Dienstag, 2. Februar 2016

Buddhismus – Trikāya, die drei Körper

Trikāya, B  Z  Skrt., wōrtl.: »Drei Kōrper«; bezeichnet die drei Kōrper, die ein Buddha nach mahayanist. Auffassung besitzt. Die Basis dieser Lehre bildet die Ūberzeugung, daß der Buddha eins ist mit dem Absoluten und sich in der Welt des Relativen manifestiert, um sich aktiv fūr das Heil aller Wesen einsetzen zu kōnnen. Die drei Kōrper sind:
Dharmakāya – »Körper der Großen Ordnung«

Weisheitskörper (Körper der Leerheit – Shunyata)
Sambhogakāya – »Körper des Entzūckens«
}

Formkörper
Nirmānakāya – »Körper der Verwandlung«

1. Dharmakāya (»Körper der Großen Ordnung«): das Wahre-Wesen des Buddha, das mit der transzendenten Wirklichkeit, der Essenz des Universums, identisch ist. Der Dharmakāya ist die Einheit des Buddha mit allem Seienden. zugleich stellt er auch das »Gesetz« (→ Dharma), die von Buddha gepredigte Lehre, dar.
Der Dharmakāya wurde in der frühesten Auffassung mit der Lehre, wie sie → Shākyamuni, der historische Buddha, dargelegt hat, identifiziert; erst später wurde er mit den beiden anderen Arten von Körpern zu einer Reihe verbunden. Er ist zeitlos, unvergānglich, ohne Kennzeichen, frei von jeglicher Dualität, der geistige Leib der Buddhas, ihr Wahres-Wesen, das allen Buddhas gemein ist. Der Dharmakāya wird mit verschiedenen Namen belegt. je nachdem, ob er als das Wahre-Wesen des Seins (Dharmatā, Dharmadhātu, Tathatā, Bhūtaratharā, Shūnyatā, Ālaya-Vijfiāna) oder das der Buddhas aufgefaßt wird (Buddhatā, Buddha-Natur, Tathāgata-Garbha). In manchen Schulen wird der Dharmakāya als etwas Impersonales angesehen, in anderen wiederum als etwas Personales (siehe z. B. → Lankāvatāra-Sutra, → Buddhāvatamsaka-Sūtra). Der Dharmakāya wird durch → Prajñā verwirklicht.

2. Sambhogakāya – (»Körper des Entzückens«): der Körper der Buddhas, die in einem »BuddhaParadies« (→ Reines Land) die in ihnen verkörperte Wahrheit genießen.
Der Sambhogakāya ist das Resultat früherer guter Taten und wird infolge von Bodhisattva-Verdiensten durch Erleuchtung verwirklicht. Er weist die 32 Hauptmerkmale (→ Dvātrimshadvara-Lakshana) und 80 Nebenmerkmale eines Buddha auf und kann nur von Bodhisattvas wahrgenommen werden, die die letzte Stufe der Bodhisattva-Laufbahn (→ Bhūmi) erlangt haben. Der »Körper des Entzückens« stellt den Buddha der »Andacht« dar: Die Beschreibungen der Buddhas, die die Mahāyāna-Sūtras einleiten, beziehen sich auf diesen Aspekt. Die Buddhas in ihrer Sambhogakāya-Erscheinungsform bevōlkern die Buddha-Länder (→ Sukhāvati, → Abhirati), in denen wiedergeboren zu werden die Hoffnung vieler Buddhisten ist (→ Reines Land-Schule, → Jōdo-shū).
3. Nirmānakāya – (»Körper der Verwandlung«): der irdische Körper, in dem die Buddhas den Menschen erscheinen, um ihren Entschluß zu erfüllen, alle Wesen zur Erlösung zu führen.
Der Nirmānakāya verkōrpert sich in den irdischen Buddhas und Bodhisattvas, die von den Sambhogakāya-Buddhas aufgrund ihres Erbarmens mittels ihrer Meditation in die Welt projiziert werden. Ihre Aufgabe besteht darin, die Lehre darzulegen. Sie stellen Wegweiser auf dem Weg zur Leidfreiheit dar, kōnnen die Glāubigen aber nicht unmittelbar dorthin bringen. Sie unterliegen wie alle Menschen dem Elend von Krankheit, Altern und Tod, besitzen aber das Himmlische Auge ( → Siddhi, Gewöhnliches Siddhi) und Himmlische Gehōr (ebda). Nach ihrem Tode ist die Individualität der Nirmānakāya-Buddhas aufgelöst.

Diese Lehre von den drei Kōrpern eines Buddha, die erst bei → Asanga voll entwickelt zu sein scheint, geht auf die Anschauungen der → Mahāsānghikas zurück, die die mahayanist. Buddhologie wesentlich prāgten. ( → Theravada) Die Betonung lag bei ihnen auf dem ūberweltlichen, absoluten Charakter eines Buddha; die Gestalt des historischen Buddha trat immer mehr in den Hintergrund. Der Buddha ist kōrperlich und geistig rein, besitzt ewiges Leben und unendliche Macht. Die Buddhas, wie die Menschen sie erleben, sind dieser Auffassung nach nichts als magisch projizierter Geist, der unter ihnen erscheint, um sie zu erlösen.Bei der Entwicklung dieser Lehre spielte auch die Vorstellung des unendlichen Raumes, der von unendlich vielen Welten erfūllt ist, eine wichtige Rolle, denn dadurch mußte die Zahl der Erlōser vervielfacht werden, damit alle Wesen in allen Welten zur Befreiung gefūhrt werden kōnnen, was die große Anzahl an Bodhisattvas erklärt.
Für das Zen bezeichnen die drei Kōrper des Buddha drei Ebenen der Wirklichkeit, die jedoch, in wechselseitiger Beziehung stehend, ein Ganzes bilden.
1. Der Dharmakāya (jap. Hosshin) ist das kosmische Bewußtsein, das Eins-Sein, das jenseits aller Begriffe liegt. Dieses Substrat von Vollendung und Vollkommenheit, aus dem alle belebten und unbelebten Formen sowie die moralische Ordnung erwachsen, verkōrpert sich in → Vairochana (jap. Birushana).
2. Der Sambhogakāya (jap. Hōjin) ist das Erlebnis der Ekstase der → Erleuchtung, des Dharma-Geistes des Buddha und der Patriarchen und der geistigen Ūbungen, die sie überliefert haben. Er wird symbolisiert durch → Amitābha (jap. Amida).
3. Der Nirmānakāya (jap. Ōjin) ist der strahlende transformierte Buddha-Leib, personifiziert durch → Shākyamuni Buddha.
Die Wechselbeziehung zwischen den drei »Körpern« wird im Zen durch folgende Analogie veranschaulicht:
Der Dharmakāya ist dem ärztlichen Wissen vergleichbar. der Sambhogakāya der Ausbildung des Arztes, durch die er dieses Wissen erwirbt, und der Nirmānakāya mit der Anwendung dieses Wissens bei der Behandlung der einzelnen Patienten, die dadurch aus Kranken zu Gesunden werden.
Im → Vajrayāna dient das Trikāya-Konzept dazu, die verschiedenen Erfahrungsebenen der Erleuchtung auszudrūcken. Der Dharmakāya steht für die fundamentale Wahrheit der Leere (→ Shūnyatā), die allumfassende Hōchste Wirklichkeit, die Erleuchtung an sich. Der Sambhogakāya und der Nirmānakāya, die sog. Formkörper, werden als Hilfsmittel angesehen, um die Erfahrung des Absoluten zu vermitteln. Im → Tibetischen Buddhismus werden Körper, Rede und Geist des Meisters (→ Guru) mit den drei Körpern gleichgesetzt und durch die Mantras OM – AH – HUNG symbolisiert.
Die allesdurchdringende und -umfassende Kraft des Dharmakāya wird hier durch → Samantabhadra verkörpert. Die Lehren der → Mahāmudrā und des → Dzogchen sollen zu dieser ganzheitlichen Erfahrung der Unbegrenztheit und Offenheit des Geistes führen. Der Sambhogakāya repräsentiert den Aspekt der Eigenschaften des »Körpers der Lehre« und wird als unmittelbar aus diesem entstanden aufgefaßt. Seine ikonographisch dargestellten Formen kristallisieren sich in den fünf → Buddhakulas und werden als visualisierte Gottheilen im → Sādhana zum Kommunikationsmittel mit der Höchsten Wirklichkeit. Der »Körper des Entzückens« kann sich in einer friedvollen oder einer rasenden Form (→ Erscheinungsformen) zeigen und umfaßt auch die verschiedenen → Yidams und → Dharmapālas.
Der Nirmānakāya bezeichnet die bewußte Verkörperung des »Körpers der Lehre« in menschlicher Gestalt. Bezieht sich dies im Mahāyāna i. allg. auf den historischen Buddha Shākyamuni, so ist der Nirmānakāya im Vajrayāna jede Person, die im Besitz spiritueller Fähigkeiten eines zuvor verstorbenen Lehrers ist (siehe dazu → Tulku).
Die drei Körper sind nicht verschiedene Entitäten, sondern stellen eine Einheit dar, die als Svāblulvikakāya (»Wesenskörper«) bezeichnet wird. In bestimmten → Tantras wird eine weitere Erfahrungsebene beschrieben: die gefühlsmäßige Erfüllung der Existenz oder Mahāsukhakāya (»Körper der Großen Glückseligkeit«).
aus: Fischer-Schreiber, Ingrid, Franz-Karl Eberhard, Kurt Friedrichs, Michael S. Diener [Hrsg.]; Lexikon der östlichen Weisheitslehren, Otto Wilhelm Barth Verlag, 5. Aufl., 2001
(zum besseren Verständnis habe ich den Text umgestellt und einige Links hinzugefügt)

siehe auch:
- Trikayasutra (Spiritwiki, abgerufen am 12.03.2018)
- Die Vier Körper des Buddha (Geshe Thubten Ngawang, Tibet und Buddhismus, April Mai Juni 2006, PDF)
- 2. Der natürlich Geist (in: Die Aufzeichnungen von Lin-chi [jap.Rinzai] [The Record of Lin-chi] aus dem Chinesischen übersetzt und kommentiert von Meister Sokei-an – Auszüge übersetzt und zusammengestellt von Agetsu Wydler Haduch, Zentrum für Zen-Buddhismus Zürich, PDF S. 9; Zitat:)
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts übersetzte der jap. Zen-Meister Shigetsu Sokei-an (1882-1945) in New York den Zen-Text namens The Record of Lin-chi aus dem Chinesischen und übermittelte dessen Inhalt in seinen Teishos (Zen-Vorträgen) an seine Schülerschar. Heutzutage ist Lin-chi (gest. 866) vielen Kreisen unter dem Namen Rinzai bekannt, da eine der noch heute aktiven Hauptschulen des Zen nach ihm benannt ist. Doch Lin-chi lebte lange bevor die chinesische Zen-Schule so benannt wurde, weshalb Sokei-an den Namen Lin-chi beibehielt. Die Aufzeichnungen von Lin-chi gilt als eines der grundlegenden Werke der Zen- Überlieferung.
[Vorbemerkungen von A. Wydler Haduch, S. 3]
Im nächsten Abschnitt benutzt Lin-chi die buddhistische Theorie des dreieinigen Körpers von Buddha (Skr. Trikāya), um das Wesen des menschlichen Geistes zu erklären. „Kaya“ bedeutet auf Sanskrit „Körper“. Die sog. drei Körper Buddhas heissen Dharmakāya, Sambhogakāya, Nirmānakāya. Lin-chi betrachtet diese Theorie jedoch kritisch vom Zen-Standpunkt aus. Er betont, dass es sich nicht um Körper handelt, die irgendwo weit weg im Jenseits existieren. Es sind drei Aspekte unseres eigenen fundamentalen Bewusstseins. […]
„Die Schriftgelehrten sagen, der dreieinige Körper sei das Fundament und die Essenz des Daseins. Aber in meinen Augen ist dem nicht so. Der dreieinige Körper ist nur ein Begriff, und die drei Körper, auf denen dieser Begriff gründet, sind nichts als gedankliche Konstrukte. Ein alter Meister sagte: ‚Die Buddha-Körper sind Sinnbilder für das universale Bewusstsein. Die Buddha-Länder sind Sinnbilder für die verschiedenen Wirkungsbereiche des universalen Bewusstseins.* Daraus können wir deutlich sehen, dass die Buddha-Körper und die Buddha- Länder nur Gedankengebilde sind, vom Licht unseres Geistes erzeugt.“
* Linji Yixuan nimmt vermutlich hier Bezug auf einen Text der sog. “Nur-Bewusstsein-Schule“, die postulierte, dass Bewusstsein das Einzige ist, was wirklich existiert.  
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Linji Yixuan (chinesisch 臨濟義玄, Pinyin Línjì Yìxuán, W.-G. Lin-chi I-hsüan; jap. Rinzai Gigen; † 866/867) ist der Begründer der nach ihm benannten Schule Linji zong (臨濟宗,  Línjì zōng,  Lin-chi tsung), des Meditationsbuddhismus (Chan) im Kaiserreich China, die in der Folge auch in Korea, Japan und VietnamFuß fasst. Am bekanntesten ist die japanische Rinzai-shū, die einen Zweig des japanischen Zen-Buddhismus darstellt.
Linji war als junger Mönch in der Huayan-Tradition ein eifriger Studierender der buddhistischen Regeln und Lehrschriften. Eines Tages soll er alle seine schriftlichen Unterlagen verbrannt haben, um ein Mönch der Chan Schule zu werden, deren Belehrungen 'außerhalb der Schriften' übermittelt wurden. So wurde er Schüler von Huángbò sowie dessen Dharma-Nachfolger und erhielt seinen Namen vom Linji-Tempel in Hebei, in dem er ab 851, also zur Zeit der großen Buddhistenverfolgung (ab 845), wirkte. Einige seiner wichtigsten Dharma-Vorträge, Unterweisungen und Dialoge wurden von seinen Schülern im Linji Lu (jap. Rinzai Roku) überliefert.
[Linji Yixuan, Wikipedia, abgerufen am 12.03.2018]
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Sokei-an Shigetsu Sasaki (佐々木 指月 (曹渓庵); March 10, 1882 – May 17, 1945), born Yeita Sasaki(佐々木 栄多), was a Japanese Rinzai monk who founded the Buddhist Society of America (now the First Zen Institute of America) in New York City in 1930. Influential in the growth of Zen Buddhism in the United States, Sokei-an was one of the first Japanese masters to live and teach in America. In 1944 he married American Ruth Fuller Everett. He died in May 1945 without leaving behind a Dharma heir. One of his better known students was Alan Watts, who studied under him briefly. Watts stayed for two weeks as a student of Sokei-an [1] in the late 1930s. 
[Sokei-an, engl. Wikipedia, abgerufen am 12.03.2018] 
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Montag, 1. Februar 2016

Die fünf Perioden in Buddhas Lehrtätigkeit

Die fünf Perioden in Buddhas Lehrtätigkeit sind:
● 1. Periode: Buddhāvatamsaka-Sūtra, womit Buddha seine Hörer überforderte, deshalb folgten danach die einfacheren Lehren der zweiten Periode,
● 2. Periode: die frühbuddhistischen Lehren,
● 3. Periode: elementare Mahāyāna-Lehren ohne Prajñāpāramitā-Sūtren,
● 4. Periode: Prajñāpāramitā-Sūtren,
● 5. Periode: Lotos-Sutra (Saddharmapundarīka-Sūtra), als das eigentliche und Eine Buddha-Fahrzeug (ekayāna). Das Lotos-Sūtra führt aus, daß der Buddha die verschiedenen Methoden und Fahrzeuge (yānas) dank seiner Geschicklichkeit in der Methode (upāya) gelehrt hat, daß sie aber im Letzten eins sind, da sie alle zur Erleuchtung führen können.
Ein Kapitel im Lotos-Sūtra ist dem Bodhisattva Avalokiteshvara (Der die Schreie der Welt hört/erhört) gewidmet. Der Buddha selbst wird nicht als historische Person aufgefaßt, sondern als Manifestation der Dharmakāya.

Zwar, sagt Zhiyi (Chih-i), hat der Buddha all diese Lehren im allgemeinen in dieser zeitlichen Reihenfolge gelehrt, dennoch kann man auch sagen, daß er sie alle gleichzeitig gelehrt hat, indem er sich von Fall zu Fall auf die Bedürfnisse und Qualitäten der Schüler eingestellt hat.
mehr:
- Schiekel, Kleine Übersicht über Philosophie und Praxis einiger buddhistischer Schulen (Munish Bernhard Schiekel, auf seiner Internet-Präsenz, 29.06.2010, PDF)

zu Zhiyi siehe Tiantai Zong (Patriarchen, Wikipedia)


Buddhismus heute © Scobel [58:15]

Hochgeladen am 16.02.2015
Jo Pas

Weisheit - Lernen von Buddha [24:16]

Hochgeladen am 09.01.2012
Lernen von Buddha - 3SAt scobel: vom 18.08.2010

Themenwoche Buddhismus
Was hat Weisheit mit Glauben zu tun? Wie können wir die Welt besser verstehen?
Ist unsere Suche nach dem Glück eine Illusion? Welche neuen Werte brauchen wir?
Gert Scobel hat ein intensives Gespräch mit dem Dalai Lama geführt.

Thich Nhat Han - Achtsamkeit - Der mittlere Weg [1:11:15]

Hochgeladen am 15.01.2012
Wie steht es mit Deiner Achtsamkeit? Dir und anderen gegenüber?
Für mich ist Buddhismus KEINE Religion, sondern eine Philosophie. Buddha wollte im übrigen NICHT angebetet werden oder daß Abbilder von ihm gemacht werden. Buddha sagte auch, daß jeder alles hinterfragen soll, selbst das, was er sagt!
Buddhismus kann Dir helfen, (mehr) zu Dir selbst zu finden, Dich zu erkennen und (hoffentlich) so anzunehmen, wie Du bist. Erst dann nämlich wirst Du in der Lage sein, auch andere so anzunehmen, wie sie sind.
Die Nichtannahme des anderen und Überzeichnung des eigenen Egos ist ein großes Übel unserer Zeit geworden. Wir müssen wieder lernen, mehr zuzuhören und andere so zu lassen, wie sie sind, ihre Meinung zu akzeptieren und niemanden zu verteufeln, nur weil er anders denkt (oder aussieht). Die Elite will, daß wir uns bekriegen. Tun wir ihr nicht den Gefallen!
Das vorliegende Video gibt EINEN Weg, um Ruhe zu erlangen und Streß abzubauen, was heute immer wichtiger wird.
Das richtige Atmen spielt dabei eine große Rolle.
Warum das so ist, welche Wirkung der Atem hat und wie Du richtig atmen kannst, kannst Du hier erfahren:
http://de.eiriu-eolas.org/online-vers...
Zwei Videos auf der Webseite, die einen weiterbringen. Man kann sie kaufen, muß man aber nicht - man kann sie kostenlos und unverbindlich anschauen. Die Erklärungen im ersten Video sind schon sehr, sehr gut!

Alltag Weisheit + Buddhismus - Bernhard Glassman [28:23]

Hochgeladen am 10.01.2012
3SAT scobel: 21.08.2010 - Angewandter Buddhismus

Gert Scobel spricht mit dem Zen-Meister Bernhard Glassman über den Umgang mit Krisensituationen, einen sich entwickelnden westlichen Buddhismus und darüber, wie Entscheidungsprozesse stattfinden.

Über den Buddhismus - Michael von Brück {53:09}

Hochgeladen am 16.02.2015
Buddhas Lehre
Ein interessantes und informatives Radio-Interview mit einem Nicht-Buddhisten über Buddhismus. Vor allem die Zuschauerfragen werden sachkundig, und gleichzeitig gut verständlich beantwortet - z.B.: Welche Strömungen gibt es in dieser Weltreligion? Wo berühren sich Buddhismus und Christentum? Wie verhalten sich Theorie und Praxis?...
Michael von Brück ist ein deutscher evangelischer Theologe und Zen- und Yoga-Lehrer. Bis zu seiner Emeritierung Ende des Sommersemesters 2014 leitete er den Lehrstuhl für Religionswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.
...Auf meiner Google+ Seite findet ihr auch buddhistische Texte, Zeitschriften, Bücher ( PDF ) zum Lesen, Downloaden und Teilen !
Wenn ihr nach etwas, zu einem bestimmten Thema sucht: einfach fragen ! Ich schaue, ob ich etwas dazu habe.

Sonntag, 31. Januar 2016

Placebos – Nicht nur die Welt, auch der eigene Körper findet im Kopf statt

Placebos enthalten keine Arzneistoffe, können also eigentlich gar nicht wirken. Trotzdem tun sie es. Eine neuro-physiologische Erklärung dafür lieferte der italienische Placebo-Forscher Fabrizio Benedetti bei einem Fachkongress in Berlin.

Was passiert im Gehirn eines Menschen, der ein Placebo erhält? Diese Frage hat der Turiner Neurowissenschaftler Benedetti in zahlreichen Experimenten untersucht. Die Ergebnisse seiner Forschung stellte er beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde Ende November in Berlin vor.

»Der Placebo-Effekt ist ein Kontext-Effekt«, sagte Benedetti. Seine Wirkung basiere auf dem psychosozialen Kontext, in dem der Patient eine seiner Ansicht nach wirksame Behandlung erhalte. »Die Interaktion mit dem Arzt, die Umgebung der Arztpraxis oder der Klinik mit ihren typischen Gerüchen und Geräuschen – all das sind starke sensorische Stimuli, die der Patient mit einer therapeutischen Handlung verbindet«, erklärte Benedetti. Ihm zufolge provozieren diese Rituale nicht nur eine Aktivierung verschiedener Gehirnareale, sondern regen auch die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter an.

Aus neuroanatomischer Sicht lasse sich der Placebo-Effekt in zwei Phasen unterteilen: Erwartung und erlernte Reaktion. Verschiedene Hirnareale zeigten während dieser Phasen geänderte Aktivitäten. So werde bei Schmerzpatienten zunächst ein absteigendes, die Schmerzreiz-Weiterleitung hemmendes Netzwerk aktiviert, während in der zweiten Phase die Aktivität von Schmerz-verarbeitenden Arealen gehemmt werde. »Das therapeutische Ritual erzeugt beim Patienten eine positive Erwartung. Und diese Erwartung hat einen echten analgetischen Effekt«, fasste Benedetti zusammen. 
mehr:
- Placebo – Scheinmedikament mit echter Wirkung (Annette Mende, Pharmazeutische Zeitung, 51/52/2012)

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Placebos im heutigen Verständnis wurden wohl zum ersten Mal 1830 durch einen Doktor Herrmann unter Supervision eines Doktors Gigler in einem Militärkrankenhaus der russischen Stadt Sankt Petersburg systematisch verwendet.[15] Dabei sollte untersucht werden, ob eine homöopathische Behandlung wirkt. Diese Studie verglich nicht nur die damals neue homöopathische Behandlung mit der zeitgenössisch üblichen medizinischen Behandlung, sondern führte außerdem wohl erstmals systematisch eine Nichtbehandlungsgruppe ein, die mit Placebos in Form von Pseudopillen ohne Wirkstoff behandelt wurde. Es zeigte sich, dass die Placebo-Gruppe die besten Erfolge hatte. 1834 führte ein Zeuge dieser Untersuchung und Gegner der Homöopathie, Carl von Seidlitz, in derselben Stadt in einem Marine-Hospital einen einfach verblindeten Vergleich von Homöopathika mit Placebo durch.
1835 publizierte der Theologe und Redakteur George Löhner einen in Nürnberg durchgeführten Test der Wirkung einer homöopathischen Kochsalzlösung an einer Gruppe von 55 freiwilligen, gesunden Probanden. Dabei handelt es sich wohl um die erste randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Untersuchung überhaupt. 42 Personen hatten „gar nichts Ungewöhnliches“ bemerkt (19 Kochsalz-Potenz, 23 Wasser als Placebo), neun Personen hatten „etwas Ungewöhnliches“ bemerkt (sechs Kochsalz-Potenz, darunter aber einer, der wusste, dass er die Potenz eingenommen hatte und drei Wasser). Die überwachende Kommission folgerte, dass die Potenzierung keine Wirkung habe.[16]
[…] Dass Placebos auch heute noch ein schlechtes Ansehen haben, liegt zum Teil an der Wirkungsweise, die man nur mit Hilfe psychischer Faktoren erklären kann. Trotzdem haben anonyme Umfragen bei Ärzten und Pflegern ergeben, dass ein großer Teil von ihnen Placeboeffekte bereits bewusst eingesetzt hat. Es gibt Schätzungen, dass die Wirkung von Arzneimitteln zu 20 % bis 80 % durch Placeboeffekte entsteht.[19] (Placebo, Die Geschichte des Placebos, Wikipedia)
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Nicht nur Medikamente, auch Operationen weisen einen Placeboeffekt auf. In einem Experiment in Houston in Texas wurden 120 Patienten mit Knie-Arthrose operiert, 60 erhielten oberflächliche Schnitte auf der Haut. Nach zwei Jahren waren 90 Prozent der Patienten beider Gruppen mit der Operation zufrieden. Einziger Unterschied war, dass die Nicht-Operierten weniger Schmerzen verspürten als ihre Kontrollgruppe.[31] Ob dies jedoch auf die aktive Wirkung einer Placebooperation hindeutet, oder vielmehr von negativen Auswirkungen durch die tatsächliche Operation ausgegangen werden muss, ist umstritten.
Ein ähnliches Experiment wurde auch in einer niederländischen Klinik durchgeführt. Bei 200 Patienten wurde eine Bauchspiegelung durchgeführt, per Los wurde dann entschieden, ob die Operation durchgeführt wird oder nicht. Danach wurden die Patienten ein Jahr lang beobachtet, beide Gruppen unterschieden sich kaum. Abermals muss jedoch bei kritischer Sicht der Einwand erhoben werden, dass es sich bei der Operation schlicht um eine wirkungslose Behandlung handeln könnte.
Ein gutes Beispiel für den Placeboeffekt ist Einsatz von Botulinumtoxin bei chronischen Spannungskopfschmerzen. Hier war die Ansprechrate 70 %, allerdings war sie für die Injektion von Botulinumtoxin in Nacken- und Kopfmuskeln genau so hoch wie bei der Injektion von isotonischer Kochsalzlösung. Auch dies ist wiederum ein Beispiel dafür, dass invasive Verfahren einen deutlich höheren Placeboeffekt haben als medikamentöse Therapien.[33][34][35] Ähnliche Ergebnisse erbrachte auch eine von Relja et al. durchgeführte Studie an 495 Migräne-Patienten.[36] (Placebo, Placeboeffekt invasiver Maßnahmen, Wikipedia)
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Placebowirkungen sind auch bei Tieren bekannt und Forschungsgegenstand. Neben dem erwähnten Rattenexperiment zur Immunsuppression wurde Konditionierung in Bezug auf Morphine (bereits von Pawlow) und Insulin gezeigt. Ob ein Erwartungsmodell auf Tiere übertragbar ist, wurde bisher nicht empirisch untersucht. Konditionierung wie Erwartungen beruhen auf Erfahrung und Lernen. Somit sind diese beiden plausiblen Erklärungsansätze beschränkt auf wiederholte Behandlungen mit deutlicher Besserung. Dies ist jedoch in der Praxis – etwa bei alternativen Therapien wie Akupunktur, pflanzlichen Mitteln oder Homöopathie – selten der Fall. In randomisierten klinischen Studien kann Wiederholung kontrolliert werden. Somit ist es möglich, die Faktoren Konditionierung und Erwartung auszuschließen, und Tierstudien können aussagekräftiger als Studien mit menschlichen Probanden sein, um eventuelle spezifische Wirkungen alternativer Therapien von Placeboeffekten abzugrenzen. Außerdem kommt die Placebogruppe allgemein einer Situation ohne Behandlung, einer natürlichen Heilung nahe. (Placeboeffekte bei Tieren, Wikipedia)
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In einer neueren Untersuchung konnte mittels Magnetresonanztomographie nachgewiesen werden, dass ein Scheinanalgetikumeine Hemmung der Aktivität von im Rückenmark befindlichen Neuronen, die auf die Verarbeitung von Schmerzreizen spezialisiert sind (Nozizeptoren), bewirken kann. Danach sei nachgewiesen, dass psychische Faktoren nicht nur die subjektive Schmerzempfindung verringern können, sondern auch messbare Effekte auf schmerzrelevante Neuronenaktivitäten schon auf der ersten Stufe der Schmerzverarbeitung im Zentralnervensystem bewirken können.[55] (Placebo, Wirkmechanismen, Schmerz, Wikipedia)
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Verschiedene Gehirnbereiche wie Amygdala (Mandelkern, zuständig für die emotionale Färbung von Erlebnissen) oder der Hippocampus (zuständig für die Überführung von Informationen von dem Kurz- in das Langzeitgedächtnis) reagieren auf emotionale Veränderungen. Sie sind mit der Großhirnrinde, dem Denk- und Schaltzentrum des Gehirns, verbunden. Dieser ist wiederum mit dem Hypothalamus verbunden. Der Hypothalamus liegt außerhalb der Blut-Gehirn-Barriere (siehe oben). Somit kann er durch chemische Substanzen im Blutkreislauf beeinflusst werden. Wenn der Körper unter Stress steht, wird hier mehr corticotropinfreisetzendes Hormon (CRH) produziert. Das CRH bewegt sich zur naheliegenden Hypophyse, der Hirnanhangdrüse. Die Hypophyse produziert, angeregt vom CRH, das adrenocorticotrope Hormon (ACTH). Das ACTH gelangt über den Blutkreislauf zur Nebennierendrüse. Im äußeren Bereich wird daraufhin das Steroid Kortisol gebildet. Kortisol erhöht unter anderem den Blutzuckerspiegel und reduziert die Immunreaktionen. In einem anderen Bereich werden mehr Katecholamine gebildet, die eine starke Wirkung auf das Herz und die Blutgefäße haben.
Kurzzeitig ist der menschliche Körper jetzt auf eine Gefahrensituation vorbereitet. Die Aufmerksamkeit ist erhöht, ebenso wie Puls und Blutdruck, während im Moment unnötige Funktionen wie Verdauung zurückgestellt werden. Der hohe Kortisolspiegel sorgt dafür, dass mehr Zucker im Blut zur schnellen Verbrennung bereitsteht. Langfristig ist dieser Zustand jedoch Ursache von Schmerzen im unteren Rückenbereich und von Spannungskopfschmerzen. Nun kann man bei Studien die Kortisol- und Katecholaminspiegel durch einfache Blutabnahmen messen, um zu sehen, ob sie sich durch die Einnahme von Placebo senken. Eine Reihe ältere Studien zeigt, dass Placebos am besten bei Menschen wirken, die mit ein wenig Angst zum Arzt kommen. Wenn die Kortisol- und Katecholaminspiegel als Stressindikator am Anfang sehr niedrig wären, könnte man keine Absenkung erreichen, und wenn sie sehr hoch wären, würde die Absenkung vielleicht nicht reichen, um klare Ergebnisse zu erhalten. Bei dieser Theorie glaubt man, dass der Placeboeffekt besonders durch Stressreduktion wirkt[56]. (Placebo, Wirkmechanismen, Stress und Immunsystem, Wikipedia)
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Die Psychoneuroimmunologie (PNI) oder Psychoimmunologie ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems beschäftigt. Ein Nachbargebiet ist die Psychoneuroendokrinologie, das außerdem die Wechselwirkungen des Hormonsystems mit einbezieht.
Das Forschungsgebiet wurde etabliert, nachdem der amerikanische Psychologe Robert Ader (1932–2011) 1974 experimentell nachwies,[1] dass das Immunsystem mit dem zentralen Nervensystem zusammenarbeitet und lernen kann. Seitdem ist es zu einem der bedeutendsten Gebiete moderner medizinischer Forschung geworden.[2]
Eine Grundlage ist die Erkenntnis, dass Botenstoffe des Nervensystems auf das Immunsystem und Botenstoffe des Immunsystems auf das Nervensystem wirken. Schnittstellen der Regelkreise sind das Gehirn mit der Hirnanhangdrüse, die Nebennieren und die Immunzellen. Beispielsweise besitzen Neuropeptide die Eigenschaft, an Immunzellen anzudocken und z. B. sowohl die Geschwindigkeit als auch die Bewegungsrichtung von Makrophagen zu beeinflussen.
Durch diese Grundlage werden Erklärungen möglich, warum psychologische und psychotherapeutische Prozesse sich nachweisbar auf körperliche Funktionen auswirken (Psychosomatik). Im Mittelpunkt steht die Wirkung der Psyche auf das Immunsystem, z. B. warum Stress Immunfaktoren negativ beeinflussen kann. [Psychoneuroimmunologie, Wikipedia, abgerufen am 21.08.2016]
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The power of the placebo effect - Emma Bryce [4:37]

Veröffentlicht am 04.04.2016

The placebo effect is an unexplained phenomenon wherein drugs, treatments, and therapies that aren’t supposed to have an effect — and are often fake — miraculously make people feel better. What’s going on? Emma Bryce dives into the mystery of placebos’ bizarre benefits.

Lesson by Emma Bryce, animation by Globizco.
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The Strange Science of the Placebo Effect [7:13]

Veröffentlicht am 16.11.2015
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References:
Niemi, M. B. (2009). Placebo Effect: A Cure in the Mind: Scientific American.Placebo Effect: A Cure in the Mind: Scientific American.
Price, D. D., Finniss, D. G., & Benedetti, F. (2008). A comprehensive review of the placebo effect: recent advances and current thought. Annu. Rev. Psychol.,59, 565-590.
Finniss, D. G., Kaptchuk, T. J., Miller, F., & Benedetti, F. (2010). Biological, clinical, and ethical advances of placebo effects. The Lancet, 375(9715), 686-695.
Marchant, J. (2015). Strong placebo response thwarts painkiller trials. Nature News http://www.nature.com/news/strong-pla...
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You Are the Placebo: Making Your Mind Matter [3:01]

Veröffentlicht am 18.03.2014
In the "New York Times Bestseller" You Are the Placebo book, Dr. Joe Dispenza explores the history, the science, and the practical applications of the so-called placebo effect. Citing many amazing individual cases studies, this compelling book will empower you to personally use "the expectation of a particular outcome" to alter your internal states-as well as external reality-solely through the action of your mind. It offers the necessary understandings to change old beliefs and perceptions into new ones. In addition, it teaches a model of personal transformation that correlates with the placebo effect-without the need for any external influences ("placebos" such as sugar pills, saline injections, and so on).
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You Are the Placebo by Dr. Joe Dispenza [12:30]

Veröffentlicht am 03.04.2015
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Smile - By Ron Gutman's amazing research [7:26]

Veröffentlicht am 13.05.2014
Now anyone who has been in a REDD training smiles and hugs...here is a Ted video I often show my more critical participants to warm them up to smiling. Out of all the theories - I really trip on Charles Darwin's Facial Feedback Theory - a big hit with the educationists !!!


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aus dem Wikipedia-Artikel über Paul Ekman:
Forschungsergebnisse
Gemeinsam mit seinem Kollegen W. V. Friesen stellte Ekman das Facial Action Coding System (FACS) auf. Es ist eine physiologisch orientierte Klassifikation der emotionalen Gesichtsausdrücke. Das System spielt in der Ausdruckspsychologie und der psychoanalytischen Therapieforschung eine wichtige Rolle. Es stellt gleichzeitig eine Methode dar, mit der zeitlich ablaufende emotionale Ausdrucksmuster erfasst und beschrieben werden können. Nicht erfasst werden von dem System jedoch nicht-emotionale Ausdrücke, die ca. 70 % aller Gesichtsausdrücke ausmachen, sowie Körperausdrücke.
Ekman fand außerdem statistische Hinweise[2] für die erbliche Bedingtheit zahlreicher emotionaler Ausdrücke, darunter die von ihm unterschiedenen sieben Basisemotionen: Fröhlichkeit, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung. Diese Basisemotionen werden von allen Menschen kulturübergreifend in gleicher Weise erkannt und ausgedrückt. Die von Ekman als elementar beschriebenen Gesichtsausdrücke sind nicht kulturell erlernt, sondern genetisch bedingt. Damit steht er in der Tradition von Guillaume-Benjamin-Amand Duchenne sowie von Charles Darwins Werk Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren (The Expression of the Emotions in Man and Animals, 1872).
Evolutionäre Vorteile des nach Ekman typischen Gesichtsausdrucks bei Überraschung können z. B. darin bestehen, dass weit geöffnete Augen die Informationsaufnahme und der geöffnete Mund die Atmung erleichtern. Auch erleichtert ein genetisch bedingtes einheitliches Ausdrucksverhalten die Kommunikation, Fortpflanzung und Vergesellschaftung.
Paul Ekman gilt als Begründer der neurokulturellen Theorie der Emotionen, nach der am Zustandekommen eines Emotionsausdrucks folgende Komponenten beteiligt sind:
  • der Auslöser, also die Ereignisse, die ein Affektprogramm auslösen, sind weitgehend kulturabhängig und sozial erlernt;
  • das Affektprogramm ist phylogenetisch vererbt und enthält die Basisemotionen;
  • das Bewertungsprogramm beurteilt, ob der Auslöser zum Abspielen des Affektprogramms führen sollte;
  • die Darbietungsregeln (display rules) lenken die Art und Weise des unter sozio-kulturellem Einfluss stehenden Gefühlsausdrucks;
  • die Bewältigungsregeln (coping rules) legen fest, wie eine Person mit dem Gefühl fertigwerden und es kontrollieren könnte.
Die display-rules spielen somit eine wesentliche Rolle für das Zeigen von Gefühlen. Ekman unterscheidet dabei folgende Affektkontrollmechanismen:
  • Qualifying: Modifikation eines Gefühlsausdrucks durch zusätzliche Darbietung eines anderen (vgl. miserable smile; negativer Affekt (Trauer) wird um den positiven Affekt des Lächelns bereichert und somit abgeschwächt)
  • Modulieren: Modifikation der Qualität der Muskeln
  • Verstärken (durch stärkere oder längere Innervation mehrerer Muskeln)
  • Abschwächen
  • Verfälschen
  • Simulieren (eine Emotion, z. B. Freude, wird geheuchelt (z. B. phoney smile))
  • Maskieren (vgl. masking smile: eine negative Emotion – Wut – wird hinter einer positiven – Lächeln – versteckt)
  • Neutralisieren (eine Emotion, z. B. Wut, wird neutralisiert)
Nach Ekman sind es 43 Muskeln, mit denen mehr als 10.000 Gesichtsausdrücke erzeugt werden können. Dazu erhebt Ekman folgenden Anspruch: „Ich habe alle gesehen. Ich bin bis Papua-Neuguinea und auf alle Kontinente gereist. Es gibt keinen Ausdruck, den ich nicht kenne.“[3] Die Emotion „Überraschung“ lässt sich allerdings auch Ekman zufolge kaum fotografieren.
Ekman beschäftigt sich heute vor allem mit dem Phänomen der Lüge und unterscheidet hier zwischen „Verheimlichung“ (Weglassen von Informationen) und „Verfälschung“. Verheimlichung wird vor allem für emotionsbezogene Lügen verwendet, um das Gegenüber vor negativen primären Emotionen (z. B. Angst) zu schützen, wohingegen Verfälschen v. a. bei tatsachenbezogenen Lügen eingesetzt wird und vor allem mit strukturellen Emotionen (z. B. Scham/Schuld) verbunden ist. Die Figur des Dr. Cal Lightman in der Fernsehserie Lie to Me, der als weltbester menschlicher Lügendetektor alle Lügen und Täuschungen durch Analyse von Gesichtsausdruck und Körpersprache aufzudecken vermag, basiert auf Ekman, der bei der Entwicklung der Serie als wissenschaftlicher Berater mitgewirkt hat.
Wissenschaftliche Verwertung
Ekman betreibt ein Unternehmen,[4] das auch für CIA, FBI und Security-Firmen arbeitet. U. a. bietet er Schnell- und Intensivfernkurse zur Analyse des Gesichtsausdrucks und der micro expressions (ab 40 Minuten Kursdauer) an, die das Ziel haben, andere Menschen besser zu verstehen, Lügen zu identifizieren und den Ausdruck der eigenen Emotionen besser zu kontrollieren. Das ist möglich, weil Ekman den Einfluss sozialer Lernprozesse auf den Gesichtsausdruck in seine Trainingsprogramme miteinbezieht: Geheimdienstler beispielsweise und andere „Virtuosen“, die „besonders hoch motiviert sind, weil ihr Überleben von so einer Situation abhängen könnte“,[5] können nach Ekman mit seiner Methode der Erkennung von Mikroexpressionen – das sind extrem kurze emotionale Ausdrucksformen von einer 1/5- bis zu einer 1/25-Sekunde – eine Trefferquote von 96 % erreichen. Sein Ziel ist es u. a., eine Methode zu entwickeln, mit der man am Gesichtsausdruck eines potenziellen Täters einen unmittelbar bevorstehenden Mord erkennen kann.
Kritik
Ekman wurde von Menschenrechtsorganisationen mehrfach Diskriminierung vorgeworfen, weil er Flughafenpersonal bei der Wahrnehmung der Mikroexpressionen von Passagieren schult, damit sie auffällige Passagiere erkennen können. In einem Nature-News-Artikel aus dem Jahr 2010 bezweifeln Wissenschaftlerkollegen, dass das Konzept in der Praxis funktioniert. Zudem habe Ekman seit Jahrzehnten seine Studien nicht per Peer-Review überprüfen lassen.[6]
Weiterhin fehlen wichtige Emotionen im Ekman-Modell (sexuelle Erregung, Mutter-Kind-Liebe, Neugier). Ferner werden die Basisemotionen von Ekman unipolar dargestellt (z. B. fehlt zum Ekel der Appetit). Viele Persönlichkeitstheorien bevorzugen hingegen eine bipolare Skalierung von Persönlichkeitsmerkmalen. Sie verorten Individuen auf einem Kontinuum z. B. zwischen Introversion und Extraversion. Freude wiederum ist eine sehr unspezifische Emotion – von der hämischen Schadenfreude bis zur Freude über einen sportlichen Sieg hat sie viele Facetten und unterschiedliche Ausdrucksformen.
Ekman übersieht nach Ansicht von Kritikern, dass die soziale Kommunikation nur eine Funktion von Emotionen ist. Bei vielen Emotionen wäre es unter evolutionstheoretischen Gesichtspunkten adäquater, sie zu verbergen.[7]
Auch aus Sicht der Hirnforschung kommt Kritik an Ekman. So konnten Hennenletter und Schröder nur für Ekel und Angst eindeutige neuronale Korrelate nachweisen.[8]
Die hohe Varianz und vergleichsweise schwache Signifikanz seiner eigenen Befunde erklärt Ekman selbst mit der kulturellen Prägung des Ausdrucks durch soziale Normen sowie kulturell geprägte Dekodierregeln. Soziologische Kritiker setzen dem ein Konzept der graduellen Dekodierung von Expressionen entgegen: Bei einer anzunehmenden begrenzten, eventuell nur minimalen Universalität des Gesichtsausdrucks sei innerhalb kulturell und sozial homogener bzw. sich nahestehender Gruppen eine deutlich präzisere „Decodierung“ der Dialekte möglich als zwischen unterschiedlichen Gruppen. Die Basisemotionen seien außerdem nicht diskret, sondern mischten sich im komplexen Gesichtsausdruck. Ekman ignoriere auch das seit Gustave Le Bon und Emile Durkheimbekannte Phänomen „sozial ansteckender“ Emotionen.[9]
Auszeichnungen
  • 2009: Time-Magazin 100 einflussreichste Menschen[11]  
 [Paul Ekman, Wikipedia, abgerufen am 21.08.2016]
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siehe auch:
- Massenhysterie auf Kuba? (Post, 28.02.2018)
- The Power of the Placebo (BrainFacts, 31.05.2012)
- Placebo-Effekt verstärken (Pharmazeutische Zeitung, 18/2014)
- Schmerzmittel: Placebo-Effekt wird immer stärker (Pharmazeutische Zeitung, 07.10.2015)
- Placebo- und Nocebo-Effekte: Die Macht des Glaubens (Pharmazeutische Zeitung, Dezember 2015)
- Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)
- Realität ist, was wir glauben wollen oder Hirnströme von Friseurpuppen (Post, 29.08.2013)
- Nirwana im Kernspin (Post, 10.06.2015)
- Forschung zur Metta-Meditation (04.12.2015)
- Das Glück als Lebenskunst (Post, 07.01.2015)
- Neurobiologische und experimentelle Befunde der Zen-Meditation (Post, 09.04.2008)
ergänzt am 21.03.2016