Sonntag, 13. August 2017

Über die Notwendigkeit, den Buddhismus in die Sprache unserer Zeit zu übersetzen,

Seit ein paar Jahren gibt es eine zum Teil leidenschaftlich geführte innerbuddhistische Debatte um säkularen versus traditionellen Buddhismus, im Kern also darum, was eine angemessene Interpretation der buddhistischen Lehre für unsere Zeit sein kann. Sylvia Wetzel beschreibt in ihrem Beitrag die Notwendigkeit, den Buddhismus in die Sprache unserer Zeit zu übersetzen, und die Chancen und Grenzen säkular buddhistischer Ansätze.

Der Begriff „säkular“ (von lateinisch saeculum, Jahrhundert) hat für mich zwei Hauptbedeutungen: 1. auf unsere Zeit bezogen, ohne die explizite Abwehr einer transzendenten Dimension, 2. nur weltlich-immanent, im Sinne der europäischen Aufklärung, als Abwehrbegriff gegen religiöse Ansätze. Wenn ich von „säkularem Buddhismus“ spreche, dann in der ersten Bedeutung, denn ein Buddhismus, der sich nur auf das bezieht, was wir mit den fünf Sinnen und dem Denken erfassen können, ist für mich eine Schrumpfversion des Weges zum Erwachen.

Es geht für mich darum, die Denkweisen und kulturellen Sprachen unserer Zeit zu berücksichtigen und den Buddhismus kulturell zu übersetzen, denn es gibt keine kulturneutrale Vermittlung. Wenn wir uns mit dem Buddhismus beschäftigen, tun wir das als EuropäerInnen, und unsere Kultur ist säkular und christlich, psychologisch und philosophisch, naturwissenschaftlich geprägt. Zu dieser kulturellen Übersetzung gehört für mich, die brennenden Fragen unserer Zeit aufzunehmen und buddhistisch zu reflektieren: überzogenes Leistungsdenken und Burn-out, Sinnkrisen, Ängste und Verzweiflung, soziale Gerechtigkeit und Ökologie, Finanzkapitalismus und so weiter.

mehr:
- Säkularer Buddhismus. Chancen und Grenzen (Sylvia Wetzel, Buddhismus aktuell 2016/2)

Sylvia Wetzel zum Thema Meditation {3:37}

Veröffentlicht am 12.12.2016
Sylvia Wetzel ist Buddhismus-Expertin, Autorin und Lehrerin. In diesem Video spricht sie über Meditation und wie diese uns im Alltag unterstützen kann.

Lernen von Buddha - Im Dialog mit dem Dalai Lama ( Interview Scobel ) {28:53}

Veröffentlicht am 31.01.2017
- Mehr als 1400 Vorträge, Meditations-Anleitungen... zum Thema Buddhismus findet ihr auf "Buddhas Lehre": https://www.youtube.com/channel/UCMOP...
Die Vorträge hier sind größtenteils noch einmal bearbeitet ( Ton )

Donnerstag, 3. August 2017

30 Jahre Aufmerksamkeitsstörung ADHS

Verbreitung, Drogen und Therapien geben uns Rätsel auf

Auch dreißig Jahre nach der Kodifizierung der sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gibt es viele offene Fragen. Wussten Sie etwa, dass die Störung in Deutschland bei ca. 6,5% der Jungen, jedoch nur bei ca. 2% der Mädchen diagnostiziert wird? Oder dass eine Diagnose in Bayern, Rheinland-Pfalz oder Thüringen um mehr als 50% wahrscheinlicher ist (ca. 5 bis 5,5%) als etwa in Bremen, Hamburg, Hessen oder Schleswig-Holstein (ca. 2 bis 3,5%)?

Auch das Alter bei der Einschulung der Kinder hat einen großen Einfluss. Verwunderlich ist ebenfalls, dass Expertinnen und Experten die Häufigkeit von ADHS in den USA auf fast 10% schätzen, in Großbritannien aber kaum mehr als 2% der Kinder die Diagnose erhalten. Oder dass Molekularpsychiaterinnen und -Psychiater die Störung zwar für stark erblich halten (76% Erblichkeit), trotz groß angelegter Studien seit Jahrzehnten aber nicht die verantwortlichen Gene finden.

Doch nicht nur auf der Ebene der Daten gibt es offene Fragen. Auch grundlegende Herausforderungen bleiben ungelöst: Ist ADHS eine Gehirnerkrankung? Eine psychische Störung? Eine normale Reaktion auf eine sich verändernde Umwelt? Eine Medikalisierung von Moralvorstellungen? Ein Freifahrtschein zum Drogenkonsum von Kindern wie Jugendlichen – und in zunehmendem Maße auch von Erwachsenen?

mehr:
- 30 Jahre Aufmerksamkeitsstörung ADHS (Stephan Schleim, Telepolis, 03.08.2017)

Ruhig gestellt und angepasst - Warum 500.000 ADHS-Kinder Drogen nehmen sollen {45:01}

Veröffentlicht am 26.02.2013
Ruhig gestellt und angepasst - Warum 500.000 Kinder mit ADHS Drogen nehmen sollen

Doku - Saarländischer Rundfunk 2011

Mein Sohn hat ADHS und "darf" auch Ritalin schlucken. Ich woltte das Zeug absetzen, weil ich mit meinem Kinde ohne Tabletten besser zurecht komme und ich das Gefühl habe ohne den Mist ist er wirklich ein Kind. Nach genau einer Woche ohne das Wundermittel ist die Schule Sturm gelaufen mit Androhnung einer Anzeige wegen Kindeswohl Gefärdung und das Jugendamt hat auch gleich in das Horn geblasen. Da kannst Du dich entscheiden ob keine Tabletten und Kind vom Jugendamt weggefangen und ab ins Heim oder doch Tabletten und Kind bei dir zu Hause. Wem einmal die Medikamente aufgeschwatzt worden sind, der wird sie so einfach nicht wieder los, weil in dem Moment wirst du praktisch vom Vater Staat entmündigt und man pfeifft auf dein Sorgerecht als Elternteil. O-Ton der Lehrerin, das Kind muß in der Schule funktionieren. Übersetzt heißt das für mich sch... drauf wie es zu Hause läuft, uns egal, hauptsache wir haben in den 6 Unterrichtstunden unsere Ruhe. Fragt sich, müssen die Kinder mit Medikamenten so ruhig gestellt werden das sie ins System passen oder ist es nicht Aufgabe des Systems Bedingungen zu schaffen in denen sich die Kinder ohne Betäubungsmittel entwickeln, entfalten und lernen können ???? Irgendetwas läuft hier mal mächtig verkehrt auf Kosten der Kinder, Vater Staat spart sich das Geld für passende Bildungseinrichtungen und Konzepte für diese Kinder und die Pharmaindustrie und Behandlungszentren (nicht alle) verdienen sich eine goldene Nase an dem was die Krankenkassen für die Pillen abdrücken müssen. Schönen Dank auch. Am Besten die Lehrer und so nehmen die Tabletten mal selber und bekommen den Beipackzettel (der Beipackzettel hat eigentlich die Größe eines Plakates im Vergleich zu dem von anderen Medikamenten ) mit den Nebenwirkungen erst hinterher, weil wer ihn vorher liest schluckt das Zeug wohl, ganz freiwillig, erst gar nicht.

ADHS - das Problem sind die Erwachsenen {9:02}

Veröffentlicht am 04.06.2013
Aus Frontal vom 04.05.13

Siehe auch - http://ritalin-kritik.de

Die Bücher des Schweizer Kinderarztes, Remo Largo, über kindliche Entwicklung gelten als Standardwerke. Für ihn liegt das Problem zunehmender ADHS-Diagnosen in der Gesellschaft.

Was als psychische Störung gilt, bestimmt der Diagnosekatalog DSM-5, dessen neueste Ausgabe gerade in den USA erschienen ist. Psychiater Allen Frances, der viele Jahre an diesen Diagnosekatalogen mitgewirkt hat, ist inzwischen ein scharfer Kritiker. Denn im Gegensatz zu den früheren Katalogen können jetzt unter anderem auch schon extreme und keinem Anlass entsprechende Wutausbrüche bei Kindern ab sechs Jahren als eigenständige psychische Störung diagnostiziert werden. Die Folge: Immer mehr Kinder würden als psychisch krank abgestempelt und bekämen starke Psychopharmaka, ohne dass es nötig wäre.

Für den Schweizer Kinderarzt, Remo Largo, liegt das Problem in der Gesellschaft. Im Interview mit Frontal21 kritisiert er, dass immer mehr Kinder, die nicht den Leistungsanforderungen entsprechen, völlig zu Unrecht die Diagnose ADHS und in der Folge häufig starke Medikamente wie Ritalin erhalten. Seine Bücher über kindliche Entwicklung gelten als Standardwerke. Dabei seien das Problem nicht die Kinder, sondern die Erwachsenen. Eltern, Lehrer und Behörden stünden heutzutage enorm unter Druck und seien nicht mehr bereit, Kinder so zu nehmen wie sie sind, so der Erziehungsexperte gegenüber Frontal21.

siehe auch:
- Ist die Psychopharmakologie verrückt geworden? – Kapitalismus-infizierte Wissenschaft (Post, 31.01.2016)
- Glyphosat: Wissenschaft im Kapitalismus (Post, 28.04.2017)
Gerichtsprozess gegen Monsanto: Medien verweigern Berichterstattung (Post, 24.08.2015)

siehe auch:
- „Was haben wir da für ein Ungeheuer?“ (SPIEGEL, 18.07.1983)
Dumm, faul, unfähig?  (ADHS verstehen, Piero Rossi, 2002)
- Muttersöhnchen (Silke Frink, eBook, 2011, GoogleBooks)
- Leserrezensionen bei Amazon
- Welche Folgen hat Vaterlosigkeit? (Flussfänger, 14.11.2013)
- ADHS ist keine Erfindung (Flussfänger, 13.12.2013)
- Männer: Von Evolution bis Emanzipation (Kap. 1 aus Wieland Stolzenburg, Männer verstehen für Dummies, Wiley-VCH, PDF)

Montag, 31. Juli 2017

Arbeit und Familie belasten Männer und Frauen ähnlich …

… aber Männer klagen weniger darüber

Dass Frauen Probleme haben, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, liest man in Leitmedien häufig. Von Männern ist bezüglich solcher Probleme bislang kaum die Rede. Die an der University of Georgia forschende Psychologin Kristen M. Shockley hat sich nun zusammen mit ihren Kollegen Winny Shen von der University of Waterloo; Michael M. DeNunzio und Eric A. Knudsen von der City University of New York und Maryana L. Arvan von der University of South Florida in mehr als 350 Studien mit über 250.000 Teilnehmern angesehen, ob das Klischee stimmt, dass Frauen dadurch besonders belastet sind. Die Ergebnisse dieser Metastudie veröffentlichte das Team im Journal of Applied Psychology

Das für Shockley nach eigenen Angaben überraschende Ergebnis war, dass sich sehr wenige Anhaltspunkte dafür fanden, dass die Kombination aus Arbeit und Familie Frauen stärker belastet als Männer. Sie glaubt, dass ein davon abweichendes öffentliches Bild in Leitmedien das Stereotyp verstärkt, indem es Frauen dazu anregt, über ihre Schwierigkeiten zu klagen, weil sie im Fernsehen sehen oder in Zeitungen lesen, das andere Frauen das machen. Hinzu kommt ihren Worten nach eine unterschiedliche Sozialisation von Männern und Frauen, bei der letztere schon von Kindesbeinen an dazu ermutigt werden, mehr über Probleme zu reden.
mehr:
- Arbeit und Familie belasten Männer und Frauen ähnlich … (Peter Mühlbauer, Telepolis, 31.07.2017)


Freitag, 28. Juli 2017

Repräsentanzen: Selbstrepräsentanz und Objektrepräsentanz

„Repräsentanz“ ist der psychohanalytische Ausdruck für eine innere Vorstellung. Das Bild, das wir von uns selbst haben, wird „Subjektrepräsentanz“ oder auch „Selbstrepräsentanz“ genannt. Andere Menschen, die wir uns vorstellen können, sind „Objektrepräsentanzen“. Die ersten Vorstellungen (Repräsentanzen) von anderen Menschen, die wir normalerweise haben, sind die von Vater und Mutter. Mutter und Vater sind unsere „Primärobjekte“. Sie prägen sehr stark unsere Vorstellung darüber, wie Menschen generell sind. 

Unsere Eltern prägten unser Selbstbild  

Unsere Eltern haben auch einen großen Einfluss auf das Bild, das wir von uns selbst haben (Selbstrepräsentanz). Wurden wir von ihnen überwiegend liebevoll behandelt, können wir selbst größtenteils liebevoll auf uns blicken. Waren die Eltern eher feindselig, verachtend, überkritisch oder neidisch, so fällt es auch uns selbst schwer, uns so anzunehmen, wie wir sind.
mehr:
- Repräsentanzen: Selbstrepräsentanz und Objektrepräsentanz (Dunja Voos, Medizin im Text, 11.02.2017)

siehe auch:
Psychotherapie der dissoziativen Störungen, Hrsg.: Luise Reddemann, Arne Hofmann, Ursula Gast (online 1. Auflage, 2004 bei googlebooks)
Rezension bei lehrerbibliothek.de
Rezension bei Amazon 

Psychoanalyse und die Dissoziation des Selbst (2006) Download des Artikels (PDF-Format) 

weitere Downloads auf der Internetseite des Traum-Haus e. V., Bielefeld

Verständniskärtchen zum Ausdrucken (bei mutmachen)

Donnerstag, 27. Juli 2017

Der Sinn des Lebens: 42

42 {2:35}

Veröffentlicht am 25.05.2009
Die Antwort nach dem Leben, dem Universum und allem.

Stephen Hawking spricht über Gott {4:01}

Veröffentlicht am 18.09.2010
ZDF Heute Journal, 07.09.2010

“An artist’s life Manifesto”, by Marina Abramovic. {3:15}

Veröffentlicht am 25.10.2015
1. An artist’s conduct in his life:
– An artist should not lie to himself or others
– An artist should not steal ideas from other artists
– An artist should not compromise for themselves or in regards to the art market
– An artist should not kill other human beings
– An artist should not make themselves into an idol
2. An artist’s relation to his love life:
– An artist should avoid falling in love with another artist
3. An artist’s relation to the erotic:
– An artist should develop an erotic point of view on the world
– An artist should be erotic
4. An artist’s relation to suffering:
– An artist should suffer
– From the suffering comes the best work
– Suffering brings transformation
– Through the suffering an artist transcends their spirit

5. An artist’s relation to depression:
– An artist should not be depressed
– Depression is a disease and should be cured
– Depression is not productive for an artist
6. An artist’s relation to suicide:

– Suicide is a crime against life
– An artist should not commit suicide
7. An artist’s relation to inspiration:
– An artist should look deep inside themselves for inspiration
– The deeper they look inside themselves, the more universal they become
– The artist is universe
8. An artist’s relation to self-control:
– The artist should not have self-control about his life
– The artist should have total self-control about his work
9. An artist’s relation with transparency:
– The artist should give and receive at the same time
– Transparency means receptive
– Transparency means to give

10. An artist’s relation to symbols:
– An artist creates his own symbols
– Symbols are an artist’s language
– The language must then be translated
– Sometimes it is difficult to find the key

11. An artist’s relation to silence:
– An artist has to understand silence
– An artist has to create a space for silence to enter his work
– Silence is like an island in the middle of a turbulent ocean
12. An artist’s relation to solitude:
– An artist must make time for the long periods of solitude
– Solitude is extremely important
– Away from home
– Away from the studio
– Away from family
– Away from friends
– An artist should stay for long periods of time at waterfalls
– An artist should stay for long periods of time at exploding volcanoes
– An artist should stay for long periods of time looking at the fast running rivers
– An artist should stay for long periods of time looking at the horizon where the ocean and sky meet
– An artist should stay for long periods of time looking at the stars in the night sky

13. An artist’s conduct in relation to work:
– An artist should avoid going to the studio every day
– An artist should not treat his work schedule as a bank employee does
– An artist should explore life and work only when an idea comes to him in a dream or during the day as a vision that arises as a surprise
– An artist should not repeat himself
– An artist should not overproduce
– An artist should avoid his own art pollution

14. An artist’s possessions:
– Buddhist monks advise that it is best to have nine possessions in their life:
1 robe for the summer
1 robe for the winter
1 pair of shoes
1 begging bowl for food
1 mosquito net
1 prayer-book
1 umbrella
1 mat to sleep on
1 pair of glasses if needed
– An artist should decide for himself the minimum personal possessions they should have
– An artist should have more and more of less and less

15. A list of an artist’s friends:

– An artist should have friends that lift their spirits

16. A list of an artist’s enemies:
– Enemies are very important
– The Dali Lama has said that it is easy to have compassion with friends but much more difficult to have compassion with enemies
– An artist has to learn to forgive

17. Different death scenarios:
– An artist has to be aware of his own mortality
– For an artist, it is not only important how he lives his life but also how he dies
– An artist should look at the symbols of his work for the signs of different death scenarios
– An artist should die consciously without fear

18. Different funeral scenarios:
– An artist should give instructions before the funeral so that everything is done the way he wants it
– The funeral is the artist’s last art piece before leaving

"Der Mensch ist nicht zuvor, um danach frei zu sein, sondern es gibt keinen Unterschied zwischen dem Sein des Menschen und seinem Freisein." [Jean Paul Sartre, Das Sein und das Nichts (L'être et le néant), 1943]

Muhammad Ali ┇ Sinn des Lebens ᴴᴰ

Veröffentlicht am 04.06.2016
Muhammad Ali ┇ Sinn des Lebens ᴴᴰ



Einfach nur glücklich sein. Wer wünscht sich das nicht? Doch wie findet man das ganz persönliche Lebensglück?
42, so lautet die Antwort, die der Computer Deep Thought in dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis“ auf die Frage gibt, was denn der Sinn des Lebens sei. Dass die Antwort natürlich keineswegs befriedigend und äußerst sinnfrei ist, macht den Charme des Romans von Douglas Adams aus. Auf skurrile Weise wird ein philosophisches Problem aus der Welt geschafft, das noch bis ins letzte Jahrhundert Menschen durch alle Nationen und Klassen hindurch beschäftigt hat: Was ist der Sinn des Lebens? Warum bin ich auf dieser Welt? Wo komme ich her und wo gehe ich hin?

Heutzutage scheint diese Frage nach dem Sinn des Lebens viele Menschen nicht mehr so zu bewegen wie noch vielleicht vor 30 Jahren. Konsum und Lifestyle sind wichtiger. So zumindest das Ergebnis der Studie „Jugend unter Druck“ des Jugendforschers Bernhard Heinzlmaier, der Jugendliche im Alter von 11 bis 29 Jahren befragt hat.

Es geht darum, glücklich zu sein
Haben Menschen in vergangenen Jahrhunderten den Sinn des Lebens in der Religion oder in sozialen Utopien wie der des Marxismus gesucht, so geht es heutzutage eher um eine Lustmaximierung. Es geht darum, sich lebendig zu fühlen und das Leben zu genießen, wie Heimzlmaier in seiner Studie feststellt.: „Wo ein das materielle Leben transzendierender (über das materielle Leben hinausreichender, Anm. d. Red.) Sinn fehlt, bekommt das intensive Erlebnis, die unmittelbare Leidenschaft im Hier und Jetzt, überragende Bedeutung. Dass ihnen ein tieferer Sinn, ein ideelles Lebensziel fehlt, ist vielen Jugendliche überhaupt nicht bewusst, da ihnen die Bedeutung eines solchen für ein erfülltes Leben von den Erwachsenen nie vermittelt wurde.“

Demnach bleibt die Grundmotivation, die Menschen bislang nach dem Sinn des Lebens suchen ließ, unverändert: Letztlich geht es um ein erfülltes Leben. Es geht darum, glücklich zu sein. Das könnte ein Grund dafür sein, dass in den letzten Jahren immer wieder Bücher über das Glück auf den Bestellerlisten waren (z.B. "Glück kommt selten allein", Hirschhausen; "Hectors Reise: oder die Suche nach dem Glück", Francois Lelord).

mehr:
- Sinn des Lebens: Einfach nur glücklich sein (Michael Gerster, ERF, 25.08.2010)


"Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf, er existiert nur in dem Maße, in dem er sich verwirklicht, er ist also nichts anderes als die Gesamtheit seiner Handlungen, nichts anderes als sein Leben." [Jean-Paul Sartre, L'existentialisme est un humanisme (Der Existenzialismus ist ein Humanismus), 1946]

Gabriellas Song - Wie im Himmel {4.21}

Veröffentlicht am 07.06.2010
One of most beautiful scenes from my most beloved movie...
"AS IT IS IN HEAVEN" (OT: Så som i himmelen, 2004) by Kay Pollak

Ray Cooper Percussion-Layla {6:45}

Veröffentlicht am 20.09.2008
Clapton, Beck, Jimmy Page, Andy Fairweather, Wyman, Winwood , Kenny Jones and Charlie Watts on drums, and Ray Cooper.

Wie im Himmel Finale {3:31}

Veröffentlicht am 24.08.2015

Flashmob Nürnberg 2014 - Ode an die Freude {6:31}

Veröffentlicht am 05.08.2014
http://www.evenordbank.de/
Aus Wertschätzung gegenüber unserer Region! Vielen Dank an alle Mitglieder des Hans-Sachs-Chors und der Philharmonie Nürnberg, die mit uns dieses Vorhaben begeisternd aufgegriffen und am 14.06.2014 an der Lorenzkirche in Nürnberg so toll umgesetzt haben. Vielen Dank auch an alle, die mit einem Like den Beteiligten ihre Anerkennung zollen!



Freitag, 16. Juni 2017

Todkranke Kinder – "Manche Kinder bekommen ein Löwentraining"

Das Gefüge einer Familie wird erschüttert, wenn ein Kind krank wird. Ein Gespräch mit dem Kinderarzt Boris Zernikow über Kraftquellen, die auch in schwersten Krisen helfen 

Der Ort Datteln liegt im Ruhrgebiet und ist, zumindest auf den ersten Blick, nicht schön. Ein-Euro-Shops, Spielhallen, Kioske mit Plastikstühlen vor der Tür, und da, wo mal der Bahnhof war, ist nur noch Brachland. Hierher kommen Familien in schweren Momenten: wenn ihr Kind chronische Schmerzen hat oder gar nicht mehr geheilt werden kann. Boris Zernikow hat an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln zusammen mit seinem Team das Deutsche Kinderschmerzzentrum aufgebaut und die erste Palliativstation für Kinder. In seinem Büro gruppiert sich ein buntes Sammelsurium von Unterlagen, Grußkarten, Notizen und Fotos auf engstem Raum um ihn herum. Eigentlich müsste hier mal aufgeräumt werden. Aber er hat Wichtigeres zu tun. Jetzt zum Beispiel, seinem Besuch einen Kaffee zu holen.
mehr:
- Todkranke Kinder: "Manche Kinder bekommen ein Löwentraining" (Interview: Katrin Zeug und Andreas Lebert, ZON, 15.06.2017)

Leiden lindern, Leben gestalten – Boris Zernikow im Porträt {7:35}

Veröffentlicht am 13.11.2015
Der 50-jährige Kinderarzt Boris Zernikow will Kindern und Jugendlichen helfen, ihre Schmerzen zu ertragen und ihnen die Angst vor einer Therapie und Palliativversorgung nehmen. Er nutzt dafür unter anderem das Internet und Zeichentrickfilme. Mit Erfolg - für sein Engagement und ungewöhnlichen Ideen zeichnet ihn die Deutsche Forschungsgemeinschaft dem Communicator-Preises aus.
Arzt wollte er nie werden. Ärzte, dachte Boris Zernikow, sind spießig und fahren Cabrio. Wer wirklich etwas bewegen wolle, müsse Umweltschützer sein und gegen Atomkraftwerke kämpfen. Heute ist er Chefarzt, trägt ein weißes Hemd zur Jeans und verfügt über diese beruhigende Ausstrahlung, die man sich von jedem Arzt wünscht. In Datteln, in der Nähe von Dortmund, leitet er das deutsche Kinderschmerzzentrum und ist seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für pädiatrische Palliativmedizin an der Universität Witten/Herdecke. „Ich bin da so reingerutscht“, sagt der 50jährige; er sei einfach an seiner ehemaligen Zivildienststelle hängen geblieben, der Kinderklinik in Datteln, und habe dann das gemacht, was sonst keiner getan habe: sich mit den Schmerzen beschäftigt, deren Ursache man nicht sehen könne.

Samstag, 10. Juni 2017

Remo Largo: "Das passende Leben": Wie wir uns im Leben nicht länger verkehrt fühlen

Hartnäckig unterstreicht der Schweizer Kinderarzt Remo Largo in seinem neuen Buch "Das passende Leben" die Individualität von Menschen – und warnt: Eine Gesellschaft, die auf Normierung drängt, produziert systematisch über- und unterforderte Individuen. 

Anonyme Massengesellschaft – wohl kein Ausdruck fällt häufer in dem neuen Buch von Remo Largo "Das passende Leben". Aus gutem Grund: In der Realität der modernen Welt hat die Mehrzahl der Menschen große Mühe, sich mit eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten sicher und gut aufgehoben zu fühlen. 

Solch ein "Misfit", wie Largo es nennt, solch eine Passungslücke zwischen Umwelt und Organismus kann nur in seelischem und körperlichem Leiden münden. Darum macht sich der Schweizer Kinderarzt nun auf den Weg, dem Menschen sich selbst zu erklären: Wer sind wir und was brauchen wir, um das passende Leben führen zu können? 

Ausführlich steigt das Buch in die Evolution ein, beleuchtet das komplexe Zusammenspiel von Anlage und Umwelt, zeichnet die Entwicklung des einzelnen Menschen nach, von seiner Reifung in der Embryonalzeit bis zu den nachhaltigen Einflüssen durch Familie, Schule und Freundeskreis.
mehr:
- Remo Largo: "Das passende Leben": Wie wir uns im Leben nicht länger verkehrt fühlen (Susanne Billig, Deutschlandfunk Kultur, 06.06.2017)

siehe auch:
- Remo Largo: Das sind seine Ratschläge für ein glückliches Leben (Stern Nido, 07.06.2017)
- Das passende Leben (Post, 02.06.2017)
Remo Largo: Welches Leben passt zu mir? (SRF, 21.05.2017)
Das größte Glück ist eine schmerzlose Existenz.
Um nicht sehr unglücklich zu werden,
ist das sicherste Mittel, dass man nicht verlange,
sehr glücklich zu sein.
 [Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 1851, Bd. I, S. 434]
Remo Largo: Welches Leben passt zu mir? (Sternstunde Philosophie vom 21.05.2017) {56:44}

Veröffentlicht am 22.05.2017
Jeder Mensch ist ein Unikat. Davon ist der Schweizer Kinderarzt und Entwicklungsforscher Remo Largo zutiefst überzeugt. Doch wie können wir unsere Individualität leben? Müssen wir dazu die Gesellschaft umkrempeln? Ein Gespräch über das Wesen des Menschen und die Suche nach dem passenden Leben.

siehe auch: