Warum Gehirn und Körper Schlaf brauchen
Nichts tun wir so ausdauernd wie - scheinbar - nichts: Schlafen. An einzelnen Tagen mag die Arbeitszeit überwiegen, aber im Durchschnitt unseres Lebens verbringen wir ein Drittel jedes Tages in erholsamer Bewusstlosigkeit.
Das macht es umso seltsamer, dass die Neurowissenschaften erst seit einigen Jahren dahinter kommen, wozu Schlaf gut ist. Die Frage ist nicht damit beantwortet, dass man sagt: Weil wir müde sind. Müdigkeit ist nur die Wahrnehmung des Schlafbedürfnisses. So, wie die Natur den Hunger eingeführt hat, damit wir essen, hat sie die Müdigkeit erfunden, damit wir schlafen. Wozu wir essen sollen, ist offensichtlich. Aber die Frage bleibt: Wozu sollen wir schlafen?
Es vereinfacht die Beantwortung der Frage nicht, dass es Tiere gibt, bei denen sie sich nicht stellt. Um den Nutzen eines Verhaltensbereichs zu ergründen, ist es ja oft eine gute Idee, den Blick im Tierreich schweifen zu lassen. Immerhin: Alle Tiere schlafen. Aber manche mehr, manche weniger. Nach einer Zusammenstellung von Jerome Siegel von der UCLA finden sich am einen Ende der Skala zwei Fledermäuse, die auf Englisch anscheinend tatsächlich "little brown bat" und "big brown bat" heißen. Sie schlafen jeden Tag rund 20 Stunden. Das andere Extrem repräsentieren große Pflanzenfresser wie Elefanten, Pferde, Hirsche und Giraffen, die nur gerade auf drei bis vier Stunden Schlaf am Tag kommen. Und einige Tiere schlafen zeitweise gar nicht. Walrosse können Tage lang aktiv schwimmen, ohne danach Schlaf nachholen zu müssen; auch manche Wale bleiben nach der Geburt eines Kalbs längere Zeit wach.
Evolutionär betrachtet, scheint es keinen Zweck zu geben, für den Schlaf gebraucht würde. Vielmehr nennt Siegel Schlaf eine Phase "adaptiver Untätigkeit". Das will sagen: Für fast jedes Lebewesen, vom Bakterium aufwärts, gibt es - meist zyklisch wiederkehrende - Umweltbedingungen, an die es nicht gut angepasst ist. Fische können nichts mit Trockenheit anfangen, Pflanzen und viele Tiere nichts mit Winter und viele Säugetiere nichts mit Nacht. Dann ist es dunkel, sie sehen nichts, und wenn sie blind herumtapsen, besteht die Gefahr, einem anderen Tier vor die Schnauze zu laufen, das sich besser zurechtfindet und lange Zähne hat.
In solchen Phasen ist es für jedes Tier also am klügsten, sich zu verkriechen und abzuwarten, bis die Bedingungen wieder besser werden. Und um bei dieser erzwungenen Untätigkeit keine Energie zu verschwenden, werden die Körperfunktionen heruntergefahren. Geschieht das jeden Tag, nennt man es: Schlaf.
mehr:
- Schlaf, der Gedächtnisgärtner (Konrad Lehmann, Telepolis, 03.04.2016)
Montag, 4. April 2016
Sonntag, 3. April 2016
Kleine Professoren und schrullige Nerds
Autismus Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung sind gesellschaftliche Außenseiter. Und bisweilen witzige Sitcom-Charaktere. Der Welt-Autismus-Tag richtet den Blick auf Inklusion
Am 2. April ist der Internationale Autismus-Tag, dessen Ziel es ist, Aufmerksamkeit für Autismus und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zu erzeugen. Zu den ASS gehören frühkindlicher Autismus, atypischer Autismus sowie das Asperger Syndrom, das mittlerweile wohl die bekannteste ASS ist. Frühkindlicher Autismus wie auch das Asperger Syndrom sind angeborene Entwicklungsstörungen; im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus macht sich Aspergers aber häufig erst im Kindergartenalter bemerkbar. Im Kindergarten fällt es eher auf, wenn es einem Kind nicht gelingt, mit Gleichaltrigen zu interagieren. Zumal die Überforderung eines Kindes mit Asperger Syndrom angesichts der Lautstärke in einem Raum voller Kinder mit schnell wechselnden Eindrücken besonders deutlich zu Tage tritt. Neben den Auffälligkeiten im Sozialverhalten sind die sogenannten „Inselbegabungen“ die auffälligsten Eigenschaften von Menschen mit Asperger Syndrom.
Aber braucht es eigentlich einen „World Autism Awareness Day“? Gibt es nicht mittlerweile unzählige Charaktere in Sitcoms, Filmen und Serien, die uns die faszinierenden und abweichenden Verhaltensweisen von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung näherbringen? Man denke nur an Sheldon Cooper in „The Big Bang Theory“: Meist handelt es sich bei den TV-Gestalten um kautzige Nerds mit seltsamem Habitus. Dass Menschen mit Aspergers als wunderliche kleine Genies imaginiert werden, die im Zweifelsfall urkomisch sind, hilft den Betroffenen wenig. Handelt es sich doch um ein romantisierendes Bild: Nicht jeder Mensch mit Aspergers kann von seinen Inselbegabungen profitieren. Die Welt da draußen kann mit Menschen, die Telefonbücher auswendig lernen, aber ihre Schuhe nicht zubinden können, nur wenig anfangen.
Zwar hilft es, dass „Aspergers“ immer mehr Menschen ein Begriff ist. Aber die Probleme, mit denen Menschen mit Autismus in der Welt der „Normalen“ konfrontiert sind, bleiben davon unberührt. Denn trotz normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz scheitern Menschen mit Aspergers in Schule und Arbeitsleben überproportional häufig. Das ist ein Problem für unsere Gesellschaft, aber in erster Linie eine Tragik für die Betroffenen.
mehr:
- Kleine Professoren und schrullige Nerds (Marlen Hobrack, Freitag-Community, der Freitag, 02.04.2016)
siehe auch:
- Asperger-Syndrom: Ich bin anders als die anderen (Benjamin von Brackel, ZON, 13.01.2016) dazu paßt:
- Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht: Leben mit dem Asperger-Syndrom (Liane Holliday Willey, Amazon)
- Hochfunktionaler Autismus: Erschütterte Identität (Birgit Saalfrank, Deutsches Ärzteblatt, September 2015)
- Autismus: Christine Preißmann im Interview „Romane gehen gar nicht“ (Jakob Vicari, Brand eins 4/2014; Zitat:)
- Asperger-Autismus – So geht’s auch! (Post, 02.08.2013)
- Was wir von der psychoanalytischen Autismusforschung über die Entwicklung der menschlichen Psyche lernen können (Karl Mätzler, Vortrag im Psychoanalytischen Seminar Bern am 7.12.2012, auf seiner Seite, PDF)
- Autismus: Ein Leben in High Definition (Aleksander Knauerhase, Quergedachtes, 25.11.2012) – Link zu seinem Buch
- Asperger-Autisten verstehen lernen (Autismus Mittelfranken (Hrsg.), Selbsthilfegruppe »Leben mit Autisten« Biberach, 2010, PDF)
- AUTISMUS: Unterschätzte Außenseiter (Sebastian Dern, Nicole Schuster, Spektrum, 15.06.2007)
- Spiegelneuronen II: Der blinde Spiegel Autismus ( Vilayanur S. Ramachandran, Lindsay M. Oberman , Spektrum, 23.03.2007)
Hochfunktionaler Autismus:
- Asperger Syndrom & High Functioning Autismus: Gibt es einen Unterschied? (Autismus-Kultur)
- Famous People Who Have or Had Asperger's Syndrome (Michelle, Disabled World 10.11.2017)
- Celebrities with autism or Asperger's syndrome (Johanna-Khristina, imdb, 27.03.2012)
eine Linksliste zu Spektrum-Artikeln über Autismus und Asperger:
- EINE RÄTSELHAFTE STÖRUNG: Autismus und Asperger-Syndrom
- Forum für Autisten und interessierte Zeitgenossen
- Checkliste nach Bosch (Aspergia)
- Autismus (Seele und Gesundheit)
- Das autistische(seelisch/geistliche) Innenleben und ihr begegnen aus einer Sektorperspektive (Selbsthilfegruppe Autistische Beeinträchtigung, PFD)
weitere Autismus-Posts
Bücher:
- Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht: Leben mit dem Asperger-Syndrom (Liane Holliday Willey, Amazon)
- Buntschatten und Fledermäuse: Mein Leben in einer anderen Welt (Axel Brauns, Amazon)
weitere Autismus-Bücher bei Amazon
The Big Bang Theory - witzige Szenen HD {9:10}
The Big Bang Theory Intro (German & English lyrics) {0:20}
The Big Bang Theory Intro Full Version {1:07}
The Big Bang Theory unaired pilot {3:00}
Hochgeladen am 13.09.2010
Am 2. April ist der Internationale Autismus-Tag, dessen Ziel es ist, Aufmerksamkeit für Autismus und Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) zu erzeugen. Zu den ASS gehören frühkindlicher Autismus, atypischer Autismus sowie das Asperger Syndrom, das mittlerweile wohl die bekannteste ASS ist. Frühkindlicher Autismus wie auch das Asperger Syndrom sind angeborene Entwicklungsstörungen; im Gegensatz zum frühkindlichen Autismus macht sich Aspergers aber häufig erst im Kindergartenalter bemerkbar. Im Kindergarten fällt es eher auf, wenn es einem Kind nicht gelingt, mit Gleichaltrigen zu interagieren. Zumal die Überforderung eines Kindes mit Asperger Syndrom angesichts der Lautstärke in einem Raum voller Kinder mit schnell wechselnden Eindrücken besonders deutlich zu Tage tritt. Neben den Auffälligkeiten im Sozialverhalten sind die sogenannten „Inselbegabungen“ die auffälligsten Eigenschaften von Menschen mit Asperger Syndrom.
Aber braucht es eigentlich einen „World Autism Awareness Day“? Gibt es nicht mittlerweile unzählige Charaktere in Sitcoms, Filmen und Serien, die uns die faszinierenden und abweichenden Verhaltensweisen von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung näherbringen? Man denke nur an Sheldon Cooper in „The Big Bang Theory“: Meist handelt es sich bei den TV-Gestalten um kautzige Nerds mit seltsamem Habitus. Dass Menschen mit Aspergers als wunderliche kleine Genies imaginiert werden, die im Zweifelsfall urkomisch sind, hilft den Betroffenen wenig. Handelt es sich doch um ein romantisierendes Bild: Nicht jeder Mensch mit Aspergers kann von seinen Inselbegabungen profitieren. Die Welt da draußen kann mit Menschen, die Telefonbücher auswendig lernen, aber ihre Schuhe nicht zubinden können, nur wenig anfangen.
Zwar hilft es, dass „Aspergers“ immer mehr Menschen ein Begriff ist. Aber die Probleme, mit denen Menschen mit Autismus in der Welt der „Normalen“ konfrontiert sind, bleiben davon unberührt. Denn trotz normaler bis überdurchschnittlicher Intelligenz scheitern Menschen mit Aspergers in Schule und Arbeitsleben überproportional häufig. Das ist ein Problem für unsere Gesellschaft, aber in erster Linie eine Tragik für die Betroffenen.
mehr:
- Kleine Professoren und schrullige Nerds (Marlen Hobrack, Freitag-Community, der Freitag, 02.04.2016)
siehe auch:
- Asperger-Syndrom: Ich bin anders als die anderen (Benjamin von Brackel, ZON, 13.01.2016) dazu paßt:
- Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht: Leben mit dem Asperger-Syndrom (Liane Holliday Willey, Amazon)
- Hochfunktionaler Autismus: Erschütterte Identität (Birgit Saalfrank, Deutsches Ärzteblatt, September 2015)
- Autismus: Christine Preißmann im Interview „Romane gehen gar nicht“ (Jakob Vicari, Brand eins 4/2014; Zitat:)
- A View with a Future: Temple Grandin's Writings (Phillip Larrimore, ECLECTICA magazine, Apr/Mai 2014)»Aber Romane gehen gar nicht. Irgendwann habe ich aufgegeben. Ich bekomme keinen Zusammenhang mit. Vor allem, wenn es um menschliche Beziehungen geht. Ich fokussiere mich auf die Rechtschreibfehler, hänge an falschen oder fehlenden Kommas.«
- Asperger-Autismus – So geht’s auch! (Post, 02.08.2013)
- Was wir von der psychoanalytischen Autismusforschung über die Entwicklung der menschlichen Psyche lernen können (Karl Mätzler, Vortrag im Psychoanalytischen Seminar Bern am 7.12.2012, auf seiner Seite, PDF)
- Autismus: Ein Leben in High Definition (Aleksander Knauerhase, Quergedachtes, 25.11.2012) – Link zu seinem Buch
- Asperger-Autisten verstehen lernen (Autismus Mittelfranken (Hrsg.), Selbsthilfegruppe »Leben mit Autisten« Biberach, 2010, PDF)
- Zur Metapsychologie des Autismus (Laura Viviana Strauss, Dissertation, Kobra Bibliothek, Universität Kassel, November 2008, PDF)„Ich habe festgestellt, dass die Eigenschaften der Persönlichkeit mit Asperger-Syndrom unter anderem Aufrichtigkeit, Loyalität, Zuverlässigkeit und Geradlinigkeit sind. Zudem haben diese Menschen strenge Moralvorstellungen und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ihre kognitiven Eigenschaften sind unter anderem: ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis, Begeisterungsfähigkeit und Sachkenntnis in Bezug auf ein Spezialinteresse, eine originelle Denkweise, ein gutes Vorstellungsvermögen und die bemerkenswerte Fähigkeit, in Bildern zu denken ... Menschen mit Asperger-Syndrom haben viele positive Eigenschaften in ihren Fähigkeiten und in ihrer Persönlichkeit. Es gibt Wissenschaftler und Künstler, die das Asperger-Syndrom haben und die dank dieser Eigenschaften Herausragendes leisteten. Es ist kein Leiden, dessen man sich schämen müsste, sondern eines, zu dem man stolz stehen sollte.“ [aus Tony Atwood, Das Asperger-Syndrom, 2000, S. 206, zit. in obigem Link]
- AUTISMUS: Unterschätzte Außenseiter (Sebastian Dern, Nicole Schuster, Spektrum, 15.06.2007)
- Spiegelneuronen II: Der blinde Spiegel Autismus ( Vilayanur S. Ramachandran, Lindsay M. Oberman , Spektrum, 23.03.2007)
- MEDIZIN – Atomphysik im Kindergarten (Hubertus Breuer, SPON, 23.10.2000)
Hochfunktionaler Autismus:
Der Unterschied zwischen hochfunktionalem und niedrig-funktionalem Autismus ist, dass hochfunktional bedeutet, dass deine Schwächen ignoriert werden und niedrig-funktional bedeutet, dass deine Stärken ignoriert werden. [Laura Tisconic, zit. in High Functioning Autismus: Was ist das?, Autismus-Kultur]siehe auch:
- Asperger Syndrom & High Functioning Autismus: Gibt es einen Unterschied? (Autismus-Kultur)
- Famous People Who Have or Had Asperger's Syndrome (Michelle, Disabled World 10.11.2017)
- Celebrities with autism or Asperger's syndrome (Johanna-Khristina, imdb, 27.03.2012)
eine Linksliste zu Spektrum-Artikeln über Autismus und Asperger:
- EINE RÄTSELHAFTE STÖRUNG: Autismus und Asperger-Syndrom
- Forum für Autisten und interessierte Zeitgenossen
- Checkliste nach Bosch (Aspergia)
- Autismus (Seele und Gesundheit)
- Das autistische(seelisch/geistliche) Innenleben und ihr begegnen aus einer Sektorperspektive (Selbsthilfegruppe Autistische Beeinträchtigung, PFD)
weitere Autismus-Posts
Bücher:
- Ich bin Autistin - aber ich zeige es nicht: Leben mit dem Asperger-Syndrom (Liane Holliday Willey, Amazon)
- Buntschatten und Fledermäuse: Mein Leben in einer anderen Welt (Axel Brauns, Amazon)
weitere Autismus-Bücher bei Amazon
The Big Bang Theory - witzige Szenen HD {9:10}
Veröffentlicht am 31.01.2013
Sammlung witziger Szenen von The Big Bang Theory.
The Big Bang Theory Intro (German & English lyrics) {0:20}
Hochgeladen am 18.08.2011
The Intro of the Beste Serie of the World! German lyrics and English Lyrics ..... Subtitles
The Big Bang Theory Intro Full Version {1:07}
Hochgeladen am 01.11.2010
Under Section 107 of the Copyright Act 1976,
allowance is made for "fair use" for purposes such as criticism, comment,
news reporting, teaching, scholarship, and research. Fair use is a use
permitted by copyright statute that might otherwise be infringing.
Non-profit, educational or personal use tips the balance in favor of fair
use.
The Big Bang Theory unaired pilot {3:00}
Hochgeladen am 13.09.2010
aktualisiert am 30.10.2017
Samstag, 2. April 2016
Aufklärung
Der Begriff Aufklärung, auch für das „Aufklären“ beliebiger Sachverhalte verwendet, bezeichnet seit etwa 1700 das gesamte Vorhaben, durch rationales Denken alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden. Seit etwa 1780 bezeichnet der Begriff auch diese geistige und soziale Reformbewegung, ihre Vertreter und das zurückliegende Zeitalter der Aufklärung in der Geschichte Europas und Nordamerikas. Es wird meist auf etwa 1650 bis 1800 datiert.Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, der Kampf gegen Vorurteile, die Hinwendung zu den Naturwissenschaften, das Plädoyer für religiöse Toleranz und die Orientierung am Naturrecht. Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht. Viele Vordenker der Aufklärung waren optimistisch, eine vernunftorientierte Gesellschaft werde die Hauptprobleme menschlichen Zusammenlebens schrittweise lösen. Dazu vertrauten sie auf eine kritische Öffentlichkeit. Kritik an diesem „Vernunftglauben“ entstand seit etwa 1750 unter den Aufklärern selbst, dann im Sturm und Drang und in der Romantik.Aufklärerische Impulse beeinflussten Literatur, Schöne Künste und Politik, etwa die Amerikanische Revolution von 1776 und die Französische Revolution von 1789. Sie beeinflussen viele Gesellschaftsbereiche bis heute, so dass der Begriff auch den gesamten Rationalisierungsprozess der Moderne bezeichnet.Seit 1945 wird die europäische Aufklärung angesichts ihrer Spätfolgen auch als unabgeschlossenes und ambivalentes Projekt gedeutet, etwa in der Frankfurter Schule. Analoge Emanzipationsprozesse, ihr Fehlen oder ihre Notwendigkeit werden auch bei anderen Kulturen diskutiert. (Aufklärung, Wikipedia)
Helden der Aufklärung - Die Macht des Wissens (1/2) [52:00]
Veröffentlicht am 07.07.2012
Helden der Aufklärung (1/2)
Die Macht des Wissens
Die geistige Strömung der Aufklärung erfasste im 18. Jahrhundert ganz Europa. Nicht nur Philosophen wie der in Königsberg lehrende Immanuel Kant propagierten die Freiheit des Denkens, auch Naturwissenschaftler setzten sich gegen die Reglementierung durch Staat und Religion zur Wehr. So forderte der Brite Isaac Newton den Zugang zu Wissen für jedermann und schuf die Grundlage für die moderne Wissenschaft. Der Franzose Denis Diderot focht das Wissensmonopol der Kirche an. Der Marques de Pombal organisierte nicht nur den Wiederaufbau Lissabons nach dem großen Erdbeben von 1755, sondern legte den Grundstein für den modernen portugiesischen Staat. Und die Entdeckungen des englischen Naturwissenschaftlers Erasmus Darwin - Großvater des Evolutionstheoretikers Charles Darwin - stellten einen unmittelbaren Angriff auf den Wahrheitsanspruch der Kirche dar.
(Deutschland, Großbritannien, 2012, 90mn)
ZDF
Erstausstrahlungstermin: Sa, 30. Jun 2012, 20:15
Themen: Dokumentationen, Geopolitik & Geschichte
Stichworte: Aufklärung, Immanuel Kant, Isaac Newton, Denis Diderot, Erasmus Darwin
Siehe auch: http://www.zeit.de/2012/27/China-Aufk...
Arte+7 Helden der Aufklärung 1 2 A7 SGT ENC 04 043715 001 A PG HQ DE
Helden der Aufklärung - Die Macht des Wissens (2/2) [51:48]
Veröffentlicht am 07.07.2012
Helden der Aufklärung (2/2)
Drei sehr unterschiedliche Männer des 18. Jahrhunderts dominieren den zweiten Teil der Dokumentation. Sie versuchten jeweils auf ihre ganz eigene Weise, die Vorstellungen der Aufklärung in die Tat umzusetzen.
Der Franzose Nicolas Marquis de Condorcet - ein brillanter Mathematiker, Philosoph und Politiker - stand während der Französischen Revolution im Zentrum des Kampfes um mehr Freiheitsrechte und engagierte sich unter anderem für die Abschaffung der Sklaverei und die Gleichstellung der Geschlechter. In Amerika entwickelte der Anwalt und Kongressabgeordnete Thomas Jefferson - der Hauptautor der legendären Unabhängigkeitserklärung - das Modell für die erste moderne demokratische Republik. Und in Preußen war der König selbst ein Vertreter der Aufklärung. Friedrich der Große gilt als aufgeklärter Monarch, verstand es aber trotzdem, seine Interessen skrupellos zu vertreten.
(Deutschland, Großbritannien, China, 2012, 52mn)
ZDF
Erstausstrahlungstermin: Sa, 30. Jun 2012, 21:08
Themen: Dokumentationen, Geopolitik & Geschichte
Stichworte: Aufklärung, Nicolas Marquis de Condorcet, Thomas Jefferson, Friedrich II
Siehe auch: http://www.zeit.de/2012/27/China-Aufk...
zu Friedrich dem Großen:
- Vor 300 Jahren – 18. Jh.: Des Soldatenkönigs »Lustige Räte« (Post, 02.03.2016)
- Friedrich II. von Preußen: Psychogramm (Post, 06.04.2016)
zum Verhältnis zwischen Friedrich dem Großen und Voltaire:
- Ihr Genie ist eine Fackel (Anette Großbongardt, SPON, 29.03.2011)
- Friedrich und Voltaire – sie konnten nicht ohne einander (Volker Tarnow, Beliner Morgenpost, 22.07.2008)
- François Marie Arouet gen. « Voltaire », Schriftsteller und Philosoph (Philippe Poindront, Preussen.de, 2003)
- Hassliebe? – Friedrich II. und Voltaire (Gereon Breuer, Blaue Narzisse)
- "Sire, ich eile“ – Voltaire und Friedrich II. (Hasn Joachim Schädlich, Focus, 18.01.2012)
- 300 Jahre Friedrich der Große: Der schwule Fritz (Oliver Das Gupta, Süddeutsche Zeitung, 23.01.2012)
- Spitzfindigkeiten (Knobellösungen)
Verstehen Sie Kant? [54:37]
Hochgeladen am 27.12.2011
Aus der Reihe "Sternstunde Philosophie" - Immanuel Kant
- Was kann ich wissen?
- Was soll ich tun?
- Was darf ich hoffen?
Link: Eine L.E.D. hinterfragt sich nach dem "Sinn ihres Lebens": https://youtu.be/6Twql_VOahs
- Was soll ich tun?
- Was darf ich hoffen?
Link: Eine L.E.D. hinterfragt sich nach dem "Sinn ihres Lebens": https://youtu.be/6Twql_VOahs
Kant für Anfänger - Sophies Ausflug In Die Philosophie 1/5 - Metaphysik [14:59]
Veröffentlicht am 30.07.2013
In der ersten Staffel steht Kants "Kritik der reinen Vernunft" im Mittelpunkt. In der zweiten geht es um den kategorischen Imperativ. Beides sind humorvolle Serien, die sich höchst unterhaltsam mit so komplexen Themen wie Ethik, Prinizipien, Vernunft, Moral, Liebe und vor allem: der Philosophie Immanuel Kants auseinander setzt. Die Kritik der reinen Vernunft Kants "Kritik der reinen Vernunft" gilt vielen als Höhepunkt der abendländischen Philosophie -- andere halten sie schlicht für unlesbar. Was steht drin, in diesem Text des großen Aufklärers? Was war das für ein Mensch, jener Königsberger Philosoph, der Jahrzehnte an diesem Buch geschrieben hat? Warum ist das Buch heute so aktuell wie nie zuvor?
Sophie, eine junge Journalistik-Studentin, will Antworten finden auf diese Fragen. Sie fängt an zu recherchieren und trifft auf jemanden, der ihr bestens Auskunft geben kann: Professor Immanuel Kant höchstpersönlich. Denn wer kann besser über den Sinn der langen und schwer verdaulichen Sätze Auskunft geben als der Verfasser selbst? Der kategorische Imperativ "Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."
Philosophie - Immanuel Kant - Kritik der reinen Vernunft (Prof Manfred Sommer) - Ringvorlesung [1:26:23]
Veröffentlicht am 30.08.2014
Aus den Philosophischen Ringvorlesungen. Dozent: Prof. Manfred Sommer. Thema: Kant's Kritik der reinen Vernunft. Giggity.
xFreitag, 1. April 2016
Den geeigneten Meditationssitz finden
Viele Orthopäden lehnen den halben oder den ganzen Meditationssitz ab, weil sie die Belastung der Knie- und Hüftgelenke für unphysiologisch halten.
Viele »alte« oder traditionelle Meditationslehrer beharren auf der strikten Einhaltung der Sitzposition.
Dazwischen gilt es einen Mittelweg zu finden, zumal Maitreya, der Buddha der Zukunft, häufig auf einem Stuhl sitzend dargestellt wird. (Möglicherweise symbolisiert der Stuhl ja nur die Zukunft, wer weiß?)
Letztlich läuft es auf die Frage hinaus: Welche Sitzposition ermöglicht mir ein möglichst langes, entspanntes Sitzen?
(Wobei – schulmedizinische ausgedrückt – ein völlig entspanntes Sitzen aufgrund der notwendigen Muskelanstrengung der sogenannten paravertrebralen Muskulatur – den Muskeln, die entlang der Wirbelsäule laufen – gar nicht möglich ist. – Da kann man mal wieder sehen, sie unterschiedlich die Begriffe in unterschiedlichen Sprachen gebraucht werden:
Für den Osten bedeutet »Entpannung« eine gewisse Grundanspannung – wir im Westen haben oft noch eine Schlaraffenland-Mentalität, gehen ins Extrem und träumen von einer absoluten Spannungslosigkeit!)
Nehmen Sie einen Sitz ein, der der Tradition nahekommt und lockern Ihre perfektionistischen Ansprüche soweit, daß sie während der Meditation nicht allzusehr leiden.
Ich selbst habe über drei Jahre gebraucht, bis ich einige Male das Gefühl eines stabilen Sitzes hatte – und dann hat sich meine Hüftmuskulatur gemeldet und protestiert seither. Ich beginne daher – diese Selbstfürsorge gestatte ich mir – mit dem normalen Schneidersitz, und nach einer halben Stunde ist meine Oberschenkel-Hüftmuskulatur soweit gedehnt, daß ich nach der Gehphase und einigen etwas schmerzhaften Minuten recht gut im halben Lotussitz aushalten kann. Ein wenig (!) Schmerz – bei uns im Westen ebenfalls verpönt (siehe Zen-Stock) – hilft meiner Meinung nach sehr beim Achtsam-Bleiben! (Und wenn man statt auf einem auf zwei Kissen sitzt, ist es für Hüften, Kniee und Wirbelsäule einfacher.)
Vielleicht probieren Sie es ja auch einmal mit einem Sitzbänkchen.
Robben Sie sich einfach Zentimeter für Zentimeter unverdrossen an die für Sie passende Sitz-Haltung ran. Sowohl bei den Buddhisten wie auch bei den Altkatholen gibt es Leute, die auf einem Stuhl sitzend meditieren! Da hat niemand was dagegen. Mann sollte dabei allerdings auf die Sitzunterlage achten (ein niedriges Keilkissen wäre ideal!), sonst wird’s anstrengend, eine aufrechte Wirbelsäulenhaltung zu bewahren. Heir einige Links, die Ihnen vielleicht hilfreich sind:
– Angenehm sitzen (Youtube)
Viele »alte« oder traditionelle Meditationslehrer beharren auf der strikten Einhaltung der Sitzposition.
![]() |
| Quelle: Die vielen Aspekte einer gelungenen Reise, Matthias Weigold |
Letztlich läuft es auf die Frage hinaus: Welche Sitzposition ermöglicht mir ein möglichst langes, entspanntes Sitzen?
(Wobei – schulmedizinische ausgedrückt – ein völlig entspanntes Sitzen aufgrund der notwendigen Muskelanstrengung der sogenannten paravertrebralen Muskulatur – den Muskeln, die entlang der Wirbelsäule laufen – gar nicht möglich ist. – Da kann man mal wieder sehen, sie unterschiedlich die Begriffe in unterschiedlichen Sprachen gebraucht werden:
Für den Osten bedeutet »Entpannung« eine gewisse Grundanspannung – wir im Westen haben oft noch eine Schlaraffenland-Mentalität, gehen ins Extrem und träumen von einer absoluten Spannungslosigkeit!)
Nehmen Sie einen Sitz ein, der der Tradition nahekommt und lockern Ihre perfektionistischen Ansprüche soweit, daß sie während der Meditation nicht allzusehr leiden.
Ich selbst habe über drei Jahre gebraucht, bis ich einige Male das Gefühl eines stabilen Sitzes hatte – und dann hat sich meine Hüftmuskulatur gemeldet und protestiert seither. Ich beginne daher – diese Selbstfürsorge gestatte ich mir – mit dem normalen Schneidersitz, und nach einer halben Stunde ist meine Oberschenkel-Hüftmuskulatur soweit gedehnt, daß ich nach der Gehphase und einigen etwas schmerzhaften Minuten recht gut im halben Lotussitz aushalten kann. Ein wenig (!) Schmerz – bei uns im Westen ebenfalls verpönt (siehe Zen-Stock) – hilft meiner Meinung nach sehr beim Achtsam-Bleiben! (Und wenn man statt auf einem auf zwei Kissen sitzt, ist es für Hüften, Kniee und Wirbelsäule einfacher.)
Vielleicht probieren Sie es ja auch einmal mit einem Sitzbänkchen.
Robben Sie sich einfach Zentimeter für Zentimeter unverdrossen an die für Sie passende Sitz-Haltung ran. Sowohl bei den Buddhisten wie auch bei den Altkatholen gibt es Leute, die auf einem Stuhl sitzend meditieren! Da hat niemand was dagegen. Mann sollte dabei allerdings auf die Sitzunterlage achten (ein niedriges Keilkissen wäre ideal!), sonst wird’s anstrengend, eine aufrechte Wirbelsäulenhaltung zu bewahren. Heir einige Links, die Ihnen vielleicht hilfreich sind:
– Angenehm sitzen (Youtube)
Dienstag, 29. März 2016
Das war meine Rettung – "Meine Mitschüler haben mich ausgelacht"
Brunello Cucinelli ist als Unternehmer erfolgreich, weil er die Armut seiner Kindheit nie vergaß.
mehr:
- Das war meine Rettung – "Meine Mitschüler haben mich ausgelacht" (im Interview mit Louis, Lewitan, ZON, 28.03.2016)
mehr:
- Das war meine Rettung – "Meine Mitschüler haben mich ausgelacht" (im Interview mit Louis, Lewitan, ZON, 28.03.2016)
Labels:
Arbeit,
Ethik,
Geschichten,
Persönlichkeiten,
Realitätskonstruktion
Mittwoch, 23. März 2016
Über das Wahlkampf-Sprachniveau der US-Präsidentschaftsanwärter
Donald Trump liegt in der Grammatik fast auf Grundschulniveau
Politiker-Reden im Grammatik-Test: Die Kandidaten im US-Vorwahlkampf glänzen nicht gerade durch elaborierte Grammatik oder ein abwechslungsreiches Vokabular - eher im Gegenteil. Hilary, Clinton, Ted Cruz und Bernie Sanders erreichen sprachlich nur Mittelstufen-Niveau. Donald Trumps Reden entsprechen sprachlich sogar nur denen eines Fünftklässlers, wie US-Forscher ermittelt haben.
mehr:
- Trump: Wissenschaftlich nachgewiesenes Niveau eines 5jährigen (Scinexx, sott.net, 21.03.2016)
siehe auch:
- Ein Blick in die amerikanische Seele (Post, 22.03.2016)
Politiker-Reden im Grammatik-Test: Die Kandidaten im US-Vorwahlkampf glänzen nicht gerade durch elaborierte Grammatik oder ein abwechslungsreiches Vokabular - eher im Gegenteil. Hilary, Clinton, Ted Cruz und Bernie Sanders erreichen sprachlich nur Mittelstufen-Niveau. Donald Trumps Reden entsprechen sprachlich sogar nur denen eines Fünftklässlers, wie US-Forscher ermittelt haben.
mehr:
- Trump: Wissenschaftlich nachgewiesenes Niveau eines 5jährigen (Scinexx, sott.net, 21.03.2016)
siehe auch:
- Ein Blick in die amerikanische Seele (Post, 22.03.2016)
Labels:
Intelligenz,
Realitätskonstruktion,
Test,
Wissenschaft
Dienstag, 22. März 2016
Ein Blick in die amerikanische Seele, Absurdes und der gesunde Menschenverstand
Wer den Erfolg von Donald Trump verstehen will, der muss sich mit politischer Korrektheit in den USA beschäftigen. Immer mehr Amerikaner lehnen ab, was jahrzehntelang gemeinhin anerkannt war. Political correctness ist zum Schimpfwort geworden
Donald Trump gilt als unerschrockener Kämpfer gegen die PC, die political correctness. Trump kann tun und sagen, was er will. Dabei spielt es keine Rolle, ob er andere verletzt, verhöhnt, die Unwahrheit sagt oder sich einfach nur wie ein Flegel auf dem Schulhof aufführt. Solange er sich an keine Regeln hält, finden ihn seine Anhänger erfrischend, ehrlich, authentisch, souverän. Die halten, wie Trump, die politische Korrektheit für ein Grundübel der amerikanischen Gesellschaft. Dabei: PC macht durchaus Sinn – wenn sie nicht übertrieben wird. Doch genau das haben die Amerikaner getan. Sie haben es mit der PC maßlos übertrieben. Und bekommen dafür jetzt die Quittung.
Es gibt einen geschriebenen und einen ungeschriebenen Verhaltenskodex in den USA. Der Geschriebene sind die Ge- und Verbote, die sich an jeder Straßenecke, in jedem Schwimmbad, jedem Kino oder jeder Schule finden. Es sind die kleinen Verhaltensregeln des Alltags, die im Grunde jeder kennt, die man aber offensichtlich dennoch immer wieder in Erinnerung rufen muss. „Wirf keinen Abfall weg“, „Geh nicht über den Rasen“, „Überquere die Straße nicht unaufmerksam“, „Lass deine Schusswaffe zu Hause“. Es existiert eine endlose Zahl an Vorschriften, die man irgendwann nicht mehr wahrnimmt, weil sie inflationär oft zu sehen und zu hören sind. Und weil sie so banal sind.
Das Mantra: „Do the right thing“
Was Donald Trump jedoch vor allem Unterstützung zuführt, sind die anderen, die verborgenen Vorschriften. Es sind jene Regeln, die den Einzelnen lieber vorsichtig als mutig sein lassen, die stets Zweifel daran säen, ob man richtig reagiert hat. Es sind die Regeln, die einen bei Missachtung derselben schnell in eine rassistische oder diskriminierende Ecke stellen können. Es sind Regeln, die sich mit der Zeit immer tiefer ins Bewusstsein eingraben und die das eigene Verhalten steuern. Im schlimmsten Fall so sehr, dass man sich nicht mehr von anderen unterscheidet. Um nicht anzuecken. Und um dem Mantra gerecht zu werden, das da ständig fordert: „Do the right thing.“ Nur: Was zum Teufel ist die richtige Sache?
Wie benennt man korrekt black Americans? Als Schwarze? Nein. Als Farbige? Nein. Als Afro-Amerikaner? Ja. Aber das ist umständlich, es ist gestelzt, es ist PC. Trump redet ungeniert von „Blacks“. Und nicht einmal die Afro-Amerikaner scheint es zu stören.
Political Correctness wird schon in der Schule gelehrt
Wie teilt man den Eltern eines Mitschülers mit, dass ihr Sohn bitteschön damit aufhört, die eigene Tochter zu mobben? Etwa so: „Ich hätte einen Vorschlag, wie sich das Verhalten Ihres Sohnes noch verbessern ließe und würde gerne darüber mit Ihnen reden.“ Oder wie Trump: „Ich hätte Lust, ihm ins Gesicht zu schlagen.“ Das sagte der Milliardär tatsächlich vor Kurzem auf einer Wahlkampfveranstaltung in Nevada zu einem Störer. Die Masse grölte. Trump legte nach: „Leider geht das heute ja nicht mehr. Früher hätten wir solche Leute auf einer Bahre rausgetragen.“ Seine Fans schlugen sich jetzt auf die Schenkel.
Dabei werden die Kinder in den USA schon früh getrimmt, „das Richtige“ zu tun – oder besser: das Falsche zu lassen. „Don’t hurt my feelings“ ist einer jener Grundsätze, der Schülern in den 4., 5. und 6. Klassen wieder und wieder eingeimpft wird. Dabei ist das Verletzen von Gefühlen eine trickreiche Sache: Denn wann genau ist ein Gefühl verletzt, woran lässt sich das festmachen und wie kann das ein zehn- bis zwölfjähriger Schüler erkennen? Wenn die Schüler diesen Verhaltensgrundsatz lernen, darüber Aufsätze schreiben und Videos drehen müssen, dann ist das für viele wie das Lernen für eine Mathearbeit. Sie wissen: Wenn ich das und das schreibe, dann bekomme ich soundsoviele Punkte. Also schreiben sie das Gewünschte. Aber werden sie deshalb auch so handeln? Als Trump in einer Fernsehdebatte von der Fox-Moderatorin Megyn Kelly mit seinen vielen Beleidigungen gegenüber Frauen konfrontiert wurde, lachte er nur und sagte: „Weder ich noch das Land haben Zeit für politische Korrektheit.“ Das Publikum tobte vor Freude. Hier war das Leben. Die Schule lange vorbei.
mehr:
Donald Trump gilt als unerschrockener Kämpfer gegen die PC, die political correctness. Trump kann tun und sagen, was er will. Dabei spielt es keine Rolle, ob er andere verletzt, verhöhnt, die Unwahrheit sagt oder sich einfach nur wie ein Flegel auf dem Schulhof aufführt. Solange er sich an keine Regeln hält, finden ihn seine Anhänger erfrischend, ehrlich, authentisch, souverän. Die halten, wie Trump, die politische Korrektheit für ein Grundübel der amerikanischen Gesellschaft. Dabei: PC macht durchaus Sinn – wenn sie nicht übertrieben wird. Doch genau das haben die Amerikaner getan. Sie haben es mit der PC maßlos übertrieben. Und bekommen dafür jetzt die Quittung.
Es gibt einen geschriebenen und einen ungeschriebenen Verhaltenskodex in den USA. Der Geschriebene sind die Ge- und Verbote, die sich an jeder Straßenecke, in jedem Schwimmbad, jedem Kino oder jeder Schule finden. Es sind die kleinen Verhaltensregeln des Alltags, die im Grunde jeder kennt, die man aber offensichtlich dennoch immer wieder in Erinnerung rufen muss. „Wirf keinen Abfall weg“, „Geh nicht über den Rasen“, „Überquere die Straße nicht unaufmerksam“, „Lass deine Schusswaffe zu Hause“. Es existiert eine endlose Zahl an Vorschriften, die man irgendwann nicht mehr wahrnimmt, weil sie inflationär oft zu sehen und zu hören sind. Und weil sie so banal sind.
Das Mantra: „Do the right thing“
Was Donald Trump jedoch vor allem Unterstützung zuführt, sind die anderen, die verborgenen Vorschriften. Es sind jene Regeln, die den Einzelnen lieber vorsichtig als mutig sein lassen, die stets Zweifel daran säen, ob man richtig reagiert hat. Es sind die Regeln, die einen bei Missachtung derselben schnell in eine rassistische oder diskriminierende Ecke stellen können. Es sind Regeln, die sich mit der Zeit immer tiefer ins Bewusstsein eingraben und die das eigene Verhalten steuern. Im schlimmsten Fall so sehr, dass man sich nicht mehr von anderen unterscheidet. Um nicht anzuecken. Und um dem Mantra gerecht zu werden, das da ständig fordert: „Do the right thing.“ Nur: Was zum Teufel ist die richtige Sache?
Wie benennt man korrekt black Americans? Als Schwarze? Nein. Als Farbige? Nein. Als Afro-Amerikaner? Ja. Aber das ist umständlich, es ist gestelzt, es ist PC. Trump redet ungeniert von „Blacks“. Und nicht einmal die Afro-Amerikaner scheint es zu stören.
Political Correctness wird schon in der Schule gelehrt
Wie teilt man den Eltern eines Mitschülers mit, dass ihr Sohn bitteschön damit aufhört, die eigene Tochter zu mobben? Etwa so: „Ich hätte einen Vorschlag, wie sich das Verhalten Ihres Sohnes noch verbessern ließe und würde gerne darüber mit Ihnen reden.“ Oder wie Trump: „Ich hätte Lust, ihm ins Gesicht zu schlagen.“ Das sagte der Milliardär tatsächlich vor Kurzem auf einer Wahlkampfveranstaltung in Nevada zu einem Störer. Die Masse grölte. Trump legte nach: „Leider geht das heute ja nicht mehr. Früher hätten wir solche Leute auf einer Bahre rausgetragen.“ Seine Fans schlugen sich jetzt auf die Schenkel.
Dabei werden die Kinder in den USA schon früh getrimmt, „das Richtige“ zu tun – oder besser: das Falsche zu lassen. „Don’t hurt my feelings“ ist einer jener Grundsätze, der Schülern in den 4., 5. und 6. Klassen wieder und wieder eingeimpft wird. Dabei ist das Verletzen von Gefühlen eine trickreiche Sache: Denn wann genau ist ein Gefühl verletzt, woran lässt sich das festmachen und wie kann das ein zehn- bis zwölfjähriger Schüler erkennen? Wenn die Schüler diesen Verhaltensgrundsatz lernen, darüber Aufsätze schreiben und Videos drehen müssen, dann ist das für viele wie das Lernen für eine Mathearbeit. Sie wissen: Wenn ich das und das schreibe, dann bekomme ich soundsoviele Punkte. Also schreiben sie das Gewünschte. Aber werden sie deshalb auch so handeln? Als Trump in einer Fernsehdebatte von der Fox-Moderatorin Megyn Kelly mit seinen vielen Beleidigungen gegenüber Frauen konfrontiert wurde, lachte er nur und sagte: „Weder ich noch das Land haben Zeit für politische Korrektheit.“ Das Publikum tobte vor Freude. Hier war das Leben. Die Schule lange vorbei.
mehr:
- Sprachzensur in den USA: Der Fluch des Korrekten (Markus Ziener, Cicero, 14.03.2016)
siehe auch:
- Die verordnete zerebrale Implosion der US-amerikanischen Intelligenzija (Post, 21.08.2015)
siehe auch:
- Die verordnete zerebrale Implosion der US-amerikanischen Intelligenzija (Post, 21.08.2015)
- US-Wahlkampf: Trump und die Wrestling-Show ignorieren! (Post, 09.03.2016)
- Bernie Sanders, Hillary Clinton und das Geld (Post, 22.03.2016)
George Carlin Politicians [3:19]
George Carlin "The American Dream" Best 3 Minutes of His Career [3:12]
Preisfrage:
Was hat mich dazu bewogen, folgendes Video hinter George Carlin einzustellen? Gibt es einen für andere nachvollziehbaren Zusammenhang?
Helge Schneider im Interview bei "Leute heute" 1996 Seltener Mitschnitt - Sehr Lustig!!! - Helge XXL [2:47]
==============================
==============================
siehe auch:
Ein Fehlstart
in
- So vergänglich! oder Was bleibt… (Post, 16.11.2006)
einen hab’ ich noch:
Neues aus der Anstalt Helge Schneider nervt Georg Schramm [4:57]
Hochgeladen am 27.06.2009
Egal, wie absurd oder dumm, schräg oder ungebildet sich wer auch immer bei welcher Gelegenheit ausdrückt:
Es hat vor 75 Jahren in diesem Land einen Krieg gegeben, und es hat vor 25 Jahren auf diesem Kontinent noch einmal einen Krieg gegeben, und wir tun gut daran, uns immer wieder bewußt zu machen, daß im Krieg – aus welchem schrägen, verlogenen, absurden oder dummen Grund auch immer – mit chirurgischer Präzision oder in deutscher perfektionistischer Manier – Menschen – schräge, dumme oder verlogene oder aufrechte, intelligente oder wahrhaftige (die Kugel, die Bombe oder das Gas unterscheiden da nicht) getötet werden!
Und wir wären gut beraten, wenn wir das Völkerrecht respektieren würden!
Es sollte uns nach so vielen Millionen Toten allmählich klar geworden sein, daß wir uns an Regeln hallten müssen. Wenn wir selbst uns nicht an das Völkerrecht halten, wie wollen wir dann von anderen das Einhalten des Völkerrechts fordern?
- Bernie Sanders, Hillary Clinton und das Geld (Post, 22.03.2016)
George Carlin Politicians [3:19]
Hochgeladen am 19.09.2011
I do not own this video. this is my tribute and way of promoting George Carlin's work. But I'm sure they will still remove this. Anyway enjoy it while it's here.
George Carlin "The American Dream" Best 3 Minutes of His Career [3:12]
Hochgeladen am 01.08.2010
This video has been claimed falsely by WMG several times, and I am arguing with Youtube about it's content, but here is a transcript also: "There's a reason education SUCKS, and it's the same reason that it will never, ever, ever be fixed. It's never going to get any better, don't look for it, be happy with what you've got. Because the owners of this country don't want that. I'm talking about the REAL owners, now. The REAL owners, the BIG WEALTHY business interests that control things and make all the important decisions -- forget the politicians. The politicians are put there to give you the idea that you have freedom of choice. YOU DON'T. You have no choice. You have OWNERS. They OWN YOU. They own EVERYTHING. They own all the important land, they own and control the corporations; they've long since bought and paid for the Senate, the Congress, the State houses, the City Halls; they've got the judges in their back pockets, and they own all the big media companies so they control just about all the news and information you get to hear. They gotcha by the BALLS. They spend billions of dollars every year lobbying -- lobbying to get what they want. Well, we know what they want -- they want MORE for themselves and less for everybody else. But I'll tell you what they don't want. They DON'T want a population of citizens capable of critical thinking. They don't want well-informed, well-educated people capable of critical thinking. They're not interested in that, that doesn't help them. That's against their interests. That's right. They don't want people who are smart enough to sit around the kitchen table and figure out how badly they're getting FUCKED by system that threw them overboard 30 fuckin' years ago. They don't want that. You know what they want? They want OBEDIENT WORKERS. OBEDIENT WORKERS. People who are just smart enough to run the machines and do the paperwork, and just dumb enough to passably accept all these increasingly shittier jobs with the lower pay, the longer hours, the reduced benefits, the end of overtime, and the vanishing pension that disappears the minute you go to collect it. And now they're comin' for your SOCIAL SECURITY MONEY. They want your fuckin' retirement money. They want it BACK. So they can give it to their criminal friends on Wall Street. And you know something? They'll get it. They'll get it ALL from you sooner or later -- 'cuz they OWN this fuckin' place. It's a big CLUB. And YOU AIN'T IN IT. You and I are NOT IN the big club. By the way, it's the same big club they use to beat you over the head with all day long when they tell you what to believe. All day long, beating you over the in their media telling you what to believe -- what to think -- and what to buy. The table is tilted, folks. The game is rigged. And nobody seems to notice. Nobody seems to care. Good honest hard-workin people -- white collar, blue collar -- doesn't matter what color shirt you have on. Good honest hard-workin people CONTINUE -- these are people of modest means -- continue to elect these RICH COCKSUCKERS who don't GIVE a fuck about them. They don't give a fuck about you, they don't GIVE A FUCK ABOUT YOU. T HEY DON'T CARE ABOUT YOU -- AT ALL. AT ALL. AT ALL. You know? And nobody seems to notice, nobody seems to care ... that's what the owners count on, the fact that Americans will probably remain willfully ignorant of the big red, white and blue dick that's being jammed up their assholes every day. Because the owners of this country know the truth -- it's called the American Dream ... 'cuz you have to be asleep to believe it."
George Carlin's Final Words To The World...
George Carlin on "The American Dream".
George Carlin on "The American Dream".
Preisfrage:
Was hat mich dazu bewogen, folgendes Video hinter George Carlin einzustellen? Gibt es einen für andere nachvollziehbaren Zusammenhang?
Helge Schneider im Interview bei "Leute heute" 1996 Seltener Mitschnitt - Sehr Lustig!!! - Helge XXL [2:47]
Hochgeladen am 13.12.2009
Helge Schneider der Gott der Comedians gibt bei "Leute heute" ein Interview zu seinem (damals) neuen Film. Nina Ruge scheint die Albereien nicht zu verstehen. Sehr Lustig, unbedingt anschauen!!
Aufgenommen von "ARD Festival - Helge XXL"
==============================
In Interviews bezeichnet sich Schneider als einen, der „Sinn im Unsinn“ findet. Erwartungen des Publikums werden dabei nach Möglichkeit nicht bedient. Schneider bewegt sich hemmungslos zwischen Hoch- und Subkultur, zwischen Kindersprache und Literatur, verbindet Alltag und Albernheiten mit einem breiten kulturellen Hintergrund und verliert sich in ausufernden Erzählungen. Dabei entstehen immer wieder Momente der Überraschung, die für Schneider selbst manchmal genauso unerwartet sind wie für das Publikum.
Die von Schneider praktizierten Formen extremen Unsinns fanden schnell vor allem junge Anhänger, wurden aber gelegentlich auch zur Zielscheibe heftiger Kritik. [Helge Schneider, Werk, Wikipedia]
Als der Kult um Helge Schneider für ihn wohl zu groß wurde, zog er sich von der Bühne zurück. Er wollte sich der zunehmenden Vereinnahmung seiner Person durch die Medien und der Stilisierung zu einem Star entziehen. Hinzu kommt, dass er in seinen Programmen immer mehr den Schwerpunkt auf Jazzmusik legte – das allgemeine Publikum hingegen seine Konzerte zunehmend wegen der absurden Geschichten und Schauspieleinlagen besuchte. [Helge_Schneider, Der große Erfolg, Wikipedia]
==============================
Ein Fehlstart
in
- So vergänglich! oder Was bleibt… (Post, 16.11.2006)
einen hab’ ich noch:
Neues aus der Anstalt Helge Schneider nervt Georg Schramm [4:57]
Hochgeladen am 27.06.2009
An […] ebenso verwirrenden wie einleuchtenden Beispielen machte Magritte klar, daß das, was wir, auf der Suche nach einer Orientierung, Realität nennen und zur besseren Handhabung in seine Einzelteile zerlegt und mit Wörtern etikettiert haben, eine sehr fragwürdige Größe ist, ein Faß ohne Boden für den, der sich den Zweifel erlaubt. [aus: Mit den Augen denken (Petra Kipphoff, ZEIT Online, 29.01.1982)]
»Wenn der Betrachter findet, daß meine Bilder dem gesunden Menschenverstand Hohn sprechen, wird er sich einer offensichtlichen Tatsache bewußt. Ich möchte aber trotzdem hinzufügen, daß für mich die Welt ein Hohn auf den gesunden Menschenverstand ist.« [René Magritte]meine Schlußbemerkung:
Egal, wie absurd oder dumm, schräg oder ungebildet sich wer auch immer bei welcher Gelegenheit ausdrückt:
Es hat vor 75 Jahren in diesem Land einen Krieg gegeben, und es hat vor 25 Jahren auf diesem Kontinent noch einmal einen Krieg gegeben, und wir tun gut daran, uns immer wieder bewußt zu machen, daß im Krieg – aus welchem schrägen, verlogenen, absurden oder dummen Grund auch immer – mit chirurgischer Präzision oder in deutscher perfektionistischer Manier – Menschen – schräge, dumme oder verlogene oder aufrechte, intelligente oder wahrhaftige (die Kugel, die Bombe oder das Gas unterscheiden da nicht) getötet werden!
Und wir wären gut beraten, wenn wir das Völkerrecht respektieren würden!
Es sollte uns nach so vielen Millionen Toten allmählich klar geworden sein, daß wir uns an Regeln hallten müssen. Wenn wir selbst uns nicht an das Völkerrecht halten, wie wollen wir dann von anderen das Einhalten des Völkerrechts fordern?
Abonnieren
Posts (Atom)
