Leben? Viele kommen aufgrund dieser Sinnfrage, ob bewusst oder unbewusst ja zur Meditation und zum Buddhismus. Meditation sollte immer daran gemessen werden, wie sie unser alltägliches Leben beeinflusst, im Denken wie im Handeln.
Wie vergeudet man Zeit während der Meditation? Nun, indem man eben nicht meditiert, sondern den umherschweifenden Gedanken wie zwanghaft folgt. Gerade im Zen ist das eine Gefahr, da hier nur sehr wenig Meditationsanweisungen gegeben werden. Die Zenmeditation zielt direkt auf Nicht-Dualität, das Erkennen der Buddhanatur jenseits von Worten und Konzepten. Damit sind Meditierende in unserer modernen Gesellschaft mit ihrem in der Regel übervollen Alltagsleben allzu leicht überfordert. Wenn sich Stille und Einsicht nicht einstellen, überlässt man sich häufig den Gedanken, dem Tagträumen. Doch gerade dieser zum Abschweifen und zur Zerstreuung neigende Geist macht uns so anfällig für das, was wir im Buddhismus die „Geistesplagen” nennen, Leid verursachende negative Emotionen. Über die Jahre wird man erfahrener und kennt genau die äußeren Formen, die Sitzhaltung und so weiter – man richtet sich ein. Aber wie sieht es im „Inneren” aus? Wie ist es um die innere Qualität der Meditation beziehungsweise des Geistes bestellt? Wenn Wachheit, Inspiration und Motivation fehlen, kann man auch auf dem Kissen viel Zeit vergeuden. Dann verdöst man seine kostbare Lebenszeit. Wichtig erscheint mir, sich immer wieder der eigenen Aspiration, diesem tiefsten Herzenswunsch, zuzuwenden. Warum meditiere ich? Warum tue ich, was ich tue? Was sind meine Ziele?

[…] Nur wenige Dinge beeinflussen unser Leben so stark wie unsere Fähigkeit, aufmerksam zu sein. Alan schreibt darüber in seinem Buch Die befreiende Kraft der Aufmerksamkeit und gibt darin eine systematische Anleitung und stellt einen Stufenweg vor. In der Shamatha-Praxis wird genau diese Fähigkeit zur Aufmerksamkeit trainiert. Normalerweise ist der untrainierte Geist selten in der Balance sondern pendelt ständig zwischen Erregtheit, Unruhe, Müdigkeit und Antriebslosigkeit hin und her. Mit einem solchen Geist ist es aber unmöglich, in die Tiefen des menschlichen Bewusstseins vorzudringen.


[…] Das Ziel der Shamatha-Praxis ist ein oft als „ruhig innewohnender Geist“ beschriebener Zustand. Diese geistige Ruhe und Klarheit führt zu großer mentaler Geschmeidigkeit. Der stille Geist ist wach, lebendig und und flexibel. „Hochkonzentriert und selbstvergessen“ hat meine Freundin Doris Dörrie das immer genannt, was für viele Jahre der Titel eines gemeinsamen Seminars war. Jeder kann sofort ein Gefühl damit verbinden. Und nur mit einem Geist, der in der Lage ist, sich über längere Zeit zu konzentrieren, ist es möglich Einsichten und Verständnis zum Beispiel in die drei buddhistischen Kernthemen – des Leidens, der Vergänglichkeit und des Nicht-Selbst – zu erlangen.



Bildquelle: TantraPowerYoga

Beate Stolte ist autorisierte Zen-Lehrerin (ordiniert von Richard Baker Roshi, Dharma-Nachfolgerin von Roshi Joan Halifax) und praktiziert seit über 25 Jahren Zen-Buddhismus, studierte und lehrte in buddhistischen Gemeinschaften in den USA und Europa. Die letzten 6 Jahre verbrachte sie in Langzeit-Retreats in Thailand, Australien, USA und Europa und studierte dabei die Shamatha-Praxis und den tibetischen Buddhismus unter der Anleitung von Alan Wallace. Sie leitet jedes Jahr unter anderem mehrere Monats-Retreats in Spanien und den USA. 



[aus BUDDHISMUS AKTUELL 2|2017, S. 36f.]








Joan Halifax A Sense of Urgency 20150104 {59:29}

Veröffentlicht am 17.06.2017
St. Nederlands Boeddhistisch Archief

Compassion as the Radicalism of our Time: Roshi Joan Halifax {23:59}

Veröffentlicht am 17.06.2017
Wisdom 2.0
From Wisdom 2.0 2015
Find more at: http://wisdom2conference.com

Joan Halifax: Compassion and the true meaning of empathy {13:18}

Veröffentlicht am 02.09.2011
TED
http://www.ted.com Buddhist roshi Joan Halifax works with people at the last stage of life (in hospice and on death row). She shares what she's learned about compassion in the face of death and dying, and a deep insight into the nature of empathy.
TEDTalks is a daily video podcast of the best talks and performances from the TED Conference, where the world's leading thinkers and doers give the talk of their lives in 18 minutes. Featured speakers have included Al Gore on climate change, Philippe Starck on design, Jill Bolte Taylor on observing her own stroke, Nicholas Negroponte on One Laptop per Child, Jane Goodall on chimpanzees, Bill Gates on malaria and mosquitoes, Pattie Maes on the "Sixth Sense" wearable tech, and "Lost" producer JJ Abrams on the allure of mystery. TED stands for Technology, Entertainment, Design, and TEDTalks cover these topics as well as science, business, development and the arts. Closed captions and translated subtitles in a variety of languages are now available on TED.com, at http://www.ted.com/translate.

Gratefulness in the Now {9:04}

Veröffentlicht am 13.06.2007
Upaya Zen Center
Upaya Zen Center
www.upaya.org
upaya@upaya.org
This is a preview of a talk with Brother David Steindl-Rast and Roshi Joan Halifax. The full-length DVD will be available from Upaya Zen Center. For more information, please email upaya@upaya.org.
Copyright: Prajna Mountain Buddhist Order

The Energy of Mindfulness is The Greatest Gift ♡ Thích Nhất Hạnh {39:41}

Veröffentlicht am 18.02.2017
Global Well-Being
Zen Master Thich Nhat Hanh is a global spiritual leader, poet and peace activist, revered throughout the world for his powerful teachings and bestselling writings on mindfulness and peace.
His key teaching is that, through mindfulness, we can learn to live happily in the present moment—the only way to truly develop peace, both in one’s self and in the world.
Thich Nhat Hanh has published over 100 titles on meditation, mindfulness and Engaged Buddhism, as well as poems, children’s stories, and commentaries on ancient Buddhist texts. He has sold over three million books in America alone, some of the best-known include Being Peace, Peace Is Every Step, The Miracle of Mindfulness, The Art of Power, True Love and Anger.
Thich Nhat Hanh has been a pioneer in bringing Buddhism to the West, founding six monasteries and dozens of practice centers in America and Europe, as well as over 1,000 local mindfulness practice communities, known as ‘sanghas’.
He has built a thriving community of over 600 monks and nuns worldwide, who, together with his tens of thousands of lay students, apply his teachings on mindfulness, peace-making and community-building in schools, workplaces, businesses – and even prisons – throughout the world.
Thich Nhat Hanh, is a gentle, humble monk – the man Martin Luther King called “An Apostle of peace and nonviolence.” The media has called him “The Father of Mindfulness,” “The Other Dalai Lama” and “The Zen Master Who Fills Stadiums.”
"I will cultivate openness, non-discrimination, and non-attachment to views in order to transform violence, fanaticism, and dogmatism in myself and in the world."
- Excerpt from a Thích Nhất Hạnh Mindfulness Training

- Thich Nhat Hanh – Healing Through Resting in the Breath (Steven Goodheart, Metta Refuge, 24.10.2014)

Montag, 11. September 2017

Jim van Os: "Es gibt keine Schizophrenie"

Der bekannte Psychiater und Professor für Psychiatrische Epidemiologie über Sinngebung und neue Ideen für die psychische Gesundheitsfürsorge

Jim van Os ist seit Juni 2017 Professor für Psychiatrische Epidemiologie an den Universitätskliniken Utrecht. Dort ist er außerdem Vorsitzender der Abteilungsleitung für unter anderem Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie, wo rund 1200 Angestellte arbeiten. Vorher war er Professor und Leiter der Abteilung für Psychiatrie und Psychologie an den Universitätskliniken Maastricht. Van Os ist außerdem Mitglied der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften und Fellow am King's College in London. Thomson Reuters bezeichnet ihn seit 2014 als einen der einflussreichsten wissenschaftlichen Denker der Welt.

Seine Ausbildung zum Psychiater absolvierte Van Os in England, Frankreich, Indonesien und Marokko. Er veröffentlichte seine erneuernden Ideen über Schizophrenie und die psychische Gesundheitsfürsorge in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften wie Lancet und Nature. Seine Forschung wurde in den letzten Jahren durch die Niederländische Forschungsorganisation mit €5 Millionen unterstützt, durch den Europäischen Forschungsrat mit €12 Millionen. Jim van Os gehört zu den Gründern des Netzwerks PsychoseNet.nl für Patientinnen und Patienten, das in Bälde auch auf Deutsch angeboten wird.

mehr:
- "Es gibt keine Schizophrenie" (Interview mit Jim van Os, Stephan Schleim, Telepolis, 11.09.2017)
Zitat:
Wissenschaftlich gesehen ist jeder mehr oder weniger psychoseanfällig. Genetische und epidemiologische Forschung hat hunderte, ja tausende Risikogene identifiziert. Sie und ich haben auch viele solcher Gene. Je mehr jemand davon hat, desto größer das Risiko für die Störung. Ausschlaggebend sind aber oft traumatische Erfahrungen oder Rückschläge im Leben.
Wir berücksichtigten vierzig Jahre Erfahrungsliteratur von Patientinnen und Patienten. Darin können wir sehen, was ihnen am meisten geholfen hat. Diese Literatur zeigt uns, dass es um einen persönlichen Genesungsprozess geht: Jemand muss neue Ziele finden, sich selbst neu erfinden, eine neue Geschichte von sich selbst schreiben. Die eigene Kraft ist dafür von zentraler Bedeutung, wie kann er oder sie das Leben trotz der vielleicht bleibenden Anfälligkeit und Einschränkungen als sinnvoll erfahren? Das nennen wir "Sinngebung".
Patientinnen und Patienten geben an, dass hierfür Verbundenheit, Hoffnung, Optimismus, die Identität als Person - und nicht als Diagnosekategorie -, Kontrolle über das eigene Leben, Empowerment und Sinnhaftigkeit die notwendigen Zutaten sind.
Komischerweise wird so etwas zurzeit vor allem denjenigen angeboten, die sterbenskrank sind, nämlich durch die Seelsorge in Krankenhäusern. Wir wollen dies auch in der Psychiatrie möglich machen.
Dieser Ansatz ist etwas völlig anderes, als bei jemandem eine chronische Hirnerkrankung zu diagnostizieren und dabei die Botschaft zu vermitteln, dass es nie wieder besser wird. Manchmal bekommt jemand schon so ein Etikett aufgedrückt, bloß weil er oder sie Stimmen hört. Schizophrenie ist aber eine vernichtende Diagnose, die zu einem "ausgebrannten Schizophrenen" führen kann, einem Patienten, der keine Hoffnung mehr hat und sich selbst aufgibt.
Das Problem ist, dass die Sinngebung vor langer Zeit aus der Psychiatrie verdrängt wurde. In Deutschland geschah das schon um 1900: Wer sagte, dass er die Gehirne psychiatrischer Patienten untersuchten wollte, bekam Aufmerksamkeit, Prestige und viel Geld. Psychiaterinnen und Psychiater wollen ernst genommen werden, auch durch die anderen medizinischen Wissenschaften.
Wenn das Gehirn erkrankt ist, dann klingt das enorm wichtig. Es gibt aber einen grundlegenden Unterschied zwischen der Psychiatrie und der Neurologie. Bei einer neurologischen Störung, etwa der Lähmung eines Körperteils, lassen sich die Symptome kausal aus dem Nervensystem herleiten. In der Psychiatrie funktioniert das hingegen nicht.
Das Wichtigste ist aber die persönliche Widerstandsfähigkeit: Lernen Sie Ihr Problem kennen, verdrängen Sie es nicht, umarmen Sie es, akzeptieren Sie es, fragen Sie sich, was Sie damit anfangen. Wenn das Problem etwa aus einem Trauma entstanden ist, so wie bei rund einem Drittel aller Patientinnen und Patienten, dann können Sie daran mit einer Psychotherapie arbeiten. Passen Sie auf, dass Sie in keine Depression verfallen, dass Sie Ihr persönliches und soziales Netzwerk nicht verlieren.
Die angesehenen wissenschaftlichen Zeitschriften belohnen biologische Forschung. Diese Zeitschriften haben Einfluss und Einfluss bringt Geld. Einfluss kriegt man vor allem durch harte Biologie.
Auch die Industrie will biologische Behandlungen, mit denen sie viel Geld verdienen kann. Inzwischen erscheint das in der Psychiatrie aber nicht mehr möglich. Deshalb zieht sich die Industrie daraus zurück und investiert lieber in andere Gebiete, so wie die Onkologie. Das ist ein großes Problem für die biologische Psychiatrie.
Es gibt keinen Mangel an Geld, doch die vorhandenen Mittel werden vor allem in kurze Therapien investiert. Mehr passt nicht in das bestehende Marktdenken und zur Idee, dass alles messbar sein muss. Komplexe Modelle fallen damit außer Betracht.
Ein großer Teil der Wissenschaft und der klinischen Welt geht an den Bedürfnissen der Patientinnen, Patienten und ihrer Familien vorbei.

Connecting to Madness | Jim van Os | TEDxMaastricht {14:35}

Veröffentlicht am 10.02.2017
TEDx Talks  
This talk was given at a local TEDx event, produced independently of the TED Conferences. Jim van Os explains that madness has been misrepresented as a 'devastating genetic brain disease', referred to as 'schizophrenia', that is said to leave the person 'completely disabled'. In fact, modern science has discovered that subtle states of madness - psychosis - are quite common in the general population, and linked to social and emotional factors. Madness, therefore, is about human variation. We can all connect to it, using novel mobile apps that track thoughts and experience in daily life.
Jim van Os is Professor of Psychiatric Epidemiology and Chairman of the Department of Psychiatry and Psychology at Maastricht University Medical Centre, Maastricht, The Netherlands, and Visiting Professor of Psychiatric Epidemiology at the Institute of Psychiatry, London, UK.
He trained in Psychiatry in Casablanca (Morocco), Bordeaux (France) and finally at the Institute of Psychiatry and the Maudsley/Bethlem Royal Hospital in London (UK) and after his clinical training was awarded a three-year UK Medical Research Council Training Fellowship in Clinical Epidemiology at the London School of Hygiene and Tropical Medicine. In 1995, he moved to Maastricht University Medical Centre. He is on the editorial board of several European and US psychiatric journals such as Acta Psychiatrica Scandinavica, European Psychiatry, Psychological Medicine, Schizophrenia Research, Schizophrenia Bulletin, Early Intervention in Psychiatry, Epidemiology and Psychiatric Sciences, Psychosis Journal, The Journal of Mental Health and the Journal of Psychiatry and Neurological Sciences. He is also an Academic Editor at PLoS ONE.
Website: http://tedxmaastricht.nl
Flickr: https://www.flickr.com/photos/tedxmaa...
Facebook:https://www.facebook.com/TEDxMaastricht
Twitter: https://twitter.com/TEDxMaastricht
About TEDx, x = independently organized event In the spirit of ideas worth spreading, TEDx is a program of local, self-organized events that bring people together to share a TED-like experience. At a TEDx event, TEDTalks video and live speakers combine to spark deep discussion and connection in a small group. These local, self-organized events are branded TEDx, where x = independently organized TED event. The TED Conference provides general guidance for the TEDx program, but individual TEDx events are self-organized.* (*Subject to certain rules and regulations)

I Am Not A Monster: Schizophrenia | Cecilia McGough | TEDxPSU {14:40}

Veröffentlicht am 27.03.2017
TEDx Talks  
Cecilia McGough puts a face to schizophrenia and helps empower college students through the upcoming non-profit Students With Schizophrenia.
Students With Schizophrenia: http://sites.psu.edu/studentswithschi...
I Am Not A Monster: SCHIZOPHRENIA: http://sites.psu.edu/ceciliamcgough/
Cecilia McGough is an astronomer, activist, and writer as a Penn State Schreyer Honors College scholar pursuing a major in Astronomy & Astrophysics. Cecilia is the founder and current president of the Penn State Pulsar Search Collaboratory. She has been participating in pulsar research continuously since December of 2009, co-discovering pulsar J1930-1852 with the widest orbit ever observed around another neutron star, competing in the International Space Olympics held in Russia, and co-authoring her research in the Astrophysics Journal. Cecilia is a mental health activist in fighting against the negative stigma towards mental illness. She is the founder and chief executive officer (CEO) of the soon to launch non-profit Students With Schizophrenia which is the only non-profit in the United States focused on empowering college students with schizophrenia.
This talk was given at a TEDx event using the TED conference format but independently organized by a local community. Learn more at http://ted.com/tedx

Hirschhausen in der Psychiatrie (2017) Schizophrenie, Depression {26:39}

Veröffentlicht am 07.09.2017
Lieber Medizin  
Die tag7-Reportage Reihe "Hirschhausen" ist wohl das Persönlichste, das der Arzt, Autor und Moderator je für das Fernsehen gemacht hat, denn kurz vor seinem 50. Geburtstag stellt sich Eckart von Hirschhausen den Kernfragen des Lebens.
Auf der Suche nach Antworten verbringt er für diese Folge drei Tage in einer Psychiatrischen Klinik in Berlin. Dort trifft er auf Menschen, die an den psychischen und physischen Herausforderungen in der Mitte des Lebens gescheitert sind. Ängste, Burnout und Depressionen - Befunde, die jeden treffen können und deshalb Angst machen.
Als Arzt liegen Eckart von Hirschhausen psychische Krankheiten und deren Therapie besonders am Herzen: "Mir ist vielleicht bewusster als anderen, dass diese Erkrankungen Teil unseres Lebens sind. Und das heißt natürlich auch für mich, dass ich grundsätzlich auch gefährdet bin. Wenn man sich den Fuß bricht, geht man ins Krankenhaus und wenn die Seele einen Knacks hat? Dann auch! Wo ist das Problem?"
Die Psychiatrie ist nicht nur ein Ort des Scheiterns, sie verspricht auch Heilung. Im Gespräch mit Medizinern und Patienten lernt Eckart von Hirschausen, wie Betroffene aus der seelischen Erkrankung zurück in ein neues Leben finden.

Leben mit BORDERLINE (Folge 1/5: Muss ich Angst vor der Psychiatrie haben?) {9:11}

Veröffentlicht am 05.05.2017
Die Frage  
Mit 13 ging es bei Jenny los: Hass auf ihren Körper, Selbst-Verletzung, Magersucht, Depressionen. Jenny versuchte sich sogar das Leben zu nehmen. Später endlich eine Diagnose: Borderline-Störung. Seitdem weiß Jenny, dass sie ihre Krankheit ein Leben lang begleiten wird, aber sie hat einen Weg gefunden das Beste daraus zu machen. Ich begleite sie einen Tag, weil ich verstehen möchte, was die Krankheit mit ihr gemacht hat.
Folge 1 der Doku "Muss ich Angst vor der Psychiatrie haben?“
Zu Folge 2 geht's hier lang: https://youtu.be/yYwGVyXikrE
Zu Folge 3 hier lang: https://youtu.be/yU_HMvBO6uY
Zu Folge 4 hier lang: https://youtu.be/g8WACQMkAmU
Zu Folge 5 hier lang: https://youtu.be/64xYu2U74kE
Und zum Q&A zur Psychiatrie hier lang: https://youtu.be/8Go9YVs_duw
Noch ein wichtiger Hinweis
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Wenn ihr euch selbst betroffen fühlt und Hilfe braucht, meldet euch bitte bei der Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222 könnt Ihr jederzeit anrufen: kostenlos und anonym. Noch mehr Infos findet ihr hier: http://www.br.de/puls/themen/leben/di...
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Folgt mir auch auf Facebook: https://www.facebook.com/DieFrage/


siehe auch:

Pink Floyd - Brain Damage & Eclipse (Early Mix 1972) Original video {5:29}   Lyrics (Songtexte.com)   Übersetzung (Songtexte.com)   Interpretation

Veröffentlicht am 13.10.2011
gilkesisking  
From The Dark Side Of The Moon Immersion box Set
Short Video I put together, Credit to the following movies, The Cabinet of Dr. Caligari, Scanners, Full Metal Jacket, Battleship Potemkin, The Shining and Zabriskie Point.
Other Credits, The BBC, Sky News, QVC, New York Post and the great people of Youtube!.....
And not forgetting Pink Floyd!

aktualisiert am 11.10.2017

Donnerstag, 7. September 2017

Byung-Chul Han: »Die Freiheit wird eine Episode gewesen sein«

Er gilt als neuer Star seiner Zunft, er kann mit wenigen Sätzen Gedankengebäude zum Einsturz bringen, die unseren Alltag tragen. Dafür wird er verehrt und angegriffen. Ein Gespräch mit dem Berliner Philosophen Byung-Chul Han

Byung-Chul Han hat das Café Liebling im Prenzlauer Berg als Treffpunkt vorgeschlagen. Der scheue Philosoph lehrt an der Berliner Universität der Künste und hat mit Büchern über die "Müdigkeitsgesellschaft" und die "Transparenzgesellschaft" Furore gemacht. Er meidet Interviews.

Die für das Treffen vereinbarte Uhrzeit ist seit zehn Minuten überschritten. Lässt er uns sitzen? Da kommt Han mit dem Fahrrad die Straße herunter. Er setzt sich und bestellt eine Cola.


ZEIT Wissen: Woher kommen Sie gerade?


Byung-Chul Han: Vom Schreibtisch, wie immer.

ZEIT Wissen: Woran arbeiten Sie?

Han: Ich schreibe an einem neuen Buch über das Schöne. Den Entschluss habe ich gefasst, als ich ein Interview mit Botho Strauss las. Auf die Frage "Was fehlt Ihnen?" antwortet Botho Strauss: "Das Schöne." Mehr hat er nicht gesagt – mir fehlt das Schöne, und ich habe das begriffen. Dann dachte ich mir, ich schreibe ein Buch über das Schöne.

ZEIT Wissen: Sie denken nun über das Schöne nach. Wie sieht denn das Denken konkret aus?

Han:  Denken besteht darin, Ähnlichkeiten wahrzunehmen. Ich mache oft die Erfahrung, dass ich plötzlich Ähnlichkeiten zwischen Ereignissen wahrnehme, zwischen einem gegenwärtigen Ereignis und einem früheren Ereignis. Oder zwischen den Dingen, die gleichzeitig stattfinden. Ich gehe diesen Beziehungen nach.

ZEIT Wissen: Und was heißt das für das Schöne?

Han:  Ich nehme einen Zusammenhang wahr zwischen verschiedenen Dingen, die heute stattfinden oder die heute beliebt sind. Zum Beispiel Brazilian Waxing, die Skulpturen von Jeff Koons und das iPhone.

mehr:
- Byung-Chul Han: "Tut mir leid, aber das sind Tatsachen" (Niels Boeing, Andreas Lebert , ZON, 07.09.2017)

Byung-Chul Han - aspekte {5:12}

Veröffentlicht am 21.12.2012
Kapitale Berlin
(c) ZDF aspekte

Trailer: Müdigkeitsgesellschaft - Bung-Chul Han in Seoul / Berlin {4:13}

Veröffentlicht am 26.05.2015
FilmfestFddF
Der Film "Müdigkeitsgesellschaft - Bung-Chul Han in Seoul / Berlin" wird in der Wettbewerbs Reihe des 11. Festival des deutschen Films gezeigt.
Weitere Informationen und die Spielzeiten gibt es auf unserer Webseite: http://goo.gl/cXlHpS

Peter Sloterdijk über die Optimierung des Menschen {44:31}

Veröffentlicht am 26.10.2012
m0rallyb4nkrupt
Wissenschaftshistoriker vertreten heute die Ansicht, dass wir nach dem Jahrhundert der Physik jetzt in ein Jahrhundert der Biowissenschaften eingetreten sind. Und so lautete das Thema einer Vortragsreihe des Studium Generale der Universität Tübingen. Was ist Leben? Diese scheinbar simple Frage ist so vielschichtig wie die Antwortversuche, die sie provoziert. In diesem Vortrag geht es nicht um konkrete funktionale Zusammenhänge oder biotechnische Verfahren, sondern um die übergeordnete Frage, ob Menschen denn überhaupt das Vermögen besitzen, die ihnen als einzelne und als Menschheit aufgetragene Aufgabe der Selbstgestaltung in einem positiven Sinne zu bewältigen. Professor Dr. Peter Sloterdijk hat sich in seiner kulturphilosophischen Arbeit intensiv mit dieser Fragestellung auseinandergesetzt und ist dabei nicht selten selber zum Objekt heftiger Auseinandersetzungen geworden. Er ist Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe und Ordinarius für Kulturphilosophie und Medientheorie an der Universität Wien.
Der Vortrag fand am 6.12.2005 um 20.00 Uhr in Universität Tübingen, HS 25, Kupferbau statt.
Gefunden, zusammengeschnitten und als ein Stück hochgeladen.
Quelle: http://www.youtube.com/user/infochann...

siehe auch:
- Psychotherapie im Neoliberalismus (Post, 22.03.2017)
- Das neoliberale Narrativ: Wir sind verkehrt! (Post, 05.10.2016)
- Die Neoliberalisierung der Universität (Post, 24.08.2016)
- Der neoliberale Charakter (Post, 24.10.2014)
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Mittwoch, 30. August 2017

Säkularer Buddhismus - was ist das und wozu soll es gut sein? – Stephen Bachelor

Säkularisierung: Der Begriff Säkularisierung ist abgeleitet von saeculum, Zeitalter / Jahrhundert. Er bezeichnet jegliche Form der Verweltlichung, durch Humanismus (optimistische Einschätzung der Fähigkeit der Menschheit, zu einer besseren Existenzform zu finden) und Aufklärung (durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden) ausgelöst [Wikipedia]. 

Säkularer Buddhismus: Es handelt sich um einen weit gefassten Begriff, der eine aufkommende Form des Buddhismus und säkularer Spiritualität bezeichnet. Diese Form gründet sich auf humanistische, skeptische und / oder agnostische Werte, sowie pragmatische und (häufig) naturalistische im Gegensatz zu religiösen (oder genauer übernatürliche oder übersinnliche) Überzeugungen [Wikipedia]. 

Verschiedene traditionelle Überzeugungen, die nicht empirisch überprüft werden können, werden als Teil der buddhistischen Lehre infrage gestellt. Dazu gehören übernatürliche Wesen (Devas, Bodhisattvas und Buddhas), der Erwerb von Verdiensten und deren Übertragung und die buddhistische Kosmologie (Himmelwelten und Höllen) [Wikipedia].
mehr:
- Säkularer Buddhismus - was ist das und wozu soll es gut sein? (Robert Kummer, Akincano.net, Datum unbekannt, PDF)

Stephen Batchelor — The Limits of Belief, The Massiveness of the Questions {51:02}

Veröffentlicht am 09.08.2017
Stephen Batchelor is a teacher and writer. His books include "Buddhism Without Beliefs," "Confession of a Buddhist Atheist," and "The Faith to Doubt." His newest book is "After Buddhism: Rethinking the Dharma for a Secular Age." This interview is edited and produced with music and other features in the On Being episode "Stephen Batchelor — The Limits of Belief, The Massiveness of the Questions."---
SUBCRIBE - https://goo.gl/nhNFyH
On Being takes up the big questions of meaning with scientists and theologians, artists and teachers — some you know and others you'll love to meet. Each week a new discovery about the immensity of our lives — updated every Thursday. Hosted by Krista Tippett. Discover more at onbeing.org. On Being Studios is the producer of On Being, Becoming Wise, Creating Our Own Lives, and more to come.
© 2001-2016 Krista Tippett Public Productions. All rights reserved.

siehe auch:
- Ich bin (k)ein (säkularer, gläubiger, integraler…) Buddhist, weil… (Akincano Marc Weber, Buddhismus aktuell 2|2013)
- Dem Buddha ging es um einen neue Art von Kultur (Interview von Ursula Richard mit Stephen Bachelor, Buddhismus aktuell, 2/2013, veröffentlicht auf Schattenblick.de)

Stephen Batchelor - Interview at the retreat in Hamburg 2015 {24:37}
Veröffentlicht am 09.08.2015
Stephen Batchelor is a British author, teacher, and scholar, writing books and articles on Buddhist topics and leading meditation retreats throughout the world. He is a noted proponent of agnostic or secular Buddhism.
The first part of the interview is about why to " reinvent " Buddhism new in modernity ?
Second part : are psychedelic drugs useful?
I love his teachings and his fresh and its critical way to teach.
Questions :
what means reinventing?
do you like Ken Wilber?
are psychedelic drugs useful?
What is your next book project?

Confessions of a Buddhist Atheist {6:21}
Veröffentlicht am 21.03.2010
The spiritual journey of former Buddhist monk Stephen Batchelor.
Broadcast on 03/09/2010 (ABCNEWS.COM):
http://abcnews.go.com/US/video/confes...

siehe auch:
- "Es gibt keine Entschuldigung für unethisches Verhalten" (Bhikshuni Thubten Chödrön im Gespräch mit dem Dalai Lama, Buddhismus aktuell online, 1993) 
- A Meditation on Wittgenstein (Michael Pierce, CelebrityTypes, November 2014)
- Wittgenstein über Sätze und Bilder: Sagen und Zeigen (Wolfgang Kienzler, VSH-Bulletin Nr. 3, August 2015, S. 31f., Institut für Philosophie der Friedrich-Schiller-Universität, Jena, PDF)
- Wundersame Verwandlungen – Meditation in Richtung auf ein Thema von Oscar Wilde (Olaf L. Müller, 1999, Publikationsserver der Humboldt-Universität, Berlin, PDF)
- Wittgenstein and Zen Buddhism (H. Hudson, Philosophy East & West, 1973, S. 471-481, College of Liberal Arts, National Taiwan University, Digital Library & Museum of Buddhist Studies)

Dienstag, 29. August 2017

Meister Eckharts Gottesbild

Er wurde vor über 750 Jahren geboren und ist doch so modern wie kaum ein anderer Theologe: Eckart von Hochheim, genannt Meister Eckart, Dominikaner-Mönch und der wohl wichtigste Theologe und Mystiker des späten Mittelalters. Sein Geheimnis sind wohl seine originellen und sehr zeitgemäßen Gedanken über Gott, den Menschen und die Kunst des christlichen Lebens, vor allem aber seine Hilfestellung zu einem mündigen, erwachsenen Glauben und Lebensstil. Doch Meister Eckarts Schriften sind so universal, dass er auch in in anderen Religionen wie Hinduismus und Buddhismus hoch respektiert ist. Sogar für Atheisten und Erkenntnissuchende ist er oft ein großer Gewinn, denn beinahe alle wichtigen Fragen des menschlichen Lebens kommen bei ihm vor, ohne, dass er je Vorschriften macht.
mehr:
- "Gott, ein Nichtgott, eine Nichtperson, ein Nichtbild" – Der große Mystiker Meister Eckart heute (Elena A. Griepentrog, Deutschlandfunk Kultur, 26.06.2011)
siehe auch:
- Karl Heinz Witte, Eckharts revolutionäres Verständnis des Menschen
- Manstetten, Gelassenheit, Selbstwahrnehmung und Achtsamkeit bei Meister Eckhart (in: Ulrike Anderssen-Reuster, Hrsg. , Achtsamkeit in Psychotherapie und Psychosomatik: Haltung und Methode , Schattauer, 2. Aufl., 2011, S. 21.ff, GoogleBooks )
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Montag, 28. August 2017

Ein Psychotherapeut über Meditation und Achtsamkeit

Krankheit und Gesundheit sind ein Kontinuum. Krankheiten behandeln heißt deshalb auch Gesundheit gestalten. Wie gehe ich gesund mit mir um? Achtsamkeit […] ist dabei nicht nur Methode, also beispielsweise eine halbe Stunde meditieren, sondern ganz wesentlich gelebte Achtsamkeit im Alltag. Da geht es um: Kontakt, Berührung, im Moment sein, neugierig sein und – was ich sehr spannend finde – nicht werten, also die eigenen unangenehmen Seiten nicht ablehnen.

Achtsamkeit bedeutet für mich, in meinem Alltag in Kontakt mit mir und mit meiner Umwelt zu sein, beinhaltet die Fähigkeit, meine inneren Wünsche, Werte und Ziele wahrzunehmen und diese in Verbundenheit mit meiner Umwelt […] zu leben. In der Meditation bei mir zu sein ist häufig schwer genug. Im Alltag achtsam wahrzunehmen, wie es mir in Verbindung mit anderen geht, ist für mich persönlich immer wieder eine Übung. Mit mir im Kontakt zu sein und zu spüren, was steckt da alles in mir, ist alleine schon eine Herausforderung – und manchmal eine Überforderung. Aber darum geht es doch im Alltag: Wie kann ich bei mir und mit anderen sein? Leben bedeutet Kontakt und Beziehung, zu mir und zu anderen. Und dies bewusst im Hier und Jetzt zu erleben heißt für mich, achtsam zu sein.

Wichtig ist für mich auch, dass Achtsamkeit und Ethik zusammengehören. Sonst kann Achtsamkeit missbraucht werden, im Sinne einer ausschließlichen Ausrichtung auf Konzentration und Fokussierung, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Es gibt Menschen, die zu uns kommen und durch Achtsamkeit wieder „funktionieren“ wollen. Achtsamkeit wird, ähnlich wie Medikamente, als eine Form von „Neurodoping“ eingesetzt, um in der Leistungsgesellschaft noch besser zu funktionieren.

Für mich hat Achtsamkeit etwas damit zu tun, eine neue Form der Beziehung zu meinen Gedanken, Gefühlen oder Wünschen zu entwickeln. Meine Gedanken und mein Verstand sind nicht das Leben, sondern eine Vorstellung, die vor der Wirklichkeit steht.

Vor allem aber ändert sich die Qualität, in der etwas gemacht wird.

Selbstfürsorge bezeichnet die Fähigkeit, freundlich und annehmend mit sich zu sein. „Liebe deinen nächsten wie dich selbst.“ – In diesem Zitat steckt eine ganz wichtige Botschaft. Wir müssen lernen, uns selbst gegenüber freundlich und fürsorglich zu sein, so wie wir es einem guten Freund, einer guten Freundin gegenüber wären. Das Erstaunliche ist, dass die allermeisten Menschen anderen gegenüber sehr hilfsbereit und freundlich sein können, sogar Fehler verzeihen können, gegenüber sich selbst aber die größten Kritiker sind und sich selbst keine Fehler zugestehen. Daher üben wir
Selbstfürsorge in der Meditation. Für mich persönlich war es eine sehr hilfreiche und beeindruckende Erfahrung zu lernen, mit offenem Herzen fürsorglich und annehmend mit mir selbst zu sein.
Die Selbstmitgefühl-Meditation hat mir ermöglicht, eigene Schwächen und Fehler wohlwollend als ein Teil von mir anzunehmen. Nicht im Sinne, dass die Fehler wiederholt werden, sondern als Teil einer Akzeptanz und eines Nicht-Bewertens. Aus meiner Sicht ist dies eine wichtige Ergänzung, wenn nicht gar Voraussetzung für Meditation.

Für mich gehört zum Nach-innen-Schauen das Nach-draußen-Gehen. Wir dürfen unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen und der Gesellschaft nicht außen vor lassen.

Prof. Dr. med. Götz Mundle, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist Leiter des Zentrums für Seelische Gesundheit – Oberberg City Berlin Kurfürstendamm. Von 2007 bis 2014 war er medizinischer Geschäftsführer der Oberbergkliniken, von 2001 bis 2009 Chefarzt der Oberbergklinik Schwarzwald in Hornberg. Zudem war er von 2004 bis 2011 im Vorstand der Oberberg Stiftung Matthias Gottschaldt.

Er ist Mitglied der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen sowie Mitglied des Ausschusses „Sucht und Drogen" der Bundesärztekammer. Sein besonderes Interesse gilt neuen Therapiekonzepten achtsamkeitsbasierter Psychotherapie, individualisierter Medizin, zieloffener Suchttherapie, Prinzipien der Resilienz und Salutogenese als Basis für die Gestaltung von Gesundheit sowie transparenter Kommunikation zwischen Patient und Therapeut auf Augenhöhe.

Nähere Informationen: www.zfsg-berlin.de


Zitate aus dem Interview mit Prof. Götz Mundle »Sich in der Stille wiederentdecken« in »Buddhismus aktuell« 2/2016



siehe auch:


Sonntag, 27. August 2017

Die ersten buddhistischen Konzile – Theravada

Kurze Geschichte des Buddhismus - Wie sich die Lehre Siddharta Gautamas verbreitete {7:21}

Veröffentlicht am 09.10.2015
( aus Scobel: "Buddhismus im Westen" )
Etwa 500 vor Christus soll Buddha in Bodhgaya erleuchtet worden sein. Der Mahabodhi-Tempel ist der heiligste Ort des Buddhismus. Errichtet im zweiten Jahrhundert nach Christus gehört er zu den ältesten Kultstätten auf dem indischen Subkontinent. Bis zum heutigen Tag gilt der Tempel als das zentrale Heiligtum für die buddhistischen Gläubigen.
Von hier verbreitet sich die Lehre Siddhartha Gautamas - des Buddha - in viele Teile der Welt. Überliefert von seinen Schülern verbreitet sie sich von Indien ausgehend zunächst in ganz Südostasien und erobert schließlich die westliche Welt. Mittlerweile ist Buddhas friedfertige Lehre mit fast 400 Millionen Anhängern und Nacheiferern zur Weltreligion geworden. Die vielfältigen Schulen des Buddhismus unterscheiden sich durch ihre Berufung auf unterschiedliche Schriften.
Dabei gibt es vor allem zwei Hauptrichtungen: Der Theravada-Buddhismus orientiert sich ausschließlich am Pali-Kanon, den frühesten schriftlichen Aufzeichnungen des überlieferten Wortes von Buddha. Der Mahayana-Buddhismus dagegen akzeptiert auch andere, später entstandene Niederschriften, wie den Sanskrit-Kanon. Auf Sri Lanka oder Thailand hat sich der ursprüngliche, strenge Theravada-Buddhismus durchgesetzt. Seine Vermittlung obliegt den Mönchen. Die Theravada-Buddhisten verehren Buddha als den einzigen, sterblichen Lehrer. Das Ziel jedes Theravadin ist es, Arhat - ein Weiser - zu werden. Doch kein Laie, nur ein Mönch, kann Erleuchtung - etwa durch Armut und Entsagung – erlangen.

Anders handelt der Bodhisattwa, das "erleuchtete Wesen" im Mahayana-Buddhismus. Er will aus Mitgefühl allen Wesen zur Erlösung verhelfen - etwa durch Unterweisung. Deshalb ist das Verhältnis Lehrer- Schüler besonders eng. Meditation und Studium sind die Schwerpunkte dieser Schule, wie zum Beispiel die scharfe Debatte, eine Art argumentativer Disziplin zum Schärfen des Geistes. Eine Strömung des Mahayana, die buddhistische, tantrische und Elemente der Bön-Religion verbindet, bestimmt die Glaubensrichtung in Tibet. Sie beruft sich auf Übersetzungen verschiedener Sanskrit-Texte. Außerdem kommt dem Lama - dem geistigen Führer - eine besonders wichtige Rolle zu.
Lamas entstammen einer lückenlosen Folge von bewussten Wiedergeburten. Die Berühmteste ist der Dalai Lama. Über Korea und China gelangten verschiedene Formen des Buddhismus auch nach Japan. Große Bedeutung erlangte die Schule des Zen-Buddhismus. Neben züchtiger, körperlicher Arbeit und gemeinsamer Rezitation stehen im Zen-Buddhismus vor allem die Konzentration und strenge Meditation im Vordergrund. Eine grundlegende Praxis ist das lange Sitzen mit ineinander geschlagenen Beinen, das so genannte "Zazen". Durch das "In-Sich-Versinken" soll der Meditierende innere Ruhe und Leere erreichen, die "Verbundenheit mit allem", und so der Erleuchtung Schritt für Schritt näher kommen.

Sinnsuchende im Westen haben die buddhistische Lehre vor Hunderten von Jahren durch Reisen nach Asien oder von im Westen lebenden Exil-Buddhisten, vor allem vertriebenen Tibetern, übernommen. Der Buddhismus spricht weltweit immer mehr Menschen an, weil er - anders als die anderen großen Weltreligionen - keine strengen Dogmen kennt und keinen Anspruch auf die absolute Wahrheit erhebt. Er stellt sich sogar der wissenschaftlichen Prüfung...

...Auf meiner Google+ Seite ( https://plus.google.com/+BuddhasLehre... ) findet ihr auch buddhistische Texte, Zeitschriften, Bücher ( PDF ) zum Lesen, Downloaden und Teilen !
Wenn ihr nach etwas, zu einem bestimmten Thema sucht: einfach fragen ! Ich schaue, ob ich etwas dazu habe.

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Der Pali-Kanon ist die in der Sprache Pali verfasste, älteste zusammenhängend überlieferte Sammlung von Lehrredendes Buddha Siddhartha Gautama. Die Sammlung ist ein Buddhistischer Kanon und wird durch die Bezeichnung Pali-von anderen derartigen Sammlungen wie dem „Sanskrit-Kanon“ oder dem „Chinesischen Kanon“ unterschieden.
Die andere übliche Bezeichnung „Dreikorb“ ist eine wörtliche Übersetzung von Tipiṭaka (Pali) und Tripitaka (Sanskrit). Sie weist auf die Gliederung der Textsammlung in drei große Teile („Körbe“) hin. [Pali-Kanon, Wikipedia, abgerufen am 27.08.2017]
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Die erste systematische Niederschrift erfolgte im 1. Jahrhundert v. Chr. in Ceylon. "Pali" ist eine Sprache, die mit dem "Sanskrit" verwandt ist.
Der Pali-Kanon gliedert sich in drei Bereiche oder "Körbe":
• der Korb der Ordensdisziplin ("Vinaya-Pitaka"), in dem die von Buddha selbst gegebenen Lebens- und Verhaltensregeln für die Mönche und Nonnen in seinem Orden,
• der Korb der Lehrreden des Buddha ("Sutta-Pitaka") – die Grundlage für die Geschichte seines Lebens und seiner Lehre, und
• der Korb der "höheren Lehre" ("Abhidhamma-Pitaka"), in dem die Lehren des Buddha und seiner Hauptschüler analysiert, geordnet und systematisiert sind.
 [Pali-Kanon, Buddhismus – Schriften, ReligionORF.at]
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Verbreitung des Buddhismus: Dunkelorange: Ursprung, Orange: Buddhistische Mehrheit,
Gelb: Buddhistische Einflüsse, Roter Pfeil: Mahayana,
Grüner Pfeil: Theravada, Blauer Pfeil: Tantra-Vajrayana

[Quelle: Geschichte des Buddhismus, Wikipedia, abgerufen am 27.08.2017]

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Das erste buddhistische Konzil („der Fünfhundert“) soll der Überlieferung nach unmittelbar nach dem Verlöschen des Erleuchteten (483 v.u.Z) einberufen worden sein. Man einigte sich, dass die kommende Regenzeit (ab Juni) der rechte Zeitpunkt wäre und als Ort wählte man die Fläche vor den Sattapaṇṇi-Höhlen ("Siebenblatt-Höhlen", benannt nach dem duftenden Siebenblattbaum) am Nordhang des Vaibhāra-Berges bei Rājagriha (Rājagṛha, Pāli: Rājagaha), wo Ajātasattu, der Großfürst von Magadha eine pavillonartige Überdachung errichten ließ.
Die Überlieferung (Cullavagga XI des Vinaya-Piṭaka im Pāli-Kanon) berichtet, auf diesem Konzil sei der "Korb der Lehrreden" (pāli: "Sutta-Piṭaka", also die Lehre "dharma") und der "Korb der Ordensregeln" (pāli: "vinaya-Piṭaka", also die Ordensdisziplin der Mönche und der Nonnen) zusammengestellt worden. Der langjährige enge Vertraute des Buddha, Ānanda, der für sein hervorragendes Gedächtnis bekannt war, soll die Lehrreden (Sutta) wiedergegeben haben und Upāli, der für seine exzellenten Kenntnisse der Vorschriften bekannt war, den Vinaya (die Ordensregeln). Den Abhidharma (die "höhere Lehre", das scholastische System der Lehre) hat es zu jener Zeit noch nicht gegeben. [Buddhistische Konzilien, Erstes Konzil (Rajagriha), Wikipedia, abgerufen am 27.08.2017]
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Das zweite Konzil fand etwa 110 Jahre nach dem Erlöschen des Buddha in Vaiśālī (pali: Vesālī) statt. Für dieses ist ein Redakteur, zumindest des Vinaya, gesichert. Hauptzweck der Versammlung war jedoch, die „Häretiker“ der Mahāsanghika zur Räson zu bringen, was nicht erreicht wurde, als sich diese weigerten, die Beschränkungen der „Alten“ (Stahvira) anzunehmen. So bestand zum Beispiel die Streitfrage, ob ein Mönch Salz (nein: als Lebensmittel, ja: als Medizin) über Nacht besitzen dürfe.
Die erste Spaltung der Sangha geschieht, die Mahasanghika-Schule trennt sich von den Traditionalisten. Es geht um die Frage der Mahasanghikas, ob die Sutras und das Vinaya bereits als endgültig feststehen. Diese Spaltung kennzeichnet die ersten Anfänge des Mahayana-Buddhismus. [Buddhistische Konzilien, Erstes Konzil (Rajagriha), Wikipedia, abgerufen am 27.08.2017]
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zum Zweiten Konzil ist bei v. Brück zu lesen:
Wir kennen die Geschichte der einzelnen Abspaltungen nicht genau, und schriftliche Zeugnisse sind nur von einigen Schulen überliefert. Die erste größere Abspaltung ereignete sich auf dem sogenannten Zweiten Konzil von Vaiśālī, 100 Jahre nach dem Tod des Buddha (die Datierung ist abhängig vom Todesdatum), nach alter Datierung also 383 v.Chr., nach neuer Datierung ca. 270 v.Chr., also kurz vor Asokas Regierungsantritt. Die Spaltung betraf Meinungsverschiedenheiten bei der Interpretation der Mönchsregel:
• die Schule, die an der strengeren (alten) Auffassung festhielt, waren die Sthaviravādins (»die Lehre der Beharrenden«),
• diejenigen, die die Regel großzügiger auslegten und damit an neue Verhältnisse (die große Anzahl neuer Mitglieder des saṃgha in klimatisch und kulturell unterschiedlichen Gebieten) anpaßten, waren die Mahāsāṇghikas (»diejenigen, die den großen Orden repräsentieren«).
Letztere waren in der Mehrheit. Sie betrachteten den dharma, wie der Buddha gelehrt hatte, als ein Floß, das man zurückläßt, wenn man es benutzt hat. [Allagaddūpama Sutta MN 22] Sie hingen nicht so sehr am Wort, wohl aber am Geist der Mönchsregel, die für sie auch der Vergänglichkeit in der Zeit unterworfen war. Selbstverständlich veränderten sie keine zentralen Regeln oder Lehren des Buddha. Eine wichtige inhaltliche Differenz war aber die Frage nach dem Status des arhat: die Sthaviras behaupteten. daß ein Arhat vollkommen sei. während die Mahāsāṇghikas eine realistische Haltung erkennen ließen (aus entsprechenden Erfahrungen?), wenn sie erklärten, daß auch ein Arhat noch nicht frei von sehr subtilen Bewußtseinsverunreinigungen (kleśa) sei. [Michael v. Brück, Buddhismus – Grundlagen – Geschichte – Praxis, Gütersloher Verlagshaus, 1998, S. 142f.]
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Nach v. Brück [Quelle: s.o.] spalteten sich die Sthaviras Mitte des 3. Jh. v. Chr in zwei Gruppen: 1. die Sarvāstivādins und 2. die Vibhajyavādins.
Die Vibhajyavüdins schließlich ließen sich in Mittel- und Südindien nieder, nahmen das Päli als kanonische Sprache an und hielten ihre Tradition für die ursprüngliche und allein gültige. Deshalb nannten sie sich Theravādins (die Pāli-Form von Sthaviravādins, »die Älteren«). Eine Gruppe von ihnen gelangte um 230 v.Chr, nach Ceylon und gründete das Kloster von Anuradhapura. Dort konnten sie ihre Form des Buddhismus zum klassischen Theravāda ausbauen. [Michael v. Brück, Buddhismus – Grundlagen – Geschichte – Praxis, Gütersloher Verlagshaus, 1998, S. 147.]
dazu:
- Der Theravāda-Buddhismus lehrt nicht Hīnayāna (Franz-Johannes Litsch, Buddhismus aktuell 1/2013)

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Ein drittes Konzil, unter Leitung des Mönches Moggaliputta Tissa an dem nur die „Alten“ (= Theravadins) teilnahmen, hat während der Herrschaft und auf Veranlassung des Kaisers Aśoka (unsicher: um 268- unsicher: 232 v. Chr.) in Pātaliputra (heute: Patna) stattgefunden, auf dem noch letzte Ergänzungen zum Pali-Kanon (besonders Abidhamma) vorgenommen wurden. Der Hauptzweck war jedoch eine „Säuberung“ der Sangha. Im Vasumitra-Manuskript findet sich die Beschreibung fünf häretischer Punkte, die geklärt werden sollten. Es entstehen die Sarvastivadin und Vibhajjavadin-Schulen.
Historisch ist nicht gesichert, ob es eines oder mehrere „Dritte“ gegeben hat. Insbesondere beschreibt das Theravada-Dipavamsa einen anderen Verlauf.
Bald danach soll der Sohn des Kaisers, Mahinda, den Buddhismus nach Ceylon gebracht haben, wo unter König Vaṭṭagāmaṇī Abhaya (regierte von 89 bis 77 v. Chr.) der Pali-Kanon schließlich aufgezeichnet wurde. [Buddhistische Konzilien, Drittes Konzil (Pataliputra), Wikipedia]
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Terra X - Ashoka, der indische Krieger Buddhas [DOKU] {43:00}

Veröffentlicht am 20.09.2014
Er gilt als gnadenloser Kriegsherr - aber auch als Wegbereiter des Buddhismus: Ashoka, Herrscher der Maurya-Dynastie im 3. Jahrhundert vor Christus und einer der wichtigsten Regenten Indiens.



Doku Geschichte Indiens Deutsch 2013 {57:22}

Veröffentlicht am 19.08.2015
Dokumentation Deutsch.
aktualisiert am 04.09.2017
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