Der Benediktiner-Bruder David Steindl-Rast hat einen klingenden Namen und Fotos von ihm zeigen einen sympathischen, älteren Herrn mit gütigen Augen. Und doch, es muss gesagt sein, wenn er das, was er in einem Interview kurz vor seinem Vortrag in Salzburg ernst meint, und es ist zu befürchten, das er tut er, weiß man nicht, wieso er Christ und Benediktiner sein soll! Denn was Steidl-Rast sagt, steht in klarem Gegensatz zum Evangelium, zu Grundwahrheiten des christlichen Glaubens: Gott?
Steindl-Rast beruft sich auf die evangelische Theologin D. Sölle, die das Wort „Gott“ durch „Mehr“ ersetzt hat, weil er „mehr als alles“ ist. In manchen Dimensionen unseres Lebens begegnen wir, so weiter Steindl-Rast, diesem „mehr“ und das weist uns „auf das Göttliche“ hin! Das ist vor allem der Fall, wenn wir von etwas „ergriffen“ werden und uns ergreifen lassen, was immer es sei, jedenfalls ist diese Ergriffenheit „Dein Kontakt zum Göttlichen“ und „weist auf eine Richtung hin, die ich Gott nenne“.
Das kann ausgehen von Musik, von der Natur, von Kindern. Solches Erlebnis ist Beginn „von Mystik“. Mehr als eigenartig ist auch der Schlussgedanke: Im Buddhismus ist das Schweigen so wichtig wie bei uns Christen das Wort. „Dieses Schweigen, diese Stille verbindet uns.“
Aber lieber ist ihm offenbar das buddhistische Schweigen als das christliche Wort, denn: Die monotheistischen Religionen betonen „das Wort, und das Wort entzweit uns.“ Es hat zwar schon auch eine Stärke, aber im Dialog ist es eine Schwäche.
Was soll man zu all dem sagen? Seine Worte entzweien tatsächlich, nämlich ihn und jeden Christen, der das Evangelium ernst nimmt. Denn dort ist nicht von „dem Göttlichen“ und dem „Mehr“ die Rede, es lädt nicht ein, irgendeine „Richtung“ – Richtung wohin? - Gott zu nennen, Nein, das Evangelium spricht von dem Einzigen, der Kunde vom Vater gebracht hat, weil Er am Herzen des Vaters ruht. Und Gott offenbar sich nicht als Schweigen, sondern als „das Wort“ und dieses Wort wurde Fleisch und „hat unter uns gewohnt“. mehr: - Der 'Gott' des David Steindl-Rast ist ein gestaltloser Farbfleck (Andreas Laun, Katholische Nachrichten, 24.09.2010)
…3Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. 4Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.5Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;… (2. Mose, 20:4, Bibel Text)
mein Kommentar: eine unklare Richtung ist mir zehnmal lieber als jemand, der so entsetzlich genau und mit furchterregender Sicherheit weiß, was richtig und falsch ist.
David Steindl-Rast: über das christliche Credo 1/2 [13:35]
Hochgeladen am 07.02.2011
Je weniger wir die spezifisch christliche Form des menschlichen Ur-Vertrauens, die wir im Credo bekennen, verabsolutieren und zur einzig richtigen machen, umso überzeugender werden wir sie finden." Das schreibt der Benediktinermönch David Steindl-Rast in seinem Buch "Credo - ein Glaube, der alle verbindet".
Zehn Jahre lang hat Steindl-Rast, der als einer der renommiertesten spirituellen Lehrer der Gegenwart gilt, an diesem Buch gearbeitet.
Der 1926 in Wien geborene und seit 1952 in den USA lebende Benediktiner führt - so er nicht auf Vortragsreisen ist - ein bescheidenes Leben in einer Einsiedelei im Staat New York.
Eines seiner großen Themen auf der Suche nach einer Spiritualität, die alle Kulturen verbindet, ist die Dankbarkeit. In seinem Buch "Credo" widmet er sich der ältesten Zusammenfassung des christlichen Glaubens. Es besteht aus nur 77 Worten. Dieses Credo ist in seinen Augen "gerade Ausdruck dessen, was alle Menschen, die zu ihrem wahren Selbst vorstoßen, gemeinsam haben". Eine der Möglichkeiten, dieses Gemeinsame auszudrücken, ist für ihn das christliche Glaubensbekenntnis. Belege für diesen Ansatz liefern ihm nicht nur die Erfahrungen seines eigenen Lebens im interreligiösen Dialog, sondern auch die modernen Wissenschaften einschließlich der Psychologie.
Steindl-Rast zeigt anhand der Lyrik, wie modernen Zeitgenossen Mystik erfahrbar werden könnte. Und - angesichts der Krise der religiösen Institutionen - ermutigt er dazu, in jesuanischer Tradition seinen eigenen Verstand zu brauchen. Steindl-Rast analysiert das Credo Wort für Wort und Satz für Satz. Erkenntnisleitend sind dabei jeweils drei Fragen, die sich durch alle Kapitel ziehen: Was heißt das eigentlich? Woher wissen wir das? Warum ist dieser Glaubenssatz so wichtig?
Motiviert ist Steindl-Rast von der Erkenntnis, dass die Sehnsucht nach Zugehörigkeit den stärksten Antrieb des Menschen bildet. Das Vertrauen darauf, dass es überhaupt so etwas gebe wie einen gemeinsamen Seinsgrund, verbinde die Menschheit über alle Grenzen hinweg. Das Credo nennt diesen Urgrund Vater. Zu ihm kann jeder Mensch in eine Sohn/Tochterbeziehung treten. In Logos führt Steindl-Rast glaubende und suchende Menschen an einen Glauben heran, dessen Wörter, Begriffe und Bilder heute Worthülsen geworden sind. Darüber hinaus ist seine Auslegung des Credos ein Beitrag zum Dialog der Religionen.
Eine Sendung von Radio Ö1 aus der Reihe LOGOS, Gestaltung: Johannes Kaup
Drei Geistesgifte, Drei Geistesverschmutzungen oder Drei Wurzeln des Unheilsamen (skt./pali mūla, tib.: dug gsum) ist ein wichtiger Begriff der buddhistischen Ethik und fasst die drei schädlichen Eigenschaften Gier, Hass und Verblendung zusammen. Der Begriff "Geistesverschmutzungen" deutet auf die grundsätzliche Reinigungsfähigkeit bzw. ursprüngliche Andersartigkeit des Geistes hin.
Gier (pali lobha, tib. ’dod chags), auch als Sucht oder Begierde übersetzt, ist das Haben- und Besitzenwollen, das Bestreben, auf jeden Fall und um jeden Preis zu existieren. Mit Gier verwandt sind die Leidenschaften heftiges Begehren (raga) und "Durst" nach Werden (tanha). Heilsam (kosala) wirken Großzügigkeit und Mildtätigkeit (dāna).
Hass (pali dosa, skt. dvesa), auch als Zorn oder Aggression übersetzt, ist die Selbstbehauptung eines illusionären Selbst den Mitwesen gegenüber. Heilsam wirkt Güte (metta).
Verblendung (moha), Unwissenheit (skt. avidya) und Nicht-Wissen sind weitestgehend deckungsgleiche Begriffe. Die Unwissenheit ist ein Zustand, der als Grundursache für alles erfahrene Leid angesehen wird. Die beiden anderen Geistesgifte folgen der grundlegenden Unwissenheit. Nicht-Wissen ist die Grundlage allen karmisch-kausalen Handelns. Es bedeutet, die Wahrheit(en) über die Natur des Geistes nicht zu kennen. Ist die Verblendung/Unwissenheit/das Nicht-Wissen gereinigt, erscheint der heilsame Aspekt im Geist: Weisheit (pañña).
In der buddhistischen und hinduistischen Literatur werden auch noch andere Geistesverschmutzungen (p. kilesa, skr. kleśa) genannt und in Listen unterschiedlicher Länge und Zusammenstellung kombiniert. (Siehe Klesha).Das Gegenstück zu den drei Wurzeln unheilsamer Handlungen, sind die drei Wurzeln heilsamer (kusala) Handlungen: Gierlosigkeit (alobha), Hasslosigkeit (adosa), Unverblendetheit (amoha).Bezogen auf die Geisteshaltung bedeuten die 3 Geistesgifte:
Unwissenheit - Gleichgültige Geisteshaltung
Gier - Anhaftende Geisteshaltung
Hass/Aggression - Ablehnende Geisteshaltung
Das Gegengift ist in jedem Fall "Liebe und Mitgefühl" (Drei Geistesgifte, Wikipedia)
Das Rad des Werdens ist die Darstellung des leidhaften Wiedergeburtenkreislaufs (Samsara), aus dem Befreiung zu finden jedermann bemüht sein sollte. Es gehört zu den ältesten Bildtypen der buddhistischen Malerei. Es ist die altindische Vorstellung vom Wirken des Karma, die im Bild des Lebensrades symbolisch veranschaulicht ist.
An Tempeln schmückt es meist die Außenwand der Vorhalle. Bevor der Gläubige den Tempel betritt fällt sein Blick auf das Lebensrad und dieses fordert ihn auf, sein Leben zu ändern. Im Lebensrad erkennt er sich selbst, es ist ein Spiegel, ein verschlüsselter Ausdruck seines Unbewussten. Wer den Tempel betritt, schreitet sinnbildlich durch die samsarische Welt hindurch in die Erlösung; die Meditation über das Bhavacakra kann eine Vorübung zur Selbstverwirklichung sein. Auch der des Lesens Unkundige kann durch das Lebensrad die Lehre Buddhas in sich aufnehmen. (Lebensrad, Wikipedia)
Hahn, Schlange und Schwein jagen sich im Zentrum des Rades. Sie symbolisieren[1] die Drei Wurzelgifte:
Hahn: Gier (Prinzip der Anziehung)
Schlange: Hass (Prinzip der Abstoßung)
Schwein: Verblendung (Prinzip der eingeengten Sichtweise)
Ein weiteres System zeigt im Zentrum des Rades ein Schwein als Bild der Unwissenheit, eine Taube als Bild der gierigen Anhaftung und eine Schlange als Bild des Zorns.[2][3]Diese drei Wurzelgifte binden nach der Weltanalyse des Buddha die Wesen an den Wiedergeburtenkreislauf (Samsara). Allein durch die Überwindung und Vernichtung dieser Kräfte ist es möglich, dem Samsara zu entrinnen und die Erlösung (Nirwana) zu erreichen. (Erster Kreis (Radnabe), Wikipedia)
Zweiter Kreis Im angrenzenden Ring wird in der rechten, dunklen Hälfte der karmische Abstieg, in der linken, hellen der karmische Aufstieg angedeutet. [4]Üble Taten begehen oder dem Dharma folgen und Gutes tun, zwischen diesen beiden Möglichkeiten hat jeder zu wählen. (Zweiter Kreis, Wikipedia) ==============================
Weit davon entfernt, ein mystischer Rückzug aus den komplexen
Gegebenheiten der mentalen und emotionalen Erfahrung zu sein, erfordert der
buddhistische Ansatz, daß sich die ganze Psyche dem meditativen Bewußtsein
überläßt. An dieser Stelle ist die Überschneidung mit der Psychotherapie am
offenkundigsten. Meditation ist nicht weltverleugnend; das Innehalten, das sie
erfordert, steht im Dienst einer näheren Erforschung des Alltagsbewußtseins.
Diese Erforschung ist per definitionem psychologischer Natur. Ihr Ziel ist es,
die wahre Natur des Selbst zu ergründen und die Produktion selbstgeschaffenen
mentalen Leidens zu beenden. Es ist ein Anliegen, dem sich verschiedene Schulen
der Psychotherapie unabhängig voneinander gewidmet haben, häufig ohne sich der
übergreifenden Methodik der buddhistischen Psychologie des Geistes zu bedienen.
Solange der Buddhismus als ein mystisches oder auf das Jenseits gerichtetes
Streben, als eine für westliches Denken unverständliche exotische
Angelegenheit, als ein spirituelles Anliegen ohne große Relevanz für unsere
komplizierten neurotischen Beziehungen galt, konnte er vom Mainstream
psychologischen Denkens ferngehalten werden, seine Einsichten ließen sich im
Fach »esoterische östliche Philosophie« deponieren. Der Buddhismus enthält
jedoch eine wesentliche Lehre für heutige Psychotherapeuten: Vor langer Zeit
schon hat er eine Technik, dem menschlichen Narzißmus entgegenzutreten und ihn
zu beseitigen, perfektioniert, ein Ziel, das die westliche Psychotherapie erst
in letzter Zeit in Betracht zu ziehen beginnt.
[…]
Mit den Jahren wurde
die Psychotherapie immer differenzierter und auf immer mehr Gebiete angewandt,
und so traten ihre Parallelen zum buddhistischen Denken immer offener zutage.
Da in den Therapien immer klarer wurde, daß die Schwierigkeiten der Patienten
entstehen, weil sie im Grunde nicht wissen, wer sie sind, hat sich die Frage
nach dem Selbst als gemeinsamer
Schwerpunkt von Buddhismus und Psychoanalyse herauskristallisiert. Obwohl die
westliche Tradition es bei der Beschreibung dessen, was man das narzißtische
Dilemma nennt – das Gefühl mangelnder Authentizität bzw. von Leere, das
Menschen dazu treibt, sich und andere entweder zu idealisieren oder für
minderwertig zu halten –, zu einer gewissen Meisterschaft gebracht hat, kam es
zu einer längeren Kontroverse über die Anwendbarkeit der psychoanalytischen
Methode bei diesen Störungen. Die westlichen Therapeuten haben mit dem
narzißtischen Dilemma eine entscheidende Quelle des neurotischen Elends
erkannt, allerdings ohne dafür eine verläßliche Behandlungsweise zu entwickeln.
An diesem Punkt der Entwicklung haben sich schließlich viele Psychologen auf
James rückbesonnen; sie sind bereit, den psychologischen Lehren des Buddha
Beachtung zu schenken.
In der buddhistischen
Psychologie ist dieses zentrale Gefühl der Unsicherheit über die eigene
Identität der Ausgangspunkt, der zu der Schlußfolgerung führt, daß unsere
üblichen Bemühungen, Sicherheit zu erlangen, letzten Endes zum Scheitern
verurteilt sind. Der Buddhismus beschreibt nicht nur das Ringen um ein »wahres
Selbst« in Termini, von denen westliche Psychologen jahrzehntelang beeindruckt
waren (aus Freuds innerem Kreis studierten einige Analytiker damals gerade erst
neu übersetzte buddhistische Texte wegen ihrer Einsichten in das Wesen des
Narzißmus), sondern bietet darüber hinaus eine Methode der analytischen
Erforschung, die im Repertoire der westlichen Tradition nicht enthalten ist.
Aus buddhistischer Perspektive ist die Meditation eine unabdingbare
Voraussetzung, um das Individuum vom neurotischen Elend zu befreien. Die
Psychotherapie mag ebenso notwendig sein, insbesondere, um erotische oder
aggressive Konflikte aufzudecken und ihnen ihre Schärfe zu nehmen, doch wird
man im psychotherapeutischen Dialog immer wieder auf das Problem des rastlosen
und unsichtbaren Selbst stoßen. Die Psychotherapie kann das Problem erkennen,
es deutlich machen, auf einige Defizite in der Kindheit, die zu seiner
Entwicklung beitrugen, hinweisen und helfen, die Verflechtungen erotischer und
aggressiver Bestrebungen mit der Suche nach einem befriedigenden Selbstgefühl
zu verringern, sie war bisher allerdings nicht in der Lage, ihre Patienten vom
narzißtischen Streben zu befreien. Bei Freud sind Anzeichen dafür vorhanden,
daß er diesen Mangel spät in seinem Leben erkannt und in dem Aufsatz »Die
endliche und die unendliche Analyse«[1]
beschrieben hat, doch gleich ihm gaben sich Generationen von Therapeuten und
Patienten mit der relativen Linderung zufrieden, die die Psychotherapie zu
bieten hat. Der Buddhismus verspricht eindeutig mehr, und deswegen hat er die
Aufmerksamkeit der Psychotherapeuten auf sich gezogen, wobei ihm durch sein
Verdienst der »Entdeckung« des Narzißmus schon der Boden bereitet war. Dieses
Buch ist das Ergebnis meines persönlichen Ringens um die Verbindung der Lehren
des Buddha mit den Einsichten der westlichen Psychologie, der beiden
wichtigsten Einflüsse auf meine eigene Entwicklung.
In buddhistischen
Ländern verwendet man das Lebensrad zur Erläuterung von Karma. Danach wirken sich die Taten einer Person in diesem Leben
darauf aus, wie sie im nächsten Leben wiedergeboren wird. Tut man anderen etwas
zuleide, führt das zur Wiedergeburt im Bereich der Hölle; frönt man den
Leidenschaften, wird man im Bereich der Tiere wiedergeboren; gibt man anderen
(vor allem Mönchen und Klöstern), so erfolgt die Wiedergeburt in einem besseren
menschlichen Leben oder im Bereich der Goner usw. Die wirklich psychologischen
Lehren vom Karma sind natürlich sehr viel differenzierter als das eben Gesagte,
doch ist das Mandala die Art von Bild, die Kinder oder Anfänger leicht
begreifen. Der wichtigste Punkt ist folgender: Solange Lebewesen von Begierde,
Haß und Verblendung – den drei Kräften, die im Kreisinneren als Schwein,
Schlange und Hahn dargestellt sind und sich wechselseitig zu verschlingen
trachten – getrieben sind, bleiben sie sich ihrer eigenen Buddha–Natur
unbewußt; sie wissen nicht um die vergängliche, nicht–wesenhafte und
unbefriedigende Natur der Welt und bleiben im Lebensrad gefangen.
Eines der
überzeugendsten Momente der buddhistischen Sicht des Leidens ist die im Bild
des Lebensrads enthaltene Vorstellung, daß die Ursachen des Leidens zugleich
die Mittel zur Erlösung sind; das bedeutet, die Perspektive des Leidenden
bestimmt, ob ein gegebener Bereich Medium des Erwachens oder der Gefangenschaft
ist. Von den Kräften der Gier, des Ärgers und der Torheit bestimmt, verursacht
unsere fehlerhafte Wahrnehmung der Bereiche – nicht die Bereiche selbst – das
Leiden. Jeder Bereich enthält eine kleine Buddha–Gestalt (eigentlich handelt es
sich um den Bodhisattva des Mitgefühls, dessen Streben darauf gerichtet ist,
das Leiden anderer zu beseitigen), die uns auf symbolische Weise lehrt, wie wir
die falschen Wahrnehmungen korrigieren können, die jede Dimension verzerren und
damit das Leiden perpetuieren. Wir erfahren keinen Bereich in aller Klarheit,
lehren die Buddhisten; statt dessen durchleben wir sie alle angsterfüllt;
abgeschnitten von der Fülle der Erfahrung, unfähig, sie zu akzeptieren,
fürchten wir uns vor dem, was wir zu sehen bekommen. So wie wir den
»geschwätzigen Affen« in uns nicht zum Schweigen bringen können, so gleiten wir
von einem Bereich in den nächsten, ohne wirklich zu wissen, wo wir uns befinden.
Wir sind in unserem Geist befangen, kennen ihn aber nicht wirklich. Von dessen
Wellenbewegung angetrieben, treiben wir dahin und mühen uns ab, weil wir nicht
gelernt haben, loszulassen und frei zu schweben.
Dies ist die andere
Möglichkeit, das Lebensrad zu verstehen, weniger wörtlich als psychologisch.
Schließlich ist die Hauptfrage der buddhistischen Praxis die psychologische
Frage: »Wer hin ich?« Ihre Beantwortung erfordert die Erkundung aller
Daseinsbereiche. Diese verwandeln sich somit in Metaphern für verschiedene
psychologische Zustände, wodurch das ganze Rad zur Darstellung des neurotischen
Leidens wird.
Dem Buddhismus
zufolge ist es unsere Furcht davor, uns unmittelbar selbst zu erfahren, die
Leiden schafft. Dies schien mir immer sehr gut zu Freuds Ansichten zu passen.
So behauptete Freud, der Patient
muß den Mut erwerben, seine
Aufmerksamkeit mit den Erscheinungen der Krankheit zu beschäftigen. Die
Krankheit selbst darf ihm nichts Verächtliches mehr sein, vielmehr ein würdiger
Gegner werden, ein Stück seines Wesens, das sich auf gute Motive stützt, aus
dem es Wertvolles für sein späteres Leben zu holen gilt. Die Versöhnung mit dem
Verdrängten, welches sich in den Symptomen äußert, wird so von Anfang an
vorbereitet, aber es wird auch eine gewisse Toleranz fürs Kranksein eingeräumt.[2]
Der Glaube, daß
Versöhnung zur Erlösung führen kann, ist grundlegend für die buddhistische
Vorstellung von den Sechs Bereichen. Wir können nicht zur Erleuchtung gelangen,
solange wir unserem neurotischen Geist entfremdet bleiben. Wie Freud so
weitblickend bemerkte: »Auf diesem Felde muß der Sieg gewonnen werden, dessen
Ausdruck die dauernde Genesung von der Neurose ist, ... denn schließlich kann
niemand in absentia oder in effigie erschlagen werden.«[2]
In jedem Bereich unserer Erfahrung, lehren die Buddhisten, müssen wir klar
sehen lernen. Nur dann läßt sich das Leiden umwandeln, das der Buddha als
universell erkannte. Die Erlösung vom Lebensrad, von den Sechs Daseinsbereichen
wird traditionell als Nirvana beschrieben und mit dem Pfad symbolisiert, der
aus dem Bereich der Menschen hinausführt. Es ist jedoch mittlerweile ein
grundlegendes Axiom des buddhistischen Denkens, daß Nirvana Samsara ist – daß es keinen getrennten Bereich
des Buddha neben der weltlichen Existenz gibt, daß die Erlösung vom Leiden
durch eine veränderte Wahrnehmung gewonnen wird, nicht durch das Überwechseln
in ein himmlisches Reich.
Die westliche
Psychologie hat viel zur Erhellung der Sechs Bereiche beigetragen. Freud und
seine Anhänger deckten die animalische Natur der Leidenschaften auf, die
höllische Natur von paranoiden, aggressiven und Angstzuständen sowie die
unstillbare Sehnsucht, das orale Verlangen (im Lebensrad sind es die
Hungergeister). Spätere Entwicklungen in der Psychotherapie rückten sogar die
höheren Bereiche in den Mittelpunkt. Die humanistische Psychotherapie legte den
Schwerpunkt auf die »Gipfelerlebnisse« (Maslow) im Bereich der Götter; die
Ich–Psychologie, der Behaviorismus und die kognitive Therapie forderten das
wettbewerbsfähige und effiziente Ich, das im Buddhismus im Bereich der
Neidischen Götter angesiedelt ist; und die Psychologie des Narzißmus behandelte
ausdrücklich die für den Bereich der Menschen so wichtigen Fragen der
Identität. Jede dieser Richtungen befaßte sich mit der Rückgabe eines fehlenden
Stücks menschlicher Erfahrung, eines Moments des neurotischen Geistes, von dem
wir uns entfremdet haben.
Das Interesse an der
Integration aller Aspekte des Selbst ist grundlegend für die buddhistische
Vorstellung von den Sechs Daseinsbereichen. Wir sind nicht nur von diesen
Aspekten unseres Charakters entfremdet, behauptet die buddhistische Lehre,
sondern auch von unserer eigenen Buddha–Natur, von unserem eigenen erleuchteten
Geist. In der Meditation kann man lernen, das ganze Material der Sechs Bereiche
zu erschließen und damit alle Punkte, an denen unser Geist haftet.
Bleiben
Persönlichkeitsaspekte unverdaut – werden sie abgeschnitten, verleugnet,
projiziert, zurückgewiesen, gibt man ihnen distanzlos nach oder werden sie auf
andere Weise nicht assimiliert –, dann werden sie zu den
Kristallisationspunkten für Begierden, Haß und Verblendung. Es sind schwarze
Löcher, die Angst absorbieren und die Abwehrhaltung des isolierten Selbst
schaffen, das nicht in der Lage ist, befriedigende Kontakte zu anderen bzw. zur
Welt zu knüpfen. Wie Wilhelm Reich in seinem bahnbrechenden Werk über die
Charakterbildung zeigte, ist die Persönlichkeit auf diesen Momenten der
Selbstentfremdung aufgebaut; das Paradox besteht darin, daß das, was wir für so
real halten, unser Selbst, in Reaktion auf das konstruiert wird, was wir nicht
anerkennen wollen. Rund um das, was wir verleugnen, spannen wir uns an und
erfahren uns selbst durch unsere Spannungen. Ein Patient, der kürzlich bei mir
in Therapie war, erkannte beispielsweise, daß er eine Identität aufgebaut
hatte, die sich um die Pole Scham, Minderwertigkeit und Zorn drehte. Diese
Gefühle wurzelten in der Erfahrung, daß seine Mutter für ihn, als er ein
kleines Kind war, emotional nicht verfügbar war. Er hatte ihre Abwesenheit
gespürt und Angst bekommen. Doch dieses Gefühl war für seine Psyche zu
bedrohlich gewesen, so daß er es statt dessen in ein Bild seiner eigenen
Unzulänglichkeit umgewandelt und sich so selbst zum Problem erklärte hatte.
Erst als er schon lange erwachsen war und seine Mutter, von einem Schlaganfall
gelähmt, nicht auf ihn reagieren konnte, gestand er sich diese Angst endlich
ein. Das Gebilde des Selbst ist aus solchen schwarzen Löchern in unserer
emotionalen Erfahrung zusammengeheftet. Wenn man sich diese Aspekte, die man
verdrängt hatte, bewußt macht, sie akzeptiert, toleriert oder integriert, kann
das Selbst eine Einheit bilden; es verschwindet die Notwendigkeit, eine
selbstbewußte Fassade aufrechtzuerhalten, und die Kraft des Mitgefühls wird
freigesetzt. Erst als mein Patient schließlich imstande war, sich seine eigene
Angst vor der emotionalen Nicht–Verfügbarkeit seiner Mutter einzugestehen,
konnte er Mitgefühl mit ihren emotionalen Dilemma entwickeln. Seine Scham hatte
das vorher verhindert. Mit anderen Worten hat der berühmte Zen–Meister Dogen es
so formuliert:
Den Buddhismus studieren, ist
das Selbst studieren. Das Selbst studieren, ist das Selbst vergessen. Das
Selbst vergessen, ist mit anderen eins sein.
Durch die Lehren vom
Lebensrad werden wir daran erinnert, daß es nicht genügt, die Hemmungen nur in
einem oder zwei der sechs Bereiche aufzudecken; wir müssen es in allen tun. Wer
von seinen Leidenschaften abgeschnitten ist, nicht aber von seiner
gottähnlichen Natur, ist genauso unausgeglichen und unerträglich wie jemand,
der am umgekehrten Szenario leidet. Viele Forschungsrichtungen der westlichen
Psychotherapie haben die Leiden in einem besonderen Bereich sehr aufmerksam
analysiert, aber keine hat das ganze Lebensrad erforscht. Freud erforschte zum
Beispiel den Bereich der Tiere und der Begierde; die Kinderanalytikerin Melanie
Klein den Bereich der Höllenwesen voller Ängste und Aggressionen; der britische
Psychoanalytiker D. W. Winnicott und der Vater der Psychologie des Selbst, Heinz
Kohut, den menschlichen Bereich des Narzißmus, und die humanistischen
Psychologen Carl Rogers und Abraham Maslow den Götterbereich der
»Gipfelerlebnisse«. Alle diese Ansätze waren hilfreich – ja sogar wesentlich –
für die Behandlung je besonderer Punkte, an denen der Neurotiker haftet. Sie
sind jedoch in sich beschränkt, weil jeder sich nur auf eine Dimension
konzentriert. Bis zu einem gewissen Grad mag jeder Ansatz notwendig sein, doch
betrachtet die buddhistische Tradition das ganze Mandala als Reflexion des
neurotischen Geistes und fordert daher einen umfassend anwendbaren Ansatz.
Innerhalb des Lebensrads heben
die Buddhisten die besondere Chance hervor, die der menschliche Bereich bietet.
Nur hier führt der Weg zur Befreiung. Aus diesem Bereich geht die wesentliche
Meditationstechnik, die des reinen Gewahrseins, hervor; diese Strategie
unterstützt die meisten Therapien, die für die anderen Bereiche entwickelt
wurden. Der menschliche Bereich beeinflußt alle anderen: Er ist das Kernstück
oder die Nabe des Rades, die Domäne des von seinem eigenen Spiegelbild
eingenommenen Narziß auf der Suche nach sich selbst.
[1] Sigmund Freud, Die endliche und die unendliche Analyse, in: ders., GW, Bd. 16, Frankfurt am Main (S. Fischer) 19816, S. 80. Am Anfang von Teil III wird ausführlich auf Freuds Schlußfolgerung, nur ein »normales« Ich könne voll und ganz von der Analyse profitieren, eingegangen.
[2] Sigmund Freud, Erinnern,
Wiederholen und Durcharbeiten, in GW,
Bd. 10, Frankfurt am Main (S. Fischer), 19817, S. 132.
[3] Sigmund Freud, Erinnern,
Zur Dynamik der Übertragung, in GW,
Bd. 8, Frankfurt am Main (S. Fischer), 19736, S. 374.
aus: Mark Epstein, Gedanken ohne den Denker, Das Wechselspiel von Buddhismus und Psychotherapie, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 1998, Kap. 1, Das Lebensrad – ein buddhistisches Modell des neurotischen Geistes
Ein Pornofilm ist die audiovisuelle Realisation der Pornografie (vom griechischen porne ‚Hure‘, graphein ‚schreiben‘) im Medium Film. Pornografie wird oft definiert als unmittelbare und deutliche Darstellung menschlicher Sexualität und primärer Geschlechtsmerkmale, die die sexuelle Stimulierung des Konsumenten zum Ziel hat. (Pornofilm, Wikipedia)
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Als Splatterfilm bezeichnet man eine Art des Horrorfilms, bei der die Darstellung von exzessiver Gewalt und Blut im Vordergrund steht. Das englische Verb to splatter bedeutet „spritzen“. Der Splatter, der auf die konkreten Akte der Gewalt wie Verletzung oder Zerstückelung fixiert ist, unterscheidet sich vom sogenannten Gore (englisch für „geronnenes Blut“ und „durchbohren“, „aufspießen“), der sein Augenmerk mehr auf das fertige Ergebnis dieser Akte, sowie auf detailliert inszenierte Ausweidungen legt. Eine genaue Differenzierung fällt allerdings in den meisten Fällen schwer, da beide Formen oft ineinander übergehen. Splatter oder Gore sind zudem nicht auf den Horrorfilm beschränkt, vielmehr finden sich entsprechende Elemente in den verschiedensten Genres. „Splatterfilme“ bilden daher nicht so sehr ein eigenes Genre, sondern bezeichnen eine allgemeine Strategie affektorientierter filmischer Körperdarstellung. (Splatterfilm, Wikipedia)
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Tarantino kam als Sohn der damals erst 16-jährigen Connie Tarantino und des 21-jährigen Italo-Amerikaners Tony Tarantino in Knoxville, Tennessee, zur Welt. Seinen Namen verdankt er Quint Asper, einer Figur aus der Westernserie Rauchende Colts. Diese wurde zur Zeit seiner Geburt von Burt Reynolds gespielt. Die Figur in der Serie war Halbblutindianer wie Tarantinos Mutter (jeweils zur Hälfte irischer und Cherokee-Abstammung).
Die Tatsache, daß Du Dich als Fußfetischisten bezeichnest (Quentin Tarantino, Weitere Markenzeichen, Wikipedia) interessiert mich allenfalls als Psychotherapeut. Und wenn Du Deine Interessen so gekonnt künstlerisch verpacken kannst, daß Du damit sogar vor einem Millionen-Publikum Salma Hyeks Füße lecken darfst, Kompliment!
Salma Hayek Table Dance - From Dusk Till Dawn [4:02]
Hochgeladen am 03.11.2011
Aber wie ein Schwarzer, dem ich nachts nicht unbedingt allein begegnen möchte, gefesselt und geknebelt rektal penetriert wird, bringt mich vielleicht zum Schmunzeln, interessiert mich aber nicht besonders.
Pulp Fiction | 'Pretty Far from Okay' (HD) - Bruce Willis, Ving Rhames | MIRAMAX {3:50}
zzz x
»Luis Buñuels berühmter Schnitt durch den Augapfel aus Un chien andalou / Der andalusische Hund (F 1928) erscheint unter dieser Perspektive als doppelter Schnitt: Er findet auf der Leinwand statt und attackiert – als Bewegungsbild – die Nerven und Sinne der zuschauenden, mitfühlenden Subjekte im Kinoraum.« (Was nicht aufhört, wehzutun, Matthias Wittmann, NachdemFilm, 01.01.2008, Hervorhebung von mir)
Dein Gesicht wirkt auf mich wie die Maske eines Kleinkindes, das Mama immer sein Lächeln präsentieren mußte, damit Mama mit seiner Zufriedenheit zufrieden war. In welcher Hölle mußt Du großgeworden sein! Welche Schmerzen mußt Du erlebt haben, daß Du solche Phantasien hast! Und wie muß es in einer Gesellschaft aussehen, daß solche Splatter-Filme einen solchen Erfolg haben?! Es tut immer noch weh, und Dein Schmerz, den Du immer noch in Dir trägst, wird nicht weniger, wenn Du ihn auf einem dafür zahlenden Millionen-Publikum ablädst. Der Oscar in Deiner Hand wird Dir für kurze Zeit Erleichterung verschaffen, aber dann kommt das Gefühl, nicht so akzeptiert zu sein, wie Du bist, zurück. Dein ganzes Leben ist ein Spiel um das Werben um Akzeptiert-Sein, und Dein in Deiner frühen Kindheit antrainierte Lächeln ist zu einer Fratze geworden, die Du selbst nicht mehr (glauben) magst.
Still Face Experiment: Dr. Edward Tronick [2:49]
Ed Tronick (http://www.umb.edu/Why_UMass/Ed_Tronick), director of UMass Boston's Infant-Parent Mental Health Program (http://www.umb.edu/academics/cla/psyc...) and Distinguished Professor of Psychology, discusses the cognitive abilities of infants to read and react to their social surroundings. The video is an excerpt from Lovett Productions' HELPING BABIES FROM THE BENCH: USING THE SCIENCE OF EARLY CHILDHOOD IN COURT.
Using the "Still Face" Experiment, in which a mother denies her baby attention for a short period of time, Tronick describes how prolonged lack of attention can move an infant from good socialization, to periods of bad but repairable socialization. In "ugly" situations the child does not receive any chance to return to the good, and may become stuck.
To support the Infant-Parent Mental Health program, visit https://securelb.imodules.com/s/1355/... and write "Infant-Parent Mental Health Program" in the "Other" field.
Du spielst das Hollywood-Spiel genauso mit, wie Du das Lieb-Sein-Brav-Sein-Glücklich-Sein-Spiel Deiner Mutter mitspielen mußtest, um Dich nicht für die Enttäuschung in ihrem Gesicht verantwortlich fühlen zu müssen. Du hast es inzwischen geschafft, Deine mörderischen Phantasien und Dein von einem glücklichen Lächeln begleitetes unerträgliches hilflos-ausgeliefertes Leiden in eine von der intellektuellen und cineastischen Elite goutierbare Form (Du verkleidest deren Leiden in eine cineastisch verfremdete – und dadurch für sie akzeptierbare –) Form zu bringen (als aggressive Ausgabe von Woody Allen), nichtsdesto trotz kommt es immer wieder, egal in welcher Form Du es ausspuckend auf Celluloid zu »bannen« versuchst. Es ist nicht bannbar! Und es wird nicht weniger! Und Deine Taktik, Dir über den cineastischen Umweg das Gefühl akzeptiert zu werden zu erarbeiten, verschafft Dir immer nur für kurze Zeit Erleichterung! Damals mußtest Du das Spiel Deiner Mutter mitspielen, heute mußt Du das Spiel der US-amerikanischen und europäischen Cineasten-Elite mitspielen… (und Dich wie der Nigger in Pulp Fiction in den A… ficken lassen) Pulp Fiction's Funniest Moments [8:54]
Veröffentlicht am 16.02.2016
Video may contain spoilers. Compilation of the funniest moments in Quentin Tarantino's Pulp Ficiton (1994). Pulp Fiction is a movie directed and written by Quentin Tarantino and stars John Travolta, Samuel L Jackson, Uma Thurman and Bruce Willis.
Kill Bill gibt vor, ein Film über Rache zu sein. Ich behaupte: es geht ums Töten, und das Thema Rache ist nur das Feigenblatt dafür. Deshalb nenne ich Deine Filme »Splatter-Filme«. Genauso wie man im Porno hauptsächlich primäre Geschlechtsteile zu sehen bekommt, bekommt man in Deinen Filmen hauptsächlich Deine Gewaltphantasien zu sehen – egal vor welchem Hintergrund, egal innerhalb welcher Story… Bißchen dünn, findest Du nicht? Aber darüber mußt Du Dir ja inzwischen keine Gedanken mehr machen, scheinbar bist Du akzeptiert. Genauso, wie sich Erwachsene durch Masturbation einen Orgasmus verschaffen (als wunscherfüllende Phantasie – Marguerite Sechhaye, La réalisation symbolique), kannst Du für einige Stunden die scheinbare Erfüllung Deiner Sehnsüchte bei der Entgegennahme des Oscars phantasieren. Kill Bill Vol.1 Trailer [2:25]
Hochgeladen am 10.08.2008
Der offizielle Trailer zu Kill Bill Vol.1 auf Deutsch
Anfang Mai 2011 wurde bekannt, dass Tarantinos nächstes Projekt ein Western mit dem Titel Django Unchained sein würde. Christoph Waltz, Jamie Foxx, Leonardo DiCaprio, Kerry Washington und Samuel L. Jackson übernahmen Rollen. Christoph Waltz wurde als „Bester Nebendarsteller“ mit einem Golden Globe ausgezeichnet und bekam zum zweiten Mal nach 2010 den Academy Award (Oscar).Ende November 2013 kündigte Tarantino in der The Tonight Show einen weiteren Western, The Hateful Eight, an. Nachdem sein Drehbuch, das er seinen Angaben zufolge nur sechs Personen ausgehändigt hatte, im Januar 2014 vermutlich von einer Schauspieleragentur an Dritte weitergereicht worden war, kündigte er einen Stopp der Planungen für den Film an.[4] Am 21. April 2014 veranstaltete er in Los Angeles mit den ursprünglich angedachten Schauspielern eine Lesung des Drehbuchs. The Hateful Eight spielt während eines Schneesturms in einem Kurzwarenladen und wird von zwei Kopfgeldjägern dominiert. Die festsitzende Notgemeinschaft wird, Stück für Stück, von einem geheimnisvollen Mörder dezimiert. Tarantino verkündete nach der Lesung, dass es sich noch nicht um eine finale Fassung handle und dass er das Drehbuch noch mehrmals umschreiben wolle.[5] Am 25. Dezember 2015 kam der Film in die Kinos. [6] (Quentin Tarantino, Django Unchained und The Hateful Eight, Wikipedia)
Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django, einem Sklaven, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz, Auge in Auge gegenübersteht.
Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat -- tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meist gesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie. Candie ist der Eigentümer von „Candyland", einer berüchtigten Plantage. Als Django und Schultz das Gelände der Plantage unter Vorgabe falscher Identitäten auskundschaften, wecken sie das Misstrauen von Candies Haussklaven und rechter Hand Stephen . Jede ihrer Bewegungen wird fortan genau überwacht und eine heimtückische Organisation ist ihnen bald dicht auf den Fersen. Wenn Django und Schultz mit Broomhilda entkommen wollen, müssen sie sich zwischen Unabhängigkeit und Solidarität, zwischen Aufopferung und Überleben entscheiden...
Oscar®-Preisträger Quentin Tarantino schrieb das Drehbuch und führte Regie bei DJANGO UNCHAINED. Der hochkarätig besetzte Film wurde produziert von Stacey Sher, Reginald Hudlin und Pilar Savone. Executive Producers sind Harvey und Bob Weinstein, Michael Shamberg, Shannon McIntosh und James Skotchdopole. DJANGO UNCHAINED wird in den USA von The Weinstein Company und international von Sony Pictures herausgebracht.
THE HATEFUL EIGHT Trailer Teaser GERMAN DEUTSCH | Quentin Tarantino Film 2016 [2:55]
Veröffentlicht am 12.08.2015
THE HATEFUL EIGHT TRAILER Teaser GERMAN DEUTSCH Untertitel Quentin Tarantino Film 2016 OT: THE HATEFUL EIGHT Official Movie Trailer #1 (2015). Full Movie (Ganze Filme) bei Amazon:http://amzn.to/1DOCWJl| Kinostart: Januar 2016 | Mit The Hateful Eight wendet sich Quentin Tarantino erneut dem Western zu und schickt acht hasserfüllte Männer in einen Showdown inmitten eines Schneesturms.
Handlung von The Hateful Eight Wyoming, einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg: Eine Stagecoach-Kutsche bahnt sich mühsam ihren Weg durch den Schnee in Richtung der Bergstadt Red Rock. An Bord befinden sich der Kopfgeldjäger John ‘The Hangman’ Ruth (Kurt Russell), dessen Gefangene Daisy Domergue (Jennifer Jason Leigh) sowie die Anhalter Major Marquis Warren (Samuel L. Jackson), der früher Soldat war und nun ebenfalls als Kopfgeldjäger sein Geld verdient, und Chris Mannix (Walton Goggins).
Aufgrund eines Schneesturms legen sie einen Zwischenstopp in Minnies Kleinwarenladen ein. Darin treffen sie zwar nicht auf Minnie, aber dafür auf den mysteriösen Mexikaner Bob (Demián Bichir), auf den verschwiegenen Cowboy Joe Gage (Michael Madsen), auf General Sandford ‘Sandy’ Smithers (Bruce Dern) und auf Oswaldo Mobray (Tim Roth). Was auf den ersten Blick wie ein zufälliges Zusammentreffen von Fremden in einem vergessenen Winkel der Welt wirkt, ist in Wahrheit ein Abrechnung für Untaten während des Bürgerkrieges, die schon Jahre zurückliegen, aber alle Männer mit Hass erfüllt haben. Einen Hass, der jedes Wort in dem kleinen Laden zu einem Todesurteil werden lassen kann…
Es geht in Deinen Filmen ständig ums Töten bzw. dessen Unabwendbarkeit – wie bei einer griechischen Tragödie… Wie Züge, die aufeinander zurasen, und man hat als Zuschauer nur die Wahl, hilflos zuzusehen und sich zu fragen, wann die Katastrophe geschieht und welche Form das Leiden hat, das auf einen zukommt. Die Absurdität der Gewalt wird in immer neuen Variationen aufgetischt. Ich muß mir das Strangulieren einer verlebten, kaputten Frau nicht in allen Einzelheiten ansehen, wozu? Ich muß mir auch nicht ansehen, wie ihr Bruder/Liebhaber von hinten durch den Kopf geschossen wird und sein auseinandergeplatztes Hirn auf ihrem Gesicht landet. Wozu? Die Musik von Ennio Morricone macht das auch nicht besser. Ob jemand einen anderen aus Hass auf Schwarze, aus Hass auf Weiße, aus Hass auf die Nord- oder aus Hass auf die Südstaaten oder aus einer frühkindlichen Traumatisierung heraus in Zeitlupe erschießt… Wozu soll ich mir das ansehen? Wozu soll ich mir die Blut darstellende rötliche Flüssigkeit, die sich in einem Gummisäckchen am Körper des nach hinten, nach vorne oder zur Seite kippenden Schauspielers – sei es mit Hollywood-typisch zerfressenen oder makellos weißen Zähnen – und mag er noch so hoch bezahlt sein – ansehen? Um über die Absurdität des menschlichen Lebens oder darüber zu philosophieren, was sich Menchen einander antun, um der ungehemmten und in kunstvollen Inszenierungen »gezähmten« Gewalt gegenüber die Hilflosigkeit zu empfinden, die Du damals empfunden hast, oder um für Dich über die Hilflosigkeit der Gewalt gegenüber zu trauern? siehe auch: - 10 Weird & Obscure Facts About Quentin Tarantino (Amy Mainard, What Culture, 09.01.2013) - The Personality of Quentin Tarantino (Passion for Movies, 18.09.2012) - Was Freud und Tarantino gemeinsam haben (Vortragsankündigung, Internationale Psychoanalytische Universität, 2012) - Quentin Tarantino Must Have AS (WrongPlanet, 07.11.2009) - Quentin Tarantino: the golden boy must make good (Ryan Gilbey, 03.05.2009) - Profile: Hollywood's hitman: Quentin Tarantino - A sadist or just a stylist? David Thomson on the boy-wonder director of 'Pulp Fiction' (David Thomson, Independant, 23.10.1994)