Sonntag, 22. April 2012

»Natürlich nehmen wir den Mann mit.«

Auf einen solchen Artikel habe ich lange gewartet:

GESCHLECHTERVERHÄLTNIS

Das verteufelte Geschlecht

Wie wir gelernt haben, alles Männliche zu verachten. Und warum das auch den Frauen schadet. Ein Essay

Gleich zu Beginn der Finanzkrise sah das Magazin der Süddeutschen Zeitung, wie sich ein unheimlicher Penis der Zerstörung erhob. Neben dem Foto eines erigierten Büroturms und unter der moralstickigen Überschrift Hochmut kommt vor dem Phall schrieb das Blatt: »Die Wirtschaftskrise ist vor allem eine Krise der Männer.« Um in Klammern und kokett hinzuzufügen: »Im Ernst: Wäre Frauen der ganze Mist passiert?«
Die einzig sinnvolle Antwort »Klar, warum denn nicht?« fiel dem Autor nicht ein.
mehr:
- Geschlechterverhältnis – Das verteufelte Geschlecht (Christoph Kucklick, ZEIT Online, 12.04.2012, man beachte auch die Kommentare!)
Hochmut kommt vor dem Phall (Hermann Droske, Süddeutsche Zeitung Magazin, 12.03.2009)

Ich bin zunehmend schockiert über die gedankenlose Abwertung von Männern, die so sehr Teil unserer Kultur geworden ist, dass sie kaum noch wahrgenommen wird. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren. Aber sie sollten es tun. [Doris Lessing, zitiert in: Lay off men, Lessing tells feminists, Guardian, 14.08.2001 – Google-Übersetzer]
Weitere Links:
Feministisches Institut: Alice Schwarzers Aufruf gegen Prostitution ein "Muster der Demagogie" (genderama, ein von Arne Hoffman betriebenes Blog, 06.11.2013)
"Niggger mich nicht!" Langjähriger Antirassist bezieht Position gegen Männerfeindlichkeit (genderama, 16.01.2013)
Die Zeit: "Das verteufelte Geschlecht" (Genderama-Blog, 16.04.2012)
Die Opferverliebtheit des Feminismus oder: die Sehnsucht nach traditioneller Männlichkeit (Gerhard Amendt, streitbar.eu, in: Paul-Hermann Gruner, Eckhard Kuhla (Hg.): Befreiungsbewegung für Männer. Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie. Essays und Analysen. Gießen: Psychosozial-Verlag 2009, S. 41–55.)
Konflikt: Wie erleben Väter eine Trennung? (vaeter.nrw.de, aus den lila blättern, 35/2007
Scheidungsväter: Wie Männer die Trennung von ihren Kindern erleben (wochenendvater.de, 15.01.2007)
Das privilegierte Geschlecht (Post, 13.04.2003)
Micus, Christiane – Friedfertige Frauen und wütende Männer? – Theorien und Ergebnisse zum Umgang der Geschlechter mit Aggression (Juventa-Verlag, 2002, bei googlebooks, s. Einleitung)

siehe auch:
- Die Lynndie-England-Story – Der Folter-Skandal von Abu Ghraib als Herausforderung für männliche Vergeschlechtlichungen Neuer Kriege (Eva Kreisky, 2004)

"Gegen den Strich - eMANNzipation" - WDR markt vom 09.11.2015


Männerrechte ORG
Am 10.11.2015 veröffentlicht 
markt vom 09.11.2015
Beim Thema Gleichstellung denkt fast jeder sofort an Frauen. Aber wer denkt an die Männer? Wir tun das heute mal. Denn auch Jungen und Männer haben mit gesellschaftlichen Nachteilen zu kämpfen. Mit welchen und wie, zeigt markt in "Gegen den Strich".

Dads With Lightning Fast Reflexes Compilation {6:34}

Viralzo
Am 11.06.2016 veröffentlicht 
Some dads have lightning fast reflexes!
Get The Cheapest Games At G2A!
https://goo.gl/nNoMmA
Breaktime - Silent Film Light by Kevin MacLeod
is licensed under a Creative Commons Attribution-
license(https://creativecommons.org/licenses/...)
Source: http://incompetech.com/music/royalty-...
Artist: http://incompetech.com/


You've Got a Friend In Me - LIVE Performance by 4-year-old Claire Ryann and Dad {2:25}
The Crosbys
Am 17.01.2017 veröffentlicht 

We have a studio recorded version of this song, but wanted to do a LIVE cover of it!

CLICK TO SUBSCRIBE - https://www.youtube.com/channel/UCfrR...
Studio Recorded Version: https://www.youtube.com/watch?v=Mzhk2...
To use this video in a commercial player or in a broadcast please contact licensing@storyful.com
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Videos aktualisiert am 21.08.2017

Dienstag, 3. April 2012

Adressen und Downloads

Internetadressen:
- Gewalt gegen Frauen im häuslichen Bereich (bei ms.niedersachsen.de)
- Beratungsstelle Sallstraße


Downloads:
- Flyer: Hilfe für Opfer von Gewalttaten (bei awo-psychiatriezentrum.de)

Montag, 2. April 2012

Die beiden Tagebücher

Ihr Tagebuch:

Am Samstagabend hat er sich echt komisch verhalten. Wir wollten noch auf ein Bier ausgehen. Ich war den ganzen Tag mit meinen Freundinnen beim Einkaufen und kam deswegen zu spät – womöglich war er deswegen sauer. Irgendwie kamen wir gar nicht miteinander ins Gespräch, sodass ich vorgeschlagen habe woanders hinzugeben, wo man sich besser unterhalten kann. Er war zwar einverstanden, aber blieb so schweigsam und abwesend.
Ich fragte, was los ist, aber er meinte nur »Nichts«. Dann fragte ich, ob ich ihn vielleicht geärgert habe. Er sagte, dass es nichts mit mir zu tun hat und dass ich mir keine Sorgen machen soll. Auf der Heimfahrt habe ich ihm dann gesagt, dass ich ihn liebe, aber er fuhr einfach weiter.
Ich versteh ihn einfach nicht, warum hat er nicht einfach gesagt »Ich liebe dich auch.« Als wir nach Hause kamen, fühlte ich, dass ich ihn verloren hatte, dass er nichts mehr mit mir zu tun haben wollte. Er saß nur da und schaute fern, er schien weit weg und irgendwie abwesend.
Schließlich hin ich dann ins Bett gegangen. Er kam zehn Minuten später nach, und zu meiner Überraschung hat er auf meine Liebkosungen reagiert, und wir haben uns geliebt. Aber irgendwie hatte ich immer noch das Gefühl, dass er abgelenkt und mit seinen Gedanken weit weg ist.
Das alles wurde mir zu viel, sodass ich beschlossen habe, offen mit ihm über die Situation zu reden, aber da war er bereits eingeschlafen.
Ich habe mich in den Schlaf geweint. Ich weiß nicht mehr weiter.
Mein Leben hat keinen Sinn mehr…

Sein Tagebuch:
Heute hat der VfB verloren, aber wir hatten prima Sex.

Sonntag, 1. April 2012

Literatur online

- Allen, Jon G., Peter Fonagy, Anthoy W. Bateman – Mentalisieren in der psychotherapeutischen Praxis
- Anderssen-Reuster, Ulrike – Achtsamkeit in Psychotherapie und Psychosomatik: Haltung und Methode
- Psychologie der Massen (Psychologie des foules, Gustave Le Bon, 1885 - textlog.de)
- Felix Baritsch – Sprache, Erkenntnis und Ethik bei Wittgenstein und Nagarjuna. Eine Untersuchung in komparativer Sprachphilosophie
 (Diplomica-Verlag, Hamburg, 2016)
- Sigmund Freud
 (Projekt Gutenberg) – Werkverzeichnis (mit Links)
- Psychodynamische Psychotherapie: Die Irrationalität durchdringen
 (Götz Egloff, Deutsches Ärztblatt, August 2012)
- Freimüller, Tobias – Alexander Mitscherlich: Gesellschaftsdiagnosen und Psychoanalyse nach Hitler
- Fromm, Mitscherlich, Schulz & Spitz – Psychologie für Nichtpsychologen
- Gottwald, Peter – Moderne Spritualität – die zeitgemäße Aktualisierung des Mystischen
- Hansen, Hans Harald – Sprachliches Handeln und Transaktionsanalyse
- Emil Kaufmann, Macht und Arbeit, Jean-Paul Sartre und die europäische Neuzeit
- Mentzos, Stavros – Hysterie
- Mentzos, Stavros – Lehrbuch der Psychodynamik: die Funktion der Dysfunktionalität psychischer Störungen
- Mentzos, Stavros – Psychodynamische Modelle in der Psychiatrie
- Micus, Christiane – Friedfertige Frauen und wütende Männer? – Theorien und Ergebnisse zum Umgang der Geschlechter mit Aggression
- Prohl, Inken – Zen für Dummies – Das Unaussprechliche des Zen
- Rosenberg, Herbert A. – Sackgassen und Deutungen
- Rudolf, Grande, Hennigsen – Die Struktur der Persönlichkeit: theoretische Grundlagen zur psychodynamischen Therapie struktureller Störungen
- Sprenger, Reinhard K. – Die Entscheidung liegt bei dir!
- Wagner, Angelika C. – Gelassenheit durch Auflösung innerer Konflikte
- Walker, Wolfgang – Abenteuer Kommunikation
- Rosenberg, Herbert A. – Sackgassen und Deutungen
- J.P. Sartre – Ist der Existentialismus ein Humanismus? (Zitiert nach W. Trutwin: Gespräch mit dem Atheismus, Göttingen 1970, S. 62 ff. , gefunden auf Rolf Dobers Seite)


Donnerstag, 29. März 2012

Zuwendungsmedizin mit Abstand am schlechtesten bezahlt

Gemeinsame Pressemitteilung der DPtV, bvvp und VAKJP vom 23.03.2012


Die Veröffentlichung des Jahresberichts 2010 des Zentralinstitutes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (ZI) zur wirtschaftlichen Situation in der vertragsärztlichen Versorgung der Jahre 2006 bis 2008 zeigt einerseits deutlich, dass die Vertragsärzte insgesamt den kalkulatorischen Arztlohn von 105.572 € um gut 13.000 € verfehlen.

Der Jahresbericht zeigt aber auch, dass die Psychotherapeuten, die psychosomatisch tätigen Ärzte und die Psychiater, also die Gruppen, die fast ausschließlich mit Gesprächs- und Zuwendungsleistungen arbeiten, weit abgeschlagen an letzter Stelle der ärztlichen Einkommen stehen.

Mit dem kalkulatorischen Arztlohn hat der Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen für eine voll ausgelastete Arztpraxis mit 51 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit definiert, wie viel ein Arzt oder Psychotherapeut verdienen können soll. Der kalkulatorische Arztlohn entspricht einem Bruttogehalt eines Krankenhausoberarztes vor Steuern und vor Abzug der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge.

Das ZI-Praxis-Panel (ZIPP) analysiert jährlich die Einkommenssituation von Vertragsärzten und -psychotherapeuten auf der Grundlage der von Steuerberatern testierten Einkommensunterlagen. Das ZIPP soll zukünftig jährlich berichten, welche Unterschiede zwischen den an der vertragsärztlichen Versorgung beteiligten Fachgruppen bestehen und wie sich diese Unterschiede auswirken.

Um die Zahlen vergleichbar zu machen, wurden die Einnahmen auf eine voll ausgelastete Kassenpraxis ohne Privatpatienten mit einer Wochenarbeitszeit von 51 Stunden standardisiert. Bei diesem Vergleich zeigt sich, dass Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychiater ganz schlecht wegkommen: Unter vergleichbaren Bedingungen erzielen Psychotherapeuten lediglich 65% des kalkulatorischen Arztlohnes, nämlich 68.557 € pro Jahr, psychosomatisch tätige Ärzte 65% (Jahresüberschuss 68.876 €) und Psychiater 69% (Jahresüberschuss 72.797 €). Wenn man von diesen Beträgen noch die Beiträge zur Altersvorsorge und Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von etwa 20.000 € inkl. des Arbeitgeberbeitrags, den der Niedergelassene selbst bezahlen muss, abzieht, lässt sich erfassen, was als Verdienst vor Steuern noch übrig bleibt: viel zu wenig im Vergleich zu anderen Arztgruppen und im Vergleich beispielsweise zu den Einkommen angestellter Akademiker. Einigen Arztgruppen geht es da deutlich besser: z.B. liegen die Rheumatologen mit 165.365 € deutlich über dem kalkulatorischen Arztlohn.

Die Ergebnisse zeigen nicht nur, dass die meisten Arztgruppen den kalkulatorischen Arztlohn nicht erreichen, sondern auch, dass die Honorare sehr ungleich auf dieArztgruppen verteilt sind. Dabei gehören die Psychiater, die psychosomatisch tätigen Ärzte und die Psychotherapeuten, die allesamt keine Apparatemedizin betreiben, zu den klaren Verlierern der Honorarverteilung.

Die unterzeichnenden Verbände fordern daher eine gesetzliche Vorschrift, die sicherstellt, dass die ausschließlich mit zuwendungsorientierten Leistungen arbeitenden Praxen der Psychotherapeuten, Psychosomatiker und Psychiater bei gleichem Arbeitseinsatz ein Einkommen erzielen können, das dem in anderen fachärztlichen Versorgungsbereichen tätigen Vertragsärzten entspricht.

Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV)
Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp)
Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten (VAKJP)



bvvp e.V. Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten
Schwimmbadstr. 22, 79100 Freiburg
Tel. 0761-7910245  Fax: 0761 7910243 
Mail: bvvp@bvvp.de
www.bvvp.de

Mittwoch, 7. März 2012

Vortragsankündigung: Die Schulung der Geduld

Für Sonntag, 15. April lädt die Buddhistische Gemeinschaft Chöling e. V. in Hannover zu einem Vortrag mit Diskussion und Meditationsübungen ein.

Vortragender ist Oliver Petersen, Magister der Tibetologie, Religionswissenschaft und Philosphie, 16 Jahre lang buddhistischer Mönch, Ausbildung in Gestalttherapie
mehr Infos zu Oliver Petersen beim HAPP Hannover

Link zur Vortragsankündigung auf der Internetpräsenz der Buddhistischen Gemeinschaft Chöling e. V. in Hannover

Samstag, 28. Januar 2012

Morris Berman – Wiederverzauberung der Welt



Vielleicht ist es kein Zufall, daß die erste nichtenglische Ausgabe von The Reenchantment of the World eine deutsche sein wird. In der Tat wird der Titel des Buches besonders beim deutschen Leser auf Resonanz stoßen, handelt es sich doch um eine beabsichtigte Umkehrung von Max Webers berühmter Bemerkung, Wissenschaft sei "die Entzauberung der Welt". Und so ist Webers Sorge um das was er "Rationalisierung" nannte in diesen Seiten gegenwärtig, ebenso, wie eine ganze Anzahl anderer Themen, die zuerst in deutscher Sprache formuliert wurden: C.G. Jungs Interesse an der Alchemie und dem Traumsymbolismus (Kapitel 3), Goethes Kritik an Newton und am "faustischen Menschen" im allgemeinen (Kapitel 4), sowie Reichs Behauptung, daß die Verdrängung des Körpers unsere Wahrnehmung und Erfahrung der Welt verzerrt (Kapitel 6). Darüberhinaus wird meine Diskussion der holistischen Tradition - eine Art zu denken, die dem angelsächsischen Geist eigentlich fremd ist - einem deutschen Publikum wahrscheinlich nicht ganz unbekannt sein, obwohl mein "Paradigmenfall" hier (Kapitel 7 und 8) interessanterweise der angloamerikanische Anthropologe Gregory Bateson ist, dessen HoIismus wichtige neue Bereiche absteckt und gleichzeitig bestimmte klassische holistische Themen anklingen lagt.

Wiederverzauberung der Welt. - Am Ende des Newton'schen ZeitaltersTrotz einiger Kritiken, die dieses Buch auf sich gezogen hat, stellt es meiner Ansicht nach keinen simplistischen Angriff gegen die moderne Wissenschaft dar, wie auch keine aufgefrischte Version von Oswald Spenglers Klagelied auf das Abendland. Wenn man von dem Buch sagen kann, daß es ein einziges durchgängiges Thema habe, dann jenes, daß die Erfolge der modernen Wissenschaft dem Abendland nicht in den Schoß fielen, daß wir trotz (oder wegen) ihres immensen Wertes einen beachtlichen Preis dafür bezahlten, einen Preis, den wir bisher ignorierten; und daß dieser besondere, durch die moderne Wissenschaft repräsentierte Wissensmodus, als Resultat davon, eingebaute Grenzen besitzt, welche schließlich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erreicht wurden. Die hier angebotene Lösung besteht nicht in einem "Abschaffen" der Wissenschaft, was zumindest in absehbarer Zukunft so unwahrscheinlich ist, daß es albern wäre, sondern eher darin, nach dem zu suchen, was dem Abendland im Verlauf der wissenschaftlichen Revolution verloren ging, um diese fehlenden Elemente in unser gegenwärtiges Wirklichkeitsmodell wiedereinzubauen. Soweit ich erkennen kann, hat dieser Prozeß in den Industrienationen bereits begonnen. Denn der teuerste Preis, den wir den Leistungen der modernen Wissenschaft zahlten, ist, um Herbert Marcuse zu paraphrasieren, eine eindimensionale Erfahrung des Lebens, eine psychische Entfremdung, die Millionen von Menschen immer weniger zu tolerieren bereit sind. Diese Entfremdung war es, die zur Hauptquelle einer signifikanten Art kultureller Transformation wurde, einer Reihe von Veränderungen, die auf so verschiedene Weisen reflektiert werden wie von der Frauenbewegung, der Ökologiebewegung und dem neuerwachten Interesse am Okkulten, um nur einige zu nennen. Und doch handelt es sich hier um Veränderungen, die typischerweise auf der persönlichen Ebene ihren Anfang nehmen und nicht auf der politischen. Sie entwickeln sich aus privaten Zwangslagen, die sich innerhalb der individuellen Psyche kristallisieren. Dies ist nicht unwichtig; ich vermute sogar, daß es sich dabei um einen absolut wesentlichen Bestandteil jener Veränderungen handelt, von denen ich spreche, denn solch ein Dilemma muß auf unmittelbare und persönliche Weise empfunden werden, um als real begriffen zu werden. Ich habe mir in diesem Buch zur Aufgabe gemacht, einige dieser Dilemmas aus historischer Perspektive aufzuzeigen und jene Optionen nahezulegen, die uns zur Verfügung stehen; eigentlich heißt das, jene Hoffnungen und Befürchtungen zu artikulieren, die bereits recht weit verbreitet sind. Letztlich muß der Leser für sich selbst entscheiden, in welchem Umfang eine Wiederverzauberung möglich oder wünscheswert ist und in welcher Form das geschehen sollte. 

Victoria, British Columbia, Morris Berman