Montag, 12. November 2018

Bei Frauen und bei Männern Sexsucht ist viel häufiger als gedacht

Gibt es Sexsucht überhaupt oder ist das eher ein hochgehyptes Thema? Und wenn es sie gibt - wie häufig kommt sie vor? Forscher finden dazu überraschende Antworten. So etwa, dass besonders schlecht oder besonders gut verdienende Menschen häufiger Probleme hätten. 

Deutlich mehr Menschen als bislang angenommen leiden darunter, dass sie ihr sexuelles Verlangen und Verhalten nur unzureichend kontrollieren können. Das berichten Forscher zumindest für die USA im Fachblatt "JAMA Network Open". Unter den Betroffenen seien wesentlich mehr Frauen als gedacht, zeigt die Befragung von mehr als 2300 Menschen. Fachleute sollten sich der hohen Zahl Betroffener bewusst sein und das Problem sorgfältig ergründen, um Behandlungsmöglichkeiten für Männer und Frauen zu finden. Diese Meinung teilt auch der deutsche Psychiater und Sexualmediziner Tillmann Krüger von der Medizinischen Hochschule Hannover. Was die Zahlen zur Häufigkeit anbelangt, müsse man jedoch vorsichtig sein, sagt er. 

Über "Sexsucht" wird in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert, oft in Zusammenhang mit - angeblichem - sexuellem Fehlverhalten von Prominenten. Ob es ein derartiges Problem aber überhaupt gibt und wie groß das Ausmaß ist - das ist unter Wissenschaftlern umstritten. Im Sommer dieses Jahres hatten sich Experten darauf geeinigt, "zwanghaftes Sexualverhalten" als psychische Störung anzuerkennen und in den internationalen Diagnoseschlüssel für Krankheiten aufzunehmen (ICD-11), der ab 2022 gelten soll. Damit können Ärzte eine entsprechende Diagnose stellen und eine Behandlung abrechnen.
mehr:
- Bei Frauen und bei Männern: Sexsucht ist viel häufiger als gedacht (n-tv, 09.11.2018)

Sexsucht - Wenn die Lust zur Droge wird {43:25}

Doku Freund
Am 22.10.2016 veröffentlicht 
Bis zu einer halben Million Menschen leiden unter Sexsucht, schätzen Experten. Genaue Zahlen gibt es nicht. Denn es ist eine Sucht, über die viele nicht reden wollen.
In der ZDFinfo-Dokumentation berichten fünf Menschen über ihr Schicksal. Mit dem anerkannten Paar- und Sexualtherapeuten Michael Sztenc treffen wir auf Patienten, die uns von ihrem Leben mit der Sucht erzählen.
Wir erleben den Leidensdruck, wenn die Lust zur Qual wird, wenn der Alltag zunehmend der Kontrolle entgleitet. Sexsucht kann Existenzen vernichten.
Das Unternehmerpaar Uwe und Claudia hat sich dafür entschieden, mit ihrem Lebens-Trauma an die Öffentlichkeit zu gehen. Die beiden sprechen offen über Uwes Sexsucht.
Auch Stephan (Name geändert) kommt von seiner Sucht nicht los. Trotz Therapie ist er rückfällig geworden. Er hat seine Arbeitsstelle verloren, hat keinen Kontakt zu seiner Familie.
Wir sprechen mit Lukas (Name geändert). Er leidet unter seinem Pornokonsum und kann nur mit professioneller Hilfe damit umgehen.
Jeden Tag entstehen etwa 300 neue Porno-Webseiten, und jeder zweite Nutzer geht angeblich ins Netz, um Pornos anzusehen. Laut einer Statistik schaut jeder deutsche Mann im Durchschnitt eine halbe Stunde Pornografie – pro Tag.
Welche Rolle spielt unsere sexualisierte Gesellschaft mit aufreizender, doppeldeutiger Werbung und einem schier unbegrenzten Angebot an Internetpornografie? Wir sprechen mit dem Erotikmodel Micaela Schäfer und besuchen eine Erotikmesse, um den "Normalkonsumenten" der angesagten Erotikbranche kennenzulernen.
An der Universität Gießen untersucht Prof. Rudolf Stark die Hirnaktivitäten von pornosüchtigen Menschen. Mit Hilfe der Kernspintomografie können die neuronalen Reaktionen auf sexuelle Reize gemessen werden. Mit dieser Methode lässt sich auch überprüfen, ob die Muster im Gehirn von Sexsüchtigen mit denen von Drogenabhängigen übereinstimmen.
Fest steht: Sexsucht kann sich zu einer ernstzunehmenden Krankheit ausprägen. Die Dokumentation zeigt auch Lösungswege und berichtet über Hilfsangebote für Betroffene.

Domian 01.11.1996 (Thema: Sexsucht) {1:00:01}

Hakan Karaman
Am 27.09.2017 veröffentlicht 
Quelle: https://domianarchiv.de
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