Freitag, 19. September 2008

David Foster Wallace: Das hier ist Wasser

Jahr 2005 gab David Foster Wallace den Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede (Transkript), die heute unter dem Titel This is Water bekannt ist. Anders als die optimistischen Reden, die bei solchen Anlässen in der Regel fallen, hat Wallace einen anderen Fokus gewählt. Wallace erzählt vom Alltag, der die Studenten nach ihrer Ausbildung erwartet, die immergleiche banale Routine und zunehmende Desillusionierung mit dem Leben, den nervigen, hässlichen Mitmenschen, der stetige Kampf um Geld und Macht.


»Wie gelingt einem ein angenehmes, gut situiertes und respektables Erwachsenendasein, ohne dass man tot, gedankenlos und tagein, tagaus ein Sklave des eigenen Kopfes und der angeborenen Standardeinstellung wird, die vorgibt, dass man vor allem total auf sich allein gestellt ist?«

Für Wallace sind das aber nicht die Zeichen einer allgemeinen Zukunftslosigkeit, sondern vielmehr Auswüchse des Egozentrismus, der Annahme, dass sich alles nur um uns dreht. Deshalb gibt es Hoffnung in den Gedanken eines jeden Einzelnen. In einer fast philosophischen Herleitung kommt Wallace schließlich zu dem Schluss, dass Offenheit, Achtsamkeit und Empathie gegenüber anderen Menschen entscheidend seien, um aus den festgefahrenen Denkmustern auszubrechen. Das sei die wahre Freiheit und die Alternative zum gewöhnlichen Geisteszustand: Nicht die Fähigkeit zu denken, sondern die Entscheidung für das, worüber es sich nachzudenken lohnt.
mehr:
- David Foster Wallace – “Das hier ist Wasser” (Elke Kühl, ZEIT, NetzFilmBlog, 10.05.2013)
David Foster Wallace – Das hier ist Wasser / This is Water (Kiepenheuer & Witsch)
David Foster Wallace wurde 2005 darum gebeten, vor Absolventen des Kenyon College eine Abschlussrede zu halten. Diese berühmt gewordene Rede gilt in den USA mittlerweile als Klassiker und Pflichtlektüre für alle Abschlussklassen – eine kleine Anleitung für das Leben, die man jedem Hochschulabsolventen und jedem Jugendlichen mit auf den Weg geben möchte.
Das ist Wasser/This is water – David Foster Wallace (Buzzaldrins Bücher, 10.05.2013)
Laut David Foster Wallace neigt der Mensch – und da nimmt er sich selbst nicht aus – dazu, sich als Mittelpunkt des Universums zu sehen. Er bezeichnet dies als Selbstzentriertheit und als “Standardeinstellung” des Menschen: es dreht sich alles um mich, darum wie ich die Wirklichkeit und die Welt wahrnehme. Wallace möchte kein Moralapostel sein und es geht ihm auch nicht um Tugend,
»…es geht vielmehr darum, ob ich diese angeborene, fest verdrahtete Standardeinstellung irgendwie ändern oder überwinden möchte, diese tief sitzende und im wahrsten Sinne des Wortes zu verstehende Ichbezogenheit, deretwegen wir alles durch die Linse des Selbst sehen und interpretieren.«
- This is Water: What David Foster Wallace wanted us to think about (Jon Green, AmericaBlog, 12.05.2015)
- Die Frage ist, worüber (Rezension, der Freitag, 18.06.2012)
- David Foster Wallace, in his own words (IntelligentLife, 19.09.2008)
- Der Klang der Gedanken (Georg Diez, ZON, 25.01.2007)
Das ist vor allem die Logik der großen Unternehmen – sie wollen ihren Profit steigern, indem sie möglichst effektiv bestimmte demografische Zielgruppen ansprechen. Seltsam ist nur, dass das eine neue Art der Intimität mit sich bringt. Die wollen alles über dich wissen. Aber die wollen nicht wissen, wer du bist. Auch wenn es wie ein Klischee klingt: Der große Unterschied ist der zwischen Information und Bedeutung.

This Is Water - Full version-David Foster Wallace Commencement Speech [22:43]

Veröffentlicht am 19.05.2013
Commencement Speech to Kenyon College class of 2005 written by David Foster Wallace

Nehmen wir beispielsweise den durchschnittlichen Tag eines Erwachsenen. Sie stehen morgens auf, gehen der anspruchsvollen Schreibtischarbeit eines Akademikers nach, schuften neun oder zehn Stunden lang, und bei Feierabend sind Sie müde und gestresst und wollen nur noch nach Hause, freuen sich auf ein gutes Abendessen, vielleicht noch ein paar Stunden Entspannung, und wollen dann früh in die Falle, weil das Ganze am Tag darauf ja von vorne losgeht. Aber dann fällt Ihnen ein, dass Sie nichts zu essen im Haus haben wegen Ihrer anspruchsvollen Tätigkeit hatten Sie die ganze Woche noch keine Zeit zum Einkaufen –, also müssen Sie nach Dienstschluss erst mal zum Supermarkt fahren. Sie geraten in den Feierabendverkehr und brauchen weit länger als nötig, und wenn Sie den Supermarkt endlich erreichen, ist er brechend voll, weil natürlich alle Berufstätigen ihre Einkäufe in diese Tageszeit quetschen müssen, und im Laden herrscht dieses scheußliche Neonlicht, überall dudelt diese leidige Kaufhausmusik oder Kommerzpop, und Sie wünschen sich ans andere Ende der Welt, aber mit einer Stippvisite ist es leider nicht getan. Sie müssen durch all die riesigen, grell erleuchteten und verstopften Gänge wandern, bis Sie endlich alles zusammenhaben, und Sie müssen Ihren schrottigen Einkaufswa- gen an denen all der anderen erschöpften, hektischen Leute vorbeimanövrieren, und die Taper- greise bewegen sich im Tempo der Kontinentaldrift, und verpeilte Leute und ADHS–Teenager blockieren die Gänge, und Sie müssen die Zähne zusammenbeißen und möglichst höflich fragen, ob Sie mal durchkönnen, und wenn Sie zu guter Letzt alle Zutaten fürs Essen beisammenhaben, stellt sich heraus, dass nicht genug Kassen offen sind, obwohl die übliche Feierabendhektik herrscht, also sind die Schlangen unendlich lang. Was idiotisch ist und Sie fuchsteufelswild macht, aber Sie können Ihren Zorn nicht an der gehetzten Kassiererin auslassen, die völlig überarbeitet ist in einem Job, dessen tägliche Ödnis und Sinnlosigkeit unser aller Fantasie hier an dieser renommierten Universität übersteigt ... aber schlussendlich kommen Sie an die Reihe, bezahlen Ihre Lebensmittel, warten darauf, dass das Lesegerät Ihre Kartenzahlung akzeptiert, und bekommen mit einer Stimme, die wie der leibhaftige Tod klingt, ein »Schönen Tag noch« mit auf den Weg gegeben. Und dann müssen Sie mit Ihren Lebensmitteln in den schauderhaften, hauchdünnen Plastiktüten im Einkaufswagen mit dem einen eiernden Rad, das immer so nervtötend nach links zieht, draußen über den ganzen überfüllten, holprigen, zugemüllten Parkplatz und die Tüten möglichst so im Wagen verstauen, dass nicht alles rausfällt und auf der Heimfahrt im Kofferraum herumkullert, und dann müssen Sie den ganzen Weg im zähen Stoßverkehr hinter all den Geländewagen her nach Hause fahren und so weiter und so fort ...

Jeder von Ihnen hat das natürlich schon erlebt – aber bei Ihnen, die heute Ihren Abschluss machen, ist es noch nicht Tag für Woche für Monat für Jahr Teil des Alltagstrotts. Das wird es aber werden, zusammen mit zahllosen anderen trostlosen, nervenden und scheinbar sinnlosen Routinetätigkeiten.

Aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass genau bei diesem banalen, frustrierenden Kleinkram die Arbeit des Entscheidens einsetzt. Denn im Stau, in den verstopften Gängen und in den Schlangen an der Kasse habe ich Zeit nachzudenken, und wenn ich mich nicht bewusst entscheide, woran ich denken und worauf ich achten möchte, werde ich beim Einkaufen jedes Mal sauer und niedergeschlagen sein, weil sich solche Situationen meiner angeborenen Standardeinstellung zufolge alle um mich drehen, um meinen Hunger, meine Erschöpfung und meinen Wunsch, bloß endlich nach Hause zu kommen, und es hat ganz den Anschein, als stünde die ganze Welt mir im Weg, und wer zum Teufel sind diese ganzen Leute, die mir im Weg stehen? Und wie abstoßend die meisten von denen aussehen, und wie dämlich, strohdoof, bräsig und nicht menschlich sie in der Kassenschlange wirken, oder wie grob und unhöflich es ist, dass sie mitten in der Schlange lauthals in ihre Handys sprechen, und ist das alles vielleicht nicht wahnsinnig ungerecht: Da habe ich mich jetzt den ganzen Tag lang krumm und lahm geschuftet, bin am Verhungern und todmüde, aber wegen all dieser blöden Rindviecher kann ich nicht mal nach Hause, was essen und ausspannen.

Wenn ich mich in einem sozial bewussteren und geisteswissenschaftlicheren Modus meiner Standardeinstellung befinde, kann ich mich im Feierabendverkehr natürlich auch aufregen über all diese riesigen, hirnrissigen, straßenblockierenden Geländewagen, Hummer und 12-Zylinder-Pick-ups, aus deren selbstsüchtigen, verschwenderischen 150-Liter-Tanks die Welt mit Abgasen verpestet wird, und ich kann mich eingehend mit der Tatsache befassen, dass die patriotischen oder religiösen Aufkleber grundsätzlich auf den größten, widerlichsten und egoistischsten Fahrzeugen kleben, in denen die hässlichsten, rücksichtslosesten und aggressivsten Fahrer am Steuer sitzen, die üblicherweise an ihren Handys hängen, während sie anderen den Weg abschneiden, bloß um im Stau zehn Meter weiter vorn zu stehen, und ich kann darüber nachdenken, wie unsere Kindeskinder uns verachten werden, weil wir die ganzen Rohstoffe der Zukunft verplempert und das Klima zerstört haben, und wie verwöhnt, hirnverbrannt, selbstsüchtig und ekelhaft wir alle sind, und wie mir das alles stinkt und so weiter und so fort ...

Wissen Sie, wenn ich mich für eine solche Haltung entscheide, kein Problem, die haben ja viele von uns – nur liegt ein solches Denken dermaßen auf der Hand, dass es gar keine Ent- scheidung sein muss. Ein solches Denken ist meine angeborene Standardeinstellung. Es ist die automatische, unbewusste Haltung, in der ich die langweiligen, frustrierenden und überfüllten Teile des Erwachsenendaseins erlebe, wenn ich auf Autopilot laufe und unbewusst glaube, ich bin der Mittelpunkt der Welt, und meine unmittelbaren Bedürfnisse und Gefühle sollten in der Welt Priorität haben.
[…] An den meisten Tagen, an denen Sie aufmerksam genug sind und die Wahl haben, können Sie sich aber entscheiden, die fette, bräsige, aufgebrezelte Frau, die in der Supermarktschlange gerade ihr Kind angeschnauzt hat, mit anderen Augen zu sehen – vielleicht ist sie sonst nicht so; vielleicht hat sie gerade drei Nächte lang nicht geschlafen, weil sie ihrem an Knochenkrebs sterbenden Mann die Hand gehalten hat; vielleicht hat genau diese Frau auch den unterbezahlten Job im Straßenverkehrsamt und hat gestern erst Ihrem Mann geholfen, durch einen kleinen Akt bürokratischer Güte einen albtraumhaften Papierkrieg zu beenden.

Das alles ist natürlich unwahrscheinlich, deswegen aber nicht unmöglich – es hängt nur alles von Ihrer Perspektive ab. Wenn Sie automatisch sicher sind, dass Sie wissen, was Wirklichkeit ist und wer und was wirklich wichtig ist – wenn Sie gemäß Ihrer Standardeinstellung operieren wollen, dann werden Sie wahrscheinlich genauso wenig wie ich über Alternativen nachdenken, die nicht sinnlos sind und nerven. Wenn Sie aber wirklich zu denken gelernt haben und aufmerksam sein können, dann wissen Sie, dass Sie eine Wahl haben.
 
[…] Die wirklich wichtige Freiheit erfordert Aufmerksamkeit und Offenheit und Disziplin und Mühe und die Empathie, andere Menschen wirklich ernst zu nehmen und Opfer für sie zu brin- gen, wieder und wieder, auf unendlich verschiedene Weisen, völlig unsexy, Tag für Tag.

Das ist wahre Freiheit.

Das heißt es, Denken zu lernen.

Die Alternative ist die Gedankenlosigkeit, die Standardeinstellung, die Tretmühle – das ständige Nagen, etwas Unendliches gehabt und verloren zu haben.

Ich weiß, dass das alles nicht so witzig, flott und inspirierend klingt, wie zentrale Thesen von Abschlussreden klingen sollten. Soweit ich sehe, ist es aber die Wahrheit, bei der jede Menge rhetorischer Schnickschnack weggeschnippelt worden ist. Davon können Sie natürlich halten, was Sie wollen. Aber tun Sie es bitte nicht als Moralpredigt mit erhobenem Zeigefinger ab. Es geht hier nicht um Moral, Religion, Dogmen oder wichtigtuerische Überlegungen zum Leben nach dem Tod. Die Wahrheit im Vollsinn des Wortes dreht sich um das Leben vor dem Tod. Sie dreht sich um die Frage, wie man dreißig oder sogar fünfzig Jahre alt wird, ohne sich die Kugel zu geben. Sie dreht sich um den wahren Wert wahrer Bildung, die nichts mit Noten oder Abschlüssen, dafür aber alles mit schlichter Offenheit zu tun hat – Offenheit für das Wahre und Wesentliche, das sich vor unser aller Augen verbirgt […]
 
[…] Es ist unvorstellbar schwer – tagein, tagaus bewusst und erwachsen zu leben.
Und das bedeutet, dass noch ein Klischee wahr ist: Wir lernen wirklich fürs Leben – und die Ausbildung geht jetzt erst los.
Ich wünsche Ihnen weit mehr als Glück. (David Foster Wallace, in his own words (IntelligentLife, 19.09.2008) oder Transcription of the 2005 Kenyon Commencement Address - May 21, 2005 Written and Delivered by David Foster Wallace (Daniel Kelly's Homepage, PDF) oder This is Water, David Foster Wallace, gefunden bei Metastatic.org, PDF)


siehe auch:
[Rezension] David Foster Wallace: “Der bleiche König” und D.T. Max: “Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte. David Foster Wallace – Ein Leben” (Laura, aboutsomething, 13.10.2015)
- David Foster Wallace: Das hier ist Wasser. / This is Water. (Frau Ernussbutter, 29.07.???)
- David Foster Wallace : Abschied aus einer Welt, an der er immer gelitten hat (Esther Göbel, ZEIT Campus, 15.08.2015)
David Forster Wallace verfasst nun Kurzgeschichten, Reportagen und Essays mit einer fast krankhaften Genauigkeit. Seitenlange Fußnoten und Schachtelsätze werden sein Markenzeichen. Fünf Fassungen schreibt er von jedem Text, drei per Hand, zwei am Computer. Er wird ein Schriftsteller, der von Literaturkritikern genauso geliebt wird wie von Hipstern. Einmal sagt er: "Wenn ich glücklich sein könnte, würde ich dafür das Schreiben aufgeben."

Dauerhaft helfen können die Antidepressiva nicht. Sie lähmen sein Denken, blockieren das Schreiben. Im Sommer 2007 setzt David Foster Wallace die Medikamente ab. Dann geht alles schnell. Mai 2008: Er schreibt die letzten Worte an seinem aktuellen Buch. Juni: Er nimmt eine Überdosis Tabletten, überlebt. September: Er besorgt sich einen Strick, diesmal gelingt der Suizid. David Foster Wallace verabschiedet sich aus der Welt, an der er immer gelitten hat. Er stirbt am 12. September 2008 in Claremont, Kalifornien, 4205 Oak Hollow Road.
- The Rewriting of David Foster Wallace (Christian Lorentzen, Vulture, 30.06.2015)
- The Unfinished (D.T. Max, The New Yorker, 09.03.2009)

David Foster Wallace on 9/11 and the War on "Terror" [7:07]


Veröffentlicht am 11.10.2014
Are some things still worth dying for? Is the American idea (1) one such thing? Are you up for a thought experiment? What if we chose to regard the 2,973 innocents killed in the atrocities of 9/11 not as victims but as democratic martyrs, “sacrifices on the altar of freedom”(2)? In other words, what if we decided that a certain baseline vulnerability to terrorism is part of the price of the American idea? And, thus, that ours is a generation of Americans called to make great sacrifices in order to preserve our democratic way of life—sacrifices not just of our soldiers and money but of our personal safety and comfort?

In still other words, what if we chose to accept the fact that every few years, despite all reasonable precautions, some hundreds or thousands of us may die in the sort of ghastly terrorist attack that a democratic republic cannot 100-percent protect itself from without subverting the very principles that make it worth protecting?

Is this thought experiment monstrous? Would it be monstrous to refer to the 40,000-plus domestic highway deaths we accept each year because the mobility and autonomy of the car are evidently worth that high price? Is monstrousness why no serious public figure now will speak of the delusory trade-off of liberty for safety that Ben Franklin warned about more than 200 years ago? What exactly has changed between Franklin’s time and ours? Why now can we not have a serious national conversation about sacrifice, the inevitability of sacrifice—either of (a) some portion of safety or (b) some portion of the rights and protections that make the American idea so incalculably precious?

In the absence of such a conversation, can we trust our elected leaders to value and protect the American idea as they act to secure the homeland? What are the effects on the American idea of Guantánamo, Abu Ghraib, PATRIOT Acts I and II, warrantless surveillance, Executive Order 13233, corporate contractors performing military functions, the Military Commissions Act, NSPD 51, etc., etc.? Assume for a moment that some of these measures really have helped make our persons and property safer—are they worth it? Where and when was the public debate on whether they’re worth it? Was there no such debate because we’re not capable of having or demanding one? Why not? Have we actually become so selfish and scared that we don’t even want to consider whether some things trump safety? What kind of future does that augur?

FOOTNOTES:
1. Given the strict Gramm-Rudmanesque space limit here, let's just please all agree that we generally know what this term connotes—an open society, consent of the governed, enumerated powers, Federalist 10, pluralism, due process, transparency ... the whole democratic roil.

2. (This phrase is Lincoln's, more or less)

David Foster Wallace on Education [2:25]

Hochgeladen am 15.07.2010
Edited version of the ZDFmediatek interview with David Foster Wallace, 2003. This version offers David Foster Wallace's ideas, without repetitions, long pauses, interviewer's comments. Although some cuts may appear rough, there is no attempt at editorial bias or content manipulation. Mr. Wallace's archives (books in his library, notes, and writings) have been recently acquired by the Harry Ransom Center at the University of Texas Austin.

Everything And More: A Tribute To David Foster Wallace [35:59]

Veröffentlicht am 11.11.2013
A discussion of David Foster Wallace moderated by Michael Silverblatt with writers David Lipsky, Rick Moody, and Joanna Scott.

siehe auch:
- Frühe Erzählung von David Foster Wallace – Was die Depression mit Menschen macht (Christopher Schmidt, Süddeutsche, 26.04.2015)
[…] und doch hat der Depressive, und das ist der diskursive Kern der Geschichte, nur die Wahl zwischen zwei Formen der Fremdbestimmung: der durch die Krankheit oder der durch die Medikation. In beiden Fällen gehört er nicht sich selbst.
mein Kommentar:
Die – zugegebenermaßen subversive – Frage wäre: Sind diese beiden Fälle möglicherweise die beiden Seiten der gleichen Medaille? Oder: Wann – und unter welchen Bedingungen – hat der Depressive jemals sich selbst gehört?
»Selbst-Losigkeit bedeutet nicht, daß etwas, das es in der Vergangenheit gab, nunmehr nicht-existent wird. Vielmehr ist diese Art von ›Selbst‹ etwas, das nie existiert hat. Die Aufgabe besteht darin, etwas als nicht-existent zu erkennen, das schon immer nicht-existent war.« (Dalai Lama, zit. in Mark Epstein, Gedanken ohne den Denker, Kap. 5, Abschnitt »Verleugnung«)
- David Foster Wallace: Das schwarze Loch (Hubert Winkels, ZEIT Online, 21.05.2015)
- Kult-Schriftsteller: David Foster Wallace tot aufgefunden (Andreas Borcholte, SPON, 14.09.2008)

siehe auch:

- David Foster Wallace (Kiepenheuer & Witsch)
- David Foster Wallace: Tennisspielendes Mathegenie mit Depressionen (The Collected Words)
- »Nennen Sie mich Dave« (1. Kapitel aus D. T. Max – Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte – David Foster Wallace. Ein Leben (Kiepenheuer & Witsch, GoogleBooks, 2013)
- Schummeln (Carsten Schrader, UMagazine, 31.10.2009)


»This thing I feel, I can’t name it straight out but it seems important, do you feel it too?’ — this sort of direct question is not for the squeamish.« [David Foster Wallace, Octet]

Amy Wallace speaks about her brother David Foster Wallace [38:01]


Veröffentlicht am 19.03.2014

- D. T. Max – Jede Liebesgeschichte ist eine Geistergeschichte – David Foster Wallace. Ein Leben. (Buch) (Chris Popp, BookNerds, 24.11.2015)
- Franz Kaltenbeck: Die Gewalt der Melancholie nach David Foster Wallace oder Die Grenzen der Verschlüsselung (Lacaniana, 19.06.2015)
- Unendliche Langeweile. Der definitive David Foster Wallace – Verriss (Sonntagsgesellschaft, 08.03.2015)
 Jede Liebegeschichte ist eine Geistergeschichte – D. T. Max (Mara, Buzzaldrins Bücher, 12.12.2014)
- The Madness of Normalcy and The Psychopathic Society (hybridrogue1, Hybridrogue1’s Blog, 20.09.2014)
- David Foster Wallace – Von Nerds, Neurosen und notorischen Schreibtischarbeitern (Sandra Hoffmann, Deutschlandfunk, 06.01.2014)
- Wallace, Handke, Gustafsson und Coetzee (SRF, Sendung vo 17.12.2013)
- David Foster Wallace: Der bleiche König (Begleitschreiben, 12.12.2013)
- Polyphoner Bürokratenkosmos – Der letzte Roman von David Foster Wallace »Der bleiche König« (Gregor Kreuschnig, GlanzundElend, 12.12.2013)
- "Der bleiche König" – David Foster Wallaces Roman sammelt Fakten (Badische Zeitung, 23.11.2013)
- David Foster Wallace: Der bleiche König – Dazu ist nie genug gesagt (Juan S. Guse, FAZ, 08.11.2013)
Abschließend (aus: Roman Halfmann, Nah der Ironie – David Foster Wallace, Franz Kafka und der Kampf um Athentizität, Transscript Verlag, 2012, GoogleBooks)
zuletzt aktualisiert am 07.03.2016

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