Freitag, 7. November 2014

Kritik am Umgang mit den fünf Hemmungen

Der Hauptpunkt, um den es mir beim Umgang mit den Hemmungen geht (Die fünf Hemmungen, Post vom Vortag), ist die Schaffung und Aufrechterhaltung von Veränderungsmöglichkeit. Daß das Christentum die Hemmungen als »Laster« bezeichnet (ich kümmere mich jetzt nicht um die Übersetzungsproblematik), ist unglücklich. Ich habe mir auch wohlüberlegt den Begriff der Hemmung für meine beiden Texte gewählt, obwohl »Hindernis« ebenfalls möglich gewesen wäre.
Bei den fünf Hemmungen (und damit sind ebenfalls die sieben christlichen Laster gemeint) wird der Bereich fundamentaler Persönlichkeitsanteile berührt. Ein Umgang mit diesen Hemmungen erfordert Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen, Gelassenheit und Sympathie. 
Als Psychotherapeut bin ich davon überzeugt, daß Veränderungen in diesem Bereich zwei wichtige Gegebenheiten zur Voraussetzung haben:
1. ein Gegenüber und
2. dessen wohlwollendes Verstehen

Ich nenne diese Voraussetzungsqualität den »liebevollen Blick«, da dessen Abwesenheit in der Bewältigung bestimmter kindlicher Problemkonstellationen Ursache für die Ausformung des Charakters der Person war. Was zur Folge hat, daß der Erwachsene Verantwortung übernehmen muß für eine Charakterstruktur, für die er primär keine Verantwortung hat, da sie ihm in der Kindheit die einzige zur Verfügung stehende Umgangsmöglichkeit für etwas war, das er anders nicht zu bewältigen imstande gewesen wäre.


Grundvoraussetzung für Veränderungen in diesem Bereich ist also ein wohlwollendes Verstehen für eine Ausformung des Charakters, unter dessen seelischen Prozessen die Person zwar einerseits leidet, mit denen sie sich aber identifiziert. Jeglicher Umgang mit dem, was verändert werden soll, hat aber dessen (verstehende und wohlwollende) Anerkennung zur Voraussetzung.


Zitieren wir Freud:

Der Patient muß den Mut erwerben, seine Aufmerksamkeit mit den Erscheinungen der Krankheit zu beschäftigen. Die Krankheit selbst darf ihm nichts Verächtliches mehr sein, vielmehr ein würdiger Gegner werden, ein Stück seines Wesens, das sich auf gute Motive stützt, aus dem es Wertvolles für sein späteres Leben zu holen gilt. Die Versöhnung mit dem Verdrängten, welches sich in den Symptomen äußert, wird so von Anfang an vorbereitet, aber es wird auch eine gewisse Toleranz fürs Kranksein eingeräumt. 
(zitiert in Mark Epstein, Gedanken ohne den Denker, Kap. 1, Hungergeister, Post, 09.04.2008)

Nehmen wir zum Beispiel die Hemmung, die »Aufgewühltheit« genannt wird. Ich nenne sie lieber »Reagibilität«, womit ich ausdrücken will, daß die Person leicht auf bestimmte Außenreize »anspringt«. Natürlich fehlt dieser Person Gelassenheit. Dieses Wissen aber genügt für das Verstehen der inneren Zwangslage der Person nicht. (Weswegen ich glaube, daß das Meditieren auf einen geistigen Zustand des Gelassen-Seins alleine nicht genügt bzw. nicht genügend stabil ist.) Wichtig ist die Erkenntnis, daß die betreffende Person – ohne daß es ihr notwendigerweise bewußt ist – eine unerträglich große Furcht vor den (in der Kindheit erlebten und jetzt in der Gegenwart phantasierten) Konsequenzen ihres Nicht-Reagierens fühlt (, was in den meisten Fällen verdrängt wird und erst ins Bewußtsein geholt werden muß) und mit ihrem ständigen »Anspringen« diese Furcht (vor der Reaktion anderer auf ihr Nicht-Reagieren) in Schach hält.


Diese Furcht muß zuerst in der Beziehung mit einem wohlwollenden und verstehenden Gegenüber erlebt werden können, damit als allererstes die Person in ihrem Gegenüber wahrnehmen kann, daß ihr Gegenüber diese Furcht auszuhalten imstande ist. In dieser – nicht zwingend therapeutischen – Beziehung kann die betreffende Person nun erleben, daß ihr Gegenüber eine außerordentlich unangenehme – und oft mit Scham besetzte – Gefühlslage auszuhalten imstande ist. Und dieses Erleben ist die Voraussetzung dafür, daß die Person diese unangenehme Gefühlsqualität nun selbst aushalten kann. Das Aushalten-Können wiederum ist die Voraussetzung für die notwendige Distanzierung: dadurch wird das Gefühl nicht mehr als dermaßen bedrängend erlebt.


Ich habe mich der Einfachheit halber auf die vierte Hemmung beschränkt, gehe aber davon aus, daß das Schema der Veränderungsvoraussetzung auf die anderen Hemmnisse in gleicher Weise zutrifft. Ich habe den Begriff der Hemmung gewählt, um einen innerseelischen Prozeß anzudeuten, der zuerst einmal subjektiv als dem Ich zugehörig und als eine Form von Gehemmtheit erlebt wird. Der Begriff des Hindernisses würde etwas als von außen Gekommenes beschreiben, was aus der Sicht der betreffenden Person aber zuerst einmal als aus sich selbst kommend erlebt wird.


Meine Ausführungen führen zum Schluß, daß größere oder längerdauernde Schwierigkeiten in diesen Bereichen therapeutischer Begleitung bedürfen.


Zitat aus Die 5 Hindernisse (Pagode Phật Huệ):

Die rastlose Person soll lernen, alles so zu akzeptieren, wie es ist und mit wenig zufrieden zu sein. Dadurch kann sie sich davon befreien, ständig nach Fehlern suchen zu müssen. Wenn sich Genügsamkeit einstellt, kann sie auch noch am Geringsten ihre Freude zu haben. Da nicht das „mehr und mehr“ Glückseeligkeit verschafft, ist es wichtig, die Dankbarkeit in jedem Augenblick der Gegenwart zu spüren (4). Rastlose müssen strenge Disziplin entwickeln und ihr Leben ordnen (5).

Das erscheint mir recht uneinfühlsam und auch kaum umzusetzen, und ich habe meine Zweifel, ob diese Anweisungen zum gewünschten Ziel führen. Wenn Buddha selbst davon spricht, weltliche Begierden auszuschalten oder Trägheit auszumerzen (wieder kümmere ich mich nicht um die Übersetzung), benutzt er Begriffe, die für den Umgang mit problematischen Charakterzügen kontraproduktiv sind und mit Vorsicht und Zurückhaltung »neu übersetzt« werden sollten.

Während die westliche Psychotherapie in puncto Achtsamkeit sehr viel vom Zen lernen kann, kann umgekehrt das psychoanalytische Wissen um die Bedingtheiten charakterlicher Ausformungen für den Zen-Weg hilfreich sein.



Mein zweiter Kritikpunkt ist die früher von mir immer wieder bewunderte Stufenorganisation der Persönlichkeitsentwicklung, sehr eindrucksvoll dargestellt in den Bildresümees des Buddhismus (Hans Gruber, Buddha heute). Ich glaube heute nicht mehr, daß das so funktioniert.



Nehmen wir als sehr vereinfachtes Beispiel die Organisation des Farbkreises: Wenn ich bei Rot (im Uhrzeigersinn) beginne, werde ich erst, wenn ich weit im Blau bin, ein halbwegs sicheres Gefühl dafür haben, daß ich mich fortbewegt habe. Die recht mechanistische Beschreibung des Entwicklungsweges der Persönlichkeit mag zwar für den Anfänger verlockend und für denjenigen, der auf dem Weg schon weiter fortgeschritten ist, nachvollziehbar sein, für denjenigen, der sich auf dem Weg befindet, ist diese stufenartige Beschreibung wenig hilfreich, aus meiner Sicht sogar eher ein Hindernis. Ich rate also allen an ihrer Entwicklung Arbeitenden, sich um solche Modelle nicht groß zu kümmern.


Alles, was ich beschrieben und kritisiert habe, wurde von Menschen gemacht. Die Tatsache, daß sie es gut gemeint haben, bedeutet nicht, daß die Wahl ihrer Sprache oder ihrer Modelle automatisch hilfreich ist, bedeutet auch keinen prinzipiellen Makel der betreffenden Weltanschauung oder Religion, da auch diese von Menschen gemacht, interpretiert und in eine sprachliche Form gebracht werden. Auch diese Konzepte – wie auch die meinigen – sind immer nur Konzepte. Sie dürfen nicht mit der Realität verwechselt werden…


Donnerstag, 6. November 2014

Die fünf Hemmungen

Wir sind was wir denken. Alles was wir sind entsteht durch unsere Gedanken. Mit unseren Gedanken gestalten wir die Welt. 

Korrekte Bemühung ist nicht die Bemühung,
etwas Bestimmtes geschehen zu machen.

Es ist die Bemühung, in jedem Moment bewusst und wach zu sein,
die Bemühung, Trägheit und Inneren Zwang zu überwinden,
die Bemühung, jede Aktivität des Tages in eine Meditation zu verwandeln. 

Die Aufhebung der 5 Hemmungen (nivarana) gilt als unmittelbare Vorstufe zu den Jhanas, den Schauungen. (Die Aufhebung der 5 Hemmungen, Buddha-Dhamma)


Unsere Aktivitäten zu vereinfachen,
das bedeutet nicht,
in Trägheit zu verfallen,
sondern sich im Gegenteil von dem subtilsten Aspekt der Trägheit zu befreien:

Dem,
was uns tausend unwichtige Dinge tun lässt.  

Matthieu Ricard im Gespräch 3 Gelassenheit Achtsamkeit Meditation {0:52}

Hochgeladen am 10.01.2012



Die fünf Hemmungen sind:
  1. Sinnliches Verlangen 
  2. Übelwollen, Wut
  3. Trägheit 
  4. Aufgewühltheit, Rastlosigkeit 
  5. Daseinssorge, Zweifel 

Unter den Idealen, die einen Menschen über sich selbst
und seine Umwelt hinausheben können,
gehört die Ausschaltung weltlicher Begierden, Ausmerzung von Trägheit
und Verschlafenheit, Eitelkeit und Geringschätzung,
Überwinden von Ängstlichkeit und Unruhe
und Verzicht auf Misswünsche zu den Wesentlichsten. 

- Die Aufhebung der 5 Hemmungen (Buddha-Dhamma)
- Nivarana (Wikipedia)
- Die 5 Hindernisse (Pagode Phật Huệ)
- Gedanken über 5 Hindernisse in der Meditation (Zentao-Blog, 29.06.2008)
- Hindernisse der Klarsicht (Insight Meditation Center)
- Innerer Zwang (Hans Gruber, Faszination Buddhismus, Das Buddhistische Haus – Berlin Frohnau)
vergleiche dazu auch
- Laster (Traditionelles Verständnis, Wikipedia)
Die Geschichte der Laster beginnt in der ägyptischen WüsteEvagrius Ponticus (345–399), ein gelehrter Anachoret des 4. Jahrhunderts, erarbeitete aufgrund von neuplatonischen und gnostischen Elementen einen Achtlasterkatalog. (Zur Vorgeschichte der Lasterkataloge, z. B. Bloomfield 1952). Die acht Laster gastrimargía, porneía, philarguría, lúpe, orgé, akedía, kenodoxía und huperephanía verstand Evagrius als ‚böse Gedanken‘, die Dämonen einsetzten, um Einsiedler von ihrem Ziel abzulenken, die apatheia zu erreichen. Dieses Lasterschema wurde von Johannes Cassian (360–435) übernommen und damit dem lateinischen Westen überliefert.Zwei Jahrhunderte später wurde die Lasterlehre von Papst Gregor dem Großen (~540–604) in seiner Moralia in Iob einer grundlegenden Wandlung unterzogen. Gregor kennt offensichtlich Cassians Lasterkatalog, nimmt aber nur sieben Hauptlaster an, wobei diesen Hauptlastern der Stolz (superbia) als regina oder radix übergeordnet wird, aus der die anderen Laster entspringen. Ferner führt Gregor den Neid (invidia) als neues Laster ein und fasst acedia und Traurigkeit (lúpetristitia) zu einem einzigen Laster, der tristitia, zusammen.Gregors Lasterkatalog hatte einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die christliche Literatur des Abendlandes, wobei dieser Katalog häufig mit demjenigen Cassians kombiniert wurde. Im 12. Jahrhundert wurden die verschiedenen Modelle vereinheitlicht und eine leicht korrigierte Fassung des Gregorianischen Lasterkatalogs mit sieben Lastern setzte sich durch. 
(Geschichte der Laster, Laster, Wikipedia)
siehe dazu auch 
- Bibeltexte zur Homosexualität (Übersicht, Neues Testament)
- Die „7 Todsünden" des Managements (Kraus & Partner, PDF)


- Das Fehlen von Selbstvertrauen (ViewonBuddhism)

- Buddha ermuntert zum Aufbruch, Die Macht des Geistes (Marie Mannschatz, Buddhas Anleitung zum Glücklichsein, Leseprobe, PDF)
- Entstandene schädliche Geistesverfassungen beseitigen (Kuananda, Buddhismus auf einen Blick, GoogleBooks)
- Die berühmtesten Bildresümees des Buddhismus (Hans Gruber, Buddha heute)
- Buddhistische Konzepte (Flowchart Forum)
- Matthieu Ricard über Glücksgewohnheiten (TED, 2004, Video)
- Was ist Meditation? (Sylvia Kolk)
- Studientexte zu Meditation/Ruhe und Klarheit (Buddhismus Deutschland)
Buddhismus und Medizin – Die Mitte (Dr. med. Ingfried Hobert, Zurück zur Mitte)



Ich gehe eine Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren.

… Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.

Ich gehe wieder dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

Ich gehe wieder dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle schon wieder hinein…
aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiss, wo ich bin.
Es ist meine Schuld.
Ich komme auch sofort wieder heraus.

Ich gehe wieder dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich gehe darum herum.

Ich gehe jetzt eine andere Strasse.

zur Trägheit:
- Buddhas Anleitung zum Glücklichsein, S. 2ff (Marie Mannschatz bei Googlebooks)
- Konstruktives Verhalten als Hauptquelle des Glücklichseins (Die Quellen des Glücklichseins aus der Sicht des Buddhismus, Alexander Berzin, Das Berzin-Archiv, März 2010)
- Tatkraft ist die Energie für das Heilsame (Geshe Pema Samten, Tibet – Buddhismus, Heft 87 – 4/2008, Schwerpunkt-Thema: Freude am spritiuellen Weg und Tibetproblem, PDF)
- Das 7. Kapitel über die Tatkraft in Śāntidevas Bodhicaryāvatāra  (Oliver Petersen, Tibetisches Zentrum Hamburg, Buddhismuskunde Uni Hamburg, PDF)
Das Glück der Selbstsucht oder Glück und Egoismus (Ursula Schneider, Grundzüge einer Philosophie des Glücks bei Nietzsche, S. 92f., bei GoogleBooks)


Inwiefern der tätige faul ist.— Ich glaube, dass Jeder über jedes Ding, über welches Meinungen möglich sind, eine eigene Meinung haben muss, weil er selber ein eigenes, nur einmaliges Ding ist, das zu allen anderen Dingen eine neue, nie dagewesene Stellung einnimmt. Aber die Faulheit, welche im Grunde der Seele des Tätigen liegt, verhindert den Menschen, das Wasser aus seinem eigenen Brunnen zu schöpfen. — Mit der Freiheit der Meinungen steht es wie mit der Gesundheit: beide sind individuell, von beiden kann kein allgemein gültiger Begriff aufgestellt werden. Das, was das eine Individuum zu seiner Gesundheit nötig hat, ist für ein anderes schon Grund zur Erkrankung, und manche Mittel und Wege zur Freiheit des Geistes dürfen höher entwickelten Naturen als Wege und Mittel zur Unfreiheit gelten.
Friedrich NietzscheMenschliches, Allzumenschliches, Bd 1, 1878 (Textlog, Hervorhebung von mir)


- Wenn mangelndes Selbstbewusstsein auf Buddhismus trifft (Cornelia Weishaar-Günter, Tibet – Buddhismus, Heft 87 – 4/2008, Schwerpunkt-Thema: Freude am spritiuellen Weg und Tibetproblem, PDF) – unter dieser Adresse gibt es noch weitere interessante Artikel…



Die Trägheit des westlichen Menschen besteht darin, dass er sein Leben derart mit fieberhafter Aktivität anfüllt, dass ihm keine Zeit mehr bleibt, sich mit den wahren Fragen auseinander zu setzen.



Hermann Hesse liest -Über das Glück- {13:10}

Veröffentlicht am 24.02.2013
"Son Of Mars" the new Album by ~RAMUN~
~RAMUN~ IS LOOKING FOR A LABEL FOR THIS EXCELLENT ALBUM NOW!
Full Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YTldN...
More information at: http://ramun.jimdo.com/
Dennis Tschirner (Vocals)
Ottfried Mietzke (Instruments)
Lyrics by the scottish poet Robert Burns (1759 - 1796)
Composed and arranged by RAMUN


Mittwoch, 5. November 2014

Schichtarbeit: Krankheiten und Intelligenzminderung

Die Folgen sind immens: Wer länger im Schichtdienst arbeitet, ist nicht nur anfälliger für Geschwüre, Herzkrankheiten und bestimmte Krebsarten. Auch die kognitiven Fähigkeiten lassen rapide nach, wie eine Studie zeigt.
Jahrelange Schicht- und Nachtarbeit verringert einer aktuellen Studie zufolge die Gedächtnisleistung und das Denkvermögen. Bei Menschen, die mehr als zehn Jahre unregelmäßigen Arbeitszeiten ausgesetzt waren, nähmen die kognitiven Fähigkeiten deutlich schneller ab als bei anderen Berufstätigen, hieß es in einer im US-Fachmagazin "Occupational and Environmental Medicine" veröffentlichten Studie.
Aus früheren Untersuchungen ist bereits bekannt, dass unregelmäßige Arbeitszeiten und Nachtarbeit zu Geschwüren, Herzkrankheiten und bestimmten Krebsarten führen können. Über die Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten war bislang wenig bekannt.
Betroffen seien insbesondere Menschen, die länger als zehn Jahre Schichtarbeit leisteten, erklärte Studienleiter Jean-Claude Marquié vom Forschungsinstitut CNRS in Toulouse. Diese Belastung entspreche einem Alterungsprozess von zusätzlich sechseinhalb Jahren. Sich nach dem Ausscheiden aus dem Schichtdienst davon zu erholen, dauere mindestens fünf Jahre. Allerdings müssten die Ergebnisse noch in anderen Studien bestätigt werden.
mehr:


Dienstag, 4. November 2014

Intelligente Tiere

Krähen schnitten bei einem physikalischen Experiment besser ab als sechs Jahre alte Kinder. Forscher untersuchten, wie gut die Tiere Wasserverdrängung verstehen. Kinder verstehen das Prinzip erst ab zehn Jahren.
mehr:
- Krähen verstehen Physik besser als Sechsjährige (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 04.11.2014)

Terra X Rätsel Mensch - Wie wir denken [43:28]

Veröffentlicht am 09.10.2015
Eine Terra X Doku
Ebenfalls in der ZDF Mediathek zu sehen
aktualisiert am 26.02.2016

Montag, 3. November 2014

Die 5 Axiome von Paul Watzlawick

Die 5 Axiome von Paul Watzlawick {9:46}

Veröffentlicht am 10.08.2013

siehe auch:
Die Geschichte mit dem Hammer (Post, 08.04.2008)
- Systemische Therapie 2 – Kernfragen systemischer Therapie (Post, 15.05.2014)
- Paul Watzlawick - Wenn die Lösung das Problem ist (Post, 24.05.2014)
- Unsere Welt besteht aus Geschichten (Post, 17.12.2015)

Freitag, 31. Oktober 2014

»Mäuse«

An diesem Abend ging ich hinauf in den zweiten Stock des Forschungsinstituts: dabei stolperte ich auf der unbeleuchteten Treppe über einen Spucknapf. Als ich an die Tür klopfte. sagte eine Stimme: »Augenblick«, dann öffnete ein junger Mann mit muskulösen Schultern und langen Armen. die bis zu den Knien hinab zu reichen schienen, die Tür. Er war einen ganzen Kopf größer als ich. »Ich bin Little Guo«, sagte er und schüttelte mir unter Einsatz seines gesamten Oberkörpers die Hand, daß mir die Zähne klapperten. Er bat mich in sein Labor, in dem dicht an dicht dreißig oder mehr Hocker standen. Bereits beim Eintreten spürte ich, daß sich ringsum allerhand bewegte, doch brauchte ich ein paar Sekunden, um mir Klarheit zu verschaffen über das, was ich da sah. Auf jedem Schemel hockten drei Mäuse, beschnupperten nervös die Ränder der Sitzfläche und spitzten gelegentlich hinunter, als wollten sie gleich springen.

»Mäuse!« sagte Little Guo, klatschte mir kräftig auf die Schulter und strahlte. Er erklärte mir, daß er derzeit ein Experiment durchführe, bei dem Mäuse in Dreiergruppen gekennzeichnet und gewogen werden, weil man ihre Abwehrkräfte gegen eine bestimmte Krankheit testen wolle.


»Aber springen sie denn nicht herunter?«, fragte ich ihn.


»Nein, sie haben Angst vor der Höhe! Das habe ich schon früher ausprobiert.«


Während er die Mäuse wog, erzählte er mir, sein Lehrer Zheng sei ein hervorragender nei-gong-Boxer. Nei-gong bedeutet wörtlich »innere Fähigkeit« und bezieht sich auf Kampfkunststile wie etwa t'ai-chi-ch'uan […]


Wir trafen eine Verabredung für die nächste Woche und wollten uns soeben über einen Treffpunkt einigen, als es plötzlich geschah: Eine Maus hatte ihre Angst vor der Höhe überwunden und sprang auf den Boden, flitzte wie verrückt herum und quietschte hingebungsvoll. Sofort wurden auch die anderen Mäuse ganz aufgeregt, beugten sich wei ter über die Ränder ihrer Schemel und folgten den Bewegungen der herumsausenden Maus mit Augen und Ohren. 


»Das ist doch unmöglich!« Little Guo stürzte sich auf die Maus, verfehlte sie aber. Die Maus wetzte, verfolgt von Little Guo, unter den Hockern hindurch und blieb schließlich in einer Ecke des Raumes unter einem Labortisch stehen. Bedächtig kroch Little Guo auf sie zu, die riesigen, derben Hände wie Schaufeln zum Zupacken bereit. Ich wollte nicht hinsehen, weil ich so das Gefühl hatte, Little Guo würde gleich auf der Maus landen und sie zerquetschen, aber bevor er sich auf sie stürzte, flitzte sie nach links weg und entwischte. Little Guo wirbelte herum, um ihr nachzusetzen, traf dabei mit seinem Unterarm einen Hocker und fegte weitere drei Mäuse in die Freiheit. Wilde Aufregung ergriff die noch auf ihren Schemeln hockenden Mäuse, die jetzt eine nach der anderen auf den Boden sprangen.


Iron And Silk Trailer 1991 [1:26]

Veröffentlicht am 22.10.2014
Iron And Silk Trailer 1991
Director: Shirley Sun
Starring: Mark Salzman, Pan Qingfu, Jeanette Lin Tsui, Vivian Wu, Sun Xudong,
Official Content From Live Home Video
The adventures of an American teacher in China. One of the few recommended martial arts pictures!
Movie, Iron And Silk Movie,Iron And Silk Trailer,Iron And Silk 1991, Shirley Sun,Mark Salzman, Pan Qingfu, Jeanette Lin Tsui, Vivian Wu, Sun Xudong,
siehe auch:
- MARK SALZMAN: An Atheist in Free Fall (New York Library, 27.02.2011)
Author Mark Salzman (Iron and Silk, The Soloist, Lying Awake), became a stay-at-home parent in 2001. Eight years and three failed book manuscripts later, he had a nervous breakdown.
He joins LIVE to tell a sad story with a happy ending


Meet Mark Salzman [3:56]

Hochgeladen am 23.01.2012
Mark Salzman's career as a novelist and memoirist, classically trained cellist, actor, and martial artist have earned him innumerable accolades and awards over the course of his life. "If there were a prize for most winning writer, Salzman would cop it," wrote The New York Times. His first book, the bestselling memoir Iron & Silk, was nominated for a Pulitzer Prize and made into a film of the same name, starring Salzman as himself. In his new memoir, THE MAN IN THE EMPTY BOAT, Salzman confronts a year of catastrophe in which he suffers from acute anxiety, debilitating panic attacks, and a crippling case of writer's block, all compounded by the sudden loss of his sister. Here Salzman speaks about what inspired him to get through one of the most difficult times in his life, then click to explore his work now available as an ebook from Open Road Media.


Dienstag, 28. Oktober 2014

Nicht zu genau hinsehen!


Genau besehen
 
Wenn man das zierlichste Näschen
Von seiner liebsten Braut
Durch ein Vergrößerungsglas
Näher beschaut,
Dann zeigen sich haarige Berge,
Daß einem graut.

Joachim Ringelnatz  (1883-1934)