26.04.2012 - In diesem Video rollen Kugeln scheinbar bergauf. Werden sie etwa von einem Magneten angezogen? Oder wird auf andere Weise die Schwerkraft überlistet? - Die Erklärung ist sehr viel einfacher… [SPIEGEL, 26.04.2016]
Schwerkraft ade - Bergauf rollende Kugeln. Optische Täuschung Video Nr. 1 [0:50]
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Mit Material des "Best Illusion of the Year Contest" der Neural Correlate Society / Kokichi Sugiha
Eltern tyrannisieren Lehrer per Anwalt - bisweilen wegen eines einzigen Punktes in einer Klausur. Wenn es um Bildung geht, setzt bei manchen Vätern und Müttern offenbar der Verstand aus. Ein Fachmann für Schulrecht aus Bayern berichtet von "unglaublichen Exzessen", weil Eltern im Streit um einzelne Punkte in Klassenarbeiten vor Gericht ziehen. Stimmt das Klischee von den "Helikopter-Eltern" also doch? Das Bild von den übereifrigen Müttern und Vätern aus dem Bildungsbürgertum, die alles überwachen wollen, vor allem die Schullaufbahn ihres Kindes? Und vor denen sich Lehrer und andere Eltern gruseln? Neu ist das Phänomen nicht. Die Metapher von den "Hubschrauber-Eltern" tauchte schon vor Jahrzehnten auf. Aber heute sind diese Mütter und Väter stark von Angst getrieben, glauben Fachleute wie der britische Soziologe Frank Furedi, der 2008 in seinem Buch "Paranoid Parenting" ("Die Elternparanoia") von einer weiter wachsenden Verunsicherung schrieb. Eltern sehen ihre Kinder demnach ständig bedroht. Wenn es um Bildung und Erziehung geht, setzt bei einigen der Verstand aus - und die Panik ein. Aber wovor eigentlich? Ist es die Angst, das eigene Kind könnte in unserer Leistungsgesellschaft den Anschluss verlieren, wenn es nicht den Sprung aufs Gymnasium schafft oder den Numerus Clausus für den gewünschten Studienplatz knackt? Hat die Panik mit Abstiegsängsten und Existenzsorgen einer Elterngeneration zu tun, die in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und der Einführung von Hartz IV aufgewachsen ist? Wer heute Kinder im Schulalter hat, ist oft selbst nur über unbezahlte Praktika oder befristete Stellen ins Erwerbsleben gelangt. Nachvollziehbar, dass man sich da um die Zukunft der Kinder sorgt. Die große Verunsicherung Furedi hat noch eine andere Erklärung: Unzählige Ratgeber, Psychologen und Pädagogen, die sich allesamt zu Experten für Kindererziehung erklärt hätten, verunsicherten Mütter und Väter massiv und schürten bei ihnen die Angst, Fehler zu machen. Auch Journalisten tragen demnach mit hämischen Berichten über "Helikopter-" oder "Curling-Eltern" dazu bei, dass Elternschaft als uncool und vor allem schwierig gilt. Das verunsichert Mütter und Väter weiter. Das Phänomen reproduziert sich selbst. mehr: - Per Anwalt gegen Lehrer: Liebe Eltern, chillt mal! (Silke Fokken, SPON, 15.05.2016) - Eltern verklagen Lehrer: "Es kommt zu unglaublichen Exzessen" (Silke Fokken, SPON, 16.05.2016)
Mutterschaft ist nicht nur ein kulturelles Konstrukt, sondern ein biologisches Phänomen mit messbaren physiologischen Folgen. Was eine Gesellschaft daraus macht, ist eine andere Frage
Die Debatte, was das Mutter-Sein für eine Frau bedeutet, und mehr noch, was es nach gesellschaftlichen Vorstellungen bedeuten soll, ist seit dem Erscheinen der Studie "Regretting Motherhood" von Orna Donath virulent geworden und hat sich auf Telepolis auch in einem Artikel von Bettina Hammer (Non, je ne regrette rien - Abgesehen von der Mutterschaft) niedergeschlagen.
Das, was man wohl nur sarkastisch das "gesunde Volksempfinden" nennen kann, stört sich daran, dass es Frauen gibt, die in der Mutterschaft mitnichten ihre Erfüllung gefunden haben, sondern es im Gegenteil bereuen, Mutter geworden zu sein. Bettina Hammer und andere wiederum sehen in dieser Abwehrreaktion die Äußerung eines überkommenen Mutterkultes und halten dagegen, dies sei alles nur "mystische Verklärung" einer "quasi per Natur entstehenden Hingabe" und folglich eine "esoterisch anmutende Ansicht". Implizit steckt darin die Behauptung: Mutterschaft ist, über das reine Fortpflanzungsgeschehen hinaus, ein rein kulturelles Konstrukt. mehr: - Das mütterliche Gehirn (Konrad Lehmann, Telepolis, 14.05.2016)
Carl Gustav Jung, der 1864 verstorbene Großvater, ist als Achtundzwanzigjähriger in die Schweiz gezogen und auf Empfehlung von Alexander von Humboldt 1822 an die Universität Basel berufen worden. In der Familie wird die Legende tradiert, dieser berühmte, gleichnamige Grossvater, dem sich Jung sehr nahe fühlte, sei ein natürlicher Sohn Goethes gewesen. Jungs Mutter stammte aus Basel. Durch ihre Familie ist Jung über fünf Jahrhunderte zurück im schweizerischen Volkstum verwurzelt. Ihr Vater, Samuel Preiswerk, war ein bedeutender Theologe und Hebraist, der auch mit Geistern Umgang pflegte. Seine zweite Frau, Jungs Großmutter, hatte, nachdem sie als Achtzehnjährige 36 Stunden lang scheintot gewesen war, das ?zweite Gesicht". Mediale Begabung, ebenso wie Theologie, Medizin und Naturwissenschaften, also jene Bereiche, die sich in Jungs späterer Ausrichtung auf die Psychiatrie kreuzen, haben in der Familie Tradition.[…]
Früh schon sind die Beziehungen zwischen den Eltern gespannt, sie schlafen in getrennten Zimmern, der Junge schläft beim Vater. Die Mutter bleibt mehrere Monate im Krankenhaus. "Die lange Abwesenheit meiner Mutter hat mir schwer zu schaffen gemacht. Seit jener Zeit war ich immer misstrauisch, sobald das Wort "Liebe" fiel. Das Gefühl, das sich mir mit dem „Weiblichen" verband, war lange Zeit: natürliche Unzuverlässigkeit. "Vater" bedeutete für mich Zuverlässigkeit und - Ohnmacht." Der Junge leidet an psychosomatischen Erkrankungen, und nachts befallen ihn Ängste. Seine Mutter lehrt ihn ein Nachtgebet, das er jeden Abend beten "muss". In seinen Erinnerungen schildert Jung, wie ihm als Kind der Jesus, den ihm dieses Gebet sowie andere aufgeschnappte Ereignisse, Aussagen und Lehrsätze vermitteln, zu etwas Ungeheurem anwächst - ?eine Art Totengott".
Während er dem Vater und Pastor gegenüber skeptisch bleibt, schildert er seine Mutter mit mehr Wärme: „Meine Mutter war mir eine sehr gute Mutter. Sie hatte eine große animalische Wärme..., eine ausgesprochene literarische Begabung, Geschmack und Tiefe. Aber das kam eigentlich nirgends recht zum Ausdruck; es blieb verborgen hinter einer wirklich lieben dicken, alten Frau... Sie hatte alle hergebrachten traditionellen Meinungen, die man haben kann, aber handkehrum trat bei ihr eine unbewusste Persönlichkeit in Erscheinung, die ungeahnt mächtig war - eine dunkle große Gestalt, die unantastbare Autorität besaß - darüber gab's keinen Zweifel."
Jungs Schilderung seiner eigenen Kindheit, wie er sie in hohem Alter in "Erinnerungen, Träume, Gedanken" niedergelegt hat, liest sich wie ein religiös zu nennendes Ringen. Carl ist geprägt vom elterlichen Pfarrhaus und dem Versuch seiner Eltern, ein frommes Leben zu führen. Die Formen und Riten, die ihm präsentiert werden, kommen ihm jedoch, verglichen mit dem eigenen inneren Erleben, schal und hohl vor. Das Kind wird von Träumen und Visionen heimgesucht. […]
Wenn Jung später in seinen Schriften stets von neuem Aussagen über den psychologischen Aspekt der Gottesidee machen wird, die immer wieder auf Kritik, nicht nur von theologischer Seite, stoßen werden, so geschieht dies zweifelsohne auf diesem Hintergrund. Wiederholt wird er betonen, dass er nur als Seelenarzt und Wissenschaftler spricht; doch lässt er immer einen Raum spürbar offen, in welchem seine frühe Erfahrung gilt: und darüber soll man schweigen.
Im Alter von drei oder vier Jahren erlebt er seinen ersten Traum, seine "Uroffenbarung", den er aber erst als Dreiundachtzigjähriger, erzählen wird. Dieser Traum begleitet kontrastiv als dunkler Widerpart die Lichtgestalt Christi. "Der Phallus dieses Traumes scheint auf alle Fälle ein unterirdischer und nicht zu erwähnender Gott zu sein. Als solcher ist er mir durch meine ganze Jugend geblieben und hat jeweils angeklungen, wenn vom Herrn Jesus Christus etwas zu emphatisch die Rede war." Damals, so stellt er fest, habe sein geistiges Leben seinen unbewussten Anfang genommen. Gerhard Wehr macht auf die auffallende zeitliche Nähe zu Friedrich Nietzsche aufmerksam: Dieser, ebenfalls ein Pfarrerssohn, schreibt 1881 in "Sils Maria" seine epochenprägende Proklamation "Gott ist tot" nieder. Im geistesgeschichtlichen Kontext sieht Wehr sie beide "neue Horizonte inmitten der Gottesfinsternis" erspähen. Für Jung selber war Nietzsches "Zarathustra" nach Goethes "Faust" die zweite Begegnung mit einer verwandten Seele. Seine inneren Erlebnisse behält der Junge für sich. "Dieser Besitz an Geheimnis hat mich damals stark geprägt. Ich sehe es als das Wesentliche meiner frühen Jugendjahre an, als etwas, das für mich höchst bedeutend war." […]
Bis in sein hohes Alter wird sich Jung, der keiner anerkannten Konfession beigetreten ist, immer wieder auf seine persönliche Erfahrung berufen: „Auch heute bin ich einsam", bekennt er wenige Jahre vor seinem Tod, „weil ich Dinge weiß und andeuten muss, die die anderen nicht wissen und meistens auch gar nicht wissen wollen." […]
1914
Nach der Trennung von Freud folgt eine Zeit innerer Unsicherheit, ja Desorientiertheit. Jung lässt sich nun auf eine Auseinandersetzung mit dem Unbewussten ein. Die Flut von Bildern aus dem Unbewussten ist derart überwältigend, dass er sich veranlasst sieht, seine akademische Laufbahn aufzugeben.
Vor dem Ersten Weltkrieg wird er wiederholt von Visionen befallen, in denen ein Meer von Blut Europa bedeckt. Als dann der Krieg ausbricht, sieht Jung seine wichtigste Aufgabe darin, sich auf sich selber zu besinnen, zu begreifen, inwiefern sein eigenes Erleben mit dem der Kollektivität zusammenhängt. „Ich lebte ständig in einer intensiven Spannung, und es kam mir oft vor, als ob riesige Blöcke auf mich herunterstürzten." Innere Beruhigung tritt in dem Masse auf, wie es ihm gelingt, die Emotionen in Bilder zu fassen, und indem er das Ganze als ein wissenschaftliches Experiment betrachtet, gewinnt er etwas Distanz. Als „soror mystica" steht ihm Toni Wolff bei seiner „Nachtmeerfahrt" als eine unentbehrliche Bezugsperson bei.
Die Auseinandersetzung mit den archaischen kollektiven Bildern des Unbewußten als Aufgabe der I. kann also Gefahr laufen, daß die archetypischen Komplexe aufgrund ihrer "Numinosität" das Ich-Bewußtsein inflationieren. "Die Individuation wäre eine geordnet verlaufende ,Psychose', die Psychose eine mißglückte Individuation" (Blomeyer 1975, S. 260). "Wie die Neurose, so ist auch die Psychose in ihrem inneren Verlauf ein Individuationsprozeß, der aber nicht ans Bewußtsein angeschlossen ist und darum als Ouroboros im Unbewußten verläuft" (Jung, in Jacobi 1971, S. 44 f). Daraus ergibt sich allerdings auch der positive Aspekt zumindest der neurotischen Störung eines Menschen, denn "seine Neurose hat den Sinn daß er zu einer vollständigen Persönlichkeit wird, und das schließt Anerkennung seines ganzen Wesens, seiner guten und schlechten Seiten, seiner entwickelten und minderwertigen Funktionen ein, sowie die Fähigkeit, selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen" (Jung 1975, S. 167)[24].
Psychose als Entwicklungsschritt? Das sei zynisch, meinte mein Psychiater. Ich hatte ihm von meiner Internetlektüre erzählt, nach der eine Psychose auch als Entwicklungsschritt verstanden werden könne und nach dem die Medikamente eine wichtige persönliche Transformation einfach abwürgten. Er kenne niemanden, der eine Psychose lustig gefunden habe, es sei zynisch eine Krankheit als Entwicklungsschritt zu bewerten. Das sei ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel und müsse behandelt werden. [Zora, 13.05.2011]
Gerade diese Woche bin ich darauf auch wieder hingewiesen worden durch einen Film, der "Das Steinzeitrezept" hieß, und über den ich woanders hier im Forum heute schon mal geschrieben habe.
Es ist für mich verblüffend zu sehen, dass die doch so einfache und nachvollziehbare Erkenntnis so vernachlässigt wird, dass wir Menschen uns Jahrmillionen in der afrikanischen Savanne entwickelt haben und erst seit 5000-10000 Jahren Ackerbau und Viehzucht betreiben und eine Zivilisation aufgebaut haben und erst seit knapp 100 Jahren in etwa in den Verhältnissen leben, in denen wir heute leben.
Wir sind von unserer ganzen Natur nicht an das Leben, das wir heute und hier führen, angepasst. Wir sind ausdauernde Läufer, Allesfresser, vor allem Früchte, Gemüse und Fleisch, soziale Wesen in einem stabilen Sippenverband, die ständig von Raubtieren bedroht sind, die lange Phasen Hunger leiden und nichts zu Essen und zu Trinken finden, und sich dann irgendwann wieder den Bauch vollschlagen und feiern, ein unregelmäßiges Leben, wo man nachts auch überfallen werden kann und auch tagsüber vorsichtig sein muss. Unser Gehirn haben wir, um ein solches Leben erfolgreich leben und sich fortpflanzen zu können.
Wir, die wir heute leben, sind die Nachkommen von denen, die dieses Leben erfolgreich bestanden haben. Die eben alles überstanden haben, was da an Not, Krankheiten, Gefahren und Entbehrungen war.
So ist unser Gehirn aufgebaut. Dann sind wir in einer Famile aufgewachsen, zur Schule gegangen, haben gearbeitet in einem regelmäßigen Ablauf, hatten immer was zu essen und die einzige Gefahr war, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt.
Unser Leben ist ganz anders als das Leben, für das wir geboren wurden. Wenn wir unsere biologischen Wurzeln zu sehr verleugnen und missachten, dann werden wir krank. Seelische Krankheiten, körperliche Krankheiten, Allergien, Unverträglichkeiten, alles das kann kommen.
Ich denke, ich habe es jetzt gelernt. Man muss das Leben nehmen wie einen langen, ewigen Campingurlaub. Dann kommt man klar. Vor der Psychose war ich eingezwängt in meinen stereotypen Lebensvorstellungen. Heute orientiere ich mich endlich nach dem, wer ich eigentlich bin.
Ich sag ja nicht, dass ich das immer so kann, aber das ist das, was ich durch die Psychose gelernt habe: Zu sein, wer ich bin. [Oknos, 14.05.2011]
Archetypen sind "Energiekomplexe", die besonders in Träumen, Neurosen und Wahnvorstellungen ihre Wirkmacht entfalten. Jung erklärt eine Psychose, die unter anderem dann entstehen kann, wenn eine Neurose nicht behandelt wird, als Überhandnehmen des Unbewussten, das sich des Bewusstseins bemächtigt, um dessen Einstellung zu korrigieren und das Individuum auf dem Weg zur Ganzwerdung zu befreien. Die nun "symbolisch" wirksamen Archetypen zielen darauf ab, die Gesamtpersönlichkeit wieder ins Lot zu bringen, indem sie urzeitliche, durch Numinosität sehr attraktive Zielbilder ins Bewusstsein aufsteigen lassen. Diese Bilder und die Beschäftigung der Seele mit ihnen haben die Aufgabe, der Persönlichkeit eine fundamentale Balance zurückzugeben, Sinn und Ordnung zu stiften. Sie manifestieren sich daher in symbolischen Bildern universeller Gültigkeit, die einen beträchtlichen Anteil am Leben eines jeden haben. Das Selbst ist das Zentrum der Persönlichkeit. In ihm werden alle gegenläufigen Teile der Persönlichkeit zusammengefasst und vereinigt. Es ist das Ziel des lebenslangen Individuationsprozesses, der im wesentlichen daraus besteht, möglichst große Teile des Unbewussten dem Bewusstsein einzugliedern. Die "Individuation" setzt immer neue und umfassendere Anpassungsleistungen der Persönlichkeit voraus und in Gang. Er findet auf der "Ich-Selbst-Achse" statt.
C.G.Jung im Gespräch (Originalaufnahme 1960) [36:37]
Veröffentlicht am 15.11.2013
"Ich habe es nicht nötig an Gott zu glauben, ich weiss es." Über das Religiöse, die Archetypen, die Wichtigkeit der Träume, die Schwierigkeit der Vermittlung, die Bedeutung des Einzelnen, die Unterbewertung der menschlichen Seele, das Ergriffen-Sein, die Sinnfrage und das Numinose (Gespräch aus Anlass des 85. Geburtstages. Georg Gerster, 1960).
Die Schematherapie ist eine aktuelle Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie, vor allem für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und chronifizierten Achse-I-Störungen. Sie wird oft der„dritten Welle“ der Verhaltenstherapie zugerechnet. Dabei verbindet sie auf der Grundlage der Beziehungsgestal- tung mit dem Ansatz des „limited reparenting“ kognitive, erlebnisaktivierende und behaviorale Techniken zu einem systematischen und transparenten Vorgehen. Empirische Studien bei Borderline-(BPS) oder Cluster-C-Persönlichkeitsstörungen belegen die hohe Wirksamkeit der Schematherapie. mehr: - Schematherapie bei Persönlichkeitsstörungen: Das Moduskonzept (Christine Zens, Gitta Jacob, Der Neurologe & Psychiater, 14/2013, gefunden beim Institut für Schematherapie Hamburg, PDF)
Die schizotypische Persönlichkeitsstörung oder schizotype Störung ist im ICD-10 unter der Kodierung F21 (Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen) gelistet. Dort heißt es aber auch: „Entwicklung und Verlauf entsprechen gewöhnlich einer Persönlichkeitsstörung.“ (ICD 10, 2002) ===========================
Die Vorstellung eines masturbierenden (oder Geschlechtsverkehr vollziehenden) Jesus ist für Christen eine wohl ähnlich befremdliche Vorstellung wie die eines Erleuchteten mit einem nächtlichen Samenerguß für Buddhisten. Aus einem mir nicht wirklich erfindlichen Grund geistert seit tausenden von Jahren Skepsis gegenüber sexueller Erregung und Betätigung durch die spirituellen Gemüter! Paul Watzlawick - Wenn die Lösung das Problem ist (1987) [44:05]
Hochgeladen am 23.08.2011 Nils Hegmans
Paul Watzlawick - Wenn die Loesung das Problem ist (1987) Philosophie Psychologie
Anleitung zum Unglücklichsein
radikaler Konstruktivismus
Info-Text einer älteren Version (hochgeladen am 23.08.2011):
Warum finden Probleme, auf deren Lösung Menschen ihre ganze Kraft konzentrieren, dennoch keine Lösung? Anhand vieler anschaulicher Beispiele vermittelt der Psychoanalytiker und C.G. Jung-Schüler Paul Watzlawick in diesem Vortrag seine Thesen, die heute wie vor 20 Jahren sehr bedenkenswert sind.
In den Achtziger Jahren wurde Professor Dr. Paul Watzlawick durch zahlreiche Bücher wie „Anleitung zum Unglücklichsein", „Irrwege und Umwege", „Vom Schlechten des Guten" oder „Wie wirklich ist die Wirklichkeit" berühmt. Zur Person Watzlawick: Paul Watzlawick, geboren 1921, studierte in Venedig Psychologie und Fremdsprachen und promovierte 1949 zum Dr. phil. Von 1951 bis 1954 absolvierte er am am C.-G.-Jung-Institut in Zürich eine Ausbildung zum Psychotherapeuten und Analytiker. 1957 übernahm er einen Lehrstuhl für Psychotherapie in El Salvador. 1960 holt ihn der amerikanische Schizophrenie-Experte Donald Jackson an das Mental Research Institute in Palo Alto/Kalifornien, wo er seither als Forschungsbeauftragter und Psychotherapeut tätig ist. Ab 1976 lehrte er außerdem als Professor an der Stanford University, an der er heute noch als Emeritus liest. Professor Watzlawicks wissenschaftliche Arbeit gilt vor allem der Erforschung der menschlichen Kommunikation und ihrer Störungen. Als Vertreter des „Radikalen Konstruktivismus" vertritt Watzlawick eine wissenschaftstheoretische Position, die menschliches Wissen um die „Wirklichkeit" mehr oder weniger in Frage stellt. Ausgewählte Veröffentlichungen Watzlawicks: - (zus. mit John H. Weakland, und Richard Fisch) Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Handelns. Huber Verlag, Bern, 1974 - Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn, Täuschung, Verstehen. Piper Verlag, München, 1976 - Die Möglichkeit des Andersseins. Zur Technik der therapeutischen Kommunikation. Huber Verlag, Bern, 1977 - Gebrauchsanweisung für Amerika. Piper Verlag, München, 1978 - Die erfundene Wirklichkeit. Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? Piper Verlag, München, 1981 - Anleitung zum Unglücklichsein. Vom Schlechten des Guten. Piper Verlag, München, 1983 - Vom Schlechten des Guten oder Hekates Lösungen. Piper Verlag, München, 1986 - Vom Unsinn des Sinns oder vom Sinn des Unsinns. Picus-Verlag, Wien, 1992 - Wenn du mich wirklich liebtest, würdest du gern Knoblauch essen : über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit. Piper Verlag, München, 2006 Der Vortrag wurde am 25.02.2007 vom swr ausgestrahlt.
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Mahāsāṅghika (Große Gemeinde) ist der Name einer frühen Schule des Buddhismus. Sie entstand 137 Jahre nach dem Tod (Eingang ins Nirvana) des Siddhartha Gautama, kurz nach dem zweiten Konzil von Vaiśālī. In einem Pamphlet fasste der Mönch Mahādeva fünf Punkte zusammen, die die Eigenschaften der Arhats betreffen, bspw. dass ein Arhat im Traum verführt werden könne und also nächtliche Samenergüsse haben. Ein Großteil des Sangha stimmte diesen Beobachtungen zu, aber eine Minderheit verweigerte diese 'Neuerung'. Ein nach Pataliputra einberufenes Konzil konnte nur noch die Spaltung des Ordens feststellen. Die Gruppe von Mönchen, die mit den Neuerungen nicht einverstanden waren, verließ das Konzil und nannte sich die Sthaviravādin ('die vom alten Weg', Pali> Theravādin); die zurückbleibenden Mönche erhielten dadurch den Namen Mahāsāṅghika, weil sie eine Theorie der Großen Sangha lehrten.[1]
Beide Schulen änderten in der Folge ihren Kanon. Einige Autoren betonen, dass in der Änderung der Mahasanghikas auch größere Möglichkeiten für Laien(Nichtordinierte) bot als der stark mönchisch orientierte Weg des Theravada[2]
Später entstanden durch weitere solche Meinungsverschiedenheiten 18 Schulen, wobei heute nicht immer klar ist, welcher dieser beiden ursprünglichen Gruppen sie angehörten.[3] Die Mahasanghika galten als eine der vier Shravaka-Schulen ('faithful listeners': Sthaviravāda, Mahasanghika, Sammitiya, Sarvastivada).
Der Unterschied blieb im praktischen Leben ohne große Konsequenzen, buddhistische Mönche verschiedener Tradition verkehrten sehr wohl miteinander. So war beispielsweise der Mahasanghika Atisha Bibliothekar des Klosters Vikramalashila, das selbst einer anderen Richtung angehörte, und von seinen Lehrern schätzte er am höchsten den Guru aus Sumatra (Suvarnadvipi), der wieder einer anderen Schule angehörte [4]
Infolge dieser Änderung entwickelten die Mahasanghika das Konzept des Bodhisattvapfades[5], während das Ziel des Theravada (Sthaviravada) weiterhin 'Arhatschaft' genannt wird. König Ashoka hatte einen Lehrer aus dem Theravada; zwar förderte er auch Mahasanghika-Klöster, aber er sandte einen Theravada-Mönch nach Sri Lanka, von wo aus sich diese Tradition nach Südostasien verbreitete. Dort überlagerte sie zum Teil Mahasanghika-Traditionen (z.B. in Thailand).
Die Sarvastivada-Schule hingegen wurde vom König nicht geschätzt und konzentrierte sich in der Folge fernab vom Königshof in Nordindien, Kashmir und im Westen (Bamiyan). Dadurch verbreitete sie sich über die Seidenstraße (Khotan, Tunhuang) nach China, von dort nach Korea, Japan, aber auch Vietnam (?). Kurz vor und in der Folge der Zerstörung der buddhistischen Kultur durch islamische Eroberer ('furor islamicus')[6] kam es zu immer mehr Kontakten Tibets mit zentralasiatischen, dann kaschmirischen, zuletzt nordindischen Buddhisten (z.T. Flüchtlingen, zuerst aus Khotan und Kaschmir, später aus Nordindien), die alle Mahasanghikas (Saravstivada) waren (und zwar einheitlich die Untergruppe der Prasanghika-Madhyamaka).
Diese Schule unterschied zum Zweck der Motivationsprüfung der Schülerinnen und Schüler zwischen einem 'kleinen Pfad' und einem 'großen Pfad', auf skt. Hinayana und Mahayana. Dabei bleibt die Motivation des kleinen Pfads (Erleuchtung zum eigenen Wohl) theoretisch, man strebt nach der Motivation des 'großen Pfads' (Erleuchtung zum Wohl aller Lebewesen). Diese Unterscheidung wurde später (von Europäern) aufgegriffen, um die Theravada-Schule als Hinayana zu titulieren. [Mahasanghika, Wikipedia, abgerufen am 08.12.2017]
========== Die buddhistische Internetpräsenz (Palikanon.com) stellt die Ursache des ersten Schismas im Buddhismus folgendermaßen dar (Man beachte die Verwendung des Begriffs »Sünde«):
Nach den nördlichen Quellen jedoch, soll der Bruch durch Mahādeva entstanden sein, der folgende fünf Punkte aufgestellt hatte:
(1) Ein Heiliger mag eine Sünde begehen unter unbewussten Versuchungen;
(2) jemand mag Ein Heiliger sein und sich dessen nicht bewusst sein;
(3) Ein Heiliger mag Zweifel haben über Angelegenheiten der Lehre;
(4) jemand kann nicht die Heiligkeit erreichen ohne einen Lehrer;
(5) der "Edle Weg" mag beginnen mit Aussprüchen wie "Wie traurig!" ausgestoßen während der Meditation
(J.R A.S. 1910, p. 416; cf. MT 173). Diese Glaubensstandpunkte finden sich in dem Kathāvatthu (173ff., 187ff., 194, 197), zugeschrieben den Pubbaselas und den Aparaselas, Gegner der Mahāsanghika Schule. [Mahāsanghikā, Mahāsangītikā, Tipitaka (Drei-Korb), der Pali Kanon
des Theravāda-Buddhismus]
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Sünde ist ein Begriff insbesondere im Judentum, Christentum und Islam. Er bezeichnet vor allem im christlichen Verständnis den unvollkommenen Zustand des von Gottgetrennten Menschen und seine falsche Lebensweise (d. h. das Übertreten von oder Herausfallen aus göttlicher Gesetzesordnung). Diese Trennung kam, der biblischen Erzählung (Gen 3 EU) zufolge, durch den Sündenfall zustande. Die Sünde besteht nach christlichem Verständnis in einer willentlichen Abkehr von Gottes gutem Willen, im Misstrauen Gott gegenüber, im Zulassen des Bösen oder im Sich-Verführen-Lassen. Bei Paulus erscheint die Sünde als eine unheimliche Macht, die das Leben, sowie das Zusammenleben bestimmt und die Menschen zu Sklaven ihrer Leidenschaften macht, denen sie entsprechend ausgeliefert sind (Röm 6,12-14 EU).
Der Begriff Sünde bezeichnet des Weiteren die einzelne verwerfliche und daher sündige Tat (Verfehlung), die mit dem bösen Gedanken beginnt (Mt 15,19 EU). Gedanken- und Tatsünden folgen aus der durch Unglauben verursachten Trennung (d. h. der Grundsünde). Böse Worte, verletzende oder unwahre Äußerungen also, sind nach biblischem Verständnis zu den Tatsünden zu zählen. Sünde kann auch als das Gegenteil von moralischer Verantwortung aufgefasst werden oder die Ursache für psychologisches Fehlverhalten sein.
Letztlich führt das In-der-Sünde-Bleiben dem christlichen Glauben zufolge zur Verurteilung im sogenannten Jüngsten GerichtGottes, zu zweierlei Schicksal für Glaubende und Ungläubige: die Glaubenden kommen in den Himmel, die Ungläubigen in die Hölle (Dan 12,2 EU, Mt 25,46 EU).
Ein Tatbestand gilt als verwerflich bzw. schlecht, weil Gott ihn als Sünde kennzeichnet, z. B. durch die Zehn Gebote. Durch Sünden kommen andere Mitmenschen und der Sünder selbst immer direkt oder indirekt zu Schaden. Somit ist der Sünder nicht nur durch die Übertretung selbst, sondern auch immer durch ihre Folgen mit einer Schuld behaftet. Im Judentum wurde in Jerusalem bis zum Ende des Zweiten Tempels durch die Darbringung von Opfern die Schuld gesühnt, d. h. zugedeckt. Im Islamhingegen hat das Tieropfer seine Sühnebedeutung verloren (siehe unten, vgl. das islamische Opferfest). Im Christentum ist Jesus Christus das Opferlamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt (Joh 1,29 EU, Joh 1,36 EU, Offb 1,5 EU), deshalb sind keine Tieropfer mehr nötig. Eng verbunden mit der Vergebung der Sünde sind das Bekennen und Bereuen derselben sowie die Buße als Abkehr von Fehlhaltungen und Fehlverhalten. Durch diese Reue und aufgrund der Heilstat Jesu Christi am Kreuzerfahren die Menschen Vergebung.
In anderen Religionen wird die Vergebung durch das Gnädigstimmen der Gottheit(en) erreicht (Verdienst, Selbsterlösung). Im Hinduismus und anderen vedischen Religionen werden unter Sünde Handlungen verstanden, die Karma verursachen. [Sünde, Wikipedia, abgerufen am 10.05.2016]