Samstag, 2. Januar 2016

Wenig Chancen für künftiges Familienleben

Das alte Familienmodell wird durch die neuen Verhältnisse in der Lebenswelt langsam zerrieben Es steht noch immer ganz oben auf der Sehnsuchtsliste der Menschen: Ein gelungenes Familienleben haben oder finden. Die Chancen dafür werden jedoch zusehends schlechter. Arbeitswelt, Konsumansprüche und der daraus folgende Lebensstil verändern die Individuen nachhaltig; dauerhafte solidarische (Partner) und altruistische (Kind) Beziehungen gelingen dann immer schlechter. Menschen finden sich heute von vielen Mauern umgeben. Oft sind es eher massive Wände, harte Wälle und feste Architekturen, innerhalb derer man sich - als Einzelner und alleingelassen - bewegen muss, manchmal sind diese Rahmen eher weich und elastisch. Erwerbsarbeit, Konsum, Medien, Politik sind die Felder, in denen sich Menschen heute fortbewegen müssen, ob sie das nun wollen, erkennen oder auch nicht. Vieles ist vorgegeben, die Spielräume sind meist schmal. Linkes Denken, also die frühere Emanzipation von den Alltagszwängen und das Gebot von mehr persönlicher Freiheit, haben sich heute auf verbales "Gutmenschentum" und autoritäre "Politische Korrektheit" reduziert. Dieses Eliminieren von perspektivischer Vielfalt und sein Ersatz durch eine einzig gültige Sichtweise (Sprechweise) ist das Gegenteil von "links", es ist rechts, daran ändert auch die "Multikulti"-Attitüde nichts. Wirklich andere, nämlich substantielle Ziele, für die es sich einzustehen lohnte, sind außer Sicht. Halbwegs friedvolles Zusammenleben und eine nicht vom Kapitalismus getriebene Wirtschaft bleiben in individuelle Träume eingepackt.
mehr:
- Wenig Chancen für künftiges Familienleben (Karl Kollmann, Telepolis, 30.12.2015)

mein Kommentar:
Wenn ich mir so die großen Reden der letzten zwei Jahre anhöre, in welchen große Leute nicht müde wurden, dazu aufzurufen, für »unsere Werte« einzutreten, frage ich mich, ob »eintreten« in deren Köpfen nur heißt: »kämpfen gegen« oder »Truppen schicken«. 
Und wenn es um einen der fundamentalsten Werte überhaupt, nämlich den des Schutzes der Familie, geht und um das Gewähren von Sicherheit und Geborgenheit für den nach Orientierung suchenden Nachwuchs – da scheint in den Köpfen der »Großen« Pustekuchen zu sein. 
Das bringt mich zu der Frage: Was heißt für uns »eintreten«? Heißt »eintreten« nur »große Reden schwingen« oder »patriotische Phrasen dreschen«?
Die Frage stellt sich: Wo endet unser öffentlich propagierbares Handlungsarsenal?

und wer sich jetzt fragt, was das folgende Video soll, kann sich bei Wikipedia schlau machen:

The Magnificent Seven [5:12]

Hochgeladen am 29.12.2007
No copyrights infringement intended.
My tribute to The Magnificent Seven from 1960r. with Yul Brynner, Steve McQueen, Brad Dexter, Charles Bronson, Robert Vaughn, Horst Buchholz, James Coburn and Eli Wallach.
song: Elmer Bernstein - The Magnificent Seven.
enjoy:-)


Dieser nur anfangs witzige Film des Regisseurs John Sturges zeigt, daß die moralische Aufrüstung des Western zum staatsbürgerlichen Unterricht Fortschritte macht. Während die Colts noch rauchen, werden die Cowboys schon von Zweifeln am Wert ihres Tuns befallen, verbreiten sich über den Segen der heimatlichen Scholle und preisen die Vorzüge eines geordneten Familienlebens. Noch beim Kämpfen finden sie Gelegenheit, abenteuersüchtigen Jugendlichen ins Gewissen zu reden. (SPIEGEL 11/1961, 08.03.1961)
The Magnificent Seven (6/12) Movie CLIP - Fastest Knife in Town (1960) HD [2:57]

Veröffentlicht am 30.07.2013
The Magnificent Seven movie clips: http://j.mp/11b7W2P
BUY THE MOVIE: http://j.mp/160eEZl
Don't miss the HOTTEST NEW TRAILERS: http://bit.ly/1u2y6pr

CLIP DESCRIPTION:
Forced into a duel by a haughty gunman, Britt (James Coburn) kills the man with his throwing knife before the man can even draw.

FILM DESCRIPTION:
Japanese filmmaker Akira Kurosawa's The Seven Samurai (1954) is westernized as The Magnificent Seven. Yul Brynner plays Chris, a mercenary hired to protect a Mexican farming village from its annual invasion by bandit Calvera (Eli Wallach). As Elmer Bernstein's unforgettable theme music (later immortalized as the "Marlboro Man" leitmotif) blasts away in the background, Chris rounds up six fellow soldiers of fortune to help him form a united front against the bandits. The remaining "magnificent six" are played by Charles Bronson, Steve McQueen, Horst Buchholz, Robert Vaughn, James Coburn, and (the one that everybody forgets) Brad Dexter. Though jam-packed with action, William Roberts's screenplay pauses long enough to flesh out each of its characters, allowing the audience to pick their own favorites. The Magnificent Seven was followed by three sequels, not to mention dozens of imitations.

CREDITS:
TM & © MGM (1960)
Cast: Yul Brynner, James Coburn, Steve McQueen, Robert J. Wilke
Director: John Sturges
Producers: Walter Mirisch, Lou Morheim, John Sturges
Screenwriters: Walter Bernstein, Shinobu Hashimoto, Akira Kurosawa, Hideo Oguni, William Roberts, Walter Newman
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Donnerstag, 31. Dezember 2015

Beziehung: Besser trennen – Warum tut die Liebe weh, wenn sie geht?

Die anderen räumen noch herum, als Thomas das Zimmer betritt. Er setzt sich schnell an den langen Tisch, Blick zur Tür, ein Mann mit reglosem Gesicht. Den Reißverschluss seines braunen Strickpullovers hat er bis unters Kinn gezogen, als wolle er sich darin verstecken.

An diesem Abend sind sie zu zehnt, fünf Frauen und fünf Männer. Jeden Dienstag treffen sie sich in Münster beim Paritätischen Wohlfahrtsverband. Ein Konferenzzimmer, grauer Teppich, Neonlicht. Ein kalter Raum, aber das hat noch niemanden gestört. Wer einmal hier war, kommt meistens wieder. Auf dem Tisch liegen zwei Zehnerpackungen Schokoriegel und eine 300-Gramm-Tafel "Nuss & Nougat", ohne Schokolade geht das hier nicht. Dazu gibt es Holunder-Limetten-Tee.

Sie sind eine Selbsthilfegruppe für Getrennte. Solche Gruppen gibt es praktisch in jeder größeren Stadt, aber zuhören darf man als Reporter normalerweise nicht. Trennungen bedeuten Leid, wer über eine Trennung spricht, gibt Intimes preis. Deshalb sind alle Namen hier geändert. Thomas ist gleich als Zweiter an der Reihe, sie reden immer reihum. Mit seinen 35 Jahren ist er heute der Jüngste hier, der Älteste ist schon über 70.

"Die Ereignisse überschlagen sich gerade", sagt Thomas, als wäre er atemlos. "Ich war gestern beim Notar. Das Haus ist verkauft."

"So schnell?", ruft eine ältere Frau. "Das geht ja turbo."

Vor drei Monaten war Thomas zum ersten Mal da, er war wütend und aufgewühlt. Er arbeitet als Installateur, mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt er in einer Vorortsiedlung. Er erzählte, dass er jahrelang an dem gemeinsamen Haus herumgewerkelt hat, die Gartenwege hat er selbst gepflastert. Dann, es war an einem Sommertag, sagte seine Frau plötzlich, dass sie sich trennen wolle – er hatte es kein bisschen kommen sehen. Ob es jemand anderen gebe, fragte er nur. Nein, sagte sie. "Es muss aber noch mehr geben im Leben." Sie ist ein paar Jahre jünger als er, seit zehn Jahren sind sie verheiratet.

mehr:
- Beziehung: Besser trennen – Warum tut die Liebe weh, wenn sie geht? (Jörg Burger, ZEIT-Magazin 49/2015, 28.12.2015)

siehe auch:
- Alter: Herr W. sucht die Liebe (Jörg Burger, ZEIT-Magazin 37/2015, 25.09.2015)

Mittwoch, 30. Dezember 2015

PTSD in der Bundeswehr

Der Kampfeinsatz in Afghanistan ist zu Ende, die Folgen für die Soldaten bleiben: So viele Neuerkrankungen wie in diesem Jahr hat die Bundeswehr noch nie registriert. Die Zahl traumatisierter Soldaten steigt weiter, auch wenn der Kampfeinsatz der Bundeswehr in Afghanistan offiziell beendet ist. Bis Ende September 2015 registrierte die Bundeswehr 178 neue Patienten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und damit 17 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit dürfte die Zahl der Neuerkrankungen in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreichen. Im vergangenen Jahr waren mit 204 Neuerkrankungen mehr als je zuvor registriert worden. Dreiviertel der traumatisierten Soldaten sind in Afghanistan erkrankt. Dort kämpfte die Bundeswehr vor allem in den Jahren 2010 und 2012 in teils stundenlangen Gefechten gegen die radikalislamischen Taliban. Vor einem Jahr endete der Kampfauftrag, Soldaten sind allerdings immer noch im Land: Zur Ausbildung und Betreuung afghanischer Sicherheitskräfte bleibt die Bundeswehr dort stationiert. Posttraumatische Belastungsstörungen können sich erst Jahre nach der Rückkehr aus einem Einsatz bemerkbar machen – zum Beispiel in Form von Albträumen oder Angstzuständen. Daher ist der Anstieg im vergangenen Jahr nicht überraschend.
mehr:
- Bundeswehr: Zahl traumatisierter Soldaten erreicht neuen Höchststand (ZEIT Online, 30.12.2015, man beachte auch die Kommentare)
Ich gebe Ihnen in allem Recht, nur wenn Sie schreiben, dass nur sich selbst reflektierende Soldaten traumatisiert werden, liegen Sie falsch.

Die Hirne werden dann traumatisiert, wenn das Hirn merkt, dass etwas sehr wichtiges passiert, aber es die Vorgänge nicht mehr richtig intellektuell und gefühlsmäßig einsortieren kann. Das kann auch bei einem Verkehrsunfall passieren. Früher haben Soldaten diese Situation automatisch dadurch zu vermeiden gesucht, dass sie im Schützengraben liegend konsequent an ihren menschlichen Zielen vorbei geschossen haben. https://www.google.de/search?q=Soldaten+schieszen+absichtlich+vorbei

Heutige Soldaten stehen unter ubiquitärer Beobachtung. Wenn ein Oberst Klein vor einer schweren Entscheidung steht, wird er sogar eher noch die riskantere Entscheidung treffen. Schon die Entscheidung verletzt die Seele.

Es werden aber auch Soldaten traumatisiert, wenn sie z. B. in Hinterhalte laufen oder durch Bombenfallen getroffen werden, wenn die Situation ausweglos wird, weglaufen unmöglich ist, das Blut die Kleider, den Boden und alles Denken durchtränkt und das Innerste des Mensch aufschreit: Das alles ist unbegreiflich falsch!

Unbegreiflich! Falsch!
 (Bernd Debander, Kommentar, 30.12.2015)

siehe auch:
- Das posttraumatische Stress-Syndrom (Post, 25.02.2015)
- Philip Zimbardo: The psychology of evil (Post, 11.05.2015)

Krank vom Krieg - Traumatisierte Bundeswehrsoldaten (Doku HD) [14:06]

Veröffentlicht am 13.03.2015
Christian Papajewski war zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Vier Einsätze in Afghanistan hat er mitgemacht. Alles war gut, bis er vor einem Jahr merkte, dass ihm immer wieder Bilder von schrecklichen Erlebnissen in den Kopf kommen. Autofahrten machen ihn nervös, in Menschenmengen gerät er in Panik, seine Dauerkarte für Schalke hat er zurückgegeben. Heute ist er krankgeschrieben und wird therapiert. Wie viele andere Soldaten leidet er unter einem Trauma.

Stevie Wonder and Sting - Fragile (Live) with Lyrics - A Message of Peace… [3:59]   Text (Sting.com)   Übersetzung   Interpretation (Analysis of Sting's "Fragile", "And So It Begins", 22.08.2011)

Veröffentlicht am 15.05.2015
Sting with Stevie Wonder - "Fragile" (From Sting's 60th birthday celebration, 10/1/11 at the Beacon Theater in NYC) Sting and Stevie Wonder with Dominic Miller (gtr), David Sancious (kbs), Christian McBride (bass), Vinnie Colaiuta (dms) and Rhani Krija (perc)

siehe auch:
- Posttraumatische Belastungsstörungen bei Bundeswehrsoldaten (Post, 11.02.2015)
- Die Sünden der Väter 1 (Post, 19.01.2014)
- Kriegszitterer (27.09.2012)
- Stigma – das »Sahnehäubchen« auf dem Trauma (Post, 15.12.2015)

Dienstag, 29. Dezember 2015

Wenn Eltern und Kinder ehrlich zueinander wären

Stellen Sie sich vor, Sie könnten Ihren Kindern einfach alles erzählen, was Sie sonst vor ihnen verheimlichen. Denn so ganz unter uns: Sie sagen ihnen doch oftmals nur einen Teil der Wahrheit. Oder legen sich diese so zurecht, dass Sie kein schlechtes Gewissen haben müssen. Das ist natürlich richtig so, denn Kinder müssen erst eigene Erfahrungen machen, bevor sie "Erwachsenendinge" überhaupt verstehen können. Aber was wäre, wenn Sie alles loswerden könnten? Dann würde es vielleicht wie in diesem Kurzfilm ablaufen.

The Talk (2015) [8:34]
WARNING: Not for young children unless you want an awkward talk with them.
There comes a time in every parent's life when the harsh reality hits -- their child is growing up. And with that realization comes an event, a moment, faced with fear and trepidation, when said parent takes time from their busy day to have a special chat with their child, a talk if you will. And as with all parenting moments when dads are in charge, it goes horribly, horribly wrong.
The comedic slice-of-life short THE TALK is about such a parenting moment mishap. Starring the immensely talented JOHN HOOGENAKKER (Public Enemies, Empire) and lovable rising star ISABELLA CROVETTI-CRAMP (Joy, Colony) it is a cautionary tale of the pitfalls of parenting -- of epic proportions -- and reminds us that life is not always as it seems.
MAKE SURE TO WATCH IN 1080p.
imdb.com/title/tt4862096/
STARRING
John Hoogenakker
Isabella Crovetti-Cramp
Directed by: Joe Otting
Written by: David I. Jenkins
Produced by: Joe Otting & Aaron Cooley
Music by: Nathan Furst
Cinematography by: Jeff Stonehouse
Production Design by: Merje Veske & Ermanno Di Febi-Orsini
Casting by: Mickie Paskal & Adrienne Stern

mehr:
- Wenn Eltern und Kinder ehrlich zueinander wären (Dobromila Walasek, ZEIT-Blog, 29.12.2015)


Montag, 28. Dezember 2015

Führungskräfte : "Manipulation kann für Führungskräfte hilfreich sein"

Führungskräfte manipulieren ständig, sagt die Psychologin Suzanne Grieger-Langer. Doch das hat wenig mit verdeckten Absichten zu tun. 

ZEIT ONLINE: Frau Grieger-Langer, Sie haben sich intensiv mit Manipulation beschäftigt. Was genau ist Manipulation eigentlich? 
Suzanne Grieger-Langer: Was viele nicht wissen: Der Begriff kommt eigentlich aus der Medizin – genauer gesagt der Chirurgie. Er setzt sich aus den lateinischen Wörtern manus (die Hand) und plere (füllen) zusammen und heißt etwa so viel wie: etwas in der Hand haben. Heute wird unter Manipulation so etwas wie gezielte oder auch verdeckte Einflussnahme verstanden. Das heißt, die Manipulation zielt auf das Erleben und Verhalten von Menschen ab, will das aber so gut wie möglich verbergen. Von der negativen Manipulation eines Menschen spricht man, wenn der Effekt nicht zu seinem Vorteil, sondern zu seinem Nachteil führt. Allerdings kann Manipulation auch positiv oder neutral sein. Das kommt sogar sehr oft im Alltag vor. 
ZEIT ONLINE: Geben Sie mal ein Beispiel. 
Grieger-Langer: Jeder Kinotrailer, jede Werbung zum Beispiel manipuliert, denn sie sind so gestaltet, dass die Zuschauer anschließend den Film sehen wollen oder die Kunden das Produkt kaufen möchten. Damit haben die wenigsten Menschen ein Problem.
mehr:
- Führungskräfte : "Manipulation kann für Führungskräfte hilfreich sein" (Sabine Hockling, Interview, ZEIT Online, 28.12.2015)

Suzanne Grieger Langer - Die 7 Säulen der Macht [1:02:53]
Veröffentlicht am 16.06.2015
Übrigens:
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Beschreibung des Interviews:
Im heutigen Interview geht es um Macht, innere Macht. Welche Einstellungen und Persönlichkeitsmerkmale sollte ich entwickelt haben um für Führungsaufgaben zu taugen? Darüber spreche ich mit Wirtschaftsprofiler Suzanne Grieger-Langer. Ja Du hast richtig gelesen: Profiler. Meist kennt man Profiler nur aus den kriminalistischen Zusammenhängen wenn Morde und Verbrechen geschehen. Oder eben aus dem Fernsehen von TV Serien wie Criminal Minds oder CSI Miami und Co.

Dort werden die Profiler eingesetzt, um psychologische Profile von möglichen Straftätern zu erstellen und diese so schneller dingfest zu machen. Suzanne Grieger-Langer macht das in der Wirtschaft und erstellt dort Profile für neue mögliche Vorstände, Geschäftsführer oder Führungskräfte. Dementsprechend hat sie sich viel beschäftigt damit, welche Persönlichkeitsmerkmale richtig gute Führungskräfte mitbringen sollten. Wir besprechen alle 7 Säulen der Macht ausführlich. Es wird gehen um Standfestigkeit, Leidenschaft, Selbst-Kontrolle, Ethik und einiges mehr.

Wer sein eigenes inneres Machtpotential erweitern will, der sollte sich das Modell mit den 7 Säulen der Macht unbedingt einmal ansehen. Profiler verfügen schon über Kenntnisse und Fähigkeiten die einzigartig sind und es lohnt sich von ihnen zu lernen. Viel Spaß dabei ...

Über den Experten:
Suzanne Grieger-Langer ist Wirtschaftsprofilerin und spezialisiert auf den erfolgreichen und verantwortungsvollen Umgang mit Macht. Ihre Kompetenzspannweite umfasst Profiling, Psychotherapie und Nachrichtendienstpsychologie.

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Suzanne Grieger-Langer, Wirtschafts Profiler, Lehrbeauftragte und Autorin: 007 statt 08/15! [1:00:45]

Veröffentlicht am 16.10.2014
Externe Keynote beim DSAG-Jahreskongress am 16. Oktober 2014 in Leipzig:

Nichts ist sicher! Märkte brechen weg, Kunden wandern ab, Leistungsträger werden abgeworben. Führung heute ist Führung in der Unsicherheit! Das Unplanbare planen, Unentscheidbares unterscheiden, Unwägbarkeiten analysieren, mit Unkalkulierbarem umgehen ... Unerwartetes, Unvorhergesehenes, Ungewisses managen – Leben wir zu Unzeiten? Nein, wir sehen der Realität ins Auge. Es war schon immer so. Doch heutzutage ist es schneller, größer und gewaltiger: `Business ist Krieg`, lautet ein japanisches Sprichwort, und manchmal fühlt es sich auch genauso an.

Für das führen in Grenzsituationen erfahren Sie von Profiler Suzanne Grieger-Langer erprobte Strategien aus den Nachrichtendiensten für Krisen-, Change und Katastrophen-Management. Werfen Sie überholte Mainstream-Strategienüber Board und finden Sie Sicherheit in sich und Ihren Fähigkeiten. Das garantiert das Überleben in riskanten Märkten und die Eroberung von Neuland. Gehen Sie als Sieger aus dem Wandel! Lernen Sie von FBI, BND und MI6 für Ihren Managementalltag: Erfahren Sie von der Einsatz-Instruktorin Suzanne Grieger-Langer, was auch für Sie, Ihr Unternehmen und Ihre Karriere das Überlebenswichtige und damit Richtige ist.

Suzanne Grieger-Langer ist Profiler. Die Erkennung von persönlichen Potenzialen, wie auch die Erkennung von Betrug, sind ihr tägliches Geschäft- Die Spezialistin für die Stärkung von Persönlichkeiten instruiert seit über zwanzig Jahren Agenten wie auch Entscheider in Wirtschaft und Wissenschaft. Sie ist dozentin und Lehrbeauftragte der renommiertesten Wirtschaftshochschulen Europas. Dort lehrt sie für die Fakultäten Wirtschaftswissenschaften und Gouvernance evolutionäre wie revolutionäre Führung, Betrugsprophylaxe und Profiling. Für die Frankfurt School of Finance ans Management entwickelte sie den studiengang `Certified Profiler´. Die von ihr entwickelte Formula Infiltration gilt als Meilenstein der Betrugserkennung. Mit ihrem internationalen Team von Profilern ist sie in der Lage, Charakterprofile auf dem Niveau des psychogenetischen Codes zu erstellen. Mit dieser Kompetenzbreite und –tiefe ist sie Europas unangefochtene Profilingexpertin!

Montag, 21. Dezember 2015

Eine Psychoanalyse der Kirche – Die Wunde, die man nicht heilen kann

Mit den Mitteln der Psychoanalyse geht der Psychotherapeut und Theologe Dieter Funke den Ursachen des sexuellen Missbrauchs im Umkreis der katholischen Kirche nach. Seiner Meinung nach stehen Traumatisierungen schon am Anfang des Christentums. Sie führten zur Abspaltung von Sex und Sinnlichkeit und erheben die »Heilige Familie«, die makellose Jungfrau und den asexuellen Kleriker zum Ideal. Doch damit werde auch die sexuelle Gewalt begünstigt...
mehr:
- Eine Psychoanalyse der Kirche – Die Wunde, die nicht heilen kann (Dieter Funke, connection-Archiv, August 2014?)
Der Grund für die Verteufelung und Abspaltung des Sexuellen liegt darin, dass Trieb und Sexualität das Ideal des unbefleckten Klerikerkörpers bedrohen. Diesem kollektiven Klerikerideal liegen vergessene und verdrängte Traumatisierungen an den Wurzeln des Christentums zugrunde. Zu nennen ist hier vor allem die theologische Konstruktion der »Heiligen Familie«, die als traumatisierendes Beziehungsmodell Pate steht: Der Vater ist nicht der richtige Vater und kein sexueller Partner der Mutter. Die Mutter ist keine richtige Frau, sondern Jungfrau. Der Sohn wird auf diese Weise seiner Kind-Position beraubt und gerät zum Ersatzpartner der Mutter. Dieser wird von der Mutter zum besseren Partner gemacht, er sitzt auf Vaters Platz.

Solche Beziehungsmodelle sind geprägt von ständiger Rivalität und Machtkämpfen, von Größenfantasien und depressiven Schuldgefühlen, von Entwertungen und Idealisierungen, wie sie sich in der biblischen Konstruktion der Heiligen Familie wiederfinden. Jesus wird zum Partner von Maria, indem der Vater ausgeschlossen und das Kind sexualisiert wird. Das gibt Jesus das großartige Auserwähltheitsgefühl, wie es für Kinder typisch ist, die als Ersatzpartner missbraucht wurden. Gleichzeitig löst dies in ihm tiefe Schuldgefühle aus, die durch die Unterwerfung unter den Willen des Vaters bewältigt werden und worin der spätere christliche Masochismus der Leidensunterwerfung begründet liegt. Unterwerfungsbereitschaft (»unter die Schmach des Kreuzes«) und Überlegenheitsgefühle (Jesus wird an die Stelle des Vaters gesetzt) sind die Folgen der Funktionalisierung als Ersatzpartner.

Diese Feststellung ist keine moralische und hat nichts mit Schuld zu tun, sondern mit Verletzungen. In den biblischen Texten und den Erzählungen der Frömmigkeitsgeschichte wird eine traumatisierte Familie beschrieben: Die Geburt Jesu findet in der Heimatlosigkeit statt, dann folgen Flucht und Morddrohung. Die Eltern sind überfordert. Natürlich hat sich Jesus als Kompensation für diese Traumatisierungen nicht selbst an die Stelle Gottvaters gesetzt. Diese Sicht der Evangelien und der ersten nachchristlichen Jahrhunderte mit ihren Konzilien ist vielmehr das Konstrukt einer Gruppe von Jesus-Anhängern, die selbst schweren Verfolgungen und Entbehrungen ausgesetzt waren.
siehe auch:
- Funke, Dieter: Ich – Eine Illusion? Bewusstseinskonzepte in Psychoanalyse, Mystik und Neurowissenschaften (Rezension von Gotthard Fuchs, Christ in der Gegenwart, 28/2014)
- Vom Zauber in anderer Leute Häuser zu schauen (Hannelore Hippe, Deutschlandfunk, SWR3, 2013, PDF)
- Zum Verhältnis von Psychotherapie und Religion (Carsten Kießwetter, Tag des Herrn Online, Archiv, 19/1999, 16.05.1999)
Im Zuge der gesellschaftlichen Differenzierung habe sich aus der kirchlichen Sorge um die Seelen eine weltliche Seelen-Heilkunde entwickelt. So bezeichne sich die Allgemeine Ortskrankenkasse AOK neuerdings als "Gesundheitskasse", also als eine Organisation, die für das gesamte Heil der Menschen zuständig sei

Für die Seelsorge stellte Pater Funke einen gravierenden Verlust an Wissen im Umgang mit der seelischen Wirklichkeit des Menschen fest. Die Seelsorge kümmere sich, oft in Unkenntnis der seelischen Wirklichkeit des Menschen, nur noch um deren abstraktes Seelenheil. Die konfliktlösende Kraft der Religion im Hinblick auf Grundfragen des Lebens wie Liebe und Haß, Schuld und Vergebung, Abschied und Neubeginn, Leben und Sterben könnte bestenfalls als moralisches Pflichtgebot, nicht aber als psychisches und damit vormoralische Verordnung erfahren werden. […]

Die Psychotherapie übernimmt, so Funke, die Aufgabe, seelisch leidende Menschen aus ihren Fixierungen und ihren Lebenseinschränkungen herauszuführen. Dieser Prozeß geschehe mittels Kommunikation. Psychotherapie wolle dem Leidenden helfen, seinem Leid auf den Grund zu gehen, es tiefer zu verstehen. Diesem Vorgang, der das Heilen an Einsicht in Wahrheit bindet, wohne eine religiöse Dimension inne. Das Bewußtwerden der inneren Wirklichkeit, des wahren Selbst, sei oft mit einem tiefen Erschrecken, "einem heiligen Schaudern", wie Funke es nennt, verbunden. Das Verdrängte hat dem Leidenden die Freiheit für eine kreative Lebensführung genommen. Im Falle einer gelungenen Psychotherapie werde es ihm möglich aufzuhören, sich von Illusionen über die Wirklichkeit hinwegtäuschen zu lassen. Die Psychotherapie werde in der modernen Gesellschaft deshalb zunehmend zum Ort authentischen Lebens. Sie werde deshalb zur Ersatzreligion, da die Religion offensichtlich nicht mehr gesellschaftlich angenommen wird. Deshalb vermittele die Psychotherapie mittlerweile Erfahrungen, die ursprünglich in der Religion und im Christentum zu Hause waren […]

Der Mensch benötige einen Raum, in dem nichts "exkommuniziert" werde und der in gewisser Weise vormoralisch sei. Dieser vormoralische Raum, der die Liturgie kennzeichne, sei durch die Doktrinalisierung und Objektivierung des Glaubens heimat- und ortlos geworden. Deshalb vermittle die Psychotherapie heute Erfahrungen, die früher die Religion vermittelt habe. Im vormoralischen Raum, was nicht bedeute, daß Religion keine moralische Kompetenz mehr haben solle, müsse wieder eine "unzensierte Lebenserlaubnis" möglich sein. Für die Pastoral bedeute dies, die "vorsprachliche Dimension" des Menschen wieder ernster zu nehmen als bisher. Da das Unbewußte des Menschen ein bedeutender Faktor sei, sollte die Pastoral Orte anbieten, an denen der Mensch "ganz" er selbst sein könne […]

denn gegenüber einer idealistischen Vorstellung von Ganzheit und Glück der Moderne sei das Menschenbild der Theologie viel realistischer. Menschliches Dasein stehe bei ihr unter dem Vorzeichen der Gebrochenheit menschlicher Existenz, die niemals aufzuheben sei. Leben sei bei ihr immer konflikthaftes und durchkreuztes Leben. In der Psychotherapie stehe der Konflikt für die Gebrochenheit des Menschen, in der christlichen Religion das Kreuz. Diese Gebrochenheit religiös oder psychotherapeutisch aufheben zu wollen, komme einer Illusion gleich, stellte Pater Funke zusammenfassend fest. Dies aufzuklären sei gleichermaßen die Aufgabe von Religion und Psychotherapie
- Religion und Gewalt bei den Kindern Abrahams (Wolf Schneider, 12.01.2015)
Die drei gewalttätigsten Religionen der Erde beziehen sich alle drei auf Stammvater Abraham, der dafür geehrt wird, dass er fast seinen eigenen Sohn abgemurkst hätte, weil ihm in einer Vision ein Phantom erschien, welches das verlangte. Kein Wunder, dass diese drei Religionen gewalttätig sind! Wir sollten lieber Väter und Mütter ehren, die ihren Kindern niemals sowas antun würden, egal welche Visionen sie haben.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Erziehung: »Mythos Überforderung«

Kolumne: Stadt, Land, Flucht. Ballett, Judo, Yoga – viele Paare projizieren ihre eigenen Hobbies auf ihr Kind, aus dem sie kleine Super-Talente züchten wollen. Der Kinderpsychiater Michael Winterhoff warnt davor und diagnostiziert bei den Eltern einen „Mythos Überforderung“

Diese Leichtigkeit, mit der die Tänzerin im Video über das Parkett schwebt, der Rhythmus, ihr Ausdruck. Ständig sehe ich Menschen im Internet, die singen, steppen, die Dinge können, die ich auch können möchte. Aber ich werde es nicht mehr schaffen. Nicht in diesem Leben. Neuerdings schiebt sich in diesen Momenten meine sechsjährige Tochter vor mein inneres Auge. Sie tanzt Ballett, wie ich es in diesem Leben nicht mehr lernen werde. Das Tutu sieht an ihr viel besser aus als an mir. Vielleicht lernt sie Gitarre? Yoga? Beginnend in diesem frühen Alter könnte aus ihr ein zweiter Swami Sivananda werden. Was ich mir nicht alles vorstellen kann, beim Winken dieser trügerischen Hoffnung: Könnte sie vielleicht das Talent, den Ehrgeiz, die Bauchmuskeln entwickeln, die ich nie haben werde?

mehr:
- Wenn Kinder die Träume ihrer Eltern verwirklichen sollen (Marie Amrhein, Cicero, 20.12.2015)
Aber da gibt es ja noch die Kinder, die es nach dem Willen vieler Eltern "einmal besser haben" sollen. Genauer lautet der Auftrag an die Kinder: Sie sollen es nicht besser haben, sondern sie sollen alles besser machen! So sind viele Kinder gleichzeitig auch Kinder der Verheißung, die ein schweres, eigentlich unerfüllbares Erbe mit auf den Lebensweg bekommen, an dem sie scheitern. (Überanstrengte Kinder der Versöhnung, Wolfgang Scherf, Zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, S. 5, Word-Dokument, Download ganz unten auf der Seite)