Samstag, 15. November 2014

Psychische Gewalt

Schlampe. Schwuchtel. Versager. Ein Wort kann wie ein Fausthieb sein. Wenn wir über Gewalt sprechen, meinen wir fast immer ihre körperliche Form. Ein Mensch kann einem anderen aber auch psychisch Gewalt antun. Ihn beleidigen, demütigen, erniedrigen. Und das hat oft schlimmere Folgen als Schläge oder Tritte.
Psychische Gewalt schlägt Wunden, die man zunächst nicht sieht. Und doch sind sie da. Zur Zeit bewegt das Foto-Projekt "Weapon of Choice" die Netzgemeinde. Der amerikanische Fotograf Richard Johnson macht die Grausamkeit der Worte sichtbar. Was wäre, wenn verbale Gewalt körperliche Spuren hinterlassen würde?

mehr:
Psychische Gewalt: Wenn Worte Leben zerstören (Huffington Post, 28.05.2014)


Montag, 10. November 2014

Eine negative Körperhaltung trübt den Blick für fröhliche Dinge und Ereignisse

Dass sich Gefühle und Stimmungen an der Mimik und Gestik ablesen lassen, ist keine neue Erkenntnis. Auch der Gang zeigt, ob jemand fröhlich oder traurig ist. Doch wie sieht es umgekehrt aus: Hat die Art zu gehen Einfluss darauf, ob negative oder positive Gefühle den Menschen und sein Handeln bestimmen?
Genau dieser Frage widmete sich eine Studie, bei der die Probanden durch die Bewegung ihres Körpers unbewusst unterschiedliche Stimmungen ausdrückten.

Zitat:
Die Studie belegt, dass eine permanente Negativhaltung einen positiven und optimistischen Blick auf die Welt kaum zulässt. Nach acht Minuten wurden die Teilnehmer gefragt, welche Begriffe sie sich gemerkt hatten. Die Probanden, die einen traurigen Gang zeigten und eine negative Körperhaltung einnahmen, merkten sich fast nur negative Begriffe. Die andere Gruppe hingegen behielt in erster Linie positive Worte im Gedächtnis.
mehr:
- Depressionen erkennt man am Gang! (Germanblogs, 09.11.2014)

Samstag, 8. November 2014

Verleugnung

Ein viertes gängiges Mißverständnis, das in der sogenannten Transpersonalen Psychologie weit verbreitet ist, ist der Glaube, Selbst-Losigkeit [gemeint ist der Zustand der Erleuchtung, Anmerkung von mir] sei eine Entwicklungsstufe jenseits des Ego — demnach müsse das Ich zuerst existieren, um dann aufgegeben zu werden. Dies ist nur die Kehrseite des Glaubens, vor der Entwicklung des Ich habe es einen Zustand der Ich-Losigkeit gegeben; nur folgt hier die Ich-Losigkeit angeblich auf das Ich. Dieses Mißverständnis ist noch am ehesten zu erklären über die Verleugnung, bei der beunruhigende Emotionen beiseite geschoben werden, als seien sie nicht mehr relevant. Sie werden behandelt, als wären sie nur eine Stufe, die man durchlaufen müsse.

Dieser Ansatz meint, daß das Ich zwar für die Entwicklung wichtig sei, dann aber doch irgendwie transzendiert oder zurückgelassen werden könne. An diesem Punkt gibt es eine unglückselige Begriffsverwirrung. Hören wir zunächst, was der Dalai Lama zu diesem Punkt zu sagen hat: »Selbst- Losigkeit bedeutet nicht, daß etwas, das es in der Vergangenheit gab, nunmehr nicht-existent wird. Vielmehr ist diese Art von ›Selbst‹ etwas, das nie existiert hat. Die Aufgabe besteht darin, etwas als nicht- existent zu erkennen, das schon immer nicht-existent war.«4 Die buddhistische Einsicht zielt nicht auf das Ich im Freudschen Sinne, sondern auf das Selbst-Konzept, die Selbstdarstellungs-Komponente des Ego, auf die tatsächliche innere Erfahrung des eigenen Selbst.


Nicht das ganze Ego wird transzendiert; die Selbstdarstellung wird als etwas enthüllt, dem die konkrete Existenz fehlt. Es ist nicht so, daß etwas Wirkliches beseitigt würde, sondern daß etwas Nicht- Existentes als das erkannt wird, was es immer schon war. Meditierende, denen es schwerfällt, diesen schwierigen Punkt zu erfassen, fühlen sich häufig unter Druck, entscheidende Aspekte ihres Daseins zu verleugnen, also diejenigen, die sie mit dem unzuträglichen »Ich« identifizieren.


Viele verzichten auf Sexualität, Aggression, kritisches Denken oder sogar auf den Gebrauch des Personalpronomens in der ersten Person, Ich. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, Selbst-Losigkeit durch Aufgabe oder Loslassen dieser Aspekte zu erlangen. Meditierende erklären Aspekte des Selbst zu ihrem Feind und versuchen, sich davon zu distanzieren. Das Problem besteht darin, daß die Eigenschaften, die man als unzuträglich bestimmt hat, durch ihre Unterdrückung noch mächtiger werden. Es ist keineswegs unüblich, daß Meditierende in der Therapie darauf beharren, daß sie weder Sex noch einen Orgasmus brauchen, oder leugnen, daß eine Frustration sie zornig macht. Statt die Haltung des nicht urteilenden Gewahrseins einzunehmen, sind diese Meditierenden so damit beschäftigt, es (d. h. ihre unzuträglichen Gefühle) loszulassen, daß sie nie die Erfahrung der Nicht-Wesenhaftigkeit ihrer eigenen Gefühle machen. Durch die Verleugnung bleiben sie daran haften.


Auf ähnliche Weise neigen diejenigen, die diesem Mißverständnis der Selbst-Losigkeit erliegen, dazu, die Idee des »leeren (von Gedanken freien) Geistes« überzubewerten. In diesem Fall wird das Denken mit dem Ich gleichgesetzt; solche Leute scheinen eine Art intellektueller Leere zu kultivieren, wobei die Abwesenheit kritischen Denkens als höchste Errungenschaft gilt. Hierzu schrieb der buddhistische Gelehrte Robert Thurman: »Man weist alle Ansichten zurück, verwirft die Sprache in ihrer Bedeutungshaftigkeit und nimmt an, solange man keine Meinung hat, keine Ansicht vertritt, nichts weiß und es einem gelingt, alles, was man gelernt hat, wieder zu vergessen, befinde man sich gewiß auf dem rechten Weg, am Ort der ›Stille der Weisen‹.«


Im Gegensatz zu dieser Vorstellung führt meditative Einsicht mitnichten dazu, daß das begriffliche Denken verschwindet. Nur der Glaube an die Festigkeit des Ego geht verloren. Diese Einsicht ist jedoch schwierig. Es ist sehr viel verlockender — und leichter —, die Meditation dazu zu verwenden, unsere Verwirrung über uns selbst nicht zur Kenntnis zu nehmen, sich in der ruhigen Stabilisierung, die die Meditation bietet, einzuhausen und zu glauben, dies sei die Annäherung an die Lehre der Selbst-Losigkeit. Das ist es allerdings nicht, was der Buddha mit der Rechten Sicht gemeint hat.


aus Mark Epstein, Gedanken ohne den Denker, Kap. V, Frei schwebend



Freitag, 7. November 2014

Kritik am Umgang mit den fünf Hemmungen

Der Hauptpunkt, um den es mir beim Umgang mit den Hemmungen geht (Die fünf Hemmungen, Post vom Vortag), ist die Schaffung und Aufrechterhaltung von Veränderungsmöglichkeit. Daß das Christentum die Hemmungen als »Laster« bezeichnet (ich kümmere mich jetzt nicht um die Übersetzungsproblematik), ist unglücklich. Ich habe mir auch wohlüberlegt den Begriff der Hemmung für meine beiden Texte gewählt, obwohl »Hindernis« ebenfalls möglich gewesen wäre.
Bei den fünf Hemmungen (und damit sind ebenfalls die sieben christlichen Laster gemeint) wird der Bereich fundamentaler Persönlichkeitsanteile berührt. Ein Umgang mit diesen Hemmungen erfordert Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen, Gelassenheit und Sympathie. 
Als Psychotherapeut bin ich davon überzeugt, daß Veränderungen in diesem Bereich zwei wichtige Gegebenheiten zur Voraussetzung haben:
1. ein Gegenüber und
2. dessen wohlwollendes Verstehen

Ich nenne diese Voraussetzungsqualität den »liebevollen Blick«, da dessen Abwesenheit in der Bewältigung bestimmter kindlicher Problemkonstellationen Ursache für die Ausformung des Charakters der Person war. Was zur Folge hat, daß der Erwachsene Verantwortung übernehmen muß für eine Charakterstruktur, für die er primär keine Verantwortung hat, da sie ihm in der Kindheit die einzige zur Verfügung stehende Umgangsmöglichkeit für etwas war, das er anders nicht zu bewältigen imstande gewesen wäre.


Grundvoraussetzung für Veränderungen in diesem Bereich ist also ein wohlwollendes Verstehen für eine Ausformung des Charakters, unter dessen seelischen Prozessen die Person zwar einerseits leidet, mit denen sie sich aber identifiziert. Jeglicher Umgang mit dem, was verändert werden soll, hat aber dessen (verstehende und wohlwollende) Anerkennung zur Voraussetzung.


Zitieren wir Freud:

Der Patient muß den Mut erwerben, seine Aufmerksamkeit mit den Erscheinungen der Krankheit zu beschäftigen. Die Krankheit selbst darf ihm nichts Verächtliches mehr sein, vielmehr ein würdiger Gegner werden, ein Stück seines Wesens, das sich auf gute Motive stützt, aus dem es Wertvolles für sein späteres Leben zu holen gilt. Die Versöhnung mit dem Verdrängten, welches sich in den Symptomen äußert, wird so von Anfang an vorbereitet, aber es wird auch eine gewisse Toleranz fürs Kranksein eingeräumt. 
(zitiert in Mark Epstein, Gedanken ohne den Denker, Kap. 1, Hungergeister, Post, 09.04.2008)

Nehmen wir zum Beispiel die Hemmung, die »Aufgewühltheit« genannt wird. Ich nenne sie lieber »Reagibilität«, womit ich ausdrücken will, daß die Person leicht auf bestimmte Außenreize »anspringt«. Natürlich fehlt dieser Person Gelassenheit. Dieses Wissen aber genügt für das Verstehen der inneren Zwangslage der Person nicht. (Weswegen ich glaube, daß das Meditieren auf einen geistigen Zustand des Gelassen-Seins alleine nicht genügt bzw. nicht genügend stabil ist.) Wichtig ist die Erkenntnis, daß die betreffende Person – ohne daß es ihr notwendigerweise bewußt ist – eine unerträglich große Furcht vor den (in der Kindheit erlebten und jetzt in der Gegenwart phantasierten) Konsequenzen ihres Nicht-Reagierens fühlt (, was in den meisten Fällen verdrängt wird und erst ins Bewußtsein geholt werden muß) und mit ihrem ständigen »Anspringen« diese Furcht (vor der Reaktion anderer auf ihr Nicht-Reagieren) in Schach hält.


Diese Furcht muß zuerst in der Beziehung mit einem wohlwollenden und verstehenden Gegenüber erlebt werden können, damit als allererstes die Person in ihrem Gegenüber wahrnehmen kann, daß ihr Gegenüber diese Furcht auszuhalten imstande ist. In dieser – nicht zwingend therapeutischen – Beziehung kann die betreffende Person nun erleben, daß ihr Gegenüber eine außerordentlich unangenehme – und oft mit Scham besetzte – Gefühlslage auszuhalten imstande ist. Und dieses Erleben ist die Voraussetzung dafür, daß die Person diese unangenehme Gefühlsqualität nun selbst aushalten kann. Das Aushalten-Können wiederum ist die Voraussetzung für die notwendige Distanzierung: dadurch wird das Gefühl nicht mehr als dermaßen bedrängend erlebt.


Ich habe mich der Einfachheit halber auf die vierte Hemmung beschränkt, gehe aber davon aus, daß das Schema der Veränderungsvoraussetzung auf die anderen Hemmnisse in gleicher Weise zutrifft. Ich habe den Begriff der Hemmung gewählt, um einen innerseelischen Prozeß anzudeuten, der zuerst einmal subjektiv als dem Ich zugehörig und als eine Form von Gehemmtheit erlebt wird. Der Begriff des Hindernisses würde etwas als von außen Gekommenes beschreiben, was aus der Sicht der betreffenden Person aber zuerst einmal als aus sich selbst kommend erlebt wird.


Meine Ausführungen führen zum Schluß, daß größere oder längerdauernde Schwierigkeiten in diesen Bereichen therapeutischer Begleitung bedürfen.


Zitat aus Die 5 Hindernisse (Pagode Phật Huệ):

Die rastlose Person soll lernen, alles so zu akzeptieren, wie es ist und mit wenig zufrieden zu sein. Dadurch kann sie sich davon befreien, ständig nach Fehlern suchen zu müssen. Wenn sich Genügsamkeit einstellt, kann sie auch noch am Geringsten ihre Freude zu haben. Da nicht das „mehr und mehr“ Glückseeligkeit verschafft, ist es wichtig, die Dankbarkeit in jedem Augenblick der Gegenwart zu spüren (4). Rastlose müssen strenge Disziplin entwickeln und ihr Leben ordnen (5).

Das erscheint mir recht uneinfühlsam und auch kaum umzusetzen, und ich habe meine Zweifel, ob diese Anweisungen zum gewünschten Ziel führen. Wenn Buddha selbst davon spricht, weltliche Begierden auszuschalten oder Trägheit auszumerzen (wieder kümmere ich mich nicht um die Übersetzung), benutzt er Begriffe, die für den Umgang mit problematischen Charakterzügen kontraproduktiv sind und mit Vorsicht und Zurückhaltung »neu übersetzt« werden sollten.

Während die westliche Psychotherapie in puncto Achtsamkeit sehr viel vom Zen lernen kann, kann umgekehrt das psychoanalytische Wissen um die Bedingtheiten charakterlicher Ausformungen für den Zen-Weg hilfreich sein.



Mein zweiter Kritikpunkt ist die früher von mir immer wieder bewunderte Stufenorganisation der Persönlichkeitsentwicklung, sehr eindrucksvoll dargestellt in den Bildresümees des Buddhismus (Hans Gruber, Buddha heute). Ich glaube heute nicht mehr, daß das so funktioniert.



Nehmen wir als sehr vereinfachtes Beispiel die Organisation des Farbkreises: Wenn ich bei Rot (im Uhrzeigersinn) beginne, werde ich erst, wenn ich weit im Blau bin, ein halbwegs sicheres Gefühl dafür haben, daß ich mich fortbewegt habe. Die recht mechanistische Beschreibung des Entwicklungsweges der Persönlichkeit mag zwar für den Anfänger verlockend und für denjenigen, der auf dem Weg schon weiter fortgeschritten ist, nachvollziehbar sein, für denjenigen, der sich auf dem Weg befindet, ist diese stufenartige Beschreibung wenig hilfreich, aus meiner Sicht sogar eher ein Hindernis. Ich rate also allen an ihrer Entwicklung Arbeitenden, sich um solche Modelle nicht groß zu kümmern.


Alles, was ich beschrieben und kritisiert habe, wurde von Menschen gemacht. Die Tatsache, daß sie es gut gemeint haben, bedeutet nicht, daß die Wahl ihrer Sprache oder ihrer Modelle automatisch hilfreich ist, bedeutet auch keinen prinzipiellen Makel der betreffenden Weltanschauung oder Religion, da auch diese von Menschen gemacht, interpretiert und in eine sprachliche Form gebracht werden. Auch diese Konzepte – wie auch die meinigen – sind immer nur Konzepte. Sie dürfen nicht mit der Realität verwechselt werden…


Donnerstag, 6. November 2014

Die fünf Hemmungen

Wir sind was wir denken. Alles was wir sind entsteht durch unsere Gedanken. Mit unseren Gedanken gestalten wir die Welt. 

Korrekte Bemühung ist nicht die Bemühung,
etwas Bestimmtes geschehen zu machen.

Es ist die Bemühung, in jedem Moment bewusst und wach zu sein,
die Bemühung, Trägheit und Inneren Zwang zu überwinden,
die Bemühung, jede Aktivität des Tages in eine Meditation zu verwandeln. 

Die Aufhebung der 5 Hemmungen (nivarana) gilt als unmittelbare Vorstufe zu den Jhanas, den Schauungen. (Die Aufhebung der 5 Hemmungen, Buddha-Dhamma)


Unsere Aktivitäten zu vereinfachen,
das bedeutet nicht,
in Trägheit zu verfallen,
sondern sich im Gegenteil von dem subtilsten Aspekt der Trägheit zu befreien:

Dem,
was uns tausend unwichtige Dinge tun lässt.  

Matthieu Ricard im Gespräch 3 Gelassenheit Achtsamkeit Meditation {0:52}

Hochgeladen am 10.01.2012



Die fünf Hemmungen sind:
  1. Sinnliches Verlangen 
  2. Übelwollen, Wut
  3. Trägheit 
  4. Aufgewühltheit, Rastlosigkeit 
  5. Daseinssorge, Zweifel 

Unter den Idealen, die einen Menschen über sich selbst
und seine Umwelt hinausheben können,
gehört die Ausschaltung weltlicher Begierden, Ausmerzung von Trägheit
und Verschlafenheit, Eitelkeit und Geringschätzung,
Überwinden von Ängstlichkeit und Unruhe
und Verzicht auf Misswünsche zu den Wesentlichsten. 

- Die Aufhebung der 5 Hemmungen (Buddha-Dhamma)
- Nivarana (Wikipedia)
- Die 5 Hindernisse (Pagode Phật Huệ)
- Gedanken über 5 Hindernisse in der Meditation (Zentao-Blog, 29.06.2008)
- Hindernisse der Klarsicht (Insight Meditation Center)
- Innerer Zwang (Hans Gruber, Faszination Buddhismus, Das Buddhistische Haus – Berlin Frohnau)
vergleiche dazu auch
- Laster (Traditionelles Verständnis, Wikipedia)
Die Geschichte der Laster beginnt in der ägyptischen WüsteEvagrius Ponticus (345–399), ein gelehrter Anachoret des 4. Jahrhunderts, erarbeitete aufgrund von neuplatonischen und gnostischen Elementen einen Achtlasterkatalog. (Zur Vorgeschichte der Lasterkataloge, z. B. Bloomfield 1952). Die acht Laster gastrimargía, porneía, philarguría, lúpe, orgé, akedía, kenodoxía und huperephanía verstand Evagrius als ‚böse Gedanken‘, die Dämonen einsetzten, um Einsiedler von ihrem Ziel abzulenken, die apatheia zu erreichen. Dieses Lasterschema wurde von Johannes Cassian (360–435) übernommen und damit dem lateinischen Westen überliefert.Zwei Jahrhunderte später wurde die Lasterlehre von Papst Gregor dem Großen (~540–604) in seiner Moralia in Iob einer grundlegenden Wandlung unterzogen. Gregor kennt offensichtlich Cassians Lasterkatalog, nimmt aber nur sieben Hauptlaster an, wobei diesen Hauptlastern der Stolz (superbia) als regina oder radix übergeordnet wird, aus der die anderen Laster entspringen. Ferner führt Gregor den Neid (invidia) als neues Laster ein und fasst acedia und Traurigkeit (lúpetristitia) zu einem einzigen Laster, der tristitia, zusammen.Gregors Lasterkatalog hatte einen kaum zu überschätzenden Einfluss auf die christliche Literatur des Abendlandes, wobei dieser Katalog häufig mit demjenigen Cassians kombiniert wurde. Im 12. Jahrhundert wurden die verschiedenen Modelle vereinheitlicht und eine leicht korrigierte Fassung des Gregorianischen Lasterkatalogs mit sieben Lastern setzte sich durch. 
(Geschichte der Laster, Laster, Wikipedia)
siehe dazu auch 
- Bibeltexte zur Homosexualität (Übersicht, Neues Testament)
- Die „7 Todsünden" des Managements (Kraus & Partner, PDF)


- Das Fehlen von Selbstvertrauen (ViewonBuddhism)

- Buddha ermuntert zum Aufbruch, Die Macht des Geistes (Marie Mannschatz, Buddhas Anleitung zum Glücklichsein, Leseprobe, PDF)
- Entstandene schädliche Geistesverfassungen beseitigen (Kuananda, Buddhismus auf einen Blick, GoogleBooks)
- Die berühmtesten Bildresümees des Buddhismus (Hans Gruber, Buddha heute)
- Buddhistische Konzepte (Flowchart Forum)
- Matthieu Ricard über Glücksgewohnheiten (TED, 2004, Video)
- Was ist Meditation? (Sylvia Kolk)
- Studientexte zu Meditation/Ruhe und Klarheit (Buddhismus Deutschland)
Buddhismus und Medizin – Die Mitte (Dr. med. Ingfried Hobert, Zurück zur Mitte)



Ich gehe eine Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren.

… Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.

Ich gehe wieder dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

Ich gehe wieder dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle schon wieder hinein…
aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiss, wo ich bin.
Es ist meine Schuld.
Ich komme auch sofort wieder heraus.

Ich gehe wieder dieselbe Strasse entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich gehe darum herum.

Ich gehe jetzt eine andere Strasse.

zur Trägheit:
- Buddhas Anleitung zum Glücklichsein, S. 2ff (Marie Mannschatz bei Googlebooks)
- Konstruktives Verhalten als Hauptquelle des Glücklichseins (Die Quellen des Glücklichseins aus der Sicht des Buddhismus, Alexander Berzin, Das Berzin-Archiv, März 2010)
- Tatkraft ist die Energie für das Heilsame (Geshe Pema Samten, Tibet – Buddhismus, Heft 87 – 4/2008, Schwerpunkt-Thema: Freude am spritiuellen Weg und Tibetproblem, PDF)
- Das 7. Kapitel über die Tatkraft in Śāntidevas Bodhicaryāvatāra  (Oliver Petersen, Tibetisches Zentrum Hamburg, Buddhismuskunde Uni Hamburg, PDF)
Das Glück der Selbstsucht oder Glück und Egoismus (Ursula Schneider, Grundzüge einer Philosophie des Glücks bei Nietzsche, S. 92f., bei GoogleBooks)


Inwiefern der tätige faul ist.— Ich glaube, dass Jeder über jedes Ding, über welches Meinungen möglich sind, eine eigene Meinung haben muss, weil er selber ein eigenes, nur einmaliges Ding ist, das zu allen anderen Dingen eine neue, nie dagewesene Stellung einnimmt. Aber die Faulheit, welche im Grunde der Seele des Tätigen liegt, verhindert den Menschen, das Wasser aus seinem eigenen Brunnen zu schöpfen. — Mit der Freiheit der Meinungen steht es wie mit der Gesundheit: beide sind individuell, von beiden kann kein allgemein gültiger Begriff aufgestellt werden. Das, was das eine Individuum zu seiner Gesundheit nötig hat, ist für ein anderes schon Grund zur Erkrankung, und manche Mittel und Wege zur Freiheit des Geistes dürfen höher entwickelten Naturen als Wege und Mittel zur Unfreiheit gelten.
Friedrich NietzscheMenschliches, Allzumenschliches, Bd 1, 1878 (Textlog, Hervorhebung von mir)


- Wenn mangelndes Selbstbewusstsein auf Buddhismus trifft (Cornelia Weishaar-Günter, Tibet – Buddhismus, Heft 87 – 4/2008, Schwerpunkt-Thema: Freude am spritiuellen Weg und Tibetproblem, PDF) – unter dieser Adresse gibt es noch weitere interessante Artikel…



Die Trägheit des westlichen Menschen besteht darin, dass er sein Leben derart mit fieberhafter Aktivität anfüllt, dass ihm keine Zeit mehr bleibt, sich mit den wahren Fragen auseinander zu setzen.



Hermann Hesse liest -Über das Glück- {13:10}

Veröffentlicht am 24.02.2013
"Son Of Mars" the new Album by ~RAMUN~
~RAMUN~ IS LOOKING FOR A LABEL FOR THIS EXCELLENT ALBUM NOW!
Full Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=YTldN...
More information at: http://ramun.jimdo.com/
Dennis Tschirner (Vocals)
Ottfried Mietzke (Instruments)
Lyrics by the scottish poet Robert Burns (1759 - 1796)
Composed and arranged by RAMUN


Mittwoch, 5. November 2014

Schichtarbeit: Krankheiten und Intelligenzminderung

Die Folgen sind immens: Wer länger im Schichtdienst arbeitet, ist nicht nur anfälliger für Geschwüre, Herzkrankheiten und bestimmte Krebsarten. Auch die kognitiven Fähigkeiten lassen rapide nach, wie eine Studie zeigt.
Jahrelange Schicht- und Nachtarbeit verringert einer aktuellen Studie zufolge die Gedächtnisleistung und das Denkvermögen. Bei Menschen, die mehr als zehn Jahre unregelmäßigen Arbeitszeiten ausgesetzt waren, nähmen die kognitiven Fähigkeiten deutlich schneller ab als bei anderen Berufstätigen, hieß es in einer im US-Fachmagazin "Occupational and Environmental Medicine" veröffentlichten Studie.
Aus früheren Untersuchungen ist bereits bekannt, dass unregelmäßige Arbeitszeiten und Nachtarbeit zu Geschwüren, Herzkrankheiten und bestimmten Krebsarten führen können. Über die Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten war bislang wenig bekannt.
Betroffen seien insbesondere Menschen, die länger als zehn Jahre Schichtarbeit leisteten, erklärte Studienleiter Jean-Claude Marquié vom Forschungsinstitut CNRS in Toulouse. Diese Belastung entspreche einem Alterungsprozess von zusätzlich sechseinhalb Jahren. Sich nach dem Ausscheiden aus dem Schichtdienst davon zu erholen, dauere mindestens fünf Jahre. Allerdings müssten die Ergebnisse noch in anderen Studien bestätigt werden.
mehr:


Dienstag, 4. November 2014

Intelligente Tiere

Krähen schnitten bei einem physikalischen Experiment besser ab als sechs Jahre alte Kinder. Forscher untersuchten, wie gut die Tiere Wasserverdrängung verstehen. Kinder verstehen das Prinzip erst ab zehn Jahren.
mehr:
- Krähen verstehen Physik besser als Sechsjährige (DeutscheWirtschaftsNachrichten, 04.11.2014)

Terra X Rätsel Mensch - Wie wir denken [43:28]

Veröffentlicht am 09.10.2015
Eine Terra X Doku
Ebenfalls in der ZDF Mediathek zu sehen
aktualisiert am 26.02.2016