Sonntag, 5. November 2017

Schule und Lernen: Wenn Du den Sumpf trockenlegen willst, darfst Du nicht die Frösche fragen

PRECHT, Richard David Precht im Gespräch mit Gerald Hüther, Macht Lernen dumm? {42:50}

Veröffentlicht am 12.12.2016
Quantum Healing

siehe auch:
- Sozialkunde bei Oberlehrer Precht (seriousguy, Freitag-Community, 04.09.2017)
- TV-Premiere: Precht macht dumm (Maximilian Probst, ZON, 03.09.2012)
- Talksendung mit Precht: Der große Schlagabflausch (Ariane Lemme, taz, 03.09.2012)
- Philosophie-Talk im ZDF: Precht ab (Sebastian Hammelehle, SPON, 30.08.2012)

Freitag, 3. November 2017

Gelassenheit, die förderliche innere Haltung

Eine optimale innere Haltung ist annehmend und gelassen. Tatsächlich ist aber allzu oft das Gegenteil der Fall.

Abträglich sind wertende, urteilende und verurteilende Haltungen: »Das war nicht gut genug.« »Ich scheine besser zu werden.« »Ich bin wieder schlechter.« » Jetzt läuft es gut.« Auch vergleichende Betrachtungsweisen sind nicht förderlich: »Heute Morgen war es besser, jetzt ist es schlechter.« »Der Mann, der unbeweglich vor mir sitzt, hat sicher eine bessere Meditation als ich.« Abträgliche Haltungen können kritisch sein, klagend, fordernd oder aggressiv.

Zum Glück gibt es auch förderliche Haltungen, mit denen wir der Erfahrung des Moments begegnen können: interessiert, offen, annehmend, liebevoll, gelassen. Es sind schlicht andere Qualitäten des Gewahrseins. Sofern wir mit solch hilfreichen Einstellungen präsent sind, wird die Meditation einfacher, leichter und klarer. Dabei müssen wir Acht geben, nicht zu versuchen, möglichst die richtige Einstellung hinzukriegen und uns jedes Mal, wenn wir die falsche haben, dafür zu verurteilen.

Hilfreicher ist es, nicht nur verstandesmäßig zu wissen, was förderlich ist, sondern immer wieder bewusst zu erleben, was nützliche und was schädliche Umgangsweisen mit uns machen. Wenn wir dies tun, findet ein Erkennen statt, welches diese inneren Haltungen von selbst in positiver Richtung transformiert. In diesem Sinne können wir der Achtsamkeit, dem Gewahrsein und der Erkenntnis zutiefst vertrauen. Dieses Erkennen und Lernen findet immer dann statt, wenn wir wirklich an der direkten Erfahrung interessiert und mit ihr präsent sind - immer und immer wieder von neuem.

Interessiert und gelassen, weil wir verstehen wollen

Die Moment-zu-Moment-Erfahrungen werden hier nicht aus »sicherer Distanz« betrachtet, sondern in unmittelbarem Kontakt: mit der Wärme oder Kälte der Körperempfindung, dem Pulsieren, dem Vibrieren oder dem Stechen und Zerren. Wenn die Empfindungen unangenehm sind, ist das genauso akzeptabel, wie wenn sie angenehm oder neutral sind. Wir spüren, was ist - dabei bleiben wir offen und heißen die gegenwärtige Erfahrung willkommen.

Wenn wir beim Atem sind, hegen wir keine Vorstellungen darüber, wie er sein sollte. Es mag angenehm sein, wenn er tief und fließend ist, aber es ist genau so richtig, sollte er kurz und gepresst sein. Manchmal ist er kurz, manchmal ist er lang, manchmal schnell und manchmal langsam. Auch der Körper fühlt sich einmal gut an und ein andermal überhaupt nicht. Unser Job ist es, interessiert und möglichst gelassen in Kontakt damit zu sein. Wir praktizieren nicht, um bestimmte erwünschte Erfahrungen hinzukriegen, sondern um Gewahrsein, Gelassenheit und Erkenntnis zu kultivieren.

Gelassen bedeutet hier, sich nicht gegen unangenehme Erfahrungen zu sträuben und auch nicht zu versuchen, mehr angenehme hervorzubringen. Sollten wir dies trotzdem tun – was sehr wahrscheinlich ist, da wir immer lieber mehr Angenehmes und weniger Unangenehmes haben möchten, – nehmen wir auch dies mit freundlicher Gelassenheit wahr. Dabei spüren wir, wie sich Sträuben oder Festhalten, Ablehnung oder Verlangen, Unruhe oder Ruhe anfühlen und was sie in uns bewirken. Und wir stellen fest, dass diese Reaktionen ebenfalls nur für kurze Zeit andauern und dann wieder vergehen. Sind wir auch diesen Erfahrungen gegenüber offen und entspannt?

Wir müssen uns immer wieder erinnern: Es geht um achtsames Gewahrsein. Es geht darum, zu sehen und zu erfahren, wie die Dinge wirklich sind, wie sie entstehen, sich verändern und wieder verschwinden – und nicht darum, bestimmte Erfahrungen zu produzieren und andere zu vermeiden. Wenn wir wirklich interessiert sind und in einer wohlwollenden, willkommen heißenden Art präsent, werden sich die Dinge früher oder später in heilsamer Weise verändern. Weil wir ihnen in heilsamer Art und Weise begegnen. Der burmesische Vipassanā-Lehrer U Tejaniya Sayādaw schrieb in seinem Buch Awareness alone is not enough:

»Wir praktizieren, weil wir verstehen wollen. Manche Leute scheinen die Wirkung des achtsamen Gewahrseins nicht wirklich zu schätzen. Sie glauben, das Wesentliche in der Meditation seien die Objekte, die Erfahrungen, die sie betrachten. Aber die Objekte, die Erfahrungen, spielen nicht wirklich eine Rolle. Manche verbringen viel Zeit damit, über die Resultate nachzudenken. Sie möchten angenehme, friedvolle Zustände, sie möchten Entzücken. Wenn sie das hinkriegen, haften sie an diesen Zuständen. Der große Wert der Meditation liegt nicht in dieser Art von Resultaten, wie erfreulich sie auch immer sein mögen. Der wirkliche Wert der Meditation liegt im eigentlichen Prozess des achtsamen Gewahrseins, um zu erkennen und zu verstehen, was geschieht. Dieser Prozess ist wichtig, nicht die Erfahrungen und Zustände! Wir üben uns in Gewahrsein, weil wir verstehen wollen.«*

Versuchen wir's!
... stille Meditation ...

Wenn ihr den Klang der Glocke hört, betrachtet dies bitte nicht als Signal für das Ende der Gewahrseinsübung. Das Läuten der Glocke bedeutet nur, dass die Sitzmeditation zu Ende ist, nicht aber das achtsame Gegenwärtigsein. Wir verändern die Körperhaltung, stehen auf und wechseln zur Gehmeditation. Die Praxis bleibt das kontinuierlich achtsame Gewahrsein. Ich möchte euch sehr ans Herz legen, die Zeit der Gehmeditation wirklich zu nutzen. Danke.

*Ashin Tejaniya, Awareness Alone is Not Enough, Questions and Answers with Ashin Tejaniya, http://sayadawutejaniya.org/teachings/

 Fred von Allmen in: Mahāmudrā und Vipassanā: Gewahr Sein. Retreat-Unterweisungen
siehe auch:
- Weil wir verstehen wollen (Fred von Allmen)

Gelassenheit - Fred von Allmen {36:31}
Veröffentlicht am 14.09.2015
Buddhas Lehre
Ein zentraler Begriff der buddhistischen Geistesschulung ist Upekkhā („Gleichmut“), einer der vier Grenzenlosen Geisteszustände (Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut). Zum Bedeutungsspektrum dieses Begriffs gehören auch Gelassenheit, Nicht-Anhaften, Nicht-Unterscheiden, Loslassen. Diese Art von Gelassenheit soll die „Weisheit der Gleichheit“ zum Ausdruck bringen, das heißt die Fähigkeit, alle Menschen als gleich zu betrachten und keine Unterschiede zwischen sich selbst und anderen zu machen. Der Geisteszustand der Gelassenheit hat also zur Voraussetzung, die dualistische Unterscheidung zwischen sich selbst und anderen zu unterlassen.
Fred von Allmen studiert und praktiziert seit über vierzig Jahren unter Lehrenden der tibetischen Dzogchen- und Gelug-Traditionen sowie der Theravada Vipassana-Tradition. Seit 1984 lehrt er – auf der Basis einer altruistischen Motivation des Mitgefühls – einen Praxis-Weg zur befreienden Erkenntnis von Herz und Geist. Er ist Autor der Bücher 'Die Freiheit entdecken' (Arbor), 'Buddhismus' (Theseus), 'Mit Buddhas Augen sehen' und 'Buddhas tausend Gesichter' (beide Steinrich) und ist Mitbegründer des Meditations­zentrums Beatenberg.
...Auf meiner Google+ Seite ( https://plus.google.com/+BuddhasLehre... ) findet ihr auch buddhistische Texte, Zeitschriften, Bücher ( PDF ) zum Lesen, Downloaden und Teilen !
Wenn ihr nach etwas, zu einem bestimmten Thema sucht: einfach fragen ! Ich schaue, ob ich etwas dazu habe.

Fred von Allmen Interview Teil 1 {12:07}

Veröffentlicht am 26.10.2016
dharma edu
Fred von Allmen - Dharma Praxis - 4 Interviews  

Prof. Dr. Gerald Hüther - Gelassenheit hilft: Anregungen für Gehirnbenutzer {41:58}

Veröffentlicht am 05.04.2012
demographienetzwerk

Wilhelm Schmid: Gelassenheit {1:32:04}

Veröffentlicht am 08.11.2016
AKVorarlberg
Gelassenheit ist in jeder Lebensphase ein Gewinn, insbesondere aber beim Älterwerden, wenn das Leben schwieriger und ärmer zu werden droht. In seinem Bestseller „Gelassenheit“ schreibt Wilhelm Schmid: „Ich bin nicht im Besitz der Gelassenheit, aber sie erscheint mir erstrebenswert, um ein schönes Leben führen zu können. Gelassenheit zu gewinnen, ist vielleicht überhaupt erst im Laufe des Älterwerdens möglich: Es fällt leichter, gelassen zu werden, wenn nicht mehr alles im leben auf dem Spiel steht und die Hormone sich etwas beruhigt haben, der Schatz der Erfahrungen größer, der Blick weiter, die Einschätzung von Menschen und Dingen treffsicherer geworden ist.“

Sonntag, 29. Oktober 2017

Was ist Bewusstsein?

Und was wissen wir, wenn wir diese Frage beantworten? Ansätze aus Kognitionswissenschaften und Philosophie 

Es ist eine Frage, mit der man so manchen Prüfling in den Kognitionswissenschaften oder der Philosophie in Angst und Bange versetzen könnte: Was ist Bewusstsein? Und es ist die Frage, mit der die Moderation in die Diskussion einsteigen wird. Als ob jemand das so genau wüsste ... 

Klar, man kann es philosophisch aufziehen und erst einmal fragen, worauf sich der Begriff bezieht: Auf ein Wesen als Ganzes, auf die Eigenschaften eines psychischen Vorgangs ("bewusst") oder gar auf eine eigene Entität Bewusstsein, auf ein eigenständiges Ding?
mehr:
- Was ist Bewusstsein? (Stephan Schleim, Telepolis, 23.10.2017)

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Die Neoliberalisierung der Psychotherapie

Eigenverantwortung bei psychischen Erkrankungen? Mit dieser Prämisse arbeitet zuweilen die Psychotherapie. Der Burnout im Betrieb gerät so schnell zum Politikum.

Als die „Verwaltung der vagen Dinge“ bezeichnet der Soziologe Peter Fuchs die Psychotherapie. Patentrezepte gibt es hier nicht. Keine klaren, naturwissenschaftlich unausweichliche und fassbare Lösungen. Einerseits leidet jeder Patient anders (und wenn wir noch so viele neue Kategorien und Namen für psychische Erkrankungen schaffen) und andererseits kann die Ursache niemals völlig geklärt werden.

Allzu oft liegen Ursachen psychischer Krankheiten in einer Melange aus biologischen Faktoren, tiefenpsychologischen Einflüssen und Umständen der Sozialisation, deren einzelne Anteile auch bei noch so guter Diagnostik niemals restlos auseinander sortiert werden können; auch deswegen, weil sich etwa prägende Phasen wie die frühkindliche der Erinnerung des Menschen weitestgehend entziehen und daher nur schwer aufgearbeitet werden können.

Diese „vage“ Natur der Psychotherapie bringt es mit sich, dass sie anfällig wird für verschiedenste Formen der Interpretation, der Politisierung, der Manipulation. Wo empirische Erkenntnisse nicht abschließend herzustellen sind, da arbeitet der Sozialwissenschaftler mit Theorien und Hypothesen. Eine Tatsache, die unvermeidlich ist, aber auch nicht grundsätzlich problematisch, auch wenn sie vielen eher „technisch“ denkenden Menschen, für die am Ende immer ein klares Ergebnis, ein „A oder B“ stehen muss, oft suspekt ist.

Problematisch wird es erst, wenn diese Interpretationsanfälligkeit geschickt genutzt wird, um mit ihrer Hilfe „hinten rum“ eine politische Ideologie zu verwirklichen, die dem Menschen – dem Patienten – am Ende des Tages alles andere als zum Vorteil gereichen wird. Bei der modernen Psychotherapie ist genau dieses Phänomen vorzufinden – was umso schlimmer anmutet deswegen, weil es damit Menschen trifft, die ihr leidendes Innerstes offenlegen, weil sie sich anders nicht zu helfen wissen.
mehr:
- Burnout & Eigenverantwortung: Die Neoliberalisierung der Psychotherapie (Florian Sander, Le Bohemien, 26.10.2017)
x

Montag, 16. Oktober 2017

Ich, Neuron und der freie Wille

Die Sichtweise, dass Nervenzellen nichts als passive Träger von Verknüpfungen sind, wird zunehmend aufgegeben 

Lernen in neuronalen Netzen wird gemeinhin gleichgesetzt mit Änderungen an den Verbindungen zwischen den Nervenzellen, den Synapsen. Diese Idee war ursprünglich ein Postulat von Donald Hebb (und, im Westen weniger bekannt, zeitgleich von Jerzy Konorski).

Viel später erst wurde es möglich, unmittelbar zu beobachten, wie sich Synapsenstärken während eines Lernvorgangs ändern, wie neue Rezeptormoleküle eingelagert werden, und wie sich die winzigen Dornfortsätze auf den Eingangsstrukturen der Nervenzellen dabei vermehren und in ihrer Form verändern. Dass man diese Veränderungen seit ungefähr 15 Jahren in der lebenden Großhirnrinde über Wochen hinweg verfolgen kann, gehört für mich immer noch zu den großen Wundern der Mikroskopie und Neurobiologe, Daran, dass synaptische Veränderungen beim Lernen vor sich gehen, besteht kein Zweifel. Aber bewahren sie auch die Erinnerung?

Die Frage mag überraschen. Umso mehr, als hinreichend gründlich bewiesen ist, dass Gedächtnisspeicherung in Synapsen funktioniert. Man denke etwa an die immer leistungsfähiger werdenden künstlichen neuronalen Netze. Eine klassische und sehr einfache Form solcher Netze - die McCulloch-Pitts-Netze - wird sogar gemeinhin nur als Matrix der Verbindungsstärken dargestellt. Die Neuronen sind darin nichts als Nummern für Zeilen und Spalten.

In den letzten Jahren häufen sich die Hinweise, dass diese Sicht unvollständig ist. Nervenzellen können mehr tun als Synapsen tragen und Membranpotentiale aufsummieren. Sie greifen selbst ins Geschehen ein.

mehr:
- Ich, Neuron (Konrad Lehmann, Telepolis, 14.10.2017)
x
siehe auch:
- Gesundheit – „Der freie Wille ist eine Illusion“ (Tagesspiegel, 23.10.2002)

Informationsverarbeitung und elektrische Potenziale: Die Sprache der Neurone {3:29}

Veröffentlicht am 26.04.2012
dasGehirnInfo
Zum weiterlesen: http://dasgehirn.info/
Neuronale Informationsverarbeitung: Aus den eingehenden, meist chemischen Signalen werden im Neuron elektrische Potenziale -- wenn die Botschaft wichtig war. Kommen genug wichtige Botschaften zusammen, sendet das Neuron selbst ein Aktionspotenzial.
Datum: 26.04.2012
Autor: Arvid Leyh
Sie dürfen den Inhalt zu den folgenden Bedingungen vervielfältigen, verbreiten und öffentlich zugänglich machen, sowie Abwandlungen und Bearbeitungen des Inhaltes anfertigen (cc -- by nc):
1.) Namensnennung -- Sie müssen den Namen des Projekts wie folgt nennen: © 2012 www.dasGehirn.info
2.) Keine kommerzielle Nutzung -- Dieser Inhalt darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.

What is Consciousness? What is Its Purpose? {1:08:08}

Veröffentlicht am 09.06.2017
Athenewins
http://www.projectnoexcuse.net
Skip to Part 2: https://youtu.be/nQKMNI5X148?t=48m35s
Research sources: https://docs.google.com/document/d/12…
Audio:
voice only: https://mega.nz/#!SkQVVTJA!0ohoMGdw18…
https://mega.nz/#!ypZC0YCB!XzVMitRRha…
full: https://mega.nz/#!rhgWjQCa!St8RsqLklx…
Full transcript in English and each of the subtitled languages (Dutch, French, German, Polish, Russian and Spanish):
https://drive.google.com/drive/folder…
music by:
Professor Kliq: http://www.professorkliq.com/
Mind.Divided: http://minddivided.bandcamp.com/
Chris Zabriskie: http://chriszabriskie.com/
Stellardrone: https://stellardrone.bandcamp.com/
Keosz: https://cryochamber.bandcamp.com/albu…
Much thanks to Mind.Divided for allowing the use of his music, Cryo Chamber for allowing the use of Keosz' music, Professor Kliq for creating the ending track for Athene's Theory of Everything which is used at the end here as well and to Chris Zabriskie and Stellardrone for making their music available for free and free to use under the Creative Commons license.
Full tracklist (excluding some purchased royalty-free music):
00:00:06 Chris Zabriskie - Cylinder Eight
00:02:30 Keosz - Be Left to Oneself
00:03:59 Mind.Divided - Filled With Dreams
00:07:33 Stellardrone - Journey To The Sun
00:11:41 Stellardrone - Red Giant
00:19:54 Stellardrone - Endeavour
00:21:39 Stellardrone - Maia Nebula
00:23:07 Mind.Divided - Only Human
00:25:53 Stellardone - Twilight
00:28:53 Stellardrone - A Moment of Stillness
00:33:41 Stellardrone - Ultra Deep Field
00:34:41 Chris Zabriskie - The Temperature of the Air on the Bow of the Kaleetan
00:36:25 Chris Zabriskie - Remember Trees
00:39:01 Mind.Divided - In Her Eyes I Saw Supernovae Erupt In Violent Flame
00:42:24 Stellardrone - Stardome
00:45:27 Stellardrone - Blinking Star
00:59:44 Stellardrone - Galaxies
01:00:36 Stellardrone - A Moment of Stillness
01:01:44 Stellardrone - Stardome
01:04:06 Professor Kliq - Satellite

Ist der freie Wille eine Illusion? 3sat Doku 1:3.flv {12:49}

Veröffentlicht am 09.06.2017
astrototal24
x

Montag, 2. Oktober 2017

Über die Wirkung von Meditation

Klinische Studien zeigen, dass Meditation einen positiven Einfluss auf unser Gehirn hat. Die Wissenschaft erforscht, inwiefern die mentale Praxis wirksam bei Schmerzen, Depressionen und Ängsten ist. Kann die Meditation möglicherweise Krankheiten heilen oder uns gar ganz vor ihnen bewahren? 

Die Meditation ist längst nicht mehr nur eine religiöse Praxis. Heute wird ihre Wirkung medizinisch erforscht, was vielleicht bald neuen Behandlungsverfahren den Weg bahnen wird. Psychiater, Neurologen und Molekularbiologen wie Jon Kabat-Zinn haben eine Reihe positiver Auswirkungen des Meditierens auf die Funktion des menschlichen Gehirns und Organismus beobachtet. Dank der neuen Erkenntnisse hielten Meditationstechniken in Europa und den USA auch Einzug in den Krankenhausalltag. Sie werden begleitend bei der Behandlung verschiedener Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen oder auch bei chronischen Schmerzen eingesetzt. Wie aber kann der Geist den Körper beeinflussen, und bis zu welchem Grad? Die Forscher beginnen, die biologischen Mechanismen zu verstehen, die dabei eine Rolle spielen. Durch regelmäßiges Meditieren lassen sich Gefühle besser regulieren, was wiederum dazu führt, dass die schädliche Wirkung von Stresshormonen auf unser Immunsystem vermindert wird. Auf diese Weise, so der derzeitige Forschungsstand, ist die Meditation in der Lage, entzündliche Erkrankungen, Abwehrkräfte und sogar die Zellalterung positiv zu beeinflussen. Außerdem verändert Meditieren nachweisbar die Hirnareale und verlangsamt möglicherweise die Hirnalterung. Die Dokumentation begleitet verschiedene wissenschaftliche Experimente, erläutert die komplexen physiologischen Zusammenhänge zwischen dem meditierenden Gehirn und dem Organismus und zeigt, welche medizinischen Anwendungen derzeit bereits möglich sind.
mehr:
- Die heilsame Kraft der Meditation (Arte-Sendung vom 23.09.2017)
verfügbar auf der arte-mediathek bis 13.10.2017
siehe auch:
- Ein Psychotherapeut über Meditation und Achtsamkeit (Post, 28.08.2017)
- Placebos – Nicht nur die Welt, auch der eigene Körper findet im Kopf statt (Post, 31.01.2016)
Nirwana im Kernspin (Post, 10.06.2015)
- Freiheit bedeutet Kontrolle (Post, 19.04.2015)

Samstag, 30. September 2017

Meditation: Man kann seine Zeit auch auf dem Kissen vergeuden.

Bildquelle: Buddhismus aktuell
Wir wenden uns häufig der Meditation zu, um unserer inneren Getriebenheit zu entkommen und unsere Lebenszeit sinnvoller und entspannter zu gestalten. Doch wenn wir nicht so recht wissen, was wir da tun, so die Zen-Lehrerin Beate Stolte im Gespräch mit Anna Pesch, können wir auch auf dem Kissen unsere Zeit vertun.

Anna Pech: Sie haben bei einem Vortrag davon gesprochen, dass man sein Leben auch auf dem Kissen sitzend vergeuden könne. Wieso können wir auch meditierend unser Leben vergeuden?
Beate Stolte: In Zen-Zentren wird häufig während intensiver Praxiszeiten am Abend folgendes zitiert: Leben und Tod sind von höchster Bedeutung. Die Zeit vergeht schnell und Gelegenheiten sind verpasst. Wach auf, wach auf! Vergeude nicht dein Leben. Meine Bemerkung hat sich darauf bezogen. Ich möchte Meditierende ermutigen, in aller Tiefe zu reflektieren, was es bedeutet, Lebenszeit zu vergeuden oder eben nicht zu vergeuden. Darin eingeschlossen ist natürlich die Frage, was ist ein sinnerfülltes, eben ein „nicht vergeudetes” Leben? Viele kommen aufgrund dieser Sinnfrage, ob bewusst oder unbewusst ja zur Meditation und zum Buddhismus. Meditation sollte immer daran gemessen werden, wie sie unser alltägliches Leben beeinflusst, im Denken wie im Handeln.
Wie vergeudet man Zeit während der Meditation? Nun, indem man eben nicht meditiert, sondern den umherschweifenden Gedanken wie zwanghaft folgt. Gerade im Zen ist das eine Gefahr, da hier nur sehr wenig Meditationsanweisungen gegeben werden. Die Zenmeditation zielt direkt auf Nicht-Dualität, das Erkennen der Buddhanatur jenseits von Worten und Konzepten. Damit sind Meditierende in unserer modernen Gesellschaft mit ihrem in der Regel übervollen Alltagsleben allzu leicht überfordert. Wenn sich Stille und Einsicht nicht einstellen, überlässt man sich häufig den Gedanken, dem Tagträumen. Doch gerade dieser zum Abschweifen und zur Zerstreuung neigende Geist macht uns so anfällig für das, was wir im Buddhismus die „Geistesplagen” nennen, Leid verursachende negative Emotionen. Über die Jahre wird man erfahrener und kennt genau die äußeren Formen, die Sitzhaltung und so weiter – man richtet sich ein. Aber wie sieht es im „Inneren” aus? Wie ist es um die innere Qualität der Meditation beziehungsweise des Geistes bestellt? Wenn Wachheit, Inspiration und Motivation fehlen, kann man auch auf dem Kissen viel Zeit vergeuden. Dann verdöst man seine kostbare Lebenszeit. Wichtig erscheint mir, sich immer wieder der eigenen Aspiration, diesem tiefsten Herzenswunsch, zuzuwenden. Warum meditiere ich? Warum tue ich, was ich tue? Was sind meine Ziele?

[…] Nur wenige Dinge beeinflussen unser Leben so stark wie unsere Fähigkeit, aufmerksam zu sein. Alan schreibt darüber in seinem Buch Die befreiende Kraft der Aufmerksamkeit und gibt darin eine systematische Anleitung und stellt einen Stufenweg vor. In der Shamatha-Praxis wird genau diese Fähigkeit zur Aufmerksamkeit trainiert. Normalerweise ist der untrainierte Geist selten in der Balance sondern pendelt ständig zwischen Erregtheit, Unruhe, Müdigkeit und Antriebslosigkeit hin und her. Mit einem solchen Geist ist es aber unmöglich, in die Tiefen des menschlichen Bewusstseins vorzudringen.


[…] Das Ziel der Shamatha-Praxis ist ein oft als „ruhig innewohnender Geist“ beschriebener Zustand. Diese geistige Ruhe und Klarheit führt zu großer mentaler Geschmeidigkeit. Der stille Geist ist wach, lebendig und und flexibel. „Hochkonzentriert und selbstvergessen“ hat meine Freundin Doris Dörrie das immer genannt, was für viele Jahre der Titel eines gemeinsamen Seminars war. Jeder kann sofort ein Gefühl damit verbinden. Und nur mit einem Geist, der in der Lage ist, sich über längere Zeit zu konzentrieren, ist es möglich Einsichten und Verständnis zum Beispiel in die drei buddhistischen Kernthemen – des Leidens, der Vergänglichkeit und des Nicht-Selbst – zu erlangen.



Bildquelle: TantraPowerYoga

Beate Stolte ist autorisierte Zen-Lehrerin (ordiniert von Richard Baker Roshi, Dharma-Nachfolgerin von Roshi Joan Halifax) und praktiziert seit über 25 Jahren Zen-Buddhismus, studierte und lehrte in buddhistischen Gemeinschaften in den USA und Europa. Die letzten 6 Jahre verbrachte sie in Langzeit-Retreats in Thailand, Australien, USA und Europa und studierte dabei die Shamatha-Praxis und den tibetischen Buddhismus unter der Anleitung von Alan Wallace. Sie leitet jedes Jahr unter anderem mehrere Monats-Retreats in Spanien und den USA. 



[aus BUDDHISMUS AKTUELL 2|2017, S. 36f.]








Joan Halifax A Sense of Urgency 20150104 {59:29}

Veröffentlicht am 17.06.2017
St. Nederlands Boeddhistisch Archief

Compassion as the Radicalism of our Time: Roshi Joan Halifax {23:59}

Veröffentlicht am 17.06.2017
Wisdom 2.0
From Wisdom 2.0 2015
Find more at: http://wisdom2conference.com

Joan Halifax: Compassion and the true meaning of empathy {13:18}

Veröffentlicht am 02.09.2011
TED
http://www.ted.com Buddhist roshi Joan Halifax works with people at the last stage of life (in hospice and on death row). She shares what she's learned about compassion in the face of death and dying, and a deep insight into the nature of empathy.
TEDTalks is a daily video podcast of the best talks and performances from the TED Conference, where the world's leading thinkers and doers give the talk of their lives in 18 minutes. Featured speakers have included Al Gore on climate change, Philippe Starck on design, Jill Bolte Taylor on observing her own stroke, Nicholas Negroponte on One Laptop per Child, Jane Goodall on chimpanzees, Bill Gates on malaria and mosquitoes, Pattie Maes on the "Sixth Sense" wearable tech, and "Lost" producer JJ Abrams on the allure of mystery. TED stands for Technology, Entertainment, Design, and TEDTalks cover these topics as well as science, business, development and the arts. Closed captions and translated subtitles in a variety of languages are now available on TED.com, at http://www.ted.com/translate.

Gratefulness in the Now {9:04}

Veröffentlicht am 13.06.2007
Upaya Zen Center
Upaya Zen Center
www.upaya.org
upaya@upaya.org
This is a preview of a talk with Brother David Steindl-Rast and Roshi Joan Halifax. The full-length DVD will be available from Upaya Zen Center. For more information, please email upaya@upaya.org.
Copyright: Prajna Mountain Buddhist Order

The Energy of Mindfulness is The Greatest Gift ♡ Thích Nhất Hạnh {39:41}

Veröffentlicht am 18.02.2017
Global Well-Being
Zen Master Thich Nhat Hanh is a global spiritual leader, poet and peace activist, revered throughout the world for his powerful teachings and bestselling writings on mindfulness and peace.
His key teaching is that, through mindfulness, we can learn to live happily in the present moment—the only way to truly develop peace, both in one’s self and in the world.
Thich Nhat Hanh has published over 100 titles on meditation, mindfulness and Engaged Buddhism, as well as poems, children’s stories, and commentaries on ancient Buddhist texts. He has sold over three million books in America alone, some of the best-known include Being Peace, Peace Is Every Step, The Miracle of Mindfulness, The Art of Power, True Love and Anger.
Thich Nhat Hanh has been a pioneer in bringing Buddhism to the West, founding six monasteries and dozens of practice centers in America and Europe, as well as over 1,000 local mindfulness practice communities, known as ‘sanghas’.
He has built a thriving community of over 600 monks and nuns worldwide, who, together with his tens of thousands of lay students, apply his teachings on mindfulness, peace-making and community-building in schools, workplaces, businesses – and even prisons – throughout the world.
Thich Nhat Hanh, is a gentle, humble monk – the man Martin Luther King called “An Apostle of peace and nonviolence.” The media has called him “The Father of Mindfulness,” “The Other Dalai Lama” and “The Zen Master Who Fills Stadiums.”
"I will cultivate openness, non-discrimination, and non-attachment to views in order to transform violence, fanaticism, and dogmatism in myself and in the world."
- Excerpt from a Thích Nhất Hạnh Mindfulness Training

- Thich Nhat Hanh – Healing Through Resting in the Breath (Steven Goodheart, Metta Refuge, 24.10.2014)